HORSCH Podcast
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Maschinengemeinschaft Matting: Über 30 Jahre gemeinsame Technik auf 650 Hektar
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Seit 1994 geht die Maschinengemeinschaft Matting im Landkreis Straubing-Bogen einen gemeinsamen Weg – mit einem klaren Anspruch: Maschinenkosten senken und moderne Technik wirtschaftlich einsetzen. Was mit acht Betrieben und 500 Hektar startete, ist heute eine gewachsene Gemeinschaft mit rund 650 Hektar Fläche.
Im Gespräch berichtet Bernhard Kainz, warum die Betriebe ihre Eigenmechanisierung damals konsequent reduziert haben – und weshalb Vertrauen, Loyalität und offene Kommunikation die Grundlage dafür sind, dass dieses Modell seit über drei Jahrzehnten trägt.
Im zweiten Teil gibt Einsatzleiter Robert Englberger Einblicke in die Praxis: Warum sind feste Fahrer bei komplexer Technik entscheidend? Wie lassen sich enge Einsatzfenster, Logistik und abgestimmte Strategien koordinieren – und gleichzeitig die individuellen Anforderungen der einzelnen Betriebe berücksichtigen?
Das Video zum Talk, mehr Infos und weitere Beiträge unter
Gast und Moderation:
Bernhard Kainz
Bernhard ist Landwirt aus dem Landkreis Straubing-Bogen und Mitbegründer der Maschinengemeinschaft Matting. Seit der Gründung im Jahr 1994 engagiert er sich für die gemeinsame Nutzung moderner Landtechnik zur Senkung von Maschinenkosten und zur effizienteren Organisation landwirtschaftlicher Arbeiten. Als Vorstand setzt er auf offene Kommunikation, gemeinschaftliche Entscheidungen und langfristige Zusammenarbeit der Mitgliedsbetriebe.
Robert Englberger
Robert ist Agrarbetriebswirt und bewirtschaftet einen 250-ha-Ackerbaubetrieb am Rande des Gäubodens. Neben dem eigenen Betrieb führt er ein Lohnunternehmen und ist zudem Ausbildungsbetrieb. Bereits seit 1989 wird pfluglos bewirtschaftet; außerdem setzt Robert auf Flüssigdüngung. Zusätzlich ist er als Vorstand und Einsatzleiter der Maschinengemeinschaft Matting tätig. Dort verantwortet er unter anderem den überbetrieblichen Einkauf von Pflanzenschutz und Saatgut sowie die Maschinenwartung.
Moderation: Michael Braun
Michael leitet seit 2020 den Bereich Marketing bei HORSCH. Nach seinem Studium der Agrarwissenschaften an der FH Freising-Weihenstephan mit Abschluss als Diplom-Agraringenieur startete er bei HORSCH im ackerbaulichen Versuchswesen. Er wechselte ins Marketing, wo er unter anderem das Produktmarketing für Bodenbearbeitung und Sätechnikübernahm. Neben seiner Tätigkeit bei HORSCH leitet er den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb mit Fokus auf Ackerbau und Rinderhaltung.
Herzlich willkommen zum HORSCH Studio Podcast vom Tag der offenen Tür 2025 bei HORSCH LEEB. Heute: Maschinengemeinschaft Matting – Über 30 Jahre gemeinsame Technik auf 650 Hektar. Mit Bernhard Kainz und Robert Englberger von der Maschinengemeinschaft Matting sowie Michael Braun, Marketing bei HORSCH.
Speaker 2Herzlich willkommen, mein Name ist Michael Braun. Ich darf mich heute mit einem interessanten Gast über das Thema Maschinengemeinschaften unterhalten. Ich habe dazu den Bernhard Kainz eingeladen von der Maschinengemeinschaft Matting aus dem Landkreis Straubing-Bogen. Bernhard, herzlich willkommen. Michael, grüß dich. Ja, der ein oder andere, wenn Maschinengemeinschaft hört, der stellt sich natürlich die Frage, wie kommt noch sowas zustande und wann habt ihr angefangen damit?
Speaker 3Ja, wir haben in 1993 diesen Gedanken ins Spiel gebracht, eventuell eine Maschinengemeinschaft zu gründen, damals ein großes Thema Kostenreduktion in der Landwirtschaft. Und ein Thema natürlich Maschinenkosten senken. Wir haben beraten von Dezember bis März, haben wir dann im März schon, März 1994, mit acht Betrieben, acht landwirtschaftlichen Betrieben mit einer Fläche von rund 500 Hektar eine Maschinengemeinschaft gegründet . Damals mit der Vorgabe, die Grundbodenbearbeitung und die Aussaut von Getreide zu bewerkstelligen. Wir haben dann, wie gesagt, im März 1994 gegründet, haben dann eingekauft, haben ein bisschen Technik gekauft, das heißt zwei Traktoren, haben Plug und Grubber gekauft, haben eine Kreiselegge Sämaschine angeschafft und mit diesem Maschinenpark sind wir in die erste Saison gegangen. Vorgabe war ein bisschen auch bei der Gründung schon, die Eigenmechanisierung muss abgebaut werden. Also es sind nur Maschinen in der Maschinengemeinschaft einzusetzen für diese Arbeiten, wo ich Grockenhand habe, also Grundbodenbearbeitung, und dann die Aussat. Und sie ideal sind auch wirklich, die Eigenmechanisierung ist dann wirklich auch fast alles verkauft worden. Ich kann jetzt so ein bisschen, man kann schon ein bisschen erzählen, wir haben zum Beispiel 16 Scharen an Pflug verkauft und haben uns sechs Scharen eingekauft. Wir haben 700, 800 PS verkauft an Schlepper-PS, die in den Betrieben waren, haben dann 400 PS wieder eingekauft. Und so ist es ähnlich mit Kreiselegge und Sämaschine war dann das genauso. Die Betriebe haben das abverkauft und neue Technik ist dann eingekauft worden und ist auch dann genutzt worden. Dann hat man gesehen, das läuft ganz gut. Wir haben dann in 1997 unser Portfolio einfach erweitert, wo dann auch der Pflanzenschutz ins Spiel gekommen ist. Wir haben da die Rübenaussat ins Visier genommen, haben die Kartoffelpflanzung dann mit der Gemeinschaftsmaschine organisiert und eben auch den Pflanzenschutz. Und sind haben uns in 1997 dazu entschlossen, schon in 1997 einen Selbstfahrer anzukaufen, mit dem wir dann den Pflanzenschutz für die 500 Hektar, da waren es dann schon ein bisschen mehr Hektar, weil noch zwei Betriebe dazugekommen sind, dann zu übernehmen. Oder über die Maschinengemeinschaft zu organisieren. Haben wir ein Düngerlager, ein Flüssigdüngerlager gebaut, bei uns wird also das Meiste mit Flüssigdünger gemacht, einfach um die Spritze auszulassen. Und seitdem machen wir das, diesen Pflanzenschutz eben gemeinsam und die Maschinen nutzen wir die auch gemeinsam.
Speaker 2Du hast gesagt, ihr habt vor 31 Jahren mit 8 Betrieben gestartet, sind zwei dazugekommen. Wie hat sich das bis zum Stand heute entwickelt? Mitglieder Fläche.
Speaker 3Die Mitglieder sind von 8 auf 11 in der Spitze oder 12 in der Spitze angewachsen, hat sich aber jetzt wieder reduziert. Jetzt sind wir, glaube ich, zurzeit neun Betriebe. Die Fläche hat sich von damals 500 Hektar, jetzt auf ca. 650 Hektar erweitert. Also es ist wenig Veränderung.
Speaker 2Ja, aber gut, es hat dann einen stabilen Kern sozusagen gebildet, wenn man es von der Seite sieht.
Speaker 3Es ist kein Betrieb ausgeschieden aufgrund von Unzufriedenheit oder weil man weil man die Gemeinschaft nicht mehr haben wollte, sondern wenn einer ausgeschieden ist, dann hat er eben altersbedingt verpachtet oder berufsbedingt verpachtet. Und die Fläche dann Gott sei Dank in der Maschinengemeinschaft belassen. Also es gibt die Loyalität gegenüber der Gemeinschaft ist da schon festzustellen und das ist ja ganz gut so.
Speaker 2Ich könnte mir vorstellen, damit so eine Gemeinschaft funktioniert, braucht es gewisse Moderatoren oder Personen, die sich halt da kümmern. Das heißt, das bist zum einen du als Vorstand und wie schaut das aus, wie kommen Entscheidungen in der Gemeinschaft zustande?
Speaker 3Naja, die Moderation obliegt da natürlich schon in großen Teilen dem Vorstand. Wir sind ja in einem Vorstandsteam, es gibt einen ersten Vorstand, einen zweiten Vorstand, der dann auch zugleich Einsatzleiter ist. Da wird es aber sicherlich später noch was hören davon. Wie kommen Entscheidungen zustande? Wir zwei setzen uns dann zusammen, sagen wir, was würde vielleicht an Investitionen anstehen, was sollte man versuchen, was sollten wir probieren. Dann geht man in die Vorbereitungsphase, das heißt Angebote einholen und so weiter. Und dann wird es der Gemeinschaft vorgestellt, was man vielleicht vorhat, was man sich vorstellen könnte, wie es weitergehen könnte. Und dann entscheidet die Gemeinschaft, jeder hat eine Stimme, entscheidet dann gemeinsam über zum Beispiel einen Ankauf von einer, bleiben wir, bei der Firma HORSCH zum Beispiel von einer Spritze.
Speaker 2Aus deiner Sicht, was sind so die Erfolgsfaktoren? Also was muss man tun, damit so eine Gemeinschaft gut funktioniert?
Speaker 3Was muss man tun? Man muss offen kommunizieren, was in der Gemeinschaft los ist, auch wenn das manchmal dann personifiziert wird, leider. Also nicht die Gemeinschaft ist dann, sondern der einzelne, sollte nicht sein, aber es passiert halt. Man muss einiges mal so ein gutes Konzept haben. Und sofern das nach 31 Jahren noch funktioniert, glaube ich, haben wir schon einen gewissen Vorschusslorbeeren, dass das mit der Führung, mit dem Vorstandsteam, mit der Einsatzleitung, dass das funktioniert. Und von dem her, wenn Entscheidungen anstehen und die wohl vorbereitet sind, ganz wichtige Geschichte, die wohl vorbereitet sind mit verschiedenen Optionen. Und wenn man sich dann in die Materie eingearbeitet hat, dann kann man das auch so rüberbringen in der Gemeinschaft, dass die Gemeinschaft sagt, ja, das ist was. Oder vielleicht sagt, das sollte man noch ein paar Mal zurückstellen. Wenn Entscheidung, also wir wollen eigentlich immer ganz gerne, dass eine Entscheidung einstimmig fällt. Wenn das nicht der Fall ist, dann stellen wir auch unter Umständen einfach ein Thema nochmal zurück und dann warten wir bis zur nächsten Versammlung. Wir treffen uns meistens zweimal im Jahr. Irgendwann im Dezember. Und dann im Juni nochmal, so zweimal wieder abgerechnet und dementsprechend sind auch die Versammlungen, wenn wichtige Themen anstehen, auch ein drittes und ein viertes Mal. Und da werden eben solche Themen dann auch besprochen.
Speaker 2Du hast gesagt, Motivation, ursprünglich war mal ein Thema Kostenreduktion, also Maschinenkosten unterbringen. Und wenn du die 31 Jahre anschaust, was denkst du, was hat das für einen Effekt gehabt, das ihr euch im Größeren organisiert als Betriebe?
Speaker 3Naja, das Thema Maschinenkostenreduktion steht natürlich noch immer im Raum. Das ist ganz klar, wenn ich heute Technik anschaffe und die auf 600 Hektar nutzen kann, ist das ein anderes Thema, wie wenn ich Technik anschaffe, die vielleicht halb so viel Geld kostet, aber nur auf einem Zehntel der Fläche nutzen kann, muss das teurer sein oder günstiger sein. Das ist noch immer unser Anspruch. Unser Anspruch von damals war auch, dass wir wollen Kosten reduzieren, Kosten einsparen. Aber wir werden nicht die Weltmeister in Kosten gespannt werden. Für unsere paar Hektar, die wir bewirtschaften, ist die Technik natürlich viel zu groß. Aber wir wollen einen Service liefern, wir wollen, dass die Betriebe mit dem zufrieden sind. Und das, glaube ich, kann die Maschinengemeinschaft auch gewährleisten. Und jeder einzelne Betrieb ist ja für sich, hat ja eine Stimme und kann sagen, da will ich nicht mitspielen bei diesem Thema. Oder die Technik ist mir zu groß oder die ist mir zu klein. Also da ist ein Einspruchsrecht, wenn auch nicht der Vetorecht, aber zumindest kann man einspringen.
Speaker 2Wie wird es das bezahlen? Für den einzelnen Betrieb hätte es vielleicht aus meiner Sicht ja noch den Vorteil, dass man Technik einsetzt, also Technik vom Level her einsetzt, die man normalerweise nicht einsetzen würde. Das heißt, in Bezug auf Präzision, was weiß ich, wenn es braucht, so das Aussaatqualität, vielleicht der Pflanzenschutz, Technik einzusetzen, die eigentlich, ich sage mal, vom Präzisionslevel her, vom Techniklevel her höher ist als das, was ich im Einzelbetrieb könnte. Ist das ein Vorteil, den die Mitglieder sehen und schätzen?
Speaker 3Für uns ist das mittlerweile Alltag. Ich weiß nicht, ob man das noch so differenziert sehen kann. Natürlich haben wir als Gemeinschaft einen gewissen Vorteil, wenn unsere Technik nicht mehr zur Nase steht, dann haben wir eventuell leichter die Möglichkeit, das auszutauschen, weil man sagen: Gott, die hat jetzt ihre Stunden geleistet oder ihr Hektar geleistet, wollen wir tauschen, weil es eine bessere Technik gibt. So sind wir auch natürlich beim Pflanzenschutz ziemlich gut im Rennen, sage ich jetzt einmal. Wir haben jetzt doch die letzten 30 Jahre siebenmal das Pflanzenschutzgerät gewechselt. Jedes Mal einen Selbstfahrer, jetzt haben wir mittlerweile die vierten oder fünfte, vierte HORSCH Selbstfahrer im Einsatz angefangen von einem mehr oder weniger Sonderkonstruktion bis jetzt zu dem 8.300 mit 33 Meter Breite. Also Vollausstattung schauen wir schon, dass wir am up-to-date sind mit der Technik.
Speaker 2Ja, spannendes Thema, Bernhard. Vielen Dank für die kleinen Einblicke. Im zweiten Teil des Interviews würde ich mich gerne über das Thema Einsatz oder praktischen Einsatz unterhalten. Dazu freut es mich natürlich auch, dass von der Maschinengemeinschaft der Einsatzleiter sozusagen auch bei uns da ist. Genau, und das werden wir uns jetzt im Anschluss dann auch nochmal ein bisschen durchdiskutieren. Dankeschön. Ja, bitte. Darf mich auch bedanken. Und ich habe jetzt den Einsatzleiter, den Robert Englberger, hier bei mir im Studio. Robert, ich kann mir vorstellen, so eine Einsatzplanung ist nicht immer ganz einfach, um da auch termingerecht Sachen hinzubekommen. Wie gehst du das an? Ganz praktisch.
Speaker 1Also grüßt euch erst einmal miteinander. Das ist ganz einfach. Die Mitglieder melden sich bei mir und sagen halt was Vorhaben und ich habe eine Liste vor mir oder einen Plan vor mir und sage, wann das möglich ist. Und stimmen wir halt dann ab, Fläche, wie lange das er braucht. Braucht er noch eine Person dazu oder nicht? Und somit läuft das einfach relativ ereignislos und relativ zeitnah.
Speaker 2Jetzt wenn wir den Pflanzenschutz anschauen, haben wir ja vorhin schon erfahren, ihr habt den vierten Selbstfahrer mittlerweile von uns.
Speaker 1Wichtig nochmal den vierten Selbstfahrer. Von euch natürlich 25 cm Abstand und relativ nah über den Bestand zum Fahren. Da haben wir einfach vier Fahrer oben, die das dann bewerkstelligen und ja, in der Regel, und da ist meistens dann auch nachts oder früh unterwegs, damit wir die optimalen Bedingungen gut ausnutzen können für unsere Mitglieder. Welche Kulturen müsst ihr behandeln? Kulturen haben wir vom Raps über Winterweizen, Wintergerste, Sojabohne, Mais und Kartoffel und Rübe.
Speaker 2Bei der Strategie, Pflanzenschutzstrategie, ist das betriebsindividuell oder ist das gemeinschaftseinheitlich?
Speaker 1Es gibt gemeinschaftseinheitliche Vorschläge von den Mischungen, wenn man speziell auf den NHK von den Zuckerrüben geht. Es gibt aber dann auch betriebsindividuell irgendwelche Sondermischungen, beziehungsweise dann Nesterbehandlungen oder Sonderfälle, die wir dann einzeln einfach behandeln in Rücksprache mit dem Betriebsleiter. Also wird ganz individuell auf jeden , jeder sagt bei uns, was er haben will. Und das ist machbar und wird auch dann erledigt. Insgesamt Einsatzfläche pro Jahr, die die Maschine macht? Bei der Spritze, je nachdem, wie oft, dass wir dann Graufäule fahren müssen, aber so rund gute 4000 Hektar pro Jahr. Düngung habe ich rausgehört, das brauche ich auch was, was die Spritze macht. Das heißt Flüssigdüngung? Genau, wir machen Flüssigdüngung, standardmäßig halt Flüssiglösungen, die nicht stabilisiert sind und dann für Mais, Kartoffel, Rübe und im Weizen wird dann stabilisierter Flüssigdünger mit Schwefel eingesetzt. Und das funktioniert relativ gut auch.
Speaker 2Wie habt ihr da die Logistik gelöst für den Flüssigdünger?
Speaker 1Wir haben einen 60-Kubik-Tank, der bei uns im Zentrallager steht, sage ich jetzt hier mal. Und da fahren wir hin zum Befüllen und dann wird halt das ausgebracht über Mehrlochdüsen. Der kommt. In der Regel brauchen wir einen Vorsprung drei Tage und dann wird das mit dem Tank zu Gang geliefert, der pumpt den bei uns rein und wir saugen ihn wieder raus und bringen wir den raus auf die Flächen.
Speaker 2Aber das heißt, die Spritze fährt praktisch ab Zentrallager zu den Flächen.
Speaker 1In welchem Radius findet das ungefähr statt? Wir haben einen Radius vom Kerngebiet von 5 Kilometern und ich habe noch einen außenliegenden Betrieb, da haben wir 16 Kilometer. Entfernung vom Spritzenlager, sage ich jetzt einfach mal.
Speaker 2Aus deiner Sicht, damit so eine gute Einsatzplanung funktioniert, was sind da so die Zutaten, damit es wirklich reibungslos oder nahezu reibungslos über die Bühne gehen kann?
Speaker 1Die Planung ist relativ wichtig und die Vorausschau ist relativ wichtig, wenn es uns möglich ist, die Spritze innerhalb der Saison maximal einmal zu reinigen. Also man muss halt einmal dann akzeptieren, dass man sagt, man lässt jetzt eine Weizenfläche mit 5 Hektar stehen, die brauche ich noch, wenn ich von der Kartoffel rauskomme und möchte in die Rüben rein und habe ein Herbizd drin, dass ich da einfach einen Dünger ausbringen kann, dann passiert nichts. Und somit habe ich die Spritze wieder komplett gereinigt. Für den Betrieb, wo wir die Fläche stehen lassen, dann muss ich dann einmal einen Tag warten. Aber das war bisher noch nie ein Problem und somit tun wir uns mir leichter, weil wir natürlich die ganze Reinigung nicht brauchen, sondern wir fahren einfach nahtlos in die nächste Kultur.
Speaker 2Okay. Das Thema Dokumentation im Pflanzenschutz ist natürlich wichtig. Ist das was, was dann auch jeder Betrieb individuell macht oder macht ihr das?
Speaker 1Nein, wir machen unsere Aufschreibungen, damit wir wissen, dass der ersten Vorstand das dann abrechnen kann, was erfolgt ist und die Dokumentation macht jeder Betrieb für sich selber.
Speaker 2Interessante Lösung. Einsatzplanung selber, das ist dann was, was auf Zuruf basiert. Also das heißt, das Telefonthema Organisation.
Speaker 1Ja, erfolgt auf Zuruf oder im Endeffekt weiß ich ja, wann die ganzen Früchte gesät oder wann sind die Rüben gesät. Schauen wir, dass wir das nahtlos durchziehen können, wenn das Wetter passt. Und dann weiß man ja, Aussaat plus irgendwo 17, 18, 19 Tage muss die erste NHK stattfinden. Wenn kein Betrieb irgendwas meldet, ruft man und sagt, wann fahren wir die erste NHK. Standardmischung, ob er irgendwas besonders braucht oder nicht. In der Regel ist die erste Mischung eine Standardmischung. Und dann gibt es ja sowieso einen Plan, irgendwo 8 bis 10 Tage die zweite Mischung. Da wird es dann schon interessanter, ob man nicht einmal irgendwie noch ein Zusatzpräparat braucht für den einen oder anderen Betrieb. Sonst ist das da relativ standardisiert, sage ich jetzt immer.
Speaker 2Der Chemieeinkauf läuft dann auch zentral über dich in dem Fall oder über die Maschinengemeinschaft.
Speaker 1Ja genau. Ich kauf zentral, ich weiß die Flächen. Und wenn einer irgendwas Besonderes haben will, der meldet sich halt, da brauche ich ein bisschen einen Vorlauf und dann ist das da und wir kaufen natürlich bei den örtlichen Händlern unsere Ware ein.
Speaker 2Als Vertreter der Landtechnikindustrie interessiert mich natürlich, was euch dazu bewegt hat, viermal hintereinander ein Fahrzeug von uns zu kaufen.
Speaker 1Fahrzeug von der Firma HORSCH zu kaufen, ich sage jetzt einmal A, war das die Technik. Und zu m anderen was, oder ist es der Service, den die Firma HORSCH doch auch hinter sich hat. Und die Wertstabilität der Maschinen. Und das ganze Gesamtpaket passt halt einfach für uns. Wir sind relativ nah an der Produktionsstätte. Dann haben wir ja eigentlich bei der Firma LEEB angefangen. Wir haben die erste Spritze, die war Fabrikationsnummer 13, also die zwölfte Spritze, die gebaut wurde. So, jetzt haben wir halt die vierte, den PT8300, 8000 Liter 33 Meter. Momentan.
Speaker 2Ja, also ein bisschen Historie dahinter, ein paar Entwicklungsschritte, die wir da dazwischen gemacht haben. Richtig, ja. So, wenn du in die Technik reinschaust, Pflanzenschutz, was denkst du, was sind so die nächsten Schritte, die man da geht als Betrieb oder als Gemeinschaft?
Speaker 1Was kommt da daher? Ja, momentan ist halt SpotSpraying oder dann eine Applikation nach Karten, wird sich zeigen, ich probiere das momentan am eigenen Betrieb aus. Müssen wir jetzt einmal schauen, wie sich das entwickelt und wie das überhaupt in der Praxis dann auch funktioniert. Was ich mir ein wenig wünschen würde, das ist ein bisschen mehr Anwenderschutz. Das wäre für mich interessant, sage ich jetzt einmal, weil wir ja doch relativ viel mit den Sachen umgehen. Ob es da nicht noch eine neue Lösung gibt. Und ja, das müssen wir sich ein bisschen abwarten. In der Düngung macht ihr schon oder habt ihr Erfahrung mit variabler Düngung im flüssigen Bereich? Haben wir heuer zum ersten Mal gemacht, ein Projekt mit einem Wasserschutzgebiet in der Stadt Straubing. Haben wir aber noch keine Auswertungen, nicht müssen wir jetzt einmal abwarten, was da rauskommt.
Speaker 2Ja, war das auch so ein bisschen aus unserer Sicht die große Chance, dass so eine Maschine halt variabel das Heck dann nicht mehr als einheitlich 10.000 Quadratmeter betrachten, sondern halt das ein bisschen weiter runterbrechen und dann zu schauen, okay, wo muss ich wirklich was machen, um es halt aufs minimale Maß zu begrenzen.
Speaker 1Das ist richtig und ich glaube, dass da die Spritze den größeren Vorteil hat gegenüber einem Düngersteuer dann.
Speaker 2In der Einsatzplanung, welches oder welcher Arbeitsschritt ist denn am stressigsten, wenn ich so durch die Maschinengemeinschaft durchschaue?
Speaker 1Das Stressigste ist, denken wir im Frühjahr, wenn es losgeht. Also bis wieder jeder weiß, wo welcher Knopf ist, wie welche Maschine funktioniert. Wir haben ja auch Betriebe dabei, der Kleinste mit 5 Hektar und der größte mit 170 Hektar. Der mit 5 Hektar, der sitzt natürlich relativ selten auf den Maschinen oben. Dem ist das nicht alles so geläufig, sage ich jetzt hier mal. Da gibt es dann wieder Anrufe, du, hör mal, wie muss ich, wie kann ich? Und wenn das dann wieder alles läuft im Frühjahr, dann ist das rum. Dann, läuft das dahin.
Speaker 2Welche Arbeitsgänge werden ausschließlich über feste Fahrer gemacht?
Speaker 1Also Pflanzenschutz, habe ich gehört. Pflanzenschutz, die Rübenaussat und die Getreideaussat, da haben wir feste Fahrer oben.
Speaker 2Also umso komplexer die Technik, umso wichtiger ist ein fester Fahrer, der das auch beherrscht. Ja, sehr spannendes Thema, Robert. Vielen Dank für den kurzen Einblick in eine funktionierende Maschinengemeinschaft. Weil da hört man natürlich auch immer verschiedenste Konstellationen. Es funktioniert manchmal sehr gut, manchmal weniger gut und ich glaube, ihr seid ein super Beispiel, wo das hervorragend funktioniert, weil es sicher auch an einem guten Plan und ein gutes Miteinander gibt. Vielen Dank. Dankeschön. Ja, und vielen Dank und ich freue mich auf weitere spannende Themen.
SpeakerVielen Dank fürs Zuhören. Mehr Infos und interessante Beiträge unter hosch.com/ studio