Moritz Neuhaus [00:00:02]:
Wie ticken Menschen, die gefühlt im Aufzug des Lebens ganz nach oben gefahren sind? Was passiert, wenn diese Menschen Fragen gestellt bekommen, die sich sonst keiner traut zu fragen? Bröckelt

Moritz Neuhaus [00:00:17]:
die Fassade?

Moritz Neuhaus [00:00:19]:
Ich bin Moritz Neuhaus und das ist Elevating Leadership Personalities.

Moritz Neuhaus [00:00:34]:
Heute sitzt uns jemand gegenüber, der zu Anfang seiner Karriere eher dabei war, bei der NASA Raketen zu bauen, ins All zu fliegen und sich dann doch für Excel, für Kapitalmärkte, für Handel, eher für so das All, die oberste Ebene der Wirtschaft entschieden hat. Unter anderem Geschäftsführer im KDW gewesen, wo wir darüber reden wollen. Michael, schön, dass du da bist.

Michael Peterseim [00:00:58]:
Moritz, schön bei dir zu sein, schön dich zu sehen. Vielen Dank für die nette Intro.

Michael Peterseim [00:01:03]:
Yes. Gerd Kerkhoff, jemand, der auch schon hier im Format war, hat uns zusammengebracht. Und der hat letztes Jahr sein Unternehmen verkauft und der wird dir auf ewig dankbar sein. Warum?

Michael Peterseim [00:01:17]:
Also ob der mir auf ewig dankbar ist, das weiß ich nicht. Ich glaube, was ihm ein Stück weit geholfen hat, ist das Projekt, das er bei uns bei der KDW-Gruppe gemacht hat. Gerd ist ein sensationeller Einkäufer, sein ganzes Leben lang gewesen. Der hat glaube ich mit Kaffee angefangen und hat wahrscheinlich jede Produktgruppe, die es gibt schon mal irgendwo eingekauft beziehungsweise Einkäufer beraten, wie sie das besser machen können. Was ihm noch fehlte in seinem Portfolio war Luxus. Also Luxusartikel einzukaufen beziehungsweise Einkäufer zu beraten, die Luxusartikel einkaufen.

Michael Peterseim [00:01:50]:
Und die Chance hat er bei uns gehabt, das hat er wahnsinnig gut gemacht und ich bin froh, dass er da war und er ist wahrscheinlich auch ein bisschen froh, dass er bei uns sein konnte. Also in der Phase, wo Automotive sozusagen gerade auch sichtbar immer mehr kriselt, war dann Handel oder dieses Luxussegment nochmal ein entscheidender Punkt, die Unternehmensbewertung aufzubessern, nehme ich an.

Michael Peterseim [00:02:10]:
Ja gut, Luxus, alle Luxusprodukte, der Luxushandel hat natürlich eine ganz besondere Strahlkraft. Also das wirkt sich auf unsere Kunden aus im Handel, aber mit Sicherheit auch auf die Kunden von Gerd und das ist einfach ein schönes Referenzprojekt für ihn.

Michael Peterseim [00:02:26]:
Erzähl doch vielleicht mal zum Einstieg von deinem verrücktesten Einkaufserlebnis, was du so mitgekriegt hast, beispielsweise beim KDW. Ich kann mir vorstellen, dass da Dinge passieren, die man sich so gar nicht vorstellen kann.

Michael Peterseim [00:02:41]:
Ja klar, da passieren jeden Tag Dinge, die man sich nicht vorstellen kann. Das ist ja auch, warum die Kunden da hinkommen und dieses Erlebnis genießen. Und du siehst halt alles Mögliche. Du siehst ganz junge Leute, die ganz verrückte Dinge kaufen, du siehst ganz viele Stammkunden, die schon seit 50 Jahren in die 6. Etage gehen und ja, was ist das spannendste Einkaufserlebnis? Du meinst jetzt, was ich erlebt habe, wo jemand anders eingekauft hat oder wo ich selber eingekauft habe?

Michael Peterseim [00:03:13]:
Ne, was du mitgekriegt hast. Ist da irgendwie ein Scheich eingeflogen und hat gesagt, das will ich?

Michael Peterseim [00:03:20]:
Nein, also eine der interessantesten Dinge war, wir verkaufen ja auch Spirituosen, sehr, sehr exklusive Spirituosen. Und Da ist schon mal eine Flasche Cognac dabei, die kostet 600.000 Euro, die dann bei uns natürlich sehr begehrt ist und die die Leute kaufen. Wir haben eine von diesen Flaschen verkauft, dann wurde der Abholtermin vereinbart. Der Kunde, der die Flasche erworben hatte, der kam dann vorbei und wollte sie abholen und hatte tatsächlich nur so eine Jute-Tüte dabei und sagte, ja, tu die Flasche hier rein. Und wir wollten das gar nicht, haben gesagt, das ist doch zu gefährlich, wenn der diese Tüte runterfällt, dann sind da 600.000 Euro Kognak auf der Straße. Aber er sagte, nee, nee, das kriege ich schon hin und hat dann tatsächlich diese Flasche in seinem Jutebeutel aus dem KDW rausgetragen.

Michael Peterseim [00:04:10]:
Krass, muss man sich erst mal trauen. Ähm, got it. Lass uns vielleicht noch mal so ein bisschen weiter vorne anfangen bei deiner Karriere, weil diese Raumfahrt-Komponente ist natürlich super spannend. Das war deine Promotion, die du in dem Bereich gemacht hast. Wie kam es dazu, dass du dich so für Raumfahrt interessiert hast? Dieser klassische Kindheitstraum, der Blick zu den Sternen oder was viel Weltlicheres?

Michael Peterseim [00:04:37]:
Also grundsätzlich glaube ich, dass der rote Faden durch meine Karriere, der sich da durchzieht, ist, dass ich immer Sachen gemacht habe, die mir Spaß gemacht haben. Und In der Schule hat mir einfach die Naturwissenschaften Spaß gemacht, Mathematik hat mir Spaß gemacht und deswegen habe ich mich dann auch dafür entschieden, Physik zu studieren. Dass ich dann in das Thema Raumfahrt gekommen bin, das ist ehrlich gesagt ein bisschen zufällig passiert. Man sucht sich ja irgendwann, wenn man mit dem Studium fertig ist und in die Promotion geht, seinen Doktorvater aus. Und der Doktorvater, den ich mir ausgesucht hatte oder der sich mich ausgesucht hat, wie man das sehen will, Der war halt sehr stark in diesem Thema Raumfahrt und hatte eine sehr enge Verbindung auch zur ESA und zur NASA und so bin ich da reingekommen.

Michael Peterseim [00:05:25]:
Und was hast du denn da gemacht?

Michael Peterseim [00:05:29]:
Also wir haben an 1 Mission gearbeitet zur Gravitationswellenforschung Und meine persönliche Aufgabe war für diese Mission, das Lasersystem zu entwickeln.

Michael Peterseim [00:05:41]:
Nochmal, was für ein System?

Michael Peterseim [00:05:42]:
Ein Lasersystem. Also die Mission besteht aus 6 Satelliten und zwischen den Satelliten wird ein Laser-Link aufgebaut und dieses Lasersystem, was dazu verwendet wird, das habe ich entwickelt. Spannend.

Michael Peterseim [00:05:57]:
Wie guckst du heute auf das Weltall? Ich habe das Gefühl, da ist so eine Industrie, die so auch durch, sagen wir, SpaceX noch mal neu zum Leben erweckt wurde. Das kam dann alles erst sehr viel später. Wie guckst du heute auf diese Industrie?

Michael Peterseim [00:06:13]:
Ja, für uns als Menschen, glaube ich, wahnsinnig wichtig. Informationen werden ja immer wichtiger, auch Informationstransfer zwischen Menschen, zwischen Menschen und Computern und so weiter. Und tatsächlich damals, Ende der 90er Jahre, als ich in dem Feld arbeitete, haben wir schon darüber nachgedacht, dass irgendwann mal die Hauptinformationswege durchs Weltall gehen werden. Ablink zum Satelliten und dann einmal die Erde rum über Satellitenverbindungen und dann wieder runter auf die Erde. Das war damals noch ein bisschen Science Fiction, ehrlich gesagt. Wir waren uns schon sicher, dass dafür wahrscheinlich Laser Links Verwendung finden würden. Aber wenn ich das heute sehe, dann hat sich genau das, wo wir eigentlich daran geglaubt haben oder wo wir auch daran gearbeitet haben, das hat sich bewahrheitet und das freut mich natürlich auch auf eine gewisse Weise.

Michael Peterseim [00:07:02]:
Wenn du jetzt so über das Thema redest, dann muss ich an Dr. Heinz Werner Rapp denken. Das ist von der Feri von dem Asset Manager. Die haben nochmal so ein Institut, was auch Forschung betreibt für sehr langfristige Studien, der einfach sagt oder geschrieben hat mit seinem Team, dass eigentlich gerade schon wie so eine Art Kalter Krieg im Weltall stattfindet, so an allen vorbei in dem Sinne, weil das können wir ja unfassbar schwer greifen, wir kriegen da nichts mit, da könnte jetzt passieren was will. Wie kam es denn dann dazu, dass du gesagt hast, okay, Missionen, nett, aber ich wende mich eher der Wirtschaft zu, beziehungsweise für dich ging es dann in die Unternehmensberatung zu Roland Berger?

Michael Peterseim [00:07:45]:
Ja, das war natürlich eine schwierige Entscheidung, das kannst du dir vorstellen, die ich da getroffen habe, weil mir hat die Wissenschaft schon sehr viel Spaß gemacht. Ich war auch in 1 tollen Gruppe von Wissenschaftlern und habe dann irgendwann überlegt, Ja, ist das das, was du wirklich dein ganzes Leben lang machen willst? Und habe dann gesagt, nein, das ist nicht das, was ich mein ganzes Leben lang machen will. Warum nicht? Weil du musst sehr viel Geduld haben in der Wissenschaft. Die Dinge gehen sehr langsam, Insbesondere tatsächlich, wenn du in der Raumfahrt bist, weil alles, was in der Raumfahrt Verwendung findet, braucht ewig lange Prozesse, das zu genehmigen und so weiter und so fort. Und Dazu war ich nicht bereit, dazu war ich auch zu ungeduldig und habe dann gesagt, ich brauche irgendwas, was sich schneller dreht und habe dann gesagt, okay, wie kann ich in die Wirtschaft kommen? Und Unternehmensberatung ist für einen Naturwissenschaftler ein relativ gängiger und guter Weg. Ich würde auch tatsächlich das jederzeit wieder machen und auch jedem empfehlen. Das war einfach ein toller Sprung ins kalte Wasser, der mich aber auch unheimlich weitergebracht hat.

Michael Peterseim [00:08:55]:
Du warst dann 3 Jahre bei Roland Berger, unter anderem, weiß nicht wie der in deinem Umfeld schon war, K.J. Kraus haben wir auch schon zusammen kennengelernt. Wie war das bei Berger?

Michael Peterseim [00:09:07]:
Na, 1 der Gründe, warum ich zu Roland Berger gegangen bin, war ja jetzt nicht vielleicht K.J. Kraus persönlich, aber diese Kompetenz der Unternehmensberatung Roland Berger für Restrukturierung und Sanierung. Das ist schon etwas, was man da gut lernen konnte, wo ganz klar Roland Berger auch führend war, wahrscheinlich auch heute immer noch führend ist und was ich auch lernen wollte, Unternehmen wirklich zu verändern. Ja, restrukturieren hört sich immer so hart an, aber letztendlich ist ja jede Unternehmenstransformation auch irgendwo eine Restrukturierung. Und Unternehmen zu verändern, Prozesse zu verändern, vielleicht auch zu verschlanken, ist ein wahnsinnig spannendes Feld und das wollte ich lernen, das habe ich auch gelernt und das ist wirklich eine gute Basis für alles, was danach kam.

Michael Peterseim [00:09:50]:
Karl sagt immer, auch innerhalb der Unternehmensberatung ist Restrukturierung Champions League, weil du brauchst gute analytische Fähigkeiten, du musst eine Bilanz lesen können, du brauchst ein sehr klares Auftreten, konsequente Art, wenn du das Ganze dann in die Umsetzung bringen willst. Und du brauchst auch strategische Weitsicht nach vorne, das Ding eben dann zusammen rumzudrehen. Was war denn in den 3 Jahren, in denen du da warst, so das, was du mitgenommen hast, oder wo du sagst, krass, ok, da habe ich gesehen, wie hart das sein kann, was da entschieden werden muss in der Rechautrierung.

Michael Peterseim [00:10:28]:
Ja, zunächst mal, was man lernt, was ich gelernt habe in der Unternehmensberatung, was auch ein großer Vorteil ist, wie man auf Ziellevel denkt und entscheidet. Du bist ja auch als Juniorberater oder als Jungeberater bist du ja eigentlich mit Topmanagern sofort im direkten Austausch. Das ist eigentlich eine Sache, wenn du im Unternehmen anfängst, die Möglichkeit hast du eigentlich in der Regel nicht. Und das ist etwas, was man sehr stark lernt und auch wie Entscheidungen da getroffen werden. Und mit welcher Verantwortung auch da Entscheidungen getroffen werden müssen. Und das ist durchaus ein Punkt, der mir sehr geholfen hat, auch dann im weiteren Verlauf meiner Karriere.

Michael Peterseim [00:11:10]:
Du hast schon angesprochen, die Raumfahrt und das Forschen, die Wissenschaft war dir zu langsam und dann hast du schon so ein bisschen gesagt, schneller drehen. Im Handel spricht man glaube ich auch teilweise davon, dass sich Produkte schneller drehen müssen und du bist ja dann eigentlich ins komplett andere Extrem. Also muss man sagen, wenn du auf der einen Seite geforscht hast und, ich kann es jetzt nicht genau greifen, aber in den 90er Jahren im Weltall da Missionen zu machen und dieses wissenschaftliche Arbeiten und dann dieses andere Extrem, Roland Berger, Restrukturierung und dann Handel. Wie ging es dann weiter für dich zum Handel? Warum dieser Schritt?

Michael Peterseim [00:11:43]:
Der Schritt zum Handel kam mir erst später. Also mein erster Schritt aus der Unternehmensberatung raus war ja in die Touristik.

Michael Peterseim [00:11:49]:
Stimmt, Thomas Cook.

Michael Peterseim [00:11:50]:
Genau, ich habe insgesamt 7 Jahre in der Touristik verbracht, eine wundervolle Industrie, ein ganz tolles Produkt. Ich sage immer, das einzige Produkt, was uneingeschränkt jeder Kunde als sehr positiv darstellen wird, den Urlaub, vielleicht die 2 Wochen im Jahr, da freut sich jeder drauf. Das ist einfach ein uneingeschränkt emotional positives Produkt. Deswegen ist das eine ganz tolle Industrie mit auch ganz tollen Menschen, aber leider sehr geringen Margen. Und deswegen war meine Restrukturierungskompetenz auch gefragt. Also als ich rein bin, war meine Aufgabe schon, auf der Kostenseite, sagen wir mal, die Umsatz- und Margenerosion da entgegenzuwirken und auf der Kostenseite halt auch zu sparen, Prozesse zu verändern, zu digitalisieren und so weiter. Und das ist der Grund, warum ich da rein bin. Und zum Handeln bin ich ja dann eigentlich erst viel später gekommen.

Michael Peterseim [00:12:45]:
Das, was du dann bei Thomas Cook gemacht hast, ist ja jetzt auch wieder sehr aktuell. Gefühlt wird es die letzten 3 Jahre in 90 Prozent der Unternehmen alles auch genau diese Themen günstiger werden, digitaler werden, irgendwie noch einen Gewinn rausziehen aus dem, was man macht?

Michael Peterseim [00:13:01]:
Ja, was viele ja gar nicht wissen oder vielleicht auch gar nicht so bemerkt haben, ist, dass die Reisebranche ja viel früher digitalisiert wurde als eigentlich alles andere. Insbesondere viel früher als der Handel. Diese Digitalisierungswelle, dass man online Reisen bucht. Wir alle haben wahrscheinlich mal irgendwann ein Hotel bei HHS gebucht, einen Mietwagen buchen wahrscheinlich heute sowieso alle online und eine Flugreise sowieso. Aber das hat halt in der Touristik viel früher angefangen. Und so große Dinosaurier wie Thomas Cook, aber auch wie Thuy, die waren da relativ schlecht drauf vorbereitet, muss man sagen, und wurden deswegen auch so ein bisschen überrascht. Und deswegen ist auch so schnell so viel Umsatz und Marge weggebrochen und musste dann entsprechend auf der Kostenseite quasi wieder repariert werden. Und das ist dann ein Phänomen, was viele Jahre später ich in ähnlicher Weise im Handel wiedergesehen habe.

Michael Peterseim [00:14:02]:
Dass viele klassische große Händler davon überrascht waren, wie hart sie diese Digitalisierungswelle tatsächlich trifft.

Michael Peterseim [00:14:11]:
Das heißt nach 7 Jahren, Thomas Cook, hast du dann gemerkt, okay, es ist Zeit für was Neues und dann war der Handel das nächst schnellere?

Michael Peterseim [00:14:19]:
Ja, so rational ehrlich gesagt waren meine Gedanken zu meiner Karriere gar nie. Also ich habe nicht so gedacht, naja, was mache ich jetzt in 3 Jahren oder was ist mein Schritt in einem Jahr oder wie sieht meine neue Zielbranche aus? Ehrlich gesagt war das alles viel opportunistischer. Als ich dann bei Thomas Cook raus bin 2012, wurde ich einfach angesprochen vom Freund von mir, der sehr erfolgreich eine Modefirma aufgebaut hatte und der die gerne verkaufen wollte an Private Equity.

Moritz Neuhaus [00:14:49]:
Und

Michael Peterseim [00:14:49]:
der gesagt hat, Mensch Michael, kannst du uns da helfen? Kannst du vielleicht diesen Verkaufsprozess für uns managen? Und so bin ich dann in das Thema Mode und auch letztendlich Handel also mehr oder minder zufällig eigentlich reingekommen.

Michael Peterseim [00:15:02]:
Viele Topmanager, die ich über die letzten Jahre getroffen habe, wenn die irgendwo angestellt sind, habe ich immer wieder das Gefühl gehabt, die sind so mit einem Bein in dem, was sie gerade tun, aber die sind mit einem anderen Bein irgendwie immer auch am austarieren, ist das hier noch das Richtige? Also ich würde eher sagen, dass nur so 20, 30

Moritz Neuhaus [00:15:21]:
%

Michael Peterseim [00:15:21]:
der Top-Führungskräfte, die ich treffe, wirklich so über Jahre strikt committed sind. Und die anderen hangeln sich so von Jahr zu Jahr ein bisschen. Wie hast du das beobachtet? Oder wie war das bei dir?

Michael Peterseim [00:15:33]:
Also beobachtet habe ich das durchaus auch, dass einige Manager das genau so machen. Und ich finde das eigentlich ein bisschen traurig, wenn die das so

Moritz Neuhaus [00:15:41]:
machen,

Michael Peterseim [00:15:42]:
weil die können ja kaum Freude an der Arbeit, die sie gerade in dem Moment haben, irgendwie fühlen, weil die denken ja schon wieder an den nächsten Schritt. Das hatte ich ehrlich gesagt nie. Und ich glaube auch nicht, dass das gut ist. Ich glaube, es ist gut, das, was du machst, gerne zu machen und gut zu machen. Und wenn das beides zusammenkommt, dann wird sich alles andere schon ergeben. Vielleicht ist das ein bisschen naiv gedacht nach vorne, aber bei mir hat es gut geklappt und ich kenne viele, bei denen es gut geklappt hat. Und ich glaube, das Allerwichtigste ist sowieso, dass du an dem, was du im Moment machst, Spaß hast und dich auch voll darauf konzentrierst.

Michael Peterseim [00:16:17]:
KDW ist dann auch eine Station gewesen, in der du über 6 Jahre warst, dich da auch bis zur Geschäftsführung ganz nach oben gearbeitet hast. Ein Unternehmen, was in Berlin jeder kennt, was in Deutschland oder was auch sogar international aufgestellt ist. Es ist ja nicht nur Deutschland, das Kaufhaus des Westens. Wie hast du damals darauf geguckt auf diesen Tanker, hoher Dreischüler-Millionen-Umsatz, da rein zu gehen? Mit was für 1 Einstellung bist du da reingegangen?

Michael Peterseim [00:16:48]:
Also das Thema hat mich total angesprochen von Anfang an, weil es halt eine ganz grundlegende Transformation war. Wir haben 3 große Warenhäuser aus der damaligen Karstadt-Gruppe rausgenommen und wollten sie komplett neu aufstellen. Wollten sie komplett neu aufstellen und in die sogenannte Champions League des Handels führen. Und die hatten wir definiert oder die ist wahrscheinlich auch definiert als die Luxuswarenhäuser. Und wir wollten auf eine Ebene kommen mit Harrods, mit Selfridges, mit Galerie Lafayette und das war eine Mammutaufgabe und die hat mich einfach gereizt. Ich kann es vorwegnehmen, wir haben es ja auch geschafft. Wir wurden 2023 vom Weltverband IGDS ausgezeichnet als bestes und innovativstes Luxus-Department Haus der Welt und da sind wir natürlich sehr stolz drauf, aber das war eine harte Transformation, wo wir viel verändern mussten, wo uns auch Corona natürlich ordentlich knüppelt nochmal zwischen die Beine geworfen hat zwischendurch, aber war eine ganz tolle Reise, hat irre Spaß gemacht und wie gesagt, war auch entsprechend erfolgreich.

Michael Peterseim [00:17:53]:
Nimm uns da gerne mal kurz mit rein in diese Corona-Anfangszeit. Also ich habe da noch nie aus Sicht von sozusagen einem Luxus-Kaufhaus darüber nachgedacht.

Michael Peterseim [00:18:04]:
Die war natürlich brutal, ja, das muss man wirklich sagen, diese Zeit. Ich weiß noch genau, als wir den ersten Lockdown hatten, da waren wir abends, als wir das Haus zusperren mussten, Da waren wir im Haus natürlich und haben die Mitarbeiter da unterstützt. Da sind total viele Tränen auch geflossen, weil keiner wusste, wie geht es weiter. Können wir jemals wieder aufmachen? Was passiert hier eigentlich gerade? Wir sind dann zur Fischtheke gegangen und haben den teuren Fisch natürlich den Mitarbeitern mitgegeben, weil es gab keinen nächsten Tag, wo wir ihn noch verkaufen konnten. Und die Menschen, die Mitarbeiter, wir von der Geschäftsführung, wir sind uns in den Armen gelegen, da sind Tränen geflossen, das war irre emotional und auch sehr belastend, weil wir tatsächlich keine Ahnung hatten, wie es weitergeht oder was kommt jetzt.

Michael Peterseim [00:18:59]:
Absolute Machtlosigkeit in dem Moment.

Michael Peterseim [00:19:01]:
Absolut. Und du konntest ja auch mit nichts, also als Manager gerade, wenn du ein bisschen mehr Jahre vielleicht Erfahrung schon hast, dann versuchst du ja immer das auszutarieren an den Dingen, die du schon mal in ähnlicher Form irgendwo erlebt hast. Und da gab es halt nichts

Michael Peterseim [00:19:15]:
Ähnliches. Keine Referenzerfahrung.

Michael Peterseim [00:19:16]:
Gar keine Referenz. Und ich

Michael Peterseim [00:19:17]:
stelle mir auch vor, das kannst du besser greifen, du warst CFO, oder? Dass das jetzt auch nicht eine Situation war, wo ein KDW so digitalisiert war im Sinne von heute, würde ich schätzen, dass deutlich mehr Online-Umsatz auch gemacht wird und man da heute anders zuschließen würde als damals, weil ich mir vorstelle, dass das Thema Luxus, vier- oder fünfstellige Beträge ausgeben, dass man da komplett gesagt hat, hey, das machst du nur mit Menschen, die Stammkunden, die Berater, die kennen sich über Jahre. Also nix mit immer schnell über eine App irgendwas. Auch wenn das sozusagen parallel im Online-Handel bei einfacheren Produkten schon eher gang und gäbe war.

Michael Peterseim [00:20:00]:
Ja, also Luxus ist ja dahingehend ein bisschen speziell, dass das Thema Online nicht so ganz so eine große Rolle spielt, einfach weil natürlich das Einkaufserlebnis im Store einen ganz besonderen Bestandteil dieser Customer Journey hat. Trotzdem gibt es einen nennenswerten Online-Anteil in der Industrie, nicht aber bei KDW. Wir hatten, wie du richtig sagst, gar keine Digitalisierung. Das heißt, wir waren wahrscheinlich, was das Thema angeht, noch schlechter vorbereitet, als so mancher Wettbewerber im Handel.

Michael Peterseim [00:20:31]:
Krass, ja. Und das heißt, erst war es dann Corona, wo sich jeder erinnern kann, es ging auf, es ging zu. Ihr wart da letztendlich ein bisschen Spielball wie alle Kaufhäuser. Wie habt ihr es da durchgeschafft? Also hattet ihr einfach sehr starke Reserven auch, glücklicherweise. Weil andere haben es ja, viele haben es ja nicht geschafft. Viele sind ja dann auch noch die Jahre danach dann den KfW-Krediten oder anderen Dingen erlegen.

Michael Peterseim [00:20:58]:
Ja, also wir hatten das Glück, dass wir 2 sehr starke Gesellschaft hatten, die auch sehr stark zu uns standen. Das muss man wirklich sagen, das war ein Rückhalt. Ohne den hätten wir es wahrscheinlich auch nicht geschafft oder es wäre viel, viel schwieriger gewesen. Selbst die Cigna war zu dem Zeitpunkt noch finanziell extrem stark und die Central Group als zweiter Gesellschafter noch stärker finanziell Und das hat uns natürlich auch geholfen. Trotzdem mussten wir die ganzen Finanzierungen und so weiter, die Corona-Kredite beantragen, die Überbrückungshilfe. Und das war extrem schwer. Auch das ist ein Thema, was du als kleiner Mittelständler erstmal schaffen musst, diese ganzen Anträge auszufüllen und diesen ganzen Formalien gerecht zu werden und dann auch diese Finanzierung zu bekommen. Aber ich muss auch sagen, ohne die starken Shareholder im Rücken, wäre es fast unmöglich gewesen.

Michael Peterseim [00:21:46]:
Ihr habt es dann trotzdem auch über diese Jahre, du hast so 2018 bis 2023 mir mal erzählt, dass ihr da 30% gewachsen seid im Umsatz. Also dass ihr eigentlich sehr positiv über diese 5-Jahres-Schwelle unter anderem mit Corona gekommen seid.

Michael Peterseim [00:22:00]:
Genau, das war ja die Strategie, die wir hatten. Wir haben ja gesagt, wir werden das Produktportfolio komplett austauschen, von dem Mainstream-Produktportfolio, was wir aus der Kasha-Zeit übernommen haben, wollten wir ins absolute Luxussegment gehen. Und der Trick, ganz kurz gesprochen, ist, du verkaufst auf der gleichen Fläche teurere Produkte und hast deswegen eine höhere Flächenproduktivität. Ganz so einfach ist es nicht. Und die große Herausforderung ist natürlich auch, diese ganzen Marken zu bekommen. Das sind ja alles Diven, ob das jetzt im Caring-Konzern oder im LVMH-Konzern ist, das sind ja alles Diven, diese Marken. Die wollen ja auch gebeten werden, dass du sie verkaufen kannst. Das war jetzt nicht meine Aufgabe.

Michael Peterseim [00:22:39]:
Das muss ich auch sagen. Das war insbesondere die Aufgabe von der Einkaufsseite, die das sensationell gemacht haben. Aber das hat uns natürlich am Ende dieses Wachstum gebracht. Wir haben höherwertige Produkte auf der Fläche angeboten und damit bei gleicher Stückzahl einfach einen viel höheren Umsatz, die entsprechenden 30 Prozent Wachstum.

Michael Peterseim [00:23:00]:
Meine Beobachtung ist, dass gerade das LVMH angesprochen, also die ganzen Luxushäuser, dass die eher auch Produkte abgezogen haben und sehr stark zentralisiert haben und gesagt haben, hey, noch mehr bei uns, noch exklusiver, wenn irgendwo eine Schlange ist oder wenn diese Begehrlichkeit geweckt werden soll, dann vor eigenen Stores statt irgendwie in offenen Handelshäusern, wo wir eine Marke von mehreren sind. Das wertet die Premiummarke dann eher ab. Wie hat sich denn das Unternehmen eigentlich international vermarktet? Weil wenn ich jetzt darüber nachdenke, teilweise im Luxusautohandel, den ich ein bisschen besser kenne, aber ich stelle mir auch in so einem Bereich vor, dass sehr sehr viel ausländisches Geld da eigentlich eine Rolle spielt. Also das ist gar nicht unbedingt, oder kannst du das ungefähr greifen, wie viel deutsche Klientel ihr hattet und wie viel ausländische?

Michael Peterseim [00:23:51]:
Ja ganz grob im Luxus Department Store brauchst du mindestens 50 Prozent Touristen, also ausländische Touristen, das Geschäft profitabel fahren zu können. Deswegen kommen für Luxuswarenhäuser auch nur wirklich große Städte in Frage und deswegen waren wir auch nur in Berlin, Hamburg und München. Weil du einfach diesen internationalen Tourismusstrom brauchst und die Hälfte des Umsatzes darüber einfach auch erwirtschaften musst. Sonst wird es schwierig auch die Quadratmeterleistung zu kriegen.

Michael Peterseim [00:24:21]:
Wie vermarktet man das? Also wenn man jetzt Chinesen sozusagen, die wohlhabendsten von denen als Beispiel in den Store bringt, wie macht ihr da was sozusagen? Habt ihr in China dann diese Leute geworben? Sind das eher Partnerschaften? Wie kriegt man diese Leute dazu, dann so viel Geld auszugeben?

Michael Peterseim [00:24:39]:
Also grundsätzlich brauchst du eine starke Marke. Du musst in die Marke sehr stark investieren. Und ich glaube, dass zum Beispiel in Harrods, kennt ja jeder weltweit, weil die Marke einfach so stark ist und so stark aufgewertet wurde. Wir haben also viel in die Marke KDW investiert und auch natürlich Kunden in China zu erreichen, auch viel in Social Media, Also in Social Media auch im Ausland investiert.

Michael Peterseim [00:25:05]:
Okay. Gab es irgendeinen Fehler, den du aus deiner Sicht in dieser Zeit gemacht hast in der Rolle?

Michael Peterseim [00:25:14]:
1000 Fehler.

Michael Peterseim [00:25:15]:
1000?

Michael Peterseim [00:25:15]:
Ich glaube, man macht jeden Tag Fehler. Ich glaube, der Einzige, der nie Fehler macht, ist der, der gar nichts macht. Und der Trick ist ja nicht, dass man keine Fehler macht. Das wird dir auch nie gelingen, sondern du musst halt in Summe mehr richtig machen als falsch. Und darauf kommt es

Moritz Neuhaus [00:25:31]:
an.

Michael Peterseim [00:25:32]:
Nennen wir mal einen Fehler, den du gemacht hast, wo du sagst na

Michael Peterseim [00:25:36]:
ja, du machst Fehler, wenn du Mitarbeiter einstellst, die vielleicht dann doch nicht das abliefern können, was du von ihnen erwartest. Ich habe ganz viele Fehler gemacht, wo ich Projekte viel zu eng getaktet habe, wo mein Wunsch, das schnell zu erledigen, größer war als die Realitätswahrnehmung, wie schnell man das wirklich abarbeiten kann. Das sind so die Themen, da machst du einfach Fehler. Und aus denen musst du lernen. Und das Wichtige ist, dass du sie schnell korrigierst. Ich glaube nicht, dass das Wichtige ist, dass du keine Fehler machst. Das wird dir nie gelingen. Was du hinkriegen musst, ist, dass du die Fehler, die du gemacht hast, schnell wieder korrigierst.

Michael Peterseim [00:26:17]:
Du hast es angesprochen mit seiner Firma, es war eigentlich erst Corona und dann ist auch 1 eurer Gesellschafter sehr stark in die Öffentlichkeit gerückt, ins Wanken geraten. Ich glaube nicht unbedingt sozusagen es gab auch irgendwie so eine Mietthematik, aber ich glaube das war dann eher so eine Ausprägung. Also René Benko, derjenige, der, ich glaube, gerade auch in Urhaft sitzt. Ist das richtig?

Michael Peterseim [00:26:39]:
Das weiß ich nicht. Ich habe davon gelesen, aber ob das noch der Fall ist, weiß ich

Moritz Neuhaus [00:26:42]:
nicht.

Michael Peterseim [00:26:43]:
Okay. Aber Was hast du da noch mitgekriegt, wie das ganze ins Wanken geraten ist, wenn plötzlich der Gesellschafter Geld braucht oder seine Anteile verkaufen will?

Michael Peterseim [00:26:54]:
Ehrlich gesagt kam das für uns wahnsinnig überraschend. Also klar, es gab Gerüchte im Markt, dass es da finanzielle Schwierigkeiten gibt. Das haben wir aber jetzt nicht mitgekriegt. Alle Finanzierungszusagen wurden immer auf den Tag genau eingehalten. Wir haben ein sehr, sehr professionelles, gutes Verhältnis zur SIGNA als Gesellschaft da gehabt. Und dann, es war ja Ende November 2023, das ging dann sehr schnell. Von einem Tag auf den anderen und sehr sehr überraschend auch. Und das war am Ende das Harte auch für uns, dass es so überraschend kam.

Michael Peterseim [00:27:25]:
Wir konnten uns ja gar nicht richtig darauf vorbereiten und plötzlich ist das alles über uns eingestürzt von Presse über Refinanzierung und das war eine schwierige Zeit.

Michael Peterseim [00:27:38]:
Was war bis davor dein Eindruck von Benko?

Michael Peterseim [00:27:43]:
Also Es ist ja momentan sehr opportun in so ein Banko-Bashing einzusteigen. Das werde ich ganz sicher nicht machen. Also ich kannte ihn jetzt natürlich auch nicht sehr gut und sowieso nur die Handelsseite von seinem Unternehmen und nicht die Immobilienseite. Aber ich habe ihn als Mensch immer sehr positiv wahrgenommen. Zum einen sehr beeindruckende Unternehmer in meinen Augen, was ich mal als Dynamikbereich bezeichne. Dynamikbereich, dass du irgendwo auf der obersten Flughöhe die gesamte Strategie und das große Ganze voll im Blick hast und gleichzeitig auch ganz tief in Details abtauchen kannst und dich auch nicht scheust, da in die Komplexität runterzugehen und auch das Vermögen dazu hast. Und das hat Benko in meinen Augen Und das hat mich immer beeindruckt an ihm. Und gleichzeitig ist er immer sehr ruhig und fast schon charmant gewesen im Umgang.

Michael Peterseim [00:28:41]:
Auch in schwierigen Phasen, wo es schwierige Themen zu diskutieren gab, habe ich nie ein lautes oder unfreundliches Wort gehört. Vielleicht mal Anspannung, ja, aber immer sehr, sehr zielorientiert und das habe ich sehr geschätzt, muss ich sagen.

Michael Peterseim [00:28:56]:
Es wirkt so wie bei anderen Immobilienunternehmern auch, dass da eben Wetten platziert worden sind, die sehr lang liefen und dann hat sich teilweise das Marktumfeld, das Zinsumfeld gedreht und denen den Hals zugeschnürt. Was hat aus deiner Sicht sozusagen zum Fall geführt?

Michael Peterseim [00:29:14]:
Ja, das Ist schwer für mich zu beantworten, weil da hatte ich zu wenig Einblick auch in die Immobilienseite. Ehrlich gesagt, Handel war ja für ihn ein relativ kleines Feld und Immobilien war sein Hauptgeschäft. Und ich kenne mich nicht sehr gut mit Immobilien aus Und ich hatte auch sehr wenig Einblick, ehrlich gesagt, in die Seite seines Geschäfts.

Michael Peterseim [00:29:35]:
Dann vielleicht letzte Frage zu ihm und dem Bereich, den du eher überblicken kannst. Was hatte dieser Luxushandelsbereich, diese Beteiligung, was hatte das für ihn für eine Bedeutung? Warum war ihm das wichtig, das zu haben?

Michael Peterseim [00:29:48]:
Naja, wir hatten vorher von der Strahlkraft von diesem Geschäft gesprochen und die hat ihn natürlich schon interessiert. Er ist natürlich ein Mensch, der auch gerne in der Öffentlichkeit steht oder der auch gerne an dem gemessen wird, was er leistet. Und dann ist natürlich ein Geschäft mit großer positiver Strahlkraft eine schöne Sache. Und und das hat ihn mit Sicherheit interessiert an unserem Geschäft. Kredit.

Michael Peterseim [00:30:15]:
Mittlerweile bist du Private Equity Investor, du bist Interim Manager. War nach so Jahren in Vorständen und der Geschäftsführung, war das die einzige logische Konsequenz, dass du selber dann in Private Equity noch mehr Verantwortung gehst?

Michael Peterseim [00:30:32]:
Naja, die Firma habe ich 2016 ja schon mit mehreren Partnern gegründet. Das heißt, ich mache das schon eine Weile. Das habe ich sehr stark vernachlässigt, während ich engagiert war bei der KDW-Gruppe und bin jetzt wieder in das Geschäft zurückgegangen, auch mich da wieder voll operativ einzubringen. Ist das jetzt die Zukunft auf alle Zeit? Das weiß ich nicht. Also wie gesagt, ich hätte es ja auch eingangs gesagt, das war nie so mein Angang, dass ich gesagt habe, ich plane jetzt mal für die nächsten 5 Jahre, sondern ich mache das, was ich mache, gut und richtig. Und das macht mir

Michael Peterseim [00:31:04]:
auch gerade wahnsinnig viel Spaß. Was morgen kommt, wird morgen. Werden wir morgen sehen. QE3 heißt das Ganze. Da kauft ihr Unternehmen und restrukturiert sie. Etwas, was ich auch wahrnehme, was die letzten 2, 3 Jahre mehr geworden ist, wo viel da ist. Wie siehst du das Feld, wie siehst du den Dealflow da gerade?

Michael Peterseim [00:31:25]:
Ja, mit der CUI 3 verfolgen wir den sogenannten Best-Ona-Ansatz. Das heißt, wir investieren in Themen, wo wir auch selber, also als Person, Mehrwert schaffen können. Wo es irgendwo eine Unternehmenssituation gibt, die ein bisschen schwierig ist, wo wir aber die Expertise haben, das zu ändern. Da gehen wir rein, da investieren wir und machen dann auch, das ist Interim Management genannt, Auf Zeit übernehmen wir die Geschäftsführung in der Regel, gewisse Themen, die zu ändern sind, auch zu ändern und dann auch ad hoc sofort mehr dazu schaffen.

Michael Peterseim [00:31:57]:
Wie siehst du die Opportunities in dem Bereich? Bezieht sich auch wieder sehr, sehr stark auf Handelsunternehmen, auf das, wo du, ich weiß nicht viel über deine Partner, aber wo du dich auskennst?

Michael Peterseim [00:32:06]:
Wir machen eigentlich hauptsächlich Technologieunternehmen, das heißt produzierende Unternehmen. Weniger Handel würden wir vielleicht auch machen, Aber die Historie der QI3 ist eine andere, die kommt mehr so aus dem Produzierenden. Und da gibt es wahnsinnig viele Ansatzpunkte momentan. Weil klar, wir haben eine sehr, sehr anspruchsvolle wirtschaftliche Situation in Deutschland. Viele Unternehmen leiden darunter. Und Schwachstellen von Unternehmen werden natürlich in so schwierigen Phasen besonders klar offengelegt und dann gucken wir uns das an und schauen welche Unternehmen könnten für uns interessant sein und gehen da rein. Aber deine Frage zu beantworten, ja ich glaube das nimmt zu, einfach weil die wirtschaftliche Situation sehr angespannt ist.

Michael Peterseim [00:32:53]:
Wenn du so Geschäftsführer warst, dann geht es ja viel auch darum, eine berufliche Rolle einzunehmen und da professionell aufzutreten. Wie viel von deiner Persönlichkeit hast du auch in deine Jobs geworfen?

Michael Peterseim [00:33:10]:
Ja, sehr viel. Ich glaube, das ist auch ein ganz wichtiger Punkt 1 Managers, dass er die Persönlichkeit auch nutzt in den Herausforderungen, die man im Beruf hat. Und jeder hat andere Stärken und ich glaube, wichtig ist, dass man seine Stärken kennt und auch entsprechend einsetzt. Noch wichtiger ist, dass man nicht versucht, Stärken, die man gar nicht hat, irgendwie nach außen zu stellen oder zu nutzen. Das wird nie funktionieren. Und klar, ich glaube, das geht Hand in Hand. Du musst wahnsinnig authentisch sein und die Themen, die deine Persönlichkeit ausmachen, die musst du halt versuchen, so gut wie möglich einzubringen.

Michael Peterseim [00:33:49]:
Was beschäftigt dich denn privat? Was sind Dinge, die du machst, wenn du nicht arbeitest?

Michael Peterseim [00:33:55]:
Die Familie, das ist jetzt, hört sich ein bisschen so als klassische Antwort an, aber es ist einfach so. Die Familie ist wahnsinnig wichtig. Am Ende, wenn du mal nicht mehr bist, ist die Familie das Einzige, was von dir wirklich bleibt. Sei denn du gründest eine sehr erfolgreiche, große Firma, die vielleicht bleibt. Das ist mir nicht vergönnt gewesen. Deswegen, die Familie ist das, was von dir bleibt, aber die Familie ist auch das Fundament, auf dem eigentlich alles aufbaut. Am Ende ist es ja so, du hast so einen Dreigestirn. Da ist der berufliche Erfolg und an der einen Seite hast du die Familie als Fundament und als Drittes natürlich die Gesundheit.

Michael Peterseim [00:34:35]:
Und man merkt genau, wenn eine von diesen 3 Ecken, dieses Dreiecks nicht richtig funktioniert, dann funktionieren die anderen auch nicht richtig. Und deswegen ist die Familie für mich ein wahnsinnig wichtiges Feld, wo ich dann auch meine Zeit, die mir neben dem Beruf bleibt, natürlich auch reininvestiere.

Michael Peterseim [00:34:53]:
Was machst du mit deiner Gesundheit oder für deine Gesundheit?

Michael Peterseim [00:34:57]:
Ja, zu wenig, würde ich sagen, zu wenig. Ich ich laufe viel. Also das ist so ein Sport halt, den kannst du immer und überall machen, da brauchst du einfach nur vor die Tür gehen und dann kannst du laufen. Das mache ich und werde nächstes Jahr am Berliner Halbmarathon teilnehmen, wenn ich das schaffe, wovon ich ausgehe. Und ja, ansonsten…

Michael Peterseim [00:35:23]:
Dein erster? Ob ich erster werde? Nein, dein erster ist das Halbmarathon.

Michael Peterseim [00:35:27]:
Achso, ja, und wahrscheinlich auch letzter, würde ich sagen. Oh, okay. Also ich will

Michael Peterseim [00:35:31]:
mir… Historischer Moment

Michael Peterseim [00:35:32]:
mit Ansage. Mal schauen, wie er denn wirklich abläuft. Aber grundsätzlich geht's mir darum, auch zu schauen, ob ich das kann. Ja, ähm Und das ist für mich so eine Herausforderung. Nee, ansonsten, klar, versuch ich auch, auf Ernährung zu achten. Das halt ich auch für wichtig. Aber, ja, wahrscheinlich weniger als gut für mich.

Michael Peterseim [00:35:51]:
Ich habe da gewisse Zuversicht in dich. Was ist dir denn über die Jahre wichtiger geworden und was weniger wichtiger geworden, wenn du auf dein Leben guckst?

Michael Peterseim [00:36:02]:
Ja, ich glaube, wenn du so am Anfang der Karriere stehst, dann ist ja schnelles Vorankommen wahnsinnig wichtig. Du willst ganz schnell ganz viel Erfolge haben und manchmal bist du vielleicht dann sogar ein bisschen übermotiviert, würde man im Sport dazu sagen. Die Erfahrung, wenn du ein bisschen älter bist, zeigt, dass das nicht gut ist. Und was dir dann wichtig ist, dass du eigentlich gute persönliche Beziehungen hast zu deinen Mitmenschen, zu deinen Kollegen, zu deinem Netzwerk, klar zu deiner Familie. Alles so Themen dieser persönlichen Beziehungen, die du vielleicht am Anfang der Karriere ein bisschen vernachlässigst.

Michael Peterseim [00:36:39]:
Es gibt einen Podcast, in dem ich seit ein paar Monaten sehr gerne höre, der heißt Ungeskriptet. Der ist auch sehr stark durch die Decke gegangen die letzten Monate. Und da gibt es so eine Signature-Frage, die ich echt ganz schön finde. Angenommen, Michael, du hättest einen Gedächtnisverlust und dürftest aber jetzt noch, du wüsstest das, du dürftest aber jetzt noch auf dem Post-it was draufschreiben Und das ist das Einzige, was du sozusagen von der alten in die neue Welt nehmen darfst. Was würdest du auf diesen Post-it draufschreiben?

Michael Peterseim [00:37:07]:
Was aus meinen heutigen Erfahrungen und Wissen würde ich mit rüber retten wollen. Also ich glaube, wo ich herkomme und wer ich bin, wäre mir wichtig. Wer sind meine Eltern? Was sind meine Wurzeln? Was ist meine Familie? Wer sind meine Kinder? Also diese...

Michael Peterseim [00:37:28]:
Du würdest einen kleinen Stammbaum auf den Posten zeichnen.

Michael Peterseim [00:37:30]:
Vielleicht würde ich einen kleinen Stammbaum malen, ja.

Michael Peterseim [00:37:33]:
Und wenn du dir selber noch was Inhaltliches mitgibst, also neben dem, wo du herkommst?

Michael Peterseim [00:37:39]:
Also wenn es so eine krasse Situation ist, wie du sie beschreibst, dann wäre da mit Sicherheit nichts berufliches drauf, sondern das wären alles private Themen, die da drauf stehen würden. Verstanden.

Michael Peterseim [00:37:53]:
Ich habe zum Abschluss eine Frage mitgebracht von einem Gast, der vorher da war, von der Anna. Die hat eine NGO gegründet aus der Schweiz und sie hat gefragt, denkst du, dass du mit deinem Unternehmen einen positiven Systemwechsel bringst?

Michael Peterseim [00:38:09]:
Boah, das ist eine, also Anna, vielen Dank für die Frage, die ist ja wirklich eine Herausforderung. Klasse. Also ich beziehe das jetzt mal auf die KDW-Gruppe. Und da muss ich leider sagen nein. Also positiver Systemmitglied, nein. Wir richten uns ganz klar danach, Menschen glücklich zu machen. Und die kommen zu uns, eine tolle Zeit zu erleben, vielleicht auch mal den Alltag zu vergessen, sich was zu gönnen und einfach Spaß zu haben. Und das ist weit, weit weg von dem, was NGOs machen und deren Ansprüchen, die Welt zu verändern und grundlegend neue Richtungen einzuschlagen.

Michael Peterseim [00:38:52]:
Nein, das ist viel profaner, das ist wirklich auch kurzfristiger gedacht und Glück ist halt immer was, was jetzt in diesem Moment stattfindet. Das versuchen wir, den Kunden zu geben und das, was die Anna da anspricht, das können wir, glaube ich, als Händler auch in der Form nicht leisten.

Michael Peterseim [00:39:11]:
Finde ich eine aufrichtige Antwort. Wir waren eigentlich jetzt gerade schon am Ende und dann ist das Gespräch noch mal losgegangen und es kam rüber, hey, Thema Insolvenz haben wir jetzt gar nicht drüber geredet, von KDW, was ja mit einfach auch eine sehr prägende Zeit war und da hast du mir gerade erzählt, es war wirklich crazy, da gegen die Presse zu kämpfen unter anderem auch, weil du sehr viel mit Falschmeldungen zu tun hattest. Aber deswegen holen wir uns vielleicht noch mal kurz ab, wie ging das Insolvenzthema los?

Michael Peterseim [00:39:41]:
Ja, die Insolvenz war bei uns ja komplett extern getriggert. Die eine unserer 2 Gesellschafter war plötzlich zahlungsunfähig und damit sind alle Finanzierungszusagen, die wir von der Gesellschafterseite hatten, von heute auf morgen nichts mehr wert. Und dann bist du halt genau in dem Fall, den die Insolvenzordnung als fehlende Fortführungsprognose sieht. So, da sind wir also relativ überraschend reingekommen und das war für uns auch die große Herausforderung, dass wir gar nicht vorbereitet waren. Wir hatten nichts vorbereitet, was du so brauchst in so 1 Phase. Aber wie du richtig sagst, Die Belastungen kommen dann nochmal von ganz anderer Seite. Du hast natürlich viel Presse. Klar, so ein Unternehmen, was so in der Öffentlichkeit steht wie wir, da hast du, die Presse ist da sofort dran interessiert.

Michael Peterseim [00:40:25]:
Jeder will das Fallen sehen.

Michael Peterseim [00:40:26]:
Jeder will das. Ja, weiß ich gar nicht, ob sich jeder Fallen sehen will. Auf jeden Fall ist jeder daran interessiert, was ist da jetzt los. Und deswegen wird auch viel geschrieben und leider ist es ja so, dass du auch viel dann liest über dein Unternehmen, über dich selber, auch Persönliches, was auch nicht stimmt. Oder, und das war noch schlimmer, was vielleicht stimmt oder so eine Halbwahrheit ist, aber was ganz klar aus internen Quellen kommt, wo Personen, die du eigentlich in dein engstes Vertrauen gezogen hast, vielleicht auch Informationen durchstecken zur Presse. Und das ist so eine persönliche Enttäuschung, die dann auch mit reinspielt.

Michael Peterseim [00:41:05]:
Konntest du die Person ausmachen?

Michael Peterseim [00:41:07]:
Nein, natürlich nicht. Und ich weiß auch gar nicht, ob ich das wollte. Aber trotzdem weißt du ja, dass es eine Person sein muss, zu der du sehr hohes Vertrauen hast und die dieses Vertrauen einfach missbraucht hat. Ich weiß nicht, was einen bewegt, dann mit der Presse da solche Informationen zu teilen. Auf jeden Fall ist das schon sehr belastend. Die gesamte Situation ist belastend, das ist ganz klar, also auf eine professionelle Weise belastend, aber das ist dann auch noch mal so eine zusätzliche persönliche Belastung, die man auch aushalten muss.

Michael Peterseim [00:41:40]:
Hast du dir dann gedacht, als es losging, verdammt, hier könnte jetzt meine Karriere zerprallen auch?

Michael Peterseim [00:41:46]:
Da habe ich nicht eine Sekunde dran gedacht, was das für mich persönlich bedeutet, sondern ich habe von Anfang an nur daran gedacht, wie kommen wir da wieder raus. Das war so ein tolles Unternehmen bis zu dem Tag, als es losging. So ein tolles Unternehmen, das müssen wir da jetzt irgendwie durchkriegen. Und das war das Einzige, was ich vor Augen hatte. Was aber schwierig ist, dass das ja für mich das erste Mal war, durch so eine Phase zu gehen. Ich habe schwierige Phasen natürlich immer gehabt. Ich habe Restrukturierung gemacht, ich habe Sanierung gemacht. Ich habe eigentlich mehr schwierige Phasen von Unternehmen gesehen als leichte Phasen.

Michael Peterseim [00:42:25]:
Aber das ist zum ersten Mal in diesem Thema Insolvenzordnung, die eine ganz andere Welt ist. Also alles, was man vorher als schwierig ist, hat hier ganz andere Regeln, die auch sehr formal sind. Und deswegen war ich natürlich auch nicht so ganz sicher in diesem Feld, aber was mich angetrieben hat, war auf jeden Fall, dass dieses Unternehmen da durchkommt und hinterher wieder, sagen wir mal, genauso stark ist wie vorher.

Michael Peterseim [00:42:50]:
Dir werden plötzlich ganz andere Pflichten deines Geschäftsführerjobs bewusst, was du dann alles sozusagen nachweisen musst, nicht schuldhaft zu werden?

Michael Peterseim [00:42:59]:
Ja klar, das hat dann auch mit so Haftungsfragen zu tun, aber das ist nicht das, was ich meine, sondern die Berichtslinie verändert sich ja von einem Tag auf den anderen. Du berichtest ja in einem, sagen wir mal, Going-Constant-Unternehmen immer an die Gesellschafter. Du hast eine Verpflichtung den Gesellschaftern gegenüber. Und mit dem Tag der Insolvenzanmeldung berichtest du nicht mehr an die Gesellschaftler, sondern an die Gläubiger. Und die haben natürlich ganz andere Interessen und auch viel kurzfristigere Interessen. Und damit ändert sich eigentlich an dem Tag alles.

Michael Peterseim [00:43:30]:
Du hast vorher gesagt, bis vor dem Punkt, wo das Ganze durch die Holding, Signer Holding ins Wanken geraten ist, haben alle Finanzierungszusagen immer gepasst. Jetzt ist es ein Unternehmen, was über 700 Millionen Euro Umsatz macht und jetzt müssen die Gesellschafter da regelmäßig Geld einschießen? Also das heißt sozusagen, ihr wart nicht aus eigener Kraft profitabel, ihr wart auf Input von den Gesellschaftern angewiesen?

Michael Peterseim [00:43:54]:
Ja, das hatte 2 Gründe, das stimmt, ja, aber das hatte natürlich 2 Gründe. Der eine Grund war, das ist jetzt kein Geheimnis, was ich hier erzähle, sondern das stand auch in der Presse, auch in unserer Presseerklärung, wir hatten aus der Signal-Historie heraus viel höhere Mieten, als Markt üblich war. Das heißt, wir hatten einen höheren Abfluss an den Gesellschafter zurück. Der Gesellschafter war ja auch gleichzeitig Vermieter über die Mieten. Das war eine Belastung, das ist aber eher ein technisches Thema. Und das zweite Thema war, wir haben ja auch sehr viel investiert in das Unternehmen KDW. Diese Transformation von Mainstream-Produkten hin zu Luxusprodukten, die kommt ja nicht von selber und die kommt auch nicht nur dadurch, dass du neue Produkte in das alte Regal wieder reinlegst, sondern du musst das Regal auch austauschen, mal bildlich zu sprechen. Also was wir tatsächlich gemacht haben, ist wir haben die komplette Infrastruktur unserer Verkaufsflächen verändert und haben da viele 100 Millionen rein investiert.

Michael Peterseim [00:44:51]:
Das sind natürlich Investitionen, die kannst du aus dem operativen Cashflow nicht decken. Das heißt, dann bist du auf Finanzierung seitens der Gesellschaft angewiesen, so ein Investitionsprogramm stemmen zu können. Das war auch alles in Ordnung, das war auch alles abgestimmt mit den Gesellschaftlern und das hat auch wunderbar funktioniert bis halt zu diesem 29. November 2023, wo plötzlich 1 der Gesellschaftler das nicht mehr leisten konnte.

Michael Peterseim [00:45:15]:
Was zahlt so ein KDW an Miete im Monat?

Michael Peterseim [00:45:19]:
Ja, also man kann immer sagen, die übliche Miete für ein Luxuswarenhaus so weltweit ist bei 8% vom Umsatz. Und wir waren allerdings in der KDW-Gruppe, das kann man ja auch in den Jahresabschlüssen nachlesen, wir waren eher so bei dem Doppelten. 16 Prozent.

Michael Peterseim [00:45:38]:
Okay, also 16 Prozent von 700 Millionen.

Michael Peterseim [00:45:43]:
Ja, das war 2 Gründe. Natürlich, Klar, die Miete absolut war zu hoch, also über Markt. Über 100 Millionen.

Michael Peterseim [00:45:52]:
Das sind über 100 Millionen im Jahr.

Michael Peterseim [00:45:54]:
Ja, genau. Und wir hatten natürlich auch das Potenzial noch nicht ganz. Mit den 700 Millionen hatten wir das Potenzial, was unsere Häuser haben, das hatten wir auch noch nicht ganz abgeschöpft. Also die Kombination aus den beiden Dingen hat das entsprechend hochgetrieben.

Michael Peterseim [00:46:09]:
Okay, man hätte also lieber so Richtung 1000000000 Umsatz wahrscheinlich gerne geschielt und dann wäre es auch wieder einigermaßen Richtung 10% gegangen.

Michael Peterseim [00:46:17]:
Genau, wir waren aber auch auf dem Weg. Wir haben angefangen, als das Projekt sozusagen Luxury Up gestartet ist, waren wir so bei 500, 550 Millionen, waren jetzt auf der Zwischenetappe bei knapp über 700 Millionen und klar, das Ziel war, über die Milliarde zu kommen. Okay und du

Michael Peterseim [00:46:35]:
sagst dann jetzt, die Gesellschafter geraten am 23. November ins Wanken und plötzlich sozusagen wird ein neuer Gesellschafter gesucht eigentlich.

Michael Peterseim [00:46:44]:
Ja, also Wir hatten ja das Glück, dass wir 2 Gesellschaften hatten und die Central Group aus Thailand war und ist ja wahnsinnig wirtschaftlich stabil und stand auch sofort hinter uns und hat sofort gesagt, wir übernehmen die ganzen Zahlungsverpflichtungen der Signa.

Michael Peterseim [00:46:58]:
Wow.

Michael Peterseim [00:47:00]:
Genau. Und dann kam aber das Thema, ja, wir müssen aber an der Miete vielleicht nochmal drehen und das erweist sich dann als schwieriger als gedacht.

Michael Peterseim [00:47:08]:
Nach oben nochmal.

Michael Peterseim [00:47:10]:
Nein, nein, nach unten.

Michael Peterseim [00:47:11]:
Also die

Michael Peterseim [00:47:11]:
haben gesagt, wir übernehmen die finanziellen Verpflichtungen der Signa und bleiben oder werden denn 100%-Gesellschaften, aber nur, wenn sozusagen diese Mietbelastung auf ein marktübliches Niveau gesenkt wird.

Michael Peterseim [00:47:23]:
Das war ein Problem.

Michael Peterseim [00:47:25]:
Das war ein Problem, genau. Und deswegen, das war halt ohne das Insolvenzverfahren leider nicht zu lösen. Und deswegen sind wir da einmal durch. Dann gehst du in so ein Insolvenzverfahren ja durch einen klassischen M&A-Prozess, das heißt, du versuchst das Unternehmen am Markt zu verkaufen. Das musst du auch, auch das haben wir gemacht, aber es war natürlich von Anfang an mehr oder minder klar, dass die Central Group als vor Insolvenz 50%-Gesellschaft da hinterher das Ganze übernimmt und genau so ist

Michael Peterseim [00:47:51]:
es auch gekommen. Wann war für dich der Punkt dann klar, dass du sagst, okay, ich mache hier nicht weiter?

Michael Peterseim [00:47:57]:
Ja, das kam, das war so ein bisschen natürlich ein schleichender Prozess. Ich war einfach ziemlich erschöpft. Ich vergleiche das immer mit einem Fußballspieler, der vielleicht als Kapitän auf dem Feld ist und 60, 75 Minuten alles gibt, aber dann nicht mehr kann, einfach erschöpft ist und dann in dem Moment vielleicht auch besser ist, wenn er sich auswechseln lässt. Und das Gefühl hatte ich. Ja, ich hatte das Gefühl nicht mehr genug Kraft zu haben, jetzt wirklich Vollgas weiterzugehen Und auch vielleicht ein Stück weit dann zum Selbstschutz der eigenen Gesundheit, habe ich dann gesagt, ich mache diesen Verkauf des Unternehmens noch und dann gehe ich.

Michael Peterseim [00:48:42]:
Got it. Welche Frage möchtest du Michael denn meinem nächsten Gast, dass ich ihm die Stelle mitgebe.

Michael Peterseim [00:48:48]:
Welche Frage, also was ich mich häufig frage, ist, was würde ich eigentlich gerne wissen oder können, was ich nicht weiß oder nicht kann? Ja, Und warum auch? Und das ist, glaube ich, eine ganz spannende Frage, die sich wahrscheinlich die meisten Menschen auch häufiger mal stellen. Und das wäre, glaube ich, auch ganz, ganz lustig, das mal den nächsten Gast zu fragen.

Michael Peterseim [00:49:12]:
Mach ich. Michael, vielen Dank. Schön, dass du da warst.

Michael Peterseim [00:49:16]:
Schön, dass ich da sein durfte. Vielen Dank, Kieper Moritz.

Michael Peterseim [00:49:21]:
Das war Elevating Leadership Personalities.

Moritz Neuhaus [00:49:24]:
Wenn dich heute etwas berührt, zum Nachdenken gebracht oder sogar bewegt hat, dann war das mehr als nur ein Gespräch. Es war ein Moment, der bleibt. Abonniere den Podcast und gib uns gerne ein paar Sterne. So finden mehr Menschen Zugang zu Fragen, die sonst keiner stellt und vor allen Dingen zu Antworten, die selten ausgesprochen werden. Denn 1 muss fragen. Und wir tun es. Untertitel von Stephanie Geiges