Voll Psycho
Der Podcast der Hochschule Luzern über die Psychologie hinter deinem Alltag.
Warum verhalten wir uns, wie wir uns verhalten? Mirjam Stieger und Marcel Zbinden dozieren und forschen an der Hochschule Luzern. Sie gehen dieser Frage auf den Grund – leicht verständlich und wissenschaftlich fundiert. In jeder Folge bringen die beiden fünf überraschende Gedanken aus ihrer Recherche mit, diskutieren, lachen und zeigen auf, wie viel Psychologie in unseren täglichen Entscheidungen steckt.
Mehr über den Bachelor, den Master und Weiterbildungen in Business Psychology an der Hochschule Luzern findest du unter hslu.ch/psychologie
Voll Psycho
#18 Nicht was du sagst zählt. Sondern wie du es sagst.
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Warum können uns Menschen überzeugen, obwohl kaum Substanz dahintersteckt?
In dieser Folge von Voll Psycho sprechen wir darüber, warum wir Menschen für kompetent halten, obwohl sie oft einfach nur so klingen.
Wir schauen uns den Dr. Fox Effekt an und gehen der Frage nach, warum Auftreten, Charisma und einfache Sprache unsere Wahrnehmung stärker beeinflussen als der eigentliche Inhalt.
Eine Folge darüber, wie leicht wir uns blenden lassen und warum nicht immer zählt, was gesagt wird.
Spannende Literatur zur Folge:
Adam, H., & Galinsky, A. D. (2012). Enclothed cognition. Journal of Experimental Social Psychology, 48(4), 918–925.
Ambady, N., & Rosenthal, R. (1993). Half a minute: Predicting teacher evaluations from thin slices of nonverbal behavior and physical attractiveness. Journal of Personality and Social Psychology, 64(3), 431–441.
Aronson, E., Willerman, B., & Floyd, J. (1966). The effect of a pratfall on increasing interpersonal attractiveness. Psychonomic Science, 4(6), 227–228.
Carpenter, S. K., Northern, P. E., Tauber, S., & Toftness, A. R. (2020). Effects of lecture fluency and instructor experience on students’ judgments of learning, test scores, and evaluations of instructors. Journal of Experimental Psychology: Applied, 26(1), 26–43.
Carpenter, S. K., Wilford, M. M., Kornell, N., & Mullaney, K. M. (2013). Appearances can be deceiving: Instructor fluency increases perceptions of learning without increasing actual learning. Psychonomic Bulletin & Review, 20(6), 1350–1356.
Kahneman, D. (2011). Thinking, fast and slow. Farrar, Straus and Giroux.
Kruger, J., & Dunning, D. (1999). Unskilled and unaware of it: How difficulties in recognizing one’s own incompetence lead to inflated self-assessments. Journal of Personality and Social Psychology, 77(6), 1121–1134.
Marsh, H. W., & Ware, J. E. (1982). Effects of expressiveness, content coverage, and incentive on multidimensional student rating scales: New interpretations of the Dr. Fox effect. Journal of Educational Psychology, 74(1), 126–134.
Morris, T. L., Gorham, J., Cohen, S. H., & Huffman, D. (1996). Fashion in the classroom: Effects of attire on student perceptions of instructors in college classes. Communication Education, 45(2), 135–148.
Naftulin, D. H., Ware, J. E., Jr., & Donnelly, F. A. (1973). The Doctor Fox lecture: A paradigm of educational seduction. Academic Medicine, 48(7), 630–635.
Nickel, B., Moynihan, R., Gram, E. G., Copp, T., Taba, M., Shih, P., … & Zadro, J. R. (2025). Social media posts about medical tests with potential for overdiagnosis. JAMA Network Open, 8(2), e2461940.
Nisbett, R. E., & Wilson, T. D. (1977). The halo effect: Evidence for unconscious alteration of judgments. Journal of Personality and Social Psychology, 35(4), 250–256.
Peer, E., & Babad, E. (2014). The Doctor Fox research (1973) revisited: “Educational seduction” ruled out. Journal of Educational Psychology, 106(1), 36–44.
Hosts:
Mirjam Stieger, mirjam.stieger@hslu.ch, Mirjam Stieger | Hochschule Luzern, Mirjam Stieger | LinkedIn
Marcel Zbinden, marcel.zbinden@hslu.ch, Marcel Zbinden | Hochschule Luzern, Marcel Zbinden | LinkedIn
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Willkommen bei FallPsycho, ein Podcast voll von psychologischen Alltagsphänomen. Heute reden wir darüber, warum wir manche Personen für kompetent halten, obwohl sie nur so dünn. Wir gegenüber sitzt Marcel, Wirtschaftspsychologe, Dozent im Studio Business Psychology at the Hochschule Luzern. Marcel kommt meistens, würde ich jetzt sagen, eher casual zu der Arbeit. Außerdem heute hast du ein bisschen an, das irritiert, als kompetent. Normalerweise eher lockerlässig bei der Arbeit. Und es scheint, dass sie seine Kompetenz nicht mit Ärgerlichkeiten überdecken kann. Normalerweise.
SPEAKER_00Habe ich nur für dich gemacht, Mirjam. Sehr gut. Wir gehen übersetzt Miriam Psychologin und ebenfalls Dozentin im Studiengang Business Psychology der Hochschule Luzern. Und Mirjam tut nicht nur so, sie ist einfach kompetent.
SPEAKER_01Schleimbüte.
SPEAKER_00Dieser Vollpsychopodcast ist ein Angebot des Studiengang Business Psychology der Hochschule Luzern.
SPEAKER_01Stell dir vor, du sitzt in einem Vortrag, in einer Präsentation, und die Person vorne redet ganz flüssig, selbstbewusst, nutzt immer wieder irgendwelche Fachbegriffe, die ganz plausibel tun, macht vielleicht sogar immer wieder ein Witzel. Du nickst innerlich mit und denkst, wow, das alles mega schlau und die Person wirkt mega kompetent. Wir schauen uns manchmal richtiggehend blenden vom Auftritt von einer Person, egal was dann wirklich dahinter steckt, Kompetenz. In dieser Erfolg von VollPsycho schauen wir uns, dass sich Blenden genauer an. Wir können uns Menschen manchmal überzeugen, auch wenn eigentlich relativ wenig Substanz dahinter steckt. Wie bei jedem Thema bringen wir auch heute jeweils je fünf Gedanken mit, aus der Forschung aus dem Alltag, aus unserem echten Leben, was wir auch heute wieder nicht wissen, bin ich sehr gespannt, welche fünf Gedanken die jeweils andere Person mitbringt. Wie ähnlich oder wie verschieden wir auf das Thema Kompetenz übertauscht mit Äußerlichkeiten. Das finden wir jetzt gerade heraus. Marcel, bevor wir mit unseren fünf Gedanken loslegen, hast du es auch schon erlebt, dass du jem extrem kompetent gefunden hast? Eine Person, die auf dich superkompetent gewirkt. Und im Nachhinein hast du dann gemerkt, das steckt nicht so viel dahinter.
SPEAKER_00Ja, durchaus. Und ich habe in dem Moment, wo ich das erlebe, sogar einen Gedanken gewidmet.
SPEAKER_01Oh nein, jetzt muss ich noch warten.
SPEAKER_00Wie geht es dir?
SPEAKER_01Hast du ein konkretes Beispiel?
SPEAKER_00Ein konkretes Beispiel.
SPEAKER_01Ja, logisch, ich bin auch nur ein Mensch. Aber ich habe mir dann überlegt, als ich mir die Frage notiert habe, die ich an dich stellen würde. Ich glaube, je älter man wird, desto weniger. Bei mir beobachte ich das, ich lasse mich schon je länger, je weniger von Äußerlichkeiten blenden. Ich bin viel skeptischer, wenn ich durch die Welt gehe, früher in jedem Studium oder in der Schule, dann kann ich mich noch schnell oder schneller blenden. Und dachte, das ist sicher eine Person, die mega gut rauskommt. Das tut alles mega schlau. Und jetzt lerne ich mich weniger schnell blenden, aber sicher immer noch.
SPEAKER_00Die Weisheit des Alters.
SPEAKER_01Wird es nicht unterschreiben?
SPEAKER_00Aber mein Beispiel, das ich da habe, war vor ein paar Jahren. Aber ich fahre schneller auf kritisch hinter Frage, ob die auch etwas dahinter ist, hinter meinem ersten Eindruck.
SPEAKER_01Sehr gut. Können wir dann auch noch darauf sprechen? Ich kann da auch noch einen Punkt dazu. Gut. Fang doch du mal an. Ersten Gedanke. Oder fangst du an mit deinem Beispiel?
SPEAKER_00Nein, natürlich. Ah, schade. Nein, zuerst mal einordnen.
SPEAKER_01Wir müssen es zuerst mal einordnen.
SPEAKER_00Genau. Und da geht es um den bekannten Dr. Fox-Effekt, das durchaus prädestiniert ist, um das Phänomen zu erklären. Und dort geht es ein kleines Szenario, das ihr euch gerne mal einzudenkt. Stellt euch vor, ihr werdet im Konferenzzahl, ihr werdet eine Fachperson zusammen mit anderen Fachpersonen. Vorne steht einer und hat einen eindrücklichen Vortrag über die Spieltheorie und die Auswirkung auf die Medizinerausbildung. Ihr seid vielleicht ein Psychologe oder ein Psychiater oder Sozialarbeitenden, die indirekter Bezug zur Medizinerausbildung haben, aber jetzt nicht zu der Spieltheorie. Wir sind nicht Experte, aber eine Affinität für das Thema. Genau so ist der Dr. Fox-Effekt passiert, und zwar in den 70er Jahren schon. Man kann sich das Video heute noch anschauen. Es geht über fast 40 Minuten. Miserable Qualität. Etwa fünf Minuten.
SPEAKER_01Das sollte sie machen.
SPEAKER_00Und der Dr. Fox, Dr. Myron L. Fox, gibt es eigentlich gar nicht. Der war vorgestellt als angeblicher Schüler von John von Neumann, ein ungarischer Mathematiker. Und der hat das Referat gehalten vor dieser Gruppe gehalten. Der war aber nur ein Schauspieler. Dieser Schauspieler wurde sich vorbereitet, indem er am Tag vorher einen einzigen Artikel gelesen hat zu dem Thema mathematischen Spieldheorie und die Auswirkungen zur Medizinerausbildung. So hat er keine Ahnung von diesem Thema. Er hat den Auftrag, das war ein bekannter Schauspieler und Angst, dass er erkannt wird von den Leuten dort, aber sie hat ihn niemand erkannt. Es gibt so auf YouTube, dass so eine fünf Minuten zusammenrollen dieser Schauspieler überall gespielt hat.
SPEAKER_01Er ist effektiv ein bekannter Schauspieler.
SPEAKER_00Ja, genau, er hat wirklich einen bekannten Seria mitgespielt. Aber gerne, wenn sie in einer anderen Rolle anders bekleidet und so, dann erkennt man das nicht. Wir haben nicht erkannt. Aber er hat den Auftrag, nicht nur über das Thema zu referieren. Das kann man ja vielleicht noch, indem man sich einfach etwas auswendig lehrt. Er hat den Auftrag, einen Vortrag zu halten, voller Nonsens, voller Widersprüche. Er hat neue Wörter geschafft, die es gar nicht gibt, sogenannte Neologismen. Aber er hat es mit viel Wärme gemacht, mit viel Humor, mit viel Überzeugung. Nachher hat er fast 40 Minutigen Referat. Das Spannende finde ich, er hat nicht nur ein Referat, sondern am Ende ein Q ⁇ A. Das heisst, Fragen gestellt werden von diesen 55 Leuten im Publikum. Er hat geantwortet, als er eine Ahnung, aber einen kompletten Blödsinn erzählt in dem Ganzen. Nachher, wie man es häufig macht nach der Konferenz oder nach Vortrag, haben wir die Leute gefragt, wie es gefunden hast. Also kein Schräges-Setting, sondern durchaus passend. Die grosse Mehrheit hatte ein positives Vortragsurteil über Dr. Marion L. Fox. Neun Personen haben sogar angesehen, sie haben seine Publikationen gelesen, obwohl er gar nie eine Publikation verfasst. Die Studien durchgeführt haben, Naftalin et al. Educational Seduction. Das heisst, wenn man auf Deutsch übersetzt hat, es geschafft, eine Lernillusion zu bilden durch Ausdrucksstärke. Nobomil hat er einen starken Ausdruck, dem Charisma in der Wärme, die Illusion erwirken können, dass man etwas leert drinnen, obwohl es ein kompletter Blödsinn war. Wir haben es auch repliziert, 40 Jahre, 2014, mit einer Meta-Analyse mit sechs Studien mit über 400 Personen. Und wir haben gemerkt, der Effekt wirklich real ist. Das Charisma, das beeinflusst die Zufriedenheit und die Kompetenz von dieser Person, die präsentiert, signifikant und deutlich. Aber wir haben herausgefunden, der Effekt ist etwas enger als damals behauptet. Der Dr. Fox-Effekt besagt, dass die Lernenden Glaubens gelehrt zu haben, obwohl gar nicht Lehrbares gesagt worden ist. Das war so nicht bestätigt worden. Die Zuhörenden haben nicht geglaubt, etwas gelehrt zu haben, aber definitiv die Friedenheit der Leuten höher, dank dieser Ausstrahlung, dank dem Charisma, die Kompetenzwahrnehmung aufgegangen. Von dem her ist beeinflusst es definitiv, wie man etwas bewertet und wie glaubwürdig jemand wirkt und wie gerne wir auch wiederkommen. An so einem Anlass, aber nicht unbedingt, was wir konkret lehren. Es ist nicht ein total tief. Und dann nicht eine kognitive Verblindung, dass man plötzlich etwas als wahr anschaut oder ich habe alles Gelehrte drinnen. Wenn man das aktiv fragt, sind sich dort schon bewusst, dass es gar nicht so viel noch drinnen sind. Das war ein Lehrsetting mit diesem Vortrag. Aber schon mal zum Vorausschicken, das betrifft uns natürlich eigentlich alle. Nicht nur unsere Studierenden mit uns in der Unterrichtssituation, aber wir haben ja immer Kompetenzpersonen in unserem Umfeld. Ob die Lehrpersonen sind, ob die Ärzte sind, ob wir vorgesetzt haben, ob wir auf YouTube ein Video schaut, einen TED-Talk schaut, wie auch immer. Das ist das Entscheidende der heutigen Erfolg, dass man das auf jeden Kontext oder auf viel Kontext übertragen kann. Wichtig: darin, es tönt nach alt mit 1973. Aber die Frage ist nicht, wie dumm sie damals waren, dass sie auf das drei Kind sind, sondern wie dumm wären wir. Das kann man schon so sagen: Der Effekt tritt bei uns allen ein. Wir können alle dem unterliegen dem sogenannten Dr. Food.
SPEAKER_01Ich hänge das sonst gerade ein, du hast jetzt alles mega schön. Du hast wieder Sachen schon rausladen. Ersten Punkt, wo alles aufgeögt. Nein. Man kann das ja eigentlich auch auf heute übertragen. Es macht ja überhaupt keinen Unterschied, ob es ein 1973 war oder heute. Ich habe mir da als zweite Punkt aufgeschrieben auf Social Media. Wem letzte Jahr von Anführungsschlusszeichen Experten, Expertinnen, die irgendwelche Sachen behaupten. Es ist kein Dr. Fox-Effekt, es ist nicht ein Phänomen aus dem Labor, sondern wirklich heute tagtäglich werden wir konfrontiert mit irgendwelchen. Wir möchten gerne Experte, Expertinnen. Ich lasse mich da, ich bin auch ausgesetzt, aber ich lasse mich blenden. Auf was achten wir, wenn wir auf Social Media Kompetenz einschätzen? Wir schauen erstes Mal, es stimmt es mit dem Setup stimmt, hier eine Kamera gut kommt gut daher. Dann klare, einfache Sprache. Wenn unsere Person auf Instagram, einem Reel etwas möglichst logisch, klar einfach überbringt, dann wirkt das auf uns kompetenter, was natürlich auch ein bisschen, also komme ich nachher noch darauf zu sprechen, aber wenn man etwas ganz fest vereinfacht, etwas Komplexes, dann ist es auch nicht mehr ganz korrekt. Und wie eine selbstbewusste Person auftritt in so einem Video oder zustimmenden Beitrag auf Social Media, ist genau die gleiche Logik wie beim Dr. Fox-Experiment. Der Unterschied zu damals ist heute auf Social Media viel grösser Reichweite. Es wird viel breiter gestreut. Diese Inhalt mit weniger oder keiner Substanz bei extrem vielen Leuten auf ihren Handys, auf ihren Bildschirm. So kann der Einfluss natürlich auch viel grösser sein. Ich komme ganz spezifisch zu den Social Media Fake-Experten, Expertinnen. Phänomen habe ich noch eine Studie gefunden, in der es genauer angeschaut hat. Wir haben ungefähr tausend TikTok und Instagram-Posts zum Thema Gesundheitstests analysiert in einer Studie analysiert. Das Problem bei diesen Gesundheitstests ist, dass sie eigentlich auch kritisch sehen muss und sie können zu überdiagnosen führen. Man muss es auch kritisch beleuchten. Sie haben die auseinandergenommen analysiert. Erstens haben sie entdeckt bei diesen Posts, die extrem einseitig sind. 87% nennen nur den Vorteil diesen Gesundheitstests und nur 15% erwähnen Risiken. Dann noch viel schlimmer, nur 60% diesen ungefähr 1000 TikTok und Instagram-Posts haben wissenschaftliche Studien. Also eine Substanz sehr fragwürdig. Und was viel mehr vorkommt, kennt ihr wahrscheinlich auch, wenn ihr auf Instagram oder TikTok unterwegs sind. Einen Influencer. 34% arbeiten einfach mit persönlichen Erfahrungen. 50% der Posts fordern aktiv auf, hey, mach doch diesen Test auf, lasse dich checken. Und 68% der Accounts haben auch finanzielle Interesse. Also verkaufen logischerweise die Tests, profitieren dann indirekt oder profitieren auch finanziell davon. Das finde ich schon fragwürdig. Wenn die Wissenschaft so in den Hintergrund tritt und wir uns von anderen Faktoren ablenden, jetzt bei diesem Beispiel mit den Gesundheitstests, aber das kann man auf ganz viele andere Inhalte übersetzen, ist das für die heutige Zeit natürlich schon Gefahr.
SPEAKER_00Aber was treibt denn dort die Kompetenz der Social Media Expertinnen und Experten?
SPEAKER_01Wie meinst du?
SPEAKER_00Also ich meine, aus irgendeinem Grund glaubt man ihnen ja.
SPEAKER_01Ich glaube, das ist genau Dr. Fox. Sie sehen das sehr vereinfacht, klar überbringen, selbstbewusst auftreten, schönen Auftritt.
SPEAKER_00Ich habe mir das auch noch überlegt mit dem Online, wieso das so ist. Eigentlich hat der Effekt, den Dr. Fox-Effekt eine grösse Wirkung, wenn es live ist. Die soziale Präsenz, die Gruppenatmosphäre usw., die kritische Distanz reduzieren. Das spricht dafür, dass er live mehr funktioniert. Aber ich habe natürlich auch festgestellt, was du sagst, dass in den sozialen Medien gar nicht gäbe ist, dass Leute als Kompetent probieren zu wirken und sogar auch so vorgenommen werden. Ich glaube, die Followerzahl hat dort auch eine gewisse Wirkung. Plus der Algorithmus, der das trifft. Das ist klar. Die Kommentare. Was andere Effekte sind beim Live-Phänomen. Sage ich nachher etwas dazu, was die Aspekte sind, die die Kompetenz auslösen können. Ich glaube, die haben einfach in der digitalen Welt eine andere Kennzahl, die das auswirkt oder bewirken.
SPEAKER_01Dass man denkt, eine Person ist kompetent. Wow, so viele Follower, sehr viele Likes. Ist bei mir gelandet, dass etwas haben. Und dann kannst du in die Kommentare spalten und ganz viele Leute schreiben unten hinein, wow, der Gesundheitstest.
SPEAKER_00Das wäre aber mein nächster Punkt. Die, die uns jetzt schon ein paar Mal gelost haben, wissen schon um den Effekt, dass unser Hirn extrem gerne abkürzt. Wir probieren immer, unser Leben zu vereinfachen, wie du vorhin gesagt hast. Unser Hirn ist kein Analyseinstrument. Es ist eine Abkürzungsmaschine. Das ist keine Schwäche, sondern eine Notwendigkeit. Wir müssen ja tausende von Eindrücke verarbeiten jeden Tag. Das heisst, wir brauchen gewisse Fustregeln, wo wir schnell eine Einordnung vornehmen können. Jetzt haben wir gerade ein bisschen davon geredet, was in den sozialen Medien so Einordnungsregeln sind. Höche Followerzahlen usw. Es erscheint immer wieder in meinem Feed. Viele Kommentare, vielleicht Kompetenz auftreten, dort, wie man reden, wie man angekleidet ist usw. Wir reden von dem sogenannten Halo-Effekt. Der Halo-Effekt hat eigentlich nichts anderes, als dass eine starke Eigenschaft alle anderen überstrahlen. Woher kommt der? Das ist wie der heilige Schein in der religiösen Kunst, wo die ganze Person nach dem heiligen Schrein wirkt, den er. Genau so kommt der Effekt. Thorndike 1920 - das glaube ich das erste Mal, das so definiert worden ist. Dort müssen Offiziere von Soldaten Eigenschaften beurteilen. Sie haben das aber nicht unabhängig machen. Das heisst, es hat eine hohe Korrelation zwischen den Bewertungen verschiedenen Dimensionen. Die waren überhaupt nicht unabhängig. Auf gut Deutsch einfach gesagt, wer gut ausgesehen hat, hat auch als moralisch, als intelligent und als führungsstark geholt. Die Sachen waren alle verknüpft miteinander. Das zeigt auch, dass es extreme Überstrahlung gibt von anderen Effekten drinnen. Dann gab es auch im Bildungskontext eine coole Studie gegeben von Nisbet Wilson, wo sie geschaut haben, es seien extra zwei Gruppen. Der gleiche Dozent haben einen Vortrag aufgenommen, eins in einer warmen Version und eins in einer kühlen Version.
SPEAKER_01Eins warm und kalt.
SPEAKER_00Warmherzig, charismatisch, nah, mit Lachen zugewandt. Und das andere eher einfach distanziert, säg usw. Inhaltlich identisch. Dort haben wir gemerkt, dass die Warmversion in allen einzelnen Merkmalen besser bewertet. Natürlich logischerwep und Inhalt, aber auch in allen anderen Aspekten. Das Aussehen von der Person ist besser beurteilt worden, der Akzent der Person gewinnen, was für Manieren die Person hat usw. In allen Aspekte hat die charismatische Ausstrahlung alles überstrahlt, da drinnen. Und wenn er gefragt worden ist, wieso ist das so gut? Alle Leute angegeben, dass mit dem Inhaltszug haben, also mit dem Kern vom Vortrag. Und all diese Biases, die das verursacht hat, nämlich warm oder kalt, hat logischerweise niemand genannt. Wir sind uns der Verzählung wie so häufig im Leben leider gar nicht bewusst. Wenn man darüber, was der Halo beim Dr. Myron L. Fox rausgelöst hat, danach sind es auf der einen Seite Wärme und Humor. Wenn er sonst das Lachen eingebaut hat, wirkt menschlich und Menschlichkeit geht so eine gewisse Vertrauenswürdigkeit. Vertrauenswürdigkeit gibt es eine Kompetenz. Das ist so eine Folge, die etwas in unserer Wahrnehmung der Person passiert. Das ist wieder ein Töröffner am Anfang. So eine Sympathie. Und aber kombiniert natürlich mit Doktortitel. Dann hat er einen, der in die Schule gegangen ist. Ein Schüler ist von John von Neumann, damals sehr renommierten, bekannten ungarischen Mathematiker war. Dann hat er anzug, wo er angehört hat. Mit dem Krawat da drinnen. Die wirken vor dem ersten Satz sogar schon. Wenn du einer Sitz ist, hast du schon einen anderen Erwartungshaltig. Das geht mit dem Körpersprache und der Stimme, die das Ganze noch verknüpft. Mit einer aufrechten Haltung, direkten Blickkontakt, die Stimme, wo man moduliert wird. Und die zeigen, hey, ich habe aus dem Griff, ich weiss, von was ich rede. All das zusammen hat als Halo-Effekt alles zusammen überstrahlt. Man kann mit gewissen manipulativen Kniffs eine extreme Illusion erzeugen.
SPEAKER_01Das merken wir uns doch für den Unterricht. Warmherzig reinlaufen und die Lehrevaluationen. Nein, das ist eigentlich. Bist du fertig mit dem Halo?
SPEAKER_00The Halo ist fertig, ja.
SPEAKER_01Ich will nämlich jetzt auch mit so einem Klassiker-Effekt hineinführen, der alles nur noch schlimmer macht. Und zwar der sogenannte Dunning-Kruger-Effekt. Weil das ist ein ziemlich gut beleidigter psychologischer Effekt, der erklärt, warum gerade die überzeugendsten Menschen nicht immer die kompetentesten sind. Und zwar beschreibt der Dunning-Kruger-Effekt ein wahrnehmiges Problem, dass Menschen mit weniger Wissen oder Kompetenz in einem Bereich haben die Tendenz, sich darin zu überschätzen. Und Menschen mit viel Wissen in einem Bereich, im Gegensatz, haben sie eine Tendenz, sich darin vorsichtiger einzuschätzen oder sogar zu unterschätzen. Der Grund dafür, wo man sagt, ist, dass wenn eine Person in einem Bereich weniger Wissen hat, dann kann die Person ja gar nicht wissen, dass sie in diesem Bereich wenig Wissen hat. Und das führt dann dazu, dass sie sich in diesem Bereich überschätzt. Und das ist dann einfach eine suboptimale Kombination. E Person hat wenig Wissen in einem Bereich, überschätzt sich tendenziell, was dann auch in einem Auftritt oder in einer Präsentation dazu führt, dass die Person dann eben auch als kompetenter wahrgenommen wird. Bei mir ist das auch so, oder? Als Lai nutzt du eher irgendwie klare Aussagen, du hast das Zeug Vereinfacht darstellen, weil du ja gar nicht das Zeug kompliziert darstellen kannst, wenn du ja nur das Vereinfacht überhaupt geschnallt hast. Und du kannst damit viel mehr Selbstvertrauen auftreten. Und wenn du dich wirklich in einem Thema gut auskennst und viel Kompetenz hast in einem Bereich, dann sind auch unsere Aussagen tendenziell viel differenzierter. Oder man sagt öfter mal, es kommt jetzt drauf. Ich merke auch, wenn ich unterrichte und ein Thema schnalle und ein Studie freuen sich irgendetwas und sagt, ja, das kann man jetzt nicht so einfach sagen, es kommt darauf an. Das löst bei den Studies auf ganz vielen Situationen. Das Problem ist, dass es bei Zuhörern und Zuhörerinnen oft auch weniger kompetent überkommt. Wenn eine Person die ganze Zeit sagt, es kommt darauf an, das kann man jetzt nicht so einfach darstellen, muss man differenziert. Als wenn man einfach sagt, hey, A, B, C vereinfacht, es funktioniert so und so, das kommt nie schneller, kompetenter über.
SPEAKER_00Wobei, manchmal probiere ich das auch, Sachen vereinfacht darstellen, damit es verstanden wird. Ganz bewusst, obwohl ich.
SPEAKER_01Du weisst, dass es im Rad noch einen Rattenschwanz für den Herziehen ist.
SPEAKER_00Ja, genau.
SPEAKER_01Ja, warum machen wir das? Weil die Studis das auch mögen, wenn man Sachen vereinfacht überbringt und nicht immer sagt, es hält es ja verstehen.
SPEAKER_00Das ist auch noch wichtig. Und Sandro, du sagst, es ist auch der typische Effekt, ich weiss, dass ich nichts weiss. Und das weiss ich erst, wenn ich viel weiß.
SPEAKER_01Wenn ich etwas weiss, genau. Das ist Danny Kruger in a nutshell, die Dr. Fox-Effekt hat wie noch verstärkt.
SPEAKER_00Einer, die die kognitive Lichtigkeit, die du schon angesprochen hast, noch etwas unterstreicht, ist das Thin Slicing. Ich kann es auch etwas heißt zu dem. Das ist auch schon ein älterer Effekt. Die Frage, die die Diet bei den Studienleitern gestellt hat, ist: Wie lange muss man jemanden beobachten, um ein zuverlässiges Urteil über seine Lehrqualität zu fällen?
SPEAKER_01Okay, nein.
SPEAKER_00Und haben die Leute stummgestaltete Clips, also einen Aniton, von 2, 5 oder 10 Sekunden gezeigt und hat nachher einschätzen, wie kompetent die Person ist. Ohne Wort. Ohne Wort. Und das Urteil nach 2, 5 oder 10 Sekunden hat das Semester-End-Evolution signifikant vorhergesagt.
SPEAKER_01Wow! Also die erste Fahrsekunden.
SPEAKER_00Es sind auch ausgewählte Einheiten, es werden nicht per se die erste. Wir haben einfach in einer Experimentalgruppe nur die Videoschnitt gezeigt und hat es nachher verglichen mit einem Semesterevaluationen drinnen. Und das zeigt doch, wie extrem wichtig es wie ist.
SPEAKER_01Brutal.
SPEAKER_00Und zwar, brutal Hintergrundrücken. Klar, es gibt ja auch Leute, die haben ein gutes Auftritt und eine gute Austrahlung plus Kompetenz.
SPEAKER_01Das ist natürlich das Non plus Ultra.
SPEAKER_00Das ist eine noch Plus Ultra.
SPEAKER_01Dann hören wir gerne zu und lernt auch noch etwas dabei. Perfekt.
SPEAKER_00Genau. Und sie haben das nachher noch weitergespielt mit längeren Clips, die sie gezeigt haben. Und mehr Beobachtungszeit hat kaum eine Verbesserung der Einschätzung bedeutet. Die sind leisten von 2, 5 oder 10 Sekunden haben in aller Regel bereits gelängt. Das heisst auch auf gutes den ersten Eindruck, dass es ein häufiger Filter für alles weiter ist. Und nicht nur für die, die das Video gesehen haben, sondern natürlich, von während dem ganzen Semester in diesem jeweiligen Modul hinein gesessen sind. Also relativ früh steuerst du, für was man offen ist, für welche Art von Informationen und wo man nachher alfast zu tun und sagt, das war jetzt heute mal nicht so gut gewesen, aber das passt eigentlich gar nicht, sogar ausblenden oder drinnen. Das heisst, wir können aus kurzer Verhaltensbeobachtungen, aus sehr kurzen Verhaltensbeobachtungen, stabil und verstanden präzise Urteilfälle. Der Nachteil ist, die sind so hartnäckig und nur schwer veränderbar sind. Und was ist der Hintergrund? Die, die uns regelmäßig hören, haben der Name Kahneman schon viel gehört mit System 1 und System 2, wenn es ein System gibt, das Informationen sehr schnell verarbeiten, sehr automatisch, sehr unbewusst. Das nennt der Kahnemann System I oder aus schnelles System. Und solange wir kein Warnzeichen feststellen, findet die Verarbeitung mit einem schnellen System statt. Das heisst, auf gut Deutsch, am Anfang ein positives Charisma. Es gibt nicht gröbere Gründe, die dagegen sprechen, dass das nicht kompetent die Person sagt, dann nehme ich einfach alles als wahr. Wahrwahr. Wahr, wahr. Als wahr. Es ist aber leicht verarbeitbar. Flüssige Sprache, die Stimme ist angenehm, die Sätze sind klar. Da passt mir bei alles zusammen. Das System 2 auf der anderen Seite ist das langsame, das kritisch hinterfragt wird, die viel weniger Verarbeitungskapazität hat, das kommt erst dort zum Zug, weil man merkt, das stimmt irgendetwas nicht. Selbstverständlich, wenn etwas nicht stimmt, dann kann es natürlich plötzlich auch kippen. Dann kommen so Schaumschläger, die plötzlich Gegenstrom über oder Gegenwehr über und danach funktioniert das schon nicht. Aber solange es irgendwie einigermaßen stimmt, weil wir kognitive Geizails sind, weil wir gar nicht möglich zu viele Informationen verarbeiten, bleiben wir im System Eis und dann können wir einen ersten Eindruck zu einer extremen Filterung, Herausfilterung von allenfalls kritischen Elementen führen. Auf gut Deutsch, wer in der ersten Sekunde gut ankommt, hat gewonnen. Und die Fehler noch, die werden als Ausnahme abgehen.
SPEAKER_01Das ist auch ein sehr erschütternd, oder? Mich macht das sehr nachdenklich, auch in Bezug auf. Jetzt macht mich auch nachdenklich in Bezug auf unsere Lehrevaluation. Was müssen wir da genau? Primär messen wir messen das falsch, wir messen eigentlich, wie charismatisch eine Person überkommt und wie unterhaltsam diese Person ist.
SPEAKER_00Die Gesamtbeurteilung des Modul hat mit der Zufriedenheit des Moduls zu tun. Und das ist genau eine typische Folge von Dr. Fox.
SPEAKER_01Und eigentlich wäre das primäre Ziel, dass wir wissen, ob du das wirklich etwas gelernt haben, ist ein Lernerfolg dahinter. Aber das ist eigentlich nicht das, was wir messen. Das ist echt verrückt.
SPEAKER_00Genau. Charismatische Lehrpersonen, einen guten Vortragstile, gibt eine gute Bewertung, unabhängig vom Lerngewinn. Das hat man auch untersucht. Wir können feststellen, dass das so ist. Eine dynamische Lehrperson mit wenig Substanz kommt durchaus eine bessere Bewertung über als eine ruhige Person.
SPEAKER_01Eine, der wirklich dafür sorgt, dass wir etwas lernt.
SPEAKER_00Mit exzellenten Inhalt und wirklich den Transfer Rucksackfühl. Das ist erschütternd. Das ist erschütternd, absolut. Und darum hat es mir gefallen, ist die falsche Frage, sondern wir müssen bei der Evolution als erstes fragen, was kann ich jetzt erklären, wo ich sofort noch nicht erklären kann. Und dort muss möglichst philosophen werden.
SPEAKER_01Das du dazu kommst, im Wissen. Aber das ist natürlich super komplex.
SPEAKER_00Und wir reden jetzt als Dozierende logischerweise über das. Aber genau diesen Transfer muss man sich auch in anderen Kontexten machen. Es gibt zum Teil die Business Speakers an irgendwelchen Konferenzen oder Events, die, ich weiß nicht, 15 bis 30'000 Franken für einen Auftritt überkommen und vielleicht irgendwelche Platitüden und Floskeln von sich geben. Aber die haben so etwas Reneme, was es von Konferenz zu Konferenz geht, dass zum Teil einfach der Guru kommt. Das längt schon.
SPEAKER_01Egal, was der Inhalt ist.
SPEAKER_00Genau. Irgendeiner Namen erarbeitet, dass das Geld nicht mehr per se korrelieren muss mit dem Inhalt drin. Beratungsmandate auch. Es geht nicht darum, irgendeines von diesen Beratungshäusern hier einfach in die Pfanne zu hauen. Aber es hat den Namen, der dahinter steckt. Er hat den Namen, der dahinter steht, von dem Unternehmen zu tun.
SPEAKER_01Dann haben wir den Halo-Effekt.
SPEAKER_00Anzug, Kompetenzanmutung. Dann glaubt man einfach, was intern schon lange gesagt wurde ist, hey, wir möchten diese Reorganisation so oder so machen, wenn es von externen bekommt, dann glaubt man das plötzlich. Oder Social Media hast du angesprochen, im Gesundheitsbereich. Oder TED-Talks gibt es ja, wo man so schauen kann. Vielleicht die einen oder anderen für schon mal TED Talks, wo ein bisschen kompetente.
SPEAKER_01Das ist eine berühmte Person.
SPEAKER_00Genau. Es gibt mega TED-Talks. Das dürfen wir noch nicht schlecht reden. Aber grundsätzlich gibt es ein Phänomen auch. Wir haben dort geschaut: Analyse, TED-Talks und Twitter Tweets. 2021 war das: Je mehr Charisma eine Person hat, vor allem bei den TED Talks, umso mehr Klicks generiert auf YouTube ihre TED Talks. Es gibt mehr Retweets bei Twitter, mehr Followers. Das heisst auf gut Deutsch, die Expertise wird durch einen Algorithmus nach einem schon unterstützt und verstärkt sich selber. Charisma ist ein entscheidender Treiber.
SPEAKER_01Was ja auch nicht schlecht ist. Es ist nicht schlecht. Ich hör auch einer eine charismatische Person tausendmal lieber zu als eine Person, die völlig langweilig daherkommt. Aber es muss wie noch einen Lerneffekt geben.
SPEAKER_00Da kommen wir gerade Ted Talk. Spontan ein Kolleg von uns, den wir auch sogar schon mal namentlich erwähnt haben: Martin Gutmann, ist ein Historiker.
SPEAKER_01Martin, sie ist der Personal.
SPEAKER_00Er ist ein Historiker und macht auch Ted-Talks. Das zwar sehr erfolgreich. Und er hat ein Buch geschrieben, The Unseen Leader. Das habe ich auch mal gelesen. Ich finde, das ist eine recht ähnliche Analogie. Er zeigt in seinem Buch auf, wie wir historisch systematisch die falschen Leute bewundert haben. Und zwar nämlich die, die am lutsten und dramatischen auftreten und nicht die, die am wirksamsten sind. Und das war ein ähnlicher Effekt, im Dr. Fox-Effekt.
SPEAKER_01Ja, das ist so. Das mache ich ganz nervig. Ich habe mich nämlich zu dem Thema noch überlegt, eigentliche Beobachtung, dass wenn ich zum Beispiel einen Vortrag halten muss, in einem professionellen Kontext, dann macht das etwas mit mir, wenn ich mich entsprechend anlegen. Wenn ich mich professionell anlege and in this professionelle outfit, on a professionelle Vortrag, then wie mit einem anderen Mindset. And this haben wir ja schon in der Fastnachtsfolge besprochen: the sogenannte enclosed cognition, ist der englische Begriff. Dass wel die Kleidung nicht nur beeinflusst, wie uns andere sehen, sondern es beeinflusst auch, wie wir selber über uns denken und wie wir selber uns auch verhalten. Das ist dann auch ein Verstärkungseffekt, dass wenn wir uns professionell anlegen und so dann auch kompetent wirken wollen und dann wirklich auch kompetenter wirken, weil wir uns professioneller führen, weil wir uns dementsprechend angeleitet haben. Das ist schon ein spannender Effekt, finde ich. Ich merke auch zum Beispiel, wir können vielleicht auch Homeoffice im Schlubber-Outfit von dem Company zu sitzen und die Call Sonne mit den Trainer zu absolvieren. Aber es macht etwas mit einem, wenn man sich trotzdem probiert, schnell professionell anzulecken. Mit mir macht es etwas. Wahrscheinlich ist es auch so, dass ich anders überkomme. Wir haben das auch schon erwähnt in der Fassnachtsfolge, dass es eine spannend bekannte Studien dazu gegeben hat, wo man Leute einfach einen Laborkitel gegeben hat. Die einen Leuten gesagt, es sei ein Arztkitel, die anderen Leuten haben gesagt, es sei ein Malerkitel. Die Leute, die gemeint haben, es sei ein Arztkitel und sich mit dieser Arztrolle identifiziert haben, dass sie dann anschließend bei kognitiven Tests, also mathematischen Aufgaben, besser abgeschnitten haben, mehr Aufmerksamkeit, sich besser konzentrieren können, als dort, wo wir gesagt haben, es sei ein Malerkittel, bei dem hat es keinen Effekt. Die gleiche Kleidung kann eine unterschiedliche Wirkung haben, je nachdem, was man das Gefühl hat, was es ausstrahlt. Und wenn wir das Gefühl haben, das Outfit, das ich jetzt anhabe, ist ein Business-Outfit, das strahlt etwas Professionelles aus, dann macht das etwas mit dem, was man wie ein Gefühl hat, wie ein Professioneller. Und dann ist man eben auch ein professioneller über.
SPEAKER_00Ich würde jetzt zu dem Namen kommen, wo ich schon gesagt habe, wenn ich selber schon mal den Dr. Fox Effekt mir selber angetroffen habe. Ich möchte mich bei dir entschuldigen, Miriam. Wir haben bis jetzt auf Spotify ausschließlich fünf Sterne-Bewertungen. Das, was ich jetzt hier mache, könnte dazu führen, dass die ein oder andere tiefere Bewertung kommt. Der Name, den ich jetzt nenne, hat einen sehr grossen Fan gemeint.
SPEAKER_01Nein, du kannst das jetzt nicht machen.
SPEAKER_00Und die Fan gemeint, die reagiert in der Regel recht skeptisch oder kritisch auf den kritischen Umgang mit dieser Person. Ich weiß gar nicht, ob du ihn könntest. Und zwar geht es um Dr. Daniele Ganzer. Hast du dem schon mal gehört?
SPEAKER_01Nein, das finde ich ein gutes Zeichen.
SPEAKER_00Dr. Daniele Ganzer wird unter anderem von Michael Butter als bekanntester Verschwörungstheoretiker des deutschsprachigen Raums bezeichnet. Daniele Ganzser ist für mich ein Paradebeispiel für den Dr. Fox-Effekt. Und zwar ein promovierter Historiker. Er hat in Basel Geschichte studiert und später auch an der ETH arbeitet. Er ist inzwischen ein recht grosser NATO-Experte. Er hat viel in diesem Bereich geforscht. Er hat sich auf seiner Webseite als Historiker und Friedensforscher bezeichnet und hat extrem hohe Followerzahlen. Auf Facebook, Insta usw. Im 100.000 Bereich. Er fühlt Saal und Hallen zwischen 1000 bis 3, 4, 500 Personen. Durchaus in seiner Fangemeinde sehr renommiert. Ich bin bekannt in meinem Umfeld als Bruggenbauer, der probiert offen zu sein für alle Meinungen und Haltungen machen. Das war auch während der Corona-So. Es war auch sonst, wenn jem eher in Mainstream-Medien, wenn man die negativ beurteilen wollen, oder die Massassemedien. Ich konsumiere alternative Medien usw. Ich bin durchaus bereit, offen und differenziert aus Gespräch zu mit solchen Personen zu vermitteln. Das wird auch geschätzt. Ich schlose auch zu. Mich interessieren die Argumente, selbst wenn ich am Schluss häufig nicht gleicher Meinung bin. Aber ich finde es immer wichtig, einen Bogen zu schlüsen können, nicht, dass sich die Front sich noch stärker verhärt werden. Ein guter Freund von mir war, der ihm Daniele Ganz sehr intensiv. Er hat mir vor ein paar Jahren, als ich in Nonny habe, mal ein Video zugestellt. Dort wurde die ganze 9-11-Geschichte kritisch beleuchtet. Es war der 90-Minuten-Vortrag, in dem er 40 Indizien geschildert, wo es darum geht, es wurde noch ein dritter Turm neben den Twin Towers zusammengestürzt. Dort wurde aber kein Flugzeug reingeflogen. Mit seinen 40 Indizien wurde er probiert, Leute zum Schluss zu kommen, dass dieser Turm gesprengt worden ist. Das dritte Haus war gesprengt. Es wird neu gelegt, dass die Amerikaner das selber gesprengt haben. Es waren durchaus spannende Indizien, die 40 Indizien. Historiker, Doktortitel. Er hat nie gesagt, die Amerikaner waren es, er hat nur sogar Stiifragen gestellt, charismatisch geredet, gelachen dazu. Ich war am Anfang recht beeindruckt, wow, das ist durchaus noch spannend. Ich bin mal auf die Webseite gegangen und er probiert, Dinge aus anderen Perspektiven anzuschauen. Das finde ich per se wichtig und richtig. Das wird auch vielleicht aus der Sicht des Iran, von Palästina oder von Russland etwas anschaut, man muss überhaupt nicht gutieren, was gemacht worden ist. Aber einfach mal die Brille ablecken und eine andere Brülle anlegen, ist per se nichts genius. Und da habe ich gefunden, das war noch eindrücklich. Aber weil ich nicht mehr 20er war, sondern schon in den 40er, bin ich in diesem Phänomen auf den Grund gegangen und habe relativ klein mal gesehen, dass es die sogenannte Methode Ganser gibt. Wo man einen Soziologieprof das so genannt hat. Dort wurde sehr schön entlarvt, was Daniele Ganser macht. Er erlebt den Dr. Fox-Effekt wirklich sehr, sehr stark. Und zwar hat er einen Doktortitel, die ETH geschafft, Uni Basil gemacht. Er zeigt sich als Freedomsforscher. Er macht framen, dass er eigentlich alles macht, damit es mehr Frieden gibt. Er hat ein Renommee von sehr viele Followerzahlen. Er füllt die Sale und die Hallen. Er hat einen ruhige sachlichen Sprechweis, gute Kommunikationstechniken. Der Schweizer Dialekt macht es authentisch. Der Humor, die Nöchi. Das gesamte Paket, das wir vorher schon gesagt haben, macht Suggestivfragen. Er sagt nicht, dass es die anderen waren. Die Antwort überlädert, angeblich die Hörerinnen und Hörern, aber auf die Suggestive Art und Weise ist es gleich klar, auf was es herauswartet. Und genau das Video, das ich dir geschaut habe, hat er kritisch beleuchtet. Dann haben wir gemerkt, er hätte schon 40 durchaus noch interessante Indizien beleuchtet. Aber die tausenden von Indizien, die seine Story nicht tragen, sein Narrativ nicht tragen, sind einfach kein Wort erwähnt worden. Die kognitiven Lichtigkeit.
SPEAKER_01Das ist eine schöne rote Faden gefunden.
SPEAKER_00Die kognitive Lichtigkeit, wo man vorhin gesagt hat, mit dem Kanimann hat er probiert, voll zu bedienen. Also Leute, die eher kritisch eingestellt sind gegenüber bestimmten Themen, offen sind für bestimmte Verschwörungsmitteln, die sind voll abgeholt worden. Dabei gibt es ganz klare Indizien, die man in dem Zusammenhang thematisieren müsst. Und dann wäre es schon nicht spannend, zu sagen, hey, das sind die 40 und das sind die anderen. Lass uns diskutieren, was möchten wir mit dem. Dann wäre es schon etwas ganz anderes. Aber die Einseitigkeit, wo die Leute zu einem bestimmten Schlusssello kommen, das ist einfach wissenschaftlich nicht sauber.
SPEAKER_01Aber das ist wieder nicht gemerkt, zuhören.
SPEAKER_00Dann haben 90 Minuten nicht. Das haben erste nachgängige Recherchen. Dann haben wir aufgrund sogar Bücher gelesen mit Verschwörungstheoretik und wie die wirken. Ein spannendes Phänomen übrigens, das Ergebnis, das man herausgefunden hat, es hat nichts mit Intelligenz zu tun, ob man Verschwörungsmüter glaubt oder nicht. Aber es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Background, das man hat. Wenn man eher in mechanischen Berufen unterwegs ist, in Realwissenschaften, wo es eine klare Formen gibt und ein klare Ergebnisse, dann ist man eher etwas offen dafür. Und wenn man eher in Sozialwissenschaft unterwegs ist, dann ist man eher etwas weniger offen. Aber das ist so eine Erkenntnis am Rand. Aber Daniele Ganz ist so einer, wo ich finde, 2020, der es extrem gut übersetzt hat, das Phänomen.
SPEAKER_01Also ich weiss, was ich nachher mache. Ich gehe nachher ins Rabbit-Hone von Daniela Ganz. Und by the way, Marcel vorher gesagt, wir haben bisher nur fünf Sterne-Ratings. Also bitte, wenn wir das Gegengewicht gehen, an unseren 1-Sternen-Rating, wo wir sagen, Marcel überkommen, könnt ihr euch noch ein paar fünf Sterne Ratings verteilen, falls ihr das noch nicht gemacht habt, klammer dazu.
SPEAKER_00Sehr gut. Ich habe nur noch, was wir mit all dem machen. Was sagst du noch?
SPEAKER_01Darf ich meinen allerletzten Punkt auch nicht direkt Dr. Volkswagen, show verbunden zum Dr. Volkswagen, logischerweise. Ich habe beobachtet, wieder auf selbstbeobachtet, dass Leute, die Lehrpersonen, die top-styled da herkommen und so super professionell, business look, das bei mir eher sogar einen negativen Effekt in Bezug auf Sympathie. Dass ich schnell denke, die Person wird jetzt auf mich distanziert, ist schwer ergreifbar. Bei mir zumindest auch einen negativen Effekt, auf wie ich sympathisch diese Person war. Dazu habe ich auch eine Studie gefunden zum Kleidungsstil bei Lehrpersonen. Das haben wir uns auch gerade hinter Tore schreiben. Und zwar haben auch die Leute unterschiedlich angeleitet, entweder formal, also Anzug, Business Look, oder die anderen waren casual, Jeans, T-Shirt angeleitet. Dann haben sie geschaut, wie die Personen bewertet werden, die Lehrpersonen werden. Formales Outfit, Anzug und Business Look, hat dazu geführt, dass man schon mehr Kompetenz zuschreibt, diesen Lehrpersonen. Aber sie werden tatsächlich, also meine Selbstbeobachtung wurde hier bereit worden, sie werden weniger freundlich und weniger nahbar eingestuft. Und beim Casual, also Jeans, T-Shirt war teilweise sogar, das hast du ja vorher auch gesagt, so ein Halo-Effekt, dass die Gesamtbewertung beim Casual-Look sogar besser. Wenn man in Jeans-T-Shirt vor die Leute steht und schon auch kompetent ist, dann führt das zu einer besseren Gesamtbewertung. Ich habe mir dann wieder überlegt, warum wirken diese Personen, oder warum wirkt Perfektion. Personen, die im Business Look daherkommen, im Anzug, warum wir das auf uns distanzierend. Einerseits ist es sicher mal, dass man denkt, die Person steht wie über mir, es ist eine andere. Status hierarchisch. Man kann sich weniger gut mit solchen Leuten identifizieren, dass man vielleicht denkt, als Studie, dass man vielleicht denkt, die Person ist mir nicht ähnlich. Es wirkt emotional kalt kontrolliert, weniger spontan. Und man erwartet auch, dass eine Person weniger Fehler macht und weniger Humor hat, weniger locker ist. Das führt dann einfach insgesamt zu weniger Vertrauen auf Beziehungsebene gegenüber Leuten, die perfekt businessmäßig daherkommen. Das habe ich bei mir definitiv beobachtet. Ich habe dann auch noch eine andere Studie gefunden, die auch gezeigt hat, die besten Kombos sind Leute, die kompetent sind, also wirklich Kompetenz Substanz dahinter steckt, die aber trotzdem gewisse Fehler zeigen. Sie haben in dieser Studie zum Beispiel Leute, also nicht extra, aber wenn man Kaffee verschüttet, während des Unterrichtens, dann würde ich das noch sympathischer auf die Studie, dass man denkt, okay, die Person kommt kompetent her, ist vielleicht Casual anzogen, kommt nicht super distanziert rüber und macht auch ein alltägliche Fehler, dass das eigentlich so ein Win-Win-Win-Kombo ist, wo man im Sympathiespektrum am besten überkommt.
SPEAKER_00Ich hoffe, das setzt niemand manipulativ ein.
SPEAKER_01Ich tue die ganze Zeit im Unterricht Kaffee verschütten. Weiss nicht, ob es wirklich nice sein.
SPEAKER_00Was ist das von dir jetzt noch?
SPEAKER_01Das wäre es von mir.
SPEAKER_00Ich kann noch, was man damit machen kann und wie kann man sich schützen vor all den Dr. Fuchs in dieser Welt aussen. Vollständig abschalten geht natürlich nicht. Die kognitive Leichtigkeit, die wir schon ein paar Mal angesprochen haben, ist so ein evolutionäres Überblipsel. Aber man kann natürlich durchaus etwas machen, sowohl als Zuhörenden, konsumierende als auch als Präsentierende. Als Zuhörende würde ich jetzt mal sagen, erstens Enthusiasmus für etwas. Eher nicht einfach als Begeisterungssignal nennen, sondern eher sogar als Warnsignal. Überlegen als erstes Pflicht, was genau habe ich gelehrt und kann ich das, was ich gelehrt habe, weiterverzählen? Das emotionale Hochgefühl ist nicht gleich zu lernen. Das wäre so ein erster Punkt, an den ich finde, da könnten die Leute gut mitnehmen. Ein zweiten Punkt, der ein ähnliche Richtung geht, probiert Stil und Inhalt zu trennen, und zwar aktiv. Das ist eine trainierbare Fähigkeit. Wie präsentiert sie versus was seid ihr eigentlich die Person? Vielleicht sogar noch recherchieren, Quellen oder Daten einfordern, je nach Kontext. Es gibt Momente, die machen die ja nie. Aber wenn es die Social Media ist, oder bei mir bei dem Video, das ich geschaut habe von 9-11. Ich finde, dort schauen wir spiegeln. Inwiefern stimmt das, was jetzt in meinem Buch passiert ist, eine Substanz oder eben nicht? Dann Expertise nicht gleich Autorität. Ein Doktortitel ist zwar ein Statussignal, aber keine Kompetenzausweis für alles. Daniel Ganz, er hat das Haus zusammenstürzt und architektonisch und ingenieurmäßig, hat er Sachen erzählt, dass es gar nicht möglich wäre. Wir müssen noch geholfen haben, hat er nicht geleidet. Aber er ist ein Doktor in der Geschichte, er ist Historiker und nicht Ingenieur. Es gibt einen Bericht von 2000 Expertinnen und Experten im Ingenieurbereich, die erklärt haben, welche das dritte Gebäude zusammengestürzt ist. Dann glaube ich, 2000 Leute wirklich mehr als in einem Schweizer Historiker. Die Frage, ist das Fachgebiet oder nur das Thema, das die Person gewählt hat. Ein vierter Punkt wäre in einer Bestätigung als Warnsignal, so etwas ähnlich wie beim Enthusiasmus, wenn ein Vortrag genau das bestätigen kann, was ich schon gedacht habe, nochmal reflektieren und nicht einfach sagen, dem passt das. Das ist ein typisches Phänomen, dass, wenn wir uns bestätigen fühlen, was wir schon denken, dass wir es einfach als Wahr anschauen. Und sich dem Bewusstsein, dass wir auch dann noch die kritischen Brüllen oder die Reflexionsbrüllen anlegen können, ist vielleicht auch so ein Typ oder ein Hinweis an diesen hörenden Dosen. Und das Wissen allein schützt dem Effekt. Das ist vielleicht noch ein letzter Punkt. Wir hoffen, dass wir jetzt mit den Bewusstsein? Bewusstsein, genau. Mit den 50 Minuten, die wir heute in diesem Erfolg wieder haben. Wer ein Dr. Fox-Effekt könnte, kommt weniger darauf hinein. Da hoffen wir, dass wir einen kleinen Lerneffekt erzielt haben, wo ihr im Nachgang jemanden von diesem Erfolg erzählen könnt, sagen, was ihr gelehrt haben. Nicht nur Miriam und Marcel haben, das ist einfach extrem sympathisch und das Glappung gemacht. Für Präsentierende noch vielleicht, auf was sollte man setzen? Eher auf die Wärme oder auf Kompetenz. Es gibt ein Wärme-Kompetenzmodell, wir haben heute in der Sozialpsychologie vom Fisk, die sagen, es sind zwei unabhängige Dimensionen miteinander. Und wenn du P abdecken kannst, also Wärme und Kompetenz, das löst Bewunderung aus. Wenn du nur Charisma hast, ist es kurzfristig und nur Inhalt, dann wird er gar nicht zugelassen.
SPEAKER_01Das nehmen wir mit. Wir machen Kompetenz und Sympathie.
SPEAKER_00Genau. Die Wärme ist der Döröffner und der Inhalt ist eigentlich das Ziel. Mit Wärme anfangen, geht Aufmerksamkeit, mit Kompetenz überzeugen. Das geht nachher zu trauen.
SPEAKER_01Das wäre, unsere zu sagen danke zum Thema Dr. Fox-Effekt. Was war das Aha von der Folge, Marcel?
SPEAKER_00Hast du es schon gebracht? Ich bin genau das, was ich vorher schon gesagt habe. Wermi ist der Türöffner, aber die allein dürfen es nicht sein. Der Inhalt ist und bleibt wichtig. Aber das heisst nicht, dass man keine Vermi haben haben oder zeigen Charisma und Ausstrahlung. Wir nicht auszuvorladen, nur dass es die Dr. Foxes gibt. Aber wir sollten den Rucksack einfach genug gefühlt haben, dass das, was wir erzählen und das, was andere uns erzählen, auch genug gehalten haben.
SPEAKER_01Es ist einfacher als es ist: Kompetenz entwickeln. Ich wiederhole auch, was du vorher gesagt hast als Miss Aha. Und zwar, wenn wir uns da wahrscheinlich alle nassen nehmen, wenn wir über Instagram scrollen oder wenn wir einen Vortrag von uns anschauen, dass wir uns nicht blenden lassen, wie etwas überkommt, sondern wirklich uns bewusst und fragen, was ist die inhaltliche Substanz? Vielleicht im Nachgang, wie du das gemacht hast, recherchieren, was ist die Evidenz, gibt es Quellen zu dem, die hier gesagt worden sind, oder ist es einfach irgendetwas, das gelabert worden ist. Und vielleicht auch sich fragen, halte ich es aus, wenn es keine vereinfache Antwort zu gewissen Sachen gibt, wenn etwas komplex ist und wenn etwas Unsicher ist, an die Unsicherheit und die Komplexität aushalten. Das war es mit diesem Erfolg von VolksPsycho. Schön habt ihr hineingost. Relevante Quellen zur Folge findet ihr in den Shownotes. Und das sämtliche Psychologieangebote der Hochschule CERN findet ihr auf hslu.ch.
SPEAKER_00Ja, und wie immer gehen mit offenen Augen durch die Welt. Schaut euch die nächsten Präsentationen, Unterrichtseinheiten oder auch TED Talks mit den psychologischen Brüllen an. Denn auch dort ist alles voller Psychologie oder eben voll Psycho. Bis bald und tschüss zusammen.