Voll Psycho

#19 Manifestieren: Hokuspokus oder Psychologie?

Mirjam Stieger & Marcel Zbinden - Hochschule Luzern Season 1 Episode 19

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Milliarden von TikTok-Views, Bestsellerbücher, ganze Coaching-Industrien. Manifestieren ist eines der grössten Psycho-Phänomene unserer Zeit. Aber hält es, was es verspricht? Mirjam und Marcel nehmen den Trend unter die Lupe: Was sagt die Psychologie dazu, warum glauben wir so gerne daran, und was sollte man stattdessen tun? Eine Folge über Wunschdenken, Motivation und die Kraft der richtigen Ziele.

Hier ein Auszug der verwendeten Literatur:

Bandura, A. (1977). Self-efficacy: Toward a unifying theory of behavioral change. Psychological Review, 84(2), 191–215.

Byrne, R. (2006). The Secret. Atria Books.

Dixon, L. J., Hornsey, M. J., & Hartley, N. (2025). 'The Secret' to success? The psychology of belief in manifestation. Personality and Social Psychology Bulletin, 51(1), 49–65.

Duckworth, A. L., Kirby, T. A., Gollwitzer, A., & Oettingen, G. (2013). From fantasy to action: Mental contrasting with implementation intentions (MCII) improves academic performance in children. Social Psychological and Personality Science, 4(6), 745–753.

Kappes, H. B., & Oettingen, G. (2011). Positive fantasies about idealized futures sap energy. Journal of Experimental Social Psychology, 47, 719–729.

Locke, E. A., & Latham, G. P. (2002). Building a practically useful theory of goal setting and task motivation: A 35-year odyssey. American Psychologist, 57(9), 705–717.

Merton, R. K. (1948). The self-fulfilling prophecy. The Antioch Review, 8(2), 193–210.

National Geographic Deutschland. (2023, September). Manifestation: Diese Gefahren birgt der TikTok-Trend. https://nationalgeographic.de/wissenschaft/2023/09/manifestation-diese-gefahren-birgt-der-tiktok-tr…

Oettingen, G. (2014). Rethinking positive thinking: Inside the new science of motivation. Current.

Oettingen, G., & Mayer, D. (2002). The motivating function of thinking about the future: Expectations versus fantasies. Journal of Personality and Social Psychology, 83(5), 1198–1212.

Oettingen, G., & Wadden, T. A. (1991). Expectation, fantasy, and weight loss: Is the impact of positive thinking always positive? Cognitive Therapy and Research, 15, 167–175.

Pham, L. B., & Taylor, S. E. (1999). From thought to action: Effects of process- versus outcome-based mental simulations on performance. Personality and Social Psychology Bulletin, 25(2), 250–260.

Rosenthal, R., & Jacobson, L. (1968). Pygmalion in the classroom. The Urban Review, 3(1), 16–20.

SRF. (n.d.). Theologe über Milliardenhype TikTok-Trend „Manifesting“: Das ist unsäglicher Humbug. https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/theologe-ueber-milliardenhype-tiktok-trend-manifest…

Wang, J., Wang, H., & Gai, X. (2021). A meta-analysis of the effects of mental contrasting with implementation intentions on goal attainment. Frontiers in Psychology, 12, Article 648476.

Hosts:

Mirjam Stieger, mirjam.stieger@hslu.ch, Mirjam Stieger | Hochschule Luzern, Mirjam Stieger | LinkedIn

Marcel Zbinden, marcel.zbinden@hslu.ch, Marcel Zbinden | Hochschule Luzern, Marcel Zbinden | LinkedIn


Alle wirtschaftspsychologischen Angebote der Hochschule Luzern findest Du auf hslu.ch/psychologie.

SPEAKER_00

Herzlich willkommen bei der neuen Folge von Fall Psycho, a podcast full of psychologische Alltagsphenomens. Entscheid dich, was du aus dem Katalog des Universums möchtest haben. Parkplatz, Partner, Gesundheit. Wenn du zu genug glaubst und fühlst, dann wirst du es bekommen. Ja, genau. Heute reden wir über das Manifestieren. Wir gegenüber sitzt Miriam, Psychologin und Dozentin im Studio Business Psychology at the Hochschule Luzern. Ich probiere mir immer zu überlegen, wie sie zum aktuellen Thema eingestellt ist. Heute bin ich wirklich unsicher. Glaubt Miriam vielleicht sogar ein bisschen an das Manifestieren, oder ist sie bei diesem Thema die grosser Skeptikerin von uns beinahe?

SPEAKER_01

Und mir gegenüber sitzt Marcel, Wirtschaftspsychologe, auch Dozent im Studio Business Psychology at the Hochschule Luzern. Er hat mir vorher gedacht, in einem Seminar, als er gelernt, einen freien Parkplatz zu visualisieren. Ich weiss nicht, ob du das freiwillig gemacht hast oder machen musst. Ich bin gespannt. Die story musst du dann noch genauer auspacken. The Follow Psycho-Podcast ist ein Angebot von Studiegang Business Psychology von der Hochschule Luzern.

SPEAKER_00

Stell dir vor, du wartst in die Stadt und bevor du losfährst, visualisierst du kurz einen freien Parkplatz. Und schwupps, er ist hier. Du wünschst dir einen neuen Beziehung, schreibst sie auf, wie genau dein neues Partner, deine neue Partner in CLC win, wie sie aussehen. Das gut. 2006 hat Rhonda Byrne mit ihrem Buch The Secret genau das versprochen. Zum ersten Film dieses Buch, das Universum liefert, was du denkst. 35 Millionen Mal wurde das Buch verkauft worden. Knapp 20 Jahre später, hat der Hashtag Manifestation auf TikTok unglaubliche, fast 50 Milliarden aufrufen. Milliarden? Milliarden. Die Idee lebt und sie ist grösser den je. Wir schauen gemeinsam, was die Psychologie dazu sagt, und zwar in der heutigen Erfolge von VolksPsycho. Das Konzept von VolksPsycho, die schon ein paar Mal drin können, besteht aus dem, dass Miriam und ich je fünf Gedanken zum Thema mitbringen und vorbereiten. Wir haben aber keine Ahnung, welche fünf Gedanken jeweils anderes mitbringt, welche Haltung oder Meinung zum Thema hat. Heute bin ich sehr gespannt, ob Miriam und ich zu ähnlichem Schluss kommen, inwiefern manifestieren eine gute Sache oder eben nicht. Aber zum Start, Mirjam. Wieso manifestieren wir eigentlich nicht, dass sich die Erfolge von Vollpsycho 100'000 Menschen anlassen?

SPEAKER_01

Wenn du wüsstest, ich habe jeden Anwendung, den ich in meinem Journal anschreibe, dass die Folgen erfolgreich werden sollen und mich da irgendwie visualisieren sollen. Nein, das eigentlich. Ich habe in der letzten Folge schon gesagt. Löschen es stern bei unserem Spotify-Account und helfen uns doch, dass das vielleicht irgendwann tatsächlich wahr, wenn wir uns das vornehmen.

SPEAKER_00

Wir werden es nur fast genug glauben.

SPEAKER_01

Ja, und wir sagen es jetzt auch, dass es sich bewahrheitet hoffentlich.

SPEAKER_00

Gut, das ist schon ein Spoiler eigentlich.

SPEAKER_01

Ja, eigentlich schon, dass wir es gehabt über eine passiere Folge.

SPEAKER_00

Aber ich weiss nicht, ob das dein ersten Gedanken ist oder mit was willst du loslegen wollen?

SPEAKER_01

Ich würde zuerst loslegen, was wir überhaupt mit manifestieren. Du hast es schon ein bisschen den Intro gesagt, aber manifestieren ist eigentlich kein wissenschaftlicher Begriff per se, sondern ein Begriff aus der Popkultur-Selbsthilfeszene, würde ich jetzt mal sagen. Du hast das eben schon angedeutet, es beschreibt die Idee, dass unsere Gedanken direkt die unsere Realität beeinflussen können. Wenn wir positive Gedanken haben, positive Emotionen, dass es dann auch passende Ereignisse anziehen. Die zentrale Komponente davon ist, dass wir positiv denken, dass wir uns stark auf unsere Wunsch fokussieren und überzeugt sind, hey, ich verdiene das, so das Universum wird zurückgehen. Was ich auch in der Recherche immer wieder getroffen habe, im Zusammenhang mit manifestieren, ist ein sogenannte Gesetz der Anziehung, Law of Attraction. Gleichs zeigt gleichs an. Positive Gedanken zeigen positive Ereignisse an. Increased negative Gedanken zeigen negative Ereignisse an. Das wurde, wie du gesagt hast, durch das Buch The Secrets 2006 veröffentlicht, war es ein populär. Dort wurde in einem Buch, also ich habe das Buch nicht gelesen. Hast du das Buch gelesen? Ich sage nach etwas. Du hast alte Bücher gelesen. Nein, das war doch. Was ich auch noch recherchiert habe, sind typische Praktiken. Das erste Mal habe ich ja vorhin schon gesagt, mit dem Journaling, das Aufschrei von seinem Ziels. Das Visionboard ist momentan auch mega im Trend. Da komme ich auch die ganze Zeit auf Instagram, da kommen Inputs über, wie ihre Leute ihre Vision Boards machen und ihre Visionen gulagieren und darstellen. Meditation ist sicher ein Aspekt. Visualisieren, das heißt noch mehr dazu, also das mentale Durchgaben seines Ziel des freien Parkplatz. Und Affirmationen. Affirmationen heisst, man tut bewusst, positive Aussagen zu formulieren über sich selber oder ihre eigene Zukunft. Wenn man sich wiederholt, z.B. sagt, ich bin erfolgreich, ich ziehe gute Sachen in meinem Leben an. Die Techniken haben teilweise evidenzbasierte Effekte, aber später dann auch noch mit dazu. Das ist mein erster Gedanke, um einordnen, was meinen wir überhaupt mit manifestieren, die direkte Verbindung zwischen unseren Gedanken und der Realität.

SPEAKER_00

Das Phänomen selbst ist schon relativ alt. Das Wort manifestieren, wird noch nicht so lange gebraucht und es ist wirklich populär, dank Rhonda Byrne. Das war einer der wenigen Fällen, wo es nicht zuerst ein Buch ist und dort verfilmt, sondern das erste Film gegeben. Damit hat man das Buch geschrieben, abgeleitet von dem. Nein, ich habe das Buch nicht gelesen.

SPEAKER_01

Der Film auch nicht.

SPEAKER_00

Ich habe mir die Abkürzung gemacht und ich habe tatsächlich diese Woche den Film gegeben. Ich habe dann nicht einmal online gefunden. Wir müssen auf einer Streaming-Plattform posten für eine kleine Mietgebühren. Ich habe jemand die Hälfte geschaut. Ehrlich gesagt, nicht zu tun.

SPEAKER_01

Hättest du nicht das ermögliche?

SPEAKER_00

Ich kann mal zitiere, deine Gedanken sind Magnete. Was du intensiv genug denkst und fühlst, sieht das Universum wie nach einem kosmischen Bestellsystem in dein Leben hinein. Und ich kann nicht glauben, wer das alles Geheimnis wäre. Aber irgendwie weiss niemand von dem Geheimnis. Aber es hat schon den Platon, den Shakespeare, Newton, Beethoven, Lincoln, Edison, eins, alle haben von dem Geheimnis gewusst. Und jetzt ist die Zeit, das Geheimnis zu lüften müssen müssen. Das ist das Law of Attraction eigentlich. Nur Randnotiz: Ich habe dort noch kurz recherchiert, weil ich das jemanden machen wollte. Die Zitate, die von den bekannten Leuten, von den Koryfänen, genannt wurden, gibt es zum Teil gar nicht. Und sie sind komplett aus dem Kontext gerissen. Also schon mal ein bisschen. Auf jeden Fall: Das Law of Attraction war dort, dass es nach den 35 Millionen Büchern 50 Sprachen übersetzt. Dort war wirklich krass, jedes einzelne Ding in deinem Leben wurde eigentlich von dir verursacht. Jeder Autounfall, jeden Tag, der schlecht läuft, alles. Und der Gehirn hatte schon mal eine Alarmglocken. Jetzt haben wir vor kurzem Geschichten wie Gromontana oder so Thema Iran, wo eine Schule am ersten Tag fälschlich getroffen worden ist. Behauptung ist eigentlich, dass es selber verursacht von all denen, die miterlebt haben. Das wäre die logische Konsequenz daraus. Das ist schon krass die Aussage, die Law of Attraction, wenn sie so konsequent gegeben und glaubt und verstanden wird, wie das in diesem Film behauptet wird, das ist mega krass.

SPEAKER_01

Zur Gefahren kann man am Schluss noch.

SPEAKER_00

Ja, genau. Aber ein Drittel der USA-Erwachsenen glaubt an Manifestationen, um einfach einordnen. Das ist eigentlich relativ viel. Das ist ein ganz neue Studio zum 23. Die Bewegung selber ist aber eigentlich schon recht alt. Das ist die sogenannte News Thought-Bewegung, die stammt aus dem 19. Jahrhundert. Das ist ein geistige Mutter manifestieren. Aber das ist eine alte Bewegung. Die hat mich das erste Mal in den 90er Jahren getroffen. Im jungen Erwachsenenalter hatte ich wirklich das Gefühl, mit dem Glauben fast alles bewegen kann. Sogar Krankheiten. Das war eine Zeit, in der gute Freund von mir Krebs hatte eine sehr schwere Krebsdiagnose. Er selber nicht nur wellenfest gesund werden, sondern nie erlebt, das so überzeugt war, dass er gesund wird. Es war mir gleich, ich werde gesund. Zwei Jahre später war er leider gleich gestorben. Das hat mein Weltbild schon etwas überhaupt geworfen. Ich war so sicher, dass bei ihm glauben, dass man verändern muss. Das war das erste Mal ein kleines Dämpfer. Heute schaue ich, dass es logischweise differenzierter an als damals. Aber das war mit einer neuen Haltung ins Leben gegangen. Wir können extrem viel mit unseren Gedanken machen. Dort in den 90er Sung einen Motivationstrainer gegeben, einen Holländischen gemacht, der Emil Rattleband. Das war das erste Sync, in dem wir die Manifestationsfolge machen. Dann haben fans, mehrere Millionen Zuschauer, und die haben die Chaka. Drittze Folge. Dann haben wir noch die Leute probiert, die Visualisierungstechnik zu bringen. Wir haben immer einen kleinen Baby, der bei Saula geklappt hat. Papa immer gesagt, wenn du mal gross wirst, dann wirst du König der Saulu. Wenn du mal gross wirst, dann bist du König der Saulu. Am Ende, was man immer glaubte, dass er, war ein König der Saul. Das hatte Aufrufe, Jaka. Das hat sich nach sehr lange in dieser Motivationsszene gehabt, dass man als Motivationsspruch alles erreichen kann, wenn ich nur wirklich genug daran glaube. Es war nicht ein Phänomen in den letzten 20 Jahren, sondern es ist ein Phänomen, das schon länger gibt, das immer so aufgepoppt ist. Aber so krass wie jetzt im Social Media Zeitalter war es sicher noch nie. Jetzt habt ihr gehört, dass ein paar Sachen riesengrosses Phänomen. Wir haben schon ein paar kritische Worte. Die war für euch einen kompletten Humbug. Die anderen werden sagen, ja, aber eigentlich gleich noch spannend. Positive Gedanken, die sich verstärken. So etwas gibt es in der Psychologie ja auch. Auf das würde ich als nächstes gerade eingehen mit der selbsterfüllenden Prophezeiung. Ist das okay, wenn ich das weitermache? Wir haben auch schon manchmal gesagt, dass unsere Hirni relativ stark eine Abkürzungsmaschine ist. Stark alle Gedanken und Eindrücke reduzieren kann, weil es gar nicht alle Informationen verarbeiten kann. Das heisst, unser Hirni ist eine Filtermaschine und bei der selbsterfüllenden Prophezeiung, also der self-fulfilling Prophecy, passiert etwas Ähnliches. Ich kann mir vorstellen, dass viele von euch, wenn sie nicht im psychologischen Bereich daheim sind, ist ein Phänomen, das man irgendwie noch so könnt. Ich habe das Gefühl, das ist auch außerhalb der Psychologie relativ viel gehört. Das ist ein Phänomen, wenn Menschen eine Situation als real definieren, dann sind sie auch real ihre Folgen. Der Mechanismus der selbsterfüllenden Prophezeiung ist, ich habe eine Erwartung, dass etwas so eintritt. Durch das verändere ich mein Verhalten, das verändert das Ergebnis und tue mich eigentlich bestätige meiner Erwartung. Das, was ich vorausgehobene, was am Ende passieren wird, hat am Ende im Schluss auch eine Selbsterfüllung drinnen. Darum nehmen wir eine selbsterfüllende Prophezeiung. Der Mechanismus ist der Psychologie X-Fach gewesen in verschiedensten Bereichen. Der Rosenthal-Effekt, den Rosenthal und Jacobson, haben in den Lehrern gesagt, welche Kinder in der Klasse besonders intelligent sind. Die werden die Aufblühen im folgenden Jahr. War aber eine reine Zufallsausfall, sie haben überhaupt nichts mit irgendwelchen wirklich fundierten Analysen zu tun. Das Krasse ist, dass die Kinder, die wir das attestiert haben, haben sich tatsächlich besser, messbar besser entwickelt. Nicht nur, dass sie bessere Noten, weil die Lehrer gemeint haben, sie seien intelligenter sind und darum sie besser bewertet haben, sondern haben bei einem IQ-Test nach einem Jahr oder nach zwei Jahren bessere Ergebnisse erzielt. Typischer Fall der selbsterfüllenden Prophezeiung. Damals, als Rosenthal oder auch als Pygmalion-Effekt genannt wurde. Oder als Gegenbeispiel mit Stereotypen oder Vorurteilen, wo wir auch schon mal Erfolg gemacht haben. Wenn du vor einem Matit-Test sagt, hey, du bist jetzt eine Frau, sorry, das wird wahrscheinlich nichts mit dem Test heute, dann nachher hat das eine negative Auswirkung auf die realen Testergebnisse. Also ich, Stereotype Thread, habe ich das Gefühl, in dem Innen, ich bin in einer Rolle und das macht automatisch etwas in meiner Verhaltensweise. Eine Erwartungshaltung hat Konsequenzen auf die richtigen Ergebnisse rauskommen.

SPEAKER_01

Aber es ist immer der Zwischenschritt zu, man hat Gedanken, das führt zu effektiver Verhaltensveränderung, wo dann das Outcome beeinflusst. Vielleicht kannst du das jetzt noch betonen.

SPEAKER_00

Noch nicht jetzt. Noch nicht jetzt.

SPEAKER_01

Wir müssen es mehrfach droppen. Es ist nicht ein direkter Link-Gedanke, Outcome, sondern es ist immer auch eine Anpassung der Verhaltensweise.

SPEAKER_00

Per se Erwartungen könnt auf das Endergebnis auswählen. Indirekt, ja. Und das ist auch so, auch rein physiologisch. Es gibt sogenannten RAS, also Rass, das retikuläre Aktivierungssystem. Unser Hirn verarbeitet pro Sekunde ca. 11 Millionen Informationseinheiten, das ist auch ein hoher Film. Und davon bewusst nur ungefähr 40. Das sind 0,0004% allen Informationseinheiten, die wir verarbeiten, die bewusst verarbeiten. Das ist ein mega krass wenig. Und das Rasnetzwerk von Nervenbahnen im Hirnstamm entscheidet, was dort durchkommt. Logischerweise können dort vor allem die Gefahr gerade sofort dort. Emotionen können wir dort, aber es können auch persönliche Ziele. Wir können unseren Blick steuern, wir können unsere Gedanken steuern durch unsere persönlichen Ziele, das wir haben. Nehmen wir mal an, du wolltest ein rotes Auto kaufen, laufst durch die Strasse durch, du siehst nur ein rotes Auto. Wenn du eine Gründerin werden, ein Unternehmen gründen wollt, plötzlich siehst du überall Vorträge und irgendwelche Kürze, was auch immer, die es unterstreichen, wir können unsere Aufmerksamkeit stark verändern auf das, was unsere Ziel sind. Von dem her, Ziel formulieren, heisst, das Kern filtert relevante Reiz. Der Glaube hilft die Chancen zu sehen, wenn wir jetzt manifestieren. Das ist nicht das Universum, das ist nicht der Kosmos. Sondern einfach durch ein Ziel, das ich mir setze, das ich manifestiere, den Blick oder den Fokus zu ändern. Und darum. Die Veränderung der Wahrnehmung ist eigentlich der Hintergrund bei dieser selbstfulfilling Prophecy. Und hier haben wir auch ein Seminar, das wir eingleiten davon geredet haben. Das war ein Seminar, das um Entspannungstechniken, Meditation gegangen ist, Visualisierungstechniken. Dann haben durchaus spannende Elemente drin.

SPEAKER_01

Bist du nicht freiwillig angegangen?

SPEAKER_00

Ich bin mit einer Frau gegangen. Da hatten spannende Elemente drin, aber beim Parkplatz haben sie mich komplett verloren. Ich denke genau das, weil wir visualisieren wäre übrigens auch im Film. The Secret ist das auch eine Sequenz, dass man sich das normale visualisieren kann. Das Krug im Ganze. Das kann in einem gewissen Maß funktionieren können. Wenn ich einfach in die Stadt einfache und danach fahre in die Stadt ein. Erst in dem Moment, wo ich dreimal um einen Block her gefahren bin und noch keinen Parkplatz gefunden habe, denke ich, du hast wieder keinen Parkplatz. Aber wenn ich das visual, dann geh ich meine Aufmerksamkeit ändern. Ich mache meine Wahrnehmung und bin dort schon viel offener schauen.

SPEAKER_01

Du strengst dich wahrscheinlich mehr an, du bleibst länger dran und denkst, es kommt jetzt sicher zu. Genau.

SPEAKER_00

Und du musst es bewusst plötzlich in deinen Blick steuern. Und das ist die Wirkung darin. Dort hat es sich im Seminar komplett verloren.

SPEAKER_01

Hast du das nicht ausprobiert?

SPEAKER_00

Nein. Es könnte einen Effekt haben, weil du es halt einfach die Aufmerksamkeit steuern. Und von dem her, in der Vorbereitung von dieser Erfolg, bei mir mit einer Kollegin mitgegessen. Und gesagt, wir über Manifestieren erfolgt, tut sich so den Ärmel hinterher von ihrem Pulli und zeigt mir ein Armband, das darauf steht, Believe in Wonders and Miracles. Für sie ist Manifestieren, etwas, was sie durchaus häufig gemacht. Und das per se allein finde ich durchaus sympathisch, einfach solange man den kosmischen Einfluss weglässt. Wenn es einem nur mal daran erinnert, an seine eigenen Möglichkeiten zu glauben bis zu dem Grad, kann ich sagen, hey, noch total okay. Positive Affirmationen, positive Spiralen auslösen. Ich glaube die auch, wie selbstsicherer, das verändert meine Haltung. Wir wissen auch von zahlreichen Experimenten, Selbstwirksamkeit, die sie sehr gut beleiden. Wenn ich glaube, ich habe eine gewissem, realistischen Maße Möglichkeiten, mein Leben zu steuern, dann wirkt das positiv auf das Ergebnis hinteraus.

SPEAKER_01

Ich tue jetzt noch andoppeln. Du hast jetzt schon ein paar Sachen gesagt, aber ich habe auch gewisse gewisse Grundannahmen oder Mechanismen geschrieben, die schon wissenschaftlich gestützt sind, die mit manifestieren in Verbindung stehen. Und das Erste ist, ich will jetzt die Law of Attraction nennen, aber es gibt ja schon gewisse emotionale Ansteckungseffekte, die ja auch in Studien bewiesen worden sind. Zum Beispiel, wenn ein schlecht geloundes Gruppenmitglied in einer Gruppe schlecht geloundt ist, dann hat das einen Effekt auf die ganze Stimmung in der ganzen Gruppe und dann eben auch auf die Leistung in der ganzen Gruppe. Es gibt schon emotionale Ansteckungen. Oder im Umkehrsschluss, wenn ein Gruppenmitglied mega gut gelohnt ist, dann löst das einer ungut die Lune bei den anderen Gruppenmitgliedern aus und tut die Leistung positiv beeinflusst. Das hat man schon in Studie zeigen können, dass es so gewisse Ansteckungseffekte gibt. Ich weiß jetzt nicht, wie du am Anfang sagt, das Law of Attraction noch viel weiter geht. Aber es gibt Ansteckungseffekte. Mal das. Denn das andere, das ich auch beim Manifestieren, finde, das macht absolut Sinn. Das wird auch unterstützt in der Motivationspsychologie. Fokus auf positive, wir nennen das Annäherungsziel. Also dass man wie sagt, hey, ich wollte fitter werden oder ich wollte einen freien Parkplatz finden oder was auch immer für positive Ziele setzen kann. Das ist tatsächlich meistens sinnvoller als sogenannte Vermeidungsziel. Wenn ich sage, ich wollte einfach ums Verroden keine schlechte Noten schreiben oder ich wollte ums Verroten, ich weiss doch auch nicht, kein gutes Beispiel. Aber dass man wie positiven Sachen angeht und sich positive Ziele vornimmt, macht es auch aus wissenschaftlicher Sinn. Und es kann besonders auch für Leute, die einer immer auf das Problem fokussiert, kann das sehr hilfreich sein, wenn man einfach mal sagt, mach euch dich ein Positives zuwenden und ein positives Ziel formulieren. Dann theoretisch, das hast du auch schon gesagt, mit der Selbstwirksamkeit macht es absolut Sinn. Es kann ja wie eine Erfolgsspirale auslösen. Wenn man sich zum Beispiel vornimmt, hey, ich kann offener auf andere Leute zugehen. Das ist mein Ziel. Und dann erlaubt man einmal, dass das funktioniert, ich kann das, aber ich kann positiv auf andere Leute zugehen. Es bewirkt auch etwas Positives, dass man merkt, okay, ich kann das, und dann auch immer mehr das Verhalten zeigt. Dass es dann immer mehr, immer besser wird, erhöht die Wahrscheinlichkeit, das Verhalten weiterzuzeigen. Da sehe ich absolut positive Seiten des Manifestieransatz. Das andere, was du eben gesagt hast, ist mit der Zielsetzung, dass man sich wirklich überlegt, was sind überhaupt meine Ziele, was sind überhaupt Prioritäten in meinem Leben und sich dann die Aufmerksamkeit auch dementsprechend anpasst, absolut sinnvoll, dementsprechend auch seine Pläne anzupassen und dementsprechend auch die Pläne zu schneiden, macht Sinn. Was man sicherlich keinen Sinn macht, ist einfach, in eine dunklen Kamera zu sitzen, denken, ich visualisiere mir jetzt diesen Traum und let's go, sondern man muss schon ins Handeln kommen. Man kann nicht einfach beim Universum bestellen, um dort. Aber Ziele setzen, Ziele priorisieren.

SPEAKER_00

Du hast es vorgestellt. Bei der bin ich immer wieder angestanden. Wieso? Du kannst nicht einfach in den Raum einsetzen und den Kosmos bauen.

SPEAKER_01

Das passiert halt nichts, du kannst nichts initiieren.

SPEAKER_00

Wenn ich Diskussionen habe, ich kann durchaus auch vereinzelte Leute in meinem Umfeld, die dort eine hohe Affinität drauf haben, dass ein Universum oder Kosmos schon Sachen für ein macht könnt, wenn man dort so richtig andockt. Ich habe zwar für mich selbst schwierig, null nachvollziehbar. Aber ich habe jetzt entgegnen. Und danke vorbereitet auf die Folge, bin ich auf die Gabriele Oettingen gestoss. Ich finde es mega spannend. There is eine ursprüngliche Hamburg, die ist nach der New York University gegangen. Die haben mehr als 20 Jahre Forschung gemacht in diesem Bereich und das positiv Denken paradox aufdeckt. Ich finde, das ist fast das entlarvenste, für alle, die das dunkelklemmer gehen können, auch nicht etwas dafür zu tun wollen, sondern sich nur visualisieren. Fantasien allein schadet sogar. Es ist nicht nur, dass es nicht nützt, es schaden sogar. Unter anderem haben sie in zahlreichen Experimenten gemacht. Aber in einer längsten Studie über eins Jahr hat sie übergewichtige Frauen begleitet. Und sich die Leute Fantasien entwickeln bezüglich ihrem Idealgewicht, wie sie gerne wetten sein. Krass war, die übergewichtigen Frauen mit den positivsten Fantasien, die Fußgang gegangen sind, am meisten Gedanken steuern. Ich kriege das hin, ich kann das visualisieren usw. Die haben im Schnitt 12 kg weniger verloren nach einem Jahr als die mit realistischen Erwartungen. Das ist schon noch krass. Gedanken allein passiert.

SPEAKER_01

Ja, aber es macht ja absolut Sinn, weil wenn du dann so eine passive Rolle gehst und denkst, das Universum wird es für mich richten.

SPEAKER_00

Ja, es erklärt so, und sie haben die positive Fantasien, die sagen physiologisch den Blutdruck. Das führt dazu, dass man physiologisch weniger Antrag hat. Der Erfolg wird wie vorweggenossen, wenn ich das visualise. Gedankt fast ein bisschen dort und das gibt es keine Handlungen. Was du gesagt hast, der wichtige Teil in der Mitte innen, der fällt allein durchs Visualisieren, durch das Manifestieren passiert das nicht. So wie the Secret, the Law of Attraction, ist es sogar das Gegenteil. Es hat sogar den Countereffekt von dem, was wir eigentlich wissen. Sie nennt das Indulging. Das heisst das positive Träumen des Erfolg. Das heisst, wir müssen eine Energie rauben für das echte Handeln. Und weil der Körper entwarnen vor dem Start geht. Und darum sagt sie, dass es darum geht, den Prozess zu visualisieren. Was ist verbunden mit dem Abnehmen? Oder was ist verbunden mit dem Lehren für eine Prüfung?

SPEAKER_01

Aber das ist dann eigentlich ein klassisches Zielsetzen, wie man sich in der Psychologie.

SPEAKER_00

Absolut, genau. Das Prozessvisualisieren ist viel effektiver als das Ergebnis zu visualisieren, führt zu einem viel besseren Effekt. Da gibt es eine coole Studie von Famin Taylor. Sie haben Studierenden von einer Prüfung in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe A hat sich visualisiert mit einer guten Not, also mit einem Ergebnis. Und die Gruppe B hat sich visualisiert selber beim Lehren, also beim Prozess. Kannst du geraten, was war das Ergebnis?

SPEAKER_01

Ja, hoffentlich die zwei Gruppen besser abgeschlossen.

SPEAKER_00

Die Gruppe B hat früher angefangen zu lehren, hat mehr gelehrt und durchaus bessere Noten erzielt. Im Sportlerbereich, Spitzensportler, dasselbe. Das heisst, Profis visualisiert den Bewegungsablauf, die Reaktion auf Rückschläge und nicht einfach allein nur Goldmedaille.

SPEAKER_01

Stell dir vor, oh, die würde sich einfach am Anfang der Sensor denken, ich würde dich kogeln und dann nicht trainieren.

SPEAKER_00

Es spricht nichts dagegen. Es ist Google zu visualisieren.

SPEAKER_01

Genau, als Zusatz.

SPEAKER_00

Als Zusatz. Aber der Prozess drinnen muss unbedingt auch visualisiert werden. Das ist ein krasser Widerspruch zu dem, der Secrets zum Law of Attraction erzählt wird. Ich wäre nachher sogar noch weitergegangen bei dieser Schattenseite.

SPEAKER_01

In der Schattenseite komme ich auch noch dazu. Dann legt du zuerst los. Bevor wir zu den Schattenseiten kommen.

SPEAKER_00

Das ist jetzt schon ein Schattenseite.

SPEAKER_01

Es kann viele Schattenseiten.

SPEAKER_00

Das positiv Denkenparadox, das jetzt schon ein bisschen.

SPEAKER_01

Ja, das stimmt. Aber ich habe mir noch aufgeschrieben, warum das Manifestieren überhaupt so plausibel überkommt oder warum sich das dann auch aufrechterhalten. Das geht eigentlich zurück. Das haben wir auch ein paar Mal auf dem Podcast erwähnt, das sogenannte Confirmation Bias. Dass wir dazu neigen, Informationen aufzusuchen oder auch daran zu erinnern, die unsere Überzeugungen oder unsere Annahmen bestätigen. Das kann man schön beim Manifestieren. Oder aufs Manifestieren übersetzt, wenn wir uns etwas manifestiert vornehmen. Zum Beispiel, ich manifestiere, dass sich die anders bei mir meldet, kann ich auch so durch die Welt, dass ich ausschaue halte, wenn sich die Person bei mir meldet. And when sie sich bei mir meldet, dann ist es ein Treffer. Aber all die mal, dass ich die Person nicht bei mir gemeldet hat, das wird als nicht Treffer wahrgenommen.

SPEAKER_00

Du hast es gut visualisiert.

SPEAKER_01

Du hast es gut manifestiert, genau. Das ist dann das Problem, dass sich die Erfolgsstorys, die Treffer, die wiederum landen in der heutigen Zeit, die landen auf Social Media haben, es haben gut funktioniert, manifestiert. Person soll sich bei mir melden, hat sich tatsächlich bei mir gemuldet. So sich die Erfolgsstorys vermehren. Es geht nicht auf Instagram, und sagst, wenn man manifestierte Person sagen soll sich bei mir melden, es ist zwei Jahre später, sie hat sich noch nicht bei mir gemeldet.

SPEAKER_00

Ja, sogar schwere Kranken. Es wird einfach isoliert alles zurückführt aufs Manifestieren. Wenn jemand schwere Kranken besiegen können, was etwas sehr Positives ist, dann wird gar nicht genug, dass es andere Einflussfaktoren waren, wieso er gesund worden ist.

SPEAKER_01

Genau. Und sie sagen nicht, hey, ich bin noch nicht gesund. Es hat nicht funktioniert, sondern ich würde einfach weiter manifestieren.

SPEAKER_00

Ja, ja, und wenn Teilungsrunde 30% von allen, die die entsprechenden Krankheit haben. Du kannst natürlich Dutzende Beispiele bringen von Leuten, die gehält worden sind. Und du darfst aber auch attribuieren, es war zu manifestieren. Und was du jetzt geschildert hast, ist gemessen, dass Karl Popper eindeutig die Definition einer Pseudowissenschaft nicht falsifizierbar ist. Jedenfalls, wenn es klappt, dann bestätigen es mich in meiner Anlage. Nicht geklappt, heisst, ich habe es nicht gut manifestiert.

SPEAKER_01

Also komme ich zu der Schattenseite zurück. Ist ein Leicher, oder was? Ja, sicher. Was sicher mal mein erster Punkt ist, ich habe über den Begriff Toxic Positivity gestolpert. Man sagt eben, beim Manifestieren, wenn ich positiv durch die Welt gehe, positive Gedanken ziehen wiederum Positives an. Das habe ich ja schon am Anfang gesagt. Im Umkehrschluss heisst das, negative Gedanken ziehen negative Sachen an. Und das heisst, es führt einfach zu einem Druck bei den Leuten, wenn man denkt, ich habe etwas Negatives erlebt, dann heisst das ja im Umkehrschluss, ich habe einfach nicht genug positiv gedacht. Die Schuld ist bei mir, ich bin zu wenig positiv auf die Welt gegangen. Es viele negative Gedanken, etwas stimmt mit mir nicht, wenn ich negativ denke, der Misserfolg wird internalisiert. Wenn man denkt, es ist selber die Schuld daran etwas nicht geklappt, weil man falsch manifestiert hat, nicht genug positiv war. Was diese Toxic Positivity auch mit sich bringt, ist das wichtige negative Gefühl. In der Psychologie sagt man, dass negative Emotionen wie True oder Angst ist absolut angemessen in gewissen Situationen und muss man auch durchleben und ausdrucken. Wenn man diese unterdrückt und einfach sagt, es muss immer unbedingt ums Verrecken positiv durch die Welt gehen, dann kann man nicht das ganze Emotionsrepertoire überhaupt richtig ausleben.

SPEAKER_00

Es findet auch kein Lernen statt, keine Verarbeitung.

SPEAKER_01

Es findet keine Verarbeitung statt. Und je nachdem nutzt man auch weniger angemessene Coping-Strategien. Dass man wirklich realistisches Problem probiert zu lösen, sondern man denkt einfach, ich bin positiv, ich stelle beim Universum, aber so Copingmechanismen, Copingstrategien anwenden, macht man eben nicht, wenn man toxisch positiv durch die Welt gehen wird. Das ist sicher mein erster Punkt. Was du übernehmen, dann weiter. Ja, mach noch weiter. Ich glaube, was auch das Problem ist, wenn man sagt, das Individuum ist eigentlich in der Verantwortung. Und wenn es einen Misserfolg gibt, dann ist das Individuum schuld. Wenn du sagst, weil ich krank bin oder Krebs habe, dann habe ich etwas falsch gemacht. Wenn ich arm bin, habe ich einfach nicht richtig manifestiert. Wenn ich mir eigentlich vorgenommen habe, schwanger werden und ein Kind bekommen, aber es klappt einfach nicht, dann denkt man sich im Umkehrschluss, hey, ich bin selber geschuldet. Strukturelle Faktoren werden dann einfach weggewischt. Dass es auch soziale Ungleichheit gibt, dass es auch Unterschiede gibt tatsächlich in der Gesundheit, dass es auch Zufall gibt, dass es auch unterschiedliche Bildungsmöglichkeiten gibt. Es wird dann einfach weggewischt und es wird alles aufs Individuum abgeschoben. Auf das Manifestieren, da sehe ich schon eine recht grosse Gefahr. Wenn eine lange erziehende Mutter denkt, sie sei selber schuld an ihrer finanziellen Not, obwohl offensichtlich auch irgendwelche strukturellen Einflüsse eine grosse Rolle spielt.

SPEAKER_00

Aus meiner Sicht finde ich das recht schwierig. Es ist das grösste Problem. Wir nennen das ja Victimblaming oder Blame to Victim. Das heisst, im Opfer die Schuld geht da drinnen. Und wenn in The Secret gesagt wird, so ein Universum liefert, was man bestellt. Kranken ist heilbar durch das Gesetz der Anziehung. Arme sind Arme an falschen Gedanken. Kranke sind krank. Sollte einen Umfall haben, haben sie über Gedanken selbst anzuzogen. Ich habe vor der Gromontan oder Iran oder Kerzers angönt. Ich meine, was zählt das? Oder jemand, der Krebs hat oder schwer krank ist, wo es eh schon nicht gut geht, wird dann noch mehr oder Schuld dafür gemacht, dass sie die Krankenheit haben.

SPEAKER_01

Und man sagt eigentlich, alle Leute haben ja theoretisch die Gleichchancen, weil es ist ja nur eine Frage des Mindset. Aber dann wollte man alle gleich wünschen. Man sagt nicht, es gibt auch privilegiertere Leute als andere.

SPEAKER_00

Alle haben den gleichen Start. Das ist so elitär und überheblich. Es gibt in unserem Kulturbereich Leute, die eine gleiche Startchance haben, ob es jetzt eine Befrieden gibt oder auch einen Einkommen, einen Job, was auch immer ist. Und dann können wir in andere Länder gehen, in andere Kontinente. Dann sehen wir einen massive Startvor- oder Nachteile. Das ist eine dritte Magengrube, für alle, die am Boden liegen. Wenn wir sagst, du bist selbst verantwortlich dafür, dass es so geht. Das ist einfach und dürfte nicht der richtige Ansatz sein. Ich habe am Anfang gesagt, ein Drittel der Amerikanerinnen und Amerikanern glauben, dass manifestieren. Das ist ganz neu. Die erste validierte Manifestationsskala, die vom australischen Forsterteam in den USA angewendet wurde mit über 1000 Leuten. Und haben zwei Dimensionen drinnen, haben die persönliche Power, die eigene Kraft, wo man daran glaubt, die Sachen zu ändern können, plus die kosmische Unterstützung. Das sind die zwei zentralen Dimensionen beim Manifestieren. Das spannende Ergebnis, die daraus raus, ist erstens, der Drittel glaubt das Manifestieren. Das zweite Ergebnis, das spannend ist, die Manifester, und da heißt es noch positiv, haben mehr Ambitionen, die nehmen sich selber als erfolgreicher wahr und glauben auch schneller an Zielerreichung. Das haben wir zu dem, was ich vorhin gesagt habe, mit einem Self-Fulfilling Prophecy, alfalls durchaus noch einen positiven Aspekte. Aber das Ergebnis 3. Gleichzeitig sind die, die eine höhere Ausprägung in dieser Manifestationskala haben, häufiger Bankrott, haben riskante Investments, Finanzinvestments tätig, Anfälliger für schnell reichende Versprechen usw. Auf gut Deutsch manifestieren, scheint Hoffnung und Ambition zu fördern, aber auch das magische Denken und einhergehend riskantes Entscheidungsverhalten. Was etwas jetzt noch nicht erforscht ist und unklar ist, ist Korrelation und Kausalität, haben wir auch schon mal diskutiert. Es sind Leute, die ihr manifestiert, riskanter riskanter, oder ist per se etwas, der riskanter unterwegs ist, eher affin für Manifestationstechniken usw. Es ist wirklich auch etwas Gefährliches, wenn man manifestiert. Da drin auch bei sich selber, man sieht die Konsequenzen hin, nicht nur bei der Gewichtsabnahme, die ich vorhin gesagt habe, aber manifestieren kann wirklich zu einem riskanteren Lebensstil führen, der ja auch durchaus Schattenseite ist davon.

SPEAKER_01

Mein letzter Schattenseite, hast du noch mehr Schattenseiten?

SPEAKER_00

Nein, ich würde nachher schon mal sagen, was nehmen wir jetzt aus dem Manifestieren? Das Beste aus dem Manifestieren raus.

SPEAKER_01

Wir haben es eigentlich schon gesagt, aber ich wollte es einfach nochmal nachdoppeln. Was ich eben auch als grosse Schattenseite sehen, ist, wenn man nicht in die Gang kommt, wenn man nicht ins Handeln kommt und einfach denkt, ich lege zurück, fokussiere auf visualisieren und diese Affirmationen, manifestiere in meinen Traumjob, aber ich lege keine Bewerbungen raus, dann führt das nicht zu einem Outcome. Und ich habe wie in der Recherche herausgefunden oder ja, ist gestanden, dass im Buch The Secret, wo du schon erwähnt hast, dass dort auch Beispiele genannt werden wie eine Person, die von Krebs gehält wurde, ist, rein durchs Manifestieren, bei gleichzeitigem Absetzen der medizinischen Behandlung. Ich finde dort die Gefahr, wenn man sich nur noch aufs Manifestieren visualisieren, meditieren, sich Gedanken positive Gedanken zu schapen. Wenn man nur noch auf diese Karten setzt, dann ist bei mir auch ein riesiger Schattenseitenpunkt.

SPEAKER_00

Das ist echt zusammenfassend. Was ich vor dir gesagt habe. Mehr Ambitionen, nehmen sich erfolgreicher wahr und glauben, schneller an Zielerreichung. Als positiven, vermeintlich einen positiven Aspekt und dafür riskantere Entscheidung. Ich werde beim letzten Punkt. Was wirklich wirkt, was können wir aus dem Manifestieren rausnehmen, weil wir immer nur darum, Leute nicht vor den Kopf zu schossen und sagen, es ist ein komplett Humboldt, was du da machst. Sondern was aus dem raus weiterbehalten kannst, aber was musst du mindestens ergänzen in dem Ganzen innen, damit es ein Päckchen gibt, das wirklich auch effektiv ist, noch ein gewisser effektiv ist. Zuerst funktioniert beim Manifestieren. Klare Ziele formulieren, weil wir haben ganz wenige Informationseinheiten, die verarbeitet werden. Und durch klare Ziele können wir steuern, was aktiviert wird. Wir können unsere Wahrnehmung verändern, wir können unsere Aufmerksamkeit steuern. Das ist sicherlich eine gute und wichtige Komponente, auch hinter so einem Armband, wie meine Kollegin zum Beispiel hat. Selbstwirksamkeit, das heisst ein kleines Erfolgserlebnis, das man hat durch das positives Gefühl, das man sagt, ich schaffe, dass ich es schaffe, was ich kann. Die Selbstwirksamkeit ist auch etwas Positives. Diese Aspekte finde ich, die kann man heute setzen. Das würde auch Psychologie unterschreiben. Was funktioniert nicht, noch nicht, ist, passiv träumen und warten, bis das Universum liefert. Das geht schlicht und einfach nicht. Eine Ergebnisvisualisierung raucht Energie und die toxische Positivität, die du angesprochen hast, führt zu fehlenden Reflexion und zu einem Bestätigungsfehler. Confirmation Bias, hast du das genannt? Wir machen alles, was klappt man sieht. Ich kann es visualisiert, ich kann es manifestiert und blende komplett aus, was zuerst zu dem Ergebnis geführt wird. Mit was sollten wir es ergänzen können? Das haben wir einfach mal antönt, aber ich wollte nur eins, zwei, drei Minuten rumgehen, weil ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man hier etwas rausnimmt für sich selber, wenn man seine Zukunft positiv steuert. Die Prozessvisualisierung, die wir angesprochen haben, vom Spitzportler oder dem, der das Lehren visualisiert, statt die guten Noten oder auch der Prozess oder die beim Abnahmen visualisiert, statt nur die dünne Figur drinnen. Den Weg vorstellen, nicht nur das Ziel. Das ist ganz etwas Wichtiges. Ich bin als Vorbereitung dieser Erfolge mit einem Kollegen an der Hochschule Zern, mit dem Pierre Kocher, noch das Kaffee trinken kann. Auch das Waldpflichtmodul Positive Psychologie und Resilienz mit einer Kollegin zusammen, die immer mega schnell ist bei den Studis ausgeführt. Und dann habe ich gefragt, was ist die Schnittmenge positiver Psychologie und manifestieren kann. Dann habe ich es geschafft, gibt es solche Schnittmengen. Wo man geredet miteinander und ein paar Sachen, die er mitgebracht hat, haben wir es durchaus tun, dass es Schnittmengen gibt, wo man mit der positive Psychologie mitkommen. Zwei Übungen, die ich sagen, die er mehr Daten genannt hat, wo er viele Leute Module gemacht hat. Das eine ist das sogenannte best possible self, also das bestmögliche Selbst, sich selber vorzustellen, die bestmögliche Zukunft, sich vorzustellen, wie man selber sein wollen wollen, aber mit dem wichtigen Zusatz, nachdem du Herd dafür geschafft hast. Du musst dir überlegen, wenn ich viel mache dafür, wo könnte ich landen könnte. Du hast auch einen ganz klar einen Prozessfokus drinnen. Dann gibt es Meta-Analen mit 26 Studien, die ganz klar sagen, dass die Technik von dem best possible Self Wohlbefinden und Optimismus signifikant steigern können. Hier läuft ganz klar kurze, regelmäßige Übungen, es braucht nur ein paar Minuten pro Tag, kann man das Self-Fulfilling Prophecy inklusive Prozess auf einem Weg begeben, der wirksam ist, nachweisbar wirksam ist. Die zweite Übung, die er mir genannt hat, ist die sogenannte 3-Dinge-Übung. Das heisst, am Obung drei gute Sachen aufzuschreiben, die einem an diesem Tag passiert sind. Auch das erhöht eindeutig Wohlbefinden und reduziert das Stresssymptome nachweisbar. Der Punkt ist, Mensch, am Ende des Tages. Das habe ich uns schon ein paar Mal gemacht. Zum Teil über zwei, drei Jahren, was hätte ich glücklich gemacht? Und du merkst, sie haben richtig mühe und negative Sachen, die nicht gut sind, können den Tag auch überlagern. Aber wenn du etwas trainierst, dann plötzlich. Der Blickwinkel ändert sich auf den Tag. Und genau die Änderung des Blickwinkel, das ist extrem wichtig, weil du die Sachen einfach auf anders anschaust und das Glas deutlich halb voller statt halb Lärdinnen. Und das hat nichts mit dem Kosmos, nichts mit dem Universum zu tun, sondern mit der Umbewertung der Gedanken und von einem durchaus erlaubten Fokus auf die positiven Gedanken und auf die Positiven Erlebte. Zusammengefasst, im Ganzen, möchte ich Wupen proklamieren. Zwar auch mit Gabriele Oettingen, die ich vorhin angesprochen habe. Die hat so einen Prozess, das nennt sie WUP-WOOP. Das ist zwar Englisch, aber ich finde, Wupen tönt so schön, dass es genau so stehen wird sagt: Statt zu manifestieren, sollst du so einen Prozess haben mit vier verschiedenen Schritten. W steht für Wish, das heisst der Wunsch am Anfang. Und das sollte realistisch und gleich für dich bedeutsam sein. Du wärst froh, wenn du erreichen. Es ist nicht nur einer, weil es jetzt auf Social Media alle machen kann, sondern es wäre dir wichtig, dass du erreichen kannst und es soll gleich noch irgendwie erreichbar sein da drinnen. Das erste von diesen zwei O' ist Outcome. Und zwar geht ein bisschen das best possible selfie. Das beste Ergebnis, das ich mir vorstellen, dort drinnen. Und nur kurz visualisieren, wo würde ich gerne reinkommen. Das zweite O steht für Obstacle. Also Hindernis. Das grösste innere Hindernisse, das dich hindern daran, dass du das Ziel erreichen kann, das Outcome. Dann musst du dir bewusst sein. Und das P nachher ist der Plan. Wie hast du es vor zu implementieren, wenn das Hindernis eintritt, was mache ich denn ganz konkret für die Handlung? Und hier zu den Wupen von Gabriele Oettingen gibt es auch eine Meta-Studie mit Meta-Analys mit 86 Studien, fast 4'000 Probanden über alle Studien hinweg. Und die Wuppe wirkt nachweislich in Akademie, in Ernährung, in Sport, in anderen Bereichen hinnehmen. Wir haben in dieser Analyse herausfinden, dass das Kombi aus dem positiven Vorstellen und der Erhindernisarbeit und die konkreten Actions, also dem Plan, stellt jede Technik allein. Also Kombination, hier macht es aus. Dann darf man gerne am Anfang ein Armband sein mit der Vorstellung, was ich am Ende für den Wish, das darf hier sein. Das Outcome darf hier sein, aber es geht nicht ohne Plan. Miriam, was ist jetzt dein Aha-Moment der Erfolg? Nach diesen Zegen?

SPEAKER_01

Mein Aha zum Thema Manifestieren ist. Ich finde es generell. Ich hoffe, das hat man auch rausgehört. Ich finde es generell sinnvoll. Weil man fokussiert sich auf positive Sachen. Man priorisiert, in welche Richtung man gehen wird. Dann ist aber wichtig. Das ist hoffentlich auch weiter gekommen. Man kann nicht einfach nur passiv in einen dunklen Raum hineinsitzen und im Universum stellen, sondern man muss wirklich in den Gang kommen, wie du jetzt vorher diese Woop-Methoden präsentiert hast. Wenn man das Wooper implementieren kann, sicherlich viel erfolgsversprechender als im dunkle Raum manifestieren. Das war mein Haar.

SPEAKER_00

Ich würde auch noch sagen, dass uns zum Thema Manifestieren. Würde ich ganz einfach zusammensammeln. Hashtag Boop statt Hashtag Manifestieren oder Manifestation.

SPEAKER_01

Das war es mit dieser Erfolg von VolksPsycho. Schön, habt ihr hineingost. Spannende Literatur zum Thema Manifestieren findet ihr in der Beschreibung dieser Erfolge und alle Psychologie-Angebote der Hochschule Luzern auf hslú.ch.psychologie.

SPEAKER_00

Diese Folge erscheint ja Ende April und kurz vor Ende April und am 30. April noch einmal. Als Erinnerung: Anmeldung für unsere Bachelor- und Masterprogramm in Business Psychology und übrigens auch in Business Administration. Wir kommen zu uns als Hochschule Luzern, die schreiben cool an. Gerade in diesem Zusammenhang hat nicht alles am Manifestieren schlecht, hat es Miriam ganz schön gesagt. Stellt euch zum Beispiel vor, wie wir uns ein Bachelor, Master oder auch ein CAS-Diplom in Customer Psychology oder Hochschule Luzern in der Hände haben, wenn ihr es wupp macht und nicht einfach nur blind euch das Diplom vor Augen führt, dann klappt das am Ende auch. In diesem Sinne geht weiter mit offenen Augen durch die Strasse. Ihr wisst ja, dort dossa ist alles voller Psychologie oder eben voller Psycho. Bis bald und tschüss zusammen. Tschüss zusammen!