Im Herzen Unternehmerkind - mit Claudia Hoffmann
In meinem Podcast dreht sich alles um das besondere Lebensgefühl, in einer Unternehmerfamilie aufzuwachsen.
Ich spreche mit Nachfolger:innen, Unternehmerkindern und Expert:innen über Chancen, Herausforderungen, Traditionen und den eigenen Weg – ehrlich, inspirierend und persönlich.
Meine Perspektive als Unternehmerkind und Mentorin für Unternehmerfamilien fließt dabei immer mit ein.
Wir beleuchten bewegende Nachfolgegeschichten – auch von Menschen, die ihren ganz eigenen Zugang zum Unternehmertum gefunden haben.
Ein Podcast für alle, die zwischen Herkunft und Zukunft ihren Platz finden wollen.
Im Herzen Unternehmerkind - mit Claudia Hoffmann
Geld ist nie nur Geld: Die unsichtbare Prägung von Unternehmerkindern
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Geld ist nicht einfach nur etwas Rationales. Es ist Gefühl, Erfahrung – und oft geprägt von dem, was wir als Kinder zwischen den Zeilen mitbekommen haben.
Gerade in Unternehmerfamilien ist Geld zwar immer präsent – und gleichzeitig wird so wenig wirklich darüber gesprochen.
In dieser Folge schauen wir gemeinsam unter die Oberfläche:
- Wie entsteht unsere Beziehung zu Geld eigentlich?
- Welche Rolle spielen Prägung, unausgesprochene Erwartungen und Erfahrungen aus der Kindheit?
- Und warum fühlen sich Themen wie Geld, Verantwortung oder Sicherheit manchmal so widersprüchlich an?
Du bekommst Impulse, die dir helfen können, deinen eigenen Umgang mit Geld bewusster zu verstehen – ohne Druck, ohne Schuld.
Dafür mit mehr Klarheit und Verständnis für dich selbst und deine Geschichte.
Deine Einladung
In der Folge hast du bereits davon gehört:
Ich habe eine anonyme Umfrage erstellt zum Thema
👉 „Wie ist Deine Beziehung zu Geld?“
Gerade als Unternehmerkind bringen wir oft ganz eigene Prägungen rund um Geld mit.
Wenn du Lust hast, dich damit bewusster auseinanderzusetzen, bist du herzlich eingeladen, teilzunehmen.
Den Link findest du hier: Survio-Umfrage zum Thema Geld
🎧 Hör auch in diese Folge rein
In der Folge mit Pia Kondermann sprechen wir über finanzielle Unabhängigkeit und den eigenen Weg – eine perfekte Ergänzung zu dieser Episode.
👉 Hier geht es zur Folge
📚 Buchtipp aus der Folge
Ein Hund namens Money
Ein wunderbarer Einstieg, um spielerisch mit Kindern über Geld ins Gespräch zu kommen – und oft auch für uns Erwachsene nochmal ein echter Perspektivwechsel.
💌 Wenn dir die Folge gefallen hat
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Was kommt dir spontan in den Sinn, wenn du an Geld denkst? Sicherheit? Freiheit? Druck? Oder vielleicht sogar Angst? Vor einiger Zeit habe ich genau diese Fragen Menschen, die in Unternehmerhaushalten groß geworden sind, kurz Unternehmerkinder, in einer eigenen Umfrage gestellt. Und die Antworten waren alles. Nur nicht eindeutig. Und vielleicht merkst du schon an diesen wenigen Begriffen, die ich ihm genannt habe, Geld ist nicht nur Geld. Es ist immer auch Gefühl, Erfahrung und ganze Prägung. Und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen. Über deine Beziehung zu Geld als Unternehmerkind. Bevor wir tiefer einsteigen, wenn du die letzte Folge mit Pia Kondermann noch nicht gehört hast, dann hör sie dir unbedingt an. Da geht es viel um finanzielle Unabhängigkeit und darum, den eigenen Weg zu gehen. Nach der Aufnahme haben wir damals noch etwas weitergesprochen, Pia und ich, und ein Gedanke ist mir dabei besonders hängen geblieben. Nämlich, dass wir als Unternehmerkinder oft mit einem bestimmten Ohr zuhören, nämlich dem Kindohr. Also nicht dem, das verstehen will, sondern dem, das einfach noch nicht so weit ist. Vielleicht kennst du das. Themen wie Geld, Verantwortung oder Zahlen waren zwar irgendwie immer da, aber du hast sie noch nicht wirklich gehört oder nicht wirklich hören wollen, weil sie noch zu komplex waren. Oder zu weit weg. Und manchmal auch noch nicht relevant. Und erst Jahre später kommt dann dieser Gedanke, eigentlich hätte ich da ja schon so viel lernen können. Vielleicht kennst du genau diesen Moment, diesen kurzen Stich zwischen Erkenntnis und einem leisen Vorwurf an sich selbst. Genau hier möchte ich heute mit dir ansetzen. Nicht um zurückzuschauen und zu bewerten, sondern um zu verstehen. Denn ich glaube, dass genau darin etwas liegt, das unglaublich entlastend sein kann. Wenn wir beginnen zu erkennen, woher unsere Haltung zum Thema Geld eigentlich kommt, dann verändert sich etwas. Dann darf Druck gehen und die Schuld wird vielleicht leiser. Und stattdessen entsteht etwas anderes. Verständnis. Für sich selbst und für deine Familie. Und genau von da aus schauen wir jetzt tiefer. Denn in Unternehmerfamilien ist Geld immer präsent. Und gleichzeitig wird so wenig wirklich darüber gesprochen. Vielleicht kennst du ihn schon, den unsichtbaren Gast am Küchentisch. Für alle, die neu hier sind, hallo erstmal. Und damit meine ich natürlich das Familienunternehmen. Der unsichtbare Gast, der sitzt immer mit am Tisch, redet über Aufträge, Zahlen, Entscheidungen und übernimmt ganz selbstverständlich den Raum. Und ja, das ist wertvoll. Aber gleichzeitig passiert noch etwas anderes. Als Kind hörst du oft vor allem das Schwierige. Sorgen, Unsicherheiten, Druck. Und auch wenn das nie so gemeint ist, bleibt manchmal ein Gefühl zurück. Das ist ganz schön viel. Oder sogar, das macht mir irgendwie Angst. Und während dieser Gast so viel Raum einnimmt, bleibt für deine Welt manchmal weniger Platz. Und dann entsteht ein Gefühl, dass viele gar nicht so richtig greifen können. Ich komme hier irgendwie nicht richtig vor. Beim Thema Geld selbst wird es oft noch stiller. Obwohl es ständig präsent ist, werden Hintergründe selten erklärt. Zahlen sind da, Entscheidungen sind da, aber das Warum dahinter bleibt oft unsichtbar. Und vieles wird eher über die Stimmung am Küchentisch transportiert als über faktische Klarheit. Später stehst du dann da und denkst, warum weiß ich das eigentlich nicht? Und gleichzeitig ist da dieses Gefühl, ich müsste das doch wissen. Und genau hier kommt ein Thema ins Spiel, über das wir zu wenig sprechen, meiner Meinung nach. Charme. Als ich damals Unternehmerkinder gefragt habe, was sie mit Geld verbinden, waren die Antworten unglaublich unterschiedlich. Für manche ist es Freiheit, für andere eher Sicherheit. Und ganz andere sagen wieder, Druck. Eine Person hat damals gesagt, immer zu wenig, egal wie viel ich habe. Eine andere meinte, Geld ist Energie und Möglichmacher. Und genau das zeigt es doch. Unsere Beziehung zu Geld ist oft widersprüchlich. Und ein Thema, das dabei immer wieder auftaucht, ist Sicherheit. Denn ja, Geld kann Sicherheit geben. Vielleicht war vieles finanziell bei euch möglich. Vielleicht gab es auch einen gewissen Rahmen. Oder du hast dir um bestimmte Dinge vielleicht gar keine großen Sorgen machen müssen. Und gleichzeitig hast du oft früh gelernt, Sicherheit ist nicht selbstverständlich. Aufträge können wegbrechen. Entscheidungen haben große Auswirkungen und Verantwortung ist real. Und auch wenn das nie direkt angesprochen wurde, entsteht manchmal ein leises Gefühl. Es kann jederzeit anders sein. Und dann gibt es noch einen Aspekt zum Thema Sicherheit, den ich als besonders herausfordernd für Unternehmerfamilien wahrnehme. Denn wenn sehr viel Geld da ist, kann das gleichzeitig auch ein Sicherheitsrisiko sein. Und das führt nicht selten dazu, dass Unternehmerfamilien sehr bewusst damit umgehen. Bloß nicht auffallen, nicht zu viel zeigen, sich lieber ein Stück zurücknehmen. Kurzum, eher Understatement als Protzen. Und auch das ist eine Form von Prägung. Ein besonders prägender Moment ist oft der Übergang in die eigene Verantwortung. Wenn Geld einfach da war und du dich nie wirklich darum kümmern musstest, kann der Moment, in dem du selbst Verantwortung übernimmst, sich ziemlich intensiv anfühlen. Vielleicht wie ein kleiner Fall aus dem Paradies. Vielleicht ist er nicht mehr nur Sicherheit, sondern auch Unsicherheit. Und genau an dieser Stelle passiert oft etwas, das wir gar nicht bewusst wahrnehmen. Denn all diese Erfahrungen werden irgendwann zu etwas Innerem, zu Überzeugungen und zu inneren Sätzen. Und damit sind wir bei dem, was wir Glaubenssätze nennen. Vielleicht hast du den Begriff schon einmal gehört. Im Grunde sind Glaubenssätze Überzeugungen, die wir irgendwann gelernt haben und die sich heute einfach wahr anfühlen. Zum Thema Geld könnten das zum Beispiel Sätze sein wie für Geld muss man hart arbeiten. Geld hat man, aber man spricht nicht darüber. Je mehr Geld ich verdiene, desto erfolgreicher bin ich. Das Spannende ist, diese Sätze entstehen nicht, weil wir sie bewusst gewählt haben, sondern weil wir sie erlebt haben. Durch das, was wir in unseren Familien gehört haben und durch das, was uns vorgelebt wurde. Manchmal auch durch das, worüber eben nicht gesprochen wurde. Vielleicht erinnerst du dich gerade an einen Satz aus deiner Kindheit oder an eine bestimmte Situation, in der es um das Thema Geld ging. Und genau daraus entsteht oft so etwas wie eine innere Wahrheit. So ist Geld. Und diese Wahrheit nimmt man mit in Entscheidungen, in Beziehungen und in den eigenen Weg. Bis zu dem Moment, in dem man vielleicht zum ersten Mal innehält und merkt, mein Umgang mit Geld ist gar nicht neutral. Und wenn man diesen Gedanken einmal zulässt, dann öffnet sich oft noch eine ganz andere Ebene. Ein Bereich, über den wir ebenfalls zu wenig sprechen, ist die Verbindung zwischen Geld und Beziehung. Denn Geld ist in Unternehmerfamilien selten nur ein sachliches Thema. Es ist oft auch ein Beziehungsthema. Und das zeigt sich manchmal in ganz kleinen Situationen. Wenn Eltern unglaublich viel arbeiten, wirklich alles geben für das Unternehmen und für die Familie und gleichzeitig vielleicht wenig Zeit da ist, dann fallen manchmal vielleicht so Sätze wie, wir machen das doch alles nur für euch. Und ich glaube, viele Unternehmerkinder kennen diesen Satz. Und er ist ja auch sehr liebevoll gemeint. Und gleichzeitig kann aber auch etwas in einem auslösen. Vielleicht so ein Gefühl von, ich sollte dankbar sein. Und ich darf mich eigentlich gar nicht beschweren. Vielleicht sogar, ich muss dem irgendwie gerecht werden. Und ganz leise entsteht eine Verbindung zwischen Geld und Liebe, Leistung und Zugehörigkeit. An dieser Stelle ist es besonders wichtig zu sagen, das geschieht in den meisten Fällen ganz unbewusst. Nicht, weil Eltern Druck machen wollen, sondern oft, weil sie ihr Bestes geben wollen, für das Unternehmen und für ihre Familie. Und sicherlich auch, weil sie ihre ganz eigene Geschichte mit Geld haben. Und ein anderes Beispiel, das ich in diesem Zusammenhang oft beobachte, wenn Geld immer da ist, wenn vieles möglich gemacht wird und man sich vielleicht gar nicht bewusst um Geld kümmern musste, dann kann später, wenn man Selbstverantwortung übernimmt, plötzlich eine große Unsicherheit entstehen. Kann ich das überhaupt? Was, wenn ich Fehler mache? Und vielleicht zeigt sich das Thema auch andersrum. Wenn Geld als eine Art Steuerungsmittel eingesetzt wird, dann drehe ich dir den Geldhahn zu. Und solche Sätze bleiben hängen und sie prägen. Und ein Punkt, den ich besonders spannend finde, das Thema Studium. Viele Unternehmerkinder gehen ihren Weg nicht ganz frei, sondern auch mit Blick auf eine mögliche Nachfolge. Und wenn die Eltern das finanzieren, kann sich manchmal ganz unausgesprochen ein Gefühl entwickeln von, ich schulde ihnen etwas. Auch wenn das nie ausgesprochen wurde und auch nie verlangt wurde, es ist trotzdem da. Und all das wirkt, oft unbewusst, bis zu dem Punkt, an dem man selbst Entscheidungen trifft. Vielleicht selbstständig wird oder ins Unternehmen einsteigt. Und genau deshalb lohnt es sich, da einmal genauer hinzuschauen. Denn dein Umgang mit Geld ist nicht zufällig. Er ist gewachsen. Nicht um Schuld zu suchen, sondern um zu verstehen. Und vielleicht nimmst du dir nach dieser Folge einfach mal einen kleinen Moment für dich und fragst dich, wie wurde denn bei uns über Geld gesprochen zu Hause? Was habe ich gelernt, bewusst oder unbewusst? Und was davon fühlt sich heute eigentlich noch stimmig an? Du hast vielleicht schon gehört, ich habe dazu eine kleine anonyme Umfrage erstellt. Wie ist deine Beziehung zu Geld, heißt sie. Wenn du dich in dem, was ich heute geteilt habe, ein Stück wiedergefunden hast, dann ist diese Umfrage vielleicht eine schöne Möglichkeit, da nochmal ein bisschen tiefer für dich hinzuschauen. Den Link dazu, den findest du in den Shownotes. Zum Schluss möchte ich dir noch ein paar Gedanken mitgeben. Das sind keine fertigen Lösungen, sondern eher kleine Impulse, die du vielleicht für dich und deine Familie mitnehmen kannst. Ein erster Gedanke ist, mehr über Geld zu sprechen und dabei in Verbindung zu bleiben. Nicht nur dann, wenn es schwierig ist, sondern auch in den ruhigen Momenten. Und vielleicht mit dem Bewusstsein, dass nicht jedes Gespräch sofort ankommt. Manches wird erst später verstanden, vielleicht auch erst Jahre danach. Aber es darf gesagt werden und es darf erklärt werden. Mir hat zum Beispiel etwas ganz Einfaches geholfen. Das Buch Ein Hund namens Manni. Darüber bin ich mit meiner Tochter ganz spielerisch ins Gespräch gekommen und habe dabei selbst noch viel gern. Ein zweiter Gedanke, Raum lassen für Fragen, auch für die, die gar nicht gestellt werden. Denn manchmal fehlt nicht die Möglichkeit, sondern einfach nur der richtige Moment. Und vielleicht geht es gar nicht immer darum, direkt Antworten zu haben, sondern darum zu zeigen, du darfst jederzeit fragen. Ohne Bewertung und ohne Druck. Und ein dritter Gedanke, der mir persönlich besonders wichtig ist, was lebe ich eigentlich im Umgang mit Geld vor? Denn Kinder hören nicht nur mit dem Verstand, sie hören auch mit dem Gefühl, mit dem, was zwischen den Zeilen passiert. Und vieles von dem, was sie heute vielleicht noch nicht greifen können, wird später zu ihrer inneren Wahrheit. Und vielleicht genau ist das der Anfang. Nicht alles sofort richtig zu machen, sondern bewusster hinzuschauen. Und auch zu akzeptieren, dass manches erst verstanden wird, wenn man auch bereit dafür ist. Und vielleicht ist genau jetzt der Moment, in dem du beginnst, deine eigene Geschichte mit Geld ein Stück bewusster zu verstehen. Und wenn dich meine Gedanken zum Thema Geld abgeholt haben, dann freue ich mich, wenn du den Podcast abonnierst oder diese Folge mit jemandem teilst, für den sie gerade wichtig sein könnte. Und dann hören wir uns vielleicht bei einer nächsten Folge wieder hier bei Im Herzen Unternehmerkind. Bis dahin, deine Claudia.