Zwischen Schlau und Scheißegal
Du willst nicht nur zuhören, sondern mitdenken?
Dann willkommen zwischen schlau und scheißegal – dem Podcast, der dein Hirn kitzelt und dein Weltbild schubst.
Wir sind keine Influencerinnen, wir sind Expertinnen. Punkt.
Und wir bringen Wissen aus Coaching, Sport, Mentaltraining & Gesundheit – ohne Filter, aber mit Haltung.
Klar, kritisch, klug. Und manchmal auch einfach: scheißegal.
Scheißegalität als Haltung.
Zwischen schlau und scheißegal ist kein Laberpodcast – sondern ein Ort für neue Perspektiven, kluge Gedanken und ehrliche Worte.
Wir sind zwei Frauen mit fundiertem Wissen, klarer Haltung und einer Vorliebe für unbequeme Wahrheiten.
Wenn du dein Mindset verändern willst, ohne dabei in esoterischer Suppe zu versinken – willkommen.
Wenn du dein Mindset wirklich verändern willst – ohne Räucherstäbchen und rosarote Brille – dann hör rein.
Ewi:
Ingenieurin, Athletin, Fitness-Coach, Mentaltrainerin.
Nina:
Kommunikationswissenschaftlerin, Yogalehrerin, Coach, Mentaltrainerin.
Zwischen Schlau und Scheißegal
Neuanfang mit 30 ist Bullshit- dein Leben hat nie pausiert
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
„Neuanfang mit 30“ – klingt, als würde dein Leben komplett neu starten.
Tut es aber nicht.
In dieser Folge sprechen wir darüber, warum viele Menschen Veränderungen wie Trennung, Jobwechsel oder Umzug sofort als kompletten Neustart sehen –
und sich damit selbst unter Druck setzen.
Wir gehen darauf ein, wie stark uns gesellschaftliche Erwartungen, Social Media und klassische Lebensmodelle beeinflussen:
Mit 30 solltest du „ankommen“, Erfolg haben, wissen, wer du bist und wohin dein Leben geht.
Und wenn das nicht so ist, fühlt es sich schnell nach Scheitern an.
Wir sagen klar:
Es ist kein Neuanfang.
Es ist einfach ein weiterer Abschnitt in deinem Leben.
Es geht um Persönlichkeitsentwicklung, mentale Gesundheit, Selbstzweifel, Orientierung im Leben und den Umgang mit Veränderungen.
Warum du nichts verpasst hast.
Und warum Wachstum nicht linear verläuft – egal ob mit 30, 40 oder später.
Denn dein Leben pausiert nicht.
Du entwickelst dich die ganze Zeit weiter.
Vielleicht brauchst du keinen Neuanfang.
Sondern eine realistischere Perspektive auf dein eigenes Leben.
Hallo und welcome back zu einer neuen Podcast-Folge. Und zwar heute habe ich das Thema mitgebracht. Wir haben Neuanfang mit 30 is Bullshit. Dein Leben hat nie pausiert. Oh, gutes Thema.
SPEAKER_01Finde ich super. Geht gerade ganz vielen so. Oder ist halt wahrscheinlich auch irgendwo meine selektive Wahrnehmung. Und über das habe ich letztens gerade nachgedacht, warum man dann immer sagt, okay, neu anfangen, warum fängt man denn neu an? Das Leben hat ja nie aufgehört.
SPEAKER_02Ja, aber wir müssen jetzt erstmal klar werden, von was reden wir hier. Reden wir wirklich, hey, wir wollen neu anfangen mit 30, Leute sollen neu anfangen oder meinst du die ganzen Leute, die auf Instagram sagen, oh no, ich bin mit 30 und muss neu starten? An was denkst du?
SPEAKER_01Ich denke eher ans Weiteres. Okay. Weil man irgendwie denkt, okay, man hat jetzt alles verloren und fängt auf einmal wieder bei Null an.
SPEAKER_02Wenn man zum Beispiel sich getrennt hat oder sowas, gell? Das tun ja voll viele so deklarieren, wenn sie sich so Ende 20 dann getrennt haben oder irgendwas aufgebaut haben in ihrem Partner und dann haben sie sich getrennt und dann, ja, Neustart mit 30 und ich hätte niemals gedacht, dass mein Leben wieder neu beginnen muss mit 30 und ich habe so versagt und bla bla bla, so in die Extreme, ne? Betreiben sehr viele. Ich weiß jetzt nicht, ob das Clickbait ist auf Instagram, aber ich glaube nicht. Ich glaube, die Leute fühlen sich tatsächlich dann auch so und wollen es natürlich nochmal ein bisschen vermarkten auf Insta.
SPEAKER_01Ja, es ist, glaube ich, eine Mischung, aber ich kann es voll nachvollziehen, weil mir ging es Anfang 30 auch so. Ich war zwölf Jahre lang in einer Beziehung und dann kam die Trennung und das ist schon irgendwie so, man hat sich das halt alles anders vorgestellt und so geht es dann wahrscheinlich den meisten. Man denkt, okay, mit Anfang 30 stellt man sich vor, hat man alles geschafft, aber was heißt das schon? Man hat dann Familie, man hat ein Haus, man hat einen Partner und das ist ein Idealbild, was eigentlich eine Illusion ist. Mittlerweile verschiebt sich das eh alles so ein bisschen nach hinten und bricht das ganze Bild auch ein bisschen auf, dass es nicht mehr so sein muss. Aber natürlich hat man so dieses Gefühl, wenn so Anfang 30 eine Trennung kommt oder man einen Job verliert oder so, oder man komplett eben in eine neue Wohnung geht, dass man neu anfängt.
SPEAKER_02Ja, finde ich auch. Aber ich meinte, dass ich habe das auch gehabt, Ende 20 Betrennung, dies, das und ja, ich finde aber, es hat sich für mich nie so angefühlt, als muss man... als hat mein Leben neu gegangen, als hätte ich so einen Neustart im Leben. So, keine Ahnung, mit Neustart interpretiere ich zum Beispiel auch immer so, okay, ich habe jetzt einen Job und den habe ich jetzt beendet und fange jetzt einen neuen Job an. Und ich finde, es ist genau das gleiche mit einer Beziehung und es ist genau das gleiche mit, keine Ahnung, mit irgendeiner Neuausrichtung oder irgendeinem neuen Hobby. Aber ich finde, viele Menschen stellen das so dar oder fühlen so, als würden sie das Leben quasi einen Neustart jetzt haben. Aber dabei sind es immer nur Teile unseres Lebens. Weil das Leben, wie ja das Thema auch sagt, geht ja eigentlich immer weiter. Und es ist nie so, dass man von jetzt auf gleich einfach sagt, oh, ich muss jetzt neu starten mit allem und bla bla bla. Ich finde das so überzogen, weil ich mir denke, ja, es hat ein Teil deines Lebens, ist nicht deinen Vorstellungen nachgelaufen und da gibt es jetzt eine Veränderung. Aber grundsätzlich sind Veränderungen ja immer da. Nur das ist, wie viel Emotionalität interpretieren wir in eine Veränderung, dass wir denken, fuck, unser Leben hat jetzt einen Neustart. Ja, ich hätte geil. Also ich finde, ein Neustart ist erst, wenn du wieder aus der Gebärmutter deiner Mutter schlüpfst.
SPEAKER_01Dann hast du einen Neustart. Ja, weil es ist halt, ja genau, das stimmt. Aber es ist halt irgendwie so alles, was neu ist oder Veränderungen, da verlässt man halt einfach die Komfortzone und das ist am Anfang irgendwie halt nie so geil. Bis man es dann erst wieder kennt und bis man sich vielleicht auch einlassen kann auf neue Umstände. Aber es ist ja gerade auch bei uns beiden, jetzt sind wir jetzt in dem aktuellen Moment, wo wir den Podcast aufnehmen, beide Single, sind Mitte 30 und da hat man vielleicht eben auch gedacht, okay, ich sitze hier schon, also ich zumindest, ich habe mir gedacht, okay, ich sitze hier mit zwei Kindern.
SPEAKER_02Yeah, und das Ding ist, dass es ja auch witzig, ich finde, erst mit 30 fängst du an, richtig zu denken. So blöd klingt. Wir denken immer so, ja, es ist mit 30 alles entschieden, dabei fängst du erst Ende 20 an, wirklich mitzudenken. So blöd klingt. Oder dir über das Leben Gedanken zu machen. Davor hast du so einen Fahrplan im Sinne von, ja, ich mache jetzt, keine Ahnung, bei mir der Weg. Schule, Uni, Job suchen, bumm, keine Ahnung, whatever. Bei anderen ist es vielleicht ein anderer Weg. Aber da hat man es nicht vorgegeben, aber man hat so ein Ding, okay, ich muss jetzt das, das, das machen. Und irgendwann mal mit 30 oder Ende 20 fängst du dir an, eigentlich erst wirklich Gedanken zu machen über dein Leben. Im Sinne, was mag ich, was mag ich nicht, was gibt mir Kraft, was gibt mir keine Kraft, mit was will ich mein Leben verbringen, bla bla. Da fängst du erst an zu denken, wieso sollte denn da alles entschieden sein? Also man hat keinen Sinn irgendwie.
SPEAKER_01Weil man dann auch erst überlegt, was will ich denn eigentlich wirklich im Leben?
SPEAKER_00Genau.
SPEAKER_01Davor ist das halt alles, man hat grundsätzlich noch nicht wirklich die Verantwortung. Das Leben blätschert so dahin. Und mit Anfang 30 kommen halt so ein paar Entscheidungen, die man dann trifft. Und dann deswegen ist eigentlich auch Anfang 30, dass sich viele die Gedanken machen, wie soll denn der Reste meines Lebens, das ist wie wenn da so die.
SPEAKER_02Ich finde es aber sehr theatralisch, wie das immer gezeigt wird. So, oh, ich hätte niemals gedacht, dass ich mit 30 einen kompletten Neustart wagen muss. Oder manche übertreiben so ihre Lage und sagen, ich bin mit jetzt, nee, keine Ahnung, ich will jetzt keinen Namen nennen oder so, aber da habe ich auch eine gesehen, die sagt so, ich bin 25 und muss jetzt komplett neu starten. Keine Ahnung, eine neue Wohnung und dies, das. Oder ich bin zurück bei meinen Eltern. Und ich denke mir so, ja, und jetzt? Weißt du, wie oft ich schon immer mal wieder zurückgekehrt bin, kurz zu meinen Eltern, ich bin, als ich ins Ausland gezogen bin oder sowas, habe ich meine Wohnung gekündigt, ich bin zu meinem Papa für sechs Monate, dann bin ich wieder weg. Immer und so weiter und so fort, wenn man keine Wohnung hat, bin ich auch mal kurz wieder zu meiner Mom. Hä? Das ist doch scheißegal. Das kannst du auch noch mit 40 machen. Also das hört sich jetzt blöd an, aber das ist ja deine Familie. Das ist ja nicht so, dass du nicht selbstständig bist oder nicht unabhängig bist, sondern es ist einfach ein Lebensumstand, wo du halt sagst, okay, ich gehe jetzt mal wieder kurz zurück zu meiner Familie. Das ist ja nicht dieses klassische, oh, ein Mann nuckelt dann noch am Nippe seiner Mutter und lebt bis 35 daheim und wird bemuttert. Weißt du, das ist ja was ganz anderes, wenn man mal wieder kurz zu seinen Eltern zurückgeht. Und ich finde, auf Instagram wird es immer so theatralisch dargestellt, wo ich mir denke, ja, jetzt beruhig dich, du hast eine Lebensveränderung, ist nicht so gelaufen, muss jetzt halt mal gucken, was du machst. Ja, wow, ich fange mit 30 von vorne an. So, keine Ahnung. Völligst überzogen, oder?
SPEAKER_01Ja, aber es fühlt sich halt dann in dem Moment ein bisschen wie so ein Rückschritt an. Aber man hat sie dann selber wieder in der Hand, dass man es ändert. Dann ist das halt einfach in dem Moment, weil man sie erstmal wieder neu sortieren muss, neu sammeln, weil sie auf einmal vielleicht auch ganz plötzlich die Umstände geändert haben, die vielleicht nicht vorhersehbar waren und dann ist das halt in dem Moment schon so ein bisschen, glaube ich, so ein Schockmoment, okay, okay, was mache ich jetzt aus meinem Leben? Jetzt weiß ich auf einmal nicht mehr, was ich machen soll. Ich bin vielleicht aus der Wohnung geflogen, ich bin vielleicht Gekündigte geworden oder ich habe mich getrennt oder mein Partner hat mich verlassen.
SPEAKER_02Ja, schon, und das passiert ja jedem, kann dir auch mit 60 passieren, dass du aus der Wohnung rausgeschmissen wirst. Dann wirst du ja nicht sagen, boah, mit 60 habe ich jetzt einen Neustart. Das ist ja, weißt du, das ist das, was ich so meine. Ja, jeder hat irgendwelche Umstände, aber wie das halt einfach dargestellt wird, so ein Neustart, oh nein, mit 30 muss ich neu starten. Ich finde einfach, dieser Verkauf von diesem Lebenumstand, denke ich mir immer so, ja, jetzt beruhig dich mal. Keine Ahnung, mit 45 musst du vielleicht auch wieder neu starten. Wir starten doch immer wieder neu. Voll. Es ist eh so.
SPEAKER_01Und einerseits denken wir ab 30 so richtig nach, aber irgendwie glaube ich, also weiß ich nicht, ob man das wirklich so bewusst dann sagt mit dem Neustart, weil es einem dann irgendwie leichter fällt insgeheim. Die meisten tun aber so, als wäre das so ein Drama. Ja, aber ich glaube, man denkt gar nicht, man macht das so ein bisschen unbewusst, man denkt gar nicht drüber nach, weil das irgendwie schon wieder so ein Thema ist, was von außen so dieser Druck kommt, dieses Gesellschaftliche, dieses, da sind wir ja wieder ganz bei vielen Themen an, dass man eben genau diese Vorstellung hat, gerade jetzt Anfang 30 sitzt man daheim im Haus, im eigenen Mitkind. Und im Mann. When this nicht eintritt, dann shit, neu anfang, oder man hat versagt, was bullshit ist, was wir wissen. Das wissen wir alle mittlerweile, dass das gar nicht mehr dieses Ideal ist. Aber trotzdem, glaube ich, hängt es halt irgendwo oder schwingt es halt irgendwie mit und so, pff, boah, jetzt fängst du irgendwie wieder von neuem an. Aber was sagt es, glaube ich, einfach so daher?
SPEAKER_02Ja, aber für mich ist es so, wo ich einen Partner hatte, jetzt Ende 20, Anfang 30, langjähriger Partner, wo ich dachte, okay, das wird der Partner, mit dem ich jetzt Kinder haben werde und so bla. Als das nicht geklappt hat, habe ich mein Leben, ja, es war scheiße und es war ein großer Lebensumstand, der sich verändert hat und nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe in die Zukunft, aber das war jetzt nicht so, dass ich in die Welt hinausgeschrien hätte oder wenn mich jemand fragt, dass ich gesagt hätte, boah, ich starte jetzt mein Leben von neu. Das ist so eine Identität, mit was identifizierst du? Ich habe mein Leben nicht von neu gestartet, sondern ich habe die Partner. Mein Partner, ich habe keinen Partner mehr und ich muss sozusagen neu starten, das Thema der Familie. Es ist wieder weiter entfernt, wie es davor war. Aber es ist ja kein Lebensneustart, weißt du, was ich meine? So. Es ist nur der Bereich in meinem Leben, der nicht so gelaufen ist, wie ich es mir vorgestellt habe.
SPEAKER_01Ja, aber wenn wir es jetzt wieder so quasi in den Rahmen setzen, dass wir es wieder auf Social Media beziehen, glaube ich, ist es halt einfach, dass man es so platziert, um irgendwo schon so ein bisschen Gleichgesinnte zu suchen. Kann schon sein. Wie wir es das denn sonst irgendwie auch beschreiben?
SPEAKER_02Das Ding ist aber auch, das wird jetzt ein bisschen zu philosophisch wieder, aber die Leute leben immer in einer Zeitachse, die sehr linear ist im Leben. Es ist ja auch wieder diese Frage von Zeit. Gibt es Zeit überhaupt? Ist es erfunden? Was ist Zeit? Brauchen wir Zeit? Wieso gibt es Zeit? Gibt es überhaupt eine Gegenwart? Okay, wir übertreiben jetzt wieder die Lage. Aber jeder lebt so eine Zeitachse und diese Zeitachse, wie du sagst, besagt in der Gesellschaft, so macht man das. Man wird das das, dann dies, dann das. Ja, das hat früher vielleicht gut gepasst, weil früher haben Frauen weniger gearbeitet, die Männer haben das Geld reingebracht, weil früher einfach viele Jobs auch männerlastig waren. Da will ich gar nicht erst drauf eingehen. Es hat sich alles geändert und mittlerweile hat sich aber auch einfach diese Zeitachse geändert. Und grundsätzlich gibt es eigentlich gar keine Zeitachse mehr. Aber viele Menschen leben immer noch die Zeitachse. Und es ist dann so ein Ding, wo ich mir sage, okay, und was ich aber finde noch zusätzlich zum Thema ist, Leute, entspannt mal. Nehmt doch nicht immer alles so ernst, ja, blöd gelaufen, wenn es nicht geklappt hat. Aber entspannt einfach. Und wenn ich mir das immer auf Instagram anschaue, denke ich mir, Hilfe. Ich glaube, ich würde am liebsten wirklich Instagram löschen, würde ich das nicht benutzen für meinen Job. Selbstständig.
SPEAKER_01Ja, deswegen gehen auch viele mal für eine Zeit zumindest auch offline. Ja. Ja, ich glaube aber, natürlich, das sagt sie immer so leicht, entspannt's halt oder bleibt halt mal ein bisschen locker. Aber wenn man halt dann irgendwie in so ein Loch fällt, dann sieht man auf einmal irgendwie alles schwarz und dann ist es halt voll schwierig. Aber da bin ich dann auch wieder bei dir und ich denke mal, okay, wenn du so ein Umfeld hast, das sie dann irgendwie stärkt oder dann halt eh sagt, ein bisschen die Dinge auch wieder relativiert. Weil manchmal muss man sie selbst mal so ein bisschen an der Nase nehmen, fühlt sich das alles viel schlimmer an. Also manchmal ist es gar nicht so schlimm.
SPEAKER_02Ja, meine ich ja. Aber das Ding ist ja, vor allem, was ich halt auch mit dem Thema jetzt so ein bisschen im Hinterkopf hatte, weil mir geht es gar nicht darum, dass es blöd ist, wenn man Ende 20 sich ein Leben aufgebaut hat, beispielsweise jetzt mit dem Partner, weil das ist ein gutes Beispiel, einfach sich irgendwo, keine Ahnung, in irgendeiner Stadt niedergelassen hat mit dem Partner und dachte, okay, jetzt kriege ich hier meine Kinder, dies, das, blub, wenn man das halt natürlich den Wunsch hat, keine Frage. Und dann plötzlich, zwei Jahre später, ändert sich alles, man muss plötzlich wieder irgendwo anders hinziehen, ach, keine Ahnung, irgendwie sowas. Das ist ja schon doof. Das ist keine Frage. Das ist natürlich doof und schade, weil man sich das alles vorgestellt hat. Aber ich meine einfach diese Darstellung von wegen, ja, jetzt muss ich in meinem Leben neu starten mit 30 und oh nein, das ist so schlimm, dann denke ich, komm, pack mal die Theatralik wieder ein in deinen Rucksack, schmeiß den Rucksack über Bord und blöd gelaufen, aber mein Gott, Neustart hast auch nicht.
SPEAKER_01Na, weil das gibt es halt nicht. Nee, Neustart, Reset, du hast ja alles irgendwo gespeichert. Ja, alles läuft immer weiter. Genau, aber auch alles in dir. Deswegen glaube ich, ist auch dieses Problem, dass uns auch manchmal irgendwo schlecht geht, weil wir dann denken, das hat nicht stattgefunden, du kannst ja nicht Dinge verdrängen, das kommt ja immer wieder dann irgendwie hoch. Sei es jetzt von irgendwelchen Emotionen oder Gedanken. Das ist wieder kurzfristig, kann man es wegschieben, aber langfristig speicherst du ja schon im Unterbewusstsein alles. Alles, was du machst, ist ja immer in dir. Das ist ja quasi deine Energie, deine Lebenseinstellung, so wie du dir dein Leben kreierst. Deswegen ist ja genau das der Punkt, dass jeder Dinge halt auch anders sieht, weil er es halt anders erlebt oder erfahren hat.
SPEAKER_02Vor allem, ganz ehrlich, wieder sehr nüchtern, nichts ist für die Ewigkeit. Nix. Einfach gar nichts. Jetzt für uns so, was wir sehen, was wir in diesem Leben zumindest unabhängig. Wir wollen jetzt nicht irgendwann an irgendwelche, wir wollen jetzt nicht spirituell gehen, sondern ganz rational hier, nichts ist für die Ewigkeit. Weder dein Partner noch dein Haustier. Weil selbst wenn man bis zum Tod zusammenbleibt, einer von beiden stirbt zuerst. Das heißt, für den anderen ist es nicht für die Ewigkeit, beispielsweise ist es jetzt wieder ultra krass formuliert. Das heißt, manche Dinge muss man, man muss einfach akzeptieren. Manche haben halt, sag ich mal, ich nenne es mal Glück, sei es dahingestellt, ob es jetzt Glück, Schicksal, wie auch immer, wer das möchte, definieren möchte, meine ich. Manche haben das Glück, nenne ich es, dass sie einen Partner finden, mit dem sie ihr Leben verbringen können. Manche halt nicht. Manche haben Glück, einen richtig geilen Job zu finden, der sie erfüllt, manche halt nicht. Okay, alles hat so ein bisschen, ob es jetzt Schicksal, Glück oder Zufall ist, sei dahergestellt. Aber vieles ist immer nur Lebensabschnittweise. Es ist einfach so. Wir haben Lebensabschnitte und die sind dann gefüllt mit entweder dem Partner oder mit dem Freunden oder keine Ahnung. Und Dinge verändern sich. Das ist einfach so. Manchmal blöd, manchmal gut, aber es ist nie oh. Und es ist doch cool, wenn man manchmal neu starten muss.
SPEAKER_01Im Endeffekt weiß man es.
SPEAKER_02Ja, ach, nee, ja.
SPEAKER_01Bin mir sicher, jeder, der das jetzt hört, denkt sie, ich weiß, es eh. Aber manchmal ist es ja genau das, dieses Wissen allein reicht nicht. Yeah. Weil man halt dann irgendwie trotzdem nicht weiß, okay, und wie setzt es jetzt um? Ja. Wie sehe ich es dann trotzdem nicht irgendwie dramatisch, aber ist es jetzt überhaupt schlimm, dass der eine das halt einfach so definiert und sagt, hey, Neuanfang?
SPEAKER_02Nö, mir ist es ja wurscht. Ich finde es immer nur so, wo ich mir denke, so boah, ja, ja, voll theatralisch jetzt. Übertreib mal nicht. Und das machen wir ja mit unserem Podcast, dass wir immer probieren, das so ein bisschen aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Letztendlich, ob jetzt jemand mit 30 eine Lebensveränderung hat und dann einen Neustart hat, keine Ahnung, ist mir wurscht, wie er das für sich definiert. Das lasse ich bei der Person, aber ich finde es halt einfach, auf Instagram sieht man das immer mal wieder. Und wir zerpflücken ja schon mit unserem Podcast häufig mal manchmal diese Instagram-Trends, weil die ziemlich witzig sind. Aber wenn ich da manchmal Leute sehe, die in die Kamera heulen, weil sie mit 30 irgendwie, keine Ahnung, ihre Wohnung kündigen müssen und für ein halbes Jahr zurück zu ihren Eltern müssen, denke ich mir so, aber wie du sagst, ist ja unser Podcast, der ist auch extra ein bisschen provokativ, um das mal von der anderen Seite dann immer auch zu beleuchten.
SPEAKER_01Und damit überhaupt das Interesse da ist, damit überhaupt wer reinhört. Damit ihr das hört. Genauso ist es bei denen ja, bei denen, wie man immer von anderen. Wir sind ja teilweise natürlich auch auf Instagram. Du musst es ja irgendwo dann mal in den Framen.
SPEAKER_02Ja, also ich finde jetzt nicht, dass wir extra provokant sind, damit jemand reinhört. Das ist ja wirklich unsere Meinung. Vom Titel her, meine ich. Achso, vom Titel her, ja, gut, aber ja, schon.
SPEAKER_01Also den Titel meinte ich jetzt damit. Aber in jedem Fall, das Thema Neuanfang bringt wieder, da wollte ich nur drauf aufspringen, das mit dem, dass wir so leben, als wäre unser Leben unendlich, ist ja echt irgendwie witzig, weil wir tun echt so. Wir verdrängen alles und denken, es geht ewig so weiter. Man wird dann kurz manchmal so ein bisschen kommt Leben dazwischen, so sage ich das einfach am liebsten, weil dann kann mal was passieren, dass eben ein Haustier oder ein geliebter Mensch stirbt. Darüber redet man nicht gern, aber genau das ist ja auch Leben. Das gehört dazu, so schlimm und traurig das ist. Und wir haben in unserem Umfeld auch schon viele Menschen leider verloren, aber das sind ja die Sachen, wo man nicht drüber reden will und die man eben dann verdrängt. Und dass man dann halt wieder mal ein bisschen so relativiert, was ist jetzt wirklich schlimm und was ist wirklich wertvoll im Leben. Und sie das dann wieder vor Augen hält bei so einem Neuanfang. Man hat jetzt den Job verloren, um es nicht immer nur auf den Partner zu beziehen, man hat einen Job verloren. Okay, zu sehen, hä, es gibt noch so viele andere Möglichkeiten. Irgendwie findet sie immer eine Lösung, weil wir haben echtes Glück, dass wir in so einen coolen, coolen Ländern, wo auch immer, da Europa, geht es uns ja echt gut.
SPEAKER_00Vergleichsweise, ja. Ja, nicht in allen Ländern, aber ja.
SPEAKER_02Ja, klar, also ich finde auch, und das ist ja der Punkt, wo ich mir denke, es ist halt auch so, viele Menschen denken, glaube ich, gar nicht so weit raus aus dieser Bubble, in der sie leben im Alltag, und das ist auch für viele, glaube ich, gut, weil die damit klarkommen, das ist schön. Aber jemand, der weit weiter blickt und quasi auch das Leben immer von außen im Allgemeinen betrachtet, so wie du gerade sagst, hier Leben und Tod quasi hast angesprochen, wer das immer so im Hinterkopf hat, man betrachtet alltägliche Dinge ganz anders. Teilweise sind Dinge so unbedeutend, die dann passieren im Alltag, weil man sich denkt, ja, wow, was ist denn das? Den Juckt's, also kein Plan, wow, keine Ahnung. Mällt einiges ein, aber ich will gar nicht die Themen auftischen. Genauso wie mit ja, Neustart mit 30 Hilfe, ich habe jetzt einen Neustart. Ja, beruhig dich, sei mal ein bisschen froh, geh mal entspannt an, sag ja scheiße, ich habe jetzt meinen Partner oder meinen Job verloren, aber ich gucke jetzt mal, was ich machen kann.
SPEAKER_01Das Geist ist wirklich die einzige Konstante im Leben, ist die Veränderung. Das ist irgendwie so geil auch. Aber wir wollen natürlich eben an der Konstante festhalten, also an etwas, was sich nicht verändert, weil das kennen wir. Sobald wir dann das eine, die Veränderung erkennen, ist oft eh nicht so schlimm. Ja, ich könnte Adi fast so weit aufmachen, weil ich musste jetzt gerade an das Denken auch mit deiner Verletzung, muss ich nur kurz einwerfen.
SPEAKER_02Das ist ja auch theatralisch mit meiner Verletzung. Nein, nicht deswegen, aber halt einfach irgendwie.
SPEAKER_01Ja, dass man halt dann auch einfach mal wieder, mein Gott, wenn man jetzt eine Verletzung hätte, man darf natürlich auch nicht immer so denken, wären da gewisse Dinge dann egal. Es geht uns meistens auch ein bisschen zu gut. Da hat man keine anderen Probleme. Und es ist jetzt auch einfach provokativ gesagt, es ist auch alles klar und jeder hat so seinen Dings, aber ja, wie finden wir hier den Abschluss? Du hast immer gemacht.
SPEAKER_02Einfach grundsätzlich sollen mal alle chillen und nicht immer. Alles so verdammt ernst nehmen, weil wir sind grundsätzlich unser Leben im Vergleich zur ganzen Galaxie, und ich meine das jetzt nicht mal spirituell, sondern wissenschaftlich gesehen, ja, sogar wissenschaftlich, falls wir Zuhörer haben, die jetzt nicht so spirituell quasi angehaucht sind. Rein wissenschaftlich sind wir nicht mal ein Wimpernschlag. Unser Leben ist im Vergleich zu dem, wie lange die Galaxien da draußen existieren und zu der ganzen Zeit, das ist nicht mal ein Wimpernschlag. Also wir sind nicht mal ein Wimpernschlag. Also kommt mal alle ein bisschen klar mit dem ganzen Zeug. Alles, was passiert, mit was die Menschen sich beschäftigen, mit was sie Probleme haben, ist eh vom Menschen erfunden.
SPEAKER_01Und vielleicht kann man das jetzt nochmal nur so als Reminder, weil wir wissen es eh alle, aber dass man manchmal unsere Probleme oder gerade uns selbst mal wirklich so von der Vogelperspektive sieht. Allein da schauen wir selber dann schon kleiner aus und vielleicht auch unser Problem. Dann wünschen wir euch noch einen wundervollen Tag und ganz viele Veränderungen, weil die machen das Leben nur spannend.