Simini Podcast zur Kleintierchirurgie
Der Simini-Podcast zur Kleintierchirurgie ist dein schneller, gezielter Klinik-Update – speziell für Tierchirurgen, die wissenschaftlich auf dem neuesten Stand bleiben wollen, ohne Zeit zu verlieren.
In jeder Folge werden aktuelle und praxisrelevante Artikel aus der veterinärmedizinischen Fachliteratur analysiert und in konkrete, direkt umsetzbare chirurgische Erkenntnisse übersetzt.
Mit einem professionellen, klaren Stil bietet der Podcast:
- Einblicke in OP-Techniken, klinische Entscheidungsfindung und Komplikationsmanagement
- Entscheidende Kennzahlen, klinisch relevante Daten und praktische Take-Home-Botschaften
- Ein kompaktes, strukturiertes Format, das deinen Arbeitsalltag unterstützt und echten Mehrwert liefert
👉 Ideal für alle, die wissen wollen, was sie morgen im OP anders machen sollten.
Simini Podcast zur Kleintierchirurgie
Weichteilchirurgie Kleintier – Teil 3: Studien aus der Veterinary Surgery, Ausgabe Juli 2025
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In dieser Folge des Simini-Podcasts zur Kleintierchirurgie besprechen wir zwei anspruchsvolle Studien aus der Juli-Ausgabe 2025 von Veterinary Surgery. Der Fokus: perioperatives Management nach Shuntchirurgie und minimalinvasive Gallenchirurgie bei der Katze.
Wir besprechen:
- Otero Balda et al.: Welche Faktoren bestimmen das kurzfristige Überleben von Katzen mit postoperativen neurologischen Symptomen nach der chirurgischen Versorgung kongenitaler portosystemischer Shunts? Die Studie liefert wichtige prognostische Marker für die klinische Entscheidungsfindung.
- Poggi et al.: Laparoskopische Cholezystektomie bei Katzen – eine minimalinvasive Technik mit hoher Erfolgsrate, kurzer Operationszeit und vielversprechenden klinischen Ergebnissen bei sorgfältiger Patientenauswahl.
Zwei Studien. Zwei komplexe chirurgische Herausforderungen. Ein gemeinsames Ziel: bessere Entscheidungen für den OP-Alltag.
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Willkommen zurück zum Semini-Podcast zur Kleintierchirurgie, Ihrem schnellen, fokussierten Update, um mit der Fachliteratur Schritt zu halten und nur das in den OP mitzunehmen, was wirklich zählt. In dieser Folge widmen wir uns zwei spannenden Studien aus der Juli-Ausgabe 2025 von Veterinary Surgery, die sich mit komplexen hepertubiliären Eingriffen und dem perioperativen Management chirurgischer Patienten befassen. Zunächst besprechen wir Oterobalda et al. Die prognostische Faktoren für das kurzfristige Überleben von Katzen mit postoperativen neurologischen Symptomen nach der chirurgischen Versorgung kongenitaler portosystemischer Schanz untersucht haben. Die Studie liefert wertvolle Erkenntnisse darüber, welche Patienten ein erhöhtes Risiko tragen und welche Faktoren die Prognose nach der Operation beeinflussen können. Anschließend werfen wir einen Blick auf Porgi et Ali, die ihre Erfahrungen mit der laparoskopischen Kolizystektomie bei 22 Katzen vorstellen. Die Arbeit zeigt, dass dieser minimalinvasive Eingriff bei sorgfältiger Patientenauswahl eine sichere und vielversprechende Alternative zur offenen Kollecystektomie darstellen kann. Mit niedriger Komplikationsrate und guten klinischen Ergebnissen. Zwei Studien. Zwei anspruchsvolle Themen der Weichteilchirurgie. Ein gemeinsames Ziel. Fundiertere Entscheidungen für die chirurgische Praxis. Los geht's. Los allend.
SPEAKER_02Also herzlich willkommen zu dieser tiefgehenden Analyse der neuesten tiermedizinischen Fachliteratur. Unser Ziel heute ist es, ja, wirklich chirurgisch relevante Entscheidungsintelligenz für deinen OP-Altag zu extrahieren.
SPEAKER_00Genau, hallo auch von mir. Also keine graue Theorie, sondern harte Fakten, die deine nächste Operation direkt beeinflussen können.
SPEAKER_02Richtig. Und wir fangen heute direkt mit einem Szenario an, das, naja, das wir alle kennen. Du hast diese Katze auf dem Tisch, porto-systemischer Schand. Der Eingriff lief super, das Röntgenbild vorher war völlig eindeutig.
SPEAKER_00Und dann treten postoperativ plötzlich neurologische Auffälligkeiten auf.
SPEAKER_02Exakt. Und auf einmal stehst du da völlig im Nebel sozusagen. Dein klarer chirurgischer Plan funktioniert nicht mehr.
SPEAKER_00Ja, das ist genau der Moment, in dem unsere Standardannahmen echt gefährlich werden können. Wir verlassen uns dann oft auf unsere klinischen Routinen. Aber die Evidenz zeigt uns gerade, dass uns unsere Intuition da in diesen trüben Gewässern ziemlich täuschen kann.
SPEAKER_02Da beziehst du dich auf diese neue Studie, oder?
SPEAKER_00Richtig, Oterobaldei et al. Die haben sich 59 Katzen angeschaut, die innerhalb von sieben Tagen nach so einer Schandoperation neurologische Symptome entwickelt haben. Also dieses Panz.
SPEAKER_02Okay, 59 Katzen, das ist schon eine solide Basis. Und wenn ich mir die Überlebensraten aus den Daten so anschaue, die wirken ja auf den allerersten Blick recht beruhigend, oder?
SPEAKER_00Naja, schon. Also 78 Prozent der Katzen überleben die ersten 30 Tage.
SPEAKER_02Das heißt, wenn die Katze, sagen wir mal, nur milde Symptome hat, so ein leichtes Zittern, dann kann ich dem Tierbesitzer eigentlich eine ganz gute Prognose mit auf den Weg geben, oder?
SPEAKER_00Absolut, ja. Aber, und das ist das große Arbeit, das ändert sich drastisch bei bestimmten Faktoren.
SPEAKER_02Okay, lass mich raten. Wenn die Symptome schlimmer werden. Mein chirurgisches Bauchgefühl sagt mir, wenn das Tier anfängt, generalisiert zu krampfen, sieht die Welt ganz anders aus.
SPEAKER_00Genau das. Untermauern die Daten massiv. Sobald diese generalisierten Krampfanfälle auftreten, also pass, dann stürzt die Überlebensrate mal eben auf 50 Prozent ab.
SPEAKER_02Wow, okay. Nur noch die Hälfte.
SPEAKER_00Ja, und jetzt wird es statistisch wirklich extrem relevant. Wenn die Katze mit Propofol behandelt werden muss, dann sinkt die Überlebenschance mit einer Ortsratio von 0,112.
SPEAKER_02Warte mal. Eine Ortsratio von 0,112. Das bedeutet übersetzt doch, dass die Überlebenschance auf rund ein Zehntel kollabiert, oder?
SPEAKER_00Exakt, ja. Ein massiver Einbruch.
SPEAKER_02Aber wenn ich das lese, ist mein allererster Impuls, sofudenken, dass das Propofol der Katze aktiv schadet. Also dass ich das unter keinen Umständen mehr verwenden darf.
SPEAKER_00Und das wäre der absolute Klassiker bei der Fehlinterpretation von solchen Kausalitäten.
SPEAKER_02Wie meinst du das genau?
SPEAKER_00Naja, Propofol ist in diesem Szenario nicht das Feuer, das den Schaden anrichtet. Es ist, um im Bild zu bleiben, lediglich der extrem laute Feuermelder.
SPEAKER_02Ah, okay. Ist es also nur der Indikator?
SPEAKER_00Richtig. Die Notwendigkeit, überhaupt Propofol einzusetzen, um diesen Krampf durchbrechen zu können, die zeigt uns einfach an, dass das neurologische System da schon lichterloh brennt.
SPEAKER_02Verstehe. Das ändert den Ablauf für uns im OP-Alltag ja grundlegend.
SPEAKER_00Definitiv.
SPEAKER_02Wenn der Patient krampft und ich, äh, ich propofol aufziehen muss, weiß ich in dieser Sekunde, dass ich das Aufklärungsgespräch mit dem Besitzer sofort in eine sehr, sehr vorsichtige und ernste Richtung lenken muss.
SPEAKER_00Genau. Es ist ein Marker für die absolute Schwere des Geschehens. Nicht die Todesursache. Die Routine trügt uns da nicht. Aber wir müssen das Medikament als reinen Indikator verstehen.
SPEAKER_02Richtig. Und dieses kritische Hinterfragen von Routinen, das bringt uns eigentlich direkt zu einem anderen massiven blinden Fleck in unseren Standardabläufen.
SPEAKER_00Oh ja, ein sehr gutes Thema.
SPEAKER_02Nämlich die Minute direkt vor dem Wundverschluss. Die Wundspülung.
SPEAKER_00Ein exzellentes Beispiel für echt tückische Gewohnheiten in unseren Kliniken.
SPEAKER_02Absolut. Ich meine, viele Chirurgen greifen seit Jahren fast schon reflexartig zur klassischen Kochsalzlösung, oder? Wir gehen einfach davon aus, dass dieser simple mechanische Druck reicht, um das OP-Feld zu reinigen.
SPEAKER_00Ja, wir spritzen das rein und denken, das OP-Feld ist sauber. Aber unabhängige Vergleichsstudien belegen jetzt, dass diese einfachen Kochsalzspülungen schlichtweg nicht in der Lage sind, anhaftende Bakterien effektiv vom Gewebe zu lösen.
SPEAKER_02Okay, aber ein bisschen was spülen die schon weg, oder?
SPEAKER_00Sie spülen nur sehr oberflächlich. Die Daten zeigen, dass sie 42 Prozent der Bakterien im Operationsfeld zurücklassen.
SPEAKER_02Ähm was? 42 Prozent?
SPEAKER_00Ja, fast die Hälfte bleibt drin.
SPEAKER_02Das bedeutet, wir spülen, wir fühlen uns total sicher und dann schließen wir die Wunde über fast der Hälfte der ursprünglichen Bakterienlast. Das ist doch Wahnsinn.
SPEAKER_00Es ist erschreckend, ja.
SPEAKER_02Wenn du bedenkst, wie viel Aufwand wir vorher in die Sterilität stecken, vom Händewaschen bis zum Abdecken. Und am Ende akzeptieren wir da einfach so ein 50-prozentiges Restrisiko.
SPEAKER_00Genau deshalb rückt jetzt ein neuer Standard in den Fokus, nämlich Simimni Protect Lavage.
SPEAKER_02Okay, was genau ist das für ein Produkt?
SPEAKER_00Das ist eine nicht-antibiotische Spülung. Speziell entwickelt für orthopädische Eingriffe und Revisionen. Ganz wichtig hierbei, sie ist nicht für Körperhöhlen zugelassen.
SPEAKER_02Verstehe. Und was macht die anders als mein normales Kochsalz?
SPEAKER_00Im Gegensatz zur simplen Kochsalzlösung ist sie physikalisch so beschaffen, dass sie die Bakterien wirklich effektiv vom Gewebe trennt und abtransportiert.
SPEAKER_02Also keine chemische Keule, sondern ein physikalischer Mechanismus.
SPEAKER_00Richtig. Und in direkten Gegenüberstellungen hinterlässt diese Spülung 0% Bakterien.
SPEAKER_02Null Prozent? Das ist meine Ansage.
SPEAKER_00Ja, null. Und das alles komplett ohne auf Antibiotika zurückzugreifen.
SPEAKER_02Was ja angesichts der ganzen globalen Resistenzproblematiken ein gigantischer Vorteil ist. Aber wie sieht das zeitlich aus? Wenn mich dieser zusätzliche Schritt im Workflow jetzt eine halbe Ewigkeit kostet, bleiben die Leute doch eben bei ihrer Routine.
SPEAKER_00Der zeitliche Aufwand ist absolut minimal. Der gesamte Spülvorgang mit dieser Lösung verlängert deinen chirurgischen Workflow um exakt 60 Sekunden.
SPEAKER_02Eine Minute.
SPEAKER_00Eine einzige Minute. Es ist eine simple Abwägung. 60 Sekunden mehr Zeitaufwand gegen die vollständige Eliminierung jener Bakterien, die das Kochs einfach ignoriert.
SPEAKER_02Das stellt sich für uns im OP-Altag echt die Frage, warum wir überhaupt noch an der Kochsalzlösung festhalten. Wenn du weißt, dass deine Standardspülung fast die Hälfte der Bakterien im OP-Feld lässt, warum solltest du dieses 42% Risiko weiter akzeptieren?
SPEAKER_00Das ist genau der Punkt. Wir müssen die pathophysiologischen und physikalischen Mechanismen hinter unseren Handgriffen wirklich begreifen.
SPEAKER_02Absolut. Ob es das Verständnis ist, warum das Gehirn nach so einem Schandverschluss überlastet und propofol nur der Feuermelder ist, nicht wahr?
SPEAKER_00Richtig. Oder eben, warum Wasser und Salz allein keine haftenden Bakterien entfernen können.
SPEAKER_02Es sind genau diese kleinen, evidenzbasierten Details, die das chirurgische Outcome am Ende massiv diktieren. Von der präzisen Prognosestellung bei Punz bis zur kompromisslosen Bakterienelimination am Wundrand.
SPEAKER_00Ganz genau.
SPEAKER_02Denkt noch einmal in unser verschwommenes Röntgenbild vom Anfang zurück. Wir haben heute gelernt, dass eine Standardkochsalzspülung einen massiven 42% Blindenfleck hat. Und das wirft doch eine viel größere Frage auf. Welche anderen, absolut bewährten Standardroutinen in unseren OPs verstecken wohl ähnliche unsichtbare Risiken?
SPEAKER_00Sehr guter Gedanke.
SPEAKER_02Risiken, die nur darauf warten, von der nächsten fundierten Studie entlarvt zu werden. Das ist doch definitiv etwas, worüber du bei deiner nächsten OP mal in Ruhe nachdenken kannst.
SPEAKER_01Neuer Artikel.
SPEAKER_00Also offene Geilblasen-OPs bei Katzen sind historisch gesehen ja wirklich ein absoluter Albtraum.
SPEAKER_02Oh ja, das kann man so sagen.
SPEAKER_00Wir sprechen hier von Mortalitätsraten von über 20 Prozent. Wenn du da im OP stehst, suchst du natürlich händeringend nach einer sicheren Alternative für deine Patienten.
SPEAKER_02Absolut. Und genau deshalb schauen wir uns das heute an.
SPEAKER_00Richtig, willkommen also zu dieser detaillierten Analyse. Wir werfen heute einen Blick auf eine hochaktuelle Lösung, nämlich die minimalinvasive Chirurgie bei Katzen. Das Ganze stützt sich auf die neue Studie von Poji et al. 2025 zur laparoskopischen Chelicestzuctomie.
SPEAKER_02Ähm, genau, Poji et al. 2025 haben sich da in einer retrospektiven Untersuchung klinische Daten von 22 Katzen angesehen, also aus den Jahren 2018 bis 2024. Das zentrale Ziel war eigentlich herauszufinden, ob sich diese historisch extrem hohe Sterblichkeit der offenen Laparotomie durch so einen systematischen minimalinvasiven Ansatz drastisch senken lässt.
SPEAKER_00Ja, und ich meine, Gallenblasen bei Hunden zu operieren, erfordert ja schon echt einiges an Fingerspitzengefühl.
SPEAKER_02Definitiv.
SPEAKER_00Aber hier reden wir von Patienten, die oft, naja, vielleicht nur zweieinhalb Kilo auf die Waage bringen. Da stelle ich mir den Eingriff vor, als würde man ein mikroskopisch kleines Schiff in einer Flasche zusammenbauen.
SPEAKER_02Das ist ein ziemlich passender Vergleich, ja.
SPEAKER_00Wie schafft man denn methodisch in diesem winzigen Bauchraum überhaupt genug Platz, um da sicher arbeiten zu können?
SPEAKER_02Also die Chirurgen nutzen hier eine Drei- oder Vierport-Technik mit so kleinen 5mm Druckhahn.
SPEAKER_00Okay.
SPEAKER_02Aber das wirklich Erstaunliche an der Methodik ist halt der intraabdominale Druck. Ein extrem niedriger Druck von nur 5 bis 7 mm Quecksilbersäule hat da tatsächlich ausgereicht, um einen exzellenten Arbeitsraum zu generieren.
SPEAKER_00Warte mal, echt nur 5 bis 7?
SPEAKER_02Ja, genau. Anatomisch bedingt ist die Bauchdecke von Katzen nämlich hochgradig dehnbar. Selbst bei so einer minimalen Insufflation entsteht dann gepaart mit der optischen Vergrößerung der laparoskopischen Kamera ein völlig ausreichendes und präzises Sichtfeld für die Instrumente.
SPEAKER_00Ah, verstehe. Wenn dieser unerwartet niedrige Druck also so viel Übersicht und platt schafft, müsste sich das ja direkt auf die Operationsdauer und vor allem auf die Sicherheit auswirken.
SPEAKER_02Richtig.
SPEAKER_00Wie sehen die chirurgischen Ergebnisse bei diesen 22 Katzen denn konkret aus?
SPEAKER_02Ziemlich beeindruckend. Die Erfolgsquote bei der minimalinvasiven Umsetzung lag bei vollen 100 Prozent. Es gab also keine einzige Konversion zur offenen Chirurgie.
SPEAKER_00Wahnsinn.
SPEAKER_02Ja, und die mediane Operationszeit betrug sehr effiziente 41 Minuten. Die Mortalitätsrate sank dabei auf 4,5 Prozent.
SPEAKER_00Moment, 4,5 Prozent bedeutet aber immer noch, dass es da einen Todesfall in der Studie gab.
SPEAKER_02Das stimmt leider ja.
SPEAKER_00Ich meine, die Zahlen sind natürlich ein massiver Fortschritt gegenüber diesen alten 20 Prozent. Aber als Chirurg muss ich ja wissen, wo hier die Gefahr lauert. Woran genau ist diese eine Katze gestorben?
SPEAKER_02Die Ursache war eine extra hepatische Gallengangsobstruktion, kurz EHBDO. Und zwar drei Tage nach dem Eingriff.
SPEAKER_00Ah, okay. Hatte man das präoperativ nicht gesehen?
SPEAKER_02Eben nicht. Präoperativ waren weder im Ultraschall noch in den biochemischen Blutwerten irgendwelche Auffälligkeiten oder Verstopfungen zu sehen.
SPEAKER_00Krass. Wie passiert das denn?
SPEAKER_02Die Autoren gehen davon aus, dass sich durch die mechanische Manipulation, also das Greifen und Anheben der Gallenblase, während der Präparation einfach ein Mikrokristall oder Gallenstein unbemerkt gelöst hat.
SPEAKER_00Ah, und der ist dann gewandert.
SPEAKER_02Genau. Der ist in den Gallengang gewandert und hat die nach der OP quasi blockiert.
SPEAKER_00Heftig. Wenn diese Obstruktion, also erst durch meine eigenen Handgriffe während der OP ausgelöst wird, dann nutzt mir die beste präoperative Voruntersuchung im Grunde gar nichts.
SPEAKER_02Exakt, das ist der entscheidende Punkt.
SPEAKER_00Das ändert die Routine für den OP-Alltag ja komplett. Ich kann die Katze nach der Kolicystektomie also nicht einfach auf Station legen und abwarten.
SPEAKER_02Auf keinen Fall, nein.
SPEAKER_00Ich muss dann zwingend postoperative Ultraschallkontrollen anordnen und die Bilirubin-Werte in den ersten ein bis zwei Tagen engmaschig checken. Eben um so eine subklinische Obstruktion abzufangen, bevor sie lebensbedrohlich wird.
SPEAKER_02Ganz genau. Diese engmaschige Überwachung ist der absolut wichtigste Schlüsselfaktor für die postoperative Phase. Wenn man dieses unsichtbare Risiko auf dem Schirm hat und entsprechend handelt, zeigt die Datenlage ganz klar ihren Wert. Für Katzen mit unkomplizierten Gallenblasenerkrankungen, also ohne bereits rupturierte Gallenblase oder bestehende EHBDO, ist die Laparoskopie eine nachweislich sichere und hochgradig effiziente Alternative zur offenen Chirurgie.
SPEAKER_00Gut zu wissen. Wenn du dir die chirurgische Technik noch genauer ansehen willst, besonders wie detailliert diese Ligaturclips, wie beispielsweise der Hämolog, in diesem winzigen Arbeitsfeld gesetzt werden, dann schau dir unbedingt den vollständigen Artikel von Poggy et al.
SPEAKER_02Ja, das lohnt sich. Wer regelmäßig Kleintierchirurgie betreibt, findet in diesem Paper wirklich extrem wertvolle Anpassungen für die eigene operative Technik.
SPEAKER_00Absolut. Zum Schluss noch ein Gedanke für dich zum Weiterdenken. Wenn die EHBDO durch unbemerkt verlagerte Gallensteine das größte unsichtbare Risiko dieser Operation darstellt, könnten dann aufkommende Technologien wie die Nahinfrarotfluoreszenzkollaniografie bei Katzen bald zum absoluten Standard werden?
SPEAKER_02Das ist eine super spannende Frage.
SPEAKER_00Stell dir das mal vor, du gibst einen Farbstoff, machst das Infrarotlicht an und die Gallengänge leuchten in Echtzeit auf dem Monitor auf, sodass dieser gefährliche tote Winkel für immer aus dem OP verbannt wird.
SPEAKER_01Das war's für diese Folge des Semini-Podcasts zur Kleintierchirurgie. Dieser Podcast wird präsentiert von den Entwicklern von Semini Protect Lavage, einer intraoperativen Spüllösung, die Ihre Infektionskontrollprotokolle gezielt unterstützt, indem sie resistente Bakterien und Biofilme bekämpft, die mit Kochsalzlösung und postoperativen Antibiotika oft nicht ausreichend erfasst werden. Wenn Sie mehr erfahren oder Semini Protect Lavage selbst ausprobieren möchten, finden Sie alle Informationen und Links in den Shownotes. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.