Strukturiertes Chaos - der Podcast zwischen Plan und Pointe
Zwei Welten. Zwei Köpfe. Ein Podcast.
Prof. Dr. Sebastian Allegretti - Professor, Berater, Strukturdenker.
Philipp F. East - Kreativer, Impulsgeber, Freund des Chaos.
Was passiert, wenn man ein Mikrofon einschaltet und einfach loslegt – ohne Skript, ohne Schnitt, aber mit Haltung? Genau: Strukturiertes Chaos.
In jeder Folge sezieren wir gängige Redewendungen, Denkweisen und Alltagssituationen – mal tiefgründig, mal mit einem Augenzwinkern. Wir reden über Veränderungsprozesse, Motivation, Kommunikation, Kulturwandel, Arbeitswelten und das Leben dazwischen.
🔹 Ungescriptet. Ungeschnitten. Echt.
🔹 Chaotisch, aber mit rotem Faden.
🔹 Persönlich, provokant, manchmal philosophisch.
Wer zuhört, bekommt keine fertigen Antworten - aber neue Perspektiven.
Ein Podcast für alle, die Lust auf Gedankenexperimente haben, die Welt (und sich selbst) ein bisschen besser verstehen wollen - und sich nicht scheuen, dabei auch mal herzhaft zu lachen.
Strukturiertes Chaos - der Podcast zwischen Plan und Pointe
Wer rastet, der rostet
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
In dieser Folge geht es um Bewegung, Energie – und die Frage, was passiert, wenn wir stehen bleiben.
„Wer rastet, der rostet“ stammt ursprünglich aus der Welt des Metalls. Eisen oxidiert, wenn es ungenutzt herumliegt. Übertragen auf uns Menschen heißt das: Entwicklung braucht Aktivität. Nicht im Sinne von Dauerstress – sondern im Sinne von Lebendigkeit.
🔹 Warum Stillstand gefährlicher sein kann als Überforderung
🔹 Weshalb Energie wichtiger ist als reine Produktivität
🔹 Und wie man erkennt, wann Veränderung nötig ist
Wir sprechen über Rente und Sinnverlust, über Unternehmer, die ohne Aufgabe abbauen, über Burnout und das „Tal der Tränen“ bei Veränderungen. Über Corona als Zwangsimpuls, über neue Lebensphasen – und darüber, warum Balance mehr bedeutet als bloß weniger arbeiten.
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Strukturierten Chaos. Mein Name ist Sebastian. Meine Philipp. Ich stehe für die Struktur und ich für das Chaos.
SPEAKER_02Lieber Philipp, um was geht es heute? Heute geht es um wer rastet, der rostet.
SPEAKER_01Oh, ich spür's schon in meinem Rücken nicht auf. Ich freue mich aufs Aufstehen nachher.
SPEAKER_02Ich hole euch mal kurz ab. Die historische Herkunft. Metall, insbesondere Eisen, beginnt zu oxidieren, wenn es ungeschützt der Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Bewegung alleine verhindert keinen Rost, aber Nutzung, Pflege und Aktivitäten waren im Handwerk entscheidend für Wertehalt. Wenn du dich überträgst auf die Bedeutung auf den Menschen im 18. und 19. Jahrhundert, sprich in die Industrialisierung, Leistungsdenken und Fortschrittsglaube. Der Mensch wurde zunehmend als funktionierendes Wesen gedacht. Bewegung bedeutet Produktivität, Arbeitsfähigkeit, gesellschaftlichen Nutzen. Eine moderne Verwendung: geistig beweglich bleiben, körperlich aktiv bleiben, beruflich nicht stehen bleiben. Heiderbitz, wer rastet der Röst?
SPEAKER_01Rastet, das ist die schwäbische Version davon. Oder wir können es auch eher anders ausdrücken. Wer seinen Bewegungsdrang reduziert oxidiert? Oh Gott. Holbright. Also wer rastet der Russ jetzt? Was fällt mir da spontan ein? Es ist ganz interessant, wenn man es mal anschaut, wenn man sein Berufsleben anguckt. Es gibt ja oft immer so viele, viele haben so als Ziel die Rente. Ich will fertig sein, oh, in der Rente und dann anders. Und dann merkt man, es geht relativ schnell, wenn man sich dann kein, wenn man kein Hobby hat, als Beispiel. Also Personen, die ganz, ganz viel in ihrem Berufsalltag unterwegs sind und der dann plötzlich weg ist. Dann passiert da eines. Wir bauen extrem schnell ab. Also es ist ganz, ganz interessant, wenn man das über das Alter betrachtet. Ich habe zum Beispiel einen Kunden, da ist der, der Eigentümer ist jetzt an die 80 Jahre und er wird das Unternehmen leiten, bis er Umfeld im wörtlichen Sinne. Weil wenn er jetzt aufhören würde, da kann man es über Monate abzählen, dass er sterben würde. Weil er braucht es, er braucht diese Energie. Genauso, wenn man es mal so ein bisschen anschaut, es gibt ja in Deutschland so ein paar Charaktere, die Milliardäre, die Multimilliardäre, die sehr, sehr alt sind. Wir Ulmer haben auch jemanden, Alvin, so, von der Drogeriemarktkette Müller. Er ist ja auch über 90 und ist noch voll aktiv mit dabei. Ein anderes Beispiel, wo man da sieht, also jetzt um jetzt die Diskussion hier zu beginnen, war Wolfgang Krupp. Wolfgang Krupp hat ja dann offiziell an seine Kinder übergeben, ist in die Rente gegangen und man hat es ja auch in den Nachrichten mitverfolgen können. Er hatte sogar einen Selbstmordversuch, weil was kam, es kam die Altersdepression. Und warum? Weil er plötzlich das, was ihn immer Energie gegeben hat und ihn vom Ruschten beschützt hat, weg war. Und das ist ganz spannend. Also, das ist, wenn man das jetzt so betrachtet, das ist sehr, sehr interessant. Wie heißt der von der Firma Wirth? Der ist da auch noch dabei. Ja, genau. Der ist schon richtig alt. Ach Mensch, mir fällt es gerade nicht weg. Ja, ja, ja. Aber genau das Gleiche. Und das ist auch so etwas, also das ist auch, man denkt ja immer, ja, im Alter, dort war ich dann ruhiger und alles, aber es ist genau kontraproduktiv. Ja, voll. Ich muss eigentlich, ich, also, das Schönste, was ist, wenn man als Rentner Freizeitstress hat.
SPEAKER_02Also ich habe mich gerade gefragt, wie du das siehst, oder? Weil du bist ja auch sehr wuselig, was Dinge angeht. Ja. Wie würdest denn du das machen? Oder hast du da einen Plan, dass du, was du sagst, ich mach das dann später mal so.
SPEAKER_01Also Gott sei Dank bin ich ja lebensaltermäßig noch ein bisschen weit davon entfernt. Trotzdem. Oder weiß, vielleicht nur Lebensaltermäßig. Nein. Ich beziehe das jetzt auf so etwas, was wir jährlich machen, Urlaub. Wir sind zum Beispiel vom Charakter her keine Person, die lange am Strand liegen können. Ich weiß nicht, wie du da bist oder wie ihr so seid. Ich kann mal einen Tag am Strand liegen oder von mir aus zwei Tage, aber dann wuselst du in mir. Dann denke ich, okay, was machen wir jetzt? Ja, genau. Und es ist auch so ein bisschen eine Typ-Sache. Also das ist auch, wenn man viel macht, also ich habe ja auch ein sehr hohes Stresslevel, bei dir ist es ja genauso. Ich coache ja auch viele Führungskräfte und für mich geht es immer darum, ich sage immer Einspruch, du musst immer nur die Balance finden, du musst wissen, das, was du machst, muss dir mehr Energie geben, als es dir nimmt. Dann hast du eine positive Energiebilanz und dann funktioniert das Ganze. Und es hört sich jetzt für den einen oder anderen doof an, aber für mich gibt es auch manchmal Energie, wenn ich an einem Sonntagnachmittag noch arbeite und zum Beispiel meine E-Mails auf Zero Inbox habe. Ich liebe das, ich brauche das so. Und es gibt mir mehr Energie. Jetzt kann man sagen, Mensch, was hast du denn da gemacht? Das ist ja, du Armer, du arbeitest ja so viel und so. Nein, das gibt mir jetzt eigentlich Energie.
SPEAKER_02Verstehe, ich bin nicht voll bei dir. Also wie oft ich, ich habe das gestern auch wieder gemacht. Ich saß bis um, glaube ich, 22. oder 23 Uhr einfach an der Kiste und habe Sachen gemacht, die mir Freude bereiten. Und das ist dann nicht so, dass es irgendwie, wo ich mir denke, boah, das muss ich jetzt so machen, sondern gar nicht. Dieses Muss, dieser Muss-Gedanke. Und ich habe natürlich schon mal drüber nachgedacht, wie das ist, wenn ich später mal richtig alt bin. Also ich will immer irgendwas machen, weil ich mir denke, so ich habe auch ein Negativbeispiel gesehen, wie das dann eben auch sein kann, dass du dann eben, so wie du schon gesagt hast, so dahin fegitierst und da habe ich gar keine Lust drauf, das bin ich auch der Typ gar nicht, sondern ich will immer was machen, sondern es gibt so viele Sachen, die man um erleben kann. Und auch so dumm, weil du es gesagt hast, so am Strand liegen bin ich auch gar nicht. Also einen Tag geht man, aber ich finde, mir gibt das auch Energie oder mich holt das auch, wenn ich irgendwelche Dinge einfach anschaue.
SPEAKER_01Ja.
SPEAKER_02Das gibt mir viel mehr, als so dahin zu dümpeln irgendwie an so einem Strand oder so.
SPEAKER_01Und das ist aber auch dieses, dieses, wer rastet, der rostet, lass uns das auch drauf beziehen, wirklich, was gibt mir Energie im Leben und was nicht. Und es verändert sich ja auch über die Zeit. Also man muss ja auch überlegen, vor Corona war das damals. Ich war auf der ganzen Welt unterwegs. Ich hatte im Jahr mindestens 150 Flüge, 220 Hotel, Übernachtungen im Schnitt. Ich bin teilweise wirklich im Hotel aufgewacht und habe mir erstmal überlegt, in welchem Land bin ich gerade eben. Das wollte ich gerade sagen, ja. Also ich bin immer so Touren quasi geflogen und war dann unterwegs. Es war eine richtig coole Zeit, weil das war dann auch so. Also dann, dass man am Sonntag meistens dann irgendwann mal zum Flughafen gegangen, Sonntagnachmittag, da habe ich gewusst, okay, ich fliege jetzt nach London und da hat er so ein richtig cooler Inde und da gehe ich dann heute Abend zum Essen. Und dann war ich dann irgendwo so am Mittwoch dann in Wien und habe mir dann überlegt, oh ja, da gehe ich dann das noch anschauen oder die besuchen, die Personen besuchen und so etwas. Man hat sich da so seine Routinen aufgebaut und es war toll. Und das war auch so etwas, alles hat so ein bisschen seine Zeit. Wenn man beruflich fliegt, so wenn man da unterwegs ist, man fängt schon ein bisschen an, sich abzuheben von den anderen. Es liegt einfach daran, man hat halt, hat seine Routinen. Ich habe genau gewusst, wann ich hier losfahren muss. Ich wusste genau die Zeit von Garage zu Terminal. Und bin an allen Touris vorbei, die jetzt irgendwie in Urlaub gegangen sind und so etwas. Und das war schon eine tolle Zeit. Also es war super. Brauche ich heute nicht mehr. Habe ich heute nicht mehr. Also ich habe im Schnitt vielleicht noch im Jahr 20 Hotelübernachtung und fliegen tue ich fast gar nicht mehr, weil ich alles eher regionaler mache. Ich lasse die Jungen, die Jungen wilden. Lass ich reisen und fliegen. Und das ist, heißt jetzt aber jetzt nicht im Umkehrschluss, dass ich jetzt eher raschte und jetzt roschten beginne. Sondern ich habe jetzt einfach, weil du mich gefragt hast, ey, was ist denn dein Plan im Alter? Mein Plan jetzt gerade eben ist, es viel, viel, viel auch lokaler zu sein und es auch dort zu genießen. Wir haben ein wunderschönes Büro. Das habe ich früher nie gesehen. Da war ich nur maximal am Wochenende kurz drin. Und jetzt, das verbringt ja sehr, sehr viel Zeit da damit. Unsere Hündin, die Fee ist immer bei mir. Und das gibt mir einfach viel mehr Energie. Das heißt aber jetzt nicht, dass ich jetzt stehen geblieben bin, sondern ich habe meinen Fokus verändert. Genau, ich habe meinen Fokus verändert. Und ich glaube, das ist einfach das Wichtige daran. Man hat immer so den Fokus. Aber wichtig ist, wenn man einen Fokus verliert, also wenn der zum Beispiel jetzt über die Rente beendet wird. Es kann ja durchaus sein, das war jetzt zum Beispiel bei uns so. Ich muss auch sagen, manchmal hilft so ein externer Impuls. Ich habe gesagt, vor Corona war das. Wäre Corona nicht gekommen, wäre es für mich schwierig gewesen, diesen Hebel umzuschalten, zu switchen. Dann wäre ich jetzt heute noch die ganze Zeit unterwegs. Das muss man auch so ein bisschen wissen, wie komme ich auf so ein Hamsterrad einfach auch raus, wo vielleicht am Anfang, das gibt mir viel, viel Energie und so etwas. Das macht mir auch riesen Spaß. Dann irgendwann mal der Punkt kommt, oh, das kostet mich mehr Energie, als es mir bringt. Und dann tut es manchmal gut, so ein externer Impuls zu haben. Was ist so ein externer Impuls? Externer Impuls war jetzt Corona, von jetzt auf gleich dürfen wir nicht mehr reisen, wir haben alles digital gemacht. Das war ja auch so, ich bin ja damals für, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, für einen Stunden-Termin bin ich nach Berlin geflogen. Das haben wir heute alles digital. Wir sind viel, viel digitaler geworden. Und genauso, das war jetzt so ein Zwangsimpuls, wo ich aber merke, ah doch, jetzt kann ich was anderes machen. Der Eintritt in die Rente ist auch ein Zwangsimpuls. Und wichtig ist, dass man sich auf solche Dinge vorbereitet. Oder genauso wie beide, wir arbeiten viel und gerne. Aber trotzdem ist es wichtig, dass wir auch den Impuls von außen zulassen, wenn wir merken, hey, du, tut es dir jetzt gerade auch noch so gut? Oder macht das vielleicht Sinn was anderes?
SPEAKER_02Dieses sich selbst hinterfragen, finde ich, wichtig, um mal reinzuhören, ist es noch das, was ich, was mir Freude bereitet oder was mich antreibt oder so. Das sollte man öfters mal machen, finde ich. Und das mache ich ja auch regelmäßig, dass ich mich hinterfrage, ist das jetzt noch das? Macht mir das jetzt noch Spaß? Möchte ich was anderes machen und so? Und das hat aber auch was mit Alter zu tun, glaube ich.
SPEAKER_01Ja, ja, es kommt auch eine gewisse Reife dann auch. Und man hinterfragt auch viel, viel mehr. Was eben aber auch da wichtig ist, ist, um an dem Beispiel von der Rente noch zu bleiben. Wir brauchen diesen Impuls von außen, weil es ist natürlich, also wenn wir ein arbeitsreiches Leben hatten und vielleicht auch Fremdbestimmter waren, das kann ja auch sein, also wir haben jetzt, wir beide haben jetzt das Privileg bekommen, dass wir unsere Arbeit auch so ein bisschen selber gestalten können und auch aussuchen können, durch das, dass wir, dass wir das Unternehmen gegründet haben, Selbstständigkeit haben, so ein bisschen auch der eigene Hirsinn, haben ja nicht viele das Privileg, und ich bin auch jeden Tag dankbar, dass wir das haben und auch haben dürfen. Aber wenn man das so ein bisschen fremdbestimmt ist und man sich dann eigentlich wollte, ja, endlich muss ich nicht mehr dort mal lochen oder was auch immer. Und dann ist es am Anfang richtig toll, es ist schön, und dann fällt man in dieses Loch. Weil dann ist man ausgebremst.
SPEAKER_02Was mir da gerade noch so einfällt, was ja auch manche leben ja nur zum Wochenende hin. Weißt du, wie ich meine? Yeah, yeah, yeah, yeah. Bei mir ist es so ein fließender Übergang, mir ist es eigentlich egal, was für ein Tag das ist, wenn du mit dir wahrscheinlich sagen. Ja, wir morgen auch nicht, wenn wir arbeiten, ja 24,7. So, and drum dieses, dieses, da muss ich mich, muss ich mich anschließen. Ich bin sehr dankbar und dass es so ist, wie es ist. Dass es nicht selbstverständlich ist, diese Gegebenheiten, die wir beide haben. Und ich liebe das, was ich mache, du ja auch. So drum macht mir das auch gar nichts aus, dass es dann irgendwie hier noch ein bisschen und da noch ein bisschen ist, weil es einfach gut ist. Trotzdem hinterfragen ab und zu.
SPEAKER_01Ja, das ist auch so ein bisschen. Und manchmal wirklich braucht man diesen externen Impuls, der auf einen drauf schaut, du tut es dir noch gerade gut in dem Moment. Wenn man in so einer Euphorie vielleicht drin ist, dann kann es aber auch sein, okay, ist jetzt schwierig. Und weil es passiert ja, dass zum Beispiel dieser Zwangsstopp, sage ich jetzt einfach mal, der von extern kommt, kann ja eben auch sein, wir haben das falsch eingeschätzt mit der Energie. Es hat uns doch körperlich mehr Energie gekostet. Es gibt für die Leute, die viel, viel arbeiten, es gibt eben auch so der Punkt des Burnouts und so etwas. Aber das ist ja auch ein Zwangsstopp. Und da muss man auch wieder rauskommen. Und dieses, der rastet, der rostet, es gibt bei Veränderungen immer dieses Tal der Tränen. Das nenne ich auch was. Es heißt offiziell. Es ist der offizielle Begriff Tal der Tränen, genau, genau. Also in einer Veränderung. Und jede Art der Veränderung gehen wir durch dieses Tal der Tränen durch. Und uns muss einfach bewusst sein, wenn wir da unten stecken bleiben, wenn das Fahrzeug da stehen geblieben ist, dann fängt es an zu rosten und alles Mögliche und wir vergammeln dort im Tal der Tränen. Das heißt, es muss uns auch bewusst sein, auch wenn wir uns in einer Situation befinden, wo jetzt auswegslos erscheint oder so etwas, müssen wir die Energie packen und da wieder rauskommen. Ganz genau. Und Energie packen und wieder rauskommen, heißt eben auch Akzeptanz und Hilfe annehmen als Beispiel. Also es ist auch das Selbststreffieren, das ist so wichtig. Und es ist ja ein Aufruf, errastet, der rostet, hey, jetzt mach doch mal noch was. Es geht nicht da darum, hey, jetzt schaff doch noch mehr oder so etwas, sondern mach etwas, was dir Energie gibt. Genau.
SPEAKER_02Das soll also nicht heißen, dass ich, dass ich auch nicht gar nicht mal chill oder sowas. Das mache ich natürlich schon auch. Aber so dieses, mir gibt es wirklich auch Energie, das, was ich tue. Und so. Und sollte das mal nicht so sein, da ist natürlich eine Frage und sagen, okay, vielleicht muss ich auch was anderes machen. Und ich finde es schon, dass es so Lebensabschnitte auch gibt. Ja, dass ich, das ist ja bei dir wahrscheinlich genauso. Ich mache nicht das Gleiche, was ich vor zehn Jahren gemacht habe. Was auch gut ist. Weil eben diese immer diese Impulse da sind, um irgendwas Neues zu machen oder sich zu verändern und so weiter, das finde ich auch wichtig. Das ist ja der Rasse der Ostsitz. Und ich will nicht, ich will ja nicht immer das Gleiche machen, sondern ich will einfach Veränderungen auch haben.
SPEAKER_01Ich finde es immer ganz interessant. Bei mir ist es so, also mein, so wie bei dir, mein Kalender ist komplett ausgebucht, es ist komplett voll. Deshalb gibt es ja auch diese Randzeiten, um abzuarbeiten, solche Themen. Und es ist dann immer so, wenn ich jetzt zum Beispiel am Wochenende so etwas nichts zu arbeiten habe, was ja auch durchaus mal passiert, und ich überlege, was mache ich denn jetzt? Ja, was mache ich denn jetzt? Was fällt mir da ein? Und wenn ich jetzt überlege, boah, was machen Leute, die um 15 Uhr schon Feierabend haben und so. Aber auf der anderen Seite, es gibt eines, und das ist für mich jetzt zum Beispiel so, die schönste freie Zeit ist die, die dir spontan geschenkt wird, wenn plötzlich ein Termin ausfällt und du dann in deinem durchgetakten Kalender Luft hast. Und das ist ein Moment, wo ich mich einfach hinsetze. Kennst du ja bei uns im Bürger, wir haben da auch so eine schöne Couch und alles, und dann einfach nichts mache ich. Und in dem Moment freue ich mich einfach. Das fühlt sich gut an, gell? Ja, genau, weil ich die Zeit geschenkt bekommen habe. Und dieses Geschenk nehme ich dann freudig an und denke einfach, oh, jetzt machst du mal nichts. Stimmt. Ja, und das ist es einfach. Und das muss einem auch bewusst sein, wenn man etwas geschenkt bekommen hat, oder diese Freizeit oder auch Urlaub, das ist ja auch ein Geschenk, dann genieß es. Und du musst ja nicht immer permanent, und das ist ja auch so etwas, wo man falsch verstehen kann, er rastet, der rostet, hey, du musst machen, mach, mach, mach, mach, mach. Nein. Nein. Geh immer über das Energielevel.
SPEAKER_02Richtig.
SPEAKER_01Und deshalb ist es auch schön, im Urlaub zu sein. Und es war zum Beispiel auch etwas, wir haben uns einen Camper gekauft. Ein sehr schönes Kfz. Ein sehr schönes Kfz für diejenigen, die auch, es ist ein Kastenwagen und wunderschöne Delta-Felgen und alles und Höhe gelegt. Und ja, da brennt so gefühlt mein Herz dafür, steht auch direkt vor dem Gebäude. Da laufe ich mehrfach mit dem Hund jeden Tag dran vorbei. Und ich war ja immer gefragt, ja, hey, mit welchem Auto, ich habe ja das eine oder andere schnellere Fahrzeug, mit welchem Auto fährst du am liebsten und ich sage dann immer mit dem Camper. Weil wenn ich da drin sitze, dann habe ich Zeit. Dann habe ich Freiheit. Es fühlt sich gut an, Freiheit, ich muss nirgends ankommen. Sondern ich bin schon da. Richtig. Und das ist auch etwas, und deshalb ist es auch wichtig, sucht euch auch einen Ausgleich. Die Balance ist auch so entscheidend. Macht etwas in eurer Freizeit. Wenn ihr einen stressigen Job habt, dann ist es sehr, sehr schwierig, wenn ihr dann nur noch auf der Couch sitzt. Also überlegt euch euch da irgendwie so einen Impuls. Was habe ich denn eigentlich Lust? Und wer bin ich? Und wenn ja, wie viele? Wie viele? Und da kann man jetzt ganz, ganz, ganz tolle Sachen machen. Also wenn man so ein bisschen als Appell auch, wir sind ja hier, wir sind ja hier wie Missionare unterwegs, manchmal bitte nicht. Nee, aber aus der eigenen Erfahrung raus, wenn man, wenn man schon aus so viel Erfahrung sprechen kann, wir sind ja auch noch nicht so alt, auch wenn wir es raussehen, ist es einfach ganz wichtig. Holt euch, holt euch die, das, das alles, was euch Energie gibt, ist gut. Da geht es kein zu viel oder zu wenig. Oder falsch gibt es glaube ich. Oder falsch geht es auch nicht. Achtet auf externe Impulse, seid auch vorbereitet auf externe Zwangsstops, die plötzlich kommen, wo man denkt, okay, was mache ich denn jetzt eigentlich? Und auch ein bisschen flexibel. Weil die Flexibilität steckt dir auch da dahinter. Wenn etwas jetzt nicht mehr funktioniert, durch Corona als Beispiel, ja dann verändere deinen Fokus und such dir da etwas. Und er finde dich immer wieder neu. Richtig. Das ist auch etwas. Und über das Leben verändern sich die Gewohnheiten, verändern sich die Rahmenbedingungen etc. Und da ist es wichtig, sich immer wieder neu zu erfinden. Und ganz, ganz wichtig ist, egal was ihr macht, ihr müsst immer stark sein. Vielen Dank, dass ihr zugehört oder zu gesehen habt. Mein Name ist Sebastian. Meine Philipp. Und ich freue mich auf das nächste Mal.
SPEAKER_00Vielen Dank fürs Anhören. Dieser Podcast is eine Peak Studio-Produktion. Eine neue Folge Strukturiertes Chaos erscheint alle zwei Wochen überall dort, wo es Podcasts gibt.