„Zurück zu dir“

Warum können manche Menschen keine Ruhe aushalten?

Ada Jungblut Season 1 Episode 28

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 6:58

🎙️ Warum kannst du keine Ruhe aushalten?

Fühlst du dich schuldig, wenn du dich ausruhst? Wirst du unruhig, sobald nichts mehr zu erledigen ist?

Dann hat deine innere Unruhe vielleicht weniger mit deinem heutigen Leben zu tun, als du denkst.

In dieser Podcast-Folge erfährst du,

✨ warum manche Menschen ihren Wert an Leistung knüpfen,
 ✨ weshalb Ruhe Schuldgefühle auslösen kann,
 ✨ wie Kindheitserfahrungen unser Nervensystem bis heute beeinflussen,
 ✨ und warum viele Menschen nur dann das Gefühl haben, wichtig zu sein, wenn sie gebraucht werden.

Vielleicht erkennst du dich in dieser Folge wieder und verstehst zum ersten Mal, warum Entspannung für dich manchmal schwerer ist als Arbeit.

💛 Du musst dir deinen Wert nicht verdienen.
 💛 Du musst nicht perfekt sein, um geliebt zu werden.
 💛 Du darfst einfach sein.

Wenn dir die Folge gefallen hat, freue ich mich über dein Abo und darüber, wenn du sie mit einem Menschen teilst, der immer stark sein muss und selten zur Ruhe kommt.

📩 Wenn du beginnen möchtest, diese Muster zu heilen und die Ursachen deiner inneren Unruhe zu verstehen, schreibe mir gerne eine Nachricht auf Instagram.


🕊 Schreib mir gern dein Feedback oder teile, was dich berührt hat.

Und wenn du spürst, dass du dich tiefer öffnen möchtest, begleite ich dich auf diesem Weg.

📩 Kontakt:

Instagram: @ada.jungblut

E-Mail: support@adajungblut.com

SPEAKER_00

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge. Heute sprechen wir über ein Thema, das viele Menschen betrifft, aber nur wenige wirklich verstehen. Warum können manche Menschen keine Ruhe aushalten? Warum fällt es ihnen schwer, einfach zu sitzen, zu entspan oder nichts zu tun? Warum tauchen oft Unruhe, Schuldgefühle oder das Gefühl auf, noch etwas erledigen zu müssen? Vielleicht kennst du das auch von dir selbst. Du setzt dich endlich aufs Sofa, eigentlich ist alles erledigt, niemand verlangt gerade etwas von dir. Du hast theoretisch Zeit zum Ausruhen. Und trotzdem kommt keine Ruhe. Stattdessen meldet sich eine innere Stimme, du könntest noch aufräumen. Du könntest noch arbeiten. Du könntest noch etwas im Garten erledigen oder bügeln. Du könntest noch produktiver sein. Und wenn du trotzdem sitzen bleibst, taucht oft etwas anderes auf. Schuld, Unruhe und innere Anspannung. Das Gefühl, etwas falsch zu machen. Viele Menschen glauben dann, sie seien einfach unruhige Persönlichkeiten. Doch häufig liegt die Ursache viel tiefer. Denn oftmals hat die Unruhe gar nichts mit dem heutigen Leben zu tun. Sie beginnt bereits in der Kindheit. Ein Kind kommt nicht auf die Welt und denkt, ich muss ständig leisten. Ein Kind kommt nicht auf die Welt und denkt, ich bin nur wertvoll, wenn ich nützlich bin. Diese Überzeugungen entstehen im Laufe des Lebens, im Laufe deiner Kindheit. Sie entstehen durch Erfahrungen. Wenn ein Kind die Erfahrung macht, dass es hauptsächlich Aufmerksamkeit bekommt, wenn es hilft, funktioniert oder Erwartungen erfüllt, beginnt es etwas sehr Wichtiges zu lernen. Es lernt, wenn ich etwas tue, werde ich gesehen. Wenn ich helfe, habe ich einen Platz. Wenn ich nützlich bin, gehöre ich dazu. Wenn ich perfekt bin, ist alles gut. Das Problem dabei ist, das Kind lernt nicht, dass es wertvoll ist. Es lernt, dass seine Leistung wertvoll ist. Und das ist ein entscheidender Unterschied. Viele Menschen erinnern sich später daran, dass sie ständig versucht haben, alles richtig zu machen. Sie wollten brav sein und hilfreich, sie wollten niemandem zur Last fallen, sie wollten Anerkennung bekommen. Doch tief im Inneren stand oft ein viel tieferes Bedürfnis. Bitte sieh mich. Bitte nimm wahr, dass ich da bin. Bitte zeig mir, dass ich wichtig bin. Wenn dieses Bedürfnis nicht erfüllt wird, beginnt das Kind häufig im Außen nach Aufmerksamkeit zu suchen. Nicht weil das Kind egoistisch ist oder es bewundert werden möchte, sondern weil es verzweifelt nach einem Beweis sucht, ich existiere, ich bin sichtbar, ich bin wichtig. Viele Menschen berichten später, dass sie sich nur dann wertvoll fühlen, wenn andere sie brauchen. Und genau hier beginnt die Verbindung zur Ruhe. Denn wenn mein Wert davon abhängt, gebraucht zu werden, dann wird Ruhe gefährlich. Denn in der Ruhe tue ich ja nichts. In der Ruhe helfe ich niemandem. In der Ruhe funktioniere ich nicht. In der Ruhe kann niemand bestätigen, dass ich wichtig bin. Deshalb wird Ruhe plötzlich mit Unsicherheit verbunden. Manche Menschen haben zusätzlich erlebt, dass sie sehr früh Verantwortung übernehmen mussten. Sie haben aufgeräumt, sie haben sich gekümmert, sie haben Aufgaben übernommen, die eigentlich nicht zu einem Kind gehörten. Manchmal gab es direkte oder indirekte Botschaften wie Du musst helfen, du musst dankbar sein, du musst uns etwas zurückgeben. Später wirst du mir auch helfen. Ein Kind kann solche Botschaften nicht anordnen. Es entwickelt daraus oft einen inneren Glaubenssatz, mein Wert liegt darin, gebraucht zu werden. Und genau dieser Glaubenssatz wirkt Jahrzehnte später noch weiter. Dann sitzt die erwachsene Frau auf dem Sofa und fühlt sich schuldig. Nicht weil sie tatsächlich etwas falsch macht, sondern weil ihr Nervensystem gelernt hat. Ausruhen bedeutet, meine Aufgabe nicht zu erfüllen. Nicht helfen bedeutet Schuld. Nicht funktionieren bedeutet Gefahr. Manche Menschen gehen noch tiefer. Sie erinnern sich daran, dass hinter dem Funktionieren auch Angst stand. Angst vor Kritik, Angst vor Ablehnung, Angst vor Bestrafung, Angst vor Beschämung, manchmal sogar Angst vor körperlicher Gewalt. Das Nervensystem lernt dann, bleib wachsam, bleib beschäftigt, bleib nützlich, mach keine Fehler. Entspanne dich nicht zu sehr. Und plötzlich wird verständlich, warum Ruhe so schwerfällt. Die Unruhe ist dann kein Feind. Sie ist ein alter Schutzmechanismus. Ein Schutzmechanismus, der einmal sinnvoll war, der dem Kind geholfen hat, sich anzupassen und zu überleben. Doch heute darfst du etwas Neues lernen. Du darfst lernen, dass deinen Wert nicht von deiner Leistung abhängt. Du darfst lernen, dass du nicht erst etwas tun musst, um wichtig zu sein. Du darfst lernen, dass du nicht ständig gebraucht werden musst. Du darfst lernen, dass Ruhe keine Gefahr ist. Dass du existierst auch wenn du gerade nichts leistest. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft dieser Folge. Du bist nicht wertvoll, weil du funktionierst, weil du hilfst, weil du alles schaffst. Du bist wertvoll, weil du da bist. Einfach weil du da bist. Vielen Dank, dass du heute bei dieser Podcast-Folge dabei warst. Wenn dir diese Podcast-Folge gefallen hat, dann abonniere gerne den Podcast, damit du keine weiteren Folgen verpasst. Teile diese Episode mit einem Menschen, der ständig funktioniert, immer für andere da ist und sich schuldig fühlt, sobald er zurückkommt. Vielleicht hilft genau diese Folge jemandem zu verstehen, das hinter seiner Unruhe nicht Schwäche steckt, sondern eine alte Geschichte, die endlich gesehen werden möchte. Ich wünsche dir vom Herzen einen liebevollen Blick auf dein inneres Kind und den Mut, Schritt für Schritt Frieden mit der Ruhe zu schließen. Bis zur nächsten Podcast-Folge. Hier war deine Ada.