unconformed Podcast - Unterhaltung 🤝🏻 Inspiration
❓ Was macht mich aus? Was bestimmt mein Leben und meine Identität?
🌟 Diese Fragen stelle ich mir mit meinen Gästen zusammen!
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#07 - Wofür lohnt es sich zu leben?
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Ich spreche mit Chris über Hingabe: Was heißt das? Wie sieht das aus? Und wofür lohnt es sich überhaupt?
Wer oder was überstimmt mein Leben? Bestimmt meine Identität? Wonach richte ich mich aus und warum meine eigenen Erfahrungen, Erziehungen, gesellschaftliche Normen, Gott mit Freude und Leichtigkeit Antworten suchen, die Bekanntest hinterfragen, versuchen, anders zu denken und einfach auf dem Weg bleiben. Warum? Warum nicht? Das ist unkonformed. Herzlich willkommen zu Unconformed. Ich sitze hier heute bitte Chris. Chris, schön, dass du dabei bist. Ja, schön, dass ich da sein darf. Ich freue mich. Wir reden heute über das Thema Hingabe und das Thema Hingabe ist so ein bisschen schwer zu greifen, aber ich erkläre kurz, was ich damit meine. Und zwar kennen wir Hingabe, ich habe mir ein bisschen überlegt, wo kennen wir es her? Von einem hingegebenen Liebhaber. Man sagt, okay, der macht alles für mich. Man kennt es auch, wenn man so mit Kindern unterwegs ist, da habe ich das schon öfter gehört. Die sind voll hingebungsvoll ihren Kindern gegenüber. Und genau darum geht es, hingegeben sein. Hingabe heißt, ich gebe alles von mir hin für ein Thema, für einen Mensch, für ein Projekt, für ein Event. Und du bist Pastor. Für alle, die nicht wissen, was Pastor ist, das ist quasi ein Pfarrer. Aber Pfarrer ist so Landeskirche mäßig und du bist in einer freien Kirche, du bist in meiner Kirche. Das heißt, du bist mein Pastor. Und wenn man dich kennenlernt ein bisschen besser, dann merkt man bald so, dein ganzes Leben ist Kirche. Und wenn man dich dann besser kennenlernt, ist okay, es ist nicht Kirche, sondern es ist Jesus. Das ist der, warum du das alles machst. Und ich habe dich jetzt noch gar nicht vorgestellt, weil das möchte ich gerne, dass du das selber machst. Du bist Anfang 30, hast mittlerweile ein Kind seit etwas über einem Jahr. Das heißt, du hast doch eine Frau und du bist in Augsburg Pastor. Wie bist du da hingekommen? Fang doch mal so in deiner Jugend an, wo du das erste Mal vielleicht hingegeben warst.
SPEAKER_00Ja. Okay. Also in meiner Jugend war ich schon in meiner Kindheit eigentlich, seit ich vier bin, habe ich angefangen, Handball zu spielen. Und also damals noch unfreiwillig, meine Mama hat mich einfach irgendwo reingeschoben, wo ich Sport machen kann. Und es ist mega cool. Ich bin meine Mama unfassbar dankbar, dass ich so als ganz kleiner Chris da schon spielerisch Handball spielen durfte. Ich weiß, früher haben wir noch dieses Fuchs-Schwanz-Spiel gespielt, weißt du, wo du hinten so ein Tuch dir reinsteckst und dann musst du den anderen den Schwanz rausziehen. So, das war, damit habe ich Handball angefangen. Damals nur so Spielchen, irgendwann dann richtig mit Ball in der Hand und so. Und ich habe gemerkt, ich habe wohl die Leidenschaft dafür entwickelt und hab das immer mehr gemacht, als Kind dann noch ganz normal so einmal die Woche, irgendwann zweimal die Woche, dann als ein bisschen älteres Kind dreimal die Woche, dann als Jugendlicher drei-, viermal die Woche. Und irgendwann wurde es halt immer mehr und hat mein ganzes Leben eingenommen. Am Wochenende bin ich zu irgendwelchen Spielen gefahren, dann habe ich immer in zwei Jugenden gleichzeitig gespielt, immer noch eine Jugend höher mit dabei und dann Samstag ein Spiel, Sonntag ein Spiel, mein Papa hat mich überall hinkutschiert. Das war mein Leben damals. Und ich habe gemerkt, das hat immer mehr Raum eingenommen. Ich habe es aber auch geliebt und habe mich da voll reingegeben. Und ich bin so ein Typ, entweder ganz oder gar nicht. Und das habe ich dann schon gemerkt, auch, wenn ich es mache, dann richtig. Dann will ich auch erfolgreich sein. Also dann will ich auch alles reingeben. Deshalb habe ich trainiert ohne Ende und habe dafür gekämpft, da immer besser zu werden. Hab dann angefangen, noch Krafttraining dazu zu machen, damit ich da irgendwie noch stärker bin, noch einen festeren Wurf habe und alles Mögliche. Ich bin Linkshänder, das heißt, als Linkshänder habe ich ein bisschen eine Special-Rolle. Es gibt nicht viele Linkshänder im Handballspiel, deshalb ist es super. Das ist ein großer Vorteil eigentlich. Und dann habe ich da halt geguckt, okay, wie kann ich mich da gut platzieren, wie kann ich da noch weiter reinwachsen und mich einfach ganz reingegeben und habe viel trainiert, habe viel mich da auch in den Mannschaftssport so reingedenkt, gedacht, wie kann man da einfach immer besser werden, wie kann man mit der Mannschaft gemeinsam unterwegs sein. Genau, und das hat mein Leben eingenommen. Ich habe einfach nicht mehr viel Zeit für andere Sachen gehabt, weil ich jeden Tag Schule heimgekommen, Hausaufgaben gemacht und irgendwann dann Training vor dem Training noch ein bisschen geübt und trainiert. Und ich habe es geliebt, mich da voll reinzuwerfen und es hat mir super viel Spaß gemacht. Und so hat Hingabe für mich angefangen. Und dann wurde es da auch immer professioneller, mit 16, 17, wo wir dann immer auch höherklassiger gespielt haben. Irgendwann haben wir mal gegen so Jugend-Bundesligamannschaften bei so Turnieren gespielt. Und dann habe ich dann gemerkt, okay, ich bin nicht mehr groß genug. Also so ich habe mit 14 aufgehört zu wachsen. Da war ich schon so groß wie jetzt. Da war ich noch der Größte in der Klasse und irgendwann wurde ich immer kleiner. Und das war dann ein Problem fürs Handballspielen, weil tendenziell hast du irgendwann nur noch so zwei Meter-Maschinen vor dir. Und als wir dann gegen so Jugend-Bundesligamannschaften bei diesem Turnier gespielt haben, habe ich gemerkt, ich habe keine Chance mehr, weil die einfach so Riesenmaschinen sind. Und das hat mich schon krass gecrasht, weil wenn ich mich ganz hingebe, dann will ich auch der Beste da drin sein. Und das hat mich mega herausgefordert und habe ich natürlich noch mehr trainiert und noch mehr gemacht und versucht, das irgendwie auszugleichen. Ganz viele Fruchtzwerge gegessen. Ganz viel Fruchtzwerge war ganz wichtig. Nein, aber ich habe einfach alles versucht. Ich habe Training versucht. Ich habe irgendwie zusätzlich noch so Nahrungsergänzungssachen und hab versucht, wenn ich schon nicht der Größte sein kann, dass ich wenigstens der Schnellste bin. Bin ganz viel auf Geschwindigkeit gegangen, habe ganz viel zu Sprinttrainings gemacht und Ausdauer war mein großes Ding. Und hab da einfach ganz viel rein investiert und hab dann versucht, die Leute durch Geschwindigkeit abzuziehen. Und ja, da einfach ganz viel so rein investiert. Hab extra nochmal zusätzlich zum Training, habe ich so einen, es gab so einen Berg bei uns im Dorf, der Todesberg. Und da bin ich dann immer, der hieß Todesberg, weil einfach du, du rennst da hoch, bis du tot bist und dann du kannst nicht mehr. Und da bin ich dann immer hochgerennt, gerannt und hab einfach versucht, so alles aus meinem Körper rauszuholen, was geht. So, das war meine Hingabe fürs Handballspielen. Und irgendwann hat es mich dann gecrasht mit 16, 17 habe ich dann angefangen, ganz viele so Muskelfaserrisse zu haben. Meine Muskeln sind immer wieder aufgerissen. Und dann war ich aber so hingegeben, dass ich gesagt habe, okay, ich kuriere mich so kurz wie möglich aus und gehe dann sofort wieder in den Sport rein und habe mir dann wieder was aufgerissen und es ging dann immer so weiter. Und irgendwann mit 17 war ich dann an dem Punkt, wo ich, wo meine Beine einfach kaputt waren. Und wo mein Sportarzt dann gesagt hat, okay, Chris, du kannst nicht mehr so weitermachen, sondern du musst jetzt eigentlich ein Jahr lang komplett pausieren. Und das hat mich völlig gerackt. Ein Jahr lang raus aus dem Sport, damit bin ich völlig raus. Also meine Kondition ist weg, meine Kraft ist weg, alles ist weg, wenn ich jetzt ein Jahr lang pausiere. Und das war schon, das hat mich mega herausgefordert, weil meine ganze DNA, mein ganzes Leben, mein Ruf, mein alles hing am Handballspielen. Ich war Chris der Handballer. Und plötzlich konnte ich das nicht mehr sein. Und dann musste ich mich entscheiden, entweder ich mache mich jetzt weiter kaputt oder ich sage, ich höre damit auf und pausiere für ein Jahr lang. Und dann, weil ich einfach so ein All-In-Typ bin, habe ich gesagt, okay, ich breche jetzt da raus, ich höre jetzt auf damit. Und da war das für mich wirklich so ein Lebenskrise-Moment, wo ich gesagt habe, ich habe jetzt keinen Inhalt mehr. Mein Herz fühlt sich leer an. Und dann habe ich mich gefragt, okay, was stelle ich jetzt an diese Stelle? Und dann bin ich da, aber ich weiß noch, ich habe dann viel gezockt zu der Zeit. Das hat dann auch so dieses Loch in meinem Herzen so gestopft. Und dann habe ich nachts um vier mal gezockt, saß da auf der Couch und hat plötzlich so ein krasses Gefühl von Lehre in meinem Herzen drin. Und das war so ein Moment, den hatte ich noch nie gefühlt. Ich habe einfach so gefühlt mich so gefühlt, als wäre mein Herz, hätte so ein Loch drin und ich weiß einfach nicht, wie ich das füllen kann. So eine krasse innere Sinnlehre habe ich noch nie gefühlt. Dann habe ich gedacht, okay, wie kann ich das jetzt füllen? Was kann ich da machen? Und dann habe ich gesagt, okay, gut, wenn es Sport und Erfolg nicht ist, was ist es dann? Wie kann ich diese Lehre in mir füllen? Und habe dann gesagt, ja gut, dann ist es vielleicht irgendwas Spirituelles, Religiöses oder so. Und meine Mama ist früher in der Kirche gegangen und ich habe das nicht so gemocht und bin dann irgendwann rausgebrochen. Aber ich habe gemerkt, vielleicht ist es das ja, vielleicht ist es Gott, der dieses Loch in meinem Herzen füllen kann. Und dann bin ich da weitergegangen und habe gesagt, okay, ich probiere das jetzt aus. Und dann aber auch wieder so dieses All-in-Ding, da habe ich gesagt, okay, Gott, ich gehe jetzt einmal in den Gottesdienst und wenn in diesem Gottesdienst du dieses Loch in meinem Herzen füllen kannst und ich wieder merke, ich habe was, wo ich mich reingeben kann, dann bin ich da dabei. Und dann bin ich da in diesen Gottesdienst gegangen, hab alles erwartet. Und wenn das nicht funktioniert hätte, hätte ich was anderes ausprobiert, wäre irgendwie in den Buddhismus reingegangen oder so. Und dann war ich da in diesen Gottesdienst und war, dann haben die da Lieder gesungen und Gott angebetet und mittendrin habe ich plötzlich so wieder diese Lehre gefühlt und habe gemerkt, wie da irgendwie Gott reingekommen ist. Also es ist schwer zu erklären, aber ich habe diese Lehre gespürt und dann plötzlich war da eine Fülle da und irgendwie eine Gegenwart Gottes, was ich vorher noch nie gespürt habe. Und dann habe ich gemerkt, boah krass, ist wie auf Drogen für mich. Wenn ich das dauerhaft haben kann, dann bin ich dabei. Und da, das war so der erste Funke von, ich habe gespürt, da ist was, dafür lohnt es sich zu kämpfen, dafür lohnt es sich zu gehen. Vielleicht ist das der Inhalt meines Lebens. Vielleicht ist das das, was mein Herz dauerhaft glücklich machen kann. Und dann habe ich gesagt, okay Gott, jetzt musst du mir zeigen, was ich für den ersten Schritt gehen kann, um da, um ganz Hingabe zu leben. Und dann war das richtig witzig, weil dann kam der Jugendpastor danach auf mich zu, der kannte mich nicht, habe mich noch nie gesehen. Und dann hat er gesagt, hey, ich hatte irgendwie gerade, als wir so die Lieder gesungen haben, hatte ich irgendwie so einen Impuls, ich soll mit dir gemeinsam in einem Jahr durch die Bibel durchlesen. Da habe ich gedacht, ich habe noch nie in meinem ganzen Leben ein komplettes Buch durchgelesen. Nicht mal für die Schule, ich habe immer eine Zusammenfassung gelesen. Jetzt soll ich die ganze Bibel lesen, das sind über tausend Seiten. Das ist der Wahnsinn. Das ist wahrscheinlich dicker als Herr der Ringe insgesamt oder so. Ja, ja, ja. Hat auf jeden Fall viele Wörter. Genau, und dann habe ich aber gewusst, okay, wenn ich jetzt einen Schritt gehen darf, dann gehe ich denen und gehe voll rein. Und da habe ich mit ihm wirklich in einem Jahr die Bibel durchgelesen. Die Bibel war mein erstes Buch, das ich gelesen habe, komplett durch. So, weil ich dieser hingegebene Mensch bin. Und wenn ich wenn ich mich an eine Sache dranhänge, dann voll und ganz. Und das habe ich dann mit dem Thema Glaube gemacht. Und das Jahr hat mein Leben völlig auf den Kopf gestellt, ich habe mein Leben ganz neu ausgerichtet, habe gemerkt, Gott ist wirklich, es lohnt sich, mich für Gott ganz hinzugeben. Und ich weiß noch, ich habe diesen Moment gehabt, ich habe das fünfte Buch Mose gelesen und in der Bibel ganz am Anfang und dann heißt es da an das Volk Israel, sagt Gott, du sollst den Herrn, dein Gott, lieben, mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und das war für mich so der Ausdruck für, ich gebe mich völlig hin. Und als ich das gelesen habe, habe ich gemerkt, ich will das. Also ich will mich mit ganzem Herzen hingeben. Das Herz ist so im hebräischen Denken die Schaltzentrale des Menschen so. Also quasi wie bei uns im modernen Denken der Kopf. Das heißt, ich will mir all meine Gedanken, all meine Lebensentscheidungen ausrichten auf Gott. Ich will meine Seele, mein Innenleben, meine Gefühle alles ausrichten auf Gott. Und ich will mich mit meiner ganzen Tatkraft, die ich ja habe, so, gell, wie ich das fürs Handball eingesetzt habe, will ich mich auch für Gott einsetzen. Und da hat es angefangen zu sagen, okay, Gott, was hast du mit meinem Leben vor? Wie willst du mit mir vorwärts gehen? Und da habe ich jetzt angefangen, mich hinzugeben für Gott. Und dann habe ich mich in die Jugend da eingebracht, mit dem Jugendleiter, der mir da begegnet ist und der mit mir gemeinsam Bibel gelesen hat. Und dann habe ich mich da als Mitarbeiter eingebracht, habe dann mit ihm den Jugendkreis so geleitet, immer mehr, habe angefangen zu predigen und so Bibelgruppen und alles Mögliche zu leiten, junge Leute an die Hand zu nehmen, mit ihnen gemeinsam die Bibel zu lesen, das, was mich so bewegt hat. Und so hat das Ganze angefangen. Und dann weiß ich, nach dem Abi, haben dann meine Frau und ich, wir haben uns in der Schule kennengelernt, haben wir dann gesagt, okay, wir wollen jetzt gemeinsam überlegen, was machen wir mit uns im Leben. Und haben dann gesagt, okay, gut, ich wollte eigentlich so Mathe studieren. Das war mein großes Ding, das war auch meine Leidenschaft. Da habe ich auch dann in der Schule so Mathe-Olympiade mitgemacht und alles mögliche, was halt dazugehört, einfach mit einem hingegebenen Leben. Und hab dann gesagt, okay, gut, ich will das nochmal von Gott hinterfragen lassen. Ist es das wirklich, was ich machen soll? Und dann war ich in Afrika für ein halbes Jahr und habe gesagt, okay, Gott, ich gebe dir diesen Raum, du darfst in dieser Zeit zu mir sprechen und mein Leben ausrichten. Und dann hatte ich da ganz viele so coole Momente und so Ausrichtungsmomente, wo Gott wirklich so in mein Leben reingesprochen hat. Ich hatte einmal eine Vision, so einen Traum, nachts, ich träume eigentlich nicht, oder ich kann mich nicht mehr an meine Träume erinnern. Aber an diesen Traum kann ich mich noch erinnern, wo ich einfach so eine Deutschlandkarte vor mir gesehen habe und gesehen habe, wie Gott da in Deutschland einfach Dinge voranbringen will. Und ich habe gemerkt, Gott ruft mich da in Afrika zurück nach Deutschland, um dort als Pastor reinzugehen und für ihn und für das, was ich mit ihm erlebt habe, einen Unterschied zu machen. Und so hat es angefangen, das war mein Ruf, Pastor zu sein. Und jetzt bin ich hier seit vielen Jahren. Wie viele Jahre sind es denn jetzt, wo ich als Pastor unterwegs bin? Ich habe 2017 mein Theologiestudium abgeschlossen und jetzt bin ich neun Jahre lang in dem ganzen Pastoren-Ding so unterwegs. Und ich liebe es total. Und mein ganzes Leben dreht sich darum. Schön.
SPEAKER_01Danke. Jetzt hört sich das so an bei dir, als ob das so einfach wäre. Ja, du bist halt so. Und deswegen fällt dir das auch einfach hingegeben oder fällt dir leicht, hingegeben zu sein. Ich wünsche mir das für mich auch. Wir sind ja auch befreundet, das heißt, du weißt, bei mir ist es auch so, ich habe irgendwann gesagt, okay, Jesus, du kriegst mein ganzes Leben. Das, was ich vorher hatte, wo ich mich um meine eigenen Sachen gekümmert habe, das funktioniert nicht. Ich hoffe, es funktioniert mit dir besser. Und ich hatte vorher aber nie dieses Ding von, es gibt so eine Sache in meinem Leben, wo ich sage, das ist es, was ich machen will. Bei mir, ich habe ganz viel Interessen. Ich kann ganz viel so halbwegs gut. Ganz, ganz viel richtig gut, Fabian. Ich kann viele Sachen besser als andere. Besser als ich. Aber es gibt nichts, meiner Meinung nach, was ich besser kann als wirklich Leute, die das auch können. Also so ich turne, damit kann ich schon mal besser turnen als 90% aller Menschen. Aber im Vergleich zu Turnen bin ich nicht gut. Also ich kann Gitarre spielen, ich kann Schlagzeug spielen, ich kann ein bisschen singen, damit kann ich schon mal musikalischer als viele Leute, aber im Vergleich zu den Leuten, die das auch können, bin ich dann wieder nicht mehr so gut. Und so das ist so mein ganzes Ding. Deswegen habe ich das nie, hatte ich nie so gesagt, okay, ich werd jetzt Gitarrist oder ich werde jetzt richtig guter Schlagzeuger und ich mache alles, um richtig guter Schlagzeuger zu werden. Und dann war das wirklich vor ein paar Jahren so, okay, it stays in the Bible, Jesus wünscht sich das, Gott wünscht sich das, dass wir alles ihm hingeben, weil wir auch alles von ihm haben und so seine Kinder sind. Und dann mache ich das. Und trotzdem, obwohl ich das gesagt habe und das ernst gemeint habe und auch immer noch ernst meine unter Schritte gehe, dann bin ich noch weit davon entfernt, so hingegeben zu sein für Gott oder für meinen Job als Pastor. So, ich fange jetzt Ende des Jahres auch an in der Kirche zu arbeiten. Das ist vielleicht auch so ein Schritt. Aber so wie du das jetzt erzählt hast, war das einfach natürlich für dich. Und es ist einfach. Gab es Punkte an deinem Leben, wo du auch mal gesagt hast, Mann, eigentlich habe ich keinen Bock mehr drauf? Oder ist es gerade richtig schwer? Es fällt dir schwer, da alles hinzugeben, alles hinzulegen.
SPEAKER_00Also vielleicht ist es falsch rübergekommen, aber der Prozess war sauschwer. Es war mega herausfordernd. Es ist ja nicht so, dass Hingabe mir leicht fällt. Also auch für Handball mich voll hinzugeben, hat mich alles gekostet. Das hat mich mein Leben gekostet, das hat mich meine Disziplin gekostet. Das hat mich morgens früh aufstehen gekostet, das hat mich am Wochenende sau viel unterwegs sein gekostet. Das hat mich Beziehungen gekostet, weil ich mich voll auf Sport konzentrieren musste. Das hat dann einen Preiszettel. Und genauso hat Hingabe im Glauben auch einen krassen Preiszettel. Das bedeutet, ich kann halt nicht irgendwie jetzt als Manager irgendwo unterwegs sein. Ich wollte in die Wirtschaft gehen, wollte Mathestudium, Wirtschaft, alles Mögliche, viel Geld verdienen. Das war ein Preiszettel, den ich gezahlt habe, um zu sagen, okay, ich richte mein ganzes Leben auf Gott aus und ich lebe halt in Beziehung. Das ist, wie du am Anfang gesagt hast, ich lebe in Beziehung mit Gott. Das ist so diese Liebhaberbeziehung. Also da wächst der Hingabe. Ich gebe mich ja nicht hin für einen Job. Ich gebe mich nicht hin als Pastor. Ich gebe mich nicht hin für eine Kirche. Auch wenn ich dich total mag und so und die ganzen Leute bei uns in der Kirche. Und ich liebe es, mit diesen Menschen unterwegs zu sein. Und trotzdem würde ich sagen, das ist nicht der Grund, warum ich es mache. Ich mache es nicht wegen irgendeinem Menschen, wegen der Organisation, wegen dem, was ich in meinem Job Cooles mache. Und ich mache es taukule Sachen. Das macht mir mega viel Spaß. Ich darf den ganzen Tag lang Kaffee trinken und in Menschen investieren. Das ist so cool. Und dann nachts Predigten vorbereiten. Und nachts Predigten vorbereiten, genauso. Und ich liebe das, wirklich. Das ist voll mein Herz. Und gleichzeitig würde ich es nicht machen, weil der Preiszettel mir zu groß ist, wenn ich es nicht machen würde, aus meiner Liebesbeziehung mit Jesus heraus. Und das ist für mich der Punkt. Ich bin so verliebt in Jesus, dass ich das mache und zwar freiwillig und gerne und bereit bin, den Preis zu zahlen. Und der Preis ist groß, aber der Preis interessiert mich nicht so sehr, weil ich die Liebe habe und deshalb auch die Überzeugung. Und das würde ich sagen, das ist mein größter Antrieb dafür. Ich habe ganz viel Vision für meinen Job, ich gebe mich gerne über aller Maßen hin, weil ich weiß, ich habe ein größeres Warum dahinter. Und mein Warum ist, Jesus liebt mich, ich habe was erlebt bei Jesus, das ich unbedingt weitergeben möchte. Und das würde ich dir weitergeben, Fabi, das würde ich jedem anderen bei uns in der Kirche weitergeben. Und dafür bin ich bereit, einen Preis zu zahlen.
SPEAKER_01Das ist natürlich jetzt ein bisschen ein Totschlagargument, ne? Also wenn man jetzt sagt, okay, ich bin nicht mit Gott unterwegs oder nicht so, ich hab das noch nicht so gespürt. Aber ich wünsche mir trotzdem zu irgendwas hingegeben zu sein. Würdest du sagen, wenn es nicht Gott ist, wenn es nicht was Spirituelles ist, dann ist es automatisch dazu verdammt zu scheitern. Oder kannst du einfach nie so tief sein? Also kannst du so ein bisschen eine Parallele zwischen Handball und jetzt Jesus beziehen. Ich meine, sehr abstrakter Vergleich natürlich, aber du hast halt beides erlebt. Also du warst zu was weltlich, sagen wir in unserer Christenbubble immer, wenn es nichts mit Gott zu tun hat, dann ist es weltlich. Also du warst zu was weltlichem voll hingegeben und so wie sie es angehört hat, warst du grundsätzlich glücklich damit, bis es halt nicht mehr ging. Und jetzt hast du das Gleiche zu Gott, zu einem höheren Ziel oder einem höheren Purpose. Was heißt denn Purpose auf Deutsch? Zweck. Zweck. Genau. Das wird wahrscheinlich immer gehen. Siehst du da Unterschiede? Siehst du was, was gleich ist?
SPEAKER_00Also ich glaube, halt Hingabe hat immer was zu tun mit irgendwas, was mich übersteigt. Ich würde sagen, halt, und für mich ist es Gott und für mich ist meine Beziehung mit Jesus und das ist mein Warum. Und ich glaube, Hingabe hat immer mit einem Warum zu tun. Du brauchst eine ganz, ganz tiefe Überzeugung für etwas Größeres als die Sache selbst, damit du was tust. Und damit du was nicht nur einmal tust und sagst, ich melde mich jetzt fürs Gym an und geh da jetzt hin und pump jeden Tag mich kaputt. Das kannst du sagen, das sind ja die Neujahrsvorsätze, gell? Und 70 Prozent aller Neuheitsvorsätze sind nach einem Monat erledigt. Und das ist das Problem. Wir entscheiden uns schnell und gerne für Hingabe. Jeder Neuheitsvorsatz ist eigentlich das Vorzeichen von Hingabe, aber das Warum dahinter ist irgendwie nicht stark genug, damit ich das auch durchziehen kann für das ganze Jahr oder noch besser für die nächsten 10, 20 Jahre, damit ich auch wirklich richtig gut werde in diese Sache und damit ich mich da voll reingeben kann. Weil Hingabe ist ja auch ein Prozess, der wachsen muss und es dauert länger als ein paar Tage. Und deshalb, ich glaube, halt das Warum dahinter, ich glaube, das ist die große Frage. Und es gibt ja auch so in der Glücksforschung gibt es die Frage, was macht dich eigentlich glücklich? Und glücklich macht dich nicht, dass du irgendwas tust, was dir nur Freude macht. Das ist gut, wenn du was tust, was dir Spaß macht. Aber was wirklich eine tiefe Erfüllung bringt aus Forschungsperspektive, ist, wenn du was tust, was dich selbst übersteigt. Was tust, was größer ist als du, was tust, was mit anderen zusammenfunktioniert, was tust, was einem höheren Zweck dient. Und den Zweck zu definieren und dieses Höhere zu definieren, das ist für mich meine Beziehung mit Jesus. Ich lebe aus meiner Beziehung mit Jesus heraus, meinen Job als Pastor. Ich könnte morgen kündigen, ich würde nichts verlieren innerlich, weil ich sage, Jesus hat mir einen Auftrag gegeben, jetzt, keine Ahnung, Rettungssanitäter zu werden. So, und dann würde das machen, würde mit derselben Hingabe da reingehen, auch wenn ich nicht Pastor bin, auch wenn es nicht so christlich klingt, trotzdem ist es für mich zutiefst aus meiner Beziehung mit Jesus heraus. Das heißt, für mich ist es Warum wichtiger als das Was, was ich konkret tue. Und ich glaube, das kann man auf alles übertragen. Was ist dein Warum? Also warum tust du das? Warum willst du jetzt Handball spielen? Warum willst du Gitarre lernen? So, Fabi, du spielst Gitarre, du spielst Klavier. Was ist dein Warum dahinter? Wenn es einfach nur, ich will halt Klavier spielen, dann wird es dir nicht ausreichen, um wirklich, wirklich gut zu werden. Ich habe zum Beispiel jetzt einen auch im christlichen Kontext gehabt. Der kam aus Südkorea und ist ausgewandert nach Wien, um auf so eine krasse Musikhochschule zu gehen. Und zwar, als er noch ganz, ganz klein war. Also der wurde mit vier, hat er angefangen, Klavier zu spielen, wurde von seinen Eltern da so rein investiert. Und sein Ziel war es, er wollte mal in der Kirche so gut wie möglich Klavier spielen, weil er Gott die Ehre damit geben wollte. So und dann ist er ganz früh ausgewandert, mit sechs oder acht, nach Wien, ist da zur Musikhochschule. Mit seinen Eltern zusammen, hoffentlich. Mit seiner Tante, glaube ich. Glaube ich auch so. Und es hat sie einfach da krass investiert, einfach um der weltbeste Pianist zu werden, weil er eine Überzeugung aus seinem Glauben heraus hatte und auch seine Eltern natürlich eine krasse Überzeugung dafür hatten, dass er da ganz Gott dient. Das war natürlich völlig overpaced, so du kannst auch schlechterer Klavierspieler sein und in der Kirche dienen. Aber das war so das Zeichen von krasser Hingabe. Er hat es für Gott gemacht und hat es durchgezogen, war einer der besten. Also dort schließt nicht so einfach jemand das Studium ab, weil es so ein krasses Elite-Programm ist, was du dort machst. Und da ist da reingekommen, ist da durchgekommen und ist ein unfassbar begnadeter Pianist geworden. Aus der Überzeugung heraus, sie macht es für Gott. Also das kann man ja für alles machen. Und vielleicht ist es für dich nicht Gott, sondern vielleicht ist es auch einfach ein Wert. Also es kann ja sein, ich habe den Wert, ich will der Welt was Gutes tun. Oder ich habe den Wert, ich will mich hingeben für Umweltschutz, ich will mich hingeben für andere Menschen. Ich will, dass es Menschen in Deutschland besser geht, ich will Armut bekämpfen. Also all das sind ja Werte, die höher sind als ich selbst. Ich alleine kann nicht Armut stoppen, aber ich kann mich zusammentun mit anderen Menschen und ich kann für eine größere Sache kämpfen, die über mein Leben hinausgeht, die vielleicht, wenn ich tot bin, auch nach mir weitergeht. Also wo kann ich auch ein Erbe hinterlassen? Also für mich, zum Beispiel mit der Kirche, ich will da ein Erbe hinterlassen in Menschen, ich will in Menschen wie dich, Fabi, investieren, damit du mich übersteigst, damit du über mich hinausgehst. Und wenn ich merke, in dir wächst was, was ich in meinem Leben niemals hervorgebracht hätte, dann merke ich, okay, das ist was Größeres als ich selbst. Und ich glaube, das ist was, das kann jeder in jedem Thema erreichen, aber ich brauche das Warum dahinter, ich brauche Werte dahinter, die mir so wichtig sind, dass ich eine Sache auch wirklich durchziehe und dass ich da auch exzellent drin werde.
SPEAKER_01Ja, das finde ich richtig stark. Ich glaube, das ist auch was, was mir mein ganzes Leben immer gefehlt hat. So dieses, was größer ist als ich, weil natürlich, ich habe mit zwölf angefangen, Schlagzeug zu spielen und hab dann irgendwann angefangen, Gitarre zu spielen. Ja, das macht halt, das macht halt Spaß. Aber es macht ja auch Spaß, wenn ich nicht so gut bin. Dann macht es manchmal nicht so viel Spaß, wenn ich dann denke, Mann, das könnte ich jetzt schon besser können, aber es gab dieses Größere nicht. Und das ist, glaube ich, spannend, sich da zu überlegen, was ist denn das, was größer ist als ich, worin ich mich investiere. Und es kann ja von klein zu sehr groß gehen. Ich glaube, so, was mir jetzt spontan einfällt, das Kleinste wäre so die Familie. Und das kenne ich von voll vielen Eltern, die dann sagen, okay, ich bin glücklich in dem ganzen Stress, den ich habe, wo ich nicht schlafen kann, wo ich nicht mehr meine Freunde sehe oder sowas, weil ich jetzt ein neugeborenes Kind habe oder es ist ja auch, also es muss ja nicht neugeboren sein, aber es ist halt unter sechs, keine Ahnung. Dann ist das mein ganzes Leben, aber ich sehe, dass es größer ist als ich, weil es geht nicht mehr nur um mich, sondern es geht darum, auch wieder Erbe. Was gebe ich meinem Kind mit, wie wächst mein Kind auf? Ist es gesund? Und das ist größer als ich selber. Und das ist so das Bett, was mir einfallen würde, das Kleinste, bis hin zu ja natürlich, irgendwie Umweltschutz oder Armut bekämpfen oder Menschen von Jesus erzählen, weil man der Meinung ist, dass jeder Mensch Jesus braucht und jeder Mensch irgendwo, so wie du das erzählt hast beim Zocken damals, vor I don't know, 16 Jahren, wie du gemerkt hast, okay, in meinem Herz ist ein Loch. Und es wird das kann man so ein Pflaster drüber kleben, indem man sich ablenkt mit ich gebe alles mit Sport hin oder ich gebe alles meiner Familie hin, vielleicht meiner Großfamilie, dann ist es nochmal deutlich größer, als ich habe ein Kind. Aber ich bin da auch überzeugt, es gibt dieses Loch im Herzen, was du nur durch Jesus füllen kannst. Ist natürlich unsere Weltanschauung, weil wir Gott erlebt haben auf eine gewisse Art und Weise. Es gibt andere Menschen, die andere Erfahrungen gemacht haben und dann zumindest zeitweise davon überzeugt sind, dass das ist, was das Loch füllt. Aber ich glaube, das, sich mal wirklich Gedanken zu machen darüber, was ist es bei mir oder was könnte es bei mir sein? Weil ich meine Wahrnehmung ist, dass ganz viele Menschen es gar nicht haben. Also ich merke es voll so im Vereins-Setting, seit ich ehrenamtlich aktiv bin im Sportverein, beklagen sich die älteren Leute, dass immer weniger junge Leute nachkommen. Dass immer weniger Leute sich in dieses große Ehrenamtliche einklinken wollen, weil sie sich nicht mehr als Teil davon fühlen. Und ganz viel in Deutschland ist ja, ich glaube spätestens seit nach dem Zweiten Weltkrieg, ist halt aufgebaut worden durch Ehrenamt. Also Freiwillige Feuerwehr, ganz viel so Rettungsschwimmer, Vereine, Sport, ganz groß, ist, das ist halt Ehrenamt. Unsere Kirche ist auch, wenn wir eine sehr große Kirche sind, wo viele Leute angestellt sind, ist immer noch wahrscheinlich 80 Prozent von dem, was geleistet wird, machen Ehrenamtliche. Und ganz viel würde nicht funktionieren, wenn es Ehrenamt nicht gäbe. Und jetzt kommt es bei uns zusammen, ne? Du arbeitest in der Kirche, ich bin gerade noch sehr viel ehrenamtlich dabei. Und das ist aber ja nur ein Werkzeug für uns, weil wir sagen, hey, eigentlich geht es um Gott. Ja, aber lieber Zuhörer, liebe Zuhörerinnen, überleg dir das mal. Was ist größer als du, wo du daran beteiligtest? Ich habe mir im Vorfeld ein paar Statistiken angeschaut, die waren aber alle nicht so mega interessant, dass ich die jetzt mitgebracht hätte. Aber es ist tatsächlich so, Menschen, die einen Job haben, wo sie der Meinung sind, sie arbeiten an etwas, was größer ist als sie und sie stehen auch dahinter. Das ist wichtig, dass sie hinter dem stehen, was da gemacht wird. Die haben wahnsinnig niedrigere Wahrscheinlichkeiten, Burnout zu haben. Also so, das war irgendwie so 3% haben Burnout, wenn sie an was arbeiten, wo sie voll dahinter stehen. Und dann geht es hoch zu zwölf, wenn du glücklich bist mit deiner Arbeit, aber das nicht hast, und dann irgendwie 30%, wenn du auch nicht mit deiner Arbeit nicht glücklich bist. Irgendwie sowas um den Dreh. Und es gibt so viele, wie du es auch vorhin gesagt hast, so viele wissenschaftliche Untersuchungen, dass Menschen einfach glücklicher sind oder zufriedener sind, kann man auch wieder diskutieren, was heißt glücklich, was heißt zufrieden, was ist Freude, wie hängt das alles zusammen. Aber wenn sie an was arbeiten, was größer ist und wenn sie dahinter stehen, und das ist ja auch ein Grund, warum ich meinen Job gekündigt habe letztes Jahr, weil ich für mich, da war so, ja, wenn ich meinen Job gut mache, verdienen andere Leute mehr Geld. Ist jetzt nicht schlecht, aber ist jetzt auch nichts, wo ich so wirklich Bock drauf habe, der dahinter stehen kann. Und ich wünsche mir mehr und jetzt, da habe ich vorhin schon gesagt, schaue ich mal, vielleicht ist es in der Kirche arbeiten und sagen, okay, Jesus, ich habe dir schon mal mein Leben gegeben und jetzt bekommst du aber noch einen größeren Teil davon, ganz konkret. Ich kann auch meinen Job machen, wenn ich nicht in der Kirche arbeite und das Jesus zu Ehren machen und es hingegeben tun. Aber es ist vielleicht auch einfacher, das in der Kirche zu machen. Vielleicht, wenn Umweltschutz dein Thema ist, dann ist es vielleicht einfacher, dem ganz viel hinzugeben, wenn du halt in einer Organisation arbeitest, die sich dafür einsetzt. Oder wenn du in einem Unternehmen arbeitest, das sich das ganz groß auf die Fahne geschrieben hat. Als wenn du sagst, naja, ich arbeite halt bei der Bank XYZ, verdiene da mein Geld und nebenher in meiner Freizeit mache ich dann das, was mir wichtig ist. Wenn man das connecten kann, ist glaube ich schon cool.
SPEAKER_00Ja, weil da wird ja auch Beruf zu Berufung. Also so, das ist jetzt ein christliches Wording, aber halt zu sagen, da zerzieht mich was hin. Also das ist was Größeres als nur, ich verdiene dort mein Geld, sondern da finde ich, Ehrenamt ist eigentlich ein starkes Bild dafür. Was würdest du tun, ohne bezahlt dafür zu werden? Also wo müsstest du nicht bezahlt dafür werden, damit du es tust, weil du eine intrinsische Motivation dazu hast. Irgendwas in dir zieht dich das so sehr dahin, dass du es tust, auch ohne Bezahlung. Und das ist für mich so ein Ding. Wenn ich weiß, diesen Job würde ich auch so machen, auch ohne Bezahlung, ja dann kann ich dort auch Geld verdienen damit, weil dann ist das Geld und die Gehaltserhöhung, die jetzt nächstes Jahr hoffentlich auf mich wartet und ich dann enttäuscht werde, wenn es nicht passiert, davon bin ich nicht abhängig, sondern ich habe eine intrinsische Motivation, die größer ist als mein Paycheck. Und ich glaube, das ist schon mega spannend, da auch zu fragen, hey, was würde ich machen, wenn alles möglich wäre, wenn Geld keine Rolle spielen würde, wenn mein Alter keine Rolle spielen würde, meine Erfahrung, alles Mögliche, sondern ich alle Möglichkeiten hätte, weißes Blatt Papier, ich könnte mein Leben neu gestalten, was wäre mein Job, was wäre das, wofür ich mich hingeben würde. Und plötzlich kommen ganz andere Sachen raus und da auch mutig zu sein, gell? Ich war eine Zeit lang in den USA, da gibt es viel mehr diese Entrepreneurship-Kultur. So, ich starte einfach mal was Neues. Also da war eine Krankenschwester zum Beispiel bei uns, mit der wir befreundet waren, die war 43 oder so. Und mit 43 würden wir sagen, in Deutschland, wir sind gesettelt, wir sind angekommen, wir sind in unserem Berufsleben drin, meine Vita ist geschrieben, so, ich gehe da jetzt einfach drin weiter. Aber die hat dann gesagt, mit 43, ich starte jetzt ein Töpferbusiness. Weißt du einfach so aus dem Nichts heraus, das hat nichts mit ihrem bisherigen Leben zu tun, aber hatte einfach so das auf dem Herzen, jetzt mal was Neues zu starten. Und ich vermisse da manchmal bei uns in Deutschland so diese Risikofreundlichkeit, zu sagen, ich mache jetzt einfach mal was Neues, ich riskiere mal was, weil ich weiß, in mir drin ist da was, das ist gerade in diesem Job nicht zufriedengestellt, ich bin da nicht glücklich drin, sondern ich habe was Inneres, was mich noch mehr antreibt. Und das könnte ich ausprobieren, aber ich traue es mich nicht wegen dem Gehaltszettel. So, und das finde ich spannend, auch da mal zu sagen, okay, ich gehe jetzt einfach mal einen mutigen Schritt und probiere es mal aus.
SPEAKER_01Und da dann aber auch hinzukommen, und das würde ich mir nochmal gerne angucken. Hast du eine Idee oder einen Tipp, wie man das finden kann, was größer ist als man selbst? So weil, wenn ich jetzt zuhöre und mir denke, so, ja, toll, dass Chris und Fabi das haben. Ich sehe das in meinem Leben nicht. Wie komme ich da denn hin, sowas zu finden? Wie kann ich das denn machen? Gibt es einen Test im Internet? Bestimmt, es gibt für alles einen Test.
SPEAKER_00Geh mal auf glücksfinder.de oder so. Nein, aber halt, also ich glaube, man kann sich Fragen stellen. Also ich würde natürlich Gott fragen, so, das ist nochmal eine Komponente, die hat man im Christlichen genau, aber halt, ich glaube, was wichtig ist, ist einfach zu gucken, mal, was ist so deine Machart? Halt, ich als Christ habe die Überzeugung, Gott hat mich wunderbar und einzigartig gemacht. Ich bin getöpfert in seine Hand etwas vor mit mir. Er hat mich in einer Form gemacht, wo ich ihm maximal dienen kann in einer Sache, wo er mich besonders gut darin gemacht hat. Genauso auch dich und jeden anderen Menschen. Das ist eine christliche Überzeugung. Aber genauso kannst du auch sagen, okay, ich habe Schwächen und Stärken, jetzt mache ich mal eine Liste. Was sind meine Stärken? Was sind meine Schwächen? Alles, was meine Schwächen sind, kann ich auf jeden Fall schon mal rausstreichen aus meiner Berufung, weil das werde ich nicht hauptsächlich machen. Das werde ich vielleicht immer wieder tun müssen, da darf ich auch drin wachsen und so. Aber was sind meine Stärken, die mir anvertraut sind, wo ich sage, da bin ich jetzt auf einer Skala von null bis zehn, da bin ich jetzt schon eine Sechs oder eine Sieben und da kann ich auf 8, 9, 10 wachsen, da kann ich richtig gut drin werden. Also so das zum Beispiel zu machen und dann zu sagen, okay, diese Stärken nehme ich jetzt mal als Raster und gucke mal, was gibt es da für Jobsachen oder für Dinge, wo ich mich hingeben kann dafür. Dann zu fragen, was ist meine größte Leidenschaft? Was macht mir Spaß, unabhängig von Geld? Zu fragen, wofür zerbricht mein Herz in der Welt, wenn ich die Nachrichten schaue, wenn ich mir die Welt angucke, was bewegt mich am meisten, wenn ich mit Freunden unterwegs bin und ein Bierchen trinke oder ein Wein, über was rede ich natürlicherweise? Also geht mein Inneres immer zu Fußball, so geht mein Inneres immer zu Musik, geht mein Inneres immer zu sozialen Themen, zu wie geht es der Person gerade, wie geht es der Familie gerade, wie kann ich da helfen, wo ist der nächste Umzug, wo ich mithelfen kann? Das sind alles so Fragen, die wir uns innerlich stellen, wo neigt dein Gespräch immer wieder hin? Oder auch die Frage, was nerv dich am meisten? So, wenn du in die Welt reinschaust, was findest du richtig Kacke? So, wenn du in ein Meeting kommst und alle kommen zu spät, nervt dich das richtig? Nervt dich das, wenn keine Vision da ist? Nervt dich das, wenn kein Essen auf dem Tisch steht? Nervt dich das, wenn du die ganze Zeit nur Fast Food isst? Also was sind die Sachen, die dich maximal nerven? Weil was dich trifft, das betrifft dich auch so. Und wo du merkst, du hast dann einen Schmerz drüber, das kann was sein, was in deinem Herzen angelegt ist, wo du vielleicht den Unterschied machen kannst, den andere Leute nicht machen können, weil Gott dir was anvertraut hat oder weil dir einfach grundsätzlich was anvertraut ist. Und diese Fragen zu stellen und dann halt das so wie so Ringe übereinander zu legen, zu gucken, was ist deine Leidenschaft, was zerbricht dein Herz, wenn du in die Welt reinschaust, wo ist dein größter Schmerz, was sind deine größten Gaben, was ist auch deine Geschichte, so, wenn du deinen Lebenslauf anguckst, welche rote Fahrten zieht sich da durch? Und dann vielleicht auch zu schauen, nochmal, was wird denn gebraucht, womit kann man in der Welt Geld verdienen in diese Richtung und diese Kreise mal alle übereinander zu legen und dann zu gucken, okay, was kommt jetzt in der Mitte dabei raus? Ich glaube, das würde ich dir empfehlen, um da mal so einen ersten Schritt nach vorne zu gehen.
SPEAKER_01Und zusätzlich das Ganze auch noch mit einer Sicht von außen. Also ich habe das Anfang des Jahres gemacht, als ich mich darum gekümmert habe, wo will ich denn jetzt arbeiten? Was will ich denn arbeiten? Fange ich nochmal an zu studieren oder mache ich das gleiche wie vorher einfach weiter? Und dann habe ich auch wirklich, also ich habe das mit drei Fragen gemacht, habe die mir selber gestellt und hab dann aber auch so eine Google Docs-Umfrage gemacht und habe das Freunden und Familie geschickt und so, hey, gib mir mal deine Sicht von außen auf mich drauf. Das wird nie vollständig sein. Das ist nicht, das ist nicht die Wahrheit, die die Leute da sagen, weil die sehen gar nicht alles, was du tust. Also zum Beispiel, ich habe viele Leute von der Kirche halt gefragt, von denen weiß niemand, dass ich es liebe, mit Kindern zu arbeiten und dass ich jahrelang Übungsleiter war, dass ich jahrelang Zeltlagerarbeit gemacht habe. Oder das wissen die vielleicht, aber sie haben mich so nie kennengelernt. Deswegen ist es da nicht vorgekommen, aber ich weiß für mich selber, dass es voll mein Herz ist. Und es hat mir aber dann doch nochmal geholfen, diesen Weg, den ich schon für mich gesehen habe, wo könnte es hingehen, da nochmal zu sehen, so, okay, andere Menschen sehen das auch in mir und andere Menschen sehen vielleicht nochmal was deutlich stärker, als ich das sehe. Also ja, vielleicht weiß ich, ich kann mit Menschen ganz gut und es ist ganz nett, aber weiß ich jetzt nicht, ob ich deswegen, keine Ahnung, Teamleitung machen würde oder HR oder so irgendwas. Weil wenn dann Menschen von außen kommen und sagen, so, nee, wenn so wie du mit Menschen umgehst, das ist richtig liebevoll und das hilft den Menschen, anzukommen oder sich wohlzufühlen oder sonst irgendwas, das ist ja voll gut, das dann auch nochmal gesagt zu bekommen. Und wenn man nicht so einen riesen Reibach machen will, ja, dann fragt man einfach. Also wie bei ein Bierchen, so und sagen, hey, was seht ihr eigentlich bei mir? Wir hatten mal so ein Gespräch, da warst du, was würdest du anders machen, wenn du ich wärst? Das war richtig herausfordernd. Aber da kann man sich ja rantasten und sagen, so, hey, wenn ich mir jetzt einen neuen, wenn du ich wärst und dir einen neuen Job suchen würdest, was wäre das? Und dann hast du schon gesagt, hey, jemand sieht in mir XYZ und deswegen denkt er sich, na gut, dann wäre ich halt doch Grundschullehrer, keine Ahnung.
SPEAKER_00Ja, oder wir hatten letztens ein Gespräch, wo ich dich gefragt habe, okay, was ist denn meine Nische, so, wenn ich jetzt irgendwie bei Social Media aktiver werden soll. Was ist das, was mir voll auf dem Herzen liegt? Und ich finde, du konntest das viel besser formulieren, was eigentlich so mein Ding ist, was das Thema ist, was egal zu was ich rede, egal was ich tue, das immer wieder so durchdringt. Und das fand ich so krass. Du konntest mir das spiegeln auf eine Art und Weise, wie ich selbst nicht greifen hätte können. Und das merke ich schon, halt gute Freunde helfen da mega als Spiegel, das zu schärfen, was ist eigentlich mein Ding. Also merke, Tipp Nummer drei, gute Freunde fragen.
SPEAKER_01Super. Erstmal gute Freunde haben. Tipp 1, gute Freunde finden. Tipp 2, weiß ich nicht. Tipp 3, Prophet. Kennt man. Ist so. Schön. Du bist vorhin in meiner Frage so ein bisschen ausgewichen. Oder hast du sie vielleicht falsch verstanden? Hast du Situationen in deinem Leben oder Phasen in deinem Leben, wo du das, dem du hingegeben bist, Jesus oder Kirche, wo es dir auch einfach mal zu viel ist? Oder du merkst es, nee, irgendwie gerade fühle ich es gar nicht oder so. Und wenn ja, was machst du dann damit? Weil ich glaube, gerade wenn es nicht Gott ist, mit dem man sein Leben hingibt, dann kann das sehr gut sein, dass das kommt und dass man sagt, okay, heißt es, ich muss jetzt alles hinwerfen, habe ich mich geirrt, war es das doch nicht. Wie bist du damit umgegangen bis jetzt?
SPEAKER_00Es tut mir leid, dass ich da so ausgewichen bin. Es war nicht wieder aufsichtlich. Ich war so leidenschaftlich, wenn du so anderer gefragt hast. Aber ich habe natürlich Niederlagen erlebt und ich habe Rückschläge erlebt. Ich weiß noch, ich habe ganz am Anfang, als ich so mit Kirche angefangen habe, und Theologie studiert habe, währenddessen habe ich dann angefangen, Kirche zu gründen und zu bauen in Frankfurt. Und wir sind da reingegangen mit voller Leidenschaft, meine Frau und ich. Und ich habe gedacht, jetzt werden wir die Welt verändern. Und dann habe ich da angefangen und habe gemerkt, ich habe die Leidenschaft, ich habe die Vision, ich will Kirche aufblühen sehen, ich habe auch die Hingabe, aber es funktioniert einfach nicht. Also so, das war eine Kirche mit 30 Leuten und die Kirche ist einfach nicht gewachsen. Nicht nach einer Woche, nicht nach einem Monat, auch nicht nach zwei Jahren. So, und die Kirche war immer noch genau an dem Punkt, wo ich am Anfang war. Und ich habe gemerkt, halt meine Hingabe allein reicht nicht aus und irgendwie war ich nicht genug und sofort fängt mit meiner Identität an, gell? Bin ich überhaupt dafür berufen? Ist es mein Ding? Ist es nicht mein Ding? Habe ich was falsch gemacht? Woran liegt's? Und da ist mein Inneres total dran zerbrochen, wo ich gemerkt habe, ich muss mich auch entkoppeln von dem, meine Identität ist, ich bin ein Pastor, der erfolgreich Kirche baut und zwar in dem Sinne erfolgreich, dass da immer mehr Menschen dazukommen und dass das weiter wächst und wächst und wächst und die Zahlen stimmen. Also das ist es ja auch nicht, sondern da auch jetzt in meinem Fall mir von Gott die Maßstäbe für Erfolg abzuholen. Und mein Erfolgsmaßstab ist, ich gehe hin und investiere mich in Menschen. Also so der letzte Auftrag, den Jesus mitgibt, ist, geht in alle Welt und mach die Menschen zu meinen Jüngern, investiert in sie, dass sie einfach mich besser kennenlernen und dass sie mir nachfolgen. Und das ist das, was ich mir dann neu abholen musste. Mein Auftrag ist nicht eine Zahl zu schreiben, sondern mein Auftrag ist, in Menschen zu investieren. Und was dabei rauskommt, ist nicht meine Sache. Und was mir schon geholfen hat, ist so zu unterscheiden, bin ich einfach nur produktiv und mach und mach und mache oder bin ich fruchtbar. Ich investiere in was, aber die Frucht hängt nicht von mir ab, sondern die hängt von Gott ab, der Dinge hervorbringt. Und das kannst du ja auch übertragen jetzt auf dich, wenn du nicht mit Gott unterwegs bist. Halt baller ich einfach nur durch und muss aber dann auch die Zahlen schreiben und es muss funktionieren und ich muss mehr Muskelmasse gewinnen und keine Ahnung, was auch immer dein Ding ist. Oder sagst du, nee, ich investiere mich und zwar bewusst und gezielt und fokussiert und ich mache das, was ich von meinem Warum her für richtig halte. Und dann darf das Frucht hervorbringen, aber zu seiner Zeit. Und es gibt dann auch mal Winterseasons, wo dann halt Wurzeln gebaut werden und so und wo nicht äußerlich die Frucht hervorkommt. Und das hat mir Leichtigkeit gegeben, nicht immer den direkten Erfolg zu erwarten, nicht so dieses instant Erfolgsdenken oder so, sondern zu sagen, ich gebe mich hin wegen meinem Warum und nicht wegen dem Erfolg, der dabei rauskommt. Und das merke ich schon, ich bin sehr erfolgsgeleitet und getrieben. Ich will am Ende auch Frucht sehen, aber ich habe einfach über die Jahre gelernt, die kommt halt nicht immer direkt. Und was ich gemerkt habe in solchen Crash-Momenten, wo ich mich hingebe und es nicht funktioniert, oder auch in meiner Beziehung mit Gott, ich bin ja nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen, tralala, das ist ja wie in meiner Ehe, so ich bin jetzt zehn Jahre verheiratet. Da hatten wir auch mal Wüstenzeiten, wo es mal nicht so einfach war, wo wir nicht so gut miteinander klargekommen sind, wo wir Streit hatten, wo wir Themen hatten, wo wir irgendwie nicht weitergekommen sind. Und in den Momenten dann auch zu sagen, ich habe eine Entscheidung getroffen, das heißt, ich bleibe weiter hingegeben, aber es ist jetzt keine Emotion, sondern die Emotion, die darf auch wieder zurückkommen, indem ich mich weiter hingebe. Das heißt, da auch so treu zu bleiben und konsistent zu bleiben und zu sagen, ich mache es weiter, auch wenn ich es gerade nicht fühle, weil ich habe eine Überzeugung dafür. Und dann Leute, um mich herumzuhaben, die mich tragen. Also ich weiß, ich habe manchmal so Heulmomente, wo ich dann mit dir so zusammenkomme und mit anderen und wir hängen irgendwo in der Sauna rum und heulen uns einen ab oder am besten im Wohnzimmer, wo es ein bisschen geschützterer Rahmen ist oder so. Aber wo ich einfach merke, ich brauche auch Räume für meine Seele, wo ich einfach, wo ich einfach mal heulen darf, wo ich einfach mal traurig sein kann, wo ich sagen kann, hey, Fabi, es ist richtig scheiße gelaufen, ich habe keinen Bock mehr. Ich will kündigen, ich will aufhören, also so, und ich glaube, jeder braucht diese Räume, wenn wir ehrlich sind, wir haben alle mal keinen Bock. Und ich finde, die Frage ist halt genau in solchen Krisenmomenten, wie gehe ich damit um? Habe ich eine Grundüberzeugung weiterhin dafür, auch wenn ich gerade nicht die Emotionen habe, auch wenn ich es gerade nicht fühle, auch wenn die Umstände gerade nicht stimmen, ich weiß trotzdem, warum ich es mache und deshalb mache ich es einfach treu weiter. Genau.
SPEAKER_01Und ich glaube, es hilft auch, dieses, wenn es gerade nicht gut läuft, das auszuhalten, wenn es wieder was Größeres ist als man selbst. Also auch wieder, ich kenne es im Kleinen so, natürlich möchte ich gerne einen Sommerkörper haben. So, ich turne, ich habe Muskeln, ich möchte auch gerne, dass man die sieht und dass sie sich nicht verstecken unter dem Speck, den ich habe. Und das ist aber nicht viel größer als ich, da geht's um mich. Und da dann zu merken, okay, jetzt klappt's gerade gar nicht mit Ernährung, dann bin ich mir so, ja gut, dann kann ich es auch gleich lassen. And bei anderen Sachen merke ich dann, ich hab jetzt so I've been worship community leiter by uns. Also worship is quasi gesungene Gebete, Musik oder so. Weil ich da voll die Leidenschaft für habe und wie wir vorhin schon gesagt haben, ich bin aber nicht so wirklich gut. Und nicht so gut, wie ich gerne wäre oder wie ich sein könnte, wie auch immer. Und da habe ich regelmäßig diese Momente, wo ich was mache und danach mir denke, das war gar nicht gut. Warum mache ich das überhaupt? Ich kann es überhaupt nicht, ich bin da fehl am Platz. Und dann kommt aber immer wieder dieses, was du gesagt hast, nee, ich mache das ja nicht für mich. Ich mache das ja nicht, weil ich der Meinung bin, ich muss das machen und nur dann wird es gut, sondern weil ich eine Berufung habe, weil ich da reinberufen wurde und weil ich auch eine tiefe Überzeugung dafür habe, dass Jesus mich da hingesetzt hat, um da was zu verändern. Und dann geht es nicht um mich, ob das jetzt gerade für mich gut war oder schlecht war, sondern dann geht es darum zu sagen, okay, dann liege ich jetzt hier, dann heule ich mich bei meinen Freunden aus, dann beten wir darüber, dann gebe ich das ab bei Jesus und dann mache ich wieder weiter. Das hilft voll. Und da auch wieder Menschen. So such dir Menschen, die dich da supporten in dem. Und nicht um deinen Willen, so, sondern weil sie sagen, ja, ich sehe da was, was größer ist als du. Also ich gebe dir nicht Feedback zu deinen Predigten und sonst irgendwas, weil ich der Meinung bin, ja, dann bist du besser, sondern weil ich sehe, ja, du willst Menschen erreichen, du willst mit Menschen unterwegs sein, du willst Gottes Reich bauen, so nennen wir das im Christlichen immer Gottes Reich bauen, heißt, da geht es nicht um Politik, da geht es nicht um, das wird jetzt, wir machen eine Monarchie, sondern es geht darum zu sagen, es geht um die Identität von jeder einzelnen Person als Gottes Kind. Und wenn man diese Identität annimmt, dann wird sich so viel verbessern in deinem Leben. Dann wird nicht alles einfach, aber Gottes Reich heißt, wir nehmen das an, dass wir Gottes Kinder sind. Und das muss man Menschen halt erzählen, weil ansonsten, wie soll man es denn sonst rausfinden? So, kurzer Ausflug zu Gottes Reich. Aber deswegen gebe ich dir Feedback. Also, deswegen, weil ich, weil ich sehe, dass das dein Calling ist, dass das deine Berufung ist. Deswegen sage ich, ja, guck mal, Chris, hier, da und da, das und so. Und wenn man so Leute um sich hat, das ist ja das Beste, was einem passieren kann. Und dann falle ich, dann mache ich noch so oft, nehme ich irgendwelche Videos auf, wo ich, wo ich singe und mir danach denke, das war ja ganz schön schräg und nicht so schön, wie sich das für mich angehört hat. Aber dann kommen Leute und das musst dann gar nicht du sein, das kann ja jemand anders sein, kommt eine Sprache nach und sagst so, hey, guck mal, das war richtig gut. Für mich war das genau so, wie es sein sollte. Und dann sage ich, okay, danke Jesus, dann geht es jetzt weiter. Und das wünsche ich mir für jeden. Also wirklich alle Menschen, die ich kenne, die das noch nicht haben, denke ich mir, Mann, es wäre so gut, wenn du was hättest, was größer ist als du.
SPEAKER_00Ja, und ich glaube halt, also das ist irgendwie, der Mythos unserer Zeit ist, glücklich sein ist einfach. So, ich muss einfach nur den richtigen Partner finden und dann funktioniert schon. Oder ich muss einfach nur den richtigen Job finden und dann wird es mega geil. Nee, also den richtigen Job finden heißt, du musst dich maximal hingeben, du musst dich maximal investieren, du musst alles aus dir rausholen, damit du diesen geilen Job überhaupt kriegst und damit du den auch behältst und damit du den gut machst. Das fordert alles von dir. Eine Ehe, die gesund ist, die wächst, die aufblüht, ist einfach maximales Investment. So, ich muss alles dafür zahlen, damit meine Ehe gut funktioniert. Jetzt habe ich noch ein Kind dazu. Meine Tochter bedeutet abartige Hingabe. Also das ist krank. Ich habe erwartet, dass es viel Hingabe wird. Aber jetzt merke ich, das kostet mich alles. Mein Sportrhythmus funktioniert nicht mehr. Also ich sammle den Speck, den du gerade noch wegkriegst. Weil einfach, ich komme nicht mehr dazu, Sport zu machen. Weil ich mich entscheiden muss, gehe ich jetzt anderthalb Stunden ins Gym oder verbringe ich jetzt die anderthalb Stunden mit meiner Tochter, bevor sie schlafen geht und schaffe es irgendwie noch in sie zu investieren und mich hinzugeben für sie. Hingabe kostet was. Also so, und deshalb hilft es auch, wenn ich mir Jesus angucke, ihnen hat Hingabe auch was gekostet. Also er hat zwischendurch gesagt, es ist eine krasseste Hingabe. Du kannst vom Christentum und vom Kreuz denken, was du willst, aber das Kreuz war maximale Hingabe. Das heißt, Jesus geht an das Kreuz und stirbt für dich und mich, damit wir gerettet werden, damit wir frei werden von Schuld, von Zünde, von all diesen Dingen. Er gibt sich maximal für uns und für eine größere Sache hin, für die Sache des Vaters. Und dann steht er aber kurz vorm Kreuz und ist im Garten und betet zu Gott und schwitzt Blut und Wasser. Und dann steht er da und sagt, Mein Gott, wenn es dir möglich ist, dann lass dieses Scheiß-Ding an mir vorüberziehen. Und er sagt, ich habe keinen Bock drauf. Und dann sagt er aber einen Satz und der hilft mir krass. Aber nicht mein Wille, sondern dein Wille soll geschehen. Da ist wieder dieses, ich stehe für was Größeres. Ich habe keinen Bock drauf, ich kann es eigentlich gerade nicht, ich will es gerade nicht, es ist sauschwer, aber ich mach das, was du willst. Ich mache die größere Sache. Und das hilft mir in so Hingabesachen mit meiner Tochter beim Windelwechseln zum dritten Mal innerhalb von 30 Minuten schon wieder die nächste Kacke am Dampfen. Ich hab keinen Bock mehr. Aber ich mach's, weil ich eine größere Überzeugung dafür habe. Nicht mein Wille, sondern dein Wille soll der Geschehen. Ich mach das Größere. Und ich investiere mich da rein, weil es mir das wert ist. Und das ist so, ich hab die Tage ein Buch gelesen, so über, da geht es um Workout und Szele und Geist und Körper, wie das alles zusammenhängt. Und ich fand es mega spannend, da wurde so ein Prinzip erklärt von Antifragilität. Da geht es darum, wenn du Muskeln trainierst und du setzt dich dem harten, dem Schweren aus, so du pumpst mal richtig harte Gewichte, so maximale Anstrengung, dass es sich wirklich herausfordert, dass dein Kreislauf fast kollabiert, wie als ich mal mit dir trainieren war, so in die Richtung. Und da kommt der größte Wachstumseffekt heraus, weil du dich dem Schweren aussetzt und dadurch maximal aufblöst. Und genauso ist es ja auch bei unserer Arbeit, genauso ist es bei einem Skill, den ich richtig gut lernen will, ob es jetzt Musik ist oder Sport oder was auch immer. Ich muss mich dem Harten so aussetzen und Dinge in mir müssen brechen, so wie Muskelfasern aufreißen dürfen, damit Muskeln neu wachsen können und größer wachsen können. Genauso dieses Prinzip von Antifragilität, ich setze mich dem schweren und harten aus, damit ich auch wachsen kann da drin. Also so, ich habe dann irgendwie gelesen, man kann sich zum Beispiel morgens sich kalt abduschen und ganz bewusst so sich der kalten Dusche absetzen, die aussetzen, die maximal ungemütlich ist. Aber zu sagen, ich starte mit dem Schweren und ich nehme was in Kauf für die größere Sache. Und das merke ich schon, also ich habe das Gefühl, das haben wir ein bisschen verloren in unserer Zeit, zu sagen, ich gehe auch den schweren Weg, weil ich hingegeben bin und weil ich an eine größere Sache glaube. Das merke ich bei meiner Tochter, wenn ich mich da hingebe, wenn ich sage, ich investiere in sie, ich bringe ihr Werte bei, auch wenn sie jetzt noch gar keine Ahnung hat, wie man Werte schreibt und ausspricht oder so. Aber ich zerpflanze jetzt schon Werte in sie rein. Ich habe Freude mit ihr, ich singe mit ihr, ich tanze mit ihr, ich hüpfe mit ihr, ich gehe mit ihr in den Zoo, gehe alle Tiere durch. Ich lerne gerade nochmal ganz neue Tiere, Tiernamen. Ich wusste gar nicht, dass es so viele Tiere gibt. Aber ich investiere mich da rein aus Hingabe, weil ich weiß, ich bin hier für was Größeres unterwegs. Und es kostet mich was. Das ist anstrengend. Ich bin nicht immer so ready automatisch mit meiner Tochter, aber ich investiere mich da bewusst rein.
SPEAKER_01Ja. Ja, wie du schon sagst, es ist ganz anders als das, was wir, glaube ich, heute in unserer Gesellschaft lernen oder sehen. Gerade mit Social Media, wo natürlich voll dieses Mindset von, du musst halt wirklich ackern und schaffen und dann schaffst du es auch und nur wenn du alles gibst, dann kommst du auch hoch hinaus. Das ist schon ein Teil des Narrativs, würde ich mal sagen. Aber trotzdem wird halt nur der Erfolg gezeigt. Also du kriegst halt nur die Storys mit von denen, die das gemacht haben und wo es dann funktioniert hat. Dass da mal jemand sagt, hey, ich habe alles gegeben in meinem Job, in meinem Sport, in sonst was und es hat trotzdem nicht gereicht, das kriegst du kaum mit oder ich krieg es zumindest kaum mit. Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber wahrscheinlich, wenn ich jetzt schreibt in die Kommentare, wo ihr das mitbekommen habt, dass jemand wirklich alles gegeben hat und es nicht funktioniert hat und du hast es aber mitbekommen. Wir kriegen ganz viel bei Ehen mit, ja, wir haben alles gegeben und deswegen sind wir glücklich. Du kriegst es selten mit, wo jemand sagt, hey, ich habe alles gegeben und wir haben beide alles gegeben und trotzdem hat die Ehe nicht funktioniert. Vielleicht ist es auch ein Ding von, vielleicht kriegt man es nicht mit, weil es nicht stattfindet, weil wenn beide alles geben, dann funktioniert es. Aber auch, dass nur eine sagt, hey, ich habe alles gegeben und aber mein Partner hat nicht mitgemacht, meine Partnerin hat nicht mitgemacht. Ja, da sind wir sehr erfolgsverwöhnt, ohne dass man eben Erfolg hat, habe ich das Gefühl. Also auch, ja, da könnte man auch in diese Generationendebatte reingehen, wo die ganzen Babyboomer sagen, die ganzen Gen Z strengen sich nicht mehr an oder so. Und die ganzen Gen-Z sagen, naja, ich habe es versucht, mich anzustrengen, aber ich sehe halt, es bringt nichts, weil die Babyboomer trotzdem auf allem drauf sitzen. Und da ist so eine ganz, so eine ganz wilde, ganz wilde Mischung an dem, was man, was man erfährt, was man lernt, was man mitbekommt, wo es, glaube ich, es schwer macht, hingegeben zu sein.
SPEAKER_00Ja, voll. Und das ist halt auch, also jetzt Social Media ist das beste Beispiel dafür. Du machst es halt nur für die Likes der Leute, gell? Also so, du zeigst deine krassesten Erfolge, weil das die meisten Likes bringt. Oder du zeigst deine größten Niederlagen. Also ich sehe in letzter Zeit ganz viele Heul-TikToks und Instagrams so. Die sitzen einfach Tränen überschwemmend, meistens im Auto drin und erzählen dann, was gerade ganz, ganz schlimm ist. So und da merke ich halt, du kriegst nur diese Tragödien mit und dieses ganz Schlimme, weil das ja auch anziehend ist und irgendeine Strahlkraft hat oder die krassen Erfolge. Aber so dieses konsistente dazwischen, das langweilige Alltagsleben. Also so, was meine Beziehung mit Gott am meisten nähert, ist mein tägliches Bibellesen, das keine Sau mitkriegt. So jeden Morgen mich aufraffen, eine halbe, dreiviertel Stunde früher aufstehen, bevor meine Tochter wach wird und dann in der Ruhe zu Gott zu kommen, das sieht kein Schwein. Aber das ist das, was meine Beziehung mit Gott und was auch Kirche am Ende des Tages fruchtbar macht. Oder so das kontinuierliche Training. Einer Leiter hat mal gesagt, erfolgreiche Menschen tun das konsequent, dauerhaft, was andere Menschen, normale Menschen, nur gelegentlich tun. Und genau das ist es ja. So dieses kontinuierliche Dranbleiben, jeden Tag ein bisschen, immer weitergehen, routiniert und diszipliniert sein. Und das siehst du halt nicht abgebildet in den News und bei Social Media und so. Und das finde ich aber das Spannende, weil der Weg dahin ist genau diese Konsequenz auch im Alltag, im Langweiligen.
SPEAKER_01Ja, langweilig ist ein gutes Stichwort. Ich glaube, wir haben das, und also was heißt, ich glaube, da gibt es ja auch Untersuchungen und alles Mögliche. Wir haben es halt verlernt, uns zu langweilen oder wir haben es verlernt, Langweile auszuhalten. Und ich merke das bei mir selbst. Also ich habe mal angefangen mit, okay, ich mache jetzt, ich will jetzt besser werden im Singen und im Gitarre spielen und ich will das dokumentieren. So habe ich im Abstand von ein paar Tagen zwei Videos aufgenommen. Fand ich ganz schlimm. Habe ich trotzdem aufgenommen, habe ich auch veröffentlicht, habe ich mittlerweile wieder deveröffentlicht. Das ist ein halbes Jahr her. Und seitdem ist nichts passiert. Bis auf jetzt habe ich wieder angefangen, was zu veröffentlichen, weil ich gemerkt habe, okay, ich habe wieder diesen A-Stritt bekommen von Jesus. So, nee, mach das so, du brauchst Verbindlichkeit, auch wenn es langweilig ist. Und das, wo man aber übt, das, wo man besser wird, das ist ja nicht spektakulär. Und da haben wir ja auch keinen Bock drauf. Also ich habe regelmäßig keinen Bock drauf, Bibel zu lesen. Und wenn ich nicht diese Struktur hätte, wo ich zum einen gesagt habe, okay, ich mache das, aber ich habe die Zeit dafür, ich habe mir das antrainiert und deswegen ist so ein bisschen Automatismus drin. Und zum anderen sagen, weil ich weiß, es ist halt Jesus wichtig und ich will Jesus ähnlicher werden. Und wie werde ich das? Na, indem ich halt lese, wie er ist, wie, wie sein Wesen ist. Und das kriege ich halt am besten über die Bibel mit. Wenn ich das nicht hätte, dann würde ich halt auch nicht Bibellesen. Danach habe ich mal vielleicht so Phasen, wo ich sage, oh krass, jetzt Offenbarung, ist er, ne, weiß ich, dass du da auch gerade dran bist. Hatte ich auch mal diese Phase, wo ich gesagt habe, oh krass, und jetzt interessiert mich das. Und dann fräse ich mich da drei Tage rein. Und dann habe ich gesagt, ja, gut, jetzt glaube ich, habe ich das Wichtigste und jetzt passt es dann auch wieder. Ja, und wir können uns nicht mehr langweilen. Wir können nicht mehr einfach Sachen machen, weil wir wissen, dass es gut ist, sondern es ist ganz viel. Ich brauche halt eine Belohnung. Und diese Belohnung ist dann auch sehr klar definiert: von ja, es fühlt sich halt gut an für mich oder ich bekomme Belohnung von außen von Lob oder Aufmerksamkeit oder sonst irgendwas. Dieses ganze Rage-Bait-Kultur, Aufregungskultur auf Social Media ist ja auch ein Nerv. Da schauen sich halt Leute an, wie sich jemand aufregt. Dann ist es Aufmerksamkeit. Das findet niemand cool, aber es funktioniert halt. Und da rauszukommen, da bin ich auch immer noch irgendwie auf dem Weg zu finden, wie geht es gesund. Also wie kann ich Gesangsübungen, die langweilig sind und wo ich nicht viel Erfolg merke, wie kann ich das länger als mal zwei Wochen durchziehen, dass ich das jeden Tag mache.
SPEAKER_00Weiß ich nicht. Ja, und das ist Disziplin die eine Sache, gell? Also deshalb, ich merke, Handball hat mich für mein Leben gelehrt, weil ich Disziplin gelernt habe. Ich habe gelernt, jeden Tag ins Training zu gehen. Ich habe gelernt, jeden Tag auf meine Ernährung zu achten. Jeden Tag zusätzlich zum Training noch Sachen zu machen, meine Übungen zu machen, damit mein Wurf noch mehr perfektioniert wird und so weiter. Halt so, ich habe da abartig krass Disziplin gelernt, die mir heute noch so dient bei allem, was ich mache, weil du für alles Disziplin brauchst. Aber auf der anderen Seite, so ab 2007 kam dann die iPhone Generation und so und ich finde, da wird es schon mega spannend. So, wie kann ich in einer Distracted Age so, in einer abgelenkten Zeit, wie kann ich in dieser Zeit fokussiert sein? Also ich finde, das ist super spannend in unserer Zeit. Ich muss ständig damit kämpfen, nicht auf mein Handy zu schauen, während ich arbeite. So, weil da könnte ja eine neue Nachricht reingekommen sein. Ich habe extra schon alle Notifications ausgemacht bei meinem Handy, mein Handy bimmelt nicht mehr. Da kommt nichts mehr an Ansage an mich, weil ich will mich nicht von meinem Handy steuern lassen. Und das ist auch, also das ist ja auch so eine Frage, wie startest du deinen Tag rein? Ist der erste Griff zum Handy? Lässt du dich steuern von den News der Zeit, von dem, was an Nachrichten reingekommen ist, von dem, was du, was an Anfragen an dich rangetragen wird? Oder nimmst du deinen Tag in die Hand so? Also es gibt ja so bekannte Bücher wie der 5am Club oder so Sachen, wo es darum geht, wie nehme ich meinen Tag in die Hand? Wie fange ich am Anfang an, meinen Tag zu gestalten? Und ich glaube, genau da fängt es auch an, wenn ich anfange, meinen Tag zu gestalten, dann kann ich mir auch Langeweile, sage ich jetzt mal, einplanen und kann sagen, hey, ich bin okay damit, weil das ein Slot ist, den ich da gesetzt habe. Weil wir können uns ja gar nicht mehr langweilen, weil Langeweile bedeutet für mich immer, Wartezimmer beim Arzt. Das ist schlimm. Alle haben das Handy in der Hand. Immer, dauerhaft. Ab Sekunde drei. Weißt du, länger halten wir es gar nicht aus. Früher hast du einfach mal noch in die Ecke gestarrt oder so. Das machen wir nicht mehr. Ich kann ja nicht mal mehr mit meiner Tochter auf dem Spielplatz sein, ohne ans Handy zu gehen. Das ist für mich ein krasser Kampf. Und das ist doch bekloppt, oder? Ich kann nicht mal mit meiner mit meiner Tochter im Sandkasten sitzen, ohne dass ich dabei das Handy raushole, weil das mich so sehr ablenkt und ich denke, ich muss jetzt abrufbereit sein. Da wartet irgendwas auf mich, das noch viel spannender ist, als jetzt im Sandkasten in dem Moment bei meiner Tochter zu sein. Und ich merke so, dieses im Moment sein, das kann ich gar nicht mehr. Und ich muss dafür kämpfen, das wieder neu zu lernen und zu trainieren. Da hilft mir meine Tochter. Das ist schon cool. Aber halt Fokus, ich finde, Fokus ist schon ein wichtiges Thema. Wenn ich was lernen will, wenn ich irgendwo gut sein will, wenn ich hingegeben sein will, muss ich mich fokussieren. Und da gibt es ja auch ewig viele Möglichkeiten. Also meine Oma hat nach der Schule noch gesagt, ja, ist ja klar, dass ich weiter die Weingärten von meinen Eltern übernehme. Das ist klar, dass die Winzer geworden sind, weil das war einfach Familienunternehmen und es wurde weitergereicht und weitergereicht und weitergereicht. Und das haben wir heute nicht mehr, sondern heute haben wir unfassbar viele Möglichkeiten. Du kannst alles lernen, alles studieren, jede Option steht dir offen. Aber das macht es auch voll schwer, eine Entscheidung zu treffen, was mache ich eigentlich. Und das ist ja bei allem, was soll ich essen? Ich kann alles essen, ich kann überall einkaufen gehen, gar kein Problem. Geht gar nicht mehr darum, was gerade geerntet wird. Es ist alles verfügbar aus allen Ländern. Und das macht es so schwer. Ich habe alle Möglichkeiten und kann mich trotzdem nicht entscheiden. Und dadurch sind wir unfokussiert. Und deshalb braucht es halt so ein größeres, warum? Was ist das, was in meinem Leben wirklich wichtig ist? Und dann dafür zu gehen und so allem anderen Nein zu sagen. Also mir fällt es voll schwer, Nein zu sagen. Ich bin ein ganz, ganz großer Ja-Sager. Aber ich musste so hart lernen, Nein zu sagen zu ganz vielem, um ja, um wirklich Ja sagen zu können zu wenigen Dingen, die mir echt wichtig sind.
SPEAKER_01Das war ein guter Bogen zurück wieder, weil wir waren zwischendurch bei so Fokus und Social Media und so. Und es hat sich angefühlt wie ein Exkurs, aber ich glaube, es trifft trotzdem genau dieses Ding, weil es halt Ablenkung ist von hingegeben sein. Und wir müssen das wieder lernen. Oder was heißt, wir müssen? Also man muss ja gar nichts heutzutage. Sei einfach wie du bist, mach einfach weiter so. Genau. Kann man so machen, aber ich glaube, immer dann, wenn einem was fehlt, wenn man das Gefühl hat, na, so wie ich gerade mein Leben lebe, bei allem, was da auch gut ist, das ist es noch nicht. Ich glaube, dann ist es dieses Thema Hingebung, so was ist dieses Ding, wo ich wofür ich arbeite, wofür ich lebe, wofür ich mir den ganzen Stress gebe, der das Leben ja auch einfach immer wieder ist. Und ich lese gerade immer wieder ein Buch, das heißt Atomic Habits, wo es eigentlich darum geht, okay, wie komme ich in diese Struktur? Wie kann ich mir meine eigenen Strukturen geben, wie kann ich mir meine eigenen Regelmäßigkeiten antrainieren. Und was ganz interessant war, der Anfang von diesem Buch war, es geht nicht darum, was du tun willst, sondern du musst wissen, wer und wie du sein möchtest. Also gar nicht, ich möchte regelmäßig ins Fitnessstudio gehen, sondern ich möchte sportlich sein. Ich bin ein sportlicher Mensch. Und dann ist ganz natürlich ein Teil davon, dass ich regelmäßig ins Fitnessstudio gehe. Und das, finde ich, hängt auch wieder damit zusammen, mit diesem Hingebungsvollsein, hey, was ist denn meine Identität? Ist meine Identität, dass ich halt Familienvater bin, dass ich Turntrainer bin, dass ich Gitarre spiele. Oder ist es größer als das, dass ich sage, ich folge etwas nach, ich setze mich für etwas ein und dann glaube ich, folgt da ganz viel raus. Und wenn man das schafft, das so ganz tief zu verinnerlichen, das ist meine Identität und dafür stehe ich ein, dann ist das, was man konkret tut, das kommt, glaube ich, viel natürlicher und dann fällt es einem auch viel einfacher, eben Nein zu sagen zu Dingen. So dann sagt man Nein zu irgendwelchen, ja, wir gehen all you can eat essen. Schade, aber ich will ja dazu sagen. Ja. Aber man weiß halt, naja, passt halt nicht zu meiner Identität, passt nicht oder passt nicht zu dem, der ich sein möchte. Nicht mal, wenn wir brasilianisch in die Schuhaschkaria gehen. Ah, da, ich sehe die. Die Geschichte ist bei dir angekommen. Ja, aber sich da wirklich Gedanken zu machen, und das muss aber ja, also man kann sich das von Gott abholen, das ist sogar für Leute, die mit Gott unterwegs sind, gar nicht so einfach zu sagen, so, Gott, jetzt sag mir mal, wie du mich siehst und wo du mich haben möchtest, das ist gar nicht einfach. Sondern da wirklich sagen, hey, so wie wir es vorhin gesagt haben, so, wie, wie, wie finde ich, finde ich meine Berufung, meine Leidenschaft, das, wo ich hingegeben sein kann, da auch zu sagen, hey, was ist das mit meiner Identität? Was kann ich gut, was kann ich nicht gut? Was schätzen Menschen an mir, was ich vielleicht selber an mir gar nicht schätze? Und dann sagen, okay, und daraus entwickle ich dann alles. Und es ist alles irgendwie miteinander verbunden, weil man muss halt auch irgendwann mal anfangen. Ansonsten bleibt man da stehen, wo man ist.
SPEAKER_00Ja, voll.
SPEAKER_01Und das kann für eine gewisse Zeit gut sein, aber ich glaube, jeder kommt irgendwann an den Punkt, wo man sagt, okay, so wie ich gerade bin, so wie gerade mein Umfeld ist, so ist es nicht gut. Und wenn man nicht diesen Fixstern hat, dieses Höre, dann ist, glaube ich, einfach wirklich schwierig. Deswegen eine ganz große Herzensempfehlung an alle Zuhörer, macht euch da wirklich Gedanken drüber. Und ich bin großer Fan von Aufschreiben. Ich mache mir dann immer so Mindmaps und irgendwelche Pfeile und sowas. Du hast wirklich schöne Mindmaps. Danke, danke. Es kann auch eine Liste sein, es kann auch ein Bild sein, was man malt. Es kann, ich weiß, ein Freund von uns hat einen Chat, wo er immer, also einen Chat mit sich selber, wo er immer Dinge reinschreibt, die er jetzt für sich festlegt. Ja, das einfach irgendwo sichtbar machen und nicht nur in seinem Kopf behalten. Das ist, glaube ich, sehr wertvoll.
SPEAKER_00Ja, aber ich finde es mega gut, dass du sagst, halt so, dass nicht nur mein Warum zu haben, wo ich herkomme, sondern auch meinen Fixed Zielpunkt zu haben, wo ich hin will, so wo ich mich hinentwickeln will. Und mir hat da mal voll krass eine Übung geholfen, wo jemand oder eine Frage, die mir jemand gestellt hat, ist nicht nur vom Ziel her gedacht, sondern von dem, wer du, nicht nur wer du sein willst, sondern wer du sein gewesen willst, sein Wesen sein willst. Du gewesen sein möchtest. Genau. Und zwar mit der Frage, wenn du dir vorstellst, es ist deine Beerdigung, du wirst jetzt gerade begraben und Menschen kommen zu deiner Beerdigung. Was sollen Menschen bei deiner Beerdigung über dich sagen? Und das fand ich eine voll wertvolle Frage, weil ich mir so denke, ja, bei einer Beerdigung kommt die Essenz von der Person raus. So, wer warst du wirklich für die Menschen? Und da ist den Leuten scheißegal, was du gearbeitet hast, da ist es den Leuten egal, so wie viele Proteinshakes du am Tag getrunken hast. Das zählt in dem Moment nicht mehr, sondern was zählt, ist meistens das, wofür du dich hingegeben hast. Und deshalb, ich glaube dir, das durch diese Frage vielleicht nochmal so kreativ bewusst zu machen, wofür willst du dich hingegeben haben am Ende deines Lebens? Und das hat nochmal bei mir alles ein bisschen durchgeschüttelt und mir gezeigt, was mir eigentlich wirklich wichtig ist.
SPEAKER_01Ja. Das ist doch, wenn es um Beerdigung geht, ist doch ein sehr guter Punkt, den Podcast.
SPEAKER_00Braben wir das ganze Ding einfach mal, oder?
SPEAKER_01Chris, vielen lieben Dank, dass du da warst. Sehr gerne. Wenn ihr noch mehr von Chris hören wollt, er hat auch einen eigenen Podcast, der heißt The Word. Er ist beim ICF München zu finden. Und da geht es um Bibelthemen. Chris ist sehr hingegeben zum Thema Bibel. Ihr habt es ja schon gehört, er hat Theologie studiert, er liest regelmäßig in der Bibel, bereitigt, bereitigt, bereitet auch Predigten vor. Und da ist er mit dem Tobi Teichen und auch anderen Leuten vielleicht irgendwann mal, weiß ich nicht. Da kommen auch noch andere Leute dazu. Schaut sich das einfach an. Das heißt, falls ihr die liebliche Stimme von Chris und seine motivierte, hingegebene Art noch mehr hören wollt, hört euch das mal an. Ansonsten macht euch Gedanken drüber. Was ist das, wofür ich mich hingeben möchte? Was ist das, was Menschen an meiner Beerdigung sagen möchten? Diese Person war dafür hingegeben. Möchten. Ja, also ihr seht schon, es ist für uns alle sechste Stunde. Chris, vielen Dank. Und ihr alle anderen, bis zum nächsten Mal. Tschüss. Tschüss.