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#08 - Wie kann ich mir Glück kaufen?

Fabian Wentz Season 1 Episode 9

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Ich spreche mit Beni über klugen Umgang mit Geld, den Stellenwert von Geld in unserem Leben und wir machen einen kleinen Ausflug in die Geschichte des Geldes.

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SPEAKER_00

Herzlich willkommen zu Unconformed. Mein Name ist Fabi und heute habe ich mir den Beni eingeladen. Schön, dass du da bist. Hi, vielen Dank. Wir reden heute über ein Thema, das der Beni gleich selber erzählen darf. Wir machen nämlich was Neues heute und zwar: Beni, darfst du dich selbst vorstellen, aber mit einem Text, den ich dir geschrieben habe, den musst du vorlesen und danach darfst du alles korrigieren, was nicht stimmt oder was du noch einordnen möchtest.

SPEAKER_01

Okay, spannend. Deswegen bitte. Ich heiße Beni, kurz für Benedikt, bin 29, verheiratet und habe eine zehn Wochen alte Tochter. Ich war auf einer Elite-Sportschule, deswegen kann ich alle möglichen Sportarten, vor allem mit Bällen. Besser als Fabi und das ist auch gut so. Ich gewinne nämlich gerne. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit meinem Ehrenamt in der Kirche, beim Gärtnern und allen möglichen Sportereignissen verfolgen. Ach, und mein Job ist Banker. Deswegen wurde ich auch eingeladen, um über das Thema Geld zu sprechen. Um die Serie Spongebob zu zitieren, ich mag Moneten. Spaß beiseite. Das Thema Finanzen ist auf jeden Fall mein Steckenpferd. Ich würde sagen, ich bzw. mit meiner Frau zusammen, wir sind in unserem Freundeskreis schon oft diejenigen, die gefragt wurden, wenn es um das Thema Budgets, Investieren und sowas geht. Ich freue mich sehr, in diesem Podcast Gast sein zu dürfen und verspreche Fabi das nächste Mal beim Badminton auch mal gewinnen zu lassen. Ja, eine Tatsache, die ich gern zu meinem Studium teile, ich habe es nicht gemocht, irgendwelche Texte zu schreiben. Wirklich während einer Arbeit, einer Englischarbeit, die ich schreiben musste, habe ich mir ausgerechnet, wie viel ich schreiben muss pro Minute, damit ich noch durchkomme, wie viele Wörter. Also ich rechne eher, als dass ich schreibe. Deswegen bitte verzeiht mir, wenn ich hier das ein oder andere falsch gesagt habe. Ich korrigiere. Meine Tochter ist nicht zehn Wochen alt, sondern heute genau zwei Monate. Das sind keine zehn Wochen, ein bisschen weniger. Ich war auf einer Eliteschule des Sports, aber nicht wegen meines Sports, sondern weil man da halt auch als Normalo hinkommen konnte. Aber Sportarten, ja, das kann ich wirklich gut, vor allem Bälle bewegen, von A nach B, am besten auch noch in einer Mannschaftssportart. Genau, ich bin Banker, spreche gerne über das Thema Geld, ich mag Moneten. Das würde ich nicht unterschreiben. Ich sage das gerne so. Meine Coussards sind Schreiner, die arbeiten mit Holz und ich bin halt Banker, deswegen arbeite ich mit Geld. Also so vergleiche ich es ganz gern. Und noch ein Fun Fact, ich glaube, ich bin einer der wenigen Menschen auf dieser Welt oder in Deutschland, die gern ihre Steuererklärung machen. Also das muss man auch dazu sagen, vor allem, weil ich es auch mehr oder weniger verstehe, was ich da tue. Ja, und den Fabi das nächste Mal gewinnen zu lassen beim Badminton, wenn er mit mir in einem Team spielt, sehr gerne.

SPEAKER_00

Ja, da sieht man schon, du magst es zu gewinnen. Gut reingeschonen auch. Was ist Geld für dich?

SPEAKER_01

Ich glaube, ich habe das gerade schon gut zusammengefasst. Also ich bin Bankkaufmann, gelernter Bankkaufmann, habe auch BWL studiert und ich habe jeden Tag mit Geld zu tun. Klar, meistens irgendwie in einem Computer, digital, wenn ich mit meinen Kunden arbeite oder sonstiges. Aber ich mag es mich damit zu beschäftigen. Ich würde auch sagen, dass ich da ein gutes Wissen mittlerweile mir angeeignet habe in ganz verschiedenen Richtungen. Ich arbeite halt mit Geld, nicht mit meinem eigenen. Das schon auch manchmal, aber dann halt eher mit den von meinen Kunden oder in irgendwelchen anderen Abläufen.

SPEAKER_00

Ja. Das ist jetzt sehr rausgesoomt, so dieses, okay, du arbeitest halt damit. Ich glaube, für viele Menschen ist Geld mehr als halt einfach nur ein Ding. Es gibt Menschen, die definieren sich darüber, wie viel Geld sie verdienen, wie viel Geld sie haben. Manche Menschen sagen ja auch, Geld ist mir komplett egal und trotzdem muss man sich mit Geld auseinandersetzen, weil man halt damit Dinge kauft und die Arbeit damit entlohnt wird in der Regel. Wie ist da so deine Einstellung dazu, zu sagen, okay, irgendwie Geld ist schon wichtig, du arbeitest damit, das heißt, es ist für dich nochmal wichtiger. Aber für was ist es genau wichtig?

SPEAKER_01

Also wenn man es mal runterbricht, woher kommt Geld und was ist Geld? Geld ist mehr oder weniger einfach ein Tauschmittel, auf dem die Regierung in Europa, die EZB, einfach sagt, hey, wenn du zu mir kommst, kriegst du Wert entgegen, wenn du mir beispielsweise einen 5-Euro-Schein gibst. Und das ist ein vereinfachtes Tauschmittel, das eben seine Akzeptanz hat und es auch am besten vergleichbar ist. Also Geld kommt ja davon her, sein Ursprung. Früher hat man alles getauscht und um das Ganze eben zu vereinfachen, hat man irgendwann gesagt, okay, lass uns irgendeine Währung oder irgendein Tauschmittel, das jeder akzeptiert, einfach erfinden. Früher war das tatsächlich auch so, dass Muscheln beispielsweise gedient haben als Tauschmittel, das akzeptiert war und natürlich irgendwann mal dann Münzen, was der Ursprung von Währungen war. Meistens waren diese Münzen halt als Wert durch Gold, Silber oder sonstige Rohstoffe oder Edelmetalle hinterlegt, als Geldscheine ausgegeben wurden das erste Mal oder früher, ist auch immer ein gewisser Wert hinterlegt worden in Gold. Man kennt es hier, Fort Knox und so weiter, wo die Goldreserven der großen Banken oder der Regierung und so weiter hinterlegt wird. Das ist mittlerweile nicht mehr so. Ich glaube, seit den 60er Jahren oder 50er Jahren wurde eben dieser Standard enthoben und jetzt ist es mehr oder weniger, wir vertrauen halt darauf, dass der andere das akzeptiert, dass er das Geld annimmt. Ja, nennt man Fiat-Modell, habe ich auch in meiner Studienzeit gelernt. Einfach, dass man darauf vertraut, dass die andere Person das annimmt, diesen Schein, diese Münze und mir einen Gegenwert dagegen nimmt. Ja, mehr oder weniger ist das Geld. Einfach ein Tauschmittel. Ja, und man vertraut darauf, dass der andere einem einen Wert gibt, den man da irgendwie drauf stehen hat. Zehn Euro.

SPEAKER_00

Es ist super spannend, ich habe mich auch mal so ein bisschen belesen mit diesem ganzen Jahr. Früher war das quasi mit Gold oder Silber oder Elmetallen gedeckt, dann irgendwann nicht mehr. Jetzt gerade leben wir in 2026 im Sommer, wo die Goldpreise extrem hoch sind, weil in den vergangenen Monaten oder auch schon Jahren Menschen mehr Vertrauen in Geld verloren haben und wieder mehr Gold gekauft haben, weil sie gedacht haben, naja, das ist halt wirklich was wert, im Gegensatz zu Geld, wo man halt sagt, naja, man vertraut halt drauf. Aber wir wollen gar nicht in dieses volkswirtschaftliche Abdriften. Bei Gesprächen oder auch bei Themen, die du mitbekommst, wo es um das Thema Geld geht, in deinem Umfeld, ich sage jetzt mal Freunde und Familie, Bekannte, sowas oder vielleicht auch Politik, was gibt es da, was dich bewegt, wo du wahrscheinlich, auch wenn es ums Geld geht, ist es eher was Negatives, wo man sagt, so, Mann, jetzt warum machen die das denn so, warum verstehen die das denn nicht? Fällt dir da was ein, wo sagst du so, boah, wirklich, das erzähle ich so regelmäßig Leuten oder denke ich mir regelmäßig?

SPEAKER_01

Ich glaube, was mich sehr damit beschäftigt, ist diese Gier, das finde ich so traurig. Dieser Satz, bei Geld hört die Freundschaft auf. Oder wie viele Familien haben sich zerschritten aufgrund des Erbes? Das ist so schwer, schwer für mich. Und das ist auch eine Sache, die ich in meiner Frau gesagt habe. Lieber verzichte ich auf alles Geld der Welt und uns geht es in der Hinsicht gut und wir streiten nicht über das Thema Geld, als dass ich sage, nee, Hauptsache, ich habe mehr. Klar, das ist mein Mindset und ich kann verstehen, wenn Menschen sagen, ja, mehr Geld ist besser. Schlussendlich verstehen viele Menschen auch Geld als Sicherheit. Klar, wenn du Geld hast, kannst du dir etwas leisten, kannst du dir ein Umfeld aufbauen, eine Wohnung kaufen, ein Haus bauen. Du kannst dir auch gewisserweise Gesundheit kaufen, natürlich, umso besser es dir geht, umso höhere Behandlungskosten kannst du vielleicht auch decken. Jetzt leben wir in einem Land, wo eh, also ich gehe zum Arzt und wenn ich das meinen Freunden erzähle aus den USA, ich gehe zum Arzt und komme wieder heim und habe eine ganze Untersuchung hinter mir und ich weiß nicht, was es gekostet hat. Die denken sich so, wow, okay. Oder jetzt bei der Geburt unserer Tochter, ja, die Krankenhauskosten ja, keine Ahnung, wir waren auch drei, vier Tage im Krankenhaus, weiß nicht, was es gekostet hat. Und dann erzählen mir meine Freunde aus den USA, ja, keine Ahnung, kann man schon mal 30. 40, 50.000 Euro kosten. Und das ist halt was, wo ich sage, da kann dir Geld schon Sicherheit geben. Da gibt dir Geld auch eine gewisse Sicherheit, weil du dir bewusst sein kannst, okay, ich kann mir auch eine Behandlung leisten. Aber ja, um auf deine Frage zurückzukommen, ich glaube, das größte Schmerzthema ist wirklich zu sagen, hey, mir ist Geld wichtiger als das Zwischenmenschliche und mir ist es wichtiger, dass ich schnell zu Reichtum komme. Da ist dann auch wieder die Frage, wie definiert man Reichtum, als dann zu sagen, ja, ich, so what, dann zahle ich halt diese Runde. Oder ja, wenn meine Freunde bei mir sind, logisch bin ich ihr Gastgeber und man muss mir keine fünf Euro auf den Tisch legen und sagen, ja, hier für die zwei Getränke. Vielen Dank. Also dieses, dass man sich so sehr um Geld streitet, dass das so viel Auswirkung auch hat. Das ist sowas, was mir schmerzt, weil ich auch das schon selber erleben musste, wie da Menschen sich einfach zerschritten haben.

SPEAKER_00

Ja, ich finde es interessant, dass du, dass du da auf diese Gier gehst, weil mein Gefühl ist, dass Geld oft so ein Katalator, nicht ein Katalysator, aber das macht einfach nochmal klarer, wie die Menschen sind. Also du kannst dich super miteinander verstehen und wenn es dann ums Geld geht, dann merkst du, okay, sind wir wirklich befreundet? Darf ich wirklich einfach so sein, wie ich bin? Ist es wirklich alles entspannt? Oder ist mein Gegenüber oder ich selber vielleicht auch doch gar nicht so entspannt? Weil bis jetzt hat halt nichts was gezählt, aber Geld zählt auf einmal und dann geht es ans Eingemachte. Und dann kommt raus, wie ich als Person wirklich bin oder wie mein Gegenüber wirklich ist. Wie tief geht die Liebe in der Familie? Wie sehr hat man sich alles vergeben und vergessen, was in der Vergangenheit passiert ist, oder ist es nicht eigentlich immer noch irgendwo drin und dann sagt man, okay, aber jetzt hole ich das wieder vor, um zu sagen, ja, Thema Erbe oder sonst irgendwas, da bestehe ich auf mein Recht. Oder vielleicht auch mehr als das. Bei mir ist es ganz viel auch dieses Thema soziale Gerechtigkeit, was bei mir kein riesiges Thema eigentlich ist. So, dann gibt es andere Menschen, die ist es viel mehr auf dem Herzen. Aber wenn ich so an den Turbokapitalismus denke, wo einfach auch in Deutschland, wo es uns gut geht, wo man sieht, naja, keine Ahnung, die oberen 10% haben halt die Hälfte des Geldes im Land und die oberen 1% haben halt irgendwie ein Drittel. So und ne, ich habe jetzt nicht die Zahlen da, aber so ungefähr ist die Verteilung. Und es wird halt immer mehr. Das ist nicht so, dass man sagt, ja, es geht uns insgesamt als deutsche Bevölkerung besser, sondern es geht halt den oberen 50% besser. Und die unteren 50% leiden halt drunter. Und das ist eine Entwicklung, die irgendwie zutiefst menschlich ist, habe ich das Gefühl. Also gefühlt ist es seit dem Feudalismus im Mittelalter, seit man so Lohnsklaverei irgendwie da reingekommen ist, ja, geht es halt immer weiter. Und ich kann mich nicht an irgendwie eine Epoche in der Menschheitsgeschichte erinnern, wo das deutlich besser geworden ist, wo der Trend sich umgedreht hätte, wenn auch nur für eine Zeit. Sondern es braucht dann immer irgendeinen Knall, irgendeine Revolution oder so. Und dann, wenn alle Reichen vertrieben oder enteignet oder sonst irgendwas, und dann geht es wieder von vorne los. Und das ist schon, finde ich, sehr bedenklich. Weil da geht es halt auch immer um Geld und Geld, das ist auch wieder so, mit Geld kann ich mir Macht kaufen, mit Geld kann ich mir Sex oder Zuneigung oder was auch immer kaufen. Und dann hat man halt wieder diese drei. Also ja, Geld, Macht und Sex. Und Geld ist aber halt voll im Zentrum davon.

SPEAKER_01

Ja. Und gleichzeitig muss man aber halt auch drauf schauen, was kann. Also ich glaube, in Deutschland leben wir in einem Staat, wo du die Möglichkeit hast, Sachen zu machen und vor allem von Grund auf, die eigentlich nichts verwehrt ist. Also es ist jetzt nicht so, ah, wie deine Eltern haben nur einen Hauptschulabschluss, nee, dann darfst du nicht studieren. Ja, es steckt sehr, sehr viel mehr dahinter und ja, ich kann das nachvollziehen, wenn man einfach voll angewiesen ist auf Barföckt, weil die Eltern nicht das verdienen, dass die einen dann vielleicht auch noch in einer anderen Stadt supporten können oder unterstützen können. Aber gleichzeitig ist es auch möglich, mit sehr geringem monatlichem Budget ein Studium zu meistern. Also ich weiß es selber, in meiner Studienzeit habe ich 700, 800 Euro im Monat zur Verfügung gehabt. Davon sind 350 Euro für die Miete rausgegangen. Und es hat trotzdem geklappt. Und ich habe mir trotzdem auch mal ein neues Tablet gekauft oder sonstiges. Aber ich habe mir dann halt Sachen gesucht. Ich bin dann, ich habe ein duales Studium gemacht, also ich habe da monatlich einen gewissen Anteil bekommen, dann haben meine Eltern mir das Kindergeld zur Verfügung gestellt. Ja, aber mehr war das auch nicht. In meinem dualen Studium habe ich 500 Euro verdient oder sowas auf die Zeit gestreckt. Und es ist trotzdem möglich, es ist trotzdem machbar. Aber gleichzeitig natürlich ist es auch so, dass wenn du schon eine gewisse Position erreicht hast, in einem gewissen Umfeld bist, dass es da viel, viel einfacher ist, schnell an Geld zu kommen. Und ja, es gibt genug Menschen, die in notleidenden Situationen sind, die auch darauf angewiesen sind, Unterstützung zu bekommen und für die es nicht einfach ist. Ich habe jetzt vor ein paar Tagen, gestern, vorgestern, noch wieder eine Fundrise-Kampagne zugeschickt bekommen von einer Bekannten, wo der Mann psychisch krank geworden ist und die Frau einfach bei den Kindern ist und nur ein ganz kleines Einkommen hat und es reicht halt nicht. Und das ist so das, wo ich sage, ja, und da muss man was ansetzen. Ich glaube nicht, dass es die Lösung ist, man nimmt den oberen 1%, 50% von ihrem Vermögen weg, weil das liegt ja auch nicht einfach so auf irgendeinem Konto rum und gibt es dann den Armen aller Robin Hood-Style, sondern ich glaube, das ist einfach ein grundlegendes Problem. Und da geht es uns, muss man ja auch dazu sagen, in Deutschland schon sehr, sehr gut. Also da gibt es andere Länder, wo du wirklich seit Jahren auf der Straße sitzt und du kannst nicht, weil wenn du keinen Wohnsitz hast, kriegst du keinen Job, wenn du keinen Job hast, kriegst du kein Geld, wenn du kein Geld hast, kannst du dir keine Wohnung leisten. Und in Deutschland gibt es so viele Möglichkeiten und das darf man nicht unterschätzen. Ja, das hat auch sehr viel mit Stolz zu tun, nehme ich das Geld an. Ja, das hat auch sehr viel mit, nee, ich will mir eigentlich mein eigenes erarbeiten, auch wenn es gerade irgendwie nicht möglich ist. Und das ist, also ich glaube, das kennt jeder von uns, Geld einfach so anzunehmen, geschenkt zu bekommen oder sich eingestehen zu müssen, boah, ich bin darauf angewiesen, dass jemand anders mich unterstützt. Das ist also das fällt schwer. Das ist nicht so einfach getan wie, hey, wir haben ein Sozialsystem, das dich da auffangt. Deswegen, ja, ich sehe, dass die Schere immer weiter auseinander geht, aber gleichzeitig finde ich auch, dass es uns gut geht und dass wir in Deutschland sehr, sehr einen Sozialstaat haben, der viel übernehmen würde, wenn man sich meldet. Also dass zumindest für eine gewisse gewissen Zeitraum die Grundsicherung da ist.

SPEAKER_00

Ja, voll. Also auch, wir merken es hier, Geld ist wieder so ein riesiges Thema, wenn man auf das große Ganze schaut und dann gibt es auch so viele Stimmen von es war mal gut und jetzt wird es immer schlimmer und woran liegt es und überhaupt? Aber das wird so groß, da müssen wir nochmal, da können wir ein anderes Thema dann drauf machen. Mir geht es eher um so diesen persönlichen Umgang mit Geld. Und ein Ding, was in Deutschland schon ein Thema ist, ist so dieses Über Geld spricht man nicht. Warum?

SPEAKER_01

Ich glaube, das hat auch sehr viel mit der Nachkriegszeit zu tun. Mit unserer Elterngeneration, die darauf gepocht war, boah, das, was mir gehört, gehört uns. Das kann uns jetzt erstmal keiner mehr wegnehmen. Vor allem mit der unserer Generation, die Großelterngeneration, die das einfach auch erlebt hat, wenn mal von heute auf morgen nichts mehr da ist. Und ich glaube, dass das so diese Kultur ist, wo eben das raufkam, hey, Neid, Neidkultur, die in Deutschland einfach auch sehr, sehr hoch ist, was ich voll schade finde, weil warum gönnt man dem anderen denn nicht was? Wenn du in der USA beispielsweise bist, wenn der Nächste sich ein Boot kaufen kann, dann freut man sich für seinen Nachbarn oder sonstiges, weil er sich das leisten konnte. In Deutschland wäre es so, okay, ich glaube, ich habe jetzt, also ich habe ein Boot, aber ich verrate lieber niemanden was, weil es kann ja sein, dass jemand eifersüchtig ist oder mir was Schlechtes wünscht für das Boot. So, wo ich mir denke, hä, warum denn? Also es ist auch so ein Thema, wo ich sage, diese Neidkultur prägt dieses Über Geld spricht man nicht voll und ganz und das macht es uns, glaube ich, allen viel, viel schwerer. Weil wenn du dann wirklich in Geldnot bist, dann würdest du es dich nicht trauen zu sagen. Und das ist ja ein sehr herausforderndes Thema.

SPEAKER_00

Ja. Ja, also meine nächste Frage wäre gewesen: so, wie finden wir das? Aber du hast es schon so ein bisschen anklingen lassen. Es hilft halt eigentlich niemandem, meiner Meinung nach. Weil wenn ich Geld habe, ja cool, dann könnten sich ja Leute mit mir freuen. Wenn ich kein Geld habe, dann könnten mir ja Leute helfen. Aber es ist halt auch so dieses Statusding. Ich bin aufgewachsen mit relativ wenig Geld. So, ich habe das dann irgendwann in der Schule gemerkt, als dann es darum ging, ja, es müssen neue Bücher gekauft werden. Und meine Mama war so, ja, ich gucke mal, ob ich es gebraucht bekomme irgendwo. Und wir haben unser Haus selber renoviert. So, ich habe erst nach dem Studium mir eine Urlaubskultur angeeignet, weil wir vorher, ja, wir waren mal im Urlaub, so, und ich war auch in Südafrika mit meinen Eltern so. Aber also ich kann halt die Urlaube an eine Hand abzählen, die ich bis 18 oder so gemacht habe. Sonst war es immer, ja, wird halt Haus renoviert oder wir haben kein Geld oder sonst irgendwas. Klassenfahrten auch wieder so ein Ding, so, ja, geht schon. Und meine Eltern haben das voll gut gehandelt. So, ich hatte nie irgendwas zu wenig. Aber ich habe halt immer gesehen, naja, meine Freunde, andere Leute, die haben halt mehr Geld. Und dann habe ich irgendwann studiert und habe einen ganz coolen Job bekommen. So, und dann war es das erste Mal in meinem Leben, dass halt Geld kein Thema mehr war für mich. So, wo ich dann irgendwann, jetzt zuletzt konnte ich halt ein Drittel von meinem Gehalt einfach sparen und konnte mir trotzdem immer noch Technik-Spielzeug kaufen, siehe hier so. Und konnte dann mal sieben Wochen nach Australien und Neuseeland und mein Geld wieder auf den Kopf hauen und so Sachen unbezahlt Urlaub machen. Und das ist ja cool, dass man sich das leisten kann und dass man da auch Leute mitnehmen kann und drüber reden kann und dass man auch ganz offen drüber reden kann, hey, ist gerade nicht so, wie, hey, wir können jetzt nicht Go-Kart fahren gehen, weil ich habe diesen Monat kein Geld mehr. Das gibt eigentlich eine Freiheit, die wir uns als Deutsche irgendwie per Default einfach nehmen. Wäre schön, wenn sich das ändert, aber ich glaube, es gibt halt auch Leute, die haben einfach, denen ist es lieber, dass man nicht drüber redet. Gehe ich auch wieder in dieses, das sind halt eher Leute, die viel Geld haben, weil dann würden ja Leute kommen und sagen, hey, du hast doch das Geld, kannst du nicht mal was abgeben? Und dann kommen die das, ah, nee, eigentlich nicht.

SPEAKER_01

Ja, das ist ja das, was man sagt. Wenn ein, wenn du im Lotto gewinnst, erzähl es nicht deinen Freunden, weil sonst kommt jeder und will etwas. Und das ist so das, wieder diese Vergöttlichung des Geldes. Dieses so, wow, ja, wenn ich Geld hab, dann geht es mir gut. Oder wenn, wenn, mit Geld kann ich mir einfach dann zumindest für einen gewissen Moment ein Hoch kaufen, ganz egal aus welcher Richtung das kommt, ob das ein, ey, ich kann mir mal eine neue Kamera kaufen oder ich kann mir mal überspitzt gesagt einen Bordellbesuch leisten, wobei ich das, weil Menschen das interpretieren mit einem Hochgefühl, ich bin da absolut nicht dafür. Schnitt. Aber das ist das, was die Gesellschaft halt halt sieht, okay, mit Geld kann ich mir zumindest in einem gewissen, in einer gewissen Kurzfristigkeit mal ein Hochgefühl leisten, ein Hochgefühl kaufen. Und ja, deswegen glaube ich, ist das auch so, dass man dann sagt, ja, über Geld spreche ich lieber nicht, weil wenn ich Geld habe, dann kommt jemand zu mir und will vielleicht Geld und will mein Geld. Finde ich schade. Will ich auch immer ganz anders vorleben. Also wenn uns Freunde fragen, hey, wie macht ihr das denn mit Finanzen, dann nehme ich mir immer Zeit und es war schon das eine oder andere Oder andere Mal, dass wir uns einfach mal einen Abend hingesetzt haben mit Freunden, dass wir erklärt haben, wie machen wir es und dass wir ihnen Tipps geben machen, wie können sie es machen, wie ist denn vielleicht eine Idee, dass man da mal einen anderen Ansatz bringt oder sonstiges? Weil klar, ich habe es von der Peggy aufgelernt und ist halt auch ein Thema, das ich sehr, sehr gerne mache. Klar, gebe ich dann meine Hilfe weiter.

SPEAKER_00

Ja, kannst du mal kurz zusammenfassen, wie du an das Thema Geld rangehst mit deiner Frau zusammen?

SPEAKER_01

Also mit dem, dass wir geheiratet haben, haben wir gesagt, wir legen unsere Finanzen zusammen. Sprich, es ist nicht mehr mein und dein Geld, sondern es ist unser Geld. Das hilft es auch in vielen Situationen zu entscheiden. Also wir machen manchmal Witze, so, hey, zahlst du oder zahl ich an der Kasse. Es ist das gleiche Konto. Also es ist, es ist wurscht. Deswegen, wir haben unser Geld zusammengelegt und haben gesagt, es gehört uns. Und hilft uns auch jetzt in der Situation beispielsweise, weil meine Frau ist jetzt in Elternzeit, sprich, ihr Gehalt ist deutlich weniger. Mein Gehalt ist aufgrund des Steuerklassenwechsels. Danke, danke Deutschland. Jetzt sogar noch mehr geworden. Also das, was netto quasi auf unserem Konto kommt. Aber für mich spielt jetzt überhaupt keine Rolle, ob das jetzt mehr oder weniger ist, sondern ich weiß, hey, wir leben jetzt unser Leben weiter. Klar, wir haben manche Ausgaben angepasst oder können jetzt halt nicht mehr so viel Geld zurücklegen, sondern halt nur noch ein paar hundert Euro, was eh schon ein großes Geschenk ist. Und wir haben es so geregelt, dass es ein Konto gibt, wo alles Geld reinkommt, was wir bekommen. Und das ist quasi das Konto, wo alle Fixkosten weggehen. Miete, Versicherungen, Strom, Internet und so weiter. Und dann überweisen wir uns noch einen Betrag auf ein zweites Konto. Und das ist quasi unser Haushaltskonto, wenn wir shoppen gehen, wenn wir Lebensmittel einkaufen gehen, wenn wir essen gehen, dann zahlen wir von dem Konto. Das hilft uns auch, einen Überblick zu behalten, weil wir wissen, okay, das sind, keine Ahnung, 800 Euro und wir haben 800 Euro einfach im Monat zur Verfügung für Geschenke, für Lebensmittel, für Essen gehen, für mal neue Klamotten. Und wenn am Ende des Monats dann noch 300 Euro drauf sind, wissen wir, okay, wir können uns jetzt noch was richtig Schönes gönnen. Wenn dann nur noch 50 Euro drauf sind, dann ist es okay, dann sollten wir jetzt noch einkaufen und schauen, dass die, dass wir einfach die Lebensmittel da haben für bis Ende des Monats und gut ist. Und dann gibt es noch ein drittes Konto, und das ist so unsere Rücklagenkonto, wo wir einfach sagen, da können wir monatlich was drauf sparen und wenn dann mal eine neue Waschmaschine kommt, dann können wir das davon kaufen. Genau, dass wir da bei solchen Ausgaben, die halt realistisch auch kommen, dieser klassische Notgroschen, den man kennt, gibt es auch so eine Haustformel, drei bis vier Nettogehälter sollten da drauf sein. Natürlich auch je nachdem, welche Verpflichtungen du hast, wenn du ein Haus hast, dann sollte da ein bisschen mehr drauf sein als Notgroschen, falls eine Heizung mal kaputt geht oder sonstiges, kostet es mehr als nur 5000 Euro. Genau, aber je nach Lebensstandard, je nach Lebenssituation als Student brauchten da jetzt nicht 10.000 Euro drauf sein, sondern da reichen vielleicht mal ein paar hundert Euro. Genau, sollte man da eine Rücklage haben. Und dann natürlich haben wir auch unser Anlagekonto, unser Depot, wo wir die klassischen ETFs besparen, die man halt so kennt.

SPEAKER_00

Die klassischen ETFs, die man halt so kennt. Das ist not financial advice. Wir gehen da nicht weiter rein. Deswegen habe ich auch nichts dazu gesagt.

SPEAKER_01

Das ist keine Anlageberatung, jetzt muss so ein Disclaimer kommen, okay?

SPEAKER_00

Jetzt ist es vorhin schon durchgeklungen. Du bist ehrenamtlich in der Kirche tätig, das heißt, irgendwas hast du mit Kirche und Gott zu tun. Und in der Bibel gibt es ja schon, also da ist Geld immer wieder ein Thema. Jesus spricht sehr viel über Geld. Sehr, sehr viel. Mehr als über andere Themen, die man eigentlich mit Jesus verbindet. Wie hat dich das geprägt? Und hat dich das von klein auf geprägt oder hat das da irgendwann ein Umdenken stattgefunden?

SPEAKER_01

Ich glaube nicht, dass mich das von klein auf geprägt hat. Natürlich, Geld war auch bei uns eigentlich immer ein Thema, aber auch nie mit großer Herausforderung. Natürlich hilft es uns als Kinder gesund aufzuwachsen oder sich nicht in Sorgen erdrücken zu lassen, oh, kann ich mir das jetzt leisten. Andererseits, wenn man ein bisschen öfters drüber gesprochen hätte, hätte ich mir im Nachgang alleine nicht so viel aneignen müssen, sondern hätte einfach eine Grundlage mitbekommen. Ich habe eine gute Grundlage mitbekommen, würde ich sagen. Aber durch das, dass ich halt auch meine Ausbildungen dann zum Bankkaufmann gemacht habe, habe ich mich sehr viel damit beschäftigt. Und ja, meine Eltern, also ich bin christlich erzogen worden. Also meine Eltern, wir sind sonntags in den Gottesdienst gegangen und so weiter. Deswegen waren da die Werte schon auch dabei. Nächstenliebe bei uns was. Wenn Gäste da waren, immer reich gedeckt und so weiter. Also das waren schon immer so Themen, da war nie, oh ja, jetzt müssen die mir noch 7,24 Euro geben, weil das war runtergebrochen, die Kosten pro Person. Sondern da war auch Thema Großzügigkeit. Es war bei meinen Eltern, vor allem bei meinem Großvater, auch immer ganz oben geschrieben. Also da musste man sich nie Gedanken machen, sondern natürlich seid ihr eingeladen, natürlich seid ihr meine Gäste. Und deswegen glaube ich, gab es kein so großes Umdenkethema mit, hey, wie habe ich es gelernt und wie setze ich das jetzt in meinem christlichen Glauben um, sondern es war ein, ich konnte immer zwei Seiten betrachten irgendwie. Also wenn ich in meiner Lehre, in meiner Ausbildung zum Bankkaufmann Themen mitbekommen habe, hey, so könnte das cool sein oder so sollte, sollte finanziell das ausschauen, konnte ich es immer mit der Bibel abgleichen. So, was ist denn das biblische Prinzip dahinter? Und so gibt es manche Themen, wo ich sage, damit kann ich nichts anfangen. Das würde ich auch nicht supporten. Urlaub auf Pump, Handyfinanzierung und so weiter. Ist nicht meins, würde ich nicht machen, empfehle ich auch niemanden. Und gleichzeitig konnte ich dann immer sagen, hey, das biblische Prinzip dahinter ist keine Ahnung, Großzügigkeit, deswegen lade ich gerne ein. Oder ja, wie du gesagt hast, ich glaube, von fast die Hälfte der Gleichnisse, die Jesus gesagt hat, gingen übers Geld oder Finanzen oder das grundsätzliche Thema Ressourcen. Das heißt, es ist ein relevantes Thema und man muss sich auch viel damit beschäftigen, weil es gibt niemanden, der sich nicht darüber Gedanken machen muss. Es gibt niemanden. Also es gibt nicht der, eine, der nie gesagt, ja, Geld, irgendwas, sondern du bist also allein Essen zu kaufen. Also ja, macht jeder. Genau. Deswegen, das ist das Coole, dass die Bibel aber auch so Prinzipien hat, an denen man sich orientieren kann. Aber ja, deswegen, ich glaube, es war immer eher so dieses Vergleichen, dieses Abgleichen, was kriege ich jetzt aus meiner Bankkaufmann-Lehre mit und was sagt die Bibel vielleicht dazu.

SPEAKER_00

Hast du noch ein paar Beispiele, wo du so biblische Prinzipien, wie du sie genannt hast, gegen so, was du in der Banklehre im Studium gelernt hast, wo du das gegenüberstellen kannst, was übereinstimmt oder was auch vielleicht nicht übereinstimmt?

SPEAKER_01

Also grundsätzlich in der Bank lernt man natürlich auch, hey, mit Budgets zu rechnen. Und Budgets finde ich so ein großes Thema auch in der Bibel. Es gibt mehrere Bibelstellen, die das auch bestätigen, die auch wirklich sagen, ja, die eine Bibelstelle, wo es darüber heißt, dass wer fängt dann an, sein Haus zu bauen, sein Haus zu planen und schafft es nur, das Fundament zu legen und dann hat er kein Geld mehr, da würden die Nachbarn auch drüber lachen. Das ist natürlich auch ein Prinzip, das man so in seiner Ausbildung mitbekommt, hey, schau, kann sich die Person das leisten? Wenn sie sich das leisten kann, dann go for it. Wenn sie sich nicht leisten kann, dann stopp. Dann such vielleicht eine andere Lösung. Dann schau dir mal an, hey, wie kann die Person jetzt vielleicht erstmal Rücklagen aufbauen, dass sie es sich irgendwann mal leisten kann? Das finde ich auch ein absolut biblisches Prinzip. Also das kann man öfters rauslesen, wirklich zu sagen, hey, leg dir zurück, dass wenn mal schlechte Zeiten kommen, du darauf zurückgreifen kannst. Gibt es ja auch die Geschichte im Alten Testament, wo es zuerst sieben gute Jahre gibt und dann sieben schlechte Jahre. Und in den sieben guten Jahren waren die Kordenspeicher gefüllt, damit man in den sieben schlechten Jahren darauf zurückgreifen kann. Nichts anderes wie, hey, wenn es dir gerade gut geht und du kannst es dir leisten, dein Konto zu füllen, dein Rücklagenkonto zu füllen, dann mach das, weil du weißt nicht, ob es vielleicht mal Jahre gibt, in dem du einfach Herausforderungen hast oder wo es mal weniger ist. So ist es bei uns ja jetzt auch überspitzt gesagt, weil klar, durch das, dass meine Frau jetzt nicht mehr arbeitet, haben wir nicht mehr ganz die finanziellen Mittel zur Verfügung. Und jetzt könnten wir theoretisch von dem Kornspeicher zehren, von unserem Rücklagenkonto zehren, wenn wir es brauchen. Das ist so ein Prinzip, wo ich sage, das sind 100% Überschneidungen drinnen.

SPEAKER_00

Ich würde da gern kurz einhaken. Weil es gibt ja in der Bibel auch die Geschichte mit dem Mann, der alles sammelt, der sehr, ich weiß nicht, ob es in der Bibel geizig heißt, aber der wirklich alles bei sich zusammenhält, quasi einen voll gefüllten Speicher hat und dann stirbt. Und dann gar nichts davon hat. Und das ist immer so das Spannende, wenn man sich mit der Bibel auseinandersetzt, dass ganz viele Dinge in so einer Spannung sind. Weil du sagst, Budgets oder Rücklagen ist voll sinnvoll und gehe ich auch voll mit. Auf der anderen Seite kann man aber halt auch wieder da dann vom Pferd fallen, sagen, gut, ich muss alles bei mir halten. Und hast du gerade gesagt, Großzügigkeit ist auch voll ein christliches, ist ein biblisches, ist schon ein jüdisches, wahrscheinlich sogar ein arabisches Thema, so Gastfreundschaft, ist ganz groß geschrieben. Und da dann das eben nicht zurückzuhalten, sondern diese Spannung, da immer wieder zu gucken, wo stehe ich denn gerade zwischen, ich bin großzügig, ich bin gastfreundlich, ich leiste mir Dinge oder kann auch Menschen unterstützen und trotzdem habe ich noch Rücklagen, da einfach weise mit umzugehen.

SPEAKER_01

Die Bibel spricht davon, ein guter Verwalter zu sein. Ein guter Verwalter über die Ressourcen, die einem zur Verfügung gestellt werden. Und das Spannende ist, Gottes Idee von einem, von guter Verwalterschaft hängt mit Großzügigkeit zusammen. Also Großzügigkeit ist ein Teil von guter Verwalterschaft. Was ja in der Sicht so in der Gesellschaft so, hä, wie kann ich denn als Verwalter, wo ich das Geld ja eigentlich für mich schauen sollte, wie kann ich das damit vereinbaren, dann auch großzügig zu sein? Und dann wieder die Frage, hey, jeder liebt es, auf ein cooles Fest zu gehen. Und stell dir vor, du musst dann auch nichts zahlen dafür, weil der Gastgeber sagt, hey, ich habe gezahlt dafür. Mega, cool. Also da wieder sagt jeder, oh ja, das ist schön, dann die Großzügigkeit auch annehmen zu dürfen.

SPEAKER_00

Ja, und es auch annehmen zu können, ohne einen Hintergedanken dabei zu haben. Voll. Weil also ganz oft machen ja große Unternehmen oder so, machen ja oft so Aktionen, wo sie großzügig sind, aber eigentlich meinst du ja ganz klar, die müssen es irgendwie machen, um nicht ganz die Gunst der Bevölkerung zu verlieren. Und wenn man, wenn das aber ein Prinzip ist, was du von Anfang an lebst und sagst, nee, von Anfang an bin ich als Familie oder auch als Unternehmer oder sonst irgendwas, bin ich großzügig, dann ist nicht dieses Geschmäckle dabei, wenn das dann mal kommt.

SPEAKER_01

Ja, sehe ich auch so. Und dann natürlich dieses alles auf Ratenzahlen, alles auf Pumpzahlen, das ist so ein Thema, damit kann ich gar nicht. Weil das zeigt für mich nur, dass du über deinen Verhältnissen lebst. Wenn du dir einen Fernseher kaufst und den auf Raten zahlst, weil ist ja möglich, heißt es für mich so, hey, du kaufst dir vielleicht gerade was ein, was du dir eigentlich aktuell noch nicht leisten könnst. Warum sparst du nicht die nächsten zehn Monate, solange würdest du die Finanzierung auch abzahlen und kaufst dir dann den Fernseher und hängst nicht daran? Also die Bibel sagt, der Gläubiger hängt an dem, der es dir zur Verfügung gestellt hat. Der Schuldner hängt am Gläubiger, so muss man sagen. Der Schuldner hängt an dem Gläubiger. Klar, weil der kann sagen, klar, man hat einen Vertrag meistens, aber schlussendlich kann der sagen, hey, du gibst mir jetzt mein Geld zurück. Und das ist so das Prinzip, wo ich auch sage, manche Schulden, wenn da ein Gegenwert dahinter ist und du dir da mit was, was aufbauen kannst, kann man sich überlegen, auch da immer das Thema, kannst du es dir nachhaltig leisten und willst du es dir auch nachhaltig leisten? So eine Immobilienfinanzierung, die zahlst du halt mal 30, 35 Jahre ab. Kannst du dir das vorstellen, mal 500.000 Euro Schulden zu haben und damit nachts ins Bett zu gehen und dir zu überlegen, oh Mist, Mist, wie schaffe ich das, wie schaffe ich das, auch mal bei schlechten Zeiten, das zurückzahlen zu können. Das ist immer auch ein persönliches Thema, immer auch ein Thema, wo ich sage, hey, das muss für dich passen. Es gibt hier nicht die pauschale Antwort, mach es oder mach es nicht. Und gleichzeitig natürlich einfach Schulden, die Konsumgüter finanzieren oder sonstiges, wo du sagst, dann über deinen Verhältnis. Glaube ich nicht, dass das sinnvoll ist.

SPEAKER_00

Du hast da letztens irgendwann mal was gesagt, es war so, Schulden, die du machst, nehmen quasi deinem Zukunfts-Ich die Freiheit. Oder irgendwie sowas. Vielleicht hast du es noch im Kopf.

SPEAKER_01

Schlussendlich, wenn du Schulden machst und es in der Zukunft zurückzahlst, klaust du oder stiehlst du von deinem Zukunfts-Ich-Ressourcen. Ja, das war's.

SPEAKER_00

Ich finde, das ist voll was, wo man drüber nachdenken kann, weil wie du sagst, niemand, fast niemand, kann sich eine Immobilie aus dem Ersparten leisten. So weil du willst, also wenn du ein Haus hast, was du dir kaufst, dann ist ja sinnvoll, jetzt schon die nächsten 30 Jahre drin zu wohnen, anstatt zu sagen, ich spare jetzt und dann kann ich mir in 30 Jahren, wenn ich 65 bin, dann kaufe ich mir das Haus. Das ist Quatsch. Aber ja, also ich habe auch irgendwann aufgehört, mir Handys mit Vertrag zu kaufen. Sondern gesagt, naja, ich kaufe mir jetzt das Handy. Dann auch oft günstiger, weil ich kaufe eh alles auf kleineren Zeigen, aber da weil ich einfach gesagt habe, naja, ich habe eh schon so viele Fix-Ausgaben, wenn jetzt auch noch das dazu kommt, dann kommen irgendwie am Anfang des Monats, weiß ich nicht, 2000 Euro auf mein Konto und 1800 gehen direkt wieder weg und das ist ja ein Auf- und Ab der Gefühle, das will ich gar nicht. Wenn du deinem 18-Jährigen Ich einen Tipp geben müsste oder mehrere Tipps geben müsstest, was wäre das?

SPEAKER_01

Also ich habe, wie gesagt, ein duales Studium gemacht und das ist sehr anstrengend. Ich hatte auch mal ein Jahr, keine Ahnung, acht Tage Urlaub, sonst halt musste ich arbeiten oder war beim Studieren. Oder jetzt kann man sagen, Studium ist doch eh easy. Aber ja, Fakt ist, meine Kommilitonin waren halt in den Semesterferien dann im Urlaub und ich habe halt gearbeitet. Ich würde meinem 18-Jährigen ich sagen, mach's trotzdem nochmal. Also weil es so ein großer Mehrwert ist und weil man so viel lernt. Also ich bin voll überzeugt davon, diesem Prinzip duales Studium, weil du halt wirklich sowohl die Praxis als auch die Theorie lernst. Und ich glaube, ich würde meinem 18-Jährigen ich auch sagen, mach dir nicht so viel Gedanken über Geld. Also ich habe mir eh nie so groß Gedanken drüber gemacht, vor allem Negativgedanken, aber schlussendlich, da bin ich auch in einer privilegierten Situation, das will ich auch dazu sagen und weiß, dass das nicht selbstverständlich ist, aber schlussendlich, es ist nur Geld. Und wenn es mir schlecht gehen würde, könnte ich jederzeit zu meinen Freunden gehen, zu meiner Familie gehen. Könnte sagen, hey, ich habe auch schon Freunde supportet, mal ein halbes Jahr, die einfach gerade eine schwierige Zeit hatten, wo ich sagen durfte, hey, klar, stelle ich dir was zur Verfügung, mir geht's gerade richtig gut. Und ich finde, das ist so ein gesellschaftliches Thema, wo ich sage, boah, wie schön wäre das, wenn man einfach in einem sozialen Umfeld ist, wo man sich auch gegenseitig mal supportet, wenn es gerade nicht so gut läuft. Aber dann halt auch wieder die Grundlage, man muss es halt mal ansprechen. Man muss halt mal sagen, hey, gerade läuft es finanziell nicht so cool. Immer wieder bei dem Thema über Geld redet man nicht. Ja, aber ich glaube, das wäre so das eine, hey, du machst nochmal so, das passt, das ist cool, du bist auf einem richtigen Weg. Das ist ein Thema, wo du aufgehen darfst, wo du wirklich auch aufblüßt. Und das andere ist so. Es ist nur Geld.

SPEAKER_00

Aber also, wenn du sagst, es ist nur Geld, hast du da manchmal Gespräche mit Menschen drüber, die das anders sehen?

SPEAKER_01

Hundertprozentig. Hundertprozentig, wo dann wirklich geschaut wird, dass jeder Cent zusammengekratzt wird. Oder hey, wie soll ich mir das nur leisten? Oder boah, schon wieder so eine Rechnung, boah, und eigentlich verdient man gut, aber man macht sich selber so viel Gedanken darüber. Keine Ahnung, eine Bekannte verdient nicht schlecht, jetzt auch nicht, keine Ahnung, 100.000 Euro im Jahr, aber so ein gutes, so ein Durchschnitt. Ich glaube, im Mediangehalt in Deutschland ist es auch bei 54.000 oder irgendwie sowas plus minus.

SPEAKER_00

Durchschnitt sind 50.000, median sind ein paar 40.000. Genau. Kurz erklärung, Durchschnitt ist, du schaust dir alle Gehälter an, die es gibt und nimmst das, was in der Mitte liegt. Median ist das Ganze noch gewichtet, wie viele Menschen verdienen weniger, wie viele verdienen mehr und dann quasi das, was ja, so ungefähr.

SPEAKER_01

Kurz erklärt, Durchschnittsgehalt ist, du nimmst die Anzahl, also du rechnest wirklich, der eine verdient 1 Euro, der andere verdient 5 Euro, dann sind es und der andere verdient 6 Euro, dann sind es 1 plus 5 plus 6 durch 3, weil es 3 Personen sind, das ist der Durchschnitt und der Median ist 1, 5 und 6, dann ist der Median der Wert, der in der Mitte ist. Also die Person, die, wenn man alle aufreihen würde, alle Verdiener in Deutschland die Person, die in der Mitte steht, das ist der Mediangehalt.

SPEAKER_00

Und deswegen habe ich einen Banker eingeladen.

SPEAKER_01

Genau, also zurück zum Thema, wenn du, wenn du halt gar nicht so schlecht verdienst, aber du halt nicht weißt, wie du mit Budgets umgehst, oder halt auch weißt, ja, eine Autoreparatur kostet halt mal 600 700, 800 Euro. Kann natürlich auch deutlich mehr sein, aber wenn du das nicht gelernt hast, dass du dir Budgets setzen darfst, dass du dir Rücklagen setzen, legen darfst oder und wenn du es nicht gelernt hast, dass die Rücklagen einfach machen darfst oder auf dem Konto sparen darfst, dann klar, dann tut halt mal schwierig, dann tut halt mal so eine Rechnung weh, auch weil es dann halt auf einmal 700 Euro sind. Aber wenn du dir überlegst, okay, über die nächsten zehn Monate spare ich mir halt mal 70 Euro weg, ja, das geht schon irgendwie. Aber das musst du halt davor machen und nicht danach.

SPEAKER_00

Ja, ich glaube, also Budgets ist auch für mich persönlich, wird das jetzt ein Thema. Ich habe es gerade schon gesagt, ich habe sehr angenehm viel Geld verdient. Jetzt werde ich in meinem nächsten Job deutlich weniger verdienen. Und für mich war, seit ich jetzt nach dem Studium das Arbeiten angefangen habe, was acht Jahre her ist, war Geld quasi kein Thema. So, ich habe auch ein paar Mal mein Konto überzogen, weil ich dann über meinen Verhältnissen mir irgendwelche MacBooks gekauft habe oder was weiß ich für Sachen. Aber das hatte ich dann gut im Griff. Und jetzt werde ich wirklich da sicherlich auch nochmal privat auf dich zukommen und sagen, guck mal her. Das sind meine Fixkosten, das ist das, was ich noch übrig habe, wie mache ich das? Ich hatte das die letzten Jahre immer mal wieder vor und habe es immer wieder nicht gemacht, weil ich es ja nicht machen musste. Ich hatte mein Konto, wo das Geld draufkommt, ich habe mein Konto, wo ich spare und alles andere habe ich halt einfach ausgegeben, so weil es da war. Und das habe ich schon gemerkt, auch viel durch die Kirche, weil bei uns in der Kirche schon auch diese Verwalterschaft, wie du sagst, ist ein großes Thema. Weil es für Jesus auch ein großes Thema ist. Weil es für Jesus ein großes Thema ist und weil es halt zu einer Freiheit führt. Also du kannst sowohl mit viel als auch mit wenig Geld, kannst du komplett unfrei sein da drin, wie das, was du gerade gesagt hast, du verdienst gut und fühlst dich trotzdem nicht frei, weil du denkst, ah, ich muss mein Geld zusammenhalten oder ich gebe zu viel aus. Und genauso kann man mit wenig Geld sagen, naja, ich weiß aber, was ich habe und ich weiß, was ich mir leisten kann und wo ich halt Nein sagen muss. Und dadurch habe ich diese Freiheit. Also das wird für mich interessant und ich glaube, das ist auch wirklich für jeden. Vielleicht gebe ich dann ein Update, wenn es soweit ist, aber so wie ich das mitbekommen habe, ist es eigentlich für jeden sinnvoll. Und ich ärgere mich ein bisschen, dass ich es nicht schon früher gemacht habe. Aber jetzt muss ich es, also jetzt ist quasi die Feuerprobe dann, wo es dann funktionieren muss.

SPEAKER_01

Ja, schaffen wir, Fabi. Schaffen wir. Ah, danke.

SPEAKER_00

Vielleicht kannst du kurz für die Zuhörer, die das jetzt auch interessiert, also wie gehe ich denn an Budgets ran? Was ist sinnvoll? Gar nicht, oder vielleicht, vielleicht, wenn es für dich Sinn ergibt, auch wirklich so ganz konkret zu sagen, das Konto, das Konto, das Konto, vielleicht aber auch nur eher so ein bisschen high level zu sagen, schau dir diese Ausgaben an, schau dir diese Ausgaben an. Viel ist ja dann auch wieder mit Prioritäten. Also was ist mir wichtig? Das ist mein erster Punkt. Okay, dann bitte.

SPEAKER_01

Also es gibt kein, ja, es gibt Prozentsätze, wo man sagt, das und das sollte in deinem monatlichen Budget einfach berücksichtigt sein. Berücksichtigt sein, aber es Kommt immer ganz oft die Prioritäten drauf an. Für manche Leute ist es mega, mega wichtig zu reisen und Urlaub zu machen. Dann sollte das ein größerer Budgettopf sein. Für andere Leute, die sagen sich, hey, Hauptsache, ich habe mein cooles Auto, dann sollte das natürlich ein größerer Budgettopf sein. Grundsätzlich gibt es so mehrere, auch wenn man da online mal forscht, mehrere Prinzipien oder Richtlinien oder Guidelines, wo man einfach sagen kann, so kannst du dein Budget aufstellen. Zum Beispiel gibt es das 30303010 Modell. 30%, 30%, 30%, 10% sind 100%. Und so kannst du theoretisch dein Haushalt mal plane. So 30% sollte, alles, was Wohnen, alles, was Miete und so weiter, alles, was du dafür quasi hast, draufgehen oder darf draufgehen. 30% darf alles, was sonstige Fixkosten sein, oder halt auch Lebensmittel und so weiter. Also alles, was damit dazugehört, wo du auch sagst, da hast du einfach monatliche Ausgaben dafür. 30% kann dann entweder Rücklagen sein oder auch mal Spaßbudget oder sonstiges. Und 10% könnte dann so der Versicherungsanteil sein, wo du sagst, hey, da du darfst 10% quasi nehmen, um Versicherungen abzuschließen oder sonstiges. Aber es gibt auch das 50, 30, 20 Modell, wo dann halt manche Posten zusammengefasst werden. So 50% sind alle Fixkosten, sprich deine Wohnung und deine Versicherungen und dein, was halt monatlich weggeht, Rundfunkbeitrag oder sonstiges. 30% sind dann sowas wie Lebensmittel und 20% ist dann sowas wie Rücklagen oder Sparen. Also da gibt es verschiedene Prinzipien, das kann man auch gern mal mit der Suchmaschine des Vertrauens einfach mal nachschlagen. Oder die KI seines Vertrauens mal fragen. Da gibt es relativ viel und dann kann man sich durch Automatisierung da das am einfachsten gestalten. Dass du einfach deine Daueraufträge hast, dass du nicht monatlich deinen Versicherungsbeitrag überweist, sondern halt von der Firma einziehen lässt. Und bei uns schaut es so aus, dass wir da mal eine Excel runtergeschrieben haben, hier die Versicherung ist das im Monat, die Versicherung ist das im Monat, unsere Miete ist das. Genau, und da kannst du dann auch schauen, okay, wie viel darfst du für was ausgeben, weil meistens ist es so, dass das, was reinkommt, eigentlich relativ gleich bleibt, weil das ist halt das Gehalt. Und anhand von dem kannst du dann einfach mal aufteilen, hey, du weißt, was du an Miete ausgibst, du weißt, was du an Verträgen abgeschlossen hast, oder ich hoffe zumindest, dass du es weißt, aber das sieht man meistens sehr gut am Kontoauszug am letzten, und dann das einfach mal runterschreiben und dann siehst du schon, ist die Zahl da positiv? Man würde grün sagen oder negativ, dann wäre es rot. Wenn sie rot ist, musst du halt mal schauen, wie du dein, entweder dein Einkommen erhöhst, ist auch eine Möglichkeit, die häufig vergessen wird, oder halt deine Ausgaben mal minimierst. Und da kann es halt auch mal sein, dass du schauen musst, dass du nicht fünfmal in der Woche essen gehst, sondern halt mal zweimal die Woche, wenn dir das wert ist. Und sonst kochst du halt selber, auch wenn es doof und anstrengend ist, aber da kann man sich schon sehr, sehr viel Geld sparen.

SPEAKER_00

Was mache ich jetzt, wenn ich da gar keinen Bock drauf habe?

SPEAKER_01

Ja, schwierig. Such dir Freunde wie mich. Die treten dir da regelmäßig in den Arsch. Also ja, das kann schon ein Tipp sein, dass man es mal zusammen macht. Auch da ist es natürlich immer dieses Thema, oh, rede ich jetzt mit dem darüber oder mit der darüber. Und gleichzeitig ist es, wie gesagt, ein Thema, das jeden betrifft. Du solltest dich da mal hinsetzen und dir zumindest mal einen ganz, ganz groben Überblick verschaffen, wenn du gar keinen Überblick hast. Weil, ja, das wird dir auch im Nachgang viel erleichtern, weil du dann einfach weißt, hey, ich darf das und das ausgeben und das ist überhaupt kein Problem, weil früher oder später holt dich das dann irgendwann mal ein, vor allem wenn du größere Verpflichtungen hast oder mal ein neues Auto willst oder sonstiges. Oder brauchst du. Oder brauchst, dass man da einfach einen Topf hat, wo man drauf zurückgreifen kann.

SPEAKER_02

Ja.

SPEAKER_01

Also es klingt doof, aber es beschäftigt oder betrifft halt jeden. Deswegen sollte sich jeder damit beschäftigen.

SPEAKER_00

Ja, oder halt dann heiraten und sich einen Partner oder eine Partnerin suchen, die da Bock drauf hat.

SPEAKER_01

Ja, aber auch da, bei uns bin es, ja, man wird es wahrscheinlich rausgehört haben, eher ich, der das macht. Aber trotzdem jetzt vor drei Tagen haben sich meine Frau und ich wieder hingehockt, weil jetzt eben das mit Elterngeld losgeht und so weiter. Und wir haben uns zusammen angeschaut, hey, was und wie und wo passt das gerade noch und was sollten wir anpassen. Weil in meiner Ausbildung, ich glaube, in meiner zweiten Woche, wo ich in der Filiale gestanden bin, ist eine Frau aufgelöst in die Filiale reingekommen, hat nur geweint und man konnte ihr oder man wusste erstmal gar nicht, was los ist. Man hat sich herausgestellt, dass ihr Mann schwer krank jetzt im Krankenhaus liegt und der sich ihr Leben lang um die Finanzen gekümmert hat und sie ist hergekommen und hat so, ich weiß nicht mal, wie viel Geld auf unserem Konto ist. Ich weiß gar nichts. Könnt ihr mir bitte helfen? Und das war so prägend für mich, wo ich auch immer wieder sage, boah, Leute, auch wenn ein Partner sich gut damit auskennt, der muss es gut dokumentieren. Aber bei uns gibt es unsere Ordner, wo ich alles dokumentiert habe, alles runtergeschrieben habe. Und zusätzlich sollte man sich zumindest einmal im Quartal, einmal im halben Jahr zusammen hinsetzen und einfach kurz zusammensprechen. Wie viel ist denn gerade da? Was ist gerade herausfordernd? Wo sollten wir vielleicht uns ein bisschen kürzen? Und hey, man hat im letzten halben Jahr zwei Gehaltserhöhungen bekommen, wo dürfen wir jetzt einfach mal auch ein bisschen die Sau rauslassen?

SPEAKER_00

Das stimmt. Ich muss ja, ah Mann, das ist richtig, warum habe ich mir dieses Thema ausgesucht? Das ist ja voll ein Wunderpunkt bei mir. Upsi. Ja, ach, es ist wirklich Geld, da ist so viel. Und wir sind noch gar nicht zu dem Thema gekommen, da möchte ich gerne noch kurz hin. Aber bevor wir da hinkommen, wirklich, macht euch Budgets. Ich werde bestimmt, ich sage das jetzt einfach, ich gebe irgendwann ein Update, wir machen irgendwann in ein paar Monaten nochmal irgendwas in diese Richtung.

SPEAKER_01

Gerne.

SPEAKER_00

Und dann werde ich da einfach nochmal über meine Erfahrungen mit Budgets sprechen. Weil ich das schon spannend finde und eigentlich will ja jeder finanzielle Freiheit. Also da wird ja so viel mitgeworben, jede Bank wirbt quasi damit oder jedes Easy Credit, was weiß ich was, Unternehmen, die werben ja immer damit, dass es Freiheit ist. Dass wenn du Geld hast, dass du dann Freiheit erlebst. Und eigentlich wünscht sich ja jeder Freiheit.

SPEAKER_01

Ja, und auch gleichzeitig gibt es da auch diesen Happiness-Faktor von bis zu welchem Gehalt oder ab welchem Gehalt wirst du nicht mehr glücklicher? Und das ist so eine relativ steile Kurve und ich glaube, ungefähr bei 80 plus minus 80.000 Euro ist dann das oder US-Dollar, glaube ich dem, ich weiß es nicht genau. Wirst du, also ist die Kurve deutlich abgeflachter. Also klar kannst du dir dann irgendwann mal den Porsche kaufen, aber so what? Der macht es dann auch nicht mehr viel aus. Also auch da, ja, bis zu einem gewissen Grad kann dir Geld sicher auch Freude kaufen. Es gibt den Geilenspruch, ja klar, Geld macht nicht glücklich, aber ich weine halt lieber im Ferrari als in der U-Bahn. Hat natürlich auch ein bisschen was dahinter. Aber schlussendlich gibt es so viele wichtigere Themen.

SPEAKER_00

Ja.

SPEAKER_01

Oder relevantere Themen, sagen wir es so.

SPEAKER_00

Jetzt ist leider meine Überleitung vorzugehen. Sorry, das macht gar nichts. Wir gehen trotzdem dahin, wie viel von meinem Wert sollte ich an Geld hängen oder an das, was ich leiste, weil ich schon das Gefühl habe, das ist einfach in Deutschland so. Also und ich habe das bei mir selber gemerkt, als ich mich um Jobs gekümmert habe und dann gemerkt habe, ah, okay, vorher habe ich das verdient und habe das gemacht, jetzt suche ich mir einen Job, wo ich was anderes mache und auf einmal, keine Ahnung, ist das, was ich bekommen könnte, viel niedriger. Weil ich nicht so viel wert bin oder weil das, was ich mache, nicht so viel wert ist. Und das hat mich schon getroffen, da zu sehen, wie sehr dann doch meinen Wert an dem hängt, was ich verdiene. Ich kenne, ich habe Freunde, die wirklich gut verdienen, also ein Freund, der hat mehr verdient als ich und hat sich trotzdem irgendwo mit mir verglichen. Und da war gehalt ein Thema und wir haben da relativ transparent drüber gesprochen. Und ich war irgendwann so, hey, du verdienst so viel, warum willst du denn jetzt noch mehr verdienen? Und für ihn war das aber vollsinnig so, naja, weil es halt ausdrückt, dass ich für die Firma das wert bin und ich möchte das wert sein. Wo ich dann schon gesehen habe, ja, okay, es ist halt, also irgendwo ist es menschlich, aber irgendwo wird es auch ungesund und ich weiß nicht, wo dann ein guter Mittelpunkt ist. Wir haben es vorhin gesagt, bei dem biblischen ist es immer ein Spannungsfeld zwischen zwei Polen. Und bei diesem Geld und Selbstwert weiß ich nicht, wo die gesunde Mitte ist.

SPEAKER_01

Kommen wir ins Philosophische, glaube ich, rein. Ich versuche es aber sehr rational runterzubrechen. Es gibt auch in meinem Freundeskreis oder in meinem Studienkreis oder gab es Menschen, die gesagt haben, boah, ich will jetzt auf jeden Fall erstmal Karriere machen, weil ich will jetzt erstmal Geld machen. Und danach kümmere ich mich um Familie, um Freunde oder sonstiges. Und deswegen bei Beratungsfirmen und hier und da und erstmal die ganzen Knechtarbeit machen und irgendwann arbeitet man sich hoch. Und ich glaube, da ist sehr, sehr häufig die Gefahr, dass du da nicht mehr rausgehst. Weil du einfach so einen gewissen Standard dir erarbeitet hast und das merke ich auch bei mir, wenn du irgendwann mal einen gewissen Standard hast, dann denkst du da nicht drüber nach. So früher, wenn ich mit dem Auto in die Stadt gefahren bin, habe ich immer geschaut, wo gibt es denn kostenlose Parkplätze. Jetzt bin ich so, ja, natürlich fahre ich ins Parkhaus. So, die 3,70 Euro, I don't care. Und ich glaube, man sollte sich bewusst machen, was ist es denn wirklich wert? Was ist es wirklich wert, sich entlohnen zu lassen? Wenn wir jetzt bei dem Arbeitsthema sind, welchen Wert habe ich auf dem Stellenmarkt beispielsweise? Was ist es wert, sich Sachen entlohnen zu lassen, die, auf die ich vielleicht überhaupt keinen Bock habe, aber es gibt halt gutes Geld, ja, gewissermaßen schon, aber es ist halt nicht nachhaltig. So, mein Cousin hat mal eine Zeit lang in der Schweiz gearbeitet, der hat das schon sehr gut verdient, aber er hat halt gesagt, Geld ist nicht alles. Der konnte mit manchen Leuten halt überhaupt nicht gut dort und ist dann halt wieder zurück nach Deutschland gekommen. Ja, Geld ist nicht alles und ich glaube, das muss jeder für sich bestimmen oder jeder für sich die Prioritäten bewusst machen und sich selber auch mal Prinzipien aufmalen. Weil ich glaube, wir gehen manchmal so planlos, so visionslos durchs Leben und wissen eigentlich gar nicht, was will ich oder was ist mir wichtig. Wenn du sagst, hey, mir ist es voll wichtig, also mir persönlich, es ist ein reelles Beispiel. Vor ungefähr einem Jahr ist meine Chef, Chefin auf mich zugekommen und hat mir mitgeteilt, hey, da gibt es jetzt bald eine Stelle. Und ja, schon mit nochmal zwei Stufen drüber zusammenarbeiten und so weiter. Aber es kann halt mal sein, dass um halb sechs noch eine E-Mail kommt, es muss morgen fertig sein und dann muss das halt morgen fertig sein. Und es war dann für mich so ein, ich glaube, zwei Tage vorher hat mir meine Frau erzählt, dass sie schwanger ist. Und dann war ich so, ja, nee. Also klar, karrieretechnisch wäre das ein geiler Schritt. Also, ich hätte auch mit dem Geschäftsführer zusammenarbeiten können oder zumindest deutlich enger an ihm dran sein. Ja, die Stelle halt jetzt jemand anders und mir geht's gut. Also das ist so immer dieses: Man muss sich, glaube ich, von Anfang an bewusst machen, was ist einem wichtig, wo schaut man drauf. Und irgendwann ist es halt auch einfach nicht mehr wert. Also ist es Geld auch nicht mehr wert, weil schlussendlich, klar, wenn du viel Wissen hast, solltest du dein Wissen nicht unter Wert verkaufen. Und es gibt, glaube ich, auch genug Firmen, die das auch ausnutzen, dass man sein Wissen unter Wert verkauft oder die Relevanz. Und da bin ich auch so knallhart und sage, dem Unternehmen ist das egal. Also wenn du gehst, so hart es klingt, zwei Wochen später, vielleicht zwei Monate später, redet niemand mehr über dich. Und es wird halt jemand Neues gesucht, der deine Arbeit machen kann. Und das ist immer so dieses Thema, wo ich sage, klar, Geld ist Mittel zum Zweck. Mit Geld kann man sich coole Sachen leisten, coolen Urlaub leisten, kann man, cooles Auto, schönes Haus. Aber gleichzeitig, du tauschst dein Geld halt gegen deine Zeit, gegen deine Lebensqualität. Wenn du halt mal in der Woche nicht nur 40 Stunden arbeitest, sondern 50, 60, 70 Stunden. Da gibt es genug Leute, die das machen. Klar verdienen die auch sehr, sehr gut. Ich habe für mich entschlossen, es ist es mir nicht wert. Weil ich lieber Zeit mit meiner Tochter verbringe, Zeit mit meiner Frau hier mit dir sitze und Podcast aufnehme, wir haben vorhin schon zusammen gefrühstückt. Das ist mir viel, viel mehr wert, als zu sagen, ja, ey, Hauptsache, ich verdiene meine 150k.

SPEAKER_00

Ja, und das ist was unglaublich Persönliches. Da muss man auch einfach wissen, was man möchte. So, deswegen, wenn du gerade zuhörst und dir denkst, ja, keine Ahnung, was ist mir was wert? Wie viel verdiene ich denn? Passt das irgendwie zusammen? Ja, dann kommt es immer wieder dahin. Und das haben wir auch im letzten Podcast, war das auch wieder Thema, so, hey, was will ich denn? Also was sind meine Werte für mein Leben, was möchte ich unterstützen? Und dann kann ich auch schauen, hey, wie viel Geld ist das denn wert? Also das eine ist, wie viel Geld brauche ich denn, um zu leben? Da muss ich einfach mal wissen, was sind meine Ausgaben, wo will ich vielleicht noch hin. Vielleicht habe ich gerade eine günstige Wohnung und ich hätte aber gerne eine schönere, teurere Wohnung. Ja, dann muss ich halt schauen, kann ich mir das leisten, was muss ich tun, damit ich mir das leisten kann. Und auf der anderen Seite auch zu sagen, ja, aber das wird halt begrenzt durch meine Werte, durch die Vorstellung, wie ich mein Leben mir gestalte. Und irgendwo trifft sich das dann, irgendwo ist es wieder wie so ein Wenn-Diagramm, wo sich das überschneidet.

SPEAKER_01

Ja, und gleichzeitig ist es auch, und das will ich hier auch nochmal betonen, wir sind in einer sehr privilegierten Bubble unterwegs. Wir beide. Wir beide. In unserem Freundeskreis, wo viele studiert haben, wo viele einen guten Job haben, und wir so solche Theorien aufstellen können, so uns fragen können, wie viel bin ich denn wert? So für manche geht es ums blanke Überleben und da heißt es so, wow, und ich muss jetzt irgendwas finden. Und wenn ich mich, keine Ahnung, und wenn ich Nachts Zeitungen austrage, hey, ich brauche jetzt einfach Geld, weil sonst kann ich mich überleben. Das ist, glaube ich, auch nochmal wirklich ein ganz anderer Podcast wert, weil da geht es um so, so viel mehr. Also, und das ist mir auch bewusst, dass wir da wirklich sehr privilegiert sind. Das ist mir bewusst, dass wir da von Sachen sprechen, die für einige oder für viele vielleicht gar nicht erreichbar sind. Und das will ich auch hier nochmal betonen. Ja, es gibt auch ganz, ganz andere Lebenssituationen, Lebensumstände, Schicksalsschläge, mit denen man umgehen muss und so weiter. Und da ist eben das, was ich vorhin auch gesagt habe, mir so wichtig. Ey, wie cool ist es eigentlich oder wie schön ist es eigentlich, wenn wir in so einem sozialen Umfeld leben und uns so Freundschaften, so Familien aufgebaut haben, dass man da aufeinander zugehen kann und sagen kann, hey, können wir ein bisschen zusammenrücken. Mir geht's gerade nicht so gut.

SPEAKER_00

Ja, das finde ich einen sehr schönen Abschluss. Wirklich nochmal zu schauen, hey, wie gut geht es mir eigentlich? Wie geht es den anderen? Gar nicht um dieses Vergleich und zu sagen, mir geht es besser, ich bin besser. Einfach zu sagen, ey, ich bin dankbar für das, was ich gerade habe. Vielleicht ging es mir schon mal schlechter, vielleicht wird es mir in Zukunft schlechter gehen.

SPEAKER_01

Vielleicht ging es mir auch schon mal viel, viel besser. Weil ich die 80-Stunden-Woche gemacht habe und 200k nach Hause gebracht habe.

SPEAKER_00

Genau. Aber dann trotzdem einfach zu sagen, hey, da wo ich gerade bin, es geht immer darum, da wo man gerade ist, zu schauen, okay, wie kann ich gut damit umgehen. Und wenn es dich persönlich gerade stört, dann setz dich auf den großen Boden und schau, wie du da rauskommst. Und wenn du es selber nicht schaffst, dann hoffentlich über Freunde, Familie, Bekannte, irgendwelche Einrichtungen wieder helfen. Weil das haben wir in Deutschland und es ist schön. In diesem Sinne, lieber Beni, danke für das angenehme Gespräch. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, obwohl du auch hättest jetzt arbeiten können, um Geld verdienen zu können und was weiß ich was.

SPEAKER_01

Heute ist Feiertag.

SPEAKER_00

Liebe Zuhörer, ich hoffe, ihr habt das ein oder andere mitgenommen. Ich werde irgendwann demnächst berichten, wie es bei mir mit Budgets läuft. Und ich freue mich dann zu hören von euch in den Kommentaren oder weil jemand Kommentare schreibt und ich weiß, dass mich hauptsächlich meine Freunde hören, dann erzählt mir das einfach. Genau. In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal. Tschüss.

SPEAKER_01

Tschüss. Vielen Dank, Fabi.