Stammtisch MAMA

Jenny Seth - Folge 9

Andrea Stutz

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 42:48

In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Jenny, ganzheitliche Therapeutin und Mama von zwei Mädels.

Jenny nimmt uns mit auf ihre persönliche Reise ins Mamasein, eine Reise, die ganz anders verlaufen ist, als sie es sich ursprünglich vorgestellt hatte. Wir sprechen darüber, wie sich Erwartungen und Realität oft stark unterscheiden und welche Herausforderungen das Mama-Leben mit sich bringen kann.

Ein zentrales Thema dieser Folge ist die Rektusdiastase. Jenny erzählt offen von ihrer eigenen Erfahrung: Nach der Geburt war sie selbst betroffen, wusste aber zuerst überhaupt nicht, was in ihrem Körper passiert. Erst eher zufällig wurde sie darauf aufmerksam und dann begann ein neuer Weg.

Was sie schnell gemerkt hat: Es gibt kaum verständliche Informationen dazu und nur sehr wenige Menschen, die wirklich wissen, wie man mit einer Rektusdiastase sinnvoll umgehen kann. Viele Frauen fühlen sich damit ziemlich allein gelassen.

Heute begleitet Jenny andere Mamas auf ihrem Weg und zeigt, dass es sanfte Möglichkeiten gibt, den Körper zu unterstützen und dass eine Operation wirklich nur der allerletzte Schritt sein sollte.

Eine Folge voller Ehrlichkeit, Aha-Momente und wertvoller Impulse für alle, die mehr über ihren Körper verstehen und lernen möchten.

SPEAKER_01

Hey hey, schön, dass du hier bist. Bei Stammtisch Mama. Vielleicht kennst du diese Fragen. Warum fühle ich mich als Mama manchmal leer? Warum bin ich oft so weit weg von dem, was ich mir eigentlich wünsche. Für mich, für meine Kinder. Hier geht es nicht um Erziehungsdienst. Hier geht es um dich. Um echte Eltern, die sich auf den Weg gemacht haben. Zu sich selbst. Lass dich berühren von tiefen Gesprächen und ehrlichen Geschichten. Weil echte Veränderung nicht im Außen beginnt, sondern in uns. Und weil du ein Vorbild bist für deine Kinder, für die Zukunft. Herzlich willkommen, liebe Jenny, dass du heute Gast bist im Podcast Stamtisch Mama. Eine Mama, die, wie wir jetzt dann von ihr, von ihrer Geschichte hören, auch ihre eigenen Geschichten hat zu erzählen. Und sie ist auch, wie ich, Interviewerin im Podcast, nämlich in ihrem eigenen Podcast, der heißt ungefiltert weiblich. Da lohnt es sich mal reinzuhören, auf jeden Fall. Auch ist Genikotherapeutik für Frauen. Thema Rectusdiastase, das ist ja wirklich ein großes Thema, das mich auch beschäftigt hat nach den Geburten, wo immer noch wenig darüber gesprochen wird. Einerseits und andererseits auch was zu tun ist oder nicht zu tun ist. Und da steigen wir ein. Liebe, liebe Jenny, herzlich willkommen.

SPEAKER_00

Liebe Andrea, vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr. Genau. Ja, Thema Rektusdiastase ist definitiv ein ganz, ganz großes Thema, was jetzt in den letzten, ja ich würde fast sagen, schon so dreieinhalb Jahren mehr Raum und Sichtbarkeit gewinnt. Aber damit eben auch ganz viele Themen, die ja einfach die Mamas absolut verunsichern.

SPEAKER_01

Genau, es gibt so diese Unklarheiten. Man weiß jetzt nicht, eben Bewegung oder kann man da was tun? Wie weit kann ich selber was tun? Brauche ich da Unterstützung und und und. Genau, vielleicht kriegen wir dann noch einige Antworten. Jetzt aber direkt zuerst, nämlich zu dir. Wer bist du heute? Wir sprechen ja jetzt vom jetzt, im jetzigen Moment, gehen dann später vielleicht noch zurück, genau, zum Anfang des Mamaseins. Aber wer bist du heute? Familie, Kinder, eben diese Arbeit, die du tust, du darfst deine Bühne, genau, du darfst sprechen.

SPEAKER_00

Genau, ich bin Jenny. Ich bin 42 Jahre alt und Mama von zwei Kindern, momentan noch 15 und 9. Das wechselt jetzt dann gerade Anfang des Jahres. Also ich habe sozusagen schon recht große Kinder, auch einen Teenager zu Hause, was eben das Mamaleben nochmal anders macht. Also ich merke, dass ich heute definitiv komplett einen anderen Alltag habe als jetzt noch vor ein paar Jahren, wo die Kinder wirklich noch kleiner waren. Und ich bin ganzheitliche Therapeutin für Frauen. Also ich bin ganz ursprünglich gelernt Physiotherapeutin, habe da damals aber relativ schnell gemerkt, dass mir das viel zu wenig ist, weil der Körper oder der Mensch nicht individuell betrachtet wird. Und ich merke auch in meiner Arbeit, so wie ich auch heute arbeite, und ich arbeite nur noch mit Mamas tatsächlich, seit acht Jahren jetzt. Einfach Thema Rectusdiastase, aber auch wirklich Mamas wieder ins emotionale, aber eben auch ins körperliche Gleichgewicht zu bringen, dass da einfach eine Balance entstehen kann. Weil ich selber bei mir gemerkt habe, wie krass dieser Mama-Alltag eigentlich ist, wie der an unseren Kräften zerrt und gerade wenn körperlich wirklich was nicht irgendwie in Ordnung ist, dass das nochmal mehr Energie zieht. Aber ich habe auch Mamas, die haben, also ganz ehrlich, jede Mama hat irgendwelche körperlichen oder emotionalen Themen. Also das habe ich auch gemerkt, dass ich habe noch nie eine Mama gehabt, die sagt, bei mir ist alles fein. Also das gibt es auch, das ist dann aber oberflächlich und in der Tiefe merkt man, naja, okay, alles klar, da gibt es dann doch einiges. Nicht ganz so ehrlich, oder? Ist dann eben nicht ganz so ehrlich. Warum auch immer, Selbstschutz, was auch immer, oder es gibt ja ganz viele Sachen. Aber dass ich wirklich so für mich gemerkt habe, hey, weil ich eben auch selber eine Rektusdiastase hatte, die sieben Jahre unerkannt war, und ich als Therapeutin damals dann, also als es dann so ein Zufallsbefund war, dachte ich, krass, okay, wenn ich als Physiotherapeutin dieses Bild nicht mal auf dem Schirm habe, dann hat das auch kein anderer. Weil es eben keine, es ist kein Thema in der Ausbildung. Das kommt nicht dran. Das kommt teilweise nicht mal bei Hebammen dran. Also ich arbeite mit Hebammen zusammen, die sagen, oh, habe ich noch nie gehört. Und Frauenärzte eben auch nicht. Und das ist so, wo ich damals gemerkt habe, durch meinen eigenen Leidensweg, habe ich gemerkt, krass, okay, das hat ganz viele Frauen, das haben ganz viele Frauen in meinem Umfeld. Und dadurch, dass ich ja schon mit Mamas gearbeitet habe und mit Frauen, habe ich gemerkt, ach krass, okay, du hast es auch, du hast es auch, du hast das auch. Und deswegen arbeite ich heute so, wie ich heute arbeite, weil ich merke, dieses Thema Frauengesundheit ist einfach noch so wenig sichtbar. Und mir ist es so wichtig, dass es einfach auch an die Öffentlichkeit kommt.

SPEAKER_01

Mega cool, mega cool. Weil es ist wirklich noch was Wichtiges, oberflächlich wissen wir viel. Aber da gibt es noch so viel mehr, genau, was jetzt, wie du sagst, an die Öffentlichkeit oder in die Welt raus darf, oder?

SPEAKER_00

Ja, absolut.

SPEAKER_01

Wo wohnst du, Jenny? Ich weiß es genau. Aber du darfst es genau so dazu hören.

SPEAKER_00

Ich bin auch in der Schweiz, ich bin in Basel. Jetzt mittlerweile seit seit 2009, seit 16, jetzt fast seit 17 Jahren.

SPEAKER_01

Ah ja, wow. Du oder ihr seid mitten in Kindern, oder? Ja, genau. War das so ein Anfang oder beim ersten Kind bei dir?

SPEAKER_00

Tatsächlich ja, weil in der Schweiz, du kennst es vermutlich selbst, du gehst ja nach drei Monaten wieder arbeiten. Und damals war das wirklich auch für mich, ich bin recht frisch, also meine Tochter, meine Große, ist 2010 auf die Welt gekommen. Ich 2009, Anfang 2009 in die Schweiz ausgewandert, relativ schnell schwanger geworden, habe auch damals noch, klar, in meinem Arbeitsumfeld, bin damals in eine Praxis gekommen, wo ich eben Schwangerschaftsvertretung ursprünglich machen sollte. Ich war dann einige Jahre da. Und habe dann aber gedacht, okay, ja, wenn man hier nach 90 Tagen wieder arbeiten geht, dann ist das so. Und mein damaliger Arbeitgeber hat mir auch nicht irgendwie großartig eine Wahl gelassen. Und rein finanziell war es auch nicht möglich zu sagen, okay, ich bleibe jetzt hier einfach mal weg, weil ich es auch einfach nicht wusste, wie sowas funktioniert. Ich meine, mittlerweile weiß ich, dass ganz viele Frauen wenigstens auch ein Jahr zu Hause bleiben, aber weil die halt ein anderes Setting haben.

SPEAKER_01

Genau, genau, das planst du ganz anders.

SPEAKER_00

Das planst du komplett anders. Und so bin ich damals nach meiner ersten Schwangerschaft dann nach drei Monaten wieder arbeiten gegangen. Das war echt die Hölle. Also ich habe lange gestillt und habe wirklich in dieser ersten Zeit, also es war so krass irgendwie gestillt, dann ist in der Mittagspause mein Partner nach Hause gekommen, ich bin arbeiten gegangen, zwei Stunden, um dann wieder nach Hause zu gehen, zu stillen. Und damit ich dann am Abend nochmal gehen kann. Damit ich gerade mal so vielleicht vier Stunden am Anfang auf die Reihe kriege zu arbeiten. Also wenn ich mir das heute überlege, was wie krass das eigentlich war, ja, ich verstehe das total, total, genau.

SPEAKER_01

Das ist total verrückt. Genau, eigentlich ist das, genau. Ich weiß nicht, ob es ein Wort gibt, aber unmenschlich.

SPEAKER_00

Es ist ein krankes System einfach. Genau.

SPEAKER_01

Ziemlich unmenschlich, aber jeder tut es und man hat nicht anders überlegt, dass es noch anders gehen könnte, oder? War dann einfach so und man war da drin und.

SPEAKER_00

Genau, man hat sich irgendwie arrangiert und es ging auch, aber.

SPEAKER_01

Genau, es geht ja immer, oder?

SPEAKER_00

Ja. Aber so im Nachhinein habe ich gemerkt, wie krass mein Körper eigentlich auch dann darunter gelitten hat. Also ich habe so die Quittung habe ich dann wirklich nach meiner, also eigentlich schon während meine Kinder sind sechs Jahre auseinander und ich habe schon während, also während diesen ersten sechs Jahren gemerkt, dass mein Körper einfach nicht mehr der ist, wie er vorher war. Und ich habe viele gesundheitliche Probleme gehabt. Und nach der zweiten Schwangerschaft habe ich dann einfach so direkt die Quittung gekriegt. Also ich habe gemerkt, okay, das, was ich damals gemacht habe, das möchte ich nicht mehr. Ich war schon eine Weile in der Schweiz, habe gemerkt, all die anderen Mamas machen das so. Ich konnte damals, ich hatte dann damals die Stelle gewechselt und durfte dann da auch mir ein halbes Jahr sozusagen unbezahlten Urlaub nehmen, was ja eigentlich auch total krass ist, weil es ist kein Urlaub, es ist so ein Irwitz. Aber ich habe damals gemerkt, okay, nee, ich kann nicht nach diesen 90 Tagen wieder arbeiten gehen, habe mir bewusst eine Auszeit genommen, bin dann wieder arbeiten gegangen und habe aber relativ schnell gemerkt, dass das nicht funktioniert, weil die Kleine sehr, also sehr viele Bedürfnisse hatte, nach Nähe schlecht geschlafen hat. Also ich habe irgendwie das erste anderthalbe Jahr fast überhaupt nicht geschlafen, teilweise bis zu 20 Mal Stillen in der Nacht und also wirklich crazy. Und habe einfach dann, als ich angefangen habe, ich weiß noch, es war im August, die Groß ist damals in die Schule gekommen, dachte ich, wäre ein geiler Zeitpunkt. Große geht in die Schule, ich gehe wieder arbeiten, hat nicht funktioniert, hat überhaupt nicht funktioniert. Und daraufhin habe ich dann wirklich auch meine Stelle damals gekündigt und habe gesagt, ich kann nicht.

SPEAKER_01

Also ich bin einfach diese Entscheidung, oder? Weil man denkt, irgendwie schaffe ich es schon, oder? Und dann boxt man sich da durch und es wird nur schlechter, oder?

SPEAKER_00

Ja, ja, absolut. Und ich glaube, wäre es mir damals nicht so schlecht gegangen, hätte ich diese Entscheidung mit der Kündigung tatsächlich nicht getroffen. Aber es ging einfach nicht.

SPEAKER_01

Du warst an einem Punkt, ja.

SPEAKER_00

Ich habe ein sehr gutes Gedächtnis und ich habe aber gemerkt, ich habe da irgendwie, ich habe teilweise Patientenkarteien in der Hand gehabt und dachte, ah, es ist das erste Mal, ah nee, hast du schon dreimal behandelt, okay, keine Ahnung, weiß ich nicht, was ich gemacht habe. Und ich war damals auch in einer leitenden Position und habe auch gemerkt, ey, das geht nicht. Ich kann hier keine Verantwortung für irgendjemanden übernehmen, weil ich nicht mal Verantwortung für mich selbst übernehmen kann momentan.

SPEAKER_01

Wow, aber mega Wahrnehmung, weil eben, man muss wirklich diesen Punkt ankommen, dass man das wahrnimmt, oder? Eben, weil wir immer drüber gehen und weiter und passt schon und geht schon und irgendwie schaffen wir das, oder?

SPEAKER_02

Ja.

SPEAKER_01

Und wie hat es sich bei dir dann gewendet? Oder wie kann, also am Anfang ist ja noch nicht ein Riesenunterschied, aber es hat sich dann wahrscheinlich was bewegt, oder? Durch diese Entscheidung, die du kennst.

SPEAKER_00

Genau, genau. Also ich habe tatsächlich, also ich arbeite einfach super gerne, ich liebe meinen Job und ich habe auch relativ schnell gemerkt, ich bin jetzt keine Mama, die die ganze Zeit zu Hause ist und darin aufgeht. Also ich war da wie so wie so zwiegespalt. Auf der einen Seite habe ich gemerkt, hey, ich kann, ich will auf der einen Seite natürlich für meine Kinder da sein, aber ich möchte auch für meinen Beruf, für meine Berufung da sein. Und habe relativ schnell auch gemerkt, hey, nee, das geht irgendwie nicht. Ich kann nicht nur zu Hause sein, da fällt mir auch die Decke auf den Kopf. Und das macht mit meinem Energielevel noch krasser, als wenn ich irgendwie nicht geschlafen habe und auf Arbeit gehe und da irgendwie Menschen begleite. Und habe dann einfach angefangen, einen Rückbildungskurs zu geben, wo ich eben mein Kind mitnehmen konnte und eben die Mamas auch ihre Kinder dabei hatten. Und das war irgendwie so, wo ich gemerkt habe, hey, ich kann arbeiten, aber halt nicht so dieses von außen vorgegebene sozusagen, weil ich es auch immer schlimm fand. Weil Kinder wären krank. Es ist einfach so, gerade wenn die auch mit irgendwie so klein in die Kita gesteckt werden. Das ist also, was wir unseren Kindern da auch schon für einen krassen Druck auferlegen, dass die so klein schon irgendwo fremdbetreut sind. Und ich finde Fremdbetreuung nicht schlimm. Aber für viele ist es einfach ein wahnsinniger Druck, weil auch so ein Zeitplan dahinter steht. Und ich fand es damals schon immer mega schlimm, wenn ich auf Arbeit angerufen habe oder anrufen muss und sage, ich kann halt nicht kommen, mein Kind ist krank. Und immer so dieses, ah ja, schon wieder, so. Und ich habe gemerkt, hey, nee, nach dieser Kündigung auch, ich möchte nie wieder zurück in dieses System. Weil ich möchte mich als Mama nicht rechtfertigen müssen, dass mein Kind krank ist. Weil alle anderen ihre kranken Kinder in diese Kita bringen, zum Beispiel. Also das ist ja so ein kollektiver Irrsinn, wenn man sich das mal überlegt. Wir sind ja alle im gleichen Boot und wir halten dieses System aufrecht, weil wir denken, dass wir das müssen. Und jeder hat diesen Struggle. Mein Kind ist krank, was mache ich jetzt?

SPEAKER_01

Und wir denken, wenn wir zur Arbeit gehen, tun wir das Richtige, oder? Ja. Und eigentlich genau, ja, genau. Anstatt für die Kinder da zu sein. Ja, wirklich das so. Paradoxisch.

SPEAKER_00

Ja, absolut.

SPEAKER_01

Ich kenne das jetzt auch, aber ich war auch da voll. Ich steckte da voll mittendrin und weiß jetzt auch, eben reflektieren, habe ich jetzt auch einige Dinge erkannt, wo ich jetzt auch anders machen würde, wenn ich nochmal zurückspringen könnte. Beziehungsweise es ist egal, es musste so sein und es geht weiter, aber vielleicht kann man eben durch solche Gespräche wie wir zwei oder mit deiner Arbeit da einfach die Augen öffnen und das meine ich jetzt liebevoll öffnen. Nicht du musst jetzt das genau gleiche denken wie wir oder ich oder du musst das gleiche denken, sondern nein, du kannst das aufnehmen, was für dich passt und anwenden in deinem Alltag. Nicht, weil ich es sage. Nein. Oder du genau es sagst, oder?

SPEAKER_00

Ja, ich sehe es eher auch wirklich immer so als Alternativen aufzeigen. Also wirklich so inspirieren, hey, es gibt nicht. Es gibt nicht den Weg, der richtig ist, sondern wichtig ist, dass jede Frau oder jede Familie für sich selber rausfindet, was ist mein Weg, der sich für mich gut anfühlt. Und das ist so individuell. Also ich habe auch Mamas, die sagen, ich bin froh, wenn ich mein Kind abgeben kann, ich gehe arbeiten, ich kriege zu Hause die Krise. Und es ist auch völlig in Ordnung. Es ist auch gut. Aber einfach so dieses darüber sprechen, hey, wenn du merkst, dass es dir oder in erster Linie auch deinem Kind nicht gut geht, weil ich immer sage, wenn dein Kind mega Bedürfnisse hat, sehr anhänglich ist, vielleicht auch sehr emotional immer aufgeladen ist, das hat einen Grund. Wenn du kein ausgeglichenes Kind hast, dann dürfen wir da hingucken, woran liegt das.

SPEAKER_01

Uns allen, der ganzen Familie, oder?

SPEAKER_02

Ja.

SPEAKER_01

Also ich habe es jetzt schon ein bisschen mitverfolgt oder zusammengebaut. Wie bist du jetzt eben zu deiner Arbeit gekommen? Eben eigentlich über diese Physiotherapie heute, wie du warst, ursprünglich oder gelernt hast, hat sich das so weiterentwickelt, oder?

SPEAKER_00

Genau. Also das, was ich heute mache, hat wirklich angefangen mit mir selber, dass ich nach der ersten Schwangerschaft, nach der ersten Geburt, also ich habe schon immer seit meiner Jugend immer Migräne gehabt, immer Nackenverspannung. Und danach ging es weiter, dass ich wirklich extreme Rückenschmerzen hatte, teilweise auch Hüftschmerzen, nicht gut laufen konnte. Also ich war körperlich echt in einer schlechten Verfassung. Und nach der zweiten Geburt ist das, also es war schon die zweite Schwangerschaft, war schon für mich voll der Horror. Also das ist Symphysenschmerzen, alles. Also ich konnte teilweise nicht schlafen, nicht laufen, einfach weil ich so Schmerzen hatte. Und nach der Geburt war es dann irgendwie nochmal schlimmer. Und ich war schon.

SPEAKER_01

Hast du Rückenschmerzen?

SPEAKER_00

Genau, also wirklich Rückenschmerzen, Hüftschmerzen, dann irgendwie permanent Kopfschmerzen, Dauermigräne. Und ich war zwischen den beiden Schwangerschaften schon regelmäßig in Therapie, in allen möglichen. Also ich habe alles Mögliche ausprobiert, damit es mir irgendwie besser geht. Und es ist aber nie besser geworden. Und nach der zweiten war es dann eben noch schlimmer. Und dann bin ich durch eine gute Freundin und auch Kollegin, die ist auch Physiotherapeut, ich habe damals mit ihr die Ausbildung gemacht, bin ich in eine Weiterbildung gekommen, weil sie meinte, hey, wollen wir nicht mal wieder was machen? Und ich meinte, es ist mir eigentlich egal, was wir machen, such du was raus. Und sie hatte damals Pränatalsport rausgesucht. Also wirklich Sport in der Schwangerschaft. Und dann waren wir da in dieser Weiterbildung. Und die Dozentin meinte damals, ja, passt mal so ein bisschen auf, bei den Schwangeren so rückengerecht und eben auch so Diastasegerecht, wirklich über die Seite, Aufstehen, hinlegen. Und dann war irgendwie so bei diesen ganzen Teilnehmern so, hä, sie ist ja eine Rektusdiastase. Und es hatte irgendwie nur zwei Leute, haben das in diesem Kurs gehört gehabt. Und es war eine Hebamme und eine Therapeutin. Und da ist sie damals rumgegangen und hat eben so abgetastet und meinte dann bei mir so, du weißt schon, dass du eine Rektusdiastase hast. Ich so, nee. Und da ging das los, dass ich dachte, ah krass, ja, weil ich habe es dann selber getastet. Weil ich habe nach den beiden Schwangerschaften, weil es beides mal ein Kaiserschnitt war, der nicht gewollt war und ich habe so Mühe da gehabt, ich habe auch meinen Körper überhaupt gar nicht mehr. Ich habe immer ein Unterhemd getragen, ich habe meinen Bauch auch gar nicht angeguckt und also ich habe das völlig ausgeblendet. Und dann dachte ich, ach krass, jetzt weiß ich, was ich habe, bin zurück in die Schweiz und habe gegoogelt, ah, wer macht direkt das Diastase? Da habe ich eine Physiotherapie gefunden, damals in Basel, die das machen oder die das gemacht haben, und dann war ich dort und die haben es überhaupt, also was die damals für Übungen mit mir gemacht haben, die haben einfach keinen Plan gehabt. Die hatten einen schicken Blogartikel über Ricktus Diastase, aber hatten in der Praxis niemanden, der sich wirklich damit ausgekannt hat. Und ich habe nach drei Sitzungen die Therapie dort abgebrochen, weil es mir hinterher noch viel schlechter ging. Also da habe ich wirklich einfach Sit-Ups gemacht, Crunches, Planks, alles, was ja die Körpermitte wieder gut stabilisiert. Ja, ja. Und habe dann angefangen zu recherchieren, okay, was kann ich machen? Und habe halt relativ schnell im Internet gemerkt, es ist so, es geht so weit auseinander. Von dieser Übung musst du unbedingt machen zu, um Gottes Willen, mach ja nicht diese Übung.

SPEAKER_01

Genau. Und was sieht, oder?

SPEAKER_00

Und was soll ich machen? Und hab dann für mich selber geguckt, okay, was fühlt sich gut an, was kann ich machen? Und habe damals einfach nur für mich selber, habe ich halt gedacht, Weiterbildung selber zur Rectus-Diastase-Therapeutin gemacht. Um einfach für mich wieder zurück in meine Mitte zu kommen. Und habe aber, wie gesagt, relativ schnell damals gemerkt, okay, krass, das betrifft so viele Frauen, die zu mir in die Praxis kommen oder auch die Mamas in meinem Umfeld, dass ich damals auch bei dem Rückbildungskurs, wo ich gemerkt habe, okay, krass, Das Thema ist riesig und keiner hat eigentlich irgendeine Ahnung. Ja, niemand versteht es wirklich, oder? Nein, niemand versteht es wirklich, ja. Und damals war es auch wirklich, dass die Ärzte es noch nicht gewusst haben. Also mein Frauenarzt hatte damals keine Ahnung davon. Krass, krass.

SPEAKER_01

Echt? Ja. Wundervoll hast du dich genau dem Thema gewidmet. Und nächstes jetzt nach außen. Ganz zurück nochmal. Also du das erste Mal Mama wurdest mit deinem Sohn, oder? Zwei Töchter. Hast du zwei Töchter? Ja. Wieso komme ich jetzt zu, keine Ahnung. Kommt mir jetzt ein Sohn, genau. Deine erste Tochter, die jetzt 19 ist, oder noch? Nein, sie wird 16. Was habe ich jetzt? Entschuldige. Alles gut. Die wird jetzt 16. Also. Vor 16 Jahren, genau. Als du Mama wurdest. Wie war das für dich? Man kann sagen, es ist eine Riesenumstellung. Wie war das für dich, diese Umstellung?

SPEAKER_00

Also recht krass, die krasseste Umstellung meines Lebens, definitiv. Ist auch immer so faszinierend. Man hat ja immer so Vorstellungen im Kopf, wenn man so selber Mama ist, wie das dann alles so wird. Kann ich sagen, hat überhaupt nicht so, ist nicht so eingetreten. Also das habe ich so echt für mich gemerkt, okay, es braucht unheimlich viel Flexibilität. Du kannst nichts planen. Und ich bin eine, die gerne plant und alles irgendwie gerne so strukturiert und kontrolliert. Habe ich gemerkt, mit Kind funktioniert es einfach nicht. Hat mich natürlich, also es ist natürlich mega, wenn du dadurch irgendwie so lernst, so eine Flexibilität dann irgendwie auch in dein Leben einzuladen, weil es wirklich entspannter ist tatsächlich, als wenn man alles so irgendwie getaktet hat. Aber war ein krasses Learning, definitiv. Also es hat mich definitiv zu einer anderen Frau gemacht. Also das kann ich wirklich so sagen. Ich glaube, ich wäre ganz anders unterwegs, wenn ich keine Kinder hätte. Aber es ist einfach eine krasse Herausforderung. Man lernt sich selber oder ich habe mich selber nochmal ganz anders kennengelernt. Auch gerade so Thema Wut. Ich habe irgendwie, ich bin ein sehr feuriges Zeichen tatsächlich und war aber nie so wütend in dem Sinne. Und habe dann aber auch wirklich gemerkt, so mit diesen Herausforderungen, gerade weil du als Mama halt auch viel allein bist und dann immer diese Verantwortung für einen Menschen hast und aber gar nicht selber zu den Dingen kommst, die du irgendwie geplant hast. Deine Bedürfnisse werden irgendwie nicht befriedigt und alles. Ich habe gemerkt, dass ich sehr, sehr viel Wut in mir auch hatte. Und dann kommt natürlich so dieses: Oh mein Gott, wo kommt denn das her? Das darfst du ja auch nicht, weil ja, das Thema Wut, auch gerade bei Frauen in der Gesellschaft, ist ja auch überhaupt nicht anerkannt. Also das ist ja auch so ein absolut krasses Tabuthema, du darfst nicht wütend sein. Männer können sich anschreien, die können sich irgendwie gegenseitig verbrügeln und das ist irgendwie völlig normal. Aber wenn eine Frau mal laut wird, dann ist sie gleich zickig und dann hat die irgendwie ihre Tage und dann hat die ihr Leben nicht im Griff und dann ist die fundamental unzufrieden. Also tut man das ja alles irgendwie deckeln. Und ich habe ganz lange gemerkt, irgendwie, dass ich das Gefühl hatte, mit mir ist irgendwie was nicht richtig, weil alle anderen kriegen das ja auch auf die Reihe und die sind nicht wütend und die sind nie schlecht gelaunt und die sehen immer top aus und haben immer Vollenergie. Und ich habe gedacht, ja, okay, irgendwie machst da irgendwie was falsch. Und habe aber dann, ja, irgendwas stimmt nicht. Und habe aber dann irgendwann wirklich auch, vermutlich auch weil ich selber Therapeutin bin und mich in ganz vielen Sachen auch wirklich so für mich einfach immer belese und weitergebildet habe, dass ich gemerkt habe, nee, mit dir ist nichts falsch. Das ist völlig normal. Es spricht halt nur keiner drüber.

SPEAKER_01

Ja, das tut wirklich niemand. Es ist immer auch, das wäre jetzt auch ein großes, genau, immer noch ein großes Tabuthema. Die meisten wissen gar nicht, wie mit dieser Wut umgehen, oder? Absolut, ja. Mega. War das einer deiner größten Erkenntnisse, jetzt so als Mama im Alltag mit Kindern? Oder gibt es da noch was, was du sagst, diese Erkenntnis? Oder eben auch natürlich jetzt mit der Rectus, diease eben diese Wut. Hast du noch was? Oder sind das so diese Dinge, die du sagst, die sind schon ziemlich krass, die waren wirklich so diese Shifts, genau, in meinem Leben.

SPEAKER_00

Definitiv. Und auch wirklich so dieses, dass unser Körper, der zeigt uns immer, dass was nicht stimmt. Also wir haben nie irgendwelche körperlichen Symptome, weil der einfach gerade mal Langeweile hat, sondern weil er zeigt uns klipp und klar, hey, da müsstest du mal hingucken, da darfst du was anderes machen. Also ich habe wirklich, ich meine, schon mal alleine diese Tatsache, dass wir in uns Leben heranreifen lassen können. Also das ist schon mal richtig krass. Also das habe ich auch gemerkt. Auch wirklich als die Kinder, also schon im Bauch. Du hast die Kinder im Bauch und das ist so surreal irgendwie. Das ist so völlig, du spürst die anders, aber du kannst es wie nicht fassen. And auch beide Male, wo ich dann meine Mädchen in der Hand hatte, and ich dann gedacht, krass, wie waren die denn da drin? Da habe ich schon immer gecheckt, krass, unser Körper ist so ein Wunderwerk. Das ist so verrückt, was da möglich ist. Auch mit der Geburt und also so alles drumherum. Also da habe ich schon schon gemerkt, sonst war der Körper immer so ein Tool in der Therapie, da musst du diese Schmerzen behandeln. Das habe ich immer ganz anders wahrgenommen, den Körper. Und wirklich so durch die Schwangerschaften habe ich so das erste Mal gespürt, okay, krass, wie verrückt ist eigentlich dieses System hier? Und dann eben durch meine Symptome wirklich auch gemerkt, hey, hey, unser Körper spricht mit uns. Diese Verbindung zu deinem Körper. Und das ist nichts, was irgendwie stört, was irgendwie uns nerven sollte, sondern was uns einfach hellhörig werden lassen sollte. So dieses Bewusstsein, weil unser Körper ist das Wichtigste, was wir haben. Weil wenn der nicht funktioniert, dann funktioniert alles andere nicht. Und viele denken hier oben im Kopf, der Geist, der niemals still steht, der ist der Motor, der alles antreibt. Aber das ist totaler Schwachsinn. Weil wenn der Körper nicht funktioniert, dann kann der Geist direkt mal gehen. Weil da funktioniert nämlich dann auch nichts mehr.

SPEAKER_01

Mega. Du sagst das genau, du triffst es genau auf den Punkt. Ja. So ist es genau. Kann nur bestätigen aus eigener Erfahrung und Erkenntnissen, dass es genau so ist.

SPEAKER_00

Ja, und das finde ich halt auch, das ist auch das, warum ich die Arbeit so mache, wie ich sie mache, um da mehr Bewusstsein reinzukriegen. Weil wir es halt auch nie lernen. Man kann nicht mal irgendwie den Frauen irgendwie böse sein, jetzt mal ganz plakativ gesagt, weil woher sollen die das wissen? Das ist nie Thema. Unser Körper ist nie Thema. Unser Körper ist in der Schule Thema Sport, Leistung bringen. Das war's.

SPEAKER_01

Ja, und sonst wird eigentlich alles weggedrückt. Ja, nicht fühlen, eben nicht wütend sein, nicht. Ja, auch das sind die sexuellen Themen, oder?

SPEAKER_00

Die sind auch so alles mit Charme und Ja, nicht zu viel und einfach funktionieren, genau, einfach stillsitzen, funktionieren und Wissen da oben reinbringen und Körper völlig vernachlässigen. Du bist eigentlich abgeschnitten von all dem, die haben was von dem ganzen Feld.

SPEAKER_01

Ja, Jenny. Lieben Dank. Das war mega. Und so wertvoll. Hast du zum Schluss noch was Wichtiges für die Mamas? Also es war schon unglaublich viel Wichtiges mit dabei jetzt in den letzten Minuten. Aber so abschließend noch was kannst du noch mitgeben, teilen? Von wirklich von deinem Kern, von dir.

SPEAKER_00

Also vielleicht, ich weiß nicht, du wolltest vorhin noch so ein bisschen mehr von der Rectusdiastase, weil ja so viele Frauen so verunsichert sind. Was ich damit geben kann, es gibt nicht die eine Übung, die für alle funktioniert. Also das ist so wirklich dieses, lasst euch nicht verunsichern, weil jetzt die Übung, die im Internet irgendwie ausgeschrieben ist, als die Non-Plus-Ultra-Übung gilt, es ist einfach nicht so. Sondern der Körper ist so, so individuell und die Frauen stehen ja auch an ganz unterschiedlichen Punkten und die haben ganz unterschiedliche Voraussetzungen. Und Ziel ist immer zu gucken, was passt individuell für die Frauen und was funktioniert da auch. Und das ist nicht mal nur auf Rektusdiastase bezogen, weil Rektusdiastase kann man immer heilen. Also ich habe noch nie eine Frau gehabt, wo es nicht funktioniert hat. Und ich sage mal, OP ist nicht die erste Wahl. Auch wenn das jetzt so in letzter Zeit einfach dadurch, dass das Thema sichtbarer wird, was auf der einen Seite gut ist, ja, aber natürlich auch von diversen Ärzten plötzlich so von wegen, yes geil, wir haben irgendwie eine neue Marktblücke gefunden, lass uns mal gerne. Eine OP ist wirklich der letzte Schritt. Also das ist mir auch ganz wichtig zu sagen, weil ich ganz viele Frauen habe, die beim Arzt waren und sagen, ja, da hilft eh nur eine Operation, ist absoluter Schwachsinn, weil das meistens viel mehr Belastung für den Körper mit sich bringt. Als einfach eine gezielte Therapie. Und wirklich so dieses, egal was eine Mama spürt oder auch eine Frau spürt oder generell alle Menschen, wenn die spüren, hey, mit mir ist irgendwie, ich fühle mich nicht gut, da ist irgendwas, was sich nicht gut anfühlt, das ist immer richtig. Also unser Körper, unsere Seele spricht mit uns. Und nur weil irgendwie ein Arzt oder ein Therapeut keine Ahnung davon hat und davon noch nie gehört hat, dann heißt das nicht, dass man falsch ist, sondern einfach, dass der Gegenüber keine Ahnung hat. Und dass man wirklich auf seinen Körper hören sollte und dem wieder vertrauen sollte. Und ich weiß, es ist manchmal mühsam, wenn man irgendwie beim Arzt, beim Therapeuten und vielleicht nochmal bei einem Therapeuten oder bei einer Therapeutin war und es immer heißt, so, ja, keine Ahnung, ist eigentlich alles in Ordnung, Blutwerte sind top. Was auch immer, sie bilden sich das nur ein, weil das passiert ja auch schnell, dass man in diese Psychosomatik-Schiene abgeschoben wird, sozusagen. Aber steht für euch ein. Also wenn ihr was spürt, das ist richtig und das hat immer einen hohen Stellenwert.

SPEAKER_02

Ja.

SPEAKER_01

Ja, ein Fokus drauf lassen, weil davon auch Lösungen kommen, auch wenn es noch nicht, genau wenn ich es noch nicht sehen. Aber du findest dann immer Schritt für Schritt den richtigen Weg. Ja, genau. Was sind jetzt so, wenn man nicht genau weiß, was eine Rectusdiastase ist, was sind zum Beispiel Dinge, die du im Körper wahrnimmst? Kann man da gewisse Dinge aufzählen oder kannst du gewisse Dinge aufzählen, was man spürt, wenn vielleicht genau das, was er ist, oder?

SPEAKER_00

Genau, das ganz, ganz Klassische ist wirklich, dass es optisch oftmals sichtbar ist, dass Frauen einfach sagen, hey, mein Kind ist irgendwie jetzt schon ein Jahr und ich fühle mich immer noch, also mein Bauch sieht immer noch aus wie im sechsten Monat schwanger. Also so dieses Optische neben viele Frauen wahr, dann aber eben auch.

SPEAKER_01

Die Rectistiastas ist ja genau beim Bauch, genau, genau. Ich weiß es auch, aber genau, wenn man da das erste Mal macht.

SPEAKER_00

Genau, für alle, die es nicht wissen, unser Bauch, die geraden Bauchmuskeln, die sind mit einer Fascie verbunden. Also die sind nie ganz zusammen, sondern die haben so einen kleinen Abstand. Das ist die Fassie, damit eben auch in der Schwangerschaft zum Beispiel der Bauch einfach wachsen kann. Aber ich sage immer, wir kommen tatsächlich alle mit einer Rektusdiastase auf die Welt, weil ich weiß nicht, die, die so ein Babybild vor sich haben, wenn so ein Baby auf dem Rücken liegt und mit den Beinchen strampelt oder weint, die haben immer so Froschbäuche. Und die haben eben auch eine, weil die die Fascie nicht ganz zusammen ist sozusagen, sondern noch sehr gedehnt ist. Einmal durch die Haltung im Mutterleib, weil die sich ja ganz klein machen, dass die Organe da auch überall hinkommen, aber auch weil die super schnell wachsen im ersten Jahr. Und wenn man einfach von der Anatomie guckt, die Bauchmuskeln, die stabilisieren eigentlich unseren Rumpf, indem die unseren Brustkorb nach unten ziehen und unser Becken leicht nach oben ziehen. So dieser klassische Sixpack bei einem Bodybuilder, jeder hat diese Haltung, die stehen so nach vorn gebeugt. Die können sich nicht so richtig aufrichten, sondern die haben immer so ein Rundrücken, damit eben das auch sehr definiert ist. Und das macht eigentlich diese geradebauchmuskulatur. Und in der Schwangerschaft geht die halt auseinander. Also es geht auch bei Männern. Viele Männer, die einen Bierbauch haben oder so, haben auch eine Diastase. Nur das ist nochmal ein anderes Thema. Da guckt erst recht keiner drauf. Aber auch bei Männern. Ja, man kann sich eine antrainieren. Genau, es war vor ein paar Jahren, als ich angefangen habe mit Rechtus Diastase mich damit zu befassen, kam dann so drei, vier Jahre später, kam dann das Thema, je breiter der Spalt, desto sexier ist das. Also man kann sich wirklich eine Rektusdiastase antrainieren. Und in der Fitnesswelt, gerade wenn man schönes Six oder Eight Pack haben möchte, trainiert man das gezielt, damit das eben auseinander geht. So, aber eben, einmal nochmal, um zurückzukommen, was eigentlich so die Symptome sind, eben Rückenschmerzen ganz oft, aber auch viele Frauen haben wirklich so eine Ruminstabilität, die merken, hey, ich kann keinen Ballon mehr aufpusten, gerade Kindergeburtstag durch Ballon aufpusten, merken auch viele, wo sie dann sagen, hä, was ist denn da los? Das geht nicht, ich kriege da gar keinen Druck mehr drauf. Dann eben oft ein Blehauch, Verdauungsbeschwerden, oft wirklich auch Verstopfung. Dass sie merken, so, hey, ich kann irgendwie gar nicht mehr auf WC gehen, so richtig, weil halt auch einfach der Druck und alles, unser Korsett, das fehlt dann wie. Und dann hängt das alles so ein bisschen, sag ich mal, zu sehr in der Luft rum. Und unser Körper ist ja so ausgeklügelt, dass ja eigentlich alles miteinander funktioniert. Und wenn dann da halt plötzlich einfach auch die Spannung fehlt, tut sich halt wirklich auch auf die Verdauung auswirken. Oftmals auch wirklich Beckenbodenprobleme dann tatsächlich, so eine Inkontinenz oder auch einfach ein Druckgefühl nach unten, Schulternacken, Kopfschmerzen, haben auch ganz viele Frauen. Dann auch, dass sie so Kieferverspannung haben, einfach oder auch Knirs, Zähne beißen. Einfach weil unsere Mitte, das Becken und unser Rumpf, unsere Rumpfkapsel ist eine Einheit. Und wenn die nicht funktioniert, geht es halt nach oben und nach unten in unserem Körper. Also sind echt mega vielfältige Symptome, wo, oder auch immer, viele sagen immer, die gehen immer zum Chiropraktor, weil die immer sich das ISG blockieren. Das ist auch so ein ganz klassisches Phänomen. Das kommt selten nur vom ISG, sondern einfach, weil vorn die Spannung fehlt.

SPEAKER_01

Das heißt dann, das kommt dann einfach wieder im ISG, oder? Wenn es was anderes ist, oder als genau.

SPEAKER_00

Ja, genau. Genau, weil einfach das Becken der zentrale Punkt in dem Moment ist. Und wenn das nicht stabil ist, tut sich es halt wirklich.

SPEAKER_01

Ja, es sucht ja die Balance und wenn es die Balance hat, dann probiert es, diese Balance zu halten irgendwie und muss dann nach oben, wie du sagst, oder nach unten, oder?

SPEAKER_00

Genau. Weil unser Körper ist immer für uns. Der ist halt nie gegen uns und der ist immer für uns und der versucht mit diesen ganzen Kompensationsmechanismen einfach unseren Alltag zu realisieren. Wir laufen die ganze Zeit, wir sitzen, wir sind körperlich aktiv. Und der versucht das, durch diese ganzen Verspannungsmechanismen einfach eine Stabilität reinzubringen, damit wir unseren Alltag bewerkstelligen können. Eigentlich mega unserer. Ja, mega. Es ist so wirklich, es ist wirklich ein Wunderwerk. Es gilt halt, das irgendwie zu erkennen. Wahrzunehmen, zu erkennen. Mal hinzuschauen. Und halt nicht so dieses, boah, es heißt schon wieder Schmerzen, sondern, ah, ich habe Schmerzen. Woran kann es liegen?

SPEAKER_01

Mega, mega. Danke, Jenny. Danke, danke. Sehr, sehr gerne. Es darf raus und es darf geteilt werden, genau. Mamas. Nicht immer denken, es muss hart und schwer sein. Nein. Leicht gehen. Es darf leicht gehen. Wenn man das Verständnis hat eben zu dem Wissen kommt, das wir brauchen, das wir eben nie gekriegt haben, oder? Ja. Vielen Dank. Vielen, vielen Dank. Sehr, sehr gerne. Und ich wünsche dir alles Gute. Für das, was bei dir noch kommt. Ich spüre, du bist da auch mitten auf dem Weg. Und gehst weiter. Für dich, für deine Familie, aber auch für ganz, ganz viele andere Mamas. Ja, definitiv.

SPEAKER_00

Alles, alles Gute. Herzlichen Dank. Danke für die Einladung. Sehr, sehr gerne.

SPEAKER_02

Alles gut.

SPEAKER_01

Ciao. Danke, dass du heute dabei warst bei Stammtisch Mama. Ich hoffe, du konntest etwas mitnehmen für dich, dein Herz, deine Familie. Wenn dich etwas berührt hat, teile diese Folge gern mit anderen Mamas oder Papas, die sie vielleicht gerade brauchen. Und denk dran, du bist nicht allein. Du bist auf dem Weg und du machst das großartig. Bis zur nächsten Folge. Schön, dass du da bist. Alles Liebe und bis bald.