Das habe ich mir selbst erarbeitet

Klasse & Identität – Wie kann man von der eigenen Passion leben mit Meryem Ebru Öz

Caroline Season 1 Episode 7

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Meryem Ebru Öz ist 1997 in Hannover als Tochter türkischer Eltern geboren und studierte von 2017 bis 2021 Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Dieser Schritt war damals absurd für sie, denn Niemand in ihrer Familie macht etwas mit Kunst. Und auch, wenn sie heute bereits eine beachtliche Laufbahn vorweisen kann, musste sie viele Identitätskrisen dafür durchleben. Denn als sie anfing, gab es keine „Meryem's“ an deutschen Staatstheatern.

Sie hat in verschiedensten Filmen und Theatern gespielt, als Sprecherin gearbeitet und ihr eigenes Stück entwickelt. Heute ist sie festes Ensemble-Mitglied am Thalia Theater und verdient dort 3.700 Brutto. Ihre Miete in für 65m2 in Hannover beträgt ca. 920 Euro warm.

Ihr Nettovermögen beträgt ca. 15-20.000 Euro und der höchste Kontostand den sie jemals hatte waren ca. 20.000 Euro.

Im Podcast sprechen wir darüber, was es bedeutet von seiner Passion zu leben. Wie Geld und Begeisterung zusammenpassen und warum Kunst immer auch mit Klasse zu tun hat.

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SPEAKER_00

Ja, dann herzlich willkommen, Miriam. Schön, dass du da bist. Und hello zum Podcast Das Habe ich mir selbst erarbeitet, wo wir das Narrative vom Selbstgearbeitetenwohlstand auf den Prüfstand stellen. And I stell you for and then we're full. Miriam Ebru Öss is 1997 in Hannover as Tochter Türkische Eltern and studied from 2017 bis 2021 Schauspiel an der Hochschule für Musik and Theater in Hamburg. And this was absurd for you, then niemand in ihrer familie macht irgendwas mit Kunst. And auch when sie heute bereits eine beachtliche Laufbahn vorweisen kann, musste sie viele Identitätskrisen dafür durchleben. Denn als Mayhem anfing, gab es keine Meryams in deutschen Staatstheatern. Sie hat in verschiedensten Filmen und Theatern gespielt, als Sprecherin gearbeitet und auch ihr eigenes Stück entwickelt. Heute ist sie festes Ensemblemitglied am Thalia Theater und verdient dort 3.700 Euro brutto. Ihre Miete für 65 Quadratmeter in Hannover beträgt 920 Euro warm. Und ihr Nettovermögen schätzt sie auf 15.000 bis 20.000 Euro und der höchste Kontostand, den du jemals hattest, das waren 20.000 Euro. Miriam, die erste Frage, die ich allen immer stelle, ist, wie viel Bargeld hast du denn jetzt gerade im Portemonnaie? Also ich habe hier Portmonie.

SPEAKER_02

Da. So. Ich habe einen Cent, ich habe noch einen Cent. Ich habe zehn polnische, weiß ich nicht, wie das heißt. Du kannst nicht lesen. Und ich habe ein Dein, das ist gar nicht ein Penny, das heißt Dein. Ein Dollar, eine Penny quasi.

SPEAKER_01

American. Da steht Dein darauf.

SPEAKER_00

Okay, also du hast Kleingeld aus verschiedensten Nationalitäten.

SPEAKER_01

Genau.

SPEAKER_00

Ist das typisch für dich? Ist das stellvertretend für dein sonstiges Leben?

SPEAKER_02

Also Glückspenny habe ich immer unterschiedliche Nationalitäten auch. So wie so ein kleiner Urlaub, wenn ich so reingucke und dann so das so sehe in meinem Portemonnaie, ist immer so schön. Aber ich habe normalerweise auf jeden Fall so 50 Euro oder 100 Euro, weil mir das auch immer so beigebracht wurde. Vor allem, wenn ich alleine unterwegs bin, man weiß ja nie, wo ich bin und dass ich das mal brauchen könnte, dass ich dann Bargeld auf mir habe. Und auch wenn sich das so ein bisschen geändert hat, würde ich sagen, als in Hannover lebende Person braucht man da auch hier und da Bargeld. Aber ich bin gerade morgens bis fast abends immer auf der Probe.

SPEAKER_01

Und deswegen, ich bin gerade nicht so viel unterwegs oder gebe in dem Sinne viel Geld, glaube ich, auch aus.

SPEAKER_02

Deswegen hat sich das tatsächlich seit, ich glaube, schon ein, zwei Wochen nicht geändert. Interessanterweise, sehr unüblich für mich. Okay. Weißt du denn noch, ob und wie viel Taschengeld du bekommen hast? Ich habe kein Taschengeld bekommen, so richtig. Nee, so richtig nicht. Es war nur, ich habe gefragt und dann musste ich auch sagen, was und dann habe ich da viel Geld bekommen. Aber meine Mutter war eine Zeit lang viel unterwegs und so auch in der Türkei und so und war nicht da. Und dann hatte sie mir mal monatlich, glaube ich, so 100 Euro gegeben. Und das war aber dann so eine ganz große Diskussion mit meinen Geschwistern, die sich dann damit sehr unfair behandelt gefühlt haben. Ich habe denen versucht zu erklären, so meine Mutter ist halt nicht da und meine Mutter schon die hauptfinanzielle Einnahmenquelle der Familie gewesen. Und nicht mein Vater. Auch wenn wir beide auch gearbeitet haben, war meine Mutter die Hauptperson und die hat mir mal eine Zeit, ich glaube, das war so ein Jahr oder ein, zwei Jahre, hatte sie das mal gemacht. Genau, damit ich so eine Basis habe. Das hat mir eigentlich sehr geholfen, weil ich wusste, was ich ungefähr damit machen kann und konnte mir das dann so gut einteilen. Es war halt einfach immer nur sehr anstrengend oder sehr schon wie getan, weil das immer so in Relation zu meinen Geschwistern, die mir natürlich auch Geld gegeben haben. Also immer so unterschiedlich. Also die waren dann dabei oder so. Ich habe mal gefragt, ob ich für etwas 50 Euro bekomme oder ob ich von, wenn ich jetzt von als Kind rede, ein Euro bekomme. Damit war ich schon sehr glücklich, weil ich mir damit so eine bunte Tüte kaufen konnte. Und ich wusste, ich kann damit so 20 Sachen schon holen. Zwar waren es kleine Sachen, aber, oder so zwei Wassermelonen-Kaugummis oder so. Oder genau, so war das eher. Je nachdem, ne? Kind, Pubertät und dann hat sich das auch so ein bisschen geändert.

SPEAKER_00

Erinnerst du denn, weil du bei der Frage nach dem Bargeld im Portemonnaie, du gesagt hast, dass das auch ein bisschen von deiner Mutter kommt, dass du so das Gefühl hast, man sollte immer ein bisschen Bargeld in der Tasche haben. Erinnerst du dich noch an andere geldrelatete Mantren, sag ich mal? Also waren deine Eltern eher sparsam? War das irgendwie ein großes Thema? War es ein großes Thema, für was man Geld ausgibt? Also gab es da so bestimmte Sätze, die vielleicht, die du immer noch so mit dir rumbewegen sollst, irgendwie so, wow, das habe ich so mitgekriegt.

SPEAKER_02

Auf jeden Fall. Also was mir als erstes, also ganz viel auch auf Türkisch, ich muss mich daran erinnern, so richtige Atas Hösle, diese Sprichwörter einfach. Was bedeutet das? Atas Höslide sind so Volkssätze, diese Sprichwörter, keine Ahnung, was man dir nicht, ich kann es gerade auch nicht sagen, füge dem anderen nicht, bla bla bla, oder von sich auf andere ausgehen, immer diese ganzen Sätze. Und darüber muss ich nachdenken. Aber meine Mutter hat mir zum Beispiel gesagt, so nicht here, sondern wenn du etwas zum Beispiel kaufst oder zum Beispiel Klamotten, dann kauf's einmal richtig anders and trag for dein Leben statt so this fast fashion and so on. Wog das ja natürlich in der Pubertät keinen Sinn macht, weil dann is halt Eth not for three wooden in and HM hat dann halt für eine Woche, für fünf Euro halt Klamotten, die halt vor allem in der Pubertät, ist das ja voll wichtig. Da war das halt in und deswegen wollte ich das in dem Moment, auch wenn es so günstig war, mir das holen, weil sich die Mod ja sehr stark ändert und du immer sehr stark auch, es war ja voll wichtig, wie du aussiehst, auch in deinem Umfeld. Genau, aber was fällt mir noch dazu ein? Genau, wenn dann einmal und dann richtig, auf jeden Fall sparsam leben, nicht viel hier und da Sachen unnötig ausgeben, Geld beiseite tun, sparen. Auf jeden Fall bin ich so aufgewachsen, immer, immer sparsam und aber ich habe ja auch meine Geschwister gehabt, die mir dann auch nochmal Sachen so mitgegeben haben. Und das war tatsächlich unter meinen Geschwistern ganz unterschiedlich, weil meine Geschwister, meine Eltern zu unterschiedlichen finanziellen Phasen erlebt haben. Genau, das war auch nochmal unterschiedlich. Weil bei meiner Schwester war es so, das habe ich sie auch mal gefragt, warum bist du immer so entspannt, während ich so Angst träume bekomme von Armut und sowas, meinte sie, ja, weil ich habe unsere Eltern sehr wohlhabend und überhaupt nicht wohlhabend erlebt. Und es hat immer funktioniert. Also, oh, so the old, almost so. Wenn man es hat, funktioniert, wenn man es nicht hat, funktioniert es auch irgendwie. Und das fand ich so spannend, weil ich richtig geträumt habe davon, wie ich ihr so angeschrien habe und meinte: Warum bist du so entspannt? Wir sind doch von derselben Mutter und so. Und dann hat sie mir das mal so erklärt. Bei mir war es, glaube ich, ein bisschen anders. Bei mir und meiner Schwester, die fünf Jahre älter ist als ich, weil unsere Phase war schon so die Phase, genau, als meine Mutter krank wurde und einen Schlaganfall hatte, da war ich 13 oder 12. Und da ging es so bergab. Da wussten wir so, jetzt müssen wir voll aufpassen, weil es wird niemanden geben, die uns so auffangen kann, wenn es so hohe Kosten kommen oder irgendwelche spontan Sachen wie so Operationen, Zahnarzt, das ist ja oft so ein Ding, oder so Zahnärztinnen oder irgendwie so diese Themen, wo sie schon relativ früh so, dass ich sparen. Oder meine Schwester meinte, so geh nicht immer jeden Tag draußen essen, so ist auch mal zu Hause. Oder ich habe mal so Stift und Papier und so geholt mit der Freund von meiner Mutter. Und da war direkt wieder so erste Kommentar: Warum gibst du denn da viel Geld aus und so? Und da meinte auch die Freundin von meiner Mutter, oder ich stehe, meinte auch so, warum? Also sie will doch einfach, es ist doch schön, was sie hier geholt hat für sich. Das ist doch keine Verschwendung. Aber es war immer so, es muss wirklich was Sinnvolles sein. Also nicht hier einfach irgendwas holen.

SPEAKER_00

Genau, so ähnliche ich mich daran. Und erinnerst du dich, hattest du dann auch einen Nebenjob als Jugendliche dann irgendwann? Oder ich weiß nicht genau wann, mit welchem Alter?

SPEAKER_02

Ich habe schon mit 14 oder so, 13, 14 angefangen. Also ich habe erstmal so auf Oktoberfest, Schützenfest, gibt es ja ganz viele Hannover, Weihnachtsmärkte, auf Weihnachtsmärkten so Krebs verkauft. Ich habe zu Badam sind ja immer so wichtige Feiertage, weiß ich immer, dass ich da, da küsst man so die Hand von älteren Personen. Und als kultureller Brauch kriegt man halt Geld dafür, meistens 50 Euro oder 10, 20. Und das war für mich, ja, genau. Das ist ja auch ein gutes Geschäft. Das ist ein sehr gutes Geschäft. Ich weiß auch, wie ich so ein Männchen war und mein Onkel besucht habe und da saßen so gefühlt so acht Männer in einer Reihe. Ich persönlich finde es widerlich, so die Hand zu küssen, aber es ist ein kultureller Brauch. Aber ich mache das lieber mit Menschen, die ich kenne, wie zum Beispiel mein Onkel oder meine Mutter oder mein Vater. Das macht man immer so zu Begrüßungen oder bei so bestimmten Feiertagen oder so oder Hochzeiten. Das ist eigentlich ein sehr schöner Brauch, aber dann wird es halt nicht von irgendwie. Manchmal hält man die hand nur so an den Kin and an die Stirn. Manchmal can man auch mit dem Mund the hand kissen, but that's not gonna make an Stirn. It's Selbstständigkeit beigebracht. And Autonomität zu sagen, I need this and this and guess what umge. Da hat sich auch wirklich, auch andererseits, bin ich auch sehr frei aufgewachsen und haben sich jetzt nicht Leute eingemischt. Also ich habe dann schon so meine Sneakers geholt, wenn ich wollte. Ich bin tanzen gegangen, habe mir erstens so Tanzschuh geholt für oder so auch Marken oder Cappys und so. Das habe ich immer selbst entschieden. Und ich hatte halt das Glück, dass ich ja nicht nur Eltern hatte, sondern auch fünf Geschwister. Deswegen konnte ich auch mal zu meinen Geschwistern, die sind ja teilweise zwölf Jahre älter als ich, meine älteste Schwester. Genau. Und die ersten Jobs waren, würde ich sagen, erstmal so kulturell braucht, damit habe ich Geld bekommen. Dann Oktoberfest, Schützenfest. Und dann so richtig habe ich im Kaffee Karamell, das gibt es leider nicht mehr, in Hannover gearbeitet. Und das war auch sehr schön. Also Kaffee zu arbeiten, meine eigene Musik zu spielen, mein Geld zu verdienen, das war sehr, sehr schön. Und ich habe auch mit 15 oder 16 schon mein erstes Geld mit Theater verdient. Also das ist auch ganz wichtig, glaube ich. Ich habe das erste Mal, oder das war auch ehrlich gesagt der Grund, warum ich es dann auch wirklich auch weiter durchgezogen habe, weil ich einfach Geld damit verdient habe. Ich meinte, ich kann das, es macht mir Spaß und ich kriege verdiene sogar Geld damit. Und das war ja schon mit 15, 16 so, als es wurden so. Und da haben mich meine Freunde mich dazu über meine Freundinnen. Ich wusste nie davon, dann war es immer so, ja, Statisterie und so. Und dann habe ich da schon irgendwie auch pro Vorstellung Geld bekommen, für die Proben Geld bekommen. Und das war auf jeden Fall sehr, sehr lukrativ. Cool.

SPEAKER_00

Und war das dann so, weil du das zwischendurch mit den Sneakern erwähnt hast, waren das so Sachen, die dich motiviert haben, quasi Geld zu verdienen? Oder warum hast du dir die Jobs gesucht? Also, ne, so hattest du ein bestimmtes Ziel mit dem Geld oder war es auch so ein bisschen, man macht das einen, also man hat halt einen Job.

SPEAKER_02

Ich glaube einfach, meine Eltern haben es mir vorgemacht. Und meine, wir kommen aus einer sehr wirtschaftlichen Familie, so sehr Arbeiterfamilie, aber auch in der Türkei im Norden aus Samsung am Schwarzen Meer und man sagt so, dass so diese Dijadet, also so die Handelsgegend der Türkei, da wird viel gehandelt, sei es mit Bau oder Projektplaner, Bau oder Einzelhandel, ganz viel Einzelhandel. Und meine ganzen Geschwister, inklusive meine Eltern, die sich das ja natürlich dort autonomer beigebracht haben, haben das, haben meine Geschwister alle Einzelhandelssachen gelernt, Ausbildungen gemacht, Gastronomie, kaufmännisch, Bankkauffrau, Einzelhandelskaufmann. Genau, das waren so die was, das wurde mir so ein bisschen mitgegeben und ich fand das voll schön, es war auch voll angenehm. Also manchmal war es schon so, hatte ich schon keine Lust, so in der Kälte zu arbeiten, wo dann meine Hände so gefroren sind. Aber es war aber halt auch einfach normal. Da habe ich jetzt nicht so gedacht, ich könnte ja einfach ganz viel Geld bekommen für alles, was ich will. Ich muss hier gar nicht in der Kälte stehen und meine Hände abfrieren. Das waren dann nur so eher seltene Momente, wo ich dachte, aber ich habe zum Beispiel, als ich Krebs verkauft habe auf dem Weihnachtsmarkt, direkt am Bahnhof, sind halt meine Freunde vorbeigekommen. Es war dann so ganz süß und dann habe ich denen auch so Sachen gemacht. Oder es war auch sehr sozial, aber damit lernst du aber auch viel, schon und früh mit Menschen umzugehen. Oder auch damit umzugehen, wenn du das mal nicht machen willst und so. Genau, so.

SPEAKER_00

Und du hast ja darüber gesprochen, dass du viele Geschwister hast und dass mit einer Schwester du das eben oder aus heutiger Sicht quasi so unterschiedlich wahrnimmst oder ihr vielleicht unterschiedliche Wahrnehmungen zu Geld habt, im Sinne von, ne, so hat man jetzt eher so Angstgeld gegenüber oder die ist man jetzt spannend. Hast du denn als Kind oder Jugendliche, oder ich weiß nicht, wie viele Kapitel es da vielleicht auch gab, als in der Zeit sozusagen über Geld nachgedacht? Also war das quasi da schon ein Thema, dass man gemerkt hat, okay, wir haben vielleicht nicht so viel Geld oder es wird irgendwie viel über Geld geredet oder war das so ganz, hat man da gar nicht drüber nachgedacht, einfach weil genug da war. Wie hast du das so wahrgenommen aus deiner Perspektive?

SPEAKER_02

Es ist sehr abstrakt und sehr durcheinander, muss ich sagen, weil meine Geschwister waren auf jeden Fall auch, bestimmt auch eifersüchtig auf mich, ich natürlich auf sie auch, aber ich würde sagen, eher weniger, bis hin zu gar nicht. But es war schon so ein Ich krieg jetzt monthly Geld, was sie nicht toll finden. Aber andererseits sagten meine Schwester so, we konnten halt, we hadden einen Kiosk gehabt, also a türkischen Supermarkt. That was the golden era. Plus, we had unserence kiosk and so. And this was, darin sind sie einfach sehr affin. Und da merkt, das merke ich so in mir, dass ich das sehr mag. Dinge herzustellen, sie zu verkaufen oder damit so ein bisschen umzugehen. Not in einem Rahmen, wo es mich nicht überfordert. This can so viel machen, nachdem ich Schauspiel mache. But meine Geschwister haben mir auch erzählt, dass sie dann zum Metro fahren konnten anders, was sie wollen. Und das ist für mich so ein Traum. Das habe ich aber noch nie erlebt. Dafür haben sie ihre Eltern nie richtig, weil sie immer gearbeitet haben. And I think that when I dared, vermischen and love, which I have another art with me, weil sie then ruhiger and demütiger, so this is a Schlaganfall. Haben Sie ein bisschen Geld verwechselt? So, why do you think? Geld is often a thing, it's extra recherched, where these discussions in der Familie orbe and so. Often it's either unterbewusst um Liebe and Zuneigung, was then so zu Geld gewechselt wird. So warum der Opa, dem Enkel mehr Geld und so, dann geht es eigentlich nicht um das Geld, sondern warum ist die Person mehr Aufmerksamkeit oder mehr Liebe in Form von Geld, sagen wir mal. Weil mich hat das natürlich irritiert, warum das bei mir so ein Problem manchmal wurde, obwohl sie selber ja so auf eine andere Art privilegiert aufgewachsen sind. Also durften sich holen, was sie wollen und auch selbstverständlicher oder zum Beispiel fand ich es auch manchmal komisch, ich war so 15, 16 und meine Geschwister waren älter und haben auch, obwohl sie in einem Alter waren, wo sie abgeschlossene Ausbildungen hatten, arbeiten können konnten, haben sie immer noch meine Eltern nach Geld gefragt. Das fand ich zum Beispiel sehr eigenartig. Oder das fand ich zum Beispiel nicht fair, weil ich konnte ja noch nicht richtig hundertprozentig arbeiten, sondern nebenbei. Und deswegen war das mal so ein bisschen so manchmal im Gleichgewicht, manchmal im Ungleichgewicht. Aber generell haben wir immer kollektiv, waren wir immer eine sehr kollektive Familie. Also das fand ich immer richtig toll. Wenn ich wusste, es war egal, ob meine Mutter jetzt meinem Vater Geld gibt, mein Vater mir das Geld oder meine Schwester mir etwas gibt, aber sie hat es von meiner Älteren. Es ist egal. In dem Moment ist es einfach nur, Mary braucht das oder jemand anders, dann macht man das so untereinander. Es ist dann egal, wer es wem gegeben hat. Man kommt dann da auch eigentlich ganz gut zusammen. Das hat mir eigentlich auch gefallen.

SPEAKER_00

Aber um nochmal die Basis so ein bisschen zu legen, das heißt, was ich jetzt verstehe, ansonsten korrigier mich, ist, dass deine älteren Geschwister haben quasi mehr die goldene Ära des Verdienens erlebt in deiner Familie. Und als du aufgewachsen bist, war es schon eher ein bisschen wackeliger und das hast du auch wahrgenommen. Also, oder du hast auch das Gefühl gehabt, wir haben jetzt weniger Geld oder war es immer noch so, dass man das Gefühl hatte, nee, eigentlich ist es genug da, ich denke da gar nicht so drüber nach.

SPEAKER_02

Ich habe das schon mit 12, 13 richtig wahrgenommen, nach diesem Krankheitsvorfall. Aber wir waren, ich würde schon sagen, dass meine Mutter oder wir generell so einen internalisierten Geiz hatten, auf jeden Fall. Also meine Mutter war irgendwann, wo ich auch wirklich fast so nicht mehr klargekommen war: was ist denn jetzt? Haben wir jetzt Geld oder nicht? Weil ich war auch manchmal voll irritiert, weil manchmal hatte man so Geld dann wieder irgendwie gar nicht. War ich immer so, wird mir das gerade verwehrt? Oder haben wir wirklich kein Geld? Also ich war manchmal ganz irritiert auch so. Oder ich dachte, in der Türkei haben wir mehr Geld, aber das Geld ist dort einfach viel mehr wert gewesen, wo der Kurs noch 50, 50 war, beziehungsweise die Marktzeiten noch da waren, hat ja meine Mutter auch, glaube ich, eine Wohnung und so in der Türkei finanzieren können. Oder wir haben jetzt da auch eine Wohnung und so am Meer, was sehr Schönes, in der Nähe vom Meer. Das ist halt so, solche Sachen haben mich dann so irritiert, so ich dachte, hey, haben wir das jetzt oder nicht? Aber ihr habt es halt mal nochmal, was deine Frage war davor.

SPEAKER_00

Einfach, ob du als Kind Jugendliche Geld wahrgenommen hast, weil meistens, oder in meiner Erfahrung in den Gesprächen ist bisher, wenn genug Geld da war, also ne, das hat natürlich auch verschiedene Level und so weiter. Aber dann hat man als Kind Jugendlicher das oft gar nicht so wahrgenommen, weil man hat gekriegt, was man wollte, was man brauchte. Vielleicht nicht immer, aber ne, so, und je weniger Geld da war, ist meine bisherige Erfahrung, desto eher hat man das als Kind, Jugendlicher auch schon auf dem Radar, weil man merkt, okay, ich kann jetzt das nicht bekommen oder ne, wir müssen hier aufpassen.

SPEAKER_02

Auf jeden Fall, ja, ja, ich habe auf jeden Fall mitbekommen. Geld, das war aber immer so, ja, es war immer so, wir haben das geholt, 10,99 Euro. Wurde immer so der Preis genannt. Da bin ich zum Beispiel heute so, ich will es gar nicht mehr nennen, auch unter Freundinnen und so. Ich will das gar nicht mehr sagen, wer wie viel und so, wie viel was gekommen ist. Das machen auch manchmal meine Neffen, manchmal beobachte ich das, dass sie so sagen, so ja, das kostet 15 Euro. Du musst dich doch gar nicht damit beschäftigen, du bist 8, du musst auch jetzt nichts sagen. Das ist nicht so wichtig gerade. Oder wenn ich sage, komm, ich hole dir das Spiel, das kostet so and so viel, meinte ich, it's okay, that is not so wichtig. Ich merke auch, dass ich auf eine Art internalisierte Guides von meiner Mutter. Man can guide sein, but existenz extra. I've so mitbed, for all kid. That is so viel for dich as kid. And then Papierkram. Ich wollte nie, dass ich das so überzieht. Aber jetzt denke ich mir, ich kann über allem stehen. An sich ist es wirklich nur etwas, was in meinem Kopf so entstanden ist, durch diese Erlebnisse, was mir aber überhaupt nicht schlimmer war, waren natürlich auch Streitereien, die durch Geld entstanden sind. Und auch dieses, dass man dann auch damit verstrickt ist, wie zum Beispiel Jobcenter, so hatten wir auch, wir haben auch vom Jobcenter Geld bekommen. Und da hat meine Schwester so, da gab es immer so Konflikte oder so. Es gab wirklich richtig ganz krasse Auseinandersetzungen und Streitereien, weil wir einfach überfordert waren. Weil dann das Jobcenter irgendwie meine Schwester vergessen hat, anzumelden, dass sie eine Ausbildung macht und Geld verdienen, mussten wir alle als Familie. Dann kriegst du mit 16 Jahren einen Brief, wie du 300 Euro zahlst und sitzt da erstmal baff da, weil du denkst, das war wirklich einer der schlimmsten Momente in meinem Leben, weil ich so unter Stress war und dachte, wie soll ich das denn zahlen? Ich gehe doch zur Schule and muss aber quasi wie so eine Sünde und die ja auch voll unbewusst passiert. Ich glaube, meine Schwester wusste es einfach nicht, die ja auch selber voll überfordert war davon. Die Rückzahlungen sind für mich so das Schrecklichste. Das will ich auf keinen Fall. Und ich gehe da auch hundert Mal, versuche ich das vorzubeugen, aber da musste ich schon, habe ich irgendwo gearbeitet, komplett mit so einem Liebeskummer und war so voll neben mir und so und habe dann diesen Job tatsächlich auch nicht bekommen. Ich habe aber so einen Monat dann für diese Probearbeitszeit bekommen. Und habe dann halt mit diesem Café Caramella gearbeitet, was übersichtlicher war und wirklich auch sehr, sehr, sehr schön war. Aber da habe ich auch halt das Geld genommen und habe sofort an ein Jobcenter überwiesen. Dann denke ich mir so, warum muss ich jetzt mit 16 so etwas machen? Aber das haben halt alle gemacht. Meine Schwester hat auch für die Familie Sachen organisiert. Oder man hat dann einkaufen gegangen. Das meine ich mit Kollektiv. Es war auf keinen Fall das Geld überhaupt, dass das so nie darüber geredet wurde. Wirklich, würde ich sagen, sogar im Gegenteil. And then gab es halt so Phasen. Da hat ging es bei meiner Mutter gut, oder man hat das konnte das mal abstellen for so. Wenn man dann gekocht hat, gegessen hat, habe ich jetzt, weiß ich jetzt nicht wie viel diese Einkäufe. Manchmal war es auch einfach weg, weil man diese Gemeinschaft sehr genossen hat. But ich weiß, dass wenn ich mit meinem Vater einkaufen gegangen bin, er hat immer einen Kassenbon mitgenommen und sich dieses Kassenbon angeguckt hat und so. Solche Sachen zum Beispiel. Deswegen muss ich sagen, es war so ein bisschen, ich muss sagen, so ein bisschen durcheinander. Also nicht durcheinander, aber so einerseits war es immer Geld voll Not, dann war es irgendwie überhaupt kein Thema. Dann hatten Leute viel Geld, dann auf einmal nicht. Dann durfte ich, dann sollte ich wieder. Also es war so ein bisschen auch nicht überschaubar. Ich war selber dann manchmal durcheinander so, genau.

SPEAKER_00

Und hat das dann für deine Wahl, was du beruflich machen willst, irgendeine Rolle gespielt? Geld? Also du hast ja schon gesagt, dass du schon als Jugendliche quasi in der Statisterie gearbeitet hast. Ich weiß jetzt nicht, wann dir Schauspiel als Beruf quasi überhaupt aufs Radar gekommen ist. Und oder hast du vorher eben auch Überlegungen angestellt, was kann ich arbeiten, womit ich Geld verdiene? Oder war das eher ein nachgelagertes Thema Geld?

SPEAKER_01

Ob ich dadurch, ob der Zugang durch Theater mit Geld, dass dieser Zugang dadurch leichter war, das ist die Frage.

SPEAKER_00

Ich fange mal erstmal mit einer Frage an, vielleicht, das waren jetzt vielleicht so viele Fragen in einem. Als du überlegt hast, was du beruflich machen willst, während der Schule, nach der Schule, je nachdem, wann das passiert ist, hast du dir da auch Gedanken darüber gemacht, okay, was verdiene ich dann später mit dieser Arbeit, mit dem Weg, den ich einschlage? Hast du dir das angeguckt, was man da verdient? Hast du Leute gefragt? Oder bist du hauptsächlich nach Interesse vorgegangen?

SPEAKER_02

Bei mir war es auf jeden Fall Interesse, ist ja ein Traumberuf. Also es ist ja wirklich ein Wunsch, Schauspiel zu machen. Oder ich wusste ja auch nichts davon. Also, das haben mir dann so Kolleginnen, für die ich assistiert hatte, Schauspieler mich mit mir gesprochen, weiß ich noch, Sandro war das, Sandro Tajouri, ein sehr toller Schauspieler und sehr toller Mensch, der dann so meinte, weiß ich so auch so 15, 16 oder so meinte, bist du Theateraffin? Dann meinte ich, oder hast du mal Lust auf Theater, meinte ich, meinte ich, was bedeutet Affin? Oder so ich mal das Wort. Und war da auch so komplett random, auch in diesem Theaterkontext. Staatstheater Hannover, weiß ich noch, mit 14, 80, so, was ist das? Also, und wie muss ich mich hier verhalten? Vor allem, ja, also Pariser war auch da, aber sonst war es auch nicht sehr, ich sag mal, international, ein bisschen zu einfach divers. Aber ich habe mir nicht angeguckt, wie viel ich damit verdiene. Ich wusste einfach, ich habe damit verdient. Ich habe auch gewusst, es reicht mir und ich fühle mich gut damit. Und wo, ich hatte jetzt nie so, oh, ich muss schon so 6K und 6000 und das, das hatte ich nicht. Ich habe, glaube ich, einfach nach einer existenziellen Sicherheit gesucht und wusste, das hat es mir mal gegeben und das kann es mir geben und es macht mir voll viel Spaß einfach. Und es tut mir auch gut. Und wenn es gar nicht geht, bin ich ja für alles offen. Mir ist ja nichts zu schade. Ich habe ja auch, während ich noch am Thalia-Theater gearbeitet habe und ganz viel Geld für meinen Führerschein leider so fast 7000 Euro oder so weggegangen sind, weil ich es dann auch leider auch nicht bestanden habe bei der Prüfung. Habe ich auch irgendwie wieder babysitet und habe so bei der Messe gearbeitet und so. Das war mir auch nicht so zu schade zu sagen, okay, wenn dann ein Schauspiel nicht gehabt, dann finde ich schon irgendwie so einen Weg, irgendwie zu arbeiten. Das ist halt der Vorteil, wenn du jeden Job gemacht hast. Und ich mag halt einfach Geld. Ich mag es einfach, mein Geld zu haben. Und ich kann zum Beispiel gar nicht, wenn mir so Freundinnen, das habe ich ja auch erlebt, die mir dann so sagen, ja, ich habe kein Geld, kannst du mir Geld? Das werde ich manchmal so sauer und frustriert und ich fühle mich sehr, was heißt nicht, wie ist das Wort dafür, nicht gewertschätzt. Ich fühle mich richtig so verarscht einfach, weil ich mir denke, wie kannst du sowas sagen in einem Deutschland, wo die diese Möglichkeiten geben werden. Du hast einen Verstand, du hast Hände und Füße. So klar, es gibt nochmal mentale Gesundheit und so, das darf man auch nicht außer Acht lassen, aber ich bin so, das zu hören hat mich so traurig gemacht, weil halt mein ganzer Körper so wirklich innerlich so gezittert hat, wo dann diese Themen so, ja, ich kann die denken, dann geh halt, dann mach halt irgendwas und so. Und das fand ich zum Beispiel voll spannend, dass das für mich in meiner Familie voll selbstverständlich war, immer. Und ja, ich glaube, ich habe dir das jetzt beantwortet, oder?

SPEAKER_00

Mit Schauspieler. Wie ist es denn dann dazu gekommen? Also wie ist es zu der Entscheidung gekommen, dann wirklich Schauspiel zu studieren?

SPEAKER_02

Ich hatte Abi gemacht, also dann Abi zu Fachabbi gewechselt und habe ein Jahrespraktikum als Theaterpädagogin gemacht. Das war auch der einzige, also es war, die Wege haben wir immer dahin geführt. Ich wurde dann für Theaterpädagogik, ich habe mich beworben, überall für FSJ und Praktikum und wurde wirklich nur am Theater angenommen. Krass. Die kannten mich ja auch und habe dann mit denen telefoniert und gequatscht und dann bin ich auch vorbeigekommen und meinten, ja, wir machen das und wir kennen dich ja auch und so. Und das war wirklich, würde ich sagen, mein erster sozialer Auffang, weil ich, wenn ich mich wirklich an die Mail haben vor so 15 Jahren oder so mitgehört, ich dachte wirklich, ich gehöre nicht zu diesen Orten. Meine Bewerbungen wurden abgelehnt. Ich habe mich an ganz banalen Sachen so beworben, so Flix, Bus, Hostes-mäßig Leute einsteigen, wurde ich abgelehnt und so. Und es gibt ja jetzt wieder diese Studie in Hannover, das war echt spannend, da hat ja eine Frau jemanden an den Verklagten, weil sie sich mit demselben, also ihren Namen nur geändert hat und sie hat einen pakistanischen Namen gehabt und hat das einfach zu Sabrina und wurde eingeladen und sie hat auch, und das hat sie, ist sie vor Gericht gegangen und hat ja sie 3000 Euro bekommen als Schadensersatz. Und das war wirklich so, dass ich dachte, so, oder dann habe ich mich versucht, für so ein Studium zu bewerben, dann war ich so 44 Wartesemester und ich war wirklich so, wohin mit mir jetzt? Was kann ich jetzt wirklich machen? Und so. Und dann war ich in diesem Theaterpädagogikraum im Ballhof in der Altstadt, in Hannover, halt am Staatstheater. Und dann ging das so los, dass meine FSJler, mit denen ich da war, dass die sich so viel Schauspiel beworben haben und so. Und da habe ich mich schon ein, zwei Mal beworben, so nur so als Test. Und habe dann so ein bisschen geguckt, wie das geht. Alles komplett selbstständig und so. Hier und da habe ich mich mit Leuten ausgetauscht. Ich hatte eine sehr tolle Theater, also ich hatte eine sehr tolle Mentorin am Theater gehabt. Also mich hat wirklich viel aufgefangen. And the Menschen da drin, muss ich sagen. Also klar ist es kein So, Theater is just Theater and Kunstart, and it gave Setze wie das Theaterhäuser, keine Charity Vereins or so. I think so, what these shows in Dortmund have, or wie they seen have daddy off the Bühne to say, that I was gut mache, bis hin zu wie können wir dir aber dabei helfen, dass es dir auch gut geht and so. And then haben sie mir auch bei meinen Monologen geholfen, Beatrice Frey heißt sie. Die ist jetzt am DT in Berlin auch. Und die war richtig meine Theatermentorin und mit ihr habe ich mich auch immer selbstbewusster gefühlt, mich dafür zu bewerben. Der wichtigste Punkt ist, dass diese Theaterpädagogik ja zu Ende gegangen ist und ich dann richtig im Loch war und gar nicht wusste, wohin mit mir und bla. Das war alles zeitgleich mit diesem, dass ich gearbeitet hatte im Restaurant und dass ich da noch Liebeskummer hatte, meiner ersten richtigen. And then, glaube ich, hatte ich mystream in my life and wusste nicht so wohin and wie. And then hat mein Handy geklingelt anders Albrecht Hirche angerufen. And da lag ich wirklich so in my bed and war so überhaupt keine Ahnung, wie es mit mir weitergeht. And I meinte, hey, was machst du? And blah. And this was immer. Was machst du jetzt in winter? Ich weiß es nicht. Ich habe jetzt hier mein beendet und habe jetzt auch meinen Abschluss und so, aber ich wusste wirklich nicht, was ich mache danach und wollte mir auch so ein Jahr frei. Habe ich ja dann auch gehabt ein Jahr. Und er meinte, ey, willst du nicht nach Erlangen kommen? Und ich, was ist Erlangen? Er meinte, das ist eine kleine Stadt und ich mache da ein Weihnachtsmärchen. Und ich hatte mit Ebrecht mit 16, so zwei Jahre vorher, glaube ich, oder ein Jahr oder so, halt dieses Federico Fellini Sommertheaterstück gemacht. Das war dieses Casting, wo meine Freunde mich eingeladen hatten und da hatte ich mein erstes Geld verdient und so. Und er meinte halt, ob ich da mitmachen will. Dann meinte ich, ja, ich habe da auch nichts vorne und hat er mich wirklich fünf Minuten, da saß ich sogar auf Klo, ich muss es besprechen, du wirst nicht viel Geld verdienen, das war auch ganz wenig. Es waren wirklich, glaube ich, eins, vier brutto. Ich glaube, ich habe sieben, acht hundert Euro netto oder so verdient für Vollzeitjob, morgens, abends. Und die haben auch nicht pro Vorstellung, sondern für den ganzen Monat mir Geld gegeben. Und das war auch genau das Gleiche. Ich habe wirklich, ich wurde wirklich, ich würde sagen, drastisch unterbezahlt. Muss man aber nochmal auch mit der Zeit, das war 2015 oder so, 2016, muss man auch nochmal, da war es nochmal anders. Aber genau, und dann habe ich da das gemacht. Und als ich dann da war, dachte ich, ey, du bist jetzt hier in Erlangen, du lebst das erste Mal alleine, deine Wohnung wird dir finanziert. Du lebst in so einem alten Theater mitten in der Stadt, hast du einen Café vor dir. Ich bin in der Vorstadt aufgewachsen. Es war für mich immer so voll schön, so ich kann irgendwo so ein Käffchen trinken. Und dann war ich oben mit meinen Pyjamas mit meinem Kellogg runter auf die Probebühne gegangen, was früher ein Kino war, dachte ich, das ist doch ein Traum. Ich habe natürlich immer noch ganz stark so in meinem Kopf war das natürlich wie so zu sagen, green is halt pink und so. Das war so, Miriam, deine Familie hat das gemacht, aber du kannst jetzt Schauspiel studieren. Und ich hatte mich ja schon ein, zweimal geworfen. Und dann habe ich dadurch Mut bekommen, mich weiterzubewerben. Und lustigerweise meinte sogar Albrecht zu mir, mach das mal nicht, würde ich dir jetzt gar nicht mehr empfehlen heutzutage. Dann fand ich einfach hierher geholt. Was denkst du denn, was ich jetzt mache? Du kannst mir doch nicht so eine Hoffnung machen und dich hierher holen und dann sagen, würde ich dir nicht empfehlen und so. Und dann habe ich mich geworfen, dann lief es richtig gut. Es lief auch das erste Mal gut. Ich bin so direkt in die zweite Runde gekommen und dann danach bin ich immer in die Endrunde gekommen. Zweite Runde war auch oft auch eine Endrunde und dann ging es los im Dezember, Januar, Februar und März wurde ich schon in Hamburg, in Stuttgart und dann in Hamburg angenommen. Und ja, und habe dann halt auch da in diese drei Monaten auch Geld verdient. Mit dem Geld habe ich mich beworben. Da war ich auch so, mache ich jetzt meinen Führerschein. Da musste ich mich aber entscheiden. Hätte ich nicht. Ich glaube, ich muss mich dafür für mein Studium bewerben. Weil das in dem Moment einfach wichtiger war. Genau, und dann hat sich das so ergeben. Und Be hat mit mir die Monologe, also mir haben wirklich Leute aus dem Theater auch geholfen. Und ich habe auch, das ist auch wichtig, ich habe in der Schule schon angefangen, Theater zu spielen mit 13. Wir haben so Musical-AGs und so und da haben wir uns auch alle beworben. Alle wussten so, es gab auch so Castings und da haben auch, also oft haben ich meine Freundinnen mitgenommen, die aber selber dann gar nicht dabei waren. Die haben es teilweise gar nicht beim Casting geschafft. Ich habe es auch mal nicht geschafft. Also es gab auch so hier und da so irgendwelche Verbindungen immer zu diesem Theater. Ich bin ja auch ein ganz großer Michael Jackson-Fan und so, und dann hatten die so Neverland inszeniert und da habe ich beim Tanzen Leute kennengelernt, die waren für mich so richtig wow. Also auch da hat auch Nisson, der ist leider in Knochenkrebs gestorben, ein sehr toller Tänzer. Und dann hat er mich sogar gefragt, so ey, ich kann meine Rolle nicht mehr spielen, hättest du Lust? Und das war für mich so, das waren richtige Hollywood-Momente für mich. Ich dachte, ich hatte die beim Supertalent gesehen mit seinem Bruder, Nissan Mufume heißt der. Und ja, ich hoffe, er ruhut in Frieden. Er war wirklich auch eine sehr große Motivation für mich. Und dann habe ich da im Theater Musical, dann so im Tanz ein bisschen, Hip-Hop, habe ich Hip-Hop getanzt und so. Aber ja, im Theater habe ich auch, musste man irgendwie 50 Euro Anmeldegebühren zahlen für diesen Balljugendclub. Und dann habe ich gesagt, echt, wir kriegen Geld vom Jobcenter. Dann waren die sehr, sehr, sehr ohne Wenn und Aber ganz schnell so, alles gut, das reicht, dein Zettel, du musst nur 15 Euro zahlen. Oder die hatten so eine Region-S-Karte in Hannover, das war so ein Sozialticket. Dann für Hip-Hop konnte ich monatlich zahlen. Das wurde mir dann auch bezahlt von meiner Familie. Das fand ich auch ganz toll, dass dann mein Hobby, mein Hobby tanzen zu gehen, unterstützt wurde. Oder dass ich da in diesem Balljugendclub mitmache, dass mir das finanziert wurde. War schon richtig cool. Oder ich habe so Michael Jackson getanzt und meine älteste Schwester hat mir meine Hose nähen lassen und das für mich bezahlt. Oder hat mich zum Supertalent gefahren oder so. Das meine ich wieder mit diesem Kollektiven. Und meine Schwester, älteste Schwester hat mir Nachhilfe gegeben und so, als ich nicht gut in der, also als ich ein bisschen mit der Schule so zu kämpfen hatte. Und meine andere Schwester ist mit mir einkaufen gegangen und hat mir so auch 200, 300 Euro auf einmal für so Klamotten ausgegeben und so. Oder ich bin mit meiner anderen Schwester Ösi, älteste, Aische, Klamotten. Eine aber würde ich sagen, auch Klamotten, aber auch so Essen gegangen, draußen mal so in Restaurants und so. Und Emi, meine Schwester, die vor mir, fünf Jahre älter ist als ich, die hat mir auch immer hier, wenn ich Geld gebraucht habe, mir das gegeben. Also wir haben uns auch immer untereinander so ein bisschen auch aufgefangen.

SPEAKER_00

Und hast du die Studienzeit, wie hast du die finanziert?

SPEAKER_02

Hauptsächlich war es WAFEG. Auch Geld, was ich zur Seite gelegt habe. Ich habe auch während des Studiums, also während des Studiums gearbeitet. Ich habe WAFEG bekommen. Wenn es ging, aber eher wenig Geld von meinen Eltern bekommen. Bis eigentlich am wenigsten, aber wenn dann ein bisschen zusammengelegt from meiner Schwester. And von dem Geld, was ich selber zurückgelegt habe, weil ich ja vor dem Studium gearbeitet habe, habe ich viel versucht zu arbeiten. Ich habe schon angefangen zu sparen, schon for the studium. Und habe dann quasi BAföG-Geld zurück und then damit die Studien, so ein bisschen eine Mischung aus allem. Genau, das war so Studiumzeit and then habe ich ein Stipendium bekommen im zweiten anders. Das war das Hamburg-Stipendium. Das war richtig cool for immigrantische Personen, die studieren. And I must wirklich immer wieder sagen, in meinem Kopf war so ein klares, nein, ich war so, das werde ich nicht bekommen. Weil es war mir so fremd. Es war so anders, es war was ganz anderes für mich. Ein Stipendium zu bekommen, das finde ich auch Klassismus. Da können wir zum Beispiel so, wer kann so krasse Anträge schreiben? Und das ist ja eine Ausbildung, das hat ein Freund gemacht, der in England auf so eine krasse Privatschule gegangen ist und dort haben sie gelernt, sich auf solche Sachen zu bewerben. Oder meinem, ich habe in einem Bootshaus gelebt, was richtig toll war. Da wurde ich auch sehr viel aufgefangen und das hat mir auch sehr, sehr viel geholfen. Und auch Daniela und Wolf, meine Vermieterin, die mit mir gelebt haben. Und so das war auch so eine Unterstützung von denen.

SPEAKER_00

Alles gut. Okay, also das Studium in der Mischung durchgebracht, quasi aus den finanziellen Situationen. Und wie ging es dann weiter? Du hast das Studium abgeschlossen und dann was, wie sahen so deine ersten, in Bezug auf Geld eben auch, ne? Also wie sahen so die ersten Jobs aus? Oder hast du dich dann an Theater beworben oder wie bist du das Ganze so angegangen?

SPEAKER_02

Also das Coole war, dass ich im Studium, ich glaube, zum Teil 1300-400 Euro im Monat hatte. Mit dem Stipendium. Mit dem Stipendium, das waren aber nur 150 Euro. Trotzdem hat es. Das waren 150 Euro im Monat das Stipendium. Ja, sehr wenig. Ja, das ist sehr wenig, ja. Es ist halt, es ist halt immigrantische Studierende, es ist halt nicht das Goethe. Was gab es da noch anne? Punkt, Punkt, Punkt, Goethe. Dann gab es nochmal dieses Studierendenwerk. Und da haben sie zum Beispiel, ich liebe meine Kommilitonen so, aber ich finde die Entscheidung, zwei Männer dafür auszuwählen, fand ich so eine Frechheit. Ich fand das so scheiße. Die haben für dieses Stipendium, da werden sich auch Schauspielende, so Studierende und die werden so vorgeschlagen. Und es wurden so zwei Jungs, also die beiden aus unserem Jahrgang, vorgeschlagen. Ich war so, warum? Und das war so, ja, weil wir die Person gerade am stärksten dafür finden. Und da denke ich mir, aber es hat mich so, und ich habe das verstehen oft Leute, nicht. Ich hatte ja auch eine Diskussion gehabt, wenn der Kommunikatur und meinte, ja, warum, weil du nicht jetzt empfohlen wurdest oder was und so. Ich habe die alle lieb immer darüber gesprochen. So, aber ich glaube, dann verstehen die Leute den tieferen, so, ich gucke da ja als muslimische, türkische Person darauf, wie so zwei Männer da vorgeschlagen werden und nicht mal eine Frau, mir wäre es ja auch lieb gewesen, wenn einfach nur eine Frau, aber also bei sowas bin ich, glaube ich, schon bei soziologischen oder Strukturen, die ich so vor meinem Auge sehe, bin ich schon sehr sensibel. Ja, aber ich hatte auf jeden Fall im Studium eine Zeit lang, glaube ich, sogar mehr Geld, als ich dann am Tali angefangen hatte, weil ich habe nebenbei gearbeitet und ich hatte ganz viele Projekte. Es war so ein bisschen wie, und das hatte ich auch einmal gesagt, meine ich boah, voll geil, also nee, was jetzt ein bisschen durcheinander. Auf jeden Fall hatte ich sehr viel Geld im Studium, weil ich nebenbei gearbeitet hatte, ganz viele Projekte, die mir vorgeschlagen wurden, weil da war ja Diversität so das Ding, während ich mich woanders für so Bürojobs oder was auch immer nicht angenommen wurde oder eingeladen wurde, war ich, wurde ich halt im Theater so richtig, so wir brauchen jetzt die Person, aber auch unabhängig davon, weil es ging nicht immer um so die Identität. Ich wurde auch einfach oft vorgeschlagen, meine Freunde haben mit Jobs weitergeleitet und so. Und habe dann mit diesen Jobs, mit BAföG, mit einer niedrigen, wahrscheinlich auch WG-Zimmer, ich glaube 300, 400 Euro. Ich hatte ganz am Anfang 270 Euro für meinen WG-Zimmer, das waren aber auch nur so acht Quadratmeter oder so und ganz, ganz kleine Wohnung. Dann halt ein Bootshaus, was sehr schön war, aber auch ein kleineres Zimmer, und dann kam, genau, das hat sich so gesteigert. Und da habe ich im Studium meine, ich hatte schon am Thalia-Theater was gemacht, weil es wurde für ein Projekt Hexenjagd so vier Frauen gesucht und wir waren ja halt auch vier Frauen im Studium, vier Frauen, vier Männer, und dann haben die damit auch schon Geld verdient. Das war auch richtig toll. Das war mir auch so quasi Rollen, so Statisterie-Rolle eigentlich, so ein Zwischending. Und damit haben wir auch Geld bekommen. Das weiß ich auch ganz genau, das habe ich mir meine Dogmatins geholt. Und ich war so glücklich, weil ich mir wieder so Sachen leisten konnte, weil ich mit diesem Barfügeld auch vorsichtig war. Das war dann halt Klamottenessen und so, aber dann war das ja wie so ein Extra-Geld. Und dann hat mich das Thalia während des Studiums schon eingeladen. Also ich habe studiert und die kannten mich und dann haben sie mich am Anfang drittes Jahr, 2017 habe ich angefangen, ich glaube 2019 oder kurz vor 2020 oder so, weiß ich gerade nicht, haben die mich schon zum Vorsprechen eingeladen, im dritten Jahr schon, so im Oktober oder so, habe ich so eine SMS bekommen oder einen Anrufen. Das war wirklich auch ein bisschen wie so, wie so richtig, so wow, und irgendwie, ja, ich sag immer Hollywood, aber ich weiß immer noch nicht mehr bei Hollywood so ist, aber hat mich dann angerufen, dann habe ich sie zurückgerufen und meinte, ja, wir machen jetzt gerade so ein Vorsprechen, bla bla bla. Und dann war ich so, wow, dann habe ich mitten im Studio mein ganzes Vorsprechen vorbereitet zur Nacht zum Elf, weil wir halt den ganzen Tag, man ist ja morgens bis nachts immer in diesen Studienräumen. Weil wir auch mit Regisseurinnen und so Dramaturgen zusammen, weil es in der Academy war, hatten wir immer den ganzen Tag immer irgendwas. ganze Tag mal was zu tun. Und dann habe ich vorgesprochen. Und dann wurde mir gesagt, dass so Interesse da ist auf jeden Fall, aber erstmal ich mein Studium zu Ende bringe und bla bla bla. Und dann war ich halt, glaube ich, ein Jahr später darauf das Jahr. Und dann ging es aber schon so mitten im Studium wieder los. Also mein Studium wäre im September fertig, aber ich habe schon im März angefangen, meine erste Rolle zu spielen. März und im Juni schon meine zweite Rolle. Also ich habe schon quasi vor dem Festengagement angefangen zu spielen. Also normalerweise beginnt man so im August, aber ich hatte schon so zwei Projekte. Und genau, und dann habe ich meinen ersten Kinofilm auch zeitgleich im Sommer gedreht im selben Jahr. Es kam so alles auf einmal. Dann hatte ich natürlich Panikattacke, komplette Überforderungen, mental, da hatte ich auch Therapie schon gemacht. Es war mir auch alles viel zu viel. Ich wusste aber, wenn ich es jetzt nicht mache, dann geht's nicht, aber ich musste meine Bachelorarbeit, also meine Lecture Performance, mein Studium zu Ende bringen, mein Thalia-Theater, Vorstellungen, Proben, plus mein Kinofilm. Und das war schon richtig, richtig, richtig, richtig, richtig heavy. Also es war wirklich so Donnerstagabend Bachelorarbeit abgegeben, Freitagmorgens, also Hamburg, sieben Uhr musste ich in Hamburg in der Maske sein, um meinen Film zu drehen. Und ich war und dann, keine Ahnung, ein neues Textbuch auf einmal bekommen. Also es war so außerordentlich und es war einfach nicht, es war einfach für mich nicht normal. Es war nicht tragbar für einen Menschen in der Menge. Und ich hatte übrigens auch zum Beispiel so zwei, also ich wurde das auch gefragt, so am Talier zum Beispiel, hatte ich zwei Endproben gleichzeitig. Dann bin ich nach, da hatten wir in Düsseldorf ein Gastspiel, bin am nächsten Tag zurück nach Hamburg gefahren, um meine andere Premiere zu spielen. Ich wurde auch gefahren mit einem Fahrer und so, hatte aber da schon meine Panikattacke da im Hotel gehabt in Düsseldorf, dann zurückgefahren, die zweite Premiere gespielt, morgen oder übermorgen oder so, einen Tag später. Dann einen Tag später meine Bachelorarbeit, dann ein paar Tage später meinen ersten Kinofilm gedreht. Und das war richtig krass. Und dann ein paar Monate später gucke ich halt auf und das war halt genau die Phase, weil du mich gefragt hast, Studium und Arbeit, das war halt genau die Phase, wo Studium und Arbeit richtig bei mir losging, aber so auf einmal. Und dann gucke ich halt, und das waren halt glaube ich diese 20.000 Euro, die ich dir da gesagt hatte, gucke ich halt auf meine Bank, nachdem ich da so schon tot irgendwie gefühlt halb in der Ecke liege. Und denke, krass, ich habe jetzt einfach mit einem Dreh, ich habe zehn Tage gedreht, da kriegt man auch so, glaube ich, am Anfang habe ich, weiß ich nicht, eine 1, 2 oder so pro Drehtag. Das ist nochmal Long Story, also eigentlich nicht, Steuerklasse 1, 6, zweiter Job, dann wird ganz, ganz viel abgegeben davon. Ich glaube, man bleibt dann so 40 Prozent oder so, wenn es zweite Arbeitgeber ist, bla bla bla. Und dann habe ich halt dieses Geld und ich war wirklich richtig leer. Also ich habe dieses Geld angeguckt und war glaube ich vielleicht so ein bisschen so wow, aber es war das erste Mal mir auch so egal. Es waren für mich aber nur so Zahlen, weil ich dachte, also da habe ich das erste Mal auch verstanden, das ist so eine Gesundheit, die mir niemand wiedergeben kann, wenn ich denke, dass ich jetzt nicht atmen kann, eine Panikattacke and an Angstattacke. Und dann siehst du halt im Nachhinein, das Geld is natürlich auch schon. Aber es war so ein bisschen so, ja, but damit habe ich mir auch einen richtig schönen Urlaub mit meiner Cousine gemacht in the Süden, in der Türkei. And that was richtig toll. And that du Geld bezahlst, ich glaube das war auch so 3-4-Sterne-Hotels in der Türkei nicht so teuer, aber konnten wir uns auf jeden Fall leisten mit Essen und All Inclusive und Passagen. Ich auch diese Ruhe und wir waren auch auf dem Land und so, ich habe dann auch meine Schwester dann dort in Ismir besucht und so war so an der Küste. Und ich bin richtig, richtig runtergekommen. Und von diesen Erlebnissen davor, es hat mich so drei Wochen gebraucht, aber ich habe, glaube ich, da auch das erste Mal gemerkt, ich muss richtig zahlen. Also ich muss mir das richtig so aufbauen, um dann wieder davon runterzufahren. Also ich brauche das Geld auch. Und das habe ich in den Jahren darauf leider auch immer wieder mit so auf die harte Art und Weise gelernt, weil ich glaube ich nicht verstanden habe, dass ich jetzt mehr arbeite, zwar mehr verdiene, aber ich doch auch das Geld umso mehr in mich investieren muss, um mich dann auch wieder zu entspannen. Das heißt mal zu einer Massage oder irgendwie was auch immer, Spa oder Urlaub, richtigen Urlaub und nicht mehr so Sparmaßnahmen im Urlaub machen mit so Hostels and so that ich wirklich da in mich investieren muss. Das habe ich ehrlich gesagt so richtig letztes Jahr verstanden und so erst und habe es immer wieder zwischendrin versucht, aber ich habe im Hinterkopf immer gedacht, ich habe keinen Geld. Also wir haben keinen Geld. Ich muss immer sparen, weil das so eingebrannt war. And diese Zusage am Talia so ein Downer gegeben. Ich war dann, glaube ich, auch so ein bisschen leer anders nicht freuen. Weil ich glaube, das erste Mal gecheckt, jetzt bin ich wirklich finanziell abgesichert, jetzt habe ich einen Job. Ich werde jetzt die nächsten Jahre, ich bin jetzt endlich, so ich bin ja danach hinterhergerannt. Ich wollte ja immer einen festen Job haben. Also it was not nur talentiert and ich gehört zu so, was Taliert ist, auch ein richtig tolles Theater, muss man sagen, einfach von der künstlerischen Qualität and so. Und da, auch wenn ich da auch meine Probleme hatte, auch innerlich und auch im Betrieb und so, aber trotzdem war es so für mich so ein, das habe ich jetzt so geschafft. And ich glaube, ich habe das erste Mal, das hat mir auch glaube ich mal in Therapie darüber gesprochen, weil ich jetzt so eine Basis and Sicherheit finanziell habe, and mir ging es immer um Geld. Ich wollte immer Geld haben. Ich habe eigentlich immer nur for Geld gelebt, so that I have and spare. And da war es das erste Mal that I so kaputt war anders angefangen, mich um mich zu kümmern. So what is then eigentlich with me and what was then damaged as my mother krank geworden. So the verdrängth over the last year habe ich erst so mit 22, 23 verarbeiten können, als ich dann wusste, ich bin jetzt wirklich endgültig abgesichert anders in meinem Job. So da kamen die ganzen privaten Sachen unabhängig vom Geld hoch. Und da habe ich gemerkt, dass ich seit immer eigentlich für Geld gelebt habe. Und dass mein Ziel war immer, habe ich gut Geld verdient, kann ich damit heute überleben. Und dann beim Thalir, bei der Zusage war ich dann so, was ist denn jetzt eigentlich mit mir und was will ich eigentlich für mich und für meine Seele und für meine Gesundheit, das konnte ich erst mit 23, 24 anfangen, drüber nachzudenken.

SPEAKER_00

Also du hast dann am Talier angefangen mit 23, 24 und ich kann das gut verstehen, dieses, okay, dann wenn man, wenn man meistens, wenn man überhaupt erstmal zur Ruhe kommt auf irgendeiner Ebene, kann man sich halt mit anderen Sachen beschäftigen, ansonsten ist man halt ständig am Feuern. Aber ich sag mal so, der künstlerische Bereich ist ja trotzdem auch dafür bekannt, dass man generell auch ziemlich viel feuert. Also würde ich jetzt mal so sagen, viel feuert. Also das ist ja jetzt nicht die entspanntesten Arbeitszeit. Nicht die entspanntesten aber entspannt würde ich es nicht unbedingt, würde ich es jetzt broadly nicht unbedingt nennen mit dem Lifestyle. Und weil du mit dazu gesagt hast, dass dir dann auch so die Erkenntnis zunehmend bis dann jetzt kam, dass du halt dann auch in dich zurück investieren musst. Da wäre mir die Frage, wie ist es dann so, also das am Tag wieder angefangen, weißt du noch, wie viel du da verdient hast und wie ist es dann so bis heute, wenn du da so drüber schaust, so weitergegangen mit dem, okay, welche Jobs mache ich, wie viel kriege ich da mit rein und wie gut kann ich dann halt in mich reinvestieren, weil die, also ich versuche mal so ein bisschen, ich bin ja aus dem Film, ich versuche das vielleicht nochmal so ein bisschen greifbar zu machen für Leute, die da vielleicht nicht ganz so nah dran sind. Der Kulturbereich ist ja nun auch generell dafür relativ bekannt, dass man unterbezahlt ist. Und meistens finde ich das Dilemma, dass du eben unterbezahlt bist, aber überarbeitest so und dann eben auch natürlich dieses Zurück investieren halt oft sehr schwierig ist, weil du es eigentlich nur schaffst, sehr, sehr viel Geld irgendwie mal anzusammeln, indem du dich völlig ausbrennst. Also indem du halt fünf Sachen gleichzeitig machst.

SPEAKER_02

Hätte ich ja auch. Ich hatte ja auch einen Burnout wahrscheinlich auch schon da am Anfang und dann hatte ich im Burnout auch so letztes Jahr oder vorletztes Jahr Dezember, letztes Jahr halt Januar so ungefähr die Spanne.

SPEAKER_00

Und da hatte ich auch meinen Vertrag aufgelöst, auch am Taliertheater, was ja auch eine richtig krasse Entscheidung für mich war, so fragst mich jetzt, ob ich das überhaupt machen konnte, nämlich zu investieren und wieder so der Lernprozess, weil wie gesagt, ich wollte es jetzt mal für die Menschen, die zuhören, die damit vielleicht nichts zu tun haben, dass man so als Spielbühne irgendwie klar machen, dass das, wie gesagt, so relativ berühmt dafür ist. Falls du noch weißt, auch was du am Talier am Anfang verdient hast, wäre das vielleicht auch spannend und dann dieser Weg, okay, ja, ich stelle das so fest, eigentlich muss ich in mich reinvestieren, aber wie mache ich das dann? Und was für verschiedene Wege und Formen hast du dann bis heute quasi gefunden? Oder wie gehst du damit um? Keinen Stress. Sorry. Alles gut. Also wow.

SPEAKER_01

Oh wow. Passiert eine Sense. Ich trinke jetzt hier noch einen Tanzen rum. Oh wow.

SPEAKER_02

Wow, das war krass. Nee, aber hat wahrscheinlich auch einen Grund gehabt, warum das jetzt gerade mit meinem Körper auch passiert ist. Ich hatte überhaupt kein Geld am Anfang dafür. Und ich habe auch mit meinem Intendant und mit dem kaufmännischen Leiter, mit den beiden, habe mir auf jeden Fall zugehört und so. Das war sehr gut. Aber ich meinte auch, ich war wirklich wie so wirklich wie so ein Affe einfach. Abgesehen davon, dass ich die einzige diverse Person in diesem Ensemble war. Klar gab es auch, ich will es niemandem absprechen, aber ich finde, fast alle waren sehr weiß sozialisiert und so. Es gab natürlich da, aber es war schon sehr, sehr, sehr, sehr auffällig und so. Ich habe dann halt mit denen über das geredet und natürlich auch über das Geld. Ich meinte, ich benutze meine Theaterkarte als Ticket. Ich muss irgendwie in irgendeiner Wohnung leben und WG oder mit mir das bezahlen muss. Ich muss meinen BAföG irgendwann zurückbezahlen. Es ist viel zu wenig. Ich kann nicht mit 1370 Euro war mein Nettovermögen. 1370 Euro leben. Es ist viel zu wenig. So, und ich war halt immer sparen, sparen, sparen, sparen, sparen. Ich habe jetzt, ich habe immer, ich habe jeden Cent wirklich zehnmal umgedreht. Das sagen mir sogar meine Freunde, dass sie das mit mir lernen wollen. Und ich sage denen auch immer, ey, bring mir mal bei, einfach nach meinem Gefühl zu gehen und halt nicht zehn Jahre darüber nachzudenken, ob ich mir jetzt einen Laptop hole oder nicht. Ich kann mich ja mich nicht weiterentwickeln, wenn ich nicht in mich investiere. Aber ich konnte es einfach nicht, ich hatte so Angst, ich wollte einfach sparen. Ich wollte einfach lieber eine Zahl auf meiner Bank sehen, wo ich weiß, dass damit zahle ich dann mein BAföG irgendwann zurück, weil ich weiß, ich habe eine kranke Mutter und meine Geschwister sind alle, die haben geheiratet, sind auch Hausfrauen, auch gerne auch entschiedene Hausfrauen, aber zum Teil nicht Hausfrauen, aber zum Teil auch, nee, Hausfrau war jetzt auch das falsche Wort, nicht nur Hausfrau, sondern Mutterschafts, die waren Mutterschaftsurlaub, sagt man das so, Mutterschafts-Urschutz. Mutterschutz war eine Mutterschutz und so. Hätte ich jetzt gesagt. Mutterschutz waren die auch und so deswegen so, ich hatte einfach auch niemanden richtig in meiner Familie, meine älteste Schwester ist in die Türkei wieder ausgewandert. Und ist da auch sehr happy, auch mit den Kindern und so. Und es war einfach so, ich wusste einfach nicht, wen ich frage. Mein Bruder ist ja auch da, der hat auch in der Türkei lange gelebt, ist jetzt wieder zurück. Der hat mir auch mal geholfen. Also manchmal war es auch so, brauche ich jetzt Geld oder brauche ich einfach nur emotional unterstützen in form of Gate. So war ja auch manchmal so, ich wusste ja, ich habe es, aber ich mochte dann, dass mein Bruder mir dann so ein bisschen was gegeben hat and so. And ich weiß auch übrigens, das hast du mich am Anfang gefragt. My Mutter hat mir auch immer gesagt, we have Geld. Sag mir einfach nur was toch immer gesagt. Ich meinte, Mama, sagst du das jetzt nur oder ist das auch so? Meine Mutter hat mir wirklich, das war wichtig, das habe ich gerade nicht gesagt, weil ich muss mich auch daran erinnern. Meine Mutter hat mir immer gesagt, ich kaufe dir das, ich hole dir das. Du hast genug Geld, mach dir keine Sorgen um Geld. Ich kann dir alles holen, was willst du haben? Ich gebe dir, sie hat das ganz oft immer gesagt. Immer diese Sätze hat sie so gesagt. Ich geb dir das, ich mach das für dich, and so. And ich war immer so, meint sie das jetzt so? Oder sagt sie das jetzt? Ich wusste auch manchmal nicht, was davon stimmt. Oder manchmal meine ich, ah, guck mal, sie dann, sich darf von ihr Geld abheben oder von der Bank und so. Und sie war ja behindert und körperlich auch eingeschränkt und so und kann das sich selbst machen manchmal. Oder jetzt immer weniger. Und da meinte meine Schwester auch so, nee, kannst du nicht machen. Wir müssen jetzt, es gibt die Jahreszahlung und so. Und da meinte ich, hä, was ist denn jetzt davon wahr? Das hat mich auch sehr irritiert. Und ja, also ich konnte auf jeden Fall nicht in mich. Oder ich habe dann natürlich gesagt, nee, ich spare lieber das Geld, statt jetzt 120 Euro für eine Massage auszugeben, kommt mir natürlich richtig absurd vor. Oder zu sagen, ich fahre jetzt in den Urlaub und gönne mir jetzt irgendwie bequemes Einzelzimmer statt Hostelzimmer mit anderen Menschen. Das habe ich halt nicht gemacht. Ich wollte halt immer erst mal sparen und konnte mich nicht investieren. Bis hinzu, dass ich, hatte ich dir eben erzählt, eine Schikane erlebt habe von eigentlich einem Freund, der mir dann seine Wohnung gegeben hat in Hamburg und dann so war so ja, ich werde ab und an kommen und dann eine ganz schlechte Kommunikation war, er mal da war, mal nichts, halt teilweise wochenlang geblieben ist, aber kein Geld gezahlt hat, obwohl er mitgelebt hat und auch nichts sauber gemacht hat. Das war ganz, ganz schlimm. Also da hatte ich auf jeden Fall auch eine sehr psychisch sehr, sehr, sehr schwierige Phase gehabt und hatte gleichzeitig noch so eine Hauptrolle am Talia gespielt. Es war auch so meine allererste, ja, fast schon die umfangreichste Rolle. Und es war so ein bisschen so, ich wusste nicht wohin mit mir. Ich habe mich an beiden Orten nicht wohl gefühlt, weder zu Hause noch bei der Arbeit und auch mit dieser Rolle und auch meine Umgebung. Also es war einfach ganz, ganz gruselig und ganz unheimlich. Und ich weiß aber, dass wir da auch mit einer Freundin, die dann für mich da war, sind so ein Spa gefahren. Da haben wir auch natürlich ein günstiges rausgesucht, ein bisschen weiter rausgefahren, habe die günstigste Massage genommen, so 20 Euro oder sowas. Und dann hat er so eine richtig, so eine, er hat mir so erzählt, dass das so eine Technik war und dass er Reisen war und hat, ich meine, ich habe ganz viel Angst und Angst, Anxiety, und hat er so eine Übung, also sowas an meinem Bauch gemacht. Und es hat mich so beruhigt, dass ich mal schlafen konnte oder einfach da eingeschlafen bin. Ich wusste aber, ich werde da auf Kinder, ich war seitdem auch nie wieder da. So, und das, keine Ahnung, ich muss sagen, ich habe es mir auch nicht so gegönnt oder mir nicht das erlaubt, weil es diese Eifersuchtsthemen und auch in der Familie wert mehr, wert weniger. Ich habe mir auch oft so etwas nicht gegönnt, weil ich dachte, es ist doch normal, anderen Menschen geht es viel schlechter, du musst dir halt Mühe geben. Es war schon immer diese Mentalität. And gleichzeitig das musste sich alles in meinem Kopf ordnen, weil ich ja krass Armut, aber auch krass Wohlhaben and Privilegien hatte mit diesem Haus and Garden and so and meinem eigenen Zimmer. Also ich habe auch in meiner Schwester im Zimmer gelebt. Aber warte, warte, das war wichtig.

SPEAKER_00

Hast du das nicht so gegönnt?

SPEAKER_02

Ich habe immer gegönnt, meine Mutter. Gegönnt. Ah ja, ich bin mit meiner Mutter auch, so hat sie mich auch mitgenommen, so zu Spaß und so gegangen. Oder eine Sauna und so. Und dann solche Sachen haben wir auch gemacht. Hat sie eigentlich mit mir wirklich gemacht und war mit ihr spazieren im Wald oder haben so Aktivitäten oder sind schwimmen gegangen und so. Mein Vater ist auch ein sehr ruhiger Mensch und der ist auch sehr gut so in sich und für ihn ist halt Fernsehen gucken, Tierduckus, kann man, manchmal, wenn ich bei ihm sitze, beruhige ich mich auch und so, jeder auf seine eigene Art und Weise. Mein Vater hat mit seinem Charakter, meine Mutter mit den Aktivitäten, die sie macht, um sich zu beruhigen, weil sie, glaube ich, eher schon so ein sehr lebendiges und getriebenen Charakter hat. Das habe ich auch so ein bisschen von mir, habe aber auch halt auch diese Seite von meinem Vater. Und das war so ein, das hatte ich manchmal gar nicht so. Ich habe es doch einfach manchmal verstieg, ich hatte vorhauke keine Zeit dafür. Ich hatte überhaupt gar keine Zeit dafür, weil wenn ich einen Kinofilm dann drehe, dann am nächsten Tag, da muss ich Text lernen, dann muss ich fürs Theater was vorbereiten, dann muss ich, also, und dann würde ich noch irgendwie sozialen Kontakt lieber an Menschen sehen, als dass ich jetzt nochmal alleine irgendwo hingehe. Also ich hatte auch einfach voll oft einfach keine Zeit dafür oder habe es entweder vergessen oder hab halt über das Geld nachgedacht. Es war immer eines dieser Sachen, glaube ich, keine Zeit, kein Geld oder wirklich vergessen. Oder halt auch gedacht, das brauche ich doch jetzt noch nicht. So, it's doch jetzt alles good. Ich muss jetzt nicht übertreiben, nur weil ich jetzt here and da. So ich habe glaube ich gar nicht realisiert, ich habe mich überhaupt nicht so Princess Treatments gegeben. Ich war gar nicht so, nee. Und jetzt ist es komplett anders so geworden bei mir. So ich gucke richtig so, dass ich mich echt wie eine Prinzessin behandle. Vor allem sehe ich das ja nicht. Ich sehe ja nicht meine Kolleginnen zu Hause, was sie mit sich machen. Ich sehe sie ja nur bei der Arbeit. So. Und dann habe ich mal immer mehr angefangen zu quatschen mit, meine ich, ja, ich habe hier meine Schakti-Matte, diese Matte mit diesen Nadeln, da lege ich mich 20 Minuten drauf, fand ich ah spannend. So ja, ich gehe oder geh doch mal eine Runde spazieren und so, nicht direkt nach Hause, hier um die Alza, stimmt, eigentlich kann man auch. Und so, und ich habe halt immer mehr dazugelernt und habe das zum Teil auch mit meiner Familie gemacht. Zum Teil aber war es schon eine Grundspannung immer zu Hause, so dieses, dass alle sehr aufgeregt waren. Also wir waren jetzt nicht immer und immer sauber machen. Also es war, als wir vielleicht Serien geguckt haben, waren wir mal entspannt oder im Wintergarten mal geraucht wurde und gequatscht wurde oder Tee getrunken wurde, gegessen wurde. Aber es war auch immer sehr angespannt und so sehr, es ist ja auch voll schön, aber es ist auch sehr anstrengend, glaube ich. Deswegen konnte ich mir selber irgendwie das nicht so, ja, nicht so ganz verstanden, wann ich mich entspannen muss, wann nicht. Und vor allem, wenn du auf so eine Autobahn auf 200 kmh fährst, was sich ja voll toll anfühlt, weil du schaffst dann deinen Dreh, du schaffst deinen Text, du freust dich auf das Geld, du blabala und man bleibt ja auch in diesen tollen Hotels, das ist ja immer auch richtig schön, finde ich, mal so, mal so, aber wenn man so dreht, wenn du auf dieser Autobahn bist, bist du ja auch nicht so auf einmal, okay, und jetzt entspannen. Also wenn du einen bestimmten Pegel in diesem Beruf hast, man brennt ja für etwas und deswegen brennt man ja auch aus. Und wenn du da wirklich so getrieben bist, ist es auch voll schwierig zu sagen, so, und jetzt mal aufs Land. Es ist natürlich auch voll schön, wenn Leute sich so applaudieren, dich loben, dich bestätigen, du gut bist in dem, was du machst, dass du mehr vielleicht in deiner Rolle Raum nehmen kannst oder so, oder Texte, so Dinge hinbekommst. Und dann ist es natürlich auch richtig toll. Es ist ja auch eine Sache, die ich ja voll mag. Ich mag das ja auch, mich damit zu beschäftigen, mich abzulenken oder Premieren feiern. Ich liebe es, feiern zu gehen. Also ich glaube, ich liebe dieses Lebendige und das ist für mich so dieses, so dreht sich die Welt weiter und ich bin darin und bin hautnah dabei und bin ein Beitrag dazu. Und dann habe ich aber auch meine Eltern, die ja ländlich aufgewachsen sind und auch auf dem Land gearbeitet haben, also auch unter anderem auch als Bauern, aber auch mit anderen so Tätigkeiten. Aber ich kenne ja auch dieses Dorf von meinem Vater und von meiner Mutter und diese Ruhe und einfach nichts zu haben, ist auch unglaublich schön. Aber ich habe für mich herausgefunden, ich mag halt beides, weil auf Dauer nur da zu sein, wäre für mich keine Entwicklung und ich muss immer, ich will immer gerne mich weiterentwickeln, wohingegen auch mein Cousin dort seine eigene Bücherei aufgebaut hat mitten im Dorf und so, die sich ja das auch weiterentwickeln. Sie schlafen oder leben da halt nur und trotzdem fahren sie zur Arbeit, sozialisieren sich. Und gleichzeitig mag ich aber auch dieses Fotos machen, Agenturen drehen. Jetzt bin ich nächste Woche bei der Berdinale, da freue ich mich richtig drauf. Ich liebe halt beide Welten, glaube ich, aber meistens so diesen Kontrast dazu. Und du kannst aber nicht einen Kontrast schaffen, und das ist leider am Theater, finde ich, ein sehr großes Problem. Aber das ist auch dieser Beruf leider. Ich muss jetzt zwei Monate durcharbeiten, habe im besten Fall noch nebenan noch Projekte. Zum Beispiel drehe ich drei, vier Drehtage, habe aber gleichzeitig ein Theaterprojekt, das geht acht Wochen. Da probiert man jeden Tag sieben Stunden jetzt mittlerweile. Da proben wir morgens bis abends, da muss ich Text lernen. And then geht schon direkt das nächste Projekt los. Das ist auch bei ganz oft so. Zum Beispiel heute Premiere morgen geht schon direkt das nächste Projekt los. Hast halt fast gar nicht frei probst, sogar manchmal samstags, and then Hast du halt zum Beispiel richtig mal zwei Wochen ein Stück oder eine Woche am Stück sechs Monate später frei. Und da muss man sich richtig etwas bauen für sich, zu wissen, ich werde jetzt zwei Tage an diesen Wochen oder anderthalb Tagen wirklich mich entspannen und mir was überlegen, was ich mache. Weil es ist, finde ich, du gibst 380 Prozent und hast dann auf einmal so null. Also du hast dann komplett frei. Ich finde das schön, aber ich finde das auch trotzdem gefährlich. Und da muss man wirklich gucken, wie man sich das so einteilt. Das sind halt immer nur diese Phasenblöcke, so viel zu haben und dann plötzlich wieder nichts zu haben. Und so, das ist schon zum Beispiel wäre es voll cool, jetzt Januar, Februar geprobt, wäre cool, wenn wir einfach mal zwei Tage mehr frei hätten, vier Tage oder so. Samstag, Sonntag oder so ein paar Tage dazu. Aber in einem kollektiven Rahmen ist es nicht wie bei anderen Jobs, dass man so sagt, ich bin heute nicht da. Das macht man einfach aus Solidarität nicht. Das ist dann schon wieder die Leidenschaft und die Entscheidung, für die Gruppe da zu sein und so. Und ich kenne das ja von anderen Berufen zu sagen, nee, heute fahre ich mal nicht. Oder heute ist es jetzt nicht so wie zu kellnern oder zu sagen, heute gehe ich halt nicht zur Arbeit. Klar, jeder hat da auch seine Verantwortung, will ich niemandem auch absprechen. Aber ich denke mir schon, so krassen Blöcken wünsche ich mir schon manchmal dazwischen auch so eine Pause und so.

SPEAKER_00

Wofür gibst du denn Geld für dein Princess Treatment aus aktuell?

SPEAKER_02

Princess Treatment aktuell gebe ich aus für uns Barb. Hat mir eine Massage gegönnt. Sehr schön, die haben sogar Hammermassagen, das habe ich schon ausgebucht. Das war sehr schön. Dann habe ich meine Schaklimatte, die es eh schon zu Hause. Ich erhole mir so Sachen aus meiner Kindheit, die mich sehr glücklich machen. Ich habe zum Beispiel so Spongebob-Kellogs gefunden. Ich habe das als Kind immer sehr gerne geguckt, so ein Cartoon-Zeichen-Trigger-Serie. So ganz kleine Sachen manchmal. Ich spaziere sehr gerne. Ich wohne ja direkt in der allen Räder am Wald. Es war so schön, weil ich so war am Wasser spazieren. Es war so gefroren, zugefroren und das Wasser war so zu so einem Herz geformt. Also das Wasser war wie so diesen Enten, Tieren. Ich mag, glaube ich, einfach nah mit Tieren zu sein. Ich reise sehr, sehr gerne. Ich glaube, ich gebe das meiste Geld für Reisen aus. Ich möchte sehr gerne auch immer unterwegs sein. Ich hole mir Klamotten, die ich mag, manchmal, die mir auch helfen. Zum Beispiel gute Schuhe, orthopädische Schuhe, nicht irgendwelche. Dann gibt es kulturelle Sachen, wie zum Beispiel Schmuck oder wirklich Goldschmuck zu holen. Das waren auch so Sachen von meiner Mutter, zum Beispiel hat sie mir so eine Goldkette gegeben, die wurde zwar geklaut, irgendwie. Aber das war für sie zum Beispiel voll wichtig. Ich habe mal nicht verstanden, warum sie mir das kippt, aber sie meinte, das ist wie, das gehört dir und das ist auch wie eine Anlage. Das kannst du nehmen und das ist so kulturell zum Beispiel. Habe ich voll oft nicht verstanden. Oder wenn man so bei Hochzeiten wäre Gold kätte, dann habe ich mich immer gefragt, warum ist das so? Aber es ist eigentlich nur eine Geste zu sagen, statt halt Geld zu geben, gibt man dir halt Schmuck, es sieht gut aus. Und wenn du dann dir was holen möchtest, kannst du es halt einlösen. Sowas finde ich zum Beispiel auch sehr schön. Ich bin mit meinen Freundinnen, ich gehe sehr gerne mit meinen Freundinnen gut essen. Ja, das sind so die ersten Sachen, die mir einfallen. Aktivitäten auf jeden Fall mag ich sehr. Das, was ich aber schaffe, ist, das Tüten ist, ich denke, jetzt auch auf Geld bezogen. Aber ich habe jetzt meine Wohnung zu Hause, für die zahle ich ja auch Geld oder ein Beamer, um Film zu gucken. Natürlich auch viel Instagram und einfach auf der Couch sitzen, den wiederum ich auch wieder bezahlt habe in meiner Wohnung und mit meinem Handy, was ich mir bezahlt habe und so.

SPEAKER_00

Ist denn dein Verdienst, das Gefühl zu dem Verdienst in dem Beruf, ist das besser geworden? Ist das einfacher geworden?

SPEAKER_02

Dass ich mehr verdiene, das Geld. Naja, das ist auf jeden Fall angenehmer geworden. Ich fand da den kaufmännischen Leiter am Taliertheater auf jeden Fall sehr schwierig. Da hat man oft nichts zueinander gefunden und ich habe mich auch nicht gewertschätzt gefühlt, bis hin zu Missverständnissen, die es gab, dass ich zum Beispiel weniger bezahlt wurde als meine Kolleginnen und so. Und ich darüber sprechen wollte, mir aber erstmal keine Gespräche angeboten wurden. Solche Sachen waren schon sehr, sehr, sehr einschneidend für mich. Und dann ging es so für mich mit dem Staatstheater Hannover los und hatte wirklich ein sehr angenehmes Gespräch mit der kaufmännischen, das ist aber nicht die kaufmännische Zeit, das weiß ich jetzt nicht genau was, aber mit Jana. Und dann war das zum Beispiel sehr schön. Also ich sofort konnte darüber sprechen und dann wurde mir auch so gesagt, dass es Erhöhungen geben wird. So, manchmal wurde das davor geheim gehalten, dann wurde gesagt, ja, ich gebe dir, sagen wir mal, von 3,3 auf 3, 4. Und dann gab es eh darauf das Jahr die Erhöhungen. Und ich wusste nicht, dass das quasi noch dazu kommt. Also die 100 Euro nicht mit der Erhöhung plus minus null ist, sondern mehr. Das habe ich zum Beispiel auch später gemerkt. Und da war auch die Frage, ob sowas dann mit Absicht verheimlicht wird und dann kurz vor der Erhöhung zu sagen, ja, 3, 3, 3, 4, obwohl das eh so sein wird. Und ich dann war so naiv und niemand hat mir das gesagt. Ich habe so wirklich erst anderthalb Jahre später gecheckt und habe das Geld auch nicht rückwirkend bekommen. Also bei solchen Sachen war ich wirklich so, das war überhaupt nicht gut. Und jetzt zum Beispiel in Hannover war es so, ah, weil man verhandelt ja jedes Jahr am Theater, das ist auch wichtig. Jedes Jahr wird es im Oktober für das nächste Jahr verhandelt meistens. Und ich wollte auch verhandeln fürs nächste Jahr schon. Und Jana meinte, wir wollen nicht abwarten, das ist jetzt auch die GdBA und so, es wird ja schon eine Erhöhung kommen. Es war nicht zum Beispiel so transparent, irgendwie so zu sowas zu sagen, weil ja, es ist einfach so, ich weiß nicht, warum man Profite macht, weil das ist ja so auch absurd. Wir haben gerade, wir machen, wir spielen gerade Menschen, die Roboter sind für so ein Projekt, und das wird von zwei Vereinen gefördert. Einmal mit der Gruppe, mit dem Kollektiv, Warme Winkel und einmal von dem Staatstheater Hannover. Und wir haben so Roboterhunde und diese Roboterhunde kosten pro Teil 3000 Euro, Kostüme, Stühle, Designerschule 3000 Euro. Wir haben Kostüme-Bühnenbilder, oder teilweise werden für Projekte für so mit Kiri, weiß ich noch im Talia, bestimmte Schauspielerinnen, die auch Influencerinnen sind, eingeflogen und bezahlt. Dann denke ich mir, da, das ist halt der Klassismus so, da bin ich so, was ist es denn jetzt? Warum bekomme ich monatlich so und so viel? Aber die Person wird als Gast so eingeflogen und der Star-Schauspieler bekommt so viel. So, warum, also da habe ich richtig auch einen Klassismus gespürt. Und ja, genau.

SPEAKER_00

Hast du denn das Gefühl, dass da, wo du heute stehst, dass du dir das selber erarbeitet hast, würdest du das sagen?

SPEAKER_02

Auf jeden Fall. Das würde ich so auf jeden Fall von mir behaupten. Von Biss Musical-AG, bis hin zu Freundinnen und Community, bis hin zu Widerfreundinnen, die mich dann für Jugendclubs an Hannover vorgeschlagen haben, bis hin zu Projekten, mit denen ich angefangen habe, Geld zu verdienen, bis hin zu derselbe Regisseur mich ein Jahr später anruft und mich richtig offiziell als Gastvertrag und mit einer richtigen Rolle besetzt, bis hin zu mit dem Geld dann mich für das Studium bewerben. Für die Vorsprechreisen, die kosten ja auch Geld, da hinzufahren. Die Vorsprechen an sich kosten nochmal Geld, Unterkunft kostet Geld, das ist ja alles mit deinem Körper. Du musst da ja wirklich hin, du kannst ja kein Zoom-Meeting damit machen. Das hat sich jetzt geändert, aber ja. Auf jeden Fall, diese ganzen Steps, ja, würde ich schon sagen. Und hier und da, also mir hat niemand im Weg gestanden. Meine Familie hat mir nicht gesagt, mach das. Also klar, einmal ist es mal so raus, also einmal kam dann so ein Satz mit: Bist du dir sicher, du hast so viele Absagen, dass du das dann machen willst. Aber das haben sie ja nur gesagt, weil sie es nicht verstanden haben, wie so ein Vorsprechen funktioniert, dass man ein paar Mal abgelehnt wird und es gehört halt einfach dazu. Aber mir wurde auch nicht so nicht so Steine in den Weg gelegt. Und hier und da wurde mir auch ein bisschen auch Geld gegeben. Aber ich würde sagen, und das sagen mir auch immer alle, meine Cousinen, sogar meine Familie sagt mir das, das hast du selbst aufgebaut und so, das hast du selbst hingekriegt. Was sie aber nicht, was ich aber finanziell vielleicht noch mental, aber ich finde schon, dass emotional und so, dass auf eine Art und Weise meine Familie, wie sie kommt, auch für mich da waren, finde ich. So, auch ein bisschen mit Geld und sowas auch.

SPEAKER_00

Und wenn du darüber nachdenkst, ich weiß noch nicht genau, was in unserem Gespräch, was sozusagen, was du als die andere Seite erlebst, ich versuche das ein bisschen zu erklären. Also meine Frage, die ich stellen will, ist, was würdest du dir von der anderen Seite wünschen? Und dann ist es damit immer so ein bisschen die Geldseite gemeint und es kommt ein bisschen drauf an, wo man das wie erlebt, um ein offeneres, individuelles Gespräch zu Geld zu haben. Also ich weiß nicht, ob so die Beispiele mit den Stipendien oder vielleicht ist es doch hier auch noch mehr diese Klassismusfragen und so weiter. Bei den Sachen, die dir so unterwegs quasi passiert sind, was hättest du dir vielleicht anders gewünscht von der anderen Seite?

SPEAKER_02

Von den Personen, die mir das Geld geben, meinst du?

SPEAKER_00

Ja, oder auch nicht geben, oder sozusagen, wo du das Gefühl hast, weil du meintest, du fühlst dich im Theater, ne, oder hast dich im Theater nicht immer hundertprozentig manchmal wie du selber gefühlt, mit dem gleichen Selbstbewusstsein. Was wäre auf der individuellen Ebene, weil es gibt natürlich die systematische Ebene oder die politische und so weiter, aber so auf der ganz, ganz persönlichen Ebene. Was hättest du dir da so gewünscht und was waren vielleicht eben auch so Erlebnisse, an die du das knüpfst?

SPEAKER_02

Ich glaube, als allererstes würde ich mir wünschen, dass ich wirklich gesehen werde und wahrgenommen werde mit den Dingen und dem soziokulturellen Background, aus dem ich komme. Und dass das einfach einmal verstanden wird. Sei es mein Dramaturgielehrer, der denkt, ich habe zu viel zu wenig gelesen und ich ihm sagen muss, ja, wir hatten noch nicht mal einen Laptop zu Hause und wir haben halt, wir waren keine so gebildete, aristokratische Lesefamilie und wir konnten uns das auch nicht immer leisten, uns Bücher zu kaufen oder sowas. Bisschen zu hin zu, ja, wenn ich mit dem kaufmännischen Leiter spreche und ihm sagen muss, hey, ich muss hier noch 10.000 Euro BAFEG zurückzahlen, ich kriege hier so und so viel Geld, ich pflege meine Mutter in Hannover, ich muss regelmäßig nach Hannover fahren. Ich werde da benötigt, weil wir uns alle um sie kümmern. Ja, will ich einfach, dass diese Leute in ihrem Bubble rauskommen und wirklich gucken und auch selber wirklich in diese Räume gehen und so. Und nicht immer nach Logik und Rationalität sagen, so und so müsste es jetzt sein, so und so, sondern zu sagen, noch immer wach zu bleiben. Es gibt aber auch solche intersektionale Schnittpunkte, sei es, was ist eine rassistische Benachteiligung, diskriminierende Benachteiligung, was für eine Arbeitnehmerin habe ich gerade hier. Was ist für sie eigentlich, wenn sie mal sagt, dass sie eine Woche zu ihrer Familie fahren will? Da hätte ich mir zum Beispiel, da war am Anfang so, nee, fahr mal nicht im Dezember. Weil viele Leute werden krank. Es hat eine Kollegin zufällig mitbekommen und das fand sie so blöd und ich hätte für mich aber da nicht einstehen können, weil ich keine künstlerische Familie habe. Ich hatte keine Allies, ich hatte keine verbindende Person gehabt on meiner Seite, mit der ich einchecken konnte. Jetzt ist es in Hannover nicht mehr so. Aber ich war einfach sehr allein und sehr einsam damit und habe mich immer selber in Frage gestellt. And ab und an aber konnte ich darüber reden, oder Leute haben es mitbekommen, and da war es auch sofort so, wurde es mir dann sofort genehmigt. Ich durfte dann in die Türkei fliegen. Aber ich hätte es in dem Moment einfach, hätte ich es einfach angenommen. Ich hatte einfach gesagt, ja, okay, das ist so. Weil ich war dann wirklich, auch weil es mein erster Beruf war und ich natürlich meinen Beruf nicht verlieren wollte, habe ich schon viel so nicht für mich eingesetzt, weil ich dachte, für mich einsetzen bedeutet, dass ich mich gegensträube und das ist unprofessionell. Aber für sich einsetzen und zu sagen, nee, ich habe jetzt frei, heißt nicht, dass ich nicht arbeitstüchtig bin oder dass ich nicht, das heißt einfach nur, ich will gesund bleiben. Und diese Selbstliebe oder diese Selbstwert, das habe ich nicht verstanden. Ich wusste nicht, dass man das geben kann. Ich würde mir einfach wünschen, dass das immer, immer, immer, immer sensibel bleibt und empathisch und offen bleibt. Wenn eine Person mir am Telefon sagt, du darfst jetzt nicht in die Türkei fliegen, weil kann ja jemand krank werden kann zu sagen, ja, wir haben aber auch 38 andere Menschen im Ensemble. Und Melanie darf mal einmal im Jahr mal ihre Schwester und ihre Familie besuchen. So genau wie auch ein Jonas, das in der Schweiz macht, oder eine Anna, das in Wien macht, indem sie zwölf Stunden mit dem Zug oder mit dem Nachtzug nach Basel fährt, fliege ich halt drei Stunden in die Türkei. Und das ist einfach normal, wenn man auch internationale. Und da auch, ja, das, das ist dann natürlich, mach ich mal so mit dem Weihnachtsgeld und so und Sommergeld, nämlich mache ich das damit. Ich finde es schon, es ist auch eine Sensibilität, wenn man so interkulturelle, internationale Personen hat im Ensemble zu sagen, wie kann man da das machen oft bei Gastverträgen, aber wie kann man da auch finanziell diese Person unterstützen? Ich glaube, das ist so das Erste, was mir ehrlich gesagt einfällt. Sonst müssen wir mal drüber nachdenken.

SPEAKER_00

Habe ich denn auch irgendwas dich nicht gefragt, was dir die ganze Zeit schon auf der Seele brennt zu dem Thema und einfach bisher noch gar nicht aufgetaucht ist?

SPEAKER_02

Ich würde gerne, ja, falls jemand Geld schenken möchte. Der Aufruf. Falls jemand mich unterstützen möchte im künstlerischen, ich glaube freue ich mich sehr. Weil es gibt ja wirklich Menschen wie in Frankreich, so in Paris fördert ja eine private Person, diese Opernhäuser und so. Oder in der Musikbranche, ein Ballett gibt es ja auch immer so Personen, die so KünstlerInnen fördern. Und ich habe da richtig Lust drauf. Ich finde das Konzept so schön, zu sagen, ich bin da, unterstütze die Person. Ich habe dann so eine theaterunterstützende Familie oder irgendwie eine Person oder so. Da muss ich viel denken. Und ich bin so, es ist ja da. Aber ich war, glaube ich, auch so naiv und so glücklich mit meinem Beruf, mit mir selbst, dass ich vergessen habe, man kann ja auch einfach Menschen daran unterstützen. Und ich will einfach den zuhörenden Menschen sagen, dass gute Künstlerinnen werden damit geboren und leben damit, dass sie gesehen werden und dass sie gefördert, gefordert werden und dass in sie investiert wird. And that können nicht alle gleichzeitig machen. I have colleaguen gehabt, die kommen aus sehr wohlhabenden Familien, haben schon als Kind ihre Eltern künstlerisch gefördert, finanziell als auch so, weiß ich nicht, auch emotional und so. Und das ist nicht mit allen Künstlerinnen so. Viele kommen aus sehr traumatischen Erlebnissen und haben diesen Stress internalisiert, die sie dann leider im Berufsleben dann nochmal fortsetzen. Und ja, ich glaube, es wäre, es ist einfach was Schönes, generell auch in Deutschland künstlerische Personen, Schauspielerinnen und wer auch immer mehr zu wertschätzen, wie auch in anderen Kulturen und Ländern, dass man nochmal da wach wird und sagt, was für eine Arbeit dahinter steckt und was für eine Hingabe dahinter steckt mit dem eigenen Körper, mit dem Verstand und sich selbst auf diese Bühne zu gehen und einfach zu funktionieren, das ist wirklich eine richtig hohe Kunst, finde ich. Und dass das auch zu bestimmten Uhrzeiten und einer bestimmten Menge immer klappen muss. Und da freut sich das Theater, und Hannover wird leider auch Kürzungen haben, auch im Staatstheater, dass die Kultur einfach unterstützt wird. Und ich freue mich, wenn ich unterstützt werde. Und wenn auch andere künstlerische Personen darin gesehen werden, weil ich möchte auf jeden Fall weiter wachsen, ich möchte drehen, ich möchte international drehen, ich möchte nicht später zurückgucken und sagen, ich hätte, aber ich hatte einfach das Geld nicht dazu oder ich habe mich das nicht getraut oder habe das Geld dann für immer beiseite gelassen, weil ich halt nicht wusste, ob ich Gesundheitliches einsetzen werde oder für mein BAföG oder für meine Schulden. Aber ich will ja auch mein Geld für mich einsetzen, um mich künstlerisch weiterzuentwickeln. Und ja, darin ist immer eine Unterstützung, ja, finde ich, sehr, sehr, sehr Gold wert.

SPEAKER_01

Das ist so das, was mir erstmal einfällt.

SPEAKER_00

Ja, das ist doch ein sehr schönes Schlusswort für unser Gespräch, die Unterstützung für die Kunst und dich. Danke dir auf jeden Fall, dass du hier hast. Wenn man schon den Raum hat.

SPEAKER_01

Wenn man schon den Raum hat, dann kann ich mir schon mal eine nett nachfragen.

SPEAKER_00

Die können mir gerne folgen. Was ist dein Instagram-Account? Ich heiße das nicht.

SPEAKER_01

Also Mediam M-E-R-Y-E-MRU, wie man spricht.

SPEAKER_02

E B-R-U und dann OEZ ist. Und sonst kann man einfach Miriam Schauspiel Hannover googeln, dann müsste eigentlich was kommen. Und wenn man irgendwie googelt, berühmte Schauspielerin aus Hannover, komme ich wohl auch. Das hat mir unsere Chefdramaturgin gezeigt, lustigerweise, weil sie das so nachgeguckt hat. Ja, kommt mir gerne zugucken, wie Spiele. Wir haben jetzt Premiere mit am 27. Februar mit Hamlet, A to D2 or not to be too. Dann haben wir tolle Projekte mit Toshiki Okada. Das wird ab Mai Premiere haben. Ja, ich freue mich zu drehen oder und auch vor allem, ja, vielleicht hört ja jemand zu aus Hannover und man lernt sich ja persönlich kennen. Das wäre doch bestimmt schön.

SPEAKER_00

Danke, liebe Miriam. Das ist schön, dass du da warst. Danke für das Gespräch. Und all die Einsichten. Und was du hast entschuldigt. Miriam macht ein Gesicht. Ich weiß nicht, was das Gesicht bedeutet.

SPEAKER_02

Letzte Sache ist natürlich meine Fifty Shades of Miriam. Ich weiß nicht, hast du es gehört oder nicht? Ich habe es noch nicht gehört. 50 Shades of Miriam war so ein deutsches Funkkulturprojekt. Das würde ich auf jeden Fall auch ans Herzen legen. Darüber wollte ich auf jeden Fall reden. Das ist dann bei mir auch ein bisschen untergegangen. Das heißt 50 and wir haben daraus dann ein Theaterstück gemacht, das heißt 50 and One Shades of Mariam am Taliertheater. Und genau, das ist auf jeden Fall ein tolles, auch ein Podcast, was wir mit zwei Freunden von mir aufgenommen haben. Und das kann ich euch sehr ans Herzen legen.

SPEAKER_00

Da geht es um dich. Kannst du einen ganz kurz sagen, was.

SPEAKER_02

Das ist ein Road Movie. Also wir haben es als Road Movie als Podcast gemacht. Und es gibt keine Erzähler oder Erzählerin. Man wird wirklich wie Kaleidoskopartig von der einen Geschichte in die nächste genommen. Es beginnt irgendwie in Hamburg, dann ist plötzlich am Meer. Ein Samsung ist Hybrid zwischen Hannover, meinem Leben in Hamburg, meiner Familie, meiner Familie auch in der Türkei. Und wir bringen halt diese unterschiedlichen Welten in diesem Podcast zusammen und wurde da zwei Jahre lang begleitet in meinem Leben und daraus ist halt dieser tolle Podcast entstanden, das auch überall zu hören. Und dann halt auch unser Theaterstück mit Camilla Feders als Regisseurin. Das war auch ein richtig tolles Theaterstück. Und ja, cool.

SPEAKER_00

Danke, schaut rein und genau, hört rein und danke, dass du da warst, Mam. Ich danke dir, Körper. Danke. Ciao, ciao. Ciao, ciao. Danke an alle Menschen, die uns heute und bis hierher wieder zugehört haben. Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben möchtet, dann folgt doch nicht nur der Mediam auf Insta, sondern auch dem Podcast. Und an das Punkt habe ich mir selbst erarbeitet. Dort könnt ihr euch in der Bio auch gerne für den Newsletter anmelden. Und falls ihr richtig vorher gefangen habt, dann unterstützt den Podcast doch gerne auch auf Patreon. Da könnt ihr im Moment auch die exklusive Bonusfolge mit Sandra hören, die für eine internationale Grundeinkommensinitiative arbeitet. Und als reguläres Dankeschön könnt ihr natürlich auch schon wieder die Folge von nächsten Monat anhören. In dem Fall ist das mein Gespräch mit Nino Einbeck. Sein heutiges Leben entspricht zwar in vielerlei Hinsicht dem, was man gemeinhin als bürgerlichen Standard bezeichnen würde, aber für ihn war der Weg keineswegs selbstverständlich, denn seine schulische Laufbahn war zunächst geprägt von vielen sozialen Problemen, aufgrund der er lediglich die Hauptschulempfehlungen bekam. Und trotzdem hat er sich kontinuierlich weiterqualifiziert bis zum Master und arbeitet heute als Person. In Hannover mit einem Bruttoverdienst von 7000 Euro. Ich danke euch, ich bin gespannt auf die nächste Folge und bis dann!