Das habe ich mir selbst erarbeitet

Von der Hauptschulempfehlung zur bürgerlichen Mitte - Die Geldgeschichte von Nino Einbeck

Caroline Season 1 Episode 8

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Nino Einbeck wuchs bei seiner alleinerziehenden Mutter auf. Sein heutiges Leben entspricht zwar in vielerlei Hinsicht dem, was gemeinhin als „bürgerlicher Standard“ gilt – für ihn jedoch war dieser Weg keineswegs selbstverständlich: Seine schulische Laufbahn war zunächst von sozialen Problemen geprägt aufgrund derer er lediglich die Hauptschulempfehlung bekam. Trotzdem qualifizierte er sich beruflich kontinuierlich weiter bis hin zum Masterabschluss.

Er arbeitet als Bereichsleiter bei der Landeshauptstadt Hannover und ist zusätzlich als Honorardozent am Niedersächsischen Studieninstitut für kommunale Verwaltung tätig. Insgesamt verdient er knapp 7.000 Euro brutto. Er lebt mit seiner Familie in einem eigenen Reihenmittelhaus in der Region Hannover. für den Immobilienkredit zahlt er rund 1.100 Euro monatlich, ergänzt durch 300 Euro für einen Bausparvertrag.

Sein aktuelles Nettovermögen liegt – je nach Bewertung – zwischen 50.000 und 150.000 Euro. Den höchsten Kontostand seines Lebens schätzt er auf etwa 30.000 bis 50.000 Euro.

In der Folge sprechen wir über seine Entwicklung, Glück und die Frage, wo er sich heute zugehörig fühlt.

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SPEAKER_03

Hallo und willkommen zurück zum Podcast. Das habe ich mir selbst erarbeitet, wo es darum geht, anhand von ganz persönlichen Geldgeschichten das Narrativ vom selbst erarbeiteten Wohlstand etwas auf den Prüfstand zu stellen. Und ich freue mich heute mit Nino Einbeck zu sprechen. Hallo lieber Nino, schön, dass du da bist oder schön, dass wir sprechen können, auf jeden Fall. Und ich stelle dich einfach mal kurz in Zahlen vor und dann starten wir rein. Also Nino Einbeck wuchs bei seiner alleinerziehenden Mutter auf und sein heutiges Leben entspricht zwar in vielerlei Hinsicht dem, was man gemeinhin als bürgerlichen Standard bezeichnen würde. Aber für ihn war der Weg keineswegs selbstverständlich. Seine schulische Laufbahn war zunächst von sozialen Problemen geprägt, aufgrund derer er lediglich die Hauptschulempfehlungen bekam. Und trotzdem qualifizierte er sich dann beruflich kontinuierlich weiter bis hin zum Masterabschluss. Heute arbeitet er als Bereichsleiter bei der Landeshauptstadt Hannover und ist zusätzlich als Honorardozent am Niedersächsischen Studieninstitut für kommunale Verwaltung tätig. Und insgesamt verdient er damit knapp 7000 Euro brutto. Er lebt mit seiner Familie in einem eigenen reinen Mittelhaus in der Region Hannover und für den Immobilienkredit zahlt er ca. 1100 Euro monatlich, ergänzt durch 300 Euro für einen Bausparvertrag. Dein aktuelles Nettovermögen liegt je nach Bewertung des Hauses zwischen 50.000 und 150.000 Euro und den höchsten Kontestand deines Lebens schätzt du auf ca. 30.000 bis 50.000 Euro. Hallo lieber Nino, schön, dass du mit mir redest. Schön, dass wir heute quatschen können.

SPEAKER_00

Ja, hallo, danke für die Einladung.

SPEAKER_03

Wie viel Bargeld hast du denn jetzt gerade in deinem Portemonnaie?

SPEAKER_00

Ja, tatsächlich. Also ich habe auch kein Portemonnaie und jetzt, da ich zu Hause bin, auch kein Bargeld in der Hosentasche tatsächlich. Aber sonst habe ich immer so Bargeld in der Hosentasche, wie viel ich gerade brauche. Das ist mir ein bisschen unangenehm zu sagen, aber passt ja eigentlich auch ganz gut zum Thema. Ich habe manchmal auch einen größeren Bargeldbetrag, also durchaus vierstelligen Bargeldbetrag auch manchmal in der Tasche. Genau, aber gerade tatsächlich nichts dann, ja.

SPEAKER_03

Aber du, wenn du sagst, du hast keinen Portemonnaie, meinst du, du hast es jetzt gerade nicht in deiner Nähe oder du trägst normalerweise kein Portemonnaie mit dir rum?

SPEAKER_00

Nee, ich trage keinen Portemonnaie mit mir rum. Also ich habe so einen Cardholder, wo eben Führerschein Führerschein gar nicht dabei hast, da drin Personalausweis und die Bankkarte sind da drin. Genau, und sonst habe ich mein Bargeld immer so in der Hosentasche einfach. Deswegen Portemonnaie habe ich tatsächlich keins. Nee.

SPEAKER_03

Ach krass, okay. Das ist auch eine Premiere, jemand ohne Portemonnaie. Und dann hast du aber unter Umständen einen hohen Geldbetrag, Cash, einfach so in der Hosentasche oder Jackentasche oder so.

SPEAKER_00

Ja, das kommt durchaus vor, ja.

SPEAKER_03

Und gibt es dafür, hat das eine rationale Anbindung an sozusagen, okay, so und so viel Geld habe ich gerne dabei, weil oder ist das einfach so aus dem Gefühl raus?

SPEAKER_00

Ich fühle mich schon irgendwie wohler, wenn ich Bargeld dabei habe, obwohl ich eigentlich auch alles mit Karte bezahle. Also deswegen gerade kleine Beträge auch zahle ich immer am liebsten mit Karte, mit dem Handy ja auch. Deswegen so selbst die Karte aus dem Portemonnaie benutze ich eigentlich gar nicht mehr, weil das ja wirklich super funktioniert, auch dann übers Handy. Aber wenn ich ohne Bargeld unterwegs bin, fühle ich mich auch irgendwie unwohl. Ich habe das immer gerne als Backup so dabei. Oder man kann ja auch nicht überall mit Karte zahlen, deswegen habe ich das gerne dabei. Und ich glaube, es kommt so ein bisschen daher auch, also ich nutze das auch so ein bisschen, um so ein sparen für Ausgaben, also für so Spaßausgaben, sage ich mal. Also ich versuche auch quasi den Bargeldbetrag auch immer zu erhöhen und das ist dann Geld, was ich eben auch auf den Kopf hauen kann.

SPEAKER_03

Ah, verstehe. Also du legst dir quasi wie so Bargeld immer zur Seite, zur Seite und dann kannst du damit irgendwas Schönes machen.

SPEAKER_00

Genau, ja.

SPEAKER_03

Und gibt es dazu irgendeine, also gab es mal eine Situation, in der du Bargeld gebraucht hättest und du hattest keins dabei und deswegen bleibt so dieses Grundgefühl? Oder ist das wirklich einfach mehr so, okay, man hat das halt im Kopf und man denkt, ja, man kann nicht überall mit Karte bezahlen und so weiter? Oder warst du wirklich auch mal in einer Situation, wo das passiert ist?

SPEAKER_00

Also nicht, dass ich mich daran erinnern könnte. Ich habe tatsächlich auch so ein bisschen überlegt, woher das kommt. Weiß ich auch gar nicht genau. Ich weiß nur, dass, also meine Mutterhandhabt, das tatsächlich auch so, dass sie so Rücklagen für sich in Bargeld hat. Also wir reden da jetzt nicht über so Riesenbeträge, aber weiß ich gar nicht, ob ich das unbewusst ein bisschen daher tatsächlich auch übernommen habe. Also ich weiß noch, ich habe das auf jeden Fall auch mal gemacht. Und vielleicht ist das auch tatsächlich ein bisschen erlernt, aber das ist dann eher das Geld, was man so zu Hause unterm Kopfkissen hat eigentlich. Also es passt nicht direkt dazu, das dann auch mit sich zu tragen. Da hatte ich keine Situation, wo ich mal blöd da stand, weil ich kein Geld hatte. Zum Glück nicht, ne.

SPEAKER_03

Okay. Und erinnerst du dich denn noch, ob und wie viel Taschengeld du bekommen hast? Ich meine, das variiert natürlich auch je Alter, aber sagen wir mal so im älteren Kindesalter, frühe jugendliche Zeit. Also ich wüsste es jetzt auch, ich könnte es auch nicht mehr genau auf mein Alter runterbrechen, aber sagen wir mal so mit elf oder zwölf oder so.

SPEAKER_00

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich kein Taschengeld bekommen habe.

SPEAKER_03

Okay, gar keins.

SPEAKER_00

Genau. Also ich glaube, ich habe nie in meinem Leben Taschengeld gekriegt.

SPEAKER_03

Und wie hast du das dann so gemanagt? Also wenn man jetzt irgendwas unternehmen wollte, hast du dann trotzdem mal Geld bekommen oder gab es das dann einfach nicht? Musste man sich da ein bisschen einschränken? Und wie genau, wie hast du das so wahrgenommen, vielleicht auch?

SPEAKER_00

Ja, also ich habe immer Geld bekommen, wenn ich es brauchte, sozusagen. Das hört sich jetzt sehr luxuriös an. Aber war es nicht, da kommen wir vielleicht noch auch hin. Aber es gab quasi nicht so wie bei anderen irgendwie einmal im Monat, in der Woche irgendwie, dass ich einen Geldbetrag bekommen habe, sondern immer dann, wann ich es brauchte, hat meine Mutter mir in meiner Erinnerung Geld gegeben oder halt auch Sachen für mich gekauft. Also ich glaube mit, ich weiß gar nicht, mit elf, ob ich da schon selbst einkaufen gegangen bin. Also ich weiß, irgendwann habe ich mir auch dann quasi aus Geschenken, die man bekommen hat, haben wir immer Geld oder habe ich mir Geld zur Seite gelegt und dann bin ich mal mit meinen Freunden einkaufen gefahren in eine nächstgrößere Stadt. Da hatte ich auf jeden Fall auch dann Geld dabei, habe da vielleicht dann auch nochmal was bekommen. Aber ja, also so regelmäßig Taschengeld habe ich nie bekommen, sondern ich habe immer gefragt und kann mich aber auch tatsächlich nicht mehr daran erinnern, wie großzügig ich gefragt habe oder fragen konnte. Genau, aber auf jeden Fall gab es da keinen festen Betrag oder kein Taschengeld. Das weiß ich noch, ja.

SPEAKER_03

Okay. Und weißt du noch so Beispiele für was für Sachen du dann gefragt hast? Also was war das dann, wo du gefragt hast, kann ich dafür was haben?

SPEAKER_00

Nee, da kann ich mich, wüsste ich jetzt gar nicht. Also ich überlege so mit, was ich noch so ein bisschen auf dem Schirm habe, war, irgendwie Klamotten kaufen. Das wurde ja auch dann irgendwie, gerade so in dem Alter, glaube ich, auch 10, 11, eher ein bisschen älter vielleicht ein Thema. Da weiß ich, ist meine Mutter dann auch manchmal mit mir mitgekommen und hat dann tatsächlich auch bezahlt. Oder wenn wir eben wohin gefahren sind, wobei ich meine, das hätte ich mir auch immer dann vorher zur Seite gelegt. Also ich glaube, das waren eher so kleine Sachen wie, wir gehen ins Schwimmbad und ich brauche irgendwie 10 Euro, irgendwie so in dem Rahmen, aber jetzt an was Spezielles oder gefühlt war ich auch, jetzt wo ich so nachdenke, auch oft, dass meine Mutter dabei war, wenn ich irgendwie was haben wollte. Also eher, dass wir einkaufen waren und dann gab es irgendwas, was ich gern gehabt hätte. Aber jetzt so, wo ich selber losgegangen bin und dafür Geld brauchte, habe ich wirklich gar nichts mehr mehr in Erinnerung.

SPEAKER_03

Und hast du denn als Kind oder Jugendlicher, hast du Geld da schon so wahrgenommen, sag ich mal? Also gab es irgendwie, weiß ich nicht, hatte man das Gefühl, ich bräuchte eigentlich mehr Geld oder hast du das vielleicht in Bezug auf deine Eltern oder irgendwas wahrgenommen? Oder ist dir das eigentlich erst viel später aufs Radar gekommen als Thema, sag ich mal, im weitesten Sinne, dass es Geld gibt und dass man das braucht und wo man das eigentlich herbekommt und so weiter?

SPEAKER_00

Also ich glaube tatsächlich erst viel später. Vielleicht ist deshalb auch meine Erinnerung nicht so gut. Also ich habe relativ früh ja angefangen, eine Ausbildung zu machen und hatte dann relativ früh auch selbst Geld zur Verfügung. Also vielleicht kommt es auch daher und ich weiß auch vorher, habe ich immer geguckt, ob es irgendwelche Möglichkeiten gibt, eben selber ein bisschen Geld zu verdienen. Also das weiß ich noch. Also bevor ich dann meine Ausbildung gemacht habe, habe ich auch da immer geguckt, was gibt es so für Möglichkeiten mit irgendwie Sachen kaufen, verkaufen oder so, dass ich mir selber ein bisschen Geld verdienen kann. Aber davor war das tatsächlich kein Thema. Also jetzt in der Rückschau hätte ich das vielleicht doch anders bewertet. Aber als Kind, also vielleicht daher auch so naiv, war das gar kein Thema für mich in dem Alter. Und ich habe mit 16 die Ausbildung angefangen, vorher auch schon eben geguckt, dass ich hier und da mal ein paar Euros verdiene. Von daher, da habe ich dann schon relativ früh angefangen, selber Geld zu verdienen und damit dann auch umzugehen und das dann gemanagt. Die Zeit davor ist so in meiner Erinnerung irgendwie so, dass ich da immer mit meiner Mutter zusammen einkaufen war und deswegen gar nicht so jetzt immer fragen musste, irgendwie nach Geld oder halt dann eben zu Geburtstag, zu Weihnachten Geld bekommen habe und dann auch das irgendwie gemanagt habe da.

SPEAKER_03

Und weißt du noch, was dein aller allererster Nebenjob war, mit dem du Geld verdient hast?

SPEAKER_00

Also einen richtigen Nebenjob hatte ich, hatte ich nie. Ich habe mit 16 direkt die Ausbildung angefangen und da dann Ausbildungsgehalt bekommen. Vorher war es manchmal auch so, weiß ich gar nicht, Kleinigkeiten mit irgendwie Sachen, die man, also auf dem Flohmarkt Sachen verkaufen. Ich glaube, das war dann auch schon während der Ausbildung oder es war auch mal, ist ja gerade, gerade ist es, glaube ich, wieder weniger Trend, auch irgendwie so wie Sneaker kaufen und dann teurer Verkaufen, aber alles halt so in einem sehr, sehr geringen Maße. Also nicht so, dass da viel hängen geblieben wäre, aber immer so, dass man ein bisschen Geld hatte, um damit dann seinen Alltag zu gestalten.

SPEAKER_03

Also so quasi unternehmerische Tätigkeiten, irgendwas verkaufen, genau, so Ankauf, Verkauf, solche Ideen, solche Sachen hast du vorher oder während der Ausbildung dann gemacht.

SPEAKER_00

Genau, aber sehr unprofessionell oder sehr als dann auch ein bisschen anders, dass ich unternehmerisch ein bisschen groß finde dafür, aber ja schon so in die Richtung, ja.

SPEAKER_03

Okay. Und was für eine Ausbildung hast du dann gestartet?

SPEAKER_00

Ich habe Verwaltungsfachanstellter, nennt sich die Ausbildung gelernt. Also ich habe, genau, hattest du ja in der Ankündigung auch gesagt, habe die Orientierungsstufe, also Grundschule dann Orientierungsstufe, was ja gab es zu der Zeit noch und hatte da eben eine Empfehlung für die Hauptschule. Bin dann aber, weil die meisten meiner Freunde auf die Realschule gegangen sind, auch auf die Realschule gegangen. Und genau, bin da dann mit 15 oder 16, also ich habe einen Sommergeburtstag da quasi Ende 10. Klasse, dann die Ausbildung mit 16 angefangen. Also ich bin da auch nachgerutscht. Also ich habe nicht direkt im Sommer angefangen, sondern weil jemand anders abgesprungen ist, war es ein bisschen später, waren genau, weiß ich gar nicht. Bin auf jeden Fall nachgerückt und habe dann die Ausbildung zum Verwaltungsfach angestellten mit 16 begonnen.

SPEAKER_03

Ja, krass, wenn man mit Ausbildung, dann startet man natürlich auch so jung. Ich finde es auch mal so faszinierend, dann mit 16 in so eine Ausbildung reinzugehen. Hast du dir da vorher quasi Gedanken auch um dein späteres Gehalt gemacht? Oder wie bist du auf den, wie bist du auf den Bereich gekommen? Hast du das so richtig danach entschieden, okay, was sind dann meine Chancen da später oder so? Oder war das interessenbasiert oder wie bist du das angegangen, vor allen Dingen auch so jung?

SPEAKER_00

Ja, also ich hatte gar keine Ahnung. Also hast du es ja auch gesagt, also ich war in der Schule jetzt nicht so gut, habe auch nicht keinen guten Realschulabschluss und also ich sehe das, da sind wir schon sehr bei dem Bildungsthema. Ich finde das auch kritisch, in dem Alter zu entscheiden, was man irgendwie mal machen will. Also ich war auf jeden Fall noch nicht so reif zu dem Zeitpunkt und das war überhaupt keine bewusste Entscheidung, sondern war der Zufall, dass ich einen Bekannten hatte im Sportverein, der in dem Beruf tätig war. Deswegen habe ich mein Schülerpraktikum in der Realschule auch dort gemacht. Und das war so ein bisschen, ich hätte fast gesagt, das Einzige, was ich kannte. Also tatsächlich Zufall. Irgendwie halt so dieses, ich will mal im Büro arbeiten und dann ein Bekannter arbeitet bei der Stadt. Und ja, zu der Zeit war es eben auch so, man hat sich auf, also ich habe mich auf ganz viele Ausbildungen beworben. Und mit meinem nicht so guten Realschulabschluss, wo auch noch, ich glaube, sogar Arbeits- und Sozialverhalten mit Einschränkungen war, wurde man da eben meistens direkt aussortiert. Aber ich habe eine Zusage tatsächlich gehabt, wo ich auch nachgerutscht bin. Also es war überhaupt nicht durchdacht, sondern ja, eher eher so das Einzige, was ich kannte. Und ja, so ist es dann, jetzt kann ich sagen, glücklicherweise gekommen, ja.

SPEAKER_03

Und dann hast du trotzdem zu Hause gewohnt, auch noch wahrscheinlich, oder? Mit 16?

SPEAKER_00

Genau, genau, ja. Ja, also ich habe bei meiner Mutter gewohnt. Genau, die ganze Ausbildung, nach der Ausbildung bin ich dann ausgezogen, aber genau, da habe ich noch zu Hause gewohnt, beziehungsweise das war auch der Grund, wieso jemand abgesagt hatte, weil wir so Blockschulzeiten hatten, wo man an einen anderen Ort musste für mehrere Wochen. Und gerade in so einem jungen Alter ist es natürlich auch nicht so beliebt, dann von zu Hause weg zu sein. Deswegen ist da jemand abgesprungen und deswegen bin ich dann nachgerutscht und war für mich erstmal auch nicht so einfach, dann das erste Mal da für so einen Lehrgang mehrere Wochen weg von zu Hause zu sein. Aber gewohnt habe ich dann noch zu Hause bei meiner Mutter.

SPEAKER_03

Hat denn deine Mutter in der, sag ich mal, nach der Schule oder in der Schulzeit so ein bisschen versucht, Einfluss zu nehmen auf die Berufsrichtung? Oder warst du da eben auch relativ frei, also so, oder hat sie jetzt, hat sie versucht, dir irgendeine Richtung ans Herz zu legen und zu sagen, ja Mensch, aber mach doch mal das oder ne, so, oder warst du da eher selbstständig unterwegs?

SPEAKER_00

Also auf jeden Fall selbstständig unterwegs, ja. Also ich glaube, meine Mutter war oder ist da mit sich selbst genug beschäftigt gewesen und deswegen war das, also war das nicht so, dass sie Einfluss genommen hat oder dass wir auch irgendwie konkret drüber gesprochen haben oder so. Ich bin da immer so meinen eigenen Weg gegangen, ja.

SPEAKER_03

Und hat dich denn die Ausbildung quasi auch motiviert, weil du ja nur gesagt hast, dass du auch so ein bisschen mit sozialen Problemen zu tun hattest in der Schulzeit. Warst du motiviert, das zu machen? Oder warst du auch so ein bisschen, ach, eigentlich habe ich nicht so Bock?

SPEAKER_00

Ich weiß es gar nicht so genau. Irgendwie ging es auch immer, also dann Geld auch ums Geld verdienen natürlich. Also so ich war, da habe ich schon drauf geachtet, auf wie viel man in welchem Ausbildungsberuf verdient. Das war damals ja auch noch weniger, aber da waren die typischen Büro-tätigkeiten auch attraktiv, so. Wobei ich glaube, im ersten Ausbildungsjahr habe ich irgendwie 400 Euro verdient, was ja heute auch nicht mehr so viel ist. Aber also war für mich damals auf jeden Fall viel. Und genau, da ging es eher allgemein darum, was zu machen. Ja, ich war am Anfang, glaube ich, war ich sehr motiviert. Ich kann mich noch daran erinnern, auch in der Berufsschule. Das hat dann irgendwann nachgelassen. Da riss es dann auch irgendwann ein mit der Motivation. Genau, aber ja, war ich, also richtig, ich glaube, ich war ganz gut. Also ich habe eh so ein bisschen das Glück, dass ich so in der, oder manchmal auch Pech in der Schule nicht so viel machen musste. Also ich habe nicht gelernt, bin immer so durchgekommen, habe immer so viel gemacht, wie man musste. Dann ich glaube, zu Beginn der Ausbildung war ich motiviert und dann irgendwann habe ich auch da gemerkt, dass es auch so klappt. Da fallen mir so ein paar Situationen ein, wo einmal mir auch gesagt wurde, es wirkt nicht so gut, weil ich mir eben nie was mitschreibe. Und die Mitauszubildende, mit der ich das gemacht habe, war halt das Gegenteil. Die hat sich viel aufgeschrieben und ich hatte aber dann immer trotzdem die besseren Ergebnisse und irgendwie habe ich mich dadurch auch dann bestätigt gefühlt, was ich jetzt gerade nicht so clever finde, aber ja, das habe ich damals auch gedacht oder das hatte ich damals noch mehr, habe ich vielleicht heute immer noch ein bisschen, dass ich mir auch nicht so gerne was sagen lasse manchmal. Und genau deswegen war ich da nicht so motiviert. Eine Geschichte habe ich dazu auch noch, das weiß ich noch, bei der Abschlussprüfung hatten wir auch extra eine Woche Zeit, um uns auf diese Prüfung vorzubereiten. Und da bin ich nach Hause gefahren mit dem Zug für diese Woche. Und wir hatten uns vorher mit allen, die ja dann dort eben auch übernachtet haben, haben vorher so die Unterlagen zusammengestellt. Und auf der Rückfahrt habe ich mir auf der Hälfte der Fahrt das auch noch voll motiviert angeguckt. Und dann habe ich gedacht, okay, kannst du jetzt erstmal weglegen, ist genug. Hast ja noch die Woche zeitlich vorzubereiten. Und ja, dann weiß ich noch, wie ich die Sachen gepackt habe nach der Woche, um zurückzufahren. Ich hatte die Unterlagen nicht einmal aus dem Rucksack geholt. Das ist auch das war so typisch. Also ich war voll motiviert am Anfang und genau dann irgendwie gab es doch immer auch Sachen, die gerade in dem Alter interessanter waren. Und ja, da habe ich mich auch geärgert. Das weiß ich noch, wie ich vor dem Raum saß und gedacht habe, jetzt hast du einmal deine Abschlussprüfung, drei Jahre Ausbildung, da hättest du auch mal ein bisschen mehr machen können. Ja, aber auch das ist dann am Ende wieder ganz gut gelaufen. Von daher wurde ich dann doch immer auch in diesem, in meinem Vorgehen bestätigt. Aber ja, deswegen, das hat immer nachgelassen dann, ja.

SPEAKER_03

Also du hast die Prüfung geschafft, dann?

SPEAKER_00

Ja, sogar gut geschafft, ja. Also es ist dann am Ende sogar mit einem guten Ergebnis. Schriftlich war es nicht ganz so gut, mündlich war es dann besser. Das war in der Schulzeit auch schon so, weil eben bei den Sachen, wo man irgendwie lernen musste, auswendig lernen, weil ich noch Vokabeltest hatte ich immer entweder eine 5 oder eine 6. Genau, aber mündlich konnte ich dann manche Sachen dann rausreißen und die mündliche Prüfung dann bei der Ausbildung war ganz gut, sodass ich dann noch mit Note 2 bestanden habe, ja. Cool.

SPEAKER_03

Und war denn in deiner Schulzeit und vielleicht auch in der Ausbildungszeit hast du da vielleicht mit den FreundInnen oder irgendwie Kommilitoninnen auch so Geldunterschiede wahrgenommen? Oder war das auch eine relativ homogene Truppe, dass man jetzt nicht das Gefühl hatte, irgendwer hat halt sehr viel mehr Geld oder vielleicht jemand kommt aus noch schwierigeren Verhältnissen und so weiter. Hast du da irgendwas bemerkt oder war das, wie gesagt, einfach alles relativ ähnlich und man hat sich da auch noch nicht so, den Vergleich nicht so erlebt?

SPEAKER_00

Ich habe das, glaube ich, tatsächlich zu der Zeit nie bemerkt. Das ist mir alles erst so im Nachhinein jetzt bewusst geworden. Also ich bin, also ich habe ja, bis ich zehn Jahre alt war, in Magdeburg gewohnt, auch in einer Plattenbausiedlung, die jetzt würde ich sagen, so sozial schwächer sind, was mir alles hinterher erst aufgefallen ist, auch während der Ausbildung. Da gab es auf jeden Fall Unterschiede, die mir aber überhaupt nicht aufgefallen sind, irgendwie in der Zeit. Also das war irgendwie kein Thema für mich. So, deswegen, so im Nachhinein sehe ich das schon, dass eben andere Personen ganz andere oder viel bessere. Voraussetzungen hatten und es auf jeden Fall Unterschiede gab. Aber die sind ja wirklich in, also wenn ich so an die Schulzeit denke, also wir haben halt immer eine Wohnung gewohnt, dann auch, nachdem wir umgezogen sind. Das war aber normal für mich. Und da gab es natürlich auch Freunde, die dann Einfamilienhäuser hatten. Ja, aber es war, also es war wirklich überhaupt kein Thema. Also jetzt im Nachhinein habe ich schon gesehen oder jetzt auch, als ich nebenbei nochmal studiert habe, da finde ich, merkt man dann schon auch nochmal Unterschiede, wie aus welchen Familien die Personen kommen. Das merkt man schon. Aber das war kein Thema. Das Einzige, wo es vielleicht so bewusst war, war, irgendwie bei Autos. Ich weiß nicht, wieso das so war. Das fand ich als so ganz typisch, als ich kleiner Junge fand ich Autos auch schon immer cool. Und da ist mir mal aufgefallen, dass andere so größere Autos haben irgendwie, aber sonst habe ich das, glaube ich, nicht so wahrgenommen.

SPEAKER_03

Und dann hast du also die Ausbildung gemacht, die geht dann drei Jahre wahrscheinlich oder?

SPEAKER_00

Genau, ja, drei Jahre.

SPEAKER_03

Okay, also 16, 17, 18, 19, dann warst du mit 19 fertig und was hast du dann gemacht?

SPEAKER_00

Ja, dann war ich kurze Zeit auch arbeitslos oder arbeitssuchend. Eben so, dass man da oder ich nicht übernommen wurde oder nur für so kurze Zeit übernommen, hatte ich so eine kurze Lücke und danach, dann bin ich auch ausgezogen. Dann habe ich angefangen zu arbeiten im Jobcenter und bin dafür auch umgezogen. Das war in einer anderen Stadt, also in Oldenburg dann. Und genau, dann bin ich dafür nach Oldenburg gezogen und habe da meinen ersten Job gehabt und habe in der Sachbearbeitung gearbeitet und Anträge bearbeitet, genau. Für gerade heißt es noch Bürgergeld, bald wieder Grundsicherung, damals oder auch noch bekannt, hat man da Hartz IV gesagt.

SPEAKER_03

Und wie war das so? Ach so, also die Kombi vielleicht auch aus, was du gemacht hast, aber auch der erste Job irgendwie und dann vielleicht der Kontrast zu der Ausbildung und das erste Mal ausziehen und Geld verdienen und alles zusammen?

SPEAKER_00

Also ich hatte wirklich gar kein Bewusstsein irgendwie dafür. Ich weiß noch mit, ich hatte auch eine witzige Geschichte, ich hatte einen Lottogewinn in meiner Ausbildung oder direkt nach meiner Ausbildung. Und jetzt leider kein so großer, aber also schon groß. Das waren über 2000 Euro, dann eben mit 19. Genau, das war richtig cool. Und das war dann so ein bisschen mein Startkapital, um mein WG-Zimmer einzurichten. Also ich habe dann mit einem Kollegen, der auch nach Oldenburg gezogen ist, haben wir uns eine Wohnung gesucht und haben da eine WG gemacht. Und dann war das so ein bisschen mein Startkapital, um mir da mein WG-Zimmer einzurichten. Und ich habe dann auch eher während meiner Arbeit, also dann ging es, glaube ich, so ein bisschen los, auch festgestellt, dass manche Menschen gar kein oder sich gar nicht vorstellen können, dass Personen in so Situationen sind, wo sie eben auf staatliche Hilfe angewiesen sind, eben wenn man aus, was ja auch nicht schlecht ist, aus so behüteten Verhältnissen kommt, aber da hat man, da habe ich dann schon auch andere Sichtweisen wahrgenommen.

SPEAKER_03

Und Kollegen, oder?

SPEAKER_00

Genau, genau. Ich habe jetzt so eine Kollegin von damals vor Augen, ja, also vielleicht auch ein bisschen überspitzt, aber da hatte ich so ein bisschen den Eindruck, dass sie gar kein Verständnis dafür hat, dass man in dieser Situation irgendwie sein kann, weil eben das auch so war, ich glaube, behütet im Einfamilienhaus ländlich groß geworden. Und genau eben für sie war das, sie kannte es nur von der Arbeit, sage ich mal, also sonst gar keine Berührungspunkte, dass jemand eben Unterstützung braucht oder halt auch mal kein Geld. Und dann geht man eben auch anders mit Situationen um. Also von daher war das, und jetzt arbeite ich ja auch wieder im sozialen Bereich, da war es tatsächlich hilfreich für mich, weil ich glaube, ich gehe anders mit den Menschen um, ja, weil ich auch es anders kenne oder anders groß geworden bin einfach. Von daher war das sehr aufregend, so ins Berufsleben zu starten, war ich auch ein bisschen überfordert, glaube ich, aber diese Kompetenzen, auch wenn sie mir gar nicht so bewusst waren, eben selbst auch so Situationen zu kennen oder jetzt nicht so viel groß geworden zu sein, die haben mir da, glaube ich, schon dann auch geholfen, ja.

SPEAKER_03

Also ging dir das quasi auch von Anfang an auch in dem ersten Job so, dass du das Gefühl hattest, du hast schon eine Empathie auch für die andere Seite quasi.

SPEAKER_00

Ja, auf jeden Fall. Also würde ich sonst auch von mir behaupten, weiß dann wahrscheinlich auch relativ viele, dass ich empathisch bin, aber ja, das auf jeden Fall, da habe ich auch jemand, also jemanden in Erinnerung, die auch sehr dankbar waren. Also es ist ja auch da eben, wie man den Leuten begegnet. Und da habe ich auch, weil ich gemerkt habe, die Leute sind darauf angewiesen, die waren berufstätig, haben aufstockend Leistungen bezogen, kann ich mich noch sehr gut daran erinnern. Und die hatten eben unterschiedliches Einkommen und dann ist eben auch der Betrag, den die Personen bekommen, auch unterschiedlich hoch. Und da mussten sie immer ihre Abrechnung einreichen und haben dann halt noch eine Nachzahlung gekriegt. Und da kann ich mich auch sehr gut noch dran erinnern, dass die mir dann irgendwie so eine Kleinigkeit, Gummibärchen, irgendwie sowas geschenkt haben, weil ich halt die Sachen dann immer von denen schnell bearbeitet habe, auch wenn es nicht unbedingt so vorgesehen war, sondern wenn die das vorgelegt haben, habe ich schon geguckt, dass die eben ihre Nachzahlung auch dann schnell bekommen. Ja, da kann ich mich noch sehr gut erinnern an die beiden Personen.

SPEAKER_03

Wie jetzt so aus reiner Neugier, wie kann man sich das denn vorstellen? Wie viele, also das ändert sich ja wahrscheinlich auch, ist heute vielleicht auch wieder anders, aber damals, wie viele, sag ich mal, Fälle oder Sachen hattest du dann immer so auf dem Tisch? Also wie viele Leute hast du so gehandelt und waren die dann auch immer, also hast du die immer persönlich auch kennengelernt? Läuft das dann alles aus einer Hand oder sind das auch verschiedene Personen, die dann pro von den Leuten involviert sind, quasi?

SPEAKER_00

Ja, also wie viele es damals waren, weiß ich nicht mehr ganz genau. Ich glaube, das waren sogar so zwischen 200 Fälle. Also und jetzt bin ich auch in dem Bereich tätig, daher kann ich das ein bisschen auch erzählen. Tatsächlich ist unterschiedlich organisiert. Bei uns sind es glücklicherweise ein bisschen weniger Fälle, eher so um die 150. Das kommt dann immer auch aufs Rechtsgebiet an. Aber im Prinzip kriegt man, also da gibt es unterschiedliche Zuordnungen. Im Jobcenter nennt sich das Bedarfsgemeinschaften. Da hat man eben so eine Nummer und nach den Nummern oder nach den Nachnamen kriegt man dann eben bestimmte Fälle als Sachbearbeitung zugeteilt. Und da bearbeitet man dann eben die Anträge. Also wenn man da einen Antrag stellt und entsprechend dann den Nachnamen hat oder eben die Nummer, dann wird der Antrag bearbeitet. Wobei auch da gibt es, das ist jetzt sehr speziell manchmal andere Organisationsvormitteln, man macht nur Neuanträge, aber ich habe da auch das laufende Geschäft gemacht und von denen damals, also ich meine, es waren so um die 250 Fälle, also 250 Bedarfsgemeinschaften, für die man dann zuständig war. Und die haben dann immer, wenn es Änderungen gab oder die Weiterbewegungsanträge stellen mussten, die musste man dann eben bearbeiten, damit das Geld ausgezahlt wird. Oder die Personen konnten auch vorsprechen. Also es ist auch unterschiedlich, ist, glaube ich, heutzutage auch durch die Digitalisierung ein bisschen weniger geworden. Aber da hatten wir eben auch Sprechzeiten und dann konnten die Personen, wenn sie Anliegen hatten, auch eben zu ihrer Sachbearbeitung gehen und haben dann eben bei mir vorgesprochen oder Unterlagen abgegeben. Genau.

SPEAKER_03

Hast du ein Gefühl dazu, wenn wir jetzt mal so sagen, rein prozentual, ne? Ist klar, dass das jetzt nicht genau hinkommt, aber so, wenn du sagst, du hattest da so 250 Fälle, wie viele von denen hast du persönlich quasi getroffen?

SPEAKER_00

Das ist eine gute Frage, aber kommt drauf an, wie lange man es macht. Aber ich glaube, über, also ich hätte geschätzt, also schon knapp über 50 Prozent wahrscheinlich hat man schon mal getroffen. Es gibt Personen, mit denen hat man regelmäßigeren Kontakt, wie jetzt zum Beispiel an die beiden, an die ich mich erinnere, weil die eben jeden Monat ihre Abrechnung einreichen mussten und man dann den Fall, sage ich mal, auch jeden Monat angefasst hat. Und die vielleicht auch eher nochmal nachgefragt haben, wie es dann mit der Bearbeitung aussieht, weil sie die Nachzahlung von 50 Euro eben dann Mitte Ende des Monats eben auch dringend benötigt haben. So von manchen hört man aber auch gar nichts. Also das ist sehr, sehr individuell, wo es eben keine Veränderungen gibt. Da bearbeitet man dann nur eben immer den Weiterbewilligungsantrag und sieht die Person vielleicht auch nie. Also genau, es gibt ja auch noch Beratung und Vermittlung, jetzt gerade im Jobcenter auch, da hat man ja immer den direkten Kontakt. Also die sollten tatsächlich dann alle Personen kennen. Wenn man wirklich die Anträge bearbeitet, hat man dann nicht oder ist es nicht so, dass man wirklich 100 Prozent dann auch einen direkten Kontakt hat. Aber es war damals schon viel. Ich glaube auch, also so ist es bei uns jetzt auf jeden Fall. Das hat, glaube ich, auch ein bisschen abgenommen. Also seit Corona ist es ja so, dass die Digitalisierung im öffentlichen Dienst auch stark vorangeschritten ist. Und deswegen läuft vieles eben auch digital und weniger über persönliche Vorsprachen. Das war zu meiner Zeit dort im Jobcenter in Oldenburg, war das natürlich noch ein bisschen anders.

SPEAKER_03

Und ich finde das einfach total spannend. Deswegen noch eine Frage, bevor wir dann weitergehen. Vielleicht auch im Vergleich zu heute. Ich weiß nicht, ob du jetzt wirklich so was wirklich vergleichbar, Vergleichbares gerade machst, aber wie war denn so damals dein Eindruck von, ja, vielleicht von der Diversität auch von Menschen, die da irgendwie Anträge stellen? Also, ne, wer ist das so, wer stellt da so Anträge, wen lernt man da so kennen? Und hat sich das irgendwie gewandelt auch zu heute? Oder würdest du sagen, es ist eigentlich immer so ein ähnliches Verhältnis von, weiß ich nicht, Aufstockern, ne? Oder ja, genau, also hast du da irgendeine Wahrnehmung zu?

SPEAKER_00

Aus der eigenen Erfahrung tatsächlich nicht. Jetzt, also ich bin jetzt auch für ein anderes Rechtsgebiet zuständig. Also ich bin nicht mehr im Jobcenter. Deswegen habe ich, also wir haben da auch Berührungen zum Jobcenter, aber die Diversität bei den Personen, die Leistungen beziehen, könnte ich jetzt aus eigener Erfahrung schlecht einschätzen. Ich vermute, es hat sich wenig verändert.

SPEAKER_03

Wie hast du es denn damals wahrgenommen?

SPEAKER_00

Wie divers die Personen waren, die Leistung beantragt haben.

SPEAKER_03

Genau, oder hast du darüber auch, als du den Job gemacht hast, hast du darüber nachgedacht? War das auch so ein bisschen so, okay, krass, was für Leute hier irgendwie diese Anträge stellen? Oder war das auch gar nicht so ein Thema für dich? Du hast es halt gemacht und dann gab es irgendwie nette Begegnungen, weniger nette Begegnungen vielleicht oder keine Ahnung. Oder hat dich das auch immer irgendwie ins Denken gebracht, dem der gesamten Lage gegenüber?

SPEAKER_00

Also zu der Zeit weniger, da war ich, ist man tatsächlich voll damit beschäftigt, einfach nur die Anträge zu bearbeiten und so wie du es sagst, prägen einen dann eher die guten und die schlechten Seiten. Also und es gibt auch nicht ohne Grund ja immer Alarmknöpfe, Alarsysteme, heutzutage überall Sicherheitsdienst. Also ich hatte auch nicht so schöne Begegnungen, muss ich auch sagen. Die gab es auch, die bleiben natürlich auch in Erinnerung und die netten. Wobei das ist, glaube ich, bei vielen Bereichen, wo man mit Menschen zu tun hat, oft bleiben einem auch, oder gibt es eben Personen, die den größeren Anteil der Arbeit machen, die bleiben einem auch dann ehren sind. Also ich habe da auch, also wir hatten da regelmäßig auch negative Erfahrungen. Also das auf jeden Fall auch in meiner Tätigkeit jetzt mache ich mir halt mehr Gedanken eben zu der Frage, die du auch stellst. Also wie setzt sich das zusammen, wie gehen wir damit um eher so übergeordnet. Aber in dem Alter, zu dem Zeitpunkt, bei der Tätigkeit, wo ich da selber Anträge bearbeitet habe, habe ich mir da gar keine Gedanken drüber gemacht. Es gab, gibt da aber auch da dann so Sachen, ich weiß noch, eine Person, die vorgesprochen hat, die vorher selbstständig war und da weiß ich noch dem Wortlaut auch, wie sie gesagt hat, ich wusste nicht mal, wie viel Toastbrot kostet und bin Porsche gefahren und hat mir dann, war dann bei uns, weil sie eben, also ihm wurde, glaube ich der Strom abgestellt da, also gesagt, ich brauche Hilfe, mir wurde der Strom abgestellt. Also so eine Geschichten bleiben einem dann natürlich auch im Kopf, dass man so aus so einer Selbstständigkeit abrutschen kann. Und dann gab es natürlich auch Personen, die schon ihr Leben lang Leistungen beziehen und auch vielleicht schon seit Generationen. Also das kriegt man dann aber eher so von den einzelnen Geschichten mit. Oder habe ich meine Erinnerung da? Jetzt gucke ich da ein bisschen anders struktureller drauf, aber das ist jetzt erst bei mir im Laufe der Zeit ist das gekommen oder hat sich das verändert.

SPEAKER_03

Okay, und dann hast du also in Oldenburg da gearbeitet und wie ging es dann für dich weiter? Wie lange hast du das gemacht und wie kam es zu der Weiterbildung?

SPEAKER_00

Ja, dann hatte ich einen befristeten Vertrag auch und ich musste noch Wehr bzw. Zivildienst leisten. Also da gab es noch die Wehrpflicht. Genau, dann habe ich da nach knapp zwei Jahren aufgehört und Zivildienst geleistet. Und das war aber auch die Zeit, wo die Wehrpflicht ausgesetzt wurde. Und deswegen habe ich dann nur vier Monate Zivildienst geleistet. Und habe mir danach eine neue Stelle gesucht, auch im Jobcenter, die aber besser bezahlt war, weil es unterschiedliche Bewertungen gibt der Stellen bei uns im öffentlichen Dienst. Und genau, das war so, dass ich dann mich umgeschaut habe während der Zeit und dann hier im Jobcenter in Gabsen in der Region Hannover angefangen habe und da eine bessere Bezahlung bekommen habe.

SPEAKER_03

Weißt du noch, was du bei dem ersten Job verdient hast?

SPEAKER_00

Ungefähr. Das waren so zu Beginn, glaube ich, so 1400 Euro.

SPEAKER_03

Netto.

SPEAKER_00

Netto, ja.

SPEAKER_03

Okay. Und der Sprung war dann so ungefähr.

SPEAKER_00

Ich glaube, dann waren es, es waren noch keine 2000 Euro, aber es war so irgendwie darunter 1,8, 1,9. Ich glaube, zu Beginn ist es ja auch so bei uns, dass man nach Erfahrungsstufen aufsteigt. Also wer gerade zum Anfang verdient man da wenig und dann steigt man dann eben schrittweise auf, wenn man dann in der Erfahrungsstufe aufsteigt. Genau, also das kommt auch noch dazu, aber genau so, da war es so 1,4, 1,5, meine ich, in Oldenburg. Und genau dann, als ich dann die Neustelle angefangen habe, so, ich meine 1,8, 1,9. So grob aus der Erinnerung, ganz genau. Das geht es auch nicht auf dem Schirm.

SPEAKER_03

Okay, und da bist du dann also Anfang 20 ungefähr.

SPEAKER_00

Genau, ja.

SPEAKER_03

Ja.

SPEAKER_00

Anfang 20, ja.

SPEAKER_03

Okay, und bei der neuen Stelle, da hast du dann quasi parallel studiert oder wie hast du das gemacht?

SPEAKER_00

Das hat alles noch ein bisschen gedauert. Also erstmal habe ich da auch im Jobcenter gearbeitet und auch in der Leistungssachbearbeitung, also eigentlich das gleiche, was ich vorher gemacht habe, auch Anträge bearbeitet und habe dann, nachdem ich da ungefähr drei Jahre war, habe ich erstmal eine Weiterbildung gemacht zum Verwaltungsfachwirt. Das ist eine zehnmonatige Weiterbildung, wo man ist jetzt auch sehr speziell im öffentlichen Dienst, aber vom mittleren in den gehobenen Dienst ehemals aufsteigt. Also es ist so ganz in aller Kürze vorher, die Tätigkeiten sind so auf Ausbildungs-Bufsebene und dann der gehobene Dienst, der ein Studium oder eben Fachwirt voraussetzt. Und da habe ich dann diese Weiterbildung gemacht über zehn Monate als Verwaltungsfachwirt und genau hatte dann wieder die Möglichkeiten auch aufzustellen. Also drei Jahre habe ich gearbeitet, da habe ich diese Weiterbildung gemacht. Genau. Und dann danach mir auch eine andere Stelle gesucht. Das Studium kommt noch ein bisschen später, soll ich schon weiter erzählen? Wie wollen wir weitermachen?

SPEAKER_03

Ja, gerne. Ich, genau, sonst springe ich rein. Vielleicht kannst du uns den Weg bis zum Studium einmal bahnen.

SPEAKER_00

Ja, dann habe ich mir dann eine andere Stelle gesucht, weil ich dann ja davor auch schon im Jobcenter tätig war und dann eben auch nochmal in einem anderen Bereich tätig sein wollte. Und bin dann, das war 2015, nach dieser Qualifizierung, habe ich dann im Bereich, also war ich weiter im öffentlichen Dienst und habe dann im Bereich Kindertagesstätten in der Verwaltung gearbeitet. Und dort als stellvertretende Teamleitung nennt sich das. Also ich hatte da schon großes Interesse, auch eine Führungstätigkeit zu übernehmen. Und deswegen habe ich da die Tätigkeit übernommen, war aber auch so Platzvergabe von Kindertagesstätten, Plätzen, Haushaltsangelegenheiten, was ich da gemacht habe. Und das habe ich knapp drei Jahre auch gemacht. Dann wollte ich mein eigenes Team übernehmen, bin dann zur Landeshauptstadt Hannover gekommen, habe da an der Musikschule in der Verwaltung gearbeitet, das Sachgebiet Verwaltung und Service geleitet. Und in der Zeit habe ich dann das Studium angefangen. Und genau, das ist über eine Förderung der Landeshauptstadt Hannover auch gelaufen. Also ich musste mich bewerben, dafür ein Assessment Center durchlaufen. Und wurde, genau, habe das erfolgreich durchlaufen und habe dann durch meine jetzige Arbeitgeberin die Förderung gekriegt, ein Masterstudium zu machen. Und dadurch, dass ich vorher aber keinen Bachelorabschluss hatte, sondern eben nur diese Qualifier, oder was heißt nur, aber die Qualifizierung zum Verwaltungsfachwirt gemacht hatte, habe ich in einem Jahr noch den Bachelorgrad nachgeholt, war dann nochmal ein Jahr freigestellt, da werden eben Teile angerechnet, deswegen dauert es ein Jahr, habe eine Bachelorarbeit geschrieben und habe dann im Anschluss das Masterstudium begonnen, was dann zwei Jahre auch nebendienstlich läuft.

SPEAKER_03

Wow, das stelle ich mir aber schon auch anstrengend vor, oder? Also anspruchsvoll, das zu arbeiten und das Studium parallel zu machen.

SPEAKER_00

Ja, das genau. Und in dieser ganzen Zeit bin ich auch noch zweimal Papa geworden. Also das war schon sehr herausfordernd. Also das Bachelorstudium würde ich sogar sagen, das war ganz gut oder ich würde sogar sagen, eher entspannt, weil da war ich eben komplett freigestellt von der Arbeit. Also da habe ich wirklich ein Jahr nur studiert, genau, und hatte aber den Luxus, dadurch, dass es mir gefördert wurde, dass ja mein Gehalt in der Zeit weitergezahlt wird. Und ja, auch zu dem Thema deines Podcasts so habe ich, das ist sehr anstrengend gewesen, aber ohne das wäre es mir nicht möglich gewesen. Also das muss ich auch sagen. Da bin ich auf sehr dankbar für, dass ich da die Möglichkeit gekriegt habe. Und genau direkt im Anschluss, dann habe ich eben zwei Jahre neben der Arbeit, das war sehr herausfordernd, dann eben mein Masterabschluss gemacht und ja auch weiterhin Vollzeit gearbeitet. Also auch während des Studiums oder die Kommilitoninnen von mir waren auch einige dabei, die dann Stunden reduziert haben. Ich habe aber weiterhin 39 Stunden oder eher ein bisschen mehr auch gearbeitet, ja. Krass.

SPEAKER_03

Und woher wusstest du aber von dieser Förderung oder woher kam die genau?

SPEAKER_00

Das wird direkt von meiner Arbeitgeberin angeboten. Also wir sind ja eine sehr große Arbeitgeberin, die Landeshauptstadt Hannover mit knapp 12.000 Mitarbeitenden. Und da wurde zuletzt, das hat sich jetzt ein bisschen geändert, aber wurde alle zwei Jahre so eine Förderung ausgeschrieben. Also es wurde quasi intern kommuniziert, unter den und den Rahmenbedingungen kann man sich hier für die Förderung des Masterstudiums bewerben. Und dann wurden eben einzelne Plätze vergeben. Und genau da war, ich muss nochmal kurz zeitlich überlegen, das war 2022, also Anfang 2022 gab es eben wieder diese Ausschreibung. Und ja, da habe ich überlegt, also mich habe schon immer mal geliebäugelt, noch weiterzukommen. Also auch in dem, was ich, also jeden Schritt, den ich gemacht habe, war damit verbunden, auch mit einem kleinen Aufstieg irgendwie finanziell. Und deswegen habe ich auch schon immer damit geliebäugelt, mich auch da nochmal weiter zu qualifizieren. Und ja, da hatte ich dann auch überlegt, meine Frau hat mir dann noch so ein bisschen auch einen Anstupser gegeben. Wenn ich sage, sie hat mich überredet, das hört sie immer nicht so gerne. Dann habe ich mich 2022 eben drauf beworben und dann auch, es war Anfang des Jahres und dann auch direkt im Sommer 2022 schon mit dem Bachelorstudium beworben. Und auch da hatte ich wieder sehr viel Glück, weil jetzt sich die Förderungsbedingungen bei uns wahrscheinlich ändern oder geändert haben und das in der Form gar nicht mehr angeboten wird. Also ich war in der Form Stand heute wahrscheinlich einer der letzten, der da die Möglichkeit bekommen hat. Und wie gesagt, ohne das wäre es mir gar nicht möglich gewesen, gerade weil ich den Bachelorabschluss eben noch nachholen musste.

SPEAKER_03

Und was hat sich geändert? Das wird einfach quasi eingespart als Programm, sag ich mal, oder werden die Bedingungen verändert und deswegen hättest du keinen Zugang mehr?

SPEAKER_00

Genau, also so eine Mischung aus beiden, wie es jetzt genau läuft, steht, glaube ich, noch gar nicht fest. Da weiß ich auch gar nicht genau, weil die Förderung sich eben aufs Masterstudium bezieht. Und deswegen, wenn man einen Bachelorabschluss hat, dann kann man eben das Masterstudium gefördert bekommen. Aber die große Hürde für mich wäre der Bachelorabschluss gewesen. Genau, weil dieses, also eine Jahr, wo ich das nachgeholt habe und freigestellt war, das hätte ich nicht finanzieren können. Und da da es aber relativ viele Personen in der Verwaltung gibt, die eben diese Qualifizierung haben, gibt es da dieses Angebot, eben das zu machen? Oder gab es das auch, das hat auch nur die Landeshauptstadt Hannover gemacht, soweit ich das weiß. Jetzt gibt es da ein Regelprogramm, das dann aber auch zwei Jahre neben der Arbeit läuft. Genau, dann hätte ich es auf jeden Fall über einen anderen Weg machen müssen. Genau.

SPEAKER_03

Ja, aber cool. Aber war dann für dich der hauptsächliche Anreiz, eben deine quasi deine Qualifikation zu erhöhen, um auch bessere Verdienstmöglichkeiten quasi zu haben. Also das genau, also wahrscheinlich ist das trotzdem auch so, ich kenne mich in deinem Bereich auch so überhaupt nicht aus, wonach, also du hast ja schon gesagt, nach Dienstjahren steigt das, aber sicherlich ja auch nach Qualifikation.

SPEAKER_00

Genau, also das ist die andere Ebene. Eben einmal, was für eine Tätigkeit man macht, das ist eben grundsätzlich eben erstmal, wie hoch die Bezahlung ist. Genau, und da bin ich eben auch immer schon aufgestiegen, also angefangen von meiner Ausbildung. Ja, kann ich auch mal sagen, also da habe ich noch E3 bekommen in der Übergangsbeschäftigung, dann E, also Entgeltgruppe 6 in Oldenburg, dann E8, also immer so ein Aufstieg in Gabsen, dann E10, eben als ich bei der Stadt Ronnenberg war und ja, jetzt ist meine Stelle eben mit E12 bewertet und das ist sozusagen das Ende des gehobenen Dienstes sozusagen. Das heißt, ohne Masterabschluss könnte ich jetzt, also die Stelle, die ich jetzt habe, kann ich auch mit der Qualifikation Fachwirt oder Bachelorabschluss machen. Aber ich könnte keine höhere Stelle mehr annehmen. Da sind die Strukturen bei uns ja relativ strikt eben, was für Qualifikationen man eben auch haben muss, um bestimmte Stellen bekleiden zu können. Und genau, das war, von daher war das auch immer ein Anreiz, um weiterzukommen und natürlich dann auch, um mehr Geld zu verdienen, ja.

SPEAKER_03

Und wie fühlst du dich denn heute mit deinem Bereich? Weil wir vorhin kurz gesagt haben, okay, man hat das mit 16 hast du den Weg mal eingeschlagen und dann hast du ja, soweit ich das jetzt in der Erzählung gehört habe, hast du ja auch wirklich relativ viele verschiedene Sachen in der Verwaltung gemacht, hat sich da für dich auch irgendwas abgezeichnet, wo man sagt, ja, da eigentlich das interessiert mich mehr, deswegen bin ich da halt irgendwie auch mehr hingegangen oder hast du unterwegs eben auch gedacht, ja mein Gott, irgendwie jetzt habe ich, jetzt habe ich verwaltet, jetzt bin ich in der Verwaltung, ich weiß gar nicht, ob ich hier eigentlich bleiben will oder ne, so, oder hast du dich damit auch einfach gut quasi über den Zufall gut angefreundet?

SPEAKER_00

Ja, also beides sicherlich. Also man ist relativ starr, wenn man eine Verwaltungsausbildung hat, eben die ist in anderen Bereichen nicht so anerkannt oder nicht so passend auch. Also von daher ist man dadurch schon auch sehr, sehr festgelegt darauf, aber ich bin sehr glücklich gerade auch. Also ich wollte immer Führung machen und habe mich so dann für Psychologie, Sozialwissenschaften auch interessiert. Also von daher da habe ich große Freude dran und auch jetzt in dem Themenbereich, wo ich wieder tätig bin, also dieses, was ja auch ein großer Vorteil vom öffentlichen Dienst ist und die sinnstiftende Tätigkeit, jetzt eben auch Leistungsgewährung, da bin ich wirklich sehr zufrieden auch. Also ich habe mir da quasi auch das gesucht oder bin auch so glücklicherweise dahin gekommen, wo sich das gut verbindet. Ich habe auch, also hatte ich gerade mit einem Kumpel geschrieben in der Berufsschule, hatte ich auch einen Lehrer, der da damals zu mir gesagt hat, hier, eigentlich müsste ich nochmal Abitur nachholen, studieren und das war es, glaube ich, seine Formulierung, wenn ich sein Sohn wäre, dann würde er mich bei diesem Weg unterstützen. Und ich habe das damals gar nicht so ganz ernst genommen. Und ja, also ich hatte wirklich auch viel Glück eben, dass ich die Möglichkeiten ergeben habe. Also ich hatte auch dann nach der Schule überlegt, was würde man gerne machen und so die Richtung hätte mich auch interessiert, aber studieren war für mich irgendwie gar keine Option. Und deswegen bin ich sehr froh, wie sich der Weg abgezeichnet hat, auch wenn das natürlich, wenn man dafür auch was tun wollte musste, hast du ja auch gesagt, dass es jetzt durchaus anspruchsvoll war, das so nebenbei zu machen. Aber das hat wahrscheinlich auch geholfen, dran zu bleiben oder es durchzuziehen, weil man eben auch so eine Dankbarkeit hat dafür, dass man diese Möglichkeit hat. Weil so ja ich habe ja kein Abitur, ich war bei mir im Studium auch der Einzige, der kein Abitur hatte. So, von daher war das, war Studieren für mich sowieso eigentlich keine Option, sondern hat sich dann erst über diesen Weg dann ergeben.

SPEAKER_03

Ja, eigentlich auch eine spannende Frage. Da haben wir vorhin jetzt gar nicht so tief drüber gesprochen, aber während deiner Schulzeit war da für dich Studieren auch schon kein, sag ich mal, ernsthafter Gedanke, einfach wegen deiner schulischen Leistung oder vielleicht auch, weil dir Ausbildung näher lag im Sinne von einfach direkt Geld verdienen, direkt irgendwie was Handfesteres in Anführungszeichen. Oder genau, wie kam das, dass du das gar nicht so auf dem Radar hattest?

SPEAKER_00

Die Mischung aus allem und deswegen kam es auch gar nicht in Frage. Also schulische Leistung war zu schlecht. Dann, was wir vorhin ja auch hatten, ich wusste gar nicht, was ich machen will so richtig. Also von daher hätte ich mir da ja auch was einfallen lassen müssen und eben dann auch das Geld verdienen. Also ich wollte Geld verdienen, brauchte Geld und von daher war das gar keine Option. Und auch so ein bisschen das, deswegen, was mir heute bewusster ist, wenn man eben ja auch aus einem Haushalt kommt, wo, also ich hatte gar, wo das, wo die Eltern oder die Familie nicht studiert hat. Also deswegen hätte ich gar nicht gewusst, wie es geht. Also heutzutage kenne ich die Möglichkeiten, die man hat mit BAföG, aber irgendwie war es auch deshalb keine Option. Also meine Mutter hat damals im Einzelhandel noch gearbeitet und ja irgendwie, wie gesagt, war keine Option und dann die Faktoren aus allem hätten es auch gar nicht gar nicht möglich gemacht, ja.

SPEAKER_03

Und war denn in der Studienzeit, ich meine, du warst ja eh in einer besonderen Situation mit dem Arbeiten dann parallel, jedenfalls bei dem Master und so weiter. Aber wie war das so? Ich nehme mal an, dass da ja auch ganz andere Leute studiert haben, also dass man schon alleine, wenn man halt schon im Berufsleben steht, irgendwie so ein bisschen irgendwie eine Besonderheit war, vielleicht in dem Studiengang. Ist auch spannend, was du dann eigentlich studiert hast, das habe ich auch noch gar nicht gefragt. Und wie hast du es da vielleicht dann ja auch anders als zu den Schul- und Ausbildungszeiten von den Geldverhältnissen wahrgenommen? Vielleicht hattest du da schon einen anderen Eindruck davon, wen es da so gibt und wie die Leute so aufgestellt sind.

SPEAKER_00

Ja, also das Studium, also der Bachelorabschluss heißt Verwaltungsbetriebswirtschaft und der Masterabschluss heißt kommunales Verwaltungsmanagement oder Public Management, den ich gemacht habe. Aber ja, es stimmt, das ist ja auch nicht so ein klassisches Studium, wie man es sonst vielleicht an einer Fachhochschule oder Uni machen würde, sondern da haben eben alle, mit denen ich studiert habe, haben nebenbei gearbeitet. Genau, von daher ist das ein bisschen anders. Aber wobei ich glaube, es war auch relativ gemischt, es waren viele, die jünger waren. Da war ich dann eher jemand, der schon ein bisschen beruflich oder finanziell auch irgendwie weiter war als die Person. Aber insgesamt, also finde ich schon die Person, die, also da ist die Diversität, ich sag es mal, so rum aus meiner Sicht ein bisschen zu wenig vorhanden. Also das ist ja ein Thema auch insgesamt im öffentlichen Dienst, aber auch dann gerade auf höheren Ebenen in der Verwaltung wird es immer weniger divers. Und das hat man in dem Studium auch gemerkt. Wie gesagt, ich war der Einzige, der da kein Abitur hatte. Und da kommen die Personen eben doch eher aus bürgerlichen Verhältnissen, im Großteil, natürlich auch nicht alle, aber das merkt man da schon auch.

SPEAKER_03

Und würdest du denn, ich meine, da hast du vorhin haben wir es ja schon so ein bisschen gestreift, das Thema, aber würdest du sagen, da wo du heute bist, dass du das Geführst, das hast du dir selber erarbeitet?

SPEAKER_00

Da habe ich mir jetzt oder auch schon vorher immer Gedanken drüber gemacht. Das ist bei mir immer so ein Hin und Her. Also manchmal denke ich ja, auf jeden Fall, eben, wenn man sieht, jetzt Studium oder umziehen auch für die Arbeit, um eben einen besseren Job zu kriegen oder auch bei der Arbeit Gas geben, so. Also da denke ich da manchmal schon selbstbewusst, ja, habe ich mir selbst erarbeitet und habe auch irgendwie Gas gegeben, Sachen geopfert, das schon. Dann denke ich manchmal auch, ich habe einfach nur Glück gehabt, ne? Also wie jetzt mit dem mit der Förderung hätte ich die Entscheidung nicht getroffen, zur Landeshauptstadt Hannover zu wechseln oder hätte mich da nicht auf dieses Verfahren beworben oder was auch immer, dann wäre es auch nicht so gekommen, egal wie viel Mühe ich mir gegeben hätte. Es öffnen sich oder ergeben sich dann ja auch nochmal andere Möglichkeiten oder öffnen sich irgendwie andere Türen natürlich auch, was man dann nicht weiß, wie das gekommen wäre. Aber irgendwie mal so, mal so. Ich sehe es aber durchaus kritisch so ganz, aber so ist dein Podcast ja auch nicht gemeint, wenn man wirklich gesagt, das habe ich mir nur selbst erarbeitet, weil eben die Voraussetzungen, die man hat, ja doch sehr viel prägen. Und deswegen störe ich mich auch so ein bisschen daran, das so selbstbewusst zu sagen. Aber es gibt schon Phasen, wo ich denke, ja, hast du dir schon auch selbst erarbeitet?

SPEAKER_03

Ja. Ja, genau, also klar, das ist ja so ein bisschen so eine provokative, der Titel ist ja ein bisschen provokativ, genau deswegen, weil es immer so eine schwierige Frage ist, zu sagen, hat sich das jemand selbst erarbeitet oder wie viele hintergründige Sachen spielen halt bei allem immer auch eine Rolle, obwohl man natürlich ja auch selber daran beteiligt ist, wie man im Leben sich verhält oder so welche Möglichkeiten man irgendwie in Angriff nimmt und so weiter. Was ich auch richtig spannend finde, ist, weil wir das ja vorhin auch schon so ein bisschen hatten mit dem Thema, okay, das ist ja auch relativ berühmt, dass Kinder von Eltern, die jetzt nicht studiert haben, natürlich, wie gesagt, auch manchmal das ganze System gar nicht so automatisch durchsteigen mit BAföG, vielleicht sogar mit Stipendien und so weiter, ne, so dass man halt immer da schon so ein bisschen den Mehraufwand hat, dass man das erst schon mal begreifen muss, was da überhaupt die Möglichkeiten sind, um dann zu gucken, ob man das hinbekommt oder hinbekommen möchte. Und das habe ich dann auch so ein bisschen gedacht, weil ich ja in deiner Vorstellung gesagt habe, dass du oder ihr nehme ich an mit deiner Frau, dass ihr ein Haus gekauft habt. Das stelle ich mir zum Beispiel auch aufregend vor, wenn die Eltern das zum Beispiel nicht gemacht haben. Also vom alleine von den praktischen Dingen, die so drumherum sind und mit Finanzierung und so weiter. Ist das so oder stelle ich mir das komplizierter vor, als es ist?

SPEAKER_00

Ja, ich würde vorher gerne nochmal kurz den Schlenker machen wollen, was mir gerade noch so durch den Kopf geht, auch zu diesem, welche Möglichkeiten hatte man und dieses, ob hat man sich selbst erarbeitet. Also gerade dieses aus, und das merkt man auch in so auch blöde Formulierungen, aber ich sage mal, höheren Kreisen oder eben wenn Leute höhere Abschlüsse haben, so dienert, was ja auch gut ist, dass sie vielleicht nicht die Erfahrung gemacht haben, das ist ja auch nichts, womit man irgendwie gerne hausieren geht. Also dann zu sagen, ja, ich habe einen schlechten Realschulabschluss irgendwie, da wird eher drüber geredet, welche Hochschule oder Uni hat das bessere Ansehen oder so. Da hält man sich ja eher damit zurück und sagt jetzt nicht hier, ich habe gar kein Abitur. Das ist ja eher was, womit man so ein bisschen hinter dem Berg hält. Und ja, ich versuche gerade auch ein bisschen mutiger zu werden, weil ich in ganz vielen Runden, was ja auch gedacht, ich habe einen Lehrauftrag, aber ich gucke auch so, dass ich viel Schule oder weitergebe, dass die Leute dann so ein bisschen beeindruckt waren, wenn die meinen Lebensweg sehen, weil man sieht es mir vielleicht auch nicht so unbedingt an und das ermutigt mich aber oder da habe ich schon sehr oft so positives Feedback gekriegt oder ich glaube auch einzelne Personen motiviert irgendwie zu sagen, okay, ich kann auch weiterkommen sozusagen. Und genau, das ist so dann eben doch dieses, ja, ich habe also selber erarbeitet, aber eher so ein bisschen vielleicht dieses, ja, ich kann das auch schaffen, so oder ich kann auch, kann auch weiterkommen und traue mir mehr zu, so dieses eben ja auch Vorbild oder Role Model zu sein, das versuche ich schon auch und deswegen dann auch mehr drüber zu reden. Aber das spricht ja dann eher die Person an, die sich sonst vielleicht Sachen auch nicht zutrauen würden und einen ähnlichen Hintergrund haben, aber die Person dann eben auf bestimmten Ebenen oder so, da ist es ja eher nicht so angesehen, wenn man eben darüber spricht.

SPEAKER_03

Voll, ja vor allen Dingen das zu normalisieren, das, also ich verstehe total, was du meinst, mit dem, wenn man, vor allen Dingen, wenn man so, sag ich jetzt mal, in einer Gruppe, in einem Raum vermutet, dass man die einzige Person ist, die jetzt in Anführungszeichen nur einen Realschulabschluss hat, dann wird man damit immer so ein bisschen hinterm Berg halten und das Gespräch darüber ist ja auch so ein bisschen, das legitimiert, dass man nicht privilegiert sein muss. Also so, das finde ich eher irgendwie manchmal auch das Schöne, dass, also klar, dass man es schaffen kann, aber der Schritt davor ist für mich ja schon, dass es eben auch ganz viele Menschen gibt, die eben jetzt nicht im Einfamilienhaus aufgewachsen sind, die halt nicht Eltern hatten, die ihnen jetzt meinetwegen Studium finanzieren können oder ne, so oder ihnen damit helfen, da überhaupt durchzusteigen und so weiter. Und dass das einfach eine Startbedingung ist. So kein Endpunkt, sondern einfach die Startbedingung, mit der man losgegangen ist.

SPEAKER_00

Genau, und ja auch keine Garantie. Ich kann auch Personen, die hatten eine gute Startbedingung und das ist dann aus anderen Gründen auch schlechter gelaufen irgendwie, ne? Und hat es dann im Studium nicht so gut geklappt irgendwie, das ja eben auch, aber es macht es natürlich einfacher. Genau, aber sonst komme ich auf deine Frage zurück mit dem Hauskauf.

SPEAKER_03

Ja, gerne, also wenn das spannend ist, ich stelle mir das eben auch als Prozess relativ interessant vor, da so davor zu stehen und zu denken, okay, wie läuft das jetzt eigentlich?

SPEAKER_00

Ja, also das finde ich jetzt gar nicht so spannend, aber mal gucken, wie du es findest. Also ich konnte mir immer nie vorstellen, im Haus zu wohnen. Irgendwie, ich habe so Gartenarbeit, irgendwie, das fand ich irgendwie, weiß ich, also kannte ich halt nicht so direkt und war nichts, was mich so gereizt hat. Und meine Frau wollte aber immer schon gerne Eigentum haben, wobei das glaube ich auch daher, also dem Migrationshintergrund sozusagen geschuldet ist, weil ja in anderen Kulturen das durchaus üblicher oder da wichtiger ist, dass man eben sein eigenes hat auch. Und genau, also daher kommt, also meine Schwiegereltern haben auch eine Eigentumswohnung und da ist es, glaube ich, mehr Thema gewesen. Ich habe es aber, also hatte auch nichts dagegen und deswegen waren wir eigentlich immer eher so für entweder Wohnungen oder deswegen ist es dann ein rein Mittelhaus, ein Kleingarten geworden. Das eben, was man sich dann auch leisten konnte. Genau so ist das eigentlich zustande gekommen. Und jetzt muss ich sagen, könnte ich mir auch mehr vorstellen tatsächlich. Also wir haben auch hier, wenn man sich in diesem Umfeld dann bewegt, sieht dann eben, wie andere wohnen oder eben Kontakt auch zu anderen Personen. hat und ja da bin ich doch ein bisschen auf den Geschmack gekommen. Also mittlerweile könnte ich mir, was ich vor weiß nicht, 10, 20 Jahren nicht gedacht hätte, finde ich so ein freistehendes Einfamilienhaus auch cool. Das ist halt ein bisschen die Frage, ob man sich es leisten kann, aber ja, so ist das quasi.

SPEAKER_03

Aber der Prozess, den fandst du jetzt nicht kompliziert. Ich kenne mich da einfach überhaupt nicht aus, wie das jetzt ist. Klar, okay, wenn man jetzt, sag ich mal, man hat ein gutes Einkommen, dann möchte man Eigentum haben, dann geht man zur Bank und dann erklären die einem das, wie das funktioniert. Also ich stelle mir das als einfach als bürokratischen Prozess, sich das durchzurechnen und so weiter, stelle ich mir jetzt auch komplizierter vor, wenn man niemanden hat, aber vielleicht hattest du das ja auch, die man fragen kann. Also wie das funktioniert, genau.

SPEAKER_00

Also so direkt hatte ich, glaube ich, niemanden, aber da vielleicht, wenn man aus der Verwaltung kommt, dann kommt einem das nicht bürokratisch vor. Wir haben ja auch bei den unterschiedlichen Hintergrund. Ne, von daher das, also klar mit Notar und so, das wusste ich auch nicht so richtig, was einen erwartet und wie das dann ablief. Das auf jeden Fall nicht, wobei da auch durch irgendwie Freunde, Bekannte oder jetzt mittlerweile kann man sich auch gut informieren, sowas selber durchrechnen. Also da, also das auch der Part, in dem ich unterrichte, also dieses Betriebswirtschaftliche, so das interessiert mich schon. Also ich war auch in der Schule, in Mathe und Sport war ich immer ganz gut, im Rest nicht so. Von daher, das ging aber stimmt, diese Formal ja mit Notar und Grundsteuer, wie das alles abläuft oder dann hier, wofür man sich dann selber anmelden muss, hier wie Müll und so, da hatte man keine Ahnung, aber ja, das kriegt man eigentlich ganz gut hin. Oder vielleicht auch da wieder, jetzt, wo ich das erzähle, weiß ich noch, als ich in die WG gezogen bin, da hat auch ein Kumpel gesagt, wie du hast das alles alleine gemacht mit dir Umzugswagen besorgen und allem was dranhängt, da musste ich mich halt auch schon selber drum kümmern oder habe ich mich selber drum gekümmert. Von daher war das jetzt für mich hier nicht jetzt so die große Hürde dann.

SPEAKER_03

Verstehe. Und hast du denn jetzt aktuell so im Freundes- und Bekanntenkreis oder vielleicht auch unter Kolleginnen, weiß ich nicht, weißt du so, was Menschen um sich herum so verdienen? Ist Geld ein transparentes Thema, über das man sich auch so unterhält oder eher weniger?

SPEAKER_00

Also bei Kolleginnen, also im öffentlichen Dienst ist es ja transparent, weil die Tabellen, Entgeltabellen oder auch Besoldungstabellen sind halt öffentlich einsehbar. Wenn man sich da ein bisschen auskennt, dann kann man zumindest relativ gut abschätzen, was eben Personen verdienen. Also das ist aber ehrlich gesagt auch nur, wenn man sich auskennt, transparent. Ich glaube sonst auch nicht so, aber wenn man sich auskennt, dann schon. Aber auch jetzt hier so im Freundes- und Bekanntenkreis. Also ich gehe auch eher offen damit um. Von daher, ja, aber es ist natürlich auch unterschiedlich. Also ich habe Personen, also ich deswegen bin ich ja auch hier bei dir, weil ich jetzt nicht so ein Problem damit habe, über so Sachen zu sprechen. Oder ich erlebe auch manchmal, dass manche Personen erschrocken sind, wenn man Sachen einfach so direkt sagt. Aber das ist erlebe ich unterschiedlich. Also es gibt Personen jetzt hier, von denen ich das auch weiß, aber ja, es ist sehr unterschiedlich, ja.

SPEAKER_03

Und was würdest du denn sagen, was ist das Wertvollste, was du besitzt, abgesehen vom Haus vielleicht? Also das ist sozusagen also wirklich aufs Monetäre bezogen. Du kannst beides, weil das ist auch immer schon interessant, wo Menschen einhaken, ob auf das Ideelle oder das Monetäre, was dich mehr anspricht.

SPEAKER_00

Monetär ist einfacher zu beantworten. Ideell, ja, monetär denke ich irgendwie an ein Auto, natürlich dann wahrscheinlich nach dem Haus. Genau. Also relativ unspektakulär, glaube ich. Ideell merke ich gerade, ich habe gelogen am Anfang des Podcastes. Ich habe doch ein Portemonnaie. Das benutze ich aber nicht. Das liegt hier bei mir im Schrank. Aber das war das erste Geschenk, was ich von meiner Frau bekommen habe. Und das hat zum Beispiel jetzt, oder ist mir gerade eingefallen, einen hohen ideellen Wert für mich, auch wenn ich es jetzt nicht mehr so täglich benutze, da das habe ich hier immer in meinem Schreibtisch liegen. Genau das fällt mir so ein. Ja, ich habe noch so ein Interesse für Uhren, das ist auch durchaus teuer, ja.

SPEAKER_03

Hat sich denn dein, wenn du das jetzt so anguckst, von wo wir gestartet sind, irgendwie vielleicht am Anfang der Ausbildung oder so zu heute, wie hat sich da so dein deine Beziehung zu Geld entwickelt?

SPEAKER_00

Manchmal merke ich noch, dass ich dadurch nicht, also vielleicht auch durch dieses Taschengeldthema, vielleicht das sogar den Umgang mit Geld noch hätte besser lernen können. Auf der anderen Seite bin ich auch durchaus zufrieden, irgendwie wie ich mit Geld umgehen kann. Jetzt wie du sagst, Hauskauf und irgendwie das, sowas wäre ja auch nicht möglich gewesen. Aber ich merke schon schon auch, dass ich, dass sich so Sachen auch verschieben, eben wo man, wo man sich bewegt oder wie wo man steht. Also ich merke gerade, ich habe so ein richtiges Störgefühl, das zu sagen, aber ja, das ist tatsächlich so. Deswegen war es damals irgendwie für mich kein Thema. Wenn ich jetzt drauf gucken würde, würde ich sagen, da haben schon Sachen gefehlt oder würde ich jetzt Sachen irgendwie kritischer bewerten. Aber mir hat damals auch nichts gefehlt, auch wenn wir, also wenn ich jetzt nicht viel Geld hatte, da passt, also könnte ich auch eine Geschichte zur Uhr erzählen, fällt mir gerade ein. Also meine Uhren fand ich schon immer cool. Ich habe jetzt auch eine ziemlich teure Uhr auf jeden Fall. Aber ich habe mir von meinem ersten Weihnachtsgeld, was ich gekriegt habe, damals von meinem Job in Oldenburg, habe ich anteilig Weihnachtsgeld gekriegt und habe mir eine Uhr für 200 Euro gekauft, das weiß ich noch. Und das kam, also das war sehr, sehr teuer. Also und die hatte, die habe ich auch aufgehoben, hat auch einen ideellen Wert für mich. Genau, die hatte so, das Idee war so viel wert für mich, weil ich so viel Geld dafür eine Uhr ausgegeben habe. Sammelst du richtig? Na, sammeln leider nicht, dafür würde ich gerne. Dafür verdiene ich doch ein bisschen zu wenig, weil jetzt interessiere ich mich eher für Uhren, die ein bisschen mehr kosten als 200 Euro und dementsprechend kann man da dann auch nicht so viel kaufen. Genau, aber ich interessiere mich auf jeden Fall dafür, ja. Und jetzt ist eine Uhr halt deutlich viel Mehrwert, aber wenn ich das vergleiche mit damals, mit dieser 200 Euro Uhr, was ja auch viel Geld ist, irgendwie, aber das war damals, also kam mir damals noch viel, viel mehr vor. So, jetzt würde ich das anders bewerten.

SPEAKER_03

Hast du denn das Gefühl, heute identifizierst du dich als bürgerlich quasi? Oder falls man das überhaupt so sagen kann, aber oder wie fühlst du dich zugehörig sozusagen?

SPEAKER_00

Ja, kann ich leider auch nicht so eindeutig beantworten. Also manchmal denke ich es schon, manchmal aber nicht. Also gerade hier habe ich jetzt auch Erfahrungen gemacht, wo ich dachte, dass andere Leute eben nochmal einen ganz anderen Background haben und eben Entscheidungen auch ganz anders treffen können, die man dann, die gar nicht dann eben vorrangig da am Geld liegen, sage ich mal. Also ob ich einen Job mache zum Beispiel, oder eben in Elternzeit gehe, ist da eher die ideelle Frage sozusagen, was will ich machen? Und die Überlegung, habe ich das Geld dafür, kann ich mir das leisten, ist gar keine oder eher zweitrangig. Und das ist bei mir eben schon so, dass das natürlich auch eine Rolle spielt und man eben auch gucken muss, weil man dann eben vielleicht nicht so einen Background hat wie andere. Auf der anderen Seite, man spricht eben auch nicht so genau drüber. Da sind auch die Einschätzungen oft anderer. Also ich erlebe auch Leute, die sagen, sie müssen jetzt wieder arbeiten gehen oder so, wo ich von dem, was ich so mitbekomme, wo man dann eben nicht so genau über Verdienst oder so spricht, was ich dann auch nicht so nachvollziehen kann. Von daher, sich selber einzuordnen, finde ich, finde ich schwierig, wobei ich auch so eine Sympathie habe, mich gar nicht so da einordnen zu wollen, muss ich auch sagen. Also finde, ja, es ist, ist so irgendwas dazwischen irgendwie ein bisschen ambivalent oder ja, ist glaube bei mir persönlich auch häufig so, dass es jetzt nicht unbedingt nur die eine Seite gibt, sondern sehr, sehr zwiegespalten ist, ja.

SPEAKER_03

Aber erlebst du quasi, also am Ende von den Podcast-Folgen frage ich ja, je nachdem auch wie der Gesprächsverlauf dann so war, wie man auf der individuellen Ebene quasi mehr ins Gespräch kommt zu Geld mit der auch sehr in Anführungszeichen gesetzten anderen Seite. Also ne, so wenn man eben jetzt meinetwegen das Gefühl hat, man hat wenig Geld, ja, so, dann wie kommt man ins Gespräch mit Menschen, die zum Beispiel, sag ich jetzt mal, einfach erben, ja, und das vielleicht gar nicht nachvollziehen können, wie das ist, wenn man das halt jetzt nicht hat. So mir fällt das aus dem Gespräch sehr schwer, eine andere Seite in Anführungszeichen abzuleiten. Vielleicht hast du ja überhaupt, weiß ich nicht, ob du dazu überhaupt ein Erlebnis hast oder ob du sagst, das empfindest du auch gar nicht so, dass es da jetzt irgendwie die andere Seite in Anführungszeichen gibt. Dann is vielleicht eher the Frage, was würdest du dir wünschen, wie man zu Geld mehr ins Gespräch kommt oder was würde da helfen?

SPEAKER_00

Ja, also ich finde, oder das ist ja auch das, was ich mache, irgendwie Sachen anzusprechen. Und ich erlebe schon auch gerade auf individueller Ebene, eher, dass es Person unangenehmer ist, wenn sie gut aufgestellt sind. Und da ist natürlich quasi, wenn man so in Seiten denkt, ist es natürlich auch einfacher, bezogen jetzt aufs Erben, wenn man sagen kann, na gut, ich werde nichts erben. So, aber ich verstehe auch, dass man dann natürlich einer anderen Person das vielleicht schwieriger macht, dadurch dann eben zu sagen, ja, ich erbe aber hier Haus oder Betrag XY. Also ich erlebe eher oft so eine Charme bei Personen, die eigentlich gut aufgestellt sind, dass sie das nicht sagen wollten oder da nicht drüber sprechen. Also ich glaube, auch da muss es irgendwie gerade einen anderen Umgang geben, weil aus der Position heraus irgendwie sich selber was erarbeitet zu haben oder eben nicht so den Background zu haben, macht es vielleicht sogar manchmal ein bisschen leichter, das Thema anzusprechen. So, ich glaube, da, also du brauchst einfach so Mut von beiden Seiten, sage ich mal. Also auf der einen Seite ist es halt eher dieses über den Schatten springen oder eben zu erzählen, auch, dass man vielleicht nicht so den finanziellen Background hat, da auch mutig zu sein und da eben nicht für verurteilt zu werden, aber auch andersrum. Ich finde, es soll sich ja niemand dafür schämen, irgendwie, wenn er gute Startbedingungen hat, gut aufgestellt ist, irgendwie auch erbt ist ja was Positives. Natürlich muss man sich dann mit der Frage auseinandersetzen, wie man damit umgeht, klar, aber auch auf der Seite gibt es ja dann so eine gewisse Charme. Also ich glaube, da müssen wir ein bisschen mutiger sein dann.

SPEAKER_03

Er geht dir das anders, seit du, sage ich mal, jetzt über die Jahre dir eben sozusagen ein höheres Einkommen erarbeitet hast, merkst du das, dass du das Gefühl hast, es fällt dir meinetwegen eher leichter oder eher schwerer, damit transparent umzugehen? Oder hat sich das bei dir eigentlich kaum verändert durch die veränderte Einkommenslage oder Lebenslage oder genau?

SPEAKER_00

Wobei ich habe das gleich, also es kommt immer auf den Kontext an. Also wenn ich in einem Kontext bin, wo ich weiß, man ist ja eh nicht unterwegs, dann kann man halt auch über das Gehalt sprechen. Also wenn ich weiß, okay, das ist so ein ähnlicher Rahmen, dann redet man eher darüber. Auch mir geht es so, dass wenn ich in einem Kontext unterwegs bin, wo ich glaube, dass die Personen zum Beispiel weniger verdienen, dann fällt es mir auch schwerer zu sagen, also das zu sagen, weil da habe ich das Gefühl natürlich auch, dass das dann irgendwie großkotzig tatsächlich dann irgendwie rüberkommt. Also genau, von daher kann ich das da auch nachvollziehen, ja. Und gäbe es, weiß ich nicht.

SPEAKER_03

Gäbe es in diesen, je nachdem, je nach Variante, gäbe es in den Kontexten irgendwas, was dir einfällt, wo du das Gefühl hast, das würde es einfacher machen, selbst wenn man nicht in einer Gruppe ist, bei der man eine Ruheähnlichkeit schätzt, sozusagen, gibt es da irgendwas auf der persönlichen Ebene? Wie gesagt, klar, es gibt auch immer die systematische, die politische und so weiter, das ist klar, aber jetzt so rein auf der persönlichen Ebene, was es deiner Meinung nach einfacher machen würde, trotzdem da transparent sich wohlzufühlen.

SPEAKER_00

Ich habe deswegen zögere ich auch, ich habe leider keine gute Idee. Also das ist eine schwierige Frage. Ja, also ich glaube einfach, man muss, also wie bei vielen Sachen, man muss eben mutig sein und eben auch offen für andere Meinungen. Also ne, das ist ja die Angst entsteht ja irgendwie daraus, weil man also die andere Seite quasi eben da auch ja nicht schlecht mit umgeht sozusagen. Also von daher muss quasi von beiden Seiten irgendwie Verständnis entgegenbringen. Aber es ist natürlich jetzt auch schwierig, da so einen Tipp zu haben, wobei ich vielleicht doch so, egal wo man steht, in beide Richtungen gucken, hätte ich gesagt. Also wir vergleichen uns oft, beim Gehalt wird dann oft nur geguckt, die, die mehr verdienen und dann ist man frustriert irgendwie so auch zu gucken, irgendwie, wer verdient weniger. Also quasi ich bin da, wer dafür Balance und dafür ist es ja dann quasi auch egal, sag ich mal, wo man steht, wenn man irgendwie im Bewusstsein dafür hat. Natürlich gibt es irgendwie Ausnahmen, aber grundsätzlich gibt es ja immer irgendwen, der mehr hat, mehr verdient, mehr erbt, wie auch immer, aber auch immer wen, der, der, der weniger verdient oder hat auch. Und bis auf die Ränder ist das eben ja tatsächlich bei allen Personen so. Und da da den Blick in beide Richtungen zu haben, vielleicht wäre das so der individuelle Wunsch oder Tipp, den ich hätte, ja.

SPEAKER_03

Und du hast ja jetzt im Gespräch einerseits mal gesagt, dass du eben auch versuchst, so ein bisschen mutiger damit zu sein, so mit dem mit dieser sozialen Aufstiegsgeschichte, das irgendwie zu transparent zu machen, zu erzählen, auch dass du da gute Erfahrungen mitgemacht hast, wo du, wenn du unterrichtest, das irgendwie mit einzubeziehen, das auch so ein bisschen transparent zu machen, was war denn dafür deine Motivation? Also oder was waren vielleicht Erlebnisse, die dich quasi den Mut hochdrehen lassen und denken lassen, ja gut, ich will damit eigentlich mehr transparenter auftreten oder das mehr irgendwie nach außen tragen?

SPEAKER_00

Ja, ich habe einmal so eine Gruppensituation vor Augen, wo ich mich vorgestellt habe, wo man wirklich gemerkt hat, so die Personen sind so beeindruckt und vielleicht auch motiviert von dem Lebensweg und ganz konkret auch zwei Personen, die sind sogar mehr, drei Situationen, die mir jetzt gerade einfallen. Einmal, wo auch jemand sagt, also mir direkt gesagt, ist ja toll, was sie da für einen Weg eingeschlagen haben. Oder das ist mir sehr in Erinnerung geblieben, eine Person, die mich auch angesprochen hat und dadurch motiviert war. Und ich glaube, ich habe sie letztens auch getroffen, die dann auch einen Lehrauftrag zum Beispiel angenommen hat. Die hat sich auch dann weiterqualifiziert und war da auch eine weibliche Person mit sichtbarem Migrationshintergrund, die gesagt hat, toll, wie sie das hier machen. Und so, ich glaube, sie hat sogar gesagt, es ist mir auch unangenehm irgendwie, dass ich so einen Vorbildcharakter hätte. Also irgendwie ist es mir unangenehm, es freut mich aber natürlich auch. Oder letztens bei einem Netzwerktreffen, wo auch mir gesagt worden ist, man muss auch mal stolz sein. Also weil ich habe auch, die es immer weitermachen. Das waren jetzt so konkrete Sachen, die mich da antreiben. Auf der anderen Seite muss ich auch so ehrlich sagen, ist mir schon auch unangenehm. Also auch gerade die Situation. Also ich muss mich sehr, sehr, sehr überwinden, um das zu machen, weil ich doch große Sorge davor habe, irgendwie peinliche Sachen zu sagen irgendwie. Oder dass eben Sachen blöd rüberkommen oder am Ende ist ja doch ein bisschen so, wenn man was von sich preisgibt irgendwie, macht man sich auch angreifbar. Von daher fällt es mir ehrlicherweise noch sehr schwer, ja.

SPEAKER_03

Ja, verstehe ich gut. Haben wir denn jetzt, gibt es irgendwas, was wir jetzt als Thema vielleicht noch gar nicht angesprochen haben in dem ganzen Komplex von Geld, wo du eigentlich unbedingt drüber reden möchtest oder was du, was dir die ganze Zeit noch auf der Seele brennt und du denkst, oh, jetzt da sind wir jetzt noch gar nicht drauf gekommen?

SPEAKER_00

Ich fällt mir nicht ein, ich habe irgendwie ja auch relativ viel erzählt, deswegen mir geht auch so durch den Kopf, wo hoffentlich hast du nichts Blödes gesagt oder ich mag auch meine eigene Stimme nicht hören und so weiß noch nicht, wie ich das dann mache, wenn ich es mir selber anhöre. Das Einzige, was ich noch so so im Kopf habe, weil ich ja sonst auch schon mal deinen Podcast gehört habe, so die Frage, ob man selber mal kein Geld hatte. Das ist das Einzige, was mir gerade noch so einen Sinn kommt, ist aber tatsächlich auch nicht so interessant. Aber das.

SPEAKER_03

Und hattest du mal gar kein Geld? Gab es mal Situationen, wo du zum Beispiel nicht wusstest, wie du nächsten Monat Miete zahlst.

SPEAKER_00

Ja, also mit Mietezahlen nicht, aber ich habe da die Situation auch, als ich in meiner Ausbildung auf dem Lehrgang war und dann nach Hause gefahren bin mit dem Auto und langsam fahren musste, weil ich wusste, ich habe kein Geld mehr, um zu tanken, musste ich eben extra langsam fahren, damit ich nicht so viel Sprit verbrauche, weil ich wusste, das Geld kommt erst am nächsten Tag oder so, damit ich noch nach Hause komme. Das war doch so eine prägende Situation, wo ich dann hinterm Lkw und immer auf die Tanknadel geguckt habe, weil das wäre halt blöd gewesen, hatte ich kein Dispo und ich wusste, okay, wenn du jetzt tanken musst, das kannst du halt nicht bezahlen. Dann bin ich halt sehr, sehr langsam gefahren und hatte dann auch noch deutlich mehr Tank. Und am nächsten Tag war das Gehalt ja, war dann auch wieder da. Also ich habe da kalkuliert, aber das war so eine Situation, wo es schon mal eng war, aber jetzt sonst wirklich so Situationen, wo ich jetzt mir Sorgen machen muss, dass ich meine Miete bezahlen kann, hatte ich nicht, weil ich eben dann ja auch regelmäßiges Einkommen schon relativ früh immer hatte.

SPEAKER_03

Aber bei der Auto-Situation wäre das so ein Moment gewesen, hätte deine Mutter dir Geld leihen, vorstrecken schenken, wie auch immer, können, oder war es da auch so knapp, dass das halt auch ganz viel ins Gewicht gefallen wäre und oder war das so ein Moment, wo du jetzt auch nicht gefragt hättest, weil du das Gefühl hast, das ist ja mein Geld, ich muss ja zusehen, wie ich hier mit meinem Tank irgendwie haushalte und so weiter?

SPEAKER_00

Ja, also auch beides wieder. Also ich hätte hätte nicht fragen wollen so und das ging auch, das wäre für mich nicht in Frage gekommen. Natürlich im Notfall hätte ich das gemacht, aber ich war ja da auch woanders, weil ich hätte auch wen anders fragen können, wobei ich auch grundsätzlich nicht so gerne nach Hilfe frage. Und genau bei meiner Mutter war oder ist es auch knapp vorbei, sie das vielleicht auch nochmal gut zum Ende zu sagen, sie für mich immer alles oder er sogar zu viel gemacht und gegeben hat, dass ich deshalb glücklicherweise auch vielleicht nie die Situation hatte, dass ich mir da so irgendwie Gedanken drüber machen musste, auch ja, wenn sie es wahrscheinlich viel gemacht hat oder machen musste.

SPEAKER_03

Nino, ich danke dir auf jeden Fall richtig, richtig doll für das Gespräch. Und vielleicht eines Tages machen wir nochmal eine Bürgergeld-Folge zusammen. Können wir tief reingehen in die strukturellen Fragen und Perspektiven. Aber ganz vielen Dank, dass du heute mit mir gesprochen hast. Ich, wie gesagt, danke ja immer allen auch für den Mut, überhaupt die eigene Geldgeschichte oder auch die eigenen Vermögenshorizonte und so weiter so transparent irgendwie im Gespräch darzustellen. Ganz vielen Dank dir. Ich habe mich voll gefreut.

SPEAKER_00

Ja, ich fand es auch cool. Vielen Dank. Ich habe ein bisschen die Sorge, dass auch was Gutes dabei rauskommt, die ich ja schon geteilt habe. Aber ich finde es ja gut, wenn mehr darüber geredet wird. Und eben, wenn man möchte, dass sich verändert, muss man auch selber was dafür tun, auch wenn es ein bisschen wehtut. Genau, aber ich habe die Hoffnung, dass es ganz gut wird. Ich weiß nur nicht, ob ich es mir selber anhören kann, solange meine eigene Stimme zu hören. Mal gucken.

SPEAKER_03

Danke wieder an alle Menschen, die heute zugehört haben. Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, dann folgt dem Podcast doch gerne auf Insta. Unter das Punkt habe ich mir selbst erarbeitet oder tragt euch noch besser für den Newsletter bei Substack ein, unter schwarz mit nur Z, schwarzc.substack.com oder ihr findet den Link auch in der Bio bei Insta. Ich experimentiere noch damit, ob sich die Arbeit für Instagram lohnt. Es erfordert eh schon super viel Zeit, die Menschen zu recherchieren, vor Gespräche zu führen und den Content zu produzieren. Und der Newsletter hat außerdem den Vorteil, dass man unabhängig von Meta und den Plattformen generell ist. Also meldet euch wirklich sehr gerne dort an. Einmal im Monat gibt es die neue Folge und Informationen zu dem Themenbereich, zu dem die Folge passiert. Teilt den Podcast natürlich gerne auch mit Menschen, die das gleiche oder was ganz anderes verdienen als ihr selbst. Und wenn ihr könnt, dann unterstützt den Podcast doch super gerne auf Patreon. Dort könnt ihr aktuell auch noch sechs Minuten Bonus-Content von Nino und mir zu strukturellen Fragen hören, die es nicht in den Podcast geschafft haben. Und ihr habt bereits Zugriff auf die nächste Folge, nämlich mit Schirine. Schirin ist als Kind von Flüchtlingen aufgewachsen und hat früh gelernt, wie sich finanzielle Unsicherheit anfühlt. Eigentlich ist sie Architektin, doch vor zwei Jahren trifft sie eine bewusste Entscheidung, sie verlässt ihren Beruf und geht in die Unternehmensberatung mit einem klaren Ziel vor Augen, finanzielle Stabilität. Heute verdient sie rund zehntausend Euro brutto im Monat und in dieser Folge spricht Schirin darüber, wie sehr Geld ihre Entscheidungen prägt. Sie erzählt von dem Gefühl, Verantwortung für ihre Eltern zu tragen und davon, wie finanzielle Stabilität sich tatsächlich anfühlt.