Radatz: Relationale Impulse
Der inspirierende Relationale Gestaltungsansatz von Dr. Sonja Radatz eröffnet uns eine neue Welt voll Gestaltungsmöglichkeiten - in allen Lebensbereichen.
Radatz: Relationale Impulse
Wie das Wort „Veränderung“ Veränderung killt
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Wir sprechen ständig von Veränderung - aber die Einladung zu „Veränderung“ killt Veränderung: in der Gesellschaft, in der Politik, in Unternehmen, in der Führung, im Vertrieb, im Coaching, in der Bildjng, in der Erziehung. Niemand will „Veränderung“.
Sie sehen das sogar in den Episoden dieses Podcasts: Jede EINLADUNG ZU VERÄNDERUNG im Titel hat weniger Aufrufe…
Und wozu laden wir anstattdessen ein? Das hören Sie in diesem Podcast - wieder ein kleiner, entscheidender und eine neue Welt erzeugender Schritt.
Wenn Sie gezielt Ihre persönliche Wirksamkeit im Gespräch gestalten und trainieren wollen, holen Sie sich das Relationale Wirksamkeitssystem von Dr Sonja Radatz mit 100 Audiohebeln und starten Sie noch heute los: https://share.google/zw05So0r6syT0xClT
Für Führungskräfte, Vertriebler, Coaches, Berater, Lehrer, Anwälte - oder wenn Sie ganz einfach wirksame Gespräche führen wollen.
s.radatz@irbw.net, www.irbw.net, www.relationalonline.com, www.mind-changer.com
Das Wort Veränderung ist ja im relationalen Denken ein Wort, das sehr, sehr selten verwendet wird. Und es gibt einen guten Grund dafür. Denn Veränderung ist etwas, das die Menschen nicht mögen. Wenn sie selbst für sich einmal das Aussprechen dieses hier brauche ich eine Veränderung, dann merken sie schon, wie alle Fasern ihres Körpers sich zusammenziehen und eigentlich nur eines wollen, nämlich dableiben, wo sie schon sind. And genau das erleben wir im Prinzip überall. Wir erleben es in der Gesellschaft, wir erleben es in Schulen, wir erleben es in der Erziehung unserer Kinder, wir erleben es natürlich in Unternehmen und wir erleben es, wenn immer es um uns selbst geht, wenn wir zwar wissen, es braucht etwas anderes, aber eigentlich wollen wir es nicht. Und der Grund ist, und da gehe ich zurück zu einem sehr, sehr spannenden Philosophen, dessen Bücher ein bisschen schwierig zu lesen sind, aber er hat sehr viele interessante Thesen und Überlegungen aufgestellt. George Spencer Brown, ein Engländer, der mal gesagt hat, draw a distinction and the universe will come into being. Also triff eine Unterscheidung, triff ein bestimmtes Wort, sprich einen bestimmten Begriff aus, und du schaffst damit ein Universum. Und das ist ein ganz, ganz wichtiger Satz für das relationale Denken, ebenso wie der Satz von Epiktet aus dem griechischen Philosophentum, ungefähr 2000 Jahre älter. Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinung, die wir von den Dingen haben. Und die Frage ist, welche Meinung haben wir von Veränderung? Von Veränderung haben wir ganz klar die Meinung. Und das brauchen Sie nicht erklären, denn das ist in uns allen drin. Und ich behaupte noch viel mehr im deutschsprachigen Raum als im englischsprachigen, und darauf komme ich auch gleich zu sprechen. Veränderung steht für uns, für das aktuelle Verlassen. Und das aktuelle Verlassen ist mit meist ungeheurem Aufwand verbunden. Denn das Aktuelle ist vertraut, das Aktuelle kann ich. Das Aktuelle kann ich eigentlich ohne nachzudenken anwenden. Das heißt, vertraut können kein Nachdenken notwendig und es gibt eine bestimmte Erfahrung dazu, die zwar in der Vergangenheit liegt, zugegeben, und es muss auch nicht sein, dass die Erfahrung sich heute wiederholen würde, aber die Erfahrung ist und ich habe damit gute Erfahrung gemacht. Und das sind vier ganz zentrale Gründe, warum wir Veränderung überhaupt nicht wollen. Denn unser Gehirn sagt, wir gehen weg von etwas, das vertraut ist, dass wir können, dass wir ohne nachzudenken praktizieren und das in der Vergangenheit Erfolg gebracht hat. Versuchen Sie mal, jemandem einzureden, dass es gut ist, das zu verlassen. Und das ist genau der Punkt, an dem wir im relationalen Denken ansetzen. Denn draw a distinction and the universe will come into being. We gehen auf die andere Seite. Was ist die andere Seite der Veränderung? Was ist die andere Seite das gute alte Verlassen? Und ich behaupte, das ist ganz zentral für die Gesellschaft, ganz zentral für politische Neuaufstellung, für Themen, die wir in der Gesellschaft brauchen, für Schulen, für unsere Kindererziehung, für unsere Beziehungen, für Unternehmen, für Führung, für alles, was unser Leben betrifft, hier auf die andere Seite zu schauen. Und wenn wir auf die andere Seite schauen, was entdecken wir dort? Wir entdecken dort das Hinzu, das Neue. Und jetzt komme ich nochmal zurück zu dem, was ich zuvor gesagt habe, nämlich im Englischsprachigen ist das nochmal ein bisschen anders. Wenn Sie im Englischsprachigen sagen, I need a change, dann ist das nicht unbedingt etwas Schlechtes. Dann ist das nicht diese Idee der Veränderung, denn change als Wort wird verwendet sowohl für Neues als auch für das Alte loslassen. Ich behaupte sogar, es wird viel mehr verwendet für das Neue starten. Und deshalb ist Change in Amerika, in England einfacher besetzt und besser durchzubekommen als in einem deutschsprachigen Umfeld. Im deutschsprachigen Umfeld haben wir zwei Begriffe. Wir haben Veränderung und Neues. Und genau da, wo George Spencer Brown ansetzt, bei dem Draw a Distinction and the Universal Come Into Being, haben wir außerhalb der Veränderung das, was Neues verspricht. Wenn Sie also begrifflich ansetzen, und meine Erfahrung ist, das funktioniert sowohl in einem Beratungs- oder Coaching-Gespräch wie auch für sie selbst, in ihrer Kommunikation, in ihren inneren Theologen mit sich, wie auch in der Führung, wie auch in der Unternehmensführung, wie auch in der Gesellschaft, wie auch in der Kindererziehung, wenn sie weggehen von da braucht es Veränderung hinzu, da hätte ich etwas Neues anzubieten. Hätten Sie Lust, das einmal zu probieren. Merken Sie, was jetzt passiert? Rein, wenn Sie diese Worte hören, es entsteht Neugier, es entsteht Interesse. Das ist das, was wir wollen. Und das Spannende ist, in diesem relationalen Denken überlegen wir immer, von welcher Seite wir optimalerweise kommen. Denn wir wissen, wenn wir einen Begriff wählen, wenn wir uns für einen Begriff entscheiden, dann wählen wir die andere Seite des Begriffes bewusst ab. Daher liegt es an uns, uns zu entscheiden, ob wir den Begriff der Veränderung wählen oder ob wir den Begriff des interessanten Neuen wählen. Wenn Sie heute ein iPhone der nächsten Generation kaufen, kaufen Sie keine Veränderung. Sie kaufen das Neue. Wenn Sie heute etwas in ein anderes Land fahren, etwas Urlaub machen wollen, dann kaufen Sie nicht das Verlassen der aktuellen Bleibe ihrer Wohnung oder ihres Hauses, sondern Sie kaufen das interessante Neue. Und sie freuen sich auf das Andere. Und dieses Andere im Sinne von Neu können wir mit Worten unfassbar wirkungsvoll besetzen. Das liegt an uns. Die Frage ist, was wollen sie Neues, wenn sie Veränderung ausrufen? Und dann ist es relativ einfach, nicht die Veränderung auszurufen, sondern Lust auf das Neue zu machen. Und dieses Umdenken von hier brauchen wir Veränderung im Sinne von hier müssen wir weg vom Aktuellen hin zu, da wollen wir eigentlich sein. Also nicht zu sagen in einem Unternehmen, wir brauchen hier einen Change, sondern zu sagen, wir wollen jetzt endlich den Erfolg haben, den wir uns alle verdienen, ist eine völlig neue Welt, die wir eröffnen. Und dieses neue Eröffnen von Welten mit Begriffen, das ist ein ganz zentrales Thema der relationalen Philosophie. Ich lade Sie also ein, Ihre Situation und überall dort, wo sie im ersten Moment denken, da braucht es Change, da braucht es Veränderung, nochmals neu zu betrachten und zu überlegen, was ist denn das Neue, das ich eigentlich will. Und selbst in dem Dialog mit ihnen macht es einen Unterschied, ob sie sagen, ich muss jetzt unbedingt ein paar Kilo abnehmen, denn das ist die Veränderung. Oder ob sie sagen, ich möchte endlich so aussehen, wie es mir eigentlich verdient habe. Und wie ich mich jeden Tag im Spiegel sehen will. Und das macht einen ganz großen Unterschied. Insofern wünsche ich Ihnen alles Gute beim Hinkommen zu etwas und bei Ihrer Wirksamkeit auf dem Weg dahin.