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KI soll uns Zeit sparen – warum arbeiten wir dann immer noch genauso lang?

Eugen & Dominik

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0:00 | 28:07

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Die 4-Tage-Woche ist seit Jahren Diskussionsthema – und jetzt kommt das Argument von einer neuen Seite: Künstliche Intelligenz. 🤖

KI übernimmt Aufgaben, automatisiert Prozesse und steigert die Produktivität. Aber wo bleibt die gewonnene Zeit? Warum arbeiten wir immer noch genauso lang – oder sogar mehr?

In dieser Folge schauen wir uns ehrlich an, was hinter dem Versprechen steckt. Wir reden über die verschiedenen Modelle der 4-Tage-Woche, was Pilotprojekte aus Island, UK und Neuseeland wirklich zeigen und warum Deutschland in dieser Diskussion noch weit hinterherhinkt.

Dazu kommen die unbequemen Fragen: Wer profitiert – und wer bleibt außen vor? Was passiert mit Berufen, die sich nicht in vier Tage pressen lassen? Und wenn KI-Produktivitätsgewinne nicht beim Mitarbeiter ankommen, sondern direkt ins nächste Wachstumsziel fließen – ist die 4-Tage-Woche dann überhaupt mehr als eine Illusion?

Was dich in dieser Folge erwartet: Eine ehrliche Einschätzung ohne Hype, warum die 4-Tage-Woche keine Frage der Technologie ist, sondern eine Frage des Willens.

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Würdet ihr euch eine 4-Tage-Woche wünschen – und was würdet ihr mit dem freien Tag machen?

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SPEAKER_01

Jedes Gerät, das irgendwie uns eine deutliche Zeitersparnis bringen sollte, wie zum Beispiel das Smartphone, hat am Ende dafür gesorgt, dass wir sehr viel weniger Zeit zur Verfügung haben, weil damit auch so viele andere Dinge dazukamen.

SPEAKER_00

Ja, wenn du jetzt mit KI deutlich mehr geschafft kriegst, wo die KI die meiste Arbeit von dir macht, warum soll ich dich dann noch voll bezahlen?

SPEAKER_01

Wie gesagt, finde ich, so ein Friedrich Merz, der fernab der Realität von den normalen Menschen lebt, der sollte da kein Mitsprache recht halten. Er soll sich um andere Dinge kümmern. Ich meine, da gibt es mehr als genug Baustellen, die die gerade so ein bisschen in Angriff nehmen könnten. Und dann sollen die sich erstmal um die Dinge kümmern, die bei denen liegen. Willkommen bei Zeit für Neues. Mein Name ist Eugen. Ich bin Dominik und in diesem Podcast sprechen wir darüber, wie KI sich auf die Gesellschaft, aber auch auf die Arbeitswelt auswirkt.

SPEAKER_00

Ohne Hype, ohne Buzzwords. Wenn dich diese Themen interessieren, dann abonnier diesen Kanal und lass uns eine Bewertung da.

SPEAKER_01

Und jetzt viel Spaß und gute Erkenntnisse mit der Folge.

SPEAKER_00

Ich glaube, in der Arbeitswelt, besonders bei Arbeitnehmern, war die Diskussion um die Vier-Tage-Woche die größte seit, keine Ahnung, zehn Jahren. Wird überall breit diskutiert, in vielen Ländern wird es schon praktiziert. Bei uns in Deutschland ist es immer noch so eine, ja, man redet nicht gerne darüber, aber andere Länder, wie zum Beispiel Irland, wo es ja auch, Quatsch, Island, wo es ja auch schon praktiziert wird, da funktioniert. Was glaubst du? Werden wir durch, um das Thema KI mal aufzugreifen, werden wir das durch KI schaffen in Deutschland oder wird es ein Traumthema bleiben?

SPEAKER_01

Also erstmal, ich glaube, das eine oder andere Unternehmen macht das ja schon oder ich bin mir ziemlich sicher, ich habe das von dem einen oder anderen Unternehmen mitbekommen. Wie es jetzt läuft, kann ich gar nicht sagen. Ich weiß nicht, ob KI wirklich der springende Punkt da ist, weil am Ende sind wir mal ehrlich. Also in den acht Stunden am Tag, jeden Tag, da ist man nicht zu 100% produktiv. Und mit Sicherheit könnte man, wenn man weiß, man kann dafür einen Tag aussparen, die gleiche Arbeit auch in vier Tagen schaffen. Nicht alle und auch nicht in allen Berufen, aber wahrscheinlich in vielen. Ich habe auch schon viel darüber nachgedacht, ob KI irgendwie eine mögliche Lösung sein könnte, aber ehrlicherweise jedes Gerät, das irgendwie uns eine deutliche Zeitersparnis bringen sollte, wie zum Beispiel das Smartphone, hat am Ende dafür gesorgt, dass wir sehr viel mehr oder sehr viel weniger Zeit zur Verfügung haben, weil damit auch so viele andere Dinge dazu kamen, die einfach nur Zeitfresser sind. Und ich glaube, mit KI werden wir was Ähnliches erleben. Einerseits hast du jetzt zum Beispiel als kleines Unternehmen die Illusion, dass du eine Person jetzt zum Beispiel auch das Social Media managen kann. Weil die können jetzt Posting-Themen über KI erstellen, können die Texte dafür über KI erstellen, gegebenenfalls sogar die Bilder dafür über KI erstellen. Wie realistisch das ist, lassen wir uns mal außen vor. Aber ich glaube, das ist von vielen so die Vorstellung, die KI jetzt freigeschaltet hat. Und ich denke, dass das einfach dazu führen wird, dass mehr Unternehmen mehr machen und auch mehr Druck verspüren, noch mehr zu tun, um durch diese ganzen Möglichkeiten, die KI jetzt schafft, nicht unterzugehen oder aufgefressen zu werden von der Konkurrenz.

SPEAKER_00

Ja, ich denke, das ist auch so eine kleine Illusion. Also zum anderen, zum einen, du hast Unternehmen, die denken, man kann einfach noch mehr machen. Es gibt aber auch eben andere mittelständische Unternehmen, die so eine Community-Kultur innerhalb der Firma auch haben wollen. Die sagen, es ist okay für uns, wenn ihr 10, 5 Minuten in der Kaffeeküche zusammensteht und über Nicht-Arbeitsthemen sprecht. Was sich dann aber auch wiederum beißt, wenn man bedenkt, dass man theoretisch zwei bis drei Stunden sinnlos auf der Arbeit verbringt, die man theoretisch auf der Couch verbringen könnte. Deswegen, auch da ist es ja auch wieder, viele Unternehmer oder Firmen denken ja, dass wenn man zum Beispiel im Homeoffice ist, die möchten ja gar nicht, dass man, keine Ahnung, gerade mal die Spülmaschine ausräumt. Auf der anderen Seite wollen sie aber, dass man sich in der Kaffeeküche auf der Firma trifft. Das passt irgendwie nicht zusammen. Und ich weiß nicht, ob wir da erstmal so ein Umdenken generell bei den Unternehmern brauchen, um mehr Vertrauen bei den Arbeitnehmern zu schaffen.

SPEAKER_01

Wobei ich sagen muss, dass das eine, also der Smalltalk in der Kaffeeküche hat wenigstens noch so eine teambildende Ader, während das Spülmaschine ausräumen, jetzt wirklich gar nichts zur Firma beiträgt. Also den Unterschied sehe ich schon. Aber denkst du, denkst du nicht, dass jetzt, also während Corona, als alle im Homeoffice waren oder alle, die konnten im Homeoffice waren? Ich glaube, die Tatsache, dass so viele aktuell, also jetzt 25 und 26 zurückrudern und sagen, das geht so nicht, ist, weil wir jetzt so langsam die Auswirkungen davon spüren. Wirtschaftlich. Aber auch einfach, wenn man guckt, was die Effizienz betrifft, wie wir im internationalen Wettbewerb dastehen, da muss man sagen, da schaffen andere Firmen im Ausland mit weniger Mitarbeitern mehr Arbeit. Und das muss ja irgendwie muss das ja auch so ein bisschen damit zusammenhängen.

SPEAKER_00

Ich sehe aber auch so ein bisschen die Gefahr, dass, wenn wir jetzt zum Beispiel, nehmen wir mal an, jeder geht jetzt auf die Vier-Tage-Woche und jeder arbeitet effizient acht Stunden am Tag, um eben diese Woche in vier Tagen schaffen zu können. Ich weiß nicht, ob wir da auch Gefahr laufen, dass wir mehr Fälle von Burnouts generieren. Weil du halt eben über die fünf Tage gesehen, ich sag mal, nicht so im Druck ausgesetzt bist.

SPEAKER_01

Ja. Das ist eine gute Frage. Also, dieses Thema Burnout ist ein schwieriges. Ich habe da überhaupt keine Hintergrundinformationen zu, weshalb ich jetzt nicht wirklich sagen kann, ist das realistisch, dass das dann passieren würde? Klingt erstmal logisch. Klingt auch so, als würde das dann langfristig gesehen mehr Probleme für die Arbeitgeber mit sich bringen. Aber es ist jetzt halt die Frage, wenn wir sagen, in Island funktioniert das Modell, dann werden die sowas mit Sicherheit auch irgendwo einkalkuliert haben.

SPEAKER_00

Um mal zur Ursprungsfrage zurückzukommen, kann uns KI dabei helfen, das eben zu verhindern, dass wir wirklich acht Stunden am Tag effektiver arbeiten und dadurch einen Tag sparen können. Ich meine, wir haben in der vorletzten Folge auch schon darüber gesprochen, dass KI uns zwar effizienter macht, aber ob das Ergebnis dadurch besser wird, ist halt fraglich.

SPEAKER_01

Ja, das stimmt. Genau. Und das ist, denke ich, denke ich, dann auch der Punkt, der das Ganze so entscheidend macht. Wenn du jetzt mit, also dank KI mehr Output produzierst, der aber minderwertig ist, dann wird dir das diesen zusätzlichen Tag nicht ersparen. Sondern du wirst halt einfach nur mehr machen, also in der gleichen Zeit noch mehr schaffen, aber ohne wirklich Resultate zu erzielen. Und dann ist die Frage, wie hilfreich das ist. Andererseits, wenn man die Mitarbeiter wirklich schulen würde, wie funktioniert, also wo könnte KI unterstützen, wo nicht, jetzt zum Beispiel nicht einfach mit so einem Prompt ein Bild generieren und das dann auf Social Media posten, sondern wenn da irgendwo so Mischprozesse stattfinden, dass man trotzdem, also dass man KI für bestimmte Prozesse nutzt, aber dann eben nicht für jeden Schritt davon, kann das, glaube ich, funktionieren.

SPEAKER_00

Was denkst du? Ich meine, das, was wir vor zwei Wochen beleuchtet haben, waren ja überwiegend kreative Berufe, wo es halt ums Texten ging, um Bildbearbeitung, whatever. Ich denke, wenn es wirklich um administratorische Tätigkeiten geht, die immer gleich sind, kann das durchaus funktionieren. Aber dann ist halt wieder die andere Frage, brauche ich dann überhaupt noch den Angestellten, um das zu machen? Oder kann ich das über eine Automation selber bewerkstelligen? Ist halt immer so eine schwierige Geschichte. Macht man es zu 100% oder nur zum Teil spare ich mir, keine Ahnung, einen Tag Arbeit oder spare ich mir den ganzen Angestellten? Ich glaube, das ist so eine kleine Grundsatzdiskussion, wie man es am Ende machen möchte. Möchte man wirklich was für die Gesellschaft tun und Arbeitsplätze schaffen oder möchte man einen Profit schaffen und dadurch effiziente Tools nutzen?

SPEAKER_01

Ja, es ist halt auch die Frage, wie weit Theorie und Praxis hier wirklich so auseinander liegen. Weil, wie gesagt, theoretisch könnte KI die Arbeitsprozesse so schlank machen, dass man sich einen Tag sparen könnte. Gegebenenfalls einen ganzen Mitarbeiter, was dann natürlich aber einfach nur schade wäre. Darüber haben wir gesprochen, aber wenn wir jetzt darüber sprechen, für wie realistisch ich es halte, dass da auch wirklich diese Vier-Tage-Woche eingeführt werden könnte, dann denke ich zur aktuellen Zeit eher unrealistisch. Wir haben wirtschaftlich eine katastrophale Lage. Vielen Unternehmen geht schlechter denn je. Und dann ist halt die Frage, wenn wir jetzt praktisch versuchen, einfach nur das Level zu halten. Also ich glaube, viele haben jetzt gerade nicht das Mindset, dass sie sagen, wir wollen das Level halten und dafür jetzt KI nutzen und uns einfach einen Tag mehr in der Woche eine ruhige Kugel schieben, sondern ich glaube, der Ansatz wäre gerade eher, wie können wir noch mehr machen, um besser dazustehen und dann gegebenenfalls mehr Umsatz zu machen, mehr Ergebnisse zu produzieren und so weiter und so fort.

SPEAKER_00

Oder? Ja, ich denke sogar noch einen Schritt weiter. Ich meine, gib mir mal den Fall durch, dass ein Unternehmen eine Vier-Tage-Woche einführt. Wie strukturierst du es dann? Hat dann wirklich jeder von Montag bis Donnerstag Dienst und der Freitag ist generell frei, weil dann hast du auch schon wieder Probleme, wenn du mit, wenn du Lieferketten zum Beispiel einhalten möchtest, dann kann dich eine Firma schon an dem Freitag nicht mehr beliefern. Bist du ein Dienstleister, bist du für eine Firma freitags überhaupt nicht anwesend. Du musst halt irgendwie diesen Spagat schaffen, dass du für dich, für dein Unternehmen diese Vier-Tage-Woche ermöglichst, aber auf der anderen Seite, dass du deine Kunden oder deine Geschäftspartner ja nicht im Regen stehen lässt.

SPEAKER_01

Ja, wobei das wahrscheinlich noch, also da wird es bestimmt schon gute Lösungen geben, so etwas wie, dass man da, ich sag mal, sich zum Beispiel den Montag und den Freitag aufteilt. Sag, halbe Belegschaft ist Montag, halbe Belegschaft ist Freitag da, damit so immer jemand für den Kundendienst erreichbar ist, im Kundendienst erreichbar ist und so weiter. Also da wird es ja, da wird es ja bestimmt Möglichkeiten geben. Aber denkst du, selbst wenn jetzt die Möglichkeit besteht, in der aktuellen Lage, wenn man sich jetzt alles in der Gesamtheit so anschaut, gerade wirtschaftlich, denkst du, ein Unternehmen würde überhaupt diese Schlussfolgerung ziehen und sagen, wir haben jetzt so effiziente Prozesse durch KI, wir haben jetzt den gleichen Output mit weniger Arbeit, mit praktisch nur 80 Prozent der Arbeit können wir das Level komplett halten. Denkst du, die aktuelle Situation würde dazu führen, dass man sagt, wir machen jetzt mal eine Vier-Tage-Woche?

SPEAKER_00

Das ist schon schwierig.

SPEAKER_01

Aber ich glaube eher nicht. Also einfach, weil es halt vielen gerade so schwer fällt, sich irgendwie gut zu halten in der aktuellen Lage.

SPEAKER_00

Naja, man würde ja sogar am liebsten aktuell irgendwie sogar mehr machen wollen, als genau andersrum.

SPEAKER_01

Weil da kriegen wir ja richtig gute Ratschläge von Politikern, wie man das machen könnte. Aber darüber reden wir nicht.

SPEAKER_00

Das stimmt. Gehen wir doch mal vom Arbeitnehmer aus. Glaubst du, dass man wirklich davon profitieren würde oder einfach nur, also wäre dieser zusätzliche Tag, den man frei hat, grundlegend besser oder würde uns das, keine Ahnung, vielleicht fauler machen?

SPEAKER_01

Das ist eine schwierige Sache. Das ist so eine Diskussion, die erinnert mich so ein bisschen in die Richtung bedingungsloses Grundeinkommen. Will dann überhaupt noch jemand arbeiten? Wird dann jeder nur noch zu Hause hängen und so weiter? Ich glaube, das ist typabhängig. Ich meine, es gibt Leute und die kenne ich, die gehen arbeiten und sind da faul. Also kriegen da halt nichts gestemmt. In fünf Tagen nicht, in vier Tagen nicht, also nicht gar nichts, aber du weißt, wie ich das meine. Es gibt Leute, die kriegen. Die machen The Bare Minimum. Ja, genau. So, und dann, also kann sein, dass solche Leute den Tag dann in Anführungsstrichen verschwenden würden. Also, wobei es jetzt vielleicht auch nicht verwerflich ist, irgendwie einen Tag einfach mal so eine ruhige Kugel zu schieben. Aber ich glaube, ich glaube, gerade wenn man jetzt so in einem vollgestopften Alltag, also ich meine, du hast die Arbeitswoche, Montag bis Freitag, gerade wenn du irgendwie eine Familie hast, Kinder hast, die die ganze Woche dann auch irgendwie unterwegs bist, hier hinfahren, dahin fahren, dann hat man den Samstag für Einkäufe und arbeiten am Haus und dann bleibt halt nur noch dieser Sonntag, wo man sich irgendwie schon auf die Arbeitswoche vorbereitet. Würde ein zusätzlicher Tag gut tun? Ich denke schon. Definitiv, ja. Ich denke, wenn man einen Tag hätte, wo man unabhängig von der Arbeit, ich sag mal so, der Samstag, der wirklich dann für Unternehmen was, wir machen nichts, wir werden einfach mal einen Tag Bingewatching betreiben oder so, fände ich jetzt nicht schlimm. Also würde das automatisch Faulheit bedeuten? Ich glaube nicht. Also ich glaube vielleicht eher, dass man das so framen kann, dass man sagt, man hätte einen Tag für mehr bewusste Freizeit. Also das ist ja aktuell, glaube ich, bei den meisten nicht der Fall. Ich denke auch. Fehlt dir denn irgendwas, wo du sagst, dafür hätte ich gerne einen Tag, dir persönlich. Gibt es etwas, wo du sagst, einen freien Tag die Woche, wo ich nichts auf der Agenda habe, wo ich nicht einkaufen muss, nicht irgendwas am Haus machen muss, fällt dir da was ein? Wo du sagst, dem würde ich, dem würde ich meine Zeit widmen?

SPEAKER_00

Es gibt halt viele Sachen, wo man sich denkt, das müsste ich öfters machen. Wie zum Beispiel so ein Tag in der Therme. Wenn man mal da ist, denkt man sich jedes Mal, muss ich öfters machen. Das sind so Momente, ja, auf jeden Fall, das ist etwas, was ich häufiger machen wollen würde. Oder generell einfach Zeit für sich zu nehmen. Auch mal zur Massage zu gehen, wo man die meiste Zeit einfach keine Zeit für hat. Oder halt mal auch für sich was zu machen, etwas Neues zu lernen, etwas Kreatives zu machen, die Garage aufzuräumen. Wir kennen es alle. Man schiebt es immer vor sich her.

SPEAKER_01

Das ist ein Thema. Ja, aber ich glaube auch, wenn man vor allem, also wären wir jetzt mit einer Vier-Tage-Woche groß geworden, wäre es ja nichts Besonderes. Aber wenn man jetzt einfach einen zusätzlichen Tag die Woche hätte, dann wäre das ja auch etwas, was man sehr wertschätzt. Also man würde sich genau überlegen, was mache ich an diesem zusätzlichen Tag. Vielleicht wäre das wirklich etwas, wo man so diese bewusste Freizeit, egal ob es ist, man macht was Kreatives oder was Sinnvolles oder man nimmt sich wirklich einen bewussten Tag, wo man nichts macht. Ja, kann ich mir schon vorstellen, dass das gar nicht für Faulheit, sondern wie gesagt, eher für bewusste Freizeit genutzt werden würde.

SPEAKER_00

Ja, und wie du halt schon sagtest, dass man halt wirklich einen Tag hat zwischen nach der Arbeit und vor der Arbeit. Weil ich denke, wir kennen das alle aus der Urlaubszeit, wo man sich denkt, so drei Wochen sind eigentlich ganz cool, weil man hat eine Woche, um von der Arbeit abzuschalten und dann die letzte Woche, um sich mental wieder darauf vorzubereiten. Und diese eine Woche dazwischen ist halt komplett um runterzufahren. Deshalb, ich glaube schon, dass es einen positiven Effekt auf alle bewirken würde. Aber es ist halt auch nicht in allen Branchen möglich. Nee, nee. Da müssen wir halt auch ehrlich sein. Ja, ja, richtig. Gerade wenn es um zum Beispiel Krankenhäuser geht, um Geschäfte, um Produktionsstätten, wo eben am Fließband gearbeitet wird, da wird es halt schon wieder schwierig.

SPEAKER_01

Theoretisch jeder Bereich, in dem wir unterbesetzt sind in Deutschland. Da wäre es halt schwer umsetzbar, weil wir mit den aktuellen Arbeitskräften kaum zurechtkommen. Und wie du sagst, man kann jetzt nicht sagen, das Krankenhaus ist ein Tag die Woche geschlossen, weil vier Tage wochen. Ja, das stimmt schon. Das wäre schwierig.

SPEAKER_00

Aber lass uns doch mal vielleicht mal doch so einen kleinen Schwenk in die Politik machen. Aktuell hören wir es ja sehr oft von der Regierung, dass der einzige Lösungsansatz eigentlich ist, noch mehr zu arbeiten. Glaubst du, ist es richtig, genau so eine Entscheidung in die Hand von der Politik zu geben oder sollte da wirklich der Markt entscheiden, wie es gemacht werden sollte?

SPEAKER_01

Also, ja, wir haben gerade gesagt, wir reden nicht drüber. Ich finde das Thema Politik sehr schwierig. Also, finde ich, das sollten die Politiker entscheiden. Nein, weil, also auch aus sehr vielen Gründen. Erstens sind die Jobs sehr unterschiedlich. Ich finde jetzt nicht, die sollten für jemanden sprechen, der halt körperlich zum Beispiel hart arbeitet, dass die noch mehr anmachen sollten, ja, oder überhaupt was macht. Ich meine, wir wollen auch da jetzt nicht zu tief reingehen, aber meiner Meinung nach, also jetzt als Beispiel, wenn du ein Unternehmen hast, das jetzt vielleicht keine Auftragslage hat, dass du mehr machen könntest, was willst du dann noch mehr machen? So, ich meine, wenn du keine Aufträge hast, Häuser zu bauen, dann kannst du nicht sagen, ja, wir machen jetzt schon mal einzeln voraus. Das funktioniert so nicht. Also Auftragslage entscheidet, wie du eben sagtest, der Markt entscheidet auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist das halt ja halt so eine einfach in den Raum gestellte Aussage, wir müssen mehr machen. Also da würde ich vor allem der aktuellen Regierung ehrlicherweise so wenig Mitspracherecht wie möglich freiräumen, weil ich finde, man hat so einen starken Disconnect zu dem echten Leben, dass meiner Meinung nach sowas überhaupt nicht überhaupt nicht in deren Hand liegen sollte. Und ehrlicherweise, und das bekomme ich im Bekanntenkreis mit, egal ob es Handwerker sind, egal ob es Leute sind, die irgendwie im Büro arbeiten, es werden schon so viele Überstunden gemacht, ja, es wird so viel gearbeitet. Und wie gesagt, ich finde, Leute, die so entfernt von unserer Realität sind, will ich da einfach nicht noch mehr Verantwortung zutrauen.

SPEAKER_00

Ja, das denke ich auch. Vor allem, ich meine, ein Unternehmen, das zum Beispiel schon seit 20, 30 Jahren oder noch länger agiert, die wissen doch viel besser, was für die gut ist und was nicht. Ich meine, wenn die jetzt sagen, keine Ahnung, die Auftragsbücher sind gerade extrem schlecht, wir müssen auf Kurzarbeit gehen, dann machen die das nicht aus Juxendollerei. Sondern weil es einfach gemacht werden muss. So, und wenn die sagen, wir haben die nächsten Monate. Monate so viel zu tun, wir müssen einfach aktuell mehr kloppen. Dann ist es auch nicht, weil die Bock darauf haben, sondern weil es gemacht werden muss. Dann brauche ich auch keinen Friedrich Merz, der mir sagt, ja, dann mach doch mal sechs Tage anstatt fünf Tage. Ja, danke, das weiß ich selber.

SPEAKER_01

Vor allem ist es halt, also was ich absolut dreist daran finde, ist, wenn du jetzt einen Job hast, der ist deine Leidenschaft. Du machst das wirklich gerne, du bist im Büro, bist vielleicht selbstständig und dann ist es klar, dass man auch an den Wochenenden arbeitet, dann ist es klar, dass man auch am Abend arbeitet, weil es natürlich eine ganz andere Art von Arbeit ist, als wenn du einen Job machst, den du machst, weil du für deinen Lebensstandard sorgen musst. Du machst diesen Job nicht, weil du nichts auf der Welt lieber tust, sondern es hat die Funktion, dich und vielleicht deine Familie zu ernähren. Und dann mit so einer dreisten Aussage um die Ecke zu kommen, wie die Leute müssen mehr machen, finde ich schwierig. Also ich finde, man hat in dem vollgepackten Alltag sowieso wenig Zeit. Also wenig Zeit für so viele Dinge. Und dann, egal ob es Familie, persönliche Dinge sind, also eigene Hobbys und so weiter, man hat ja keine Zeit dafür. Und dann, wie gesagt, finde ich, so ein Friedrich Merz, der fernab der Realität von den normalen Menschen lebt, der sollte da kein Mitspracherecht halten. Er soll sich soll sich um andere Dinge kümmern. Ich meine, da gibt es mehr als genug Baustellen, die die gerade so ein bisschen in Angriff nehmen könnten. Und dann sollen die sich erstmal um die Dinge kümmern, die bei denen liegen. Und wenn die dann abgearbeitet sind mit einem Paradebeispiel, wie sie an jede Arbeit rangehen, dann können wir zum einfachen Volk gehen und sagen, jetzt müsst ihr auch euren Teil machen, wir haben unseren getan. Exakt. Also ich finde, der Reihe nach sollen die mit einem guten Beispiel vorangehen. Und ich finde nicht, dass man da irgendwen herausragend loben könnte, der das getan hat. In der Tat.

SPEAKER_00

Ja, um dann auch nochmal zurück zum Thema zu kommen, ob es mit neuer Technologie, sprich in dem Fall KI, ob es überhaupt möglich wäre. Ich meine, wir haben schon am Anfang der Folge festgestellt, neue Technologie hat noch nie dazu geführt, dass wir mehr Zeit haben. Nehmen wir mal als ganz banales Beispiel, das Auto. Wir kommen viel schneller irgendwo hin, trotzdem haben wir keine Zeit. Ob wir jetzt durch KI effizienter werden und dadurch uns einen Tag Arbeit sparen können, sehr diskutabel. Es gibt durchaus Firmen, besonders im Kreativbereich, wo es eben funktioniert. Aber es kann halt auch nicht in allen Branchen funktionieren, also in allen Branchen sowieso nicht. Und in vielen Berufen wird es schon gemacht, aber auch ist auch nicht immer umsetzbar.

SPEAKER_01

Vor allem muss man ja auch, das als letzter Punkt dazu, man muss ja auch so ein bisschen mit einkalkulieren, dass wenn jetzt so beispielsweise, wenn durch dieses ganze Thema Vibecoding und Cloud Code und so weiter alle alles immer besser wird, dann müssen ja irgendwo auch die Preise runtergehen. Und wenn die Preise runtergehen, musst du mehr machen, um gleiche den gleichen Umsatz zu generieren, um dann eben auch alle deine Mitarbeiter zu bezahlen. Das heißt, das ist halt irgendwo eine Illusion, in die man reinläuft, weil klar schaffst du mehr, aber das weiß auch dein Kunde und der hat dann vielleicht nicht mehr die Bereitschaft zu sagen, ich zahle jetzt den gleichen Preis für die Website, sondern ich will jetzt weniger zahlen, weil ich weiß, ihr habt nur noch ein Drittel des Aufwands.

SPEAKER_00

Und dann gibt es natürlich auch die andere Seite, dass man sich dann die Frage stellen kann, ja, wenn du jetzt mit KI deutlich mehr geschafft kriegst, was wo die KI die meiste Arbeit von dir macht, warum soll ich dich dann noch voll bezahlen? Ja.

SPEAKER_01

Ich meine, sind wir noch nicht an dem Punkt, aber das ist ein Punkt, an den wir kommen könnten, sehr bald. Sehr bald, tatsächlich, ja. Ja, das sind gute Fragen.

SPEAKER_00

Fragen, die ich mir am liebsten gar nicht stellen würde, aber wir werden es nicht aufhalten. Ich glaube auch, so langsam kommt dieses Thema auch mit der Automation, mit Robotik, Themen, wo tatsächlich KI in Robotern unsere Jobs gefährden, kommen, glaube ich, immer mehr in der Allgemeinheit an. Weil ich auch aus meinem privaten Umfeld immer mehr Nachrichten bekomme bezüglich, ey, hast du davon schon gehört? Wo ich dann immer sage, ja, ich spreche seit Monaten darüber. Vielleicht schafft das mittlerweile ein bisschen Bewusstsein, aber am Ende aufhalten werden wir es wahrscheinlich nicht.

SPEAKER_01

Ja, vielleicht werden dann nochmal so Themen wie das bedingungslose Grundeinkommen umso relevanter. Es ist also wirklich noch sehr ungewiss, was das ganze Thema so für Konsequenzen mit sich bringt, ob sie positiv für uns sind, ob sie negativ für uns sein werden. Ich glaube, noch kann das keiner so wirklich voraussagen, was da passiert. Was aber auf jeden Fall passiert ist, dass es extrem helfen würde, wenn man kommentiert, liked, abonniert oder eine Bewertung da lässt, wenn man auf einer Plattform, auf einer Podcast-Plattform ist. Und ansonsten sehen wir uns wie gewohnt in der nächsten Woche mit einem neuen Thema rund um KI. Perfekt.

SPEAKER_00

Mach's gut, ciao, ciao. Ciao, ciao.