Krisen & Chancen - Der Insolvenzpodcast mit und von Schwentker · Bückmann

Entwicklung, Verantwortung und der Blick nach vorn

Schwentker · Bückmann Season 1 Episode 6

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In dieser Episode geht es um mehr als einzelne Verfahren: Wir sprechen über die Entwicklung unserer Sozietät, prägende Erfahrungen aus der Praxis und die Frage, wie sich die Insolvenzverwaltung im Laufe der Zeit verändert hat. Dabei wird deutlich, welche Strukturen, Werte und Überzeugungen unsere tägliche Arbeit bestimmen – und warum genau diese Faktoren entscheidend für nachhaltigen Erfolg sind.

Eine Folge über Entwicklung, Verantwortung und den Blick nach vorn.


SPEAKER_01

Krisen und Chancen, der Insolvenz-Podcast mit und von Schwendka Büttman.

SPEAKER_02

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge bei uns hier im Podcast, und ich freue mich sehr auf diese Folge, weil es geht jetzt nicht um Gläubiger oder es geht nicht um ein Insolvenzverfahren an sich oder einen besonderen Fall, sondern es geht ganz allein um dieses Unternehmen. Und wir werden einen kurzen Blick zurückwerfen, wie sahen so die letzten 20, über 20 Jahre aus, aber viel, viel spannender noch ist, wie sehen die nächsten Jahre aus? Und genau darüber werden wir jetzt reden in den nächsten Minuten. Ich denke, es wird eine etwas längere Folge werden, weil das nicht so ganz einfache Fragen, glaube ich, sind, wenn man eine gewisse Gestaltung für sich oder im Kopf hat, wie soll ein Unternehmen in den nächsten fünf bis zehn Jahren weitergeführt werden und dann auch vor allem die Herausforderung hat, das oder da die Basis zu schaffen, dass das dann so weitergeht. Und ich bin gespannt, wie die Antworten darauf sein werden. Von dir.

SPEAKER_00

Vielen Dank.

SPEAKER_02

Dann lass uns kurz zurückblicken. Das war, also es ist ja viel passiert. In den letzten Jahren, wenn wir das mal schon mal rauspicken wollen, KI hat viel verändert. In jedem Unternehmen gibt es viele Abläufe, die man optimieren kann. Es gibt Prozesse, dann gibt es, das sind so die Arbeitsbereiche, vielleicht gibt es die menschliche Ebene. Und wenn wir das mal so ein bisschen zusammenfassen, was ihr so die letzten 20 Jahre erlebt habt, wieso glaubst du, seid ihr jetzt hier so ein stabiles, gutes, positives Unternehmen?

SPEAKER_00

Ja, also wir sind ein aus meiner Sicht deshalb so ein gutes, positives Unternehmen, weil wir seit Gründung, das war ja 2003, bis heute immer noch wissen, warum es uns gibt. Denn die Wurzel ist, wir wollen gute Insolvenzverwaltung machen. Und das hat uns angetrieben, das Unternehmen 2003 zu gründen und das treibt uns auch heute an. Und das heißt, wir haben zu keiner Zeit den Fokus verloren, warum wir gegründet sind und warum es dieses Unternehmen gibt. Gute Insolvenzverwaltung. Und die ist in Richtung der Gerichte zu sehen. Wir wollen ein guter Dienstleister für die Gerichte sein. Wir wollen auch die, die den meisten Schaden wirtschaftlich haben, für die Gläubiger in den Insolvenzverfahren da sein. Das ist für uns auch ein wichtiger Antrieb. Und für die Mitarbeitenden in den Unternehmensinsolvenzen, das ist, wenn es Perspektiven gibt, wir die zeigen und daran mitarbeiten. Das ist eben die Restrukturierung, Sanierung. Das ist sozusagen im Außen und im Innen auch für unser Team. Ein stabiles Umfeld zu schaffen, einen guten Arbeitsort zu schaffen.

SPEAKER_02

Wieso glaubst du, seid ihr durch, ich sage mal, Krisen wie jetzt Corona oder wieso seid ihr durch den Wachstum, durch den Verlauf einer Firma, da gibt es ja immer wieder so Knackpunkte. Wieso glaubst du, seid ihr da gut durchgekommen?

SPEAKER_00

Ich glaube, das ist in zweierlei Hinsicht zu sehen. Einerseits, weil wir zu keiner Zeit den Menschen verloren haben. Wir haben also das Thema Führung, wie wollen wir mit den Menschen hier im Unternehmen umgehen? Für mich ist Führung wirklich dienen. Also es ist so, ich stelle mich zur Verfügung, damit es insgesamt im Team gut läuft. Und das ist auch nicht, so war ich natürlich nicht, als wir uns 2003 gegründet haben, ist klar. Aber das ist ein langer Weg und das ist heute meine innerste und tiefe Überzeugung, dass wir einen guten Arbeitsort schaffen wollen und das meines Erachtens auch tun. Das ist der Bereich, also der Mensch im Fokus sozusagen, und der andere Bereich die Struktur. Wir haben so viel Arbeit, dass es sehr, sehr wichtig ist, in Abläufen zu arbeiten, auch zu denken, ohne sich selber in der Kreativität zu beschränken, sondern das, was das Massengeschäft ist, auch gut zu handeln. Und der dritte Punkt, ich hatte von zwei gesagt, aber ich sage mal, die Arbeitsprozesse leben natürlich auch davon, dass wir immer den Blick auf die Innovation haben. Und wir waren eine der Kanzleien, also wirklich deutschlandweit, die papierlos waren, das schon seit 2009. Also wir sind seit 2009 papierlos. Und wir arbeiten seit 2015 schon automatisiert. Und zunehmend, das waren ja also automatisierte Posterkennung, Ablage in den einzelnen Verfahren, in der E-Akte. Und das ja 2015 natürlich noch nicht mit KI. Aber auch in der KI-Welt sind wir jetzt bei der Posteingangssachbearbeitung angelangt und das ist einer von inzwischen schon einigen KI-Tools, die wir nutzen. Und da bleiben wir nicht stehen. Also Innovation ist kein Selbstzweck, aber es dient dazu, diesen Arbeitsanfall und die Struktur zu halten, um, und das ist wieder der Anfang, unseren Gründungsgrund, nämlich gute Insolvenzverwaltung, gut zu schaffen.

SPEAKER_02

Und also blicken wir nochmal so ein, zwei Sachen noch in die Vergangenheit zurück. You have in Anführungsstrich eine kleine Insolvenzkanzlei gestartet und seid jetzt hier mit unzähligen Fällen, unzähligen Mitarbeitern und seid ein relativ großer Dampfer in dieser Insolvenzwelt geworden. Das ist so mein Blick auf euch. Was hat euch da hingebracht? Welche Herausforderungen, wo du sagen würdest, wenn du jetzt mal die 20 Jahre zurückblickst, was waren so die größten Hürden, um hier hinzukommen, um dann so effizient und wirksam zu sein, wie ihr jetzt seid?

SPEAKER_00

Also genau, wir sind gestartet 2003 aus einer anderen kleinen Einheit kommend, waren wir, Herr Schwendka und ich, zusammen mit zwei Mitarbeitenden und bis heute, wo wir roundabout 40 Menschen beschäftigen. Also es war tatsächlich am Anfang die große Herausforderung, dass das Einzelwissen war. Also der Mitarbeiter A hatte ein Wissen im Kopf und seinen Word-Koffer und sein Excel-Köfferchen, wo er bestimmte Dinge hatte, der Mitarbeiter B auch. Das funktionierte auch gut, weil die Menschen ja loyal dem Unternehmen verbunden waren. Aber dann gibt es so ein Unternehmenswachstum, wenn man gute Arbeit macht und fleißig ist, und das waren wir von Anfang an und sehr beharrlich und hartnäckig, dann bekommt man auch Erfolg und das ist dann, der Erfolg hat uns dann eben auch recht gegeben. Und dann haben wir erkannt, so in einer Struktur um die zehn Menschen, betriebswirtschaftlich gibt es ja ja auch Modelle, dass das nicht mehr reicht. Also bei zehn Menschen, die man im Team hat, da weiß man, der eine hat die Probleme am Wochenende gehabt, der andere hat die Themen, okay, wie kriegen wir jetzt das gemeinsam irgendwie gewuppt? Und das wurde mit dem Wachstum zunehmend natürlich schwieriger. Und dann kommen auch, da gibt es Team-Dynamiken, also die fangen schon an, ab acht Menschen plus, dass wenn dann irgendeiner nicht mehr ganz so mitzielt, nicht mehr die gleichen Werte unbedingt deckungsgleich, die Werte des Mitarbeitenden mit denen des Unternehmens sind, dann versteht man als Mitarbeitender vielleicht nicht unbedingt, warum jetzt die und die Entscheidung getroffen wird. Und dann wird es unrund. So, und dann wird das Köfferchen, was man hat, vielleicht nicht mit der Kollegin, die man jetzt gerade doof findet, geteilt. Und das war so ein ganz wichtiger Punkt. Wir haben uns 2009 dann entschieden, wie soll es für 2009, da gab es uns ja gerade erst sechs Jahre, wie wollen wir wirklich weitermachen? Wollen wir auf dem Niveau bleiben oder wollen wir eine wachsende Kanzlei sein, die auch größere Verfahren gut für die Gerichte, für die Gläubiger und die Menschen abwickelt? Und dafür haben wir Go gegeben. Wir haben gesagt, das wollen wir. Und dann war klar, dass wir das Wissen irgendwo in Abläufen festhalten müssen, weil unser Leitspruch ist, Qualität ist kein Zufall. Und das funktioniert nur, wenn es irgendwo niedergeschrieben ist und raus aus den Köfferchen bei Word, Excel, des einzelnen Mitarbeiters auf ein Kanzleiwissen gehoben wird. Und das war 2009 dann unsere Entscheidung. Und das ist ja ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, wo man dann wirklich permanent sagt, okay, wir sind früher mal links rumgelaufen, rechts rum geht viel schneller. Und die Innovation steckt ja in jedem Mitarbeitenden, der Bock auf seinen Job hat. Denn der möchte auch nicht links laufen oder rechts laufen, wenn es andersrum viel, viel schneller und effektiver geht. Und das haben wir schon 2009 entschieden, diesen Weg zu gehen. Und das war so dieses Wachstum zwischen zehn Menschen. Das war eine große Herausforderung, das wirklich auf eine gute Struktur zu bringen. Dieses Einzelwissen von einzelnen Mitarbeitern zu safen, also wirklich zu sichern. Das war eine sehr, sehr große Herausforderung, was uns gut gelungen ist. Parallel sind wir da noch papierlos geworden, was eine richtig krasse Herausforderung für das Team war. Heute kann man sich das gar nicht mehr vorstellen, weil man natürlich heute weiß, wie man papierlos arbeitet. Aber wir haben ja mit externen überall gearbeitet, die noch papierbehaftet waren. Und wie man von einem analogen Denken ins Digitale geht, und dann war irgendwann klar, wenn wir schon die digitalen Daten haben, war der nächste Sprung 2015, den digitalen Schatz auch zu heben, denn wir haben ja alle Daten dort und das dann im ersten Schritt dann für die Posteingangssachbearbeitung zu nutzen, das ist uns dann 2015 auch gelungen, mit den Templates und mit der digitalen und automatisierten Postablage. Das war sozusagen ein ganz großer Bereich. Und in meiner, also von Anfang an waren die Menschen sozusagen in meinem Verantwortungsbereich und da auch zu sehen, dass wenn ich gerne etwas für sinnvoll oder wenn ich etwas für sinnvoll erachtet habe, das zu teilen. Aber dann eben zu sehen, mit dem einen Menschen kann man das ganz leicht und wunderbar umsetzen und mit dem anderen nicht. Und das ist sozusagen der zweite Baustein, dass ich seit 2009 mich auch auf den Weg gemacht habe. Also es ist schon ein sehr krasses Jahr, weil man da merkte, da zieht es an allen Ecken und Kanten. Und da habe ich dann 2009 angefangen, selber ins Coaching zu gehen, in die Supervision. Und das Thema begleitet mich bis heute.

SPEAKER_02

Weil, also bis heute ist auch so ein bisschen das Stichwort jetzt. In so einem Unternehmen ist es ja, man hat ja eine Vorstellung von sich selbst, wie möchte ich dieses Unternehmen führen, was sind für mich wichtige Punkte, da bist du jetzt gerade schon ein bisschen drauf eingegangen. Wie möchtest du oder wie soll dein Verhältnis zu deinen Mitarbeitern sein? Zu den Angestellten, zu denen auf der Sachebene, aber auch dann vielleicht auf der zwischenmenschlichen Ebene. Wie stellst du dir oder wie ist das? Wie nimmst du das wahr aktuell?

SPEAKER_00

Ja, also für mich ist es wichtig, dass man matcht. Also das Unternehmen hat drei Werte. Das ist Offenheit, Achtsamkeit und Vertrauen. Das sind Unternehmenswerte. Und der, der zu uns kommt, muss etwas mit den Werten, also er muss sich dann nicht in, er muss sich dann nicht tagelang mit auseinandergesetzt haben. Aber er muss die schon für sich auch acceptieren, weil wir können uns nicht auf jeden Einzelnen, jeder ist individuell. But that sind jetzt, es ist eine Basis. Möchte ich offen kommunizieren? Oder lieber im Verborgenen. Have you Vertrauen in die Leitung and will ich Vertrauen haben in meine Arbeit von der Leitung? Und wie gehe ich mit Achtsamkeit um? Und das heißt, wir brauchen Menschen, die mit diesen Werten gut klarkommen, weil das sind die Werte, die wir hier im Unternehmen leben. Also Offenheit heißt, ich habe mein Büro beispielsweise die ganze Zeit auf. Und hat man ein Thema, kann man jederzeit zu mir kommen, also auch bei Herrn Schwendker, aber ich bin eben verantwortungsmäßig für die Menschen hier im Unternehmen zuständig. Das ist Offenheit und Vertrauen ist ganz wichtig. Ich habe per se Vertrauen in die Arbeit eines jeden, der hier arbeitet. Und ich brauche aber auch das Vertrauen, dass unsere Leitungsentscheidungen, dass man den Leitungsentscheidungen traut. Also das ist ein Beidseit, das ist nicht eine Einbahnstraße, es ist beidseitig, auch die Offenheit ist beidseitig. Also ich fange nicht an, mit einem Mitarbeitenden über einen anderen zu sprechen, sondern habe ich ein Thema, muss ich mit dem direkt kommunizieren. Und Achtsamkeit ist vielleicht etwas untypisch, nicht nur in unserer Branche, sondern als Unternehmenswert. Aber Achtsamkeit heißt, wie wir es hier leben, dass man beispielsweise auch mal Pause macht, dass man sich nicht, dass man nicht overpaced. Das kann man bei dem Arbeitsanfall, der in dieser Branche jetzt auch wieder aktuell herrscht, man muss Pause machen und achtsam auf sich, achtsam auf den Kollegen, der vielleicht nicht mehr so gut drauf ist, dass man mal nachhört, dass man sensibel damit auch umgeht, ohne dass wir jetzt Ringpits mit Anfass machen, aber ein Gefühl dafür zu entwickeln und dann alles mit dem Ziel, dass wir hier einen guten Arbeitsort schaffen. Und viele Arbeitsstätten, viele Unternehmen sind der Grund für viele Krankheiten, weil die Situationen hart sind, viel Arbeit und auch nicht wirklich, ja, also da gibt es richtig große, große Themen. Und das ist mein innerer Antrieb. Die Menschen, die hier arbeiten sollen, einen guten Arbeitsort antreffen, den natürlich mitgestalten. Und das im Zusammenhang eben mit dem Ziel, gute Insolvenzverwaltung zu machen. Dann haben wir alles geschafft.

SPEAKER_02

Jetzt sind wir an dem Punkt, wo wir natürlich auch nach vorne blicken wollen. Und das ist natürlich spannend, weil das kann man versuchen, so gut es geht, mit zu gestalten. Man hat gewisse Vorstellungen, wie die nächsten fünf bis zehn Jahre aussehen sollen. Und ein Kernthema ist, dass es weitere Partner, weitere Rechtsanwälte, weitere Mitarbeiter geben soll, die die Zukunft mitgestalten. Es gestaltet ja nicht nur einer, sondern es sind ja, das ganze Team gestaltet das ja mit. Gib uns mal so einen kleinen Ausblick. Vielleicht erstmal gar nicht so weit. Erstmal die ersten ein, zwei Jahre.

SPEAKER_00

Ja, also für uns ist es ganz wichtig, wir, das hatte ich gerade noch nicht so angesprochen, aber wir sind ja vielleicht auch etwas untypisch als Insolvenzkanzler, eher organisiert wie ein Unternehmen. Wir haben verschiedene Abteilungen, wir haben Teamleiter, wir haben Stabstelle und dann eben die Leitung. Und wissen, dass man einen Menschen direkt, ich sag mal, in einer Gruppengröße von acht, maximal zehn Leuten auch direkt führen können, gibt es eben die Teamleiter, die dann direkt mit uns kommunizieren und eben die Stabstellen. Und für uns ist es wichtig, weil die nicht juristischen Mitarbeitenden sind gut hier im Unternehmen angekommen, das funktioniert hervorragend. Was wir angesichts auch der guten Auslastung der Kanzlei und mit unserem Qualitätsziel Qualität ist kein Zufall, sondern wir wollen gute Arbeit für alle Beteiligten liefern. Brauchen wir Menschen als Anwälte, die zukünftig mit uns Verantwortung übernehmen. Und da gibt es ja zwei Bereiche. Einmal tatsächlich zu sagen, man möchte gerne Verantwortung für das Unternehmen haben, das heißt für die Menschen, die hier auch sind. Und dann wird es Leute geben, die sagen, da auf dem Bereich, auf den großen Bereich, auch Menschen mitzuführen im Unternehmen, das ist nicht so meins, aber Verantwortung für die Verfahren und also für die Insolvenzverfahren zu übernehmen. Und da brauchen wir die Menschen, die zu uns passen und die sind herzlich willkommen.

SPEAKER_02

Dann schreibt diesen Menschen mal. Wie sollte dieser Mensch aussehen, der zu euch passt? Fangen wir mal gerne auf der Ebene an der Verantwortung.

SPEAKER_00

Der Verantwortung für Menschen oder der Verantwortung, ich sag mal, für die Verfahren?

SPEAKER_02

Für die Verantwortung für die Menschen, fürs Unternehmen, fürs Große Ganze.

SPEAKER_00

Fürs Große Ganze. Also derjenige muss wirklich mit diesen Werten, also diese Werte müssen auch seine Werte sein. Offenheit, Achtsamkeit und Vertrauen. Das ist, glaube ich, schon eine Basis. Und dann muss es auch ein Verständnis dafür geben, dass das, was wir hier geschaffen haben in 23 Jahren mit unserem Qualitätsmanagement, dass das ein Managementtool ist, um diesen hohen Qualitätsanspruch, den wir haben und auch täglich erfüllen, kein Selbstzweck ist, sondern dass man da hart jeden Tag dran arbeitet, damit die Leistung, was oben reingeworfen wird in die Kanzlei, wirklich unten mit dem gleichen Qualitäts, also wir sind alles Menschen, ist klar, aber dass der Anspruch besteht, dass das, was oben rein kommt, unabhängig von dem, der es bearbeitet, natürlich in den kreativen Unternehmensinsolvenzverfahren hat man links und rechts natürlich verschiedene Möglichkeiten, aber dass das grow wirklich oben rein kommt und unten mit der gleichen Qualität abgearbeitet wird. Und das ist ganz wichtig to forden, dass das nichts is, weil Herr Schwenker oder ich so viel Spuss haben, Prozesse to beschreiben, sondern dass das wirklich wichtig ist, um diesen hohen Qualitätsanspruch, den we have, zu erfüllen. Und am Ende, nach 23 Jahren, kann ich das sagen, auch dann der Erfolg einem Recht gibt, weil das ist das Feedback auch unserer Auftraggeber, dass man sich sehr sicher sein kann, dass die Qualität auch bei dem angeschiedenen Arbeitspensum gehalten wird. Und deswegen ist es einerseits die Werte, andererseits das Verständnis, dass das Qualitätsmanagement kein Selbstzweck ist und wirklich wichtig ist. Und man muss einfach richtig Bock haben zu arbeiten, also dass Insolvenzverwaltung Spaß macht, aufräumen und restrukturieren und auf dem Weg nicht stehen bleibt. Und das ist, glaube ich, der letzte sehr, sehr wichtige Punkt, dass diese Innovation, die wir in uns tragen, wie gesagt, seit 2009 schon papierlos und 2015 schon automatisiert, dass man das voranbringt. Also wir haben einen, auch da haben wir schon so viele Dinge mit onboarding und auch alles schon digital and automatisiert, wir haben die KI da schon implementiert und das ist jetzt der Beginn eines großen, großen Veränderungsprozesses. And jemand, der bei uns anfängt, der muss da auch Lust haben und sich nicht nur, also wenn es für das große Ganze ist, nicht nur für die Unternehmen, sondern wenn jemand an die Seite von Herrn Schwenker und von mir verantwortungsmäßig auch fürs Unternehmen und die Menschen jetzt, muss der auch innovativ, muss da Lust haben, innovativ zu sein. Ein Beispiel, jetzt aus jüngster Zeit haben wir ein Verfahren, wo es wirklich darauf ankommt, KI-Tools zu nutzen, weil die Branchen werden ja auch nicht einfacher. Früher haben wir einfach, also haben wir, da waren die Unternehmen auch nicht so komplex wie heute. Und wenn man Insolvenzverwaltung 2.0, also morgen, machen will, muss man in der Lage sein, sich auf die Kunden, also auf die Schuldnerunternehmen, auch sehr schnell einzustellen. Und man muss verschiedene Tools an der Hand haben, um die Post, um den Zahlungsverkehr, um das Bestellwesen, auch sehr zügig auf dieses jeweilige Schuldnerunternehmen einzustellen. Und das funktioniert nur, wenn man Wenn man flexibel im Kopf ist und wenn man das, was jetzt schon an Technik möglich ist, auch Lust hat einzusetzen.

SPEAKER_02

Also das, was du jetzt alles gesagt hast, würde ich sagen, erhöht den Druck für die Person, die vielleicht interesse hat, verantwortlich hier in der Uhr den Druck enorm. Also, das, was du jetzt ein Unicorn, also das ist ja wahrscheinlich hard to finden, aber so ist es ja in der Realität nicht. Was glaubst du, was ist wichtig? Weil du lässt ja jemanden quasi hier rein, machst du die Tür auf, lässt den in dein Inner Circle sozusagen. Was glaubst du, was ist wichtig? Was kannst du machen, dass einer genau die großen Herausforderungen, die du jetzt gerade beschrieben hast, die ja aus meiner Sicht erstmal fast nicht zu bewältigen klingen, aber natürlich, weil wir sehen es ja jeden Tag. Aber was kannst du machen, dass jemand hier weich und mit der Möglichkeit, mit Selbstvertrauen und auch mit der Zeit, die man benötigt, hier anzukommen, um dann ein Teil dessen zu sein, was dieses Unternehmen dann für die Zukunft auch braucht. Zwar jemand, der hier auch mit noch mit euch Verantwortung übernimmt.

SPEAKER_00

Ja, also das ist mein innerer Antrieb, dass ich unterstütze, wenn jemand das möchte, dass er den Weg geht. Das heißt, ich teile wirklich, ich teile mein Wissen, also ich gebe das ab, was ich, also wenn jemand kommt, dann gebe ich das ab, was ich an Wissen habe, damit derjenige aus dem, was ich an Wissen zur Verfügung stellen kann, sein eigenes Ding macht. Es geht nicht darum, mich zu kopieren oder Herrn Schwendka zu kopieren, sondern es geht darum, mit diesem Schatz an Wissen seinen eigenen Weg zu gehen. Wir haben Fehler in den 23 Jahren gemacht, auch wenn man jetzt natürlich, wir haben mehr Gutes gemacht als Fehler, sonst gäbe es uns nicht mehr. Aber wir haben natürlich Fehler gemacht. Und das würde man dann natürlich mit begleiten und sagen, also das ist schon mal nicht so gut ausgegangen, wenn man den Weg geht, aber jeder hat auch dann das Recht, seinen Weg zu gehen. Aber ich verstehe meine Rolle so, dass ich mit den Erfahrungen, die ich habe, jemanden gut begleiten kann und anlernen kann, damit er dann seinen eigenen Weg findet.

SPEAKER_02

Weil das eine sind ja die Verfahren. Das ist ja das Hardfactige, wo man sich ja gut dran klammern kann, wo man sich gut einarbeiten kann und man Sicherheiten bekommt. Aber es gibt halt auch Schulfächer, nicht wie Mathe, wo es richtig und falsch ist, sondern es gibt halt auch Interpretationssachen und es gibt Dinge, die man nicht aus dem Buch mal eben so lernen kann oder die man durch Erfahrung. Und wenn man auf einmal, vielleicht selbst wenn man ein bisschen Personalverantwortung hat, da heißt das ja noch lange nicht, dass man Unternehmen führen kann. Und das sind jetzt so die Dinge, die einen vielleicht auch etwas unter Druck setzen könnten. Ich meine, ihr seid ja nicht aus der Welt, ihr seid ja da, ihr begleitet, aber wie wünschst du dir, wie geht so eine, ich sag mal, dass man jemanden Stück für Stück immer mehr Entscheidungsfreiheiten auch in deinem Unternehmen gibt? Wie schaffst du es, diese Person dazu einzuladen?

SPEAKER_00

Also meine Einladung ist, wenn derjenige wirklich Verantwortung für Menschen übernehmen will, dann ist das ja eine Führungsaufgabe und nicht eine Management-Aufgabe. Und da fängt es an, dass man sich selber erstmal führen können muss. Und was er mitbringen muss, derjenige, diejenige ist, Lust auf sich selber kennenzulernen. Also wirklich die Reise. Also ich bin jetzt gar nicht esoterisch irgendwie drauf, sondern man muss selber wissen, wie man, das war ja das, das war mein Impuls 2009, dem einen Mitarbeiter das gesagt, dem anderen Mitarbeitenden das gesagt, das lief, das lief nicht. Und dann habe ich mich hinterfragt und habe gesagt, okay, also dann muss ich an meinem Wording, das kommt bei dem anderen gar nicht so an, also habe ich mich auf den Weg gemacht. Und ich glaube, wenn man, und das hat jetzt gar nichts mit unserer Kanzlei zu tun, sondern generell, wenn man Führung als dienende Aufgabe sieht, nämlich ich führe, damit das Unternehmen insgesamt gut läuft, dann ist mein Beitrag, dass ich die Menschen, die in meinem Team sind, zum Beispiel, enable, also ermögliche, dass die ihren Weg gehen, das Potenzial sehe, die Gespräche führe. Und das ist nichts, was ich heute in irgendeinem Führungsseminar lerne und morgen angewendet habe. Wie gesagt, ich habe 2009 damit angefangen, jetzt haben wir 23, es ist ein langer Weg. Aber derjenige, der kommt, um zu deiner Frage zurückzukommen, der muss dieses Verständnis haben, dass man Menschenführung nicht macht per Knopfdruck und über Prozesse und über Mails, sondern über intensiven persönlichen Austausch und die Bereitschaft, sich selber fürs Ganze einzusetzen und das Ego auch das ein oder andere Mal zurückzunehmen, weil es um das Ganze im Unternehmen geht. Und etwas anderes mag im Bereich der Unternehmensinsolvenzen, wenn man draußen ist, muss man auch schon mal die Durchsetzungsstärke durchziehen. Muss man intern auch, klar. Aber hier geht es ja mehr um eine Teamplayer-Aufgabe und zu sehen, welcher kann aus dem Team was performen, damit es insgesamt gut wird. Und derjenige, der sich dafür interessiert, muss einfach die Bereitschaft haben und die Lust, sich selber fürs Gesamte einzusetzen. Und dann ist das ein Selbstläufer und uns ist sehr bewusst, dass, was heute angelegt wird, morgen nicht schon Früchte trägt, in der Weise, dass das schon voll umfänglich reicht. Aber das Bewusstsein muss da sein und auch die Lust, das zu machen. Denn wenn es nur Order the Mufti is, dann wird es am Ende auch nicht erfolgreich sein.

SPEAKER_02

Ich ziehe mir jetzt mal kurz meine Schutzrüstung an. Weil du bist in einem Alter, wo man sich Gedanken darüber macht, wie lange will ich eigentlich nur arbeiten. And oftmals, gerade bei Unternehmen, gibt es dieses Datum ja nicht. Oder das ist nur ein kryptisches Datum, was die Realität holt einen ja dann schnell ein. Wie oft habe ich das schon gehört, dass ich gesagt habe, ja, ich versuche auch mal so bis, keine Ahnung, 65 oder so, und dann sitzen die Leute bis 72 oder noch länger immer da rum und kommen nicht weg. Oft genug gesehen. Und das hat auf der einen Seite was auch mit Loslassen zu tun, auf der anderen Seite so. Jetzt machen wir es mal ganz konkret. Und ich glaube, das kann man auch relativ in einer relativ kompakten Antwort gießen. Vielen Dank. Gar keinen Druck. Was sucht ihr konkret für die nächsten Jahre an Mitarbeitern auf allen Ebenen, damit das, was an Arbeit auf euch zukommt und das, wie ihr euch entwickelt und in der Dynamik, in der ihr seid, das alles bewältigt bekommt. Und dass du dann irgendwann mal für dich vielleicht auch an einem Punkt bist, wo du sagst, jetzt würde es mir etwas leichter fallen, weniger zu machen. Ich sage gar nicht aufzuhören.

SPEAKER_00

Ja, also ich sag mal, bei einem Rechtsanwalt, der hier die Unternehmensverantwortung mit übernimmt, der kann Tag, der kann morgen kommen. Also wenn es vom Zeitablauf kommt.

SPEAKER_02

Einer, zwei.

SPEAKER_00

Also wir sind zu zweit in der Unternehmensleitung und das Unternehmen ist ja nicht mehr das von 2003. Also zwei wären schon sehr gut, wenn nicht sogar drei, weil jeder hat auch seine Schwerpunkte. Also das wäre, glaube ich, realistisch.

SPEAKER_02

Also er oder sie, die Sie angesprochen fühlen, die ähnlich Verantwortung wollen, die Lust haben mitzuwirken, die den passenden oder die für sich vielleicht jetzt gerade fühlen, irgendwie ist das ein Unternehmen, was zu mir passen könnte.

SPEAKER_00

Genau.

SPEAKER_02

Und die charakterlichen Voraussetzungen vielleicht einfach auch mitbringen. Genau. So ein Unternehmen und die auch vielleicht einen Karriere Schritt machen wollen, den sie vielleicht auch noch gar nicht geahnt haben. Dann wäre hier ein Nährboden, um sowas zu machen.

SPEAKER_00

Auf jeden Fall.

SPEAKER_02

Auf der Ebene haben wir dann schon mal einen Haken. Wie sieht es auf den anderen Ebenen aus?

SPEAKER_00

Ja, dann haben wir ja die Leute, die sich heute noch nicht vorstellen können oder vielleicht auch mittel- und langfristig gar nicht vorstellen können, Verantwortung für Menschen zu übernehmen im Unternehmen, aber richtig Bock haben auf Jura, Zahlen und Menschen in den Insolvenzverfahren, auch die sind herzlich willkommen, weil wir wirklich viel zu tun haben, parallel mehrere Unternehmensfortführungen. Und auch da, wer schon Erfahrung hat, ist herzlich willkommen. Aber auch die Leute, die jetzt an der Grenze sind, haben gerade ihr zweites Staatsexamen gemacht und sind in der Orientierungsphase. Da gebe ich einfach nur den, ich sage mal, es hat sich in den Jahren herauskristallisiert, wer gut zu uns passt, ist, wer kein klassischer Anwalt sein will, wer kein Prozessanwalt sein will, sondern wer Verantwortung übernehmen möchte, aber das in Kombination Jura und vielleicht auch so verschiedene Unternehmen toll findet, nicht festgefahren zu sein auf eine Branche. Es ist die Insolvenzbranche, aber wir sind ja in ganz vielen unterschiedlichen Unternehmen dann immer unterwegs. Wer sich da angesprochen fühlt als junger Anwalt, der ist auch herzlich willkommen. Und dann, ja, im Bereich der Menschen, die ein ganz wichtiger Baustein in unserem Unternehmen sind. Das nützt uns nichts, wenn wir nur die Anwälte haben. Wir sind ja eine Teamleistung mit allen. Wir haben jetzt im Sommer wieder geschafft, zwei Auszubildende zu gewinnen. Das heißt, wir bilden auch wieder zweimal aus, einmal rechts, einmal als Fachangestellte und einmal Kaufmann für Bürokommunikation. Und in dem gesamten anderen Bereich suchen wir natürlich gerne immer auch Menschen mit Erfahrung aus dem Insolvenzbereich. Aber ansonsten durch unser Onboarding ist auch jeder herzlich willkommen, der keine Erfahrung hat in dem Bereich, sich aber angesprochen fühlt von dem, was hier möglich ist.

SPEAKER_02

Wieso wird die Dynamik in den nächsten Jahren so weitergehen? Wieso ist das so extrem? Dass ihr auch händeringend weiter.

SPEAKER_00

Ja, also wir haben natürlich aktuell ein wirtschaftlich, also ja, Deutschland ist jetzt gerade nicht im Wachstumspfad und das ist ja immer sozusagen ein Spiegel, ist Deutschland sehr stark im Wachstum, ist die Insolvenzbranche nicht so gefragt. Im Moment ist es eher umgekehrt. Aber auch in den Jahren, wo es ein stabiles Wachstum in Deutschland gab, es gibt immer auch der Insolvenzverwaltermarkt, der ist immer da. Und der hat also auch nach dem aktuell sehr großen Hoch auch immer eine Daseinsberechtigung, weil, das hat sich ja auch schon an anderer Stelle dargestellt, das Insolvenzrecht Teil des deutschen Wirtschaftsrechts ist. Das heißt, nur weil es jetzt hoch ist und es dann abflacht, gibt es nicht keine Jobs mehr, sondern eine Kanzlei unserer Größe hat immer ausreichend zu tun, aber im Moment natürlich durch die besondere Situation, da hatten wir ausgeführt, natürlich besonders.

SPEAKER_02

Genau, worauf ich hinausfülle, es ist krisensicher.

SPEAKER_00

Auf jeden Fall. Ja, und das nicht nur, weil es jetzt eine Krise Deutschlands gibt.

SPEAKER_02

Genau.

SPEAKER_00

Genau das. Und es ist für die Menschen, die kein Jura studiert haben, also wenn eigentlich alle Menschen wüssten, was so eine Insolvenzverwalterkanzlei für nicht juristische Mitarbeitenden bietet, dann dürften wir gar keine Menschenprobleme mehr haben. Weil auch die Mitarbeitenden haben ja mit ganz vielen unterschiedlichen Menschen zu tun, mit ganz vielen unterschiedlichen Branchen. Und wo gibt es denn diese Vielfalt im Sachbearbeiterbereich? Also das ist schon sehr besonders.

SPEAKER_02

Und genau das haben wir versucht, in den letzten Folgen und auch in dieser Folge irgendwie herauszuarbeiten. Und ich hoffe, dass wir damit auch ein Stück weit das Interesse für dieses Unternehmen, aber auch für diese Branche und aber auch vielleicht mit Vorurteilen und mit gewissen Dingen und auch vielleicht was euch unterscheidet zu anderen Kanzleien, dass wir das herausgearbeitet haben. Und ich fand es spannend, auch ein Stück weit einfach einen kleinen Ausblick zu haben, was jetzt passiert, was jetzt kommt und auch damit vielleicht auch nochmal klarer zu machen für die Hörer und Zuschauer, okay, auf welch was für einen Grund, was für einen Nährboden trifft man hier, wenn man das möchte.

SPEAKER_00

Genau, genau. Also vielleicht da nochmal ein wichtiger Satz. Wir haben uns nicht gestern auf den Weg gemacht, weil es jetzt so viel zu tun ist, sondern wir sind kontinuierlich seit 2003 dran. Der Erfolg hat uns schon recht gegeben, aber stehen bleiben ist eben keine Option. Und deswegen ist jeder herzlich eingeladen, über die Social Media, veröffentlichen Artikel, sich einen Einblick zu nehmen auf unserer Homepage. Und vielleicht auch nur, damit der Blick auf unsere Branche gebessert wird, aber vielleicht auch, um auch bei uns zu arbeiten.

SPEAKER_01

Krisen und Chancen, der Insolvenz Podcast mit und von Schwenker Böckmann. Erfahren Sie mehr rund um das Thema Insolvenzverwaltung auf rae-sb.de. Redaktion Tobias Hoffner und Tanja Böckmann. Produktion und Sounddesign.