Ego Unplugged

Enes Dogan über Erfolg, Ego und den Moment, in dem alles leer wurde

Sebastian Walker

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In dieser Folge von Ego Unplugged spricht Sebastian mit Enes Dogan über Erfolg, Ego, Identität und den Moment, in dem äußerer Aufstieg innerlich nicht mehr reicht.

Enes war international als Stylist unterwegs, stand auf großen Bühnen, arbeitete für Marken, reiste durch Europa und bekam schließlich sogar eine Anfrage aus Hollywood. Doch genau dort, wo viele sagen würden: „Jetzt hast du es geschafft“, begann für ihn ein anderer Prozess: das Loslassen.

Was passiert, wenn dein Beruf deine ganze Identität wird?
Wer bist du, wenn der Applaus verschwindet?
Und warum kann Erfolg sich irgendwann leer anfühlen?

Enes erzählt offen über seinen Weg vom jungen Friseur-Azubi über internationale Shows bis hin zu Panikattacken, innerem Druck und der Frage: „Wer bin ich eigentlich ohne meine Leistung?“

Es geht um Männlichkeit, Scham, Leistungsdruck, Angst, spirituelle Entwicklung und den Mut, nicht erst zusammenzubrechen, bevor man sich selbst wieder begegnet.

Eine ehrliche Folge über den Preis des Erfolgs  und darüber, warum Hollywood manchmal nicht der Anfang, sondern der Abschied sein kann.

Kapitel:
00:00 Intro
01:54 Wer bist du ohne deinen Beruf?
03:19 Vom Metallbau zum Friseurhandwerk
07:56 Gentlemen’s Club, Barbershop-Kultur & alte Rituale
10:01 Wie Enes’ internationale Karriere begann
12:27 Ausbildung, Unterforderung & falsche Strenge
18:17 Der Satz, der alles veränderte
20:03 Jahre später: Enes steht vor seiner ehemaligen Ausbilderin auf der Bühne
23:56 Der größte Bühnenmoment vor 1200 Menschen
29:53 Hollywood & der Anfang vom Abschied
32:28 Warum Erfolg irgendwann zur Falle wird
35:16 Der Prozess des Loslassens
36:00 Corona, Stillstand & die Frage nach Identität
40:20 Die erste Panikattacke im Flugzeug
44:22 Journaling & echte Gefühle zulassen
47:32 „Ich lebe den Traum – warum bin ich unglücklich?“
53:35 Der dunkelste Moment
54:24 Die Polen-Roadshow trotz Panikattacken
01:00:02 Drei Tage durchgezogen – mit innerem Schalter
01:04:21 Ego-Tod & die Suche nach dem echten Ich
01:08:59 Depression, Panik & Lebensmüdigkeit
01:14:56 Abgeben, beten & nicht mehr alles allein tragen
01:20:53 Zum ersten Mal offen über die Vergangenheit sprechen
01:28:12 Wie Enes heute mit Menschen arbeitet
01:33:23 Warum Ehrlichkeit so schwer ist
01:41:03 Der Salon als Ort echter Begegnung
01:44:17 Achtsamkeit beim Haare schneiden
01:50:09 Panik im riesigen Store
01:55:21 Tipps für Menschen in einer Krise
01:59:02 Achtsamkeit, Spiritualität & Trigger
02:05:25 Die Gefahr der spirituellen Bubble
02:13:07 Ego, Seele, Körper & Integration
02:19:23 Enes’ Rat an Selbstständige
02:21:46 Der wichtigste Lebenstipp
02:22:40 Musik Outro




Enes Dogan:
https://www.instagram.com/enesdogan_de/
https://haareschee.de/

Sebastian Chris Walker: 
https://linktr.ee/ego_unplugged 
https://www.instagram.com/ego_unplugged/

Team Produktion: Jan Hanicz 
Ton: Sebastian Chris Walker
Design: Paolo Di Donna 
Konzept: Alina Walker


SPEAKER_03

And you eat me off my prüfung or the prüfung sowies nicht. Ich habe sie nur angeschaut. Ich habe gesagt, okay, vielen Dank, hab meine Sachen genommen, bin ich gegangen. Einhalb Jahre später, als ich meinem Meister bestanden habe, habe ich dann myrkunde kopiert and with fetten drauf geschrieben, erinnerst du dich noch daran, dass du gesagt hast, ich konnte nichts und hab das eingepackt und bei ihm in Briefkassen reingeschmissen. Als ich das damals immer wieder gesehen habe, dachte ich immer, die nach sich selbst suchen, sind einfach spirituelle Leute, die einen Klatsche haben. Geh doch einfach hier schönen Abends feiern oder hol dir ein schönes Auto, whatever. Als ich selber dann so in diesem Prozess war, dachte ich mir, fuck. Aber weil ich halt damals noch jung war, das nicht gecheckt habe, dachte ich so, das ist ja voll der Tod. Du bist in der Competition mit dir selbst und du versuchst immerhin draufzulegen und irgendwann mal geht das nicht mehr. Und als ich so angefangen habe, so Sachen loszulassen, dann habe ich eine Anfrage bekommen aus Hollywood. Aber das war schon der Moment für mich, wo ich angefangen habe, Abschied zu nehmen. Das war nicht so ein, oh mein Gott, ich hab's hier geschafft im Moment, sondern es war so, ich bin dankbar, dass ich hier sein darf. Und ich bin jetzt froh, dass ich anfangen darf, loszulassen. Weil ich ab diesem Moment nichts mehr habe, was ich noch in dem Bereich erreichen würde oder möchte. Und das war für mich, wo ich gesagt habe, jetzt habe ich alles mitgenommen.

SPEAKER_08

Du bist ein richtiger High-Performer, Anis. Du bist so. Sorry, ja. Das Denken Menschen, glaube ich, von mir. Ja, also ich mein internationaler Stylist, du hast in Hollywood schon für Produktionen gearbeitet, auf Modiveranstaltungen durch die ganze Welt, also was ich gesehen habe, New York, Mailand, whatever. Du hast auch schon sehr früh deinen Meister gemacht und hast auch schon über zehn Jahre deinen eigenen Salon und bist noch Yoga-Lehre. Habe ich irgendwas vergessen?

SPEAKER_07

Ich habe noch eine Eistidee gehabt bis vor einem Jahr. Genau, richtig. Sehr gut. Wer ist ein Enis heute ohne seinen Beruf?

SPEAKER_03

Das ist eine spannende Frage. Tatsächlich habe ich mir das mir noch nicht überlegt, weil das ist gerade so ein neues Ding für mich. Da bin ich gerade.

SPEAKER_08

Das ist gerade so der Hötepunkt in deinem Leben, ne?

SPEAKER_03

Das war oft die Frage schon tatsächlich, während Corona-Zeit hat es angefangen, wer wäre ich, wenn ich meinen Beruf nicht hätte. Weil da habe ich schon gemerkt, ohne meinen Beruf, ohne dass ich irgendwas nicht machen kann als Friseur oder wenn ich unterwegs bin, dann schlafe ich nur oder dann sitze ich nur, dann habe ich keine Produktivität. Und diese Frage hat früh angefangen. Und jetzt hat sich in den letzten fünf Jahre mich begleitet. Und wenn ich jetzt über deine Frage so nachdenke, fällt mir ein, oh, das habe ich noch gar nicht beantwortet. Aber wenn ich jetzt beantworten dürfte, so vom Gefühl raus, dann denke ich, dass der heutige Ennis jemand ist, der einfach nur so sein möchte, wie er ist, wer er ist, ohne irgendwas beweisen zu müssen, ohne high performance zu müssen, ohne ständig den Druck zu haben, ich muss das Rad neu erfinden, um aufzufallen oder um mich zu beweisen, anderen zu beweisen.

SPEAKER_08

Sehr spannend. Da haben wir gerade auch schon drüber gesprochen im Garten, so mit Entwicklungstraumata und woher dann dieser Drive manchmal kommt. Wann kam der erste Impuls in dir, so retrospektiv betrachtet, wo du sagen würdest, so da habe ich gespürt, ich will mehr. Mir reicht das nicht. Meisterausbildung, als nee, du hast. Stahlbauer oder irgendwas mit Metallbearbeitung gemacht, ursprünglich, ne?

SPEAKER_03

Ursprünglich komme ich eigentlich aus der Metallindustrie, genau. Bevor ich die Ausbildung angefangen habe, wollte ich Industriemechaniker werden. Ganz klassisch Mann, Industriemechaniker, Stahlbauer etc. Und ich habe da in der Schule nur Praktikas gemacht und auch als ich die weiterführende Schule gemacht habe, war das Fachrichtung Metallbau oder Metall und für mich war das klar, ich bin ein Mann, junge, Südländer, was mache ich? Kafta-Mechaniker oder irgendwo in das Industriearbeiten.

SPEAKER_08

Du hast deine ganzen Freunde so gemacht, oder?

SPEAKER_03

Ja, genau. Maler, Kraft-Mechaniker, Elektriker. Aber was dann bei mir passiert ist, ist was anderes. Der erste Schritt war, dass der Barber von meinem Vater, als ich mit ungefähr 14 Jahren, 15 Jahren bei ihm saß beim Barber, so ein türkischer Friseur war das im Keller, wie es früher üblich war. Da waren die auch nicht so draußen vertreten. Und hatte zu meinem Vater gesagt, hey, ich suche einen Assistenten, ich brauch jemanden, der mir zuarbeitet. Ach cool, okay. Und da hat mein Vater mich angeschaut und gesagt, noch den da drüben. Der kann mit Metall umgehen, also auch mit Haaren. Ja, genau. Ich war so ein richtig schönes Mäuschen. Ich hab dann nur so hingeschaut und war so, ja, okay, wenn ich ein bisschen Geld verdiene. Why not? Why not, ja? Und er meinte, ja, komm einfach freitags ab und zu abends zum Aufräumen und samstags kannst du halt komplett in Arbeiten und halt so wie so ein Praktikum machen hier und dann bringe ich dir was bei. Und dann war ich sie halt zwei Jahre. Ich habe sie mit der Reife fertig gemacht und war dann dort. Ach, cool. Und der hat mir dann aber dann mehr beigebracht. Der hat mir dann das ganze Handwerk des Barbers beigebracht, wie man rasiert, wie man Haare schneidet und das ganze klassische mit dem Feuer die Ohrhaare und so verbrennt.

SPEAKER_08

Ach, okay, so. Ja. Das, was jetzt auf Instagram hier überall so durch die Decke geht seit ein paar Jahren und so mittlerweile State of the Art ist. Genau. Und jeder zweite Barbershop das eigentlich so macht mittlerweile. Das ist ein neues Phänomen. Das ist, also was ist neu? Vielleicht, weiß ich nicht, fünf, sechs Jahre alt oder so?

SPEAKER_03

Ja, genau. Also dass man dieses Phänomen von Barber hat vor zehn Jahren angefangen, was so richtig stark vertreten und so präsent, auch in Deutschland ist es seit fünf Jahren ungefähr, sechs Jahren. Was glaubst du, warum das so ist?

SPEAKER_08

Ich meine, wenn du früh so Filme anguckst, so aus den 20ern bis teilweise in die 60er, auch in Amerika oder so, dann waren überall diese Barbershops, die ja auch diese Barber Poles. Ja, Barber Poles hatten, genau. Und das war so Standard, ne? Das gab es überall. Das war ja völlig nochmal. Auch im Wilden Westen schon. Da gibt es ja diese, weißt du, mit dem Rasiermesser wie dann war völlig Standard. Und dann irgendwann ist das so, wann ist das weggegangen? Vielleicht in den 50ern, 60ern oder so?

SPEAKER_03

Tatsächlich ein bisschen später. Also ich kann dir kein genaues keinen Jahrgang nennen, auch vom Bauchhaus würde ich mal sagen, dass es so ungefähr in den 80ern, vielleicht 90ern weggefallen ist. Also da gehört mich da nicht fest, aber spätestens da war, gab es.

SPEAKER_08

Ich bin damit nicht aufgewachsen. Ich kenne das gar nicht. 80er, 90er und 80er. Ja, genau, also ich habe da das nie gesehen.

SPEAKER_03

Also früher war das hier in Deutschland so, du hast den Herrenfriseur gehabt, der hat diese Dienstleistungen gemacht und es war auch Standard. Und du hast den Coiffeur gehabt, also den Damenfriseur. Und die Fächer waren beide getrennt. Das ist auch tatsächlich, in fast jedem Land ist es getrennt. In Deutschland oder eben im Raumdach, Österreich, Schweiz, da wurde das irgendwann mal zusammengebracht. Ich glaube mal, dann ist es im Zuge dessen und ist es weggefallen, weil dann wurde der Friseur an sich, ich sag mal, neu erfunden. Und da hat man gesagt, man tut nicht mehr unterscheiden zwischen Mann und Frau. Du lernst Friseur. Und ob du dann Damen schneiderest, Herren schneidest, Dauerwelle wickelst, großes Thema, was man gar nicht mehr macht, das war damals egal. Und im Zuge dessen ist das tatsächlich dann immer mehr in Vergessenheit geraten. Und es kann schon sein, vielleicht ist es in den 60ern, 70ern passiert und als dann diese Ausbildungsverordnung gefährdet worden ist, ist der klassische Herrenberuf weggefallen und auch natürlich dann irgendwann mal von der Prüfungsverordnung ist Sir so entfallen. Das hat man dann nicht mehr gemacht. Und somit kam das große Herrenfachsterben in Deutschland.

SPEAKER_08

Also ich bin sehr dankbar, dass es wiedergekommen ist. Ich feiere das, ich mag das und ich kannte das auch bis vor bis ich bei dir bei den Salonkomplizen und der Conny damals war. Ihr hatte da so ein Lokal und da habt ihr das wieder eingeführt, denn den Gentleman's Club. Da habe ich dann akustisch gespielt abends, gab Zigarren, Whisky und Männerrasuren. Was ja ein super cooles Konzept war. Und damals, die krassen. Ja, wollte. Das ist ja jetzt schon über zehn Jahre, zwölf Jahre oder so. Und das war total surreal. Ja, sehr. Und jetzt, vor, ja, wie gesagt, in den letzten zehn Jahren ist das so explodiert, dass überall auf einmal Rasuren sind. Ich finde es super.

SPEAKER_03

Also die Conny war tatsächlich seinerzeit echt voraus. Die hat das gemacht und ich bin erst, glaube ich, beim zweiten und dritten Gentlemanstellung gekommen, da hat mich angesprochen. Und da habe ich mir auch gedacht, was hast du hier auf die Beine gestellt? Das war ja der so shit damals.

SPEAKER_08

Ja, absolut. Auch den Style, wie die das lokal eingerichtet haben und so. Ich war wirklich A, seiner Zeit voraus. Und B, ein bisschen schade leider, weil es halt auf dem Land war, so, aber war halt völlig vom Style her 20 Ligas über jedem Frisör aus dem Roll.

SPEAKER_03

Auch vielleicht für die Zuhörer, dieses Gentleman's Day, das war ja, da haben wir ja abends dann so einen Abend gemacht für Männer. Da hat man rasiert, Zigarren, Whisky, Damas gespielt, gesungen. Und das war so ein Get Together, gab es auch Essen und hat man dann rasiert und hat dann, glaube ich, so vier, fünf Stunden, sechs Stunden. Das hat schon 20 Uhr angefangen und ging schon bis um 12.1 Uhr, oder? Ja, teilweise. Und hat man sich rasieren lassen können, bis da Harestein war nicht dabei, aber halt nur so.

SPEAKER_08

Ja, ja, ja, ja. Und manchmal war da ein bisschen mehr Whisky, manchmal ein bisschen weniger. Super. Aber Grüße gehen raus an Conny. Cooles Konzept. Auf jeden Fall. Ja, und immer noch super. Sie hat jetzt mittlerweile einen Laden in Metzingen, der ist auch super. Der sieht auch super großartig aus. Grüße an Conny. Grüße an Conny. Wie hat dann für dich deine internationale Karriere damals begonnen? Wo wo, du hast ja deine Meisterschule dann gemacht und so. Genau. Hast du das Friseurding durchgezogen und dann kam aber relativ schnell so dieser Impuls wahrscheinlich. Ich habe das in dem Interview von dir gelesen, ich möchte auf die großen Bühnen.

SPEAKER_03

Also es war bei mir so, nachdem ich die Schule beendet habe, habe ich keine Ausbildung bekommen. Das war 2009, 2010, das war alles Finanzkrise. Hier 2008, 2009, keiner hat eingestellt.

SPEAKER_08

2007 war die, glaube ich, 2008.

SPEAKER_03

Okay. Da hat die keine Industrie eingestellt, also keine auch Ausbildung gemacht. Und da habe ich mir gedacht, okay, ich will eine Ausbildung machen und wenn ich in der Industrie keine Ausbildung bekomme, dann mache ich einfach eine Friseurausbildung. Ich habe jetzt zwei Jahre Erfahrung, ich weiß ja die Handgriffe so und kann mit Kunden umgehen. Und da habe ich angefangen, mich als Friseur zu bewerben. Das war für mich aber nur so ein Ding, wo ich gesagt habe, ach, Hauptsache eine Ausbildung, danach mache ich einfach irgendwas anderes. Und dann habe ich mich als Friseur beworben und dann habe ich eine Stelle bekommen. Und weil der Betrieb, in dem ich war, der hat nicht ausgebildet. Und als ich dann den Friseurberuf angefangen habe, habe ich mir gedacht, das macht ja ziemlich Spaß. Und dann ging es auch natürlich ziemlich schnell. Ich muss aber sagen, ich habe vier Ausbildungsbetriebe gehabt, bis ich meine Ausbildung bewendet habe. Vier Stück. Ja.

SPEAKER_07

Du lachst dabei so, warum was es passiert? Alle vier waren blöd. Alle waren blöd, ich war gut. Die hatten auch recht.

SPEAKER_08

Die anderen sind schuld.

SPEAKER_03

Ich habe tatsächlich lang gedacht, dass es an mir läge. Und wenn ich so heute darüber nachdenke, natürlich gibt es da bestimmt auch die anderen und anderen Sachen. Aber ich habe gemerkt, ich war für meine Ausbilder zu viel, weil ich sehr viel wollte. Ich war hungrig und ich war dann ziemlich schnell unterfordert. Und als Friseurzui ist es halt so, du darfst Haare waschen, putzen, Farbschalen waschen, ein bisschen, wenn du Glück hast, vielleicht Farbe mit auftragen helfen. Das war es aber schon. Du darfst an den Kunden an sich nichts schneiden, nichts wärmen und so. Und mein erster Ausbildungsbetrieb, die haben das schon ziemlich gut beigebracht, aber ich war in Böblingen, ich habe jeden Tag eineinhalb Stunden hin, eineinhalb Stunden zurückgebracht von Haustier zu Haustier. Und das waren jeden Tag drei Stunden und das war mir irgendwann mal einfach viel zu viel, weil ich immer früh um sechs Uhr aus dem Haus bin und irgendwann fast um neun Uhr wieder zurück. Das ging nicht mehr.

SPEAKER_08

Sidequest. Interessantes Thema. Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Ja. Zwei Fragen. Die erste, heute, wenn du jetzt ausbilden müsstest, würdest du es anders machen? Findest du das System noch richtig? Denn meine grundlegende Frage dazu ist, also es gibt einen Anteil in mir, wenn der das hört. Ein sehr schwäbischen Anteil. Der denkt sich, ja, der konnte halt die Beine nicht stillhalten. Das ist so wie bei Karate Kid, Wischen, Polieren. Man muss einfach erstmal Übungen und die Basics, die Basics erstmal lernen. Das gehört dazu. Das ist halt der Lauf der Dinge. Du fängst jung an und es liegt in der Natur, dass wir Jungs oder oder wir junge Menschen mit viel Energie im Arsch sagen, hey, ich möchte da jetzt gleich die Welt erobern, ja. Und die werden da aber so zusammengestampft und so, nee, du machst jetzt einfach mal nur Lockenwickeln an diesem Kopf und das mal jetzt acht Stunden heute. Und drei Stunden hin und zurück, ja, hatte ich auch eine Stunde zehn, aber es war trotzdem dann jeden Tag zweieinhalb Stunden unterwegs sein und viermal im Bus umsteigen. Was würdest du heute sagen, retrospektiv betrachtet? Würdest du sagen, das ist so, das ist eine Schule, da muss man durch. Ich bin dankbar heute dafür. Oder würdest du sagen, nein, ich würde es anders machen?

SPEAKER_03

Bei meinem ersten Ausbildungsbetrieb bin ich dankbar dafür. Die haben mir wirklich den Arsch versohlt, aber die hat mir was beigebracht. Da musste ich wirklich einen halben Tag Dauerwelt wickeln, da musste ich an diesem beschissenen Puppen im Kopf stehen und Abteilungen üben, wirklich mit der Klammer sauber abteilen. Mir sind die Hände weggefallen und die waren auch streng. Aber ich sage mal, so was ich in eineinhalb Jahren bei ihr gelernt habe, hat dafür gereicht, dass ich mein Meister bestanden habe. Weil die nächsten drei Betriebe, die ich dann hatte, sorry, wenn ich das sagt, die haben mich einfach nur ausgenutzt. Die haben mich nur fürs Waschen und Föhnen und Putzen. Aber es wurde nichts beigebracht. Und das ist falsch. And this is ein ganz großes Thema in der Friseurbranche. This schweifen wir ein bisschen ab, aber das möchte ich nicht mehr sehen. Nein, nein, das ist eine Sidequest, alles gut. Es gibt ein ganz großes Friseurenaussterben, Lehrlingsaussterben. Damals, als ich angefangen hatte, waren wir drei Klassen. Heute können die noch nicht mal eine Klasse vorher machen. Und es gibt zu viele Abbrecher. Und ich habe jetzt gerade auch eine Azubine, die sagt zu mir, sie ist die einzige in der Klasse, die wöchentlich regelmäßig Modellabende hat. Modellabende ist immer bei uns, einmal die Woche setzen wir uns gemeinsam hin. Sie hat eine Ausbilderin und die lernen drei bis vier Stunden. Nur Azubi und die Ausbilderin.

SPEAKER_08

Hattest du das in der ersten auch?

SPEAKER_03

Ja. Und danach nicht. Und viele machen das nicht, das kostet Geld, das kostet Zeit und die haben keine Lust drauf. Und ich habe jetzt zum Beispiel auch einen neuen Menschen eingestellt, die zu mir gekommen ist und gesagt hast, so du, ich habe drei Jahre Ausbildung gemacht. Ich bin eine super gute Azubine gewesen. Ich kann aber weder Haare schneiden, noch kann ich beraten. Ich weiß aber, wie man Farbe aufträgt, aber ich könnte mich nicht an einen Kunden trauen. Und seit einem Jahr finde ich keine Einstellung. Ich habe sie jetzt eingestellt. Ich habe zu dir gesagt, ich nehme dich als Assistentin, ich bring dir alles bei, aber du musst ein halbes Jahr nochmal durch eine Ausbildung durch, durch meine Ausbildung. Und danach schauen wir weiter, weil ich gesehen habe, diese Mensch ist so motiviert und ihre Augen haben so gefunkelt und die war so traurig und habe gesagt, wenn ich die Chance bei dir nicht bekomme und das eine ja voll ist, dann musste ich halt wurde übel irgendwo anders arbeiten als Aushilfe. Und dann habe ich gedacht so, nee, diesen Menschen gebe ich die Chance. Schön.

SPEAKER_08

Wie war das dann in der ersten Ausbildung? Warum bist du da gegangen?

SPEAKER_03

Das war mir tatsächlich einfach von dem Weg eine sehr lange Geschichte. Das war die mit Böbling, wo ich war. Genau. Ich habe 400 Euro bekommen. Ich habe 170 Euro allein für VVS bezahlt, also für den öffentlichen Nahverkehr. Damals hatten wir nicht wie heute das Deutsche Ticket. Sprich, schon Hälfte meines Gehalts auf Ding weggegangen. Das hat mich nach irgendeiner Zeit so sehr beschäftigt und auch gestört, dass ich manchmal, zum Beispiel, wenn ich einen Zug eine Verbindung verpasst habe, dass ich dann um 10 Uhr zu Hause war. Manchmal musste ich dann von Nürtingen nach Linzenhofen laufen, das sind ungefähr 10 Kilometer. Ja, ich weiß. Und da ist halt der letzte Zug um 9 Uhr. Ich kann kein Taxi nehmen.

SPEAKER_08

Wieso, du hast ja noch ein bisschen was über 170 Euro übrig gehabt.

SPEAKER_03

Sonst zwar nicht mit dem Taxi und das zwei, drei Mal an. Musst ja trockenes Brot essen. Und dann war das halt so. Und ich habe auch keinen gehabt, der mich dann halt abgeholt hätte können. Und ich hab mir aber, ich war mir aber nicht so schade. Es war für mich so, ah, okay, ich habe Zug verpasst, ich bin ausgestiegen, bin von Nötigen nach Linzenhofen gelaufen. Ich habe da jetzt nicht irgendwie einer Ding gemacht, oh mein Gott, ich arme, ich arme, sondern ich war so, ist so. Und dann kam es aber zu einem Punkt, wo ich gesagt habe, mach ich das mit oder mache ich das nicht mehr mit? Und das war so eine der größten Sachen, wo ich bei mir eine Grenze gesetzt habe, dass ich gesagt habe, diese Grenze ist jetzt erreicht, es geht mir damit nicht gut und bin gegangen. Ich muss aber sagen, ich habe damals, ich hoffe mal, meine Ausbilderin hört das nicht, so sehr Angst gehabt vor meiner Ausbilderin, ihr zu sagen, ich gehe deswegen, weil ich die Angst hatte, boah, sie könnte richtig enttäuscht von mir sein, sie hat so viel reingesteckt und nicht was, dass ich gesagt habe, du, ich höre mit dem Beruf auf, ich mach das nicht mehr weiter und bin dann gegangen. Und sie hat danach noch versucht, mich dann zu überreden, Dinge zu machen, dass ich bleibe, aber ich war schon an einem Punkt, wo ich gesagt habe, Entscheidung getroffen, es gibt kein Zurück mehr. Und dann habe ich gewechselt. Und dann fing der Rollercoaster an. Dann war ich halt sechs Monate bei einem Ausbildungsbetrieb, der ist dann tatsächlich nach sechs Monaten zur Pleite gegangen. Dann bin ich da raus, bin ins nächste Ausbildungsbetrieb und da war ich dann auch sechs Monate. Und die hat dann auch ihre privaten Probleme gehabt und ihre privaten Probleme haben sich dann in die Arbeit mitgetragen. Und ich war halt in der Prüfungsvorbereitungsphase und ich habe dann irgendwann gesagt, ich verstehe dich, dass du private Probleme hast, aber ich habe, wir müssen jetzt meine Bewerbprüfungsmarkt beschreiben und die das Prüfungsmodell und alles vorbereiten. Und ich habe gemerkt, die hatte einfach keinen Nerv dazu, konnte das nicht. Und irgendwann mal hat sie mich auch sehr auf den Kicker gehabt. Und ich weiß nicht, was passiert ist, aber von einem Tag auf den anderen Tag war ich so ein bisschen Sündenbock für viele Sachen. Und dann habe ich halt ein ehrliches Gespräch mit ihr gehabt und habe dann gesagt, entweder du übst mit mir jetzt auf meine Prüfung oder ich gehe. Und dann hat sie zu mir gesagt, hey, weisst du was, geh. Ich weiß gar nicht, wieso du frisorbar bist. So wie du arbeitest, mache ich mir bei dir sowieso nicht viel hoffentlich. I've not said, Okay, I have my song gone, I've been gone. Ungefrage, a half year later, as I my Meister had, habeas my U-Kunde kopiert and with a fettening draft geschrieben, dass du gesagt habt, I wanted to get and by him in a Briefkasten reason. And Ist for three years from an alternative, die damals done, dass sie das morgens bei ihrem Kaffee trinken, was aufgemacht hat anders ausgespuckt, and then in a rich angepisstar and so weggeworfen und zerrissen hat und so. Echt? And the geilste richtig Rachenstory. Das ist doch das Coolstein, es gab dann irgendwann mal nach fünf, sechs, sieben Jahren angefangen, Seminare zu gemacht von der Innung in Esslingen. So einen Innungstag halt, wo dann so Shows gemacht, Seminare gegeben worden sind. Und dann habe ich halt für Wahl dort auf der Bühne gestanden für das Thema Barbering, was damals halt voll das Ding war. Mein Name wurde aber damals noch nicht so ausgestrahlt, weil eigentlich hätte es an andere Kollege gehen sollen. Er wurde krank, die haben mich hingeschickt. Und als ich auf die Bühne gegangen bin, war sie schön in der Mitte im Podium zugeschaut.

SPEAKER_09

Das war so geil.

SPEAKER_07

Hast du mit dir einmal Pflichtkontakt gehabt?

SPEAKER_08

Ja. Ja? Wie hat sie geguckt? Echt? Hat sie nicht mal irgendwie gegrinst, wenigstens? Nee, beschämt immer auf die Seite geguckt. Ich finde das schade, wenn Leute aus ihren eigenen Themen heraus, vor allem bei der Jugend, beim Nachwuchs, da so wirklich unbedacht ihre eigenen Themen da an dir rauslassen und da möglicherweise komplette Karrieren zerstören. Auf der anderen Seite hat es natürlich auch einen Drive gegeben. Ich meine, und du hast, es war ja nicht nur die Schule, du hast ja die Meisterschule dann gemacht, ne? Das ist ja was anderes dann so gesehen. Ja. Du hast halt die Ausbildung nicht nur geschafft, was sie gesagt hat, kriegst du gar nicht hin. Genau. Deine Prüfung, sondern du hast auch noch den Meisterbrief hinterher gehängt.

SPEAKER_03

Ja. Ich habe den Meister dann mit 19 angefangen. Also ich war dann auch nochmal in einem anderen Betrieb, da habe ich dann die Ausführung fertig gemacht. Und dann habe ich beschlossen, den Meister zu machen. Ich habe tatsächlich noch zwischendurch als Dönermann gearbeitet bei meinem Vater ein halbes Jahr. Und mir gedacht, das ist kein Leben, wenn deine Fingernägel nach Zwiebeln riechen die ganze Zeit. Kommt bei den Damen, bei der Damenwelt nicht gut an. Wie meinst du? Und er war nach und nach mir so, Weil ich habe nach der Ausbildung aufgehört und mein Dad hat Hilfe gebraucht und nach sechs Monaten dachte ich mir, wenn du jetzt hier nicht rauskommst, dann wirst du nie rauskommen. Und dann habe ich halt den Meister angefangen, weil ich dachte, alles ist Kacke, ich bin total unterfordert, die unterstützen mich nicht. Und ich habe immer so, ich war immer so unmotiviert, weil ich halt vieles machen wollte, vieles lernen, Leute. Mir wurde aber nie was beigebracht. Und dann dachte ich, ich mache jetzt mal den Meister, weil ich keine Lust habe, mehr in einem Salon zu arbeiten. Und danach schaue ich mal weiter. Und als ich dann meinen Meister angefangen hatte und wir halt diese praktischen Übungen gemacht haben, kam halt meine Lehrerin damals und die hat zu mir gesagt: Wow, du kannst richtig schön Haare schneiden und fönen und so. Du hast bestimmt eine super gute Ausbildung gehabt. Und ich dachte mir nur so, jetzt Caro eineinhalb Jahre, die hat mich zwar zerstört, aber da ist das Hängen geblieben.

SPEAKER_08

Da sind wir wieder, dann sind wir wieder bei der in der Mitte von der kleinen Exkursion, was ich da anmerken muss. Ich habe das Gefühl, strenge ja. Absolut. Aber nur wenn auch Wissen und Input mitkommt. Nachhaltiger. Also im Sinne von, ich glaube nicht, ich hatte auch mal einen Lehrer zum Beispiel, der war sehr streng, aber der war liebevoll streng. Und er hat auch wirklich geschafft, mir Wissen zu vermitteln. So viel halt damals ging. Ich glaube, das ist so ein bisschen der Unterschied für mich. Also die anderen, ja, strenge, ich glaube, die gehört dazu, vielleicht auch gerade in dem Alter. Da ist einfach so ein bisschen der Hormon-Cocktail hochgekocht. Wir sind da halt einfach so ein bisschen, und dann muss man da auch lernen, ein bisschen damit umzugehen. Ich glaube allerdings, es geht am Ende des Tages darum, dass liebevolles Wissen vermittelt wird. Und wenn das, wenn das mit dabei ist, dann cool. Weil die Irrationalität oft, so dieses, du machst das jetzt, warum? So halt, weil ich sag. Und dann machst du das drei Wochen lang und nachher blickst du gar nicht, warum. Das hast du nur gemacht, deswegen, damit sie es nicht machen musste. So, wenn das rauskommt, so wo du dann Mama das Gefühl hast, so Lehrjahre sind keine Herrenjahre und wir werden für dumm verkauft, ich glaube, dann tut es weh, dann wirst du irgendwann sehr, sehr unglücklich. So ging es mir. Auf der Bühne, auf den großen, was war, würdest du sagen, dein größter Moment? Du bist ja dann richtig losgezogen, bist du dann voll eskaliert.

SPEAKER_03

Wenn ich jetzt daran denke, was so mein größter Erfolgsmoment war, da gab es viele, aber es gab so ein paar Peaks. Einer der Hauptpeaks war zum Beispiel für mich, dass ich irgendwann mal, glaube ich, nach ungefähr so nach drei Jahren, als ich halt so Trainer geworden bin, sprich andere Friseurie-Coach habe Shows gemacht habe und so, dass ich auf einer Bühne stand, wo ungefähr 1200 Friseure waren. Boah, krass. Und das war so eine ganz große Messe, die sind wir in Düsseldorf, die heißt Topher. Das ist die größte Fachmesse im Raum Deutschland, Österreich und Schweiz, Dachregion. Und das ist so die Messe für Friseure. Das sind viele Aussteller, über 60.000 Fachbesucher, Dash. Und da gibt es so kleinere Workshop-Bühnen, da passen so 100 Leute. Da musst du so vorstellen, es gibt so diese ganzen großen Marken, die präsentieren ihre neuen Farben und so oder ihre neuen Neuheiten oder Kollektionen und es gibt vier kleine Workshop-Bühnen, wo man halt ein bisschen was lernen kann, so neue Schnittechnik, neues Teil. Und dann gibt es aber eine große Hauptbühne, die ist aber nur für Show. Das ist so, da gehst du hin, da ballerst du durch. Da geht es nicht darum, irgendwas den Leuten zu verklickern, sondern es ist so: einfach du machst, du holst Tänzer, die auch gestellt Modelle sind, du hast eine Show-Einlage, die kommen rein, die tanzen, dann machst du so die Haare, schneidest und stylst zwei, drei Minuten, jalla, und dann kommt der nächste Show-Effekt. Das geht einfach nur um Ding, um eine Marke zu präsentieren. Und da durfte ich dann tatsächlich mit der Marke Wahl, die dann ihr 100-jähriges hatte, also 2019, die haben gesagt, wir wollen Wahl 100 Jahre machen. Bis dato hatte aber dieses Unternehmen, weil sie Haarstandemaschine hergestellt haben, überhaupt kein Know-how auf der Bühne, Backstage, Shootings gar nicht. Die haben Haarschande-Maschinen hergestellt, für Barber, Friseure, haben aber nichts mit Dingen am Hut gehabt, mit High Fashion. Da ich aber mein Make-up-Artisten auch gemacht hatte, nach meinem Meister und schon auf The Fashion Week war, Shootings gemacht habe, habe ich das ganze Know-how gehabt und habe ich zu denen gesagt, hey, wisst ihr was? Ich war dann noch neu Trainer oder zwei Jahre Trainer. Ich habe gesagt, hey, ich kann für euch diese Show auf die Beine stellen. Und die waren so, ja, wirklich kannst du das? Dann meinte ich, ja, genau, kann ich machen. Dann habe ich mein ganzes Netzwerk zusammengerufen, von Stylist bis Make-up-Artist, bis Choreographen bis Models. Und dann hatten wir ungefähr noch fünf andere Trainer wie mich, also Artists, die auf der Bühne waren, die waren international von England, aus Holland, Italien, Deutschland, Spanien. Und dann waren wir ein Team von sechs Leuten. And then habe ich diese ganze Show geplant. Und dann selber auf die Bühne gestanden. Man muss sich so vorstellen, dass ich wirklich über zwei, drei Monate mit der Heike zusammen, das ist die gewesen, die bei Wahl, die Education Manager, war. Da haben wir von der Choreographie bis Musik bis jeder who was auf der Bühne gemacht, geplant. Und als ich da rausgekommen bin und auf einmal hatte diese Bühne, 1200 Menschen da sind, dann habe ich eine Gänsehaut bekommen und dachte mir so, ich kann mich an einen Moment erinnern, wo ich selber als Zuschauer dort war als Azubi und mir gedacht hatte, du wirst hier nie stehen.

SPEAKER_05

Ach okay, krass.

SPEAKER_03

Und dann stand ich da. Und dann waren aber auch voll viele Menschen da, die ich kannte, mit denen zusammengearbeitet habe. Und die haben mich alle angeschaut, die haben mir zugejubelt und dann war ich so, wow, ich glaube an, dass du es geschafft habt. Fun Fact: Nein. Auch für den Moment? Ja. Du bist ein Rockstar, du weißt doch, dass das erste Mal auf der großen Süd bist so, what the fuck? Eine Woche bleibt es noch in dir. Ist es noch eine Woche geblieben? Das hat mich begleitet. Ich musste am Tag nur zwei, drei Stunden schlafen und ich war so. Und das war ein Peak, also eines der Peak-Momente, und dann auf einmal hatte ich sehr viele solche Momente, weil ich dann nach dieser Erfahrung mehr wollte und aber auch dann die Firma gesehen hat, okay, der Junge kann was. Also bei bis dato habe ich vor 80 bis 100 Leuten kleineren Shows gemacht, Seminare für 10 Leute, aber ab dann wurde ich nur noch international in ganz Europa auf große Shows geschickt, alleine. 500 Leute, 600 Leute, 1000 Leute. Ich habe die Shows immer mit Models organisiert, ich habe immer Choreografie gemacht, ich habe wirklich Shows geplant, aber auch gehalten. Weil viele Artists auf der Bühne, die kommen, die machen das, was auf der Bühne ist. Die kümmern sich nicht, was im Hintergrund passiert. Und dann hatte ich halt in 35 Ländern, über 35 Ländern, meine eigenen Shows gemacht. Und irgendwann waren es so auf Englisch natürlich. Und irgendwann war eine Zahl mit 1000 normal. Hat man in der Zeit gut verdient? Ja.

SPEAKER_04

Auf jeden Fall.

SPEAKER_03

Und dann gab es so einen letzten Peak-Moment, aber da, das war dann vor ungefähr zwei Jahren. Da war ich schon, aber schon so langsam, dass ich gesagt habe, ich weiß nicht mehr so recht, es taugt mir nicht mehr so. Und als ich so angefangen habe, so Sachen loszulassen, dann habe ich eine Anfrage bekommen aus Hollywood. Also was heißt Hollywood? Es war von Wahl, die gesagt haben, wir machen jetzt unsere internationale Kollektion. Weil das ist ja eine Brand, die ist aus den USA. Ich habe aber bis dato nur in Europa agiert und die haben in jedem Land ihre Artists auch. Und die haben gesagt, wir machen eine Kollektion, sprich aus Europa kommen die drei Besten aus den USA, kommen die fünf besten aus Asien, kommen die drei Besten aus Afrika, kommen die zwei Besten und auch aus Lateinamerika. Wir waren so zehn Leute und die haben gesagt, ihr seid so die Future Makers, haben die das genannt. Ihr seid die Besten von uns in der Industrie. Wir laden euch alle nach LA ein und die Hollywood Studios. Also daneben war das. Und haben dann eine Woche lang eine internationale Kampagne gehabt und haben halt so Know-how von jedem gebündelt und eine Kollektion rausgebracht. Und das war super spannend, weil natürlich die Mode überall anders ist. In Asien dringen die was anderes, Lateinamerika, Afrika. Und dann kamst du da an, hast du es gehabt, and then, I don't know, bist du halt am Abend bist du dann raus, LA, Nachtleben, auf diesen Hollywood Mountain und dies and that. But this was für mich so tatsächlich alles sehr peak moment, aber schon sehr surreal and sehr gediegen, weil ich mir gedacht habe, it's schön, this is one der Moment for viele, viele Menschen. Oh my God, I have here geschaffed. Und das war so, ich bin dankbar, dass ich here sein darf. And I'm frozen, dass ich anfangen darf, loszulassen. Weil ich at this moment nichts mehr habe, was ich noch in dem Bereich erreichen würde oder möchte. Und das war für mich, wo ich gesagt habe, jetzt habe ich alles mitgenommen.

SPEAKER_08

Das heißt, das war der Moment, wo du gesagt hast, ich hab's zwar geschafft, aber ich gebe das jetzt schon ab. Kann man das so sagen? Ja. Weil normalerweise denken die Leute ja immer so, boah, irgendwann kommt der Tag, an dem ich sage, oh, ich hab's geschafft. Und dann denken die Leute meistens so, wenn der Tag kommt, dann ist das so, oh, endlich. Also endlich. Und witzigerweise ist es aber eher so ein, ich hab's möglicherweise geschafft, aber es ist mir eigentlich schon egal. Kann man das so sagen?

SPEAKER_03

Ja.

SPEAKER_08

Witzig, oder?

SPEAKER_03

Yeah. Das hast du sehr, sehr gut erkannt, weil ich finde, dass das immer eine sehr große Falle ist. Weil du kennst ja selber, du erreichst immer Peak-Momente, und dann musst du einen drauflegen. Und immer einen drauf, immer einen drauf. Und irgendwann merkst du, du kannst nicht mehr mithalten mit dir selbst. Du bist in einer Competition mit dir selbst und du versuchst immer einen draufzulegen und irgendwann mal geht das nicht mehr. Ich kann mich an den Tag erinnern, es war August, ich habe eine E-Mail bekommen, morgens um 8. Und ich habe schon da schon angefangen gehabt, loszulassen und zu sagen, vielleicht sollte ich mal dieses Showbusiness und alles loslassen, weil da ist sehr viel Ego-Anteil drin, da ist sehr viel drin, der ich nicht mehr bin, der ich nicht mehr sein möchte. Und angefangen, schon in diesem Prozess gewesen zu sehen, ah ja, okay, das kannst du nicht ein Leben lang machen. Du hast auch die Power nicht mehr dazu. Und dann kam diese E-Mail, witzigerweise, nachdem ich so angefangen habe, loszulassen, ja, hier L.A. und ich war so, okay, nehme ich mit. Und das war halt gut, weil ich wusste, okay, du gehst da jetzt nicht hin, um nochmal eine Schippe drauf zu liegen. Weil das wäre schon so, wo ich sagen würde, das kann ich gar nicht mehr übertreffen. Also das soll, also geht nicht. So, um das zu übertreffen, dann wusste ich, okay, es ist so eine Falle. Sprich, wenn ich da jetzt hingehe und einen auf ich habe es geschafft mache und wieder in diesen Ego-Anteil reinkomme, dann wird das meine Messlatte sein. Und diese Messlatte irgendwann zu übertreffen, das ist unmöglich, schwierig. Und dann werde ich immer wieder versuchen, da hinzukommen. Das heißt, Erwartungshaltung, die ich nicht etwa schaffen kann, und mir sehr bedruck aufbauen. Und deswegen war es gut, dass ich davor aufgegangen losgelassen habe, dorthin gegangen bin und gesagt habe, ich bin dankbar, ich nehme das mit, aber jetzt ist das mein letzter Tanz. Ich höre auf. Ich werde aussortiert, weil ich einen Burnout habe. Ich höre nicht auf, weil ich nicht mehr kann, sondern ich höre auf, weil ich es möchte.

SPEAKER_08

Ja, darum geht es auch so ein bisschen Ego anpluckt, auch in diesem Podcast zu sagen, man nimmt es wahr. Du bist dir bewusst darüber. Das Ego gehört dazu und ist halt ein Teil davon. Du kannst es nicht komplett ausschalten. Du kannst dir nicht hinhocken und sagen, ich bin komplett ego-los. Du musst nicht in irgendeine Höhle hocken in Indien und hoffen, dass die Leute folgen oder auch nicht. Aber das wäre ja auch schon wieder Ego. Dann ist dann auch voll egal, so weißt du. Aber ich glaube, dass das halt ein Teil des Daseins ist und dass es auch dazugehört. Ich glaube, es geht bloß darum, ihn nicht immer einen Steuer zu lassen. Das hatte ich mal in der Folge mit der Katrin auch. Das war einfach das Thema, das Ego darf auf dem Beifahrersetz mitfahren oder auf der Rückbank machen. Und wenn es mal übernimmt, dass man halt zumindest dastehen kann und sagen kann, ah ja, ich sehe gerade, wer lenkt. Dann geht es so, ist okay, alles klar, danke. Ja, du hast aber auch gerade die ganze Zeit davon gesprochen, ne? Dass das war ja ein Prozess. Wie hat der angefangen?

SPEAKER_03

Ich bin schon ziemlich kurz, ein Zweiteingaben zu geben, aber. Du meinst der Prozess loslassens?

SPEAKER_08

Ich glaube, das wird es eher beschreiben, du hast ja auch schon offen drüber gesprochen, dass das hat ja dann irgendwann schon angefangen, dass du gemerkt hast, du kannst das gar nicht mehr. Da ist keine Energie mehr dafür da. Da waren ja dann wahrscheinlich auch gerade so mit Thema Panik und sowas, wo du gemerkt hast, so boah, ich kann das gar nicht mehr. Es geht ja auch nicht mehr. Also du bist zwar dann an den Punkt gekommen, wie jetzt gerade eben, dass du gemerkt hast, so ich könnte, aber ich will nicht mehr. Aber davor gab es da bestimmt auch mal einen Punkt, wo es halt nicht mehr ging. Also, wo hat der angefangen? Also, wie hat sich das geäußert bei dir?

SPEAKER_03

Klassisch hat es angefangen bei Covid. Covid. Laden war zu, Salon war zu, ich konnte nicht mehr reisen, ich konnte keine Seminare geben, ich konnte nicht arbeiten. Mir wurde meine ganze Existenz, meine ganze Grundlage, mein Baby wurde mir weggenommen, in dem Sinne von es wurde geschlossen. Und wir haben ja dann, wie lange war das? Sechs Wochen, die erste Covid-Zeit. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern. Okay, auf jeden Fall will ich mir alles zumachen.

SPEAKER_08

Aus meinem Unterbewusstsein und aus meinem Bewusstsein verdrängt. Ich weiß es nicht mehr.

SPEAKER_03

Aber auf jeden Fall war das um mich dann so, ich hab meine Augen morgens aufgemacht und mir gedacht, wieso soll ich denn aufstehen, wenn ich nicht arbeiten kann? Und das ging dann zwei Wochen. Und dann habe ich mir, zwei Wochen lang, lag ich echt im Bett immer wieder. Ich hab damals bei meinen Eltern gelebt in der Zeit und habe halt gesagt, hey, ich bin einfach ein bisschen müde, lass mich schlafen. Und irgendwann habe ich aber gewusst, das ist doch nicht mehr normal, dass ich nur vier, fünf, sechs Stunden am Tag aktiv bin und dann nur noch im Bett und mit mir nichts anfangen kann. Und dann bin ich halt irgendwann mal in den Garten von meinen Eltern und habe mich so umgeschaut und gedacht, verdammt, wer bin ich denn, wenn ich nicht arbeite? Ich habe ja gar keine Persönlichkeit. Und dann wurde, das war wie so ein Schauer über meinen Rücken, weil ich wusste, wow, deine ganze Persönlichkeit bist du als Friseur, Stylist, der große Typ. Du kannst ja aber gar nichts anderes. Und dann habe ich erst gemerkt, dass auch die Menschen mich immer nur mit, ach, der Friseur, der Stylist, der Oster, Usta heißt der Meister. Und dass immer meine Gespräche sich darum gedreht haben, wo ich jetzt hingehe. Dass wenn ich Menschen kennengelernt habe, nur darüber gesprochen habe, nochmal so, oh mein Gott, ich bin ja nur damit beschäftigt und damit umgeben. Und dann habe ich mir gedacht, okay, was mache ich jetzt? Ich räume erstmal den Garten auf. Hab angefangen, den Garten aufzuräumen. Irgendwann habe ich gesagt, komm, ich schleife jetzt hier diese Holzlatten ab vom Zaun und tu die streichen und so. Und hab dann Gartenarbeiten gemacht und für mich war das erinnert so, was für eine verschwendete Arbeit. Ich stecke hier was rein und verdiene nicht mal Geld dabei. Und weder tut es mich voranbringen. Und Gartenarbeit, das ist sowas Sinnloses. Hab aber dann irgendwie gemerkt, ja, irgendwie beruhigte ich mich das gerade, in die Erde rumzuwühlen, da zu arbeiten, Gartenarbeit zu machen. Und da hatte ich diesen einen schönen Moment, dass meinem Bruder mir geholfen hat, mein kleiner Bruder, der ist so sechs Jahre jünger als ich, weil der hat dann gesagt, why not? Und dann kam so meine Mutter raus mit einem Kaffee und mit Kuchen und wie oberköppe frei, voll am Arbeiten, es ist warm. Und dann dachte ich mir so, wow. Das hab ich ja voll verpasst in den letzten Jahren. Okay, krass. Und dieser Moment, wo die Mutter rauskommt, so mit Kaffee und Kuchen, und du mit deinem Buddhist arbeitest und in der Pause einlegst, war in der Gartenarbeit, und dann habe ich das Gefühl so, das ist wahr. Das ist unverbindend. Das ist so, keiner hat eine Erwartungshaltung. Ja, das ist echt. Und dann wusste ich, Junge, du musst was ändern. Da hat es angefangen, aber nicht so, dass ich dann das direkt gemacht habe. Da war der Samen gesetzt und dann natürlich wieder angefangen zu arbeiten und ich war wieder voll im Game drin, aber es war immer so im Hinterkopf. Ich habe mich dann stark mit Persönlichkeitsentwicklung, mit Schamanismus, mit vier anderen Sachen auch beschäftigt und gedacht, das sind ja so Achtsamkeiten und das war für mich alles voll der Humbug. Und dann dachte ich, ja, ist ja gar nicht mal so blöd. Und dann bin ich auch mal in die Berge wandern gegangen. Bis dato dachte ich, jeder, der in die Berge geht, ist ein Vollidiot. Wir können in seinem Urlaub in den Bergen verbringen, geh doch an den Strand und chill. Wieso tust du dich da einen abrockern? Als ich selber in den Bergen war, dachte ich mir so, hattest du dir meine Seele gut? Dann dachte ich, okay, was ist denn eine Seele? Und dann hat es angefangen zu wissen, ah, okay, Körper und Seele. Habe ich angefangen, Yoga. Das sind so ganz klassische Sachen, aber es hat mich dann so beeindruckt, dass ich irgendwann mal nur noch da saß, fünf, sechs Bücher auf einmal gelesen habe: von Spiritualität bis Achtsamkeit, so whatever, was ich einfach in die Finger greifen konnte. Astrologie, das waren so ganz banale, nicht mal mal banale, das sind ganz klassische Sachen, nichts Weltbewegendes. Und dann gab es da so einen Moment, wo ich in den Flieger eingestiegen bin, weil ich nach Italien fliegen musste. Das war, ja, da hatte ich vier Tage so ein Shooting, und danach sollte ich vier Tage nach Polen gehen und da weiterarbeiten. Und in dem Fliege saß ich dann. Und das war dann so, keine Ahnung, vielleicht ein Jahr oder eineinhalb Jahre nach diesem Covid-Zeugs. Also nicht danach, aber so in dem Zeitraum. Und habe einfach irgendwie gemerkt, so, ich will aus diesem Fliege raus. Keine Ahnung, wieso.

SPEAKER_08

Ja, aber du konntest nicht.

SPEAKER_03

Ich konnte nicht. Und dann habe ich gemerkt, und dann bin ich aufgestanden, aber völlig so normal, ich bin aufgestanden. Die Frau sagt zu mir, hey, setz dich hin, wir sind auf dem Rollfeld. Und ich meinte so, nö, ich will hier raus und ihr könnt ja meinen Koffer und so mir nachschicken, das will ich gar nicht nehmen. Ich nehme nur mein Handy mit und die war so, hä? Und dann war ich so, ich will hier raus. Und die meinte so, geht's dir gut? Und dann habe ich gesagt, nee, es geht mir nicht gut. Ich habe Angst. Und die war so, du hast eine Panikattacke. Also, nicht so direkt gesagt, hast du Flugangst. Und dann war ich so, nee, ich fliege jeder Woche. Ich bin tausendmal in meinem Leben geflogen. Und die sagt so, hey, setz dich jetzt hin. Wenn wir das Rollfeld verlassen, dann bekommst du eine Strafe, bla bla bla. Und ich war so, ja, okay, ich setze mich hin, hab dann mein Handy rausgeholt, hab angefangen, Filme zu schauen, hat nicht geklappt, hab angefangen zu lesen, hat nicht geklappt.

SPEAKER_08

Du warst das auf dem Weg zum Fliegen?

SPEAKER_03

Nee, nee, ich war im Flieger. Ja, aber auf dem Rollfeld. Ja, genau.

SPEAKER_08

Hast du halt gelandet schon.

SPEAKER_03

Nee, nicht, das hat angefangen, noch nicht angefangen. Das ist so, der bewegt sich gerade aufs Rollfeld.

SPEAKER_07

Danke für das Gespräch, ja.

SPEAKER_03

Und dann habe ich angefangen zu journalen und so. Hat auch nicht gebracht. Und meine ganzen Instrumente, Journal hat nichts gebracht, Lesen hat nichts gebracht, Musik hat nichts gebracht, Video. Und dann war ich so, was passiert mit mir? Ja. Und ich habe nur noch da gehockt und gesagt: so, heilige Scheiße, ich hab nur noch Angst. Ich bin da aus diesem, zum Glück Italien eine Stunde. Wir sind da gelandet.

SPEAKER_08

Aber du warst die ganze Stunde in der Angst.

SPEAKER_03

Ja. Weißt du, was ich dann gedacht habe? Ich kann hier nicht raus. Wenn ich die Tür aufmache, falle ich runter. Und ich kann diese Gefühle aber nicht zuordnen, weil ich bis jetzt nicht wusste, was es ist. Ich kann es ja nicht. Ich habe hier sowas noch nie gehabt. Ich habe wieder Panikattacken gekannt, weder hatte ich Platzangst, wieder diese Angst in verschlossenen Räumen. Und es war dann so, wieso will ich hier raus? Wieso suchte meinen Körper nach einem Exit raus? Das hat mich dann zwei Jahre begleitet. Egal in welchem Hotel ich war, egal ob ich im Auto war, Ding war, mein Körper hat immer nach einem Exit gesucht. Ich habe in einem Hotel geschlafen. Ich habe im Schlafen hingegen gesagt, okay, wenn ich jetzt abhauen muss, ich bin acht Stockwerk, dann muss ich acht Stockwerk runterrennen oder ich kann ja einfach runterspringen. Und dann habe ich nach unten geschaut und dann gesagt, hm, nee, wenn ich hier runterspringe, dann bin ich tot. Und dann habe ich aber geschlafen und in meinem Gedächtnis war das immer so, okay, wenn ich jetzt hier rausgehe, rechts ist Notausgang und das geht so runter. Dann wusste ich so, ah, okay, ich habe einen Exit-Plan.

SPEAKER_08

Ja, ja, du hast einen Plan. Du hast was, wohne du dich festhalten kannst. Ja. Du bist der erste Mensch, der mir erzählt, er hat sich erst mit Yoga, Achtsamkeit, Meditation befasst, hat Bücher gelesen, war im Wald spazieren und in den Bergen und hat dann Panikattacken bekommen. Das ist krass.

SPEAKER_03

Also, ganz kurz zu dem Thema, was dann war ich auch in Italien. Und dann habe ich dieses Shooting gehabt, zum Glück mit einem Team. Und ich habe da aber nur panische Angst gehabt. Ich bin immer wieder rein.

SPEAKER_08

Das heißt, aber der Zustand hat sich gehalten bei dir. Das war nicht so PAM, sondern du hattest die ganze Zeit Angst.

SPEAKER_03

Ich bin dann in dieses Shooting, dann haben wir unsere Kollektion gemacht. Zum Glück war das chillig, du bist in einem Studio, da sind drei andere Stylisten, die da so ein, zwei Modelle am Tag, du machst so eine Farbe, Schnitt, Styling, easy peasy. Es ist kein Lieferdruck. Ich habe immer meine Aufgabe gemacht, bin raus und hab gedacht, so wow, was passiert? Ich habe angefangen, meine Gefühle aufzuschreiben. Und das war gut, dass ich Jugger und Achtsamkeit davon gemacht habe. Ja, ja, absolut. Weil ich hatte diese Instrumente, ich war zwar jetzt kein Pro, aber ich war so, ah, okay, das macht man. Dann habe ich immer alles aufgeschrieben. Und das war das erste Mal, dass ich auf meinem Journal, davor habe ich immer nur schöne Sachen aufgeschrieben. Ah, ich mach jetzt dies, ich mache jetzt das und ich bin so toll. Und irgendwann habe ich, weil ich immer dachte, ah, falls es mal jemand liest, der soll denken, was für ein geiles Leben ich hatte, zum Beispiel mein zukünftiges Kind oder so. Und dann irgendwann habe ich gedacht, Alter, hör mal auf mit dem Scheiß, schreib mal, jetzt war wirklich geil, wie es dir geht. Und das war für mich so voll der Kampf, weil ich gedacht habe, wenn ich da jetzt aber wirklich schreibe, wie es mir geht, dann liest es vielleicht meine Mutter oder mein Kumpel oder meine Partnerin und dann denken dir, ich bin voll der Schwächling. Ich habe es aber angefangen aufzuschreiben, dass es mir einfach nicht gut geht.

SPEAKER_08

Aber ist das nicht krass, dass du in dir drin einen Glaubenssatz hattest, dass andere über dich denken, dass du ein Schwächling bist, wenn du deine echten Emotionen aufschreibst und zeigst?

SPEAKER_03

Ja. Das ist traurig.

SPEAKER_08

Aber.

SPEAKER_03

Das wurde uns vorbeigebracht. Männer weinen nicht, Männer weinen nicht, Männer sind stark und Männer dürfen keine Gefühle zeigen und wir müssen immer funktionieren.

SPEAKER_08

Das ist der normale Standard Erziehungskodex hier auf dem Breitengrad. Also zumindest in den letzten 30, 40 Jahren, so wie ich es erlebt habe, aber davor ja noch schlimmer. Also gucke unsere Eltern an.

SPEAKER_03

War bei dir ja nicht anders, oder?

SPEAKER_08

Total anders. Wir sind in der Kommune aufgewachsen. Ich habe hauptsächlich mit Gänseblümchen gespielt. Wir haben Löwenzahntee gemacht jeden Mittwoch. Das berühmt. War super, ja. Jeden Sonntagmorgen den Händen gefasst, im Kreis getanzt. Er hat ehrlich über seine Emotionen geredet, die er in dem Moment hat. Wie geht es nicht? War richtig gut und ausgekriegt.

SPEAKER_07

Oh Gott, nee.

SPEAKER_08

Das ist schlimm, das ist schlimm, aber das ist das Thema. Da entsteht das. Und dann hast du das aber aufgeschrieben, das erste Mal, beschreib den Kampf noch ein bisschen. Du hattest das Gefühl, ich kann das nicht aufschreiben, ich würde mich schämen, wenn meine Mutter das liest.

SPEAKER_03

Genau, Mutter oder Partnerin, das ist tatsächlich nicht nur mein Eltern, es ging darum, dass irgendjemand Verwandtenkreis sehen könnte, wie es in dir drin aussieht.

SPEAKER_08

Ja. Und hast du es dann aber überwunden? Konntest du dann sagen, nee, ich schreibe das jetzt auf. Ja. In dem Moment, als du das dann geschrieben hast, wie hat es sich dann gefühlt?

SPEAKER_03

Das war sehr befreiend, weil ich dann benennen konnte, was mit mir geschieht. Sprich, ich hatte das erste Mal Zugang zu meinen Gefühlen. Ich konnte meine Gefühle benennen. Ich konnte sagen, dass ich Angst habe und dass ich aber nicht weiß, wieso. Dass ich dann auch Sachen geschrieben habe wie, eigentlich geht's in mir gut. Ich bin gesund. So und dann klassische Sachen, finanziell geht es mir gut. Mein Umfeld geht's gut. Ich habe keine Sorgen. Aber wieso fühle ich mich schlecht? Es gibt doch gar keinen Grund, mich schlecht zu fühlen, weil ich doch ein Leben lebe, das perfekt ist. Ich lebe den Traum von allen. Ich bin Anfang 20, Mitte 20, ich fliege durch die Welt, ich zeige den Leuten Dinge, das sind Menschen, die sind doppelt so alt wie ich, ich bringe ihnen was bei und ich bin so, was Ego angeht, mein Ego ist da oben, um da hinzukommen, puh, ich war immer so, ich bin da jung, ich hab's geschafft und ich bin unglücklich. Und das war dann so ein Moment für mich, wo ich gedacht habe, hui, ich glaube mal, ich habe Panikattacken oder Depression. Und es war immer so ein Ding, so, was habe ich jetzt?

SPEAKER_08

Du konntest es dir selber nicht sagen und du hattest auch, hattest du dir dann Hilfe geholt?

SPEAKER_03

Ich habe dann tatsächlich es erstmal gegoogelt. Da war eine Person in dem Team, ich wusste, sie ist auch sehr sensitive und mit der habe ich immer schöne Gespräche gehabt und sie, um eine tolle Frau. And she habe ich dann angehauen anders nicht gut, dass es mit mir passiert. And ich fühle mich gerade einbeeng. Und sie hat mich dann angeschaut und zu mir gesagt, weißt du, Ennis, ich erzähle dir meine Geschichte. Ich war mal in Urlaub in Griechenland auf dieser Insel. And auf einmal hat sich this Insel so klein angefühlt, dass ich gedacht habe, this betrückt mich alles. But I knew that. I wish that was in the inn gear, they had me kept tips given. They had nurse, I wish wie du dich fühlst. Ich war auch mal auf einer großen Insel. Ich hab mich auch so gefühlt. And du bist jetzt gerade auch da, but hey, du bist nicht allein. Wenn du was brauchst, ich bin hier. Aber es ist okay. Mach dich nicht verrückt. Und wenn du wirklich dich eingeengt fühlst, dann darfst du auch gehen. Aber geh mal leider keine Option.

SPEAKER_08

Für dein Ego vor allem nicht.

SPEAKER_03

Für das Ego und für die Arbeit, ja.

SPEAKER_08

Das ist ja meistens das Ego. Es wäre ja schlimm gewesen, da zu gehen. Und paradoxerweise ist es ja gut, eigentlich dann durch die Angst durchzugehen. Aber es ist verrückt. Also gerade wenn du das das erste Mal hast und damit in Berührung kommst, wäre es zum Beispiel essentiell, dann sich sofort relativ schnell jemanden zu holen, der damit weiß, wie ihr damit arbeitet oder der dir helfen kann. Weil wenn du das, und das war bei mir damals so, bei mir ist es auch wirklich jetzt schon bald Jahrzehnte her, als ich das das erste Mal hatte und weißt, vor 15 Jahren gab es noch nicht so viele YouTube-Channels und Podcasts und Selbsthilfebücher und alles ist explodiert und whatever. Jeder hat über Panikattacken gesprochen, was ja heute teilweise noch nicht so ist. Aber als ich meine erste Panikattacke hatte, da gab es das alles noch nicht. Und ich bin im Arzt, ich war bei sieben Ärzten. Und keiner konnte mir sagen, was ich ja nicht habe. Ich habe mich gescannt. Ach du, das war völlig verrückt. Und irgendein Chefarzt in der Uniklinik Tübingen hat an sich so neben mich gesetzt und hat gesagt, dein Problem ist nicht körperlich. Von ich. Wie meinen sie? Und daraus entstehen aber dann Angststörungen ganz schnell. Das heißt, du hast Angst in einem Flieger, sitzt da drin, kannst nicht raus, keine Kontrolle. Und dann auf einmal sitzt du im Hotel und denkst, wie komme ich hier raus? Und übermorgen hast du Angst, in den Aufzug zu gehen. Und zwei Jahre später kannst du nicht noch mehr in ein Auto steigen. Oder überhaupt auf irgendeine Bühne gehen. Weil es sich eine Angststörung konditionieren kann. Und du bist dann, dein Leben ist dann so eng. Du bist dann nur noch so gefangen im Ich kann das nicht, ich kann das nicht, ich kann das nicht, weil du nur noch Angst vor der Angst hast. Du hast Angst davor, dass dieses Gefühl wieder kommen könnte. Und jede Situation, in der du keine Kontrolle hast, könnte diese Angst triggern. Und deswegen ist es eigentlich super wichtig, da relativ schnell ranzukommen und jetzt ganz blum formuliert, bitte nagelt mich darauf niemals fest, aber im Prinzip dahin zu kommen, in erster Linie, zu merken, dass die Angst im Körper okay ist. Und mit dem Gefühl, davor und dahinter wieder in Verbindung zu kommen. Und wenn du da relativ zügig hinkommst, kannst du halt viel mehr Leid verhindern. So ganz vorsichtig gesagt. Aber ja, es gibt sehr viele Menschen wie du auch. Und das ist ja jetzt, wie lange ist das ja? Das ist nicht so lange her.

SPEAKER_03

Das ist nicht so lange her, das ist, glaube ich, 2023.

SPEAKER_08

Jetzt überleg mal, das ist sechs, drei Jahre her. Und du hast trotzdem weitergemacht. Nicht nur weitergemacht, sondern auch immer noch Angst gehabt, darüber zu sprechen. Immer noch Angst gehabt, dich zu zeigen, dir da Hilfe zu holen, alleine schon aufzuschreiben, wie es dir geht, hat dir Angst gemacht. Weißt du? Wie krass wir in der Gesellschaft und mit unseren Entwicklungsthemen teilweise traumatisiert sind. Ist verrückt. Und dass das immer noch so ist, so omnipräsent, obwohl das ständig passiert. Wenn du dich mal öffnest, das merkst du ja selber und mal über die Themen redest und sprichst, merkst du, wie viele Leute zu dir kommen und sagen, ich auch. Ja, die trauen sich gar nicht.

unknown

Ich auch.

SPEAKER_08

Verrückt, oder? Ich war mal auf einer Insel in Griechenland, die wurde ganz eng. Ach echt, du auch? Naja. Ich dachte immer, du wärst so groß und so stark und Enes steht doch auf der Bühne. Enes ist doch der internationale. Ja, aber mir ging scheiße. Ich habe auch Angst.

SPEAKER_07

Ich habe auch Angst.

SPEAKER_08

Wenn wir alle einfach mal so ein bisschen mehr sagen würden, weißt du was mir geht. Scheiße. Ich kann nicht. Ich hab Angst. Und jeder sagen könnte, was ich immer mache, dann wäre das schon ein bisschen ein besserer Ort.

SPEAKER_07

Aber jeder so, dem geht's gut, oder mir auch, mir geht es mir super und ich krieg alles hin. Danke für das Gespräch.

SPEAKER_08

Perfekt. Oh Mann. Was würdest du sagen, war der dunkelste Moment? So im Nachhinein. Und wie kamst du da wieder raus, wenn du einen betiteln kannst?

SPEAKER_03

Darf ich diese Geschichte kurz?

SPEAKER_08

Unbedingt. Also ja, wahrscheinlich bin ich genau das. Sorry.

SPEAKER_03

Kann was sein, genau. Nee, es gibt da noch einen dunklen Moment, aber das kommt als Überleitung. Okay, hau ran. Ich habe da vier Tage dann fertig gemacht und dann wusste ich so, okay, jetzt muss ich nach Polen fliegen, bei den Polen, da muss ich eine neue Farbe präsentieren. Ich habe für eine Marke gearbeitet, die hat Farben und Haarprodukte hergestellt und die hat eine neue Farbe gehabt und ich musste nach Polen in vier verschiedene Standorte war das. Du kamst doch von Polen auch, oder? Nein, ich war Italien. Und von Italien nach Polen. Okay, alles klar. Und hatte in Polen vier große Shows gemacht. Drei oder vier, ich weiß nicht. Auf jeden Fall war das eine Roadshow, sprich, eine neue Farbe präsentieren. In Hotels war das, in Tagungsräumen. Dann wurden ungefähr 500, 600 Friseure eingeladen, kannst du dir vorstellen, mit Häppchen, Drinks, Skalaabend, was da für ein Aufwand war. Und ich war der einzige Hauptakteur, sprich es war nicht, dass ich mit einem Team dort war, sondern ich wusste, ungefähr zwei bis drei Stunden die Farbe präsentieren, erklären, am Modell des Auftrag, motivieren, Show machen. Und dann war ich so, ich kann hier gar nicht weg. Und wenn ich weggehen würde, dann wären die am Arsch, ich wäre am Arsch, jeder wäre am Arsch, weil ich muss in zwei, drei Tagen schon anfangen dort. Ich kann ja nicht sagen, Bro, ich hab eine Panikattacke oder ich weiß, ich habe Angst, ich weiß nicht, was mit mir was passiert. Ich komme nicht, das wäre ein Desaster.

SPEAKER_08

Ja, wäre ein Desaster.

SPEAKER_03

Das hätten die vielleicht irgendwie geregelt, dass sie jemand anders hingeschickt hätten, keine Ahnung, whatever. Nein, nein, nein.

SPEAKER_08

Alles wäre ein Desaster.

SPEAKER_03

Das war ein Desaster. Das war ein Desaster, ja.

SPEAKER_07

Die Welt hätte nicht weitergedreten. Also, erzähl.

SPEAKER_03

Das wäre alles zusammengebrochen. Und ich war so, du musst, du musst da hin. Du kannst es nicht absagen. Die vertrauen dir. Die Menschen vertrauen dir, du musst da hin. Also ich in den Fliegen eingestanden nach Polen, aber ich habe mir nur gedacht, heilige Scheiße, was mache ich hier? Und dann war ich auf einmal in Polen und ich wollte nur nach Hause. Ich habe das in Italien schon schwierig gemacht. Da war aber gut, wie gesagt, da habe ich keinen Leistungsdruck gehabt, da habe ich ja nur ein Modell, mal zwei Modelle gehabt. Farbe, Schnitt, Styling und halt Shooting dann dann. Aber da war ich halt nur so immer, mal eine halbe Stunde beschäftige ich mich nicht. Und da auf einmal, ich gehe da hin, oh hallo Herr Dogan, so welcome. And hier, wir zeigen Ihnen die Bühne und hier zwei Kameradleimer, dein Foto überall. Hier, du musst noch ungefähr 500 Zertifikate erstmal unterschreiben for the ganzen Menschen, die kommen, also dass ich da zwei Stunden unterschreibe, je nur Zertifikate. Okay. Die Leute come and gucken mich an anders, oh, this is the NS Dogan and so. I think it's not the bekannest Friseur or so. But actually, when you for a marquee arbeitest as artist, then this marker his eye artist by the Friseurs pushing and say, We have jemanden aus Deutschland gemacht. Yeah, yeah, yeah. Sprich, I was in this milieu with the Friseurs who with the Marke arbeiten were. Machine was a good thing. And then one in my showkarriere. Ich habe einen Schalter gefunden. Die sind so imaginären Schalter. Den habe ich damals gefunden, weil ich in so einer Stresssituation war, wo ich sehr viel, also wo es um sehr viel ging, wo ich eine Show abliefern musste. Aber ich war immer für mich der Introvertierte. Ich war nie der Showbusiness-Typ. Und ich habe von mir immer gedacht, ich bin der Ruhige. Und dann wusste ich, okay, aber bei dieser Show musst du durch abdrehen, weil du bist alleine, du hast, weil wenn du mit so anderen auf der Bühne bist, ist es immer so, der Fokus ist nicht auf dich. Dann habe ich immer generell einen Schalter gefunden und war so, was ist das? Click. Und auf einmal extra. Ich habe die Energie nur noch rausgeballert. Und dann bin ich abgegangen. 30 Minuten bis 60 Minuten hat das gehalten. Und dann war die Batterie leer und ich war auch ein paar Tage there. Dann habe ich mich hingeschlagen und gesagt, okay, I'd like this with the shelter can not 60 minutes. They must four times high. And while I had this thing, I've this spiegeled and I motivated, you can't, you are the best, you are here, you have to do it, you have it for done, the people are for dichard, you say this. And this is this you have to do. Not really what it is. So, this I have been and the other nothing. No. It's a small grade of this I have it was verdient. And I have it for me while I the best, I can't and have me so hoch geschaukelt. Schalter umgelegt, bin auf die Bühne and eine show abgezogen. Hast du von mir gar nichts gemerkt? Amend war ich durch, am nächsten Tag in eine andere Stadt gefahren, weitergemacht, in der nächsten Stadt gefahren, weitergemacht. Und dann, als ich wieder zu Hause war, ich war ein Knockout. Ich war knockout und ich habe dann echt gedacht, ich brauche professionelle Hilfe. Ich muss jetzt mich beraten lassen. Das geht so nicht. Und hab dann diese Deutsche Beratungshilfe gefunden auf Google, was ich sehr schön finde. So, du kannst anrufen, du sagst, was mit dir ist und die tun dich halt an Therapeuten weiterleiten. Ja, dann sagt die zu mir so, ja, okay, Erstgespräch kann ich dir anbieten, können wir was finden für dich. Muss halt schon bei dich annehmen. Ja, wann ist das Erstgespräch in neun Monaten? Was für neun Monate? So, okay, ich bezahle jetzt privat, ich bin privat versichert. Ja, dann muss halt sechs Monate warten. Und dann sag ich, wieso? Ja, das war kurz nach Covid. Da war jeder durch. Da war die halbe Gesellschaft kaputt. Sorry.

SPEAKER_08

Die Menschen verstehen, glaube ich schon, wie du das gemeint hast. Yo, und dann meinst du, okay, dann doch keine Beratung. Du hast diese drei Tage durchgezogen in Polen und du hast deine Panikattacken oder deine Angstzustände überwunden, indem du deinen Schalter umgelegt hast. Und du hattest dann in den ganzen drei Shows nicht einmal Angst oder keine Angst mehr. Keine Angst mehr. Du hast das halt durchgezogen und warst dann halt, man könnte sagen, in einem anderen Anteil.

SPEAKER_04

Ja.

SPEAKER_08

Du hast dich also von dir abgeschnitten, um zu überleben.

SPEAKER_03

Ich habe meine Maske aufgesetzt, Schalter umgeklickt und da habe ich dann gelernt, ah ja, du hast zwei Gesichter.

SPEAKER_08

Ich vermute, du hast mehr als zwei Gesichter.

SPEAKER_03

Da hast recht.

SPEAKER_08

Da gibt es dieses wunderschöne Inner Family Systems Modell, dass du verschiedene Manager-Anteile hast und so. Und ich glaube, dass da viel dran ist. Ich glaube, du hast bloß einen Anteil entdeckt, der dich im Moment halt beschützen konnte, weil Eneskam rauf! Ja, genau! Party! Der kostet halt natürlich brutal viel.

SPEAKER_03

Ich meine, du als Rockstar bist ja ständig da drin gewesen, oder damals, dass du halt immer wieder abliefern musstest.

SPEAKER_08

Wir beide haben die gleichen Themen. Also jeder Mensch ist wie eine Bibliothek. Du hast deine Geschichte, deine Themen und es gibt natürlich Stereotypen, die entstehen, zum Beispiel südländische Gene oder das oder das oder das oder halt Schwäbisch oder Bayerisch oder whatever. Du hast immer so ein bisschen so Stereotypen, die so ein bisschen reinschwimmen, aber das ist auch für mich so ein, es gibt ja zum Beispiel so bindungsängstlich, vermeidend oder desorganisierte Erziehungsstile und und und es gibt so viele, ich glaube, jeder hat so ein bisschen was von allem. Ich glaube, natürlich kann der Kern sein, dass du zum Beispiel jemand bist, der, ich sag mal, in einer Beziehung ängstlich vermeidend ist. Das kann sein, aber ich glaube auch, dass du andere Anteile in dir drin hast. Auch wenn zum Beispiel Leute erzählen, ach, meine Grundbedürfnisse wurden alle verletzt in meiner Erziehung. Das heißt Autonomie in Kontakt sein oder Verbindung von meinen Eltern. Ich glaube nicht, dass du sagst, ja, bei mir, meine Eltern waren desorganisiert, die konnten mit mir nicht in Kontakt gehen oder verbunden sein. Jeder hat meistens so mehrere kleine Themen. Das ist so auf einer Seite Autonomie, auf der anderen Seite in Kontakt sein, in Verbindung gehen, Liebe. Jeder hat so eine Mischung und die ist einzigartig. Ich glaube nicht, dass du ein Etikett hast, weißt du, ich schneide dich auf und da steht drauf Enes. Ja, ja, ängstlich vermeidend. Und er hat Autonomieprobleme gehabt und seine Bindungstraumas sind das, das, das und das. Und wenn ich die aufgelöst habe, ist alles gut. Nee, ich glaube, wir sind komplex. Ich glaube, wir beide haben sehr viele gleiche Fundamente, auf denen wir aufbauen. Wir sind sehr gerne rausgegangen, haben uns die Bestätigung von außen geholt, um diesen Irrtum, ich wäre nicht gut, wie ich bin, zu befriedigen. In welcher Form auch immer. Durch Anerkennung, durch Leisten, durch um welche Marken du dir dabei auch immer gegeben hast, ich bin eigentlich extrovertiert oder nee, ich bin eigentlich introvertiert und dann bin ich wieder das und dann kann ich aber umschalten und dann bin ich vielleicht otrovertiert oder whatever. Das gibt es mittlerweile schöne Begrifflichkeiten für alles. Ja, natürlich klar. You teach what you need most. Das ist ja jeder, der durch den Wahnsinn durchgegangen ist, habe ich ja vorher auch zu erzählt. Es gibt jetzt diese verschiedenen Stufen der Traumaheilung und in einer Stufe kommt jeder an den Punkt, wo dann absoluter Profi ist auf dem Gebiet und dann loszieht und sagt, ich habe die Antworten.

SPEAKER_07

Und da wird das gesetzliche Buch geschrieben. Ja, genau.

SPEAKER_08

Richtig, das ist das Buch. Wenn du sagen würdest, okay. Ich schaue mich damals an, wer war ich in der Phase damals? Ja. Wer bin ich heute?

SPEAKER_04

Ja.

SPEAKER_08

Was würdest du sagen, was ist passiert?

SPEAKER_03

Ich denke damals, was da passiert ist, ist tatsächlich, dass ich mir diesen einen Samen gesetzt hatte.

SPEAKER_08

Mit dem Yoga und dem ganzen Thema.

SPEAKER_03

Und dann gesehen habe, ach, da ist ja noch viel mehr als nur rausgehen zu arbeiten. Das hat angefangen zu wachsen. Und deswegen ist ja auch das passiert mit diesem Ganzen. Ich habe mich unwohl gefühlt. Ich habe mich unwohl gefühlt in dem, was ich mache. Ich habe gemerkt, dass ich mir eine Maske oft aufgesetzt habe, immer den Erfolgreichen gespielt habe. Und dann irgendwann mal, dieser Samen ist ja gekeimt. Das wurde dann so ein kleines Pflanzchen. Und dann ist es immer größer geworden in mir drin, bis es irgendwann mal so groß gewachsen ist, dass es halt hier gedrückt hat im Brustkorb und gesagt hat, so das muss das hier aufbrechen. So, ich hab keinen Platz mehr. Ja, okay. Und dann kommst du halt in einen Zustand, wo du sagst, ich muss meine Komfortzone verlassen, weil ich jetzt sehe, dass ich die ganze Zeit nicht ich war. Und da gibt es ja, wie du schon gesagt hast, der Tod des Egos. Du hast ja, du hast einen Namen, du hast ein Alter, du hast eine Herkunft, du bist dieser Beruf, du bist, wie du gesagt hast, jemand, der extrovertiert. Du bekommst viele Begrifflichkeiten. Und dann aber irgendwann checkst du, das bin ja nicht ich. Hast du mir alles nur auferlegt? Und deswegen sind bei mir diese ganzen Sachen auch passiert. Also Panikattacke hat angefangen und dann diese depressive Verstimmung, weil ich jeden Tag nur noch diese Frage hatte: verdammte Scheiße, wer bist du? Und das hört sich immer so, das hört man ja, die Suche nach sich selbst. Als ich das damals immer wieder gesehen habe, dachte ich immer, diejenigen, die nach sich selbst suchen, sind einfach spirituelle Leute, die einen Klatsche haben. Geh doch einfach hier schönen Abends feiern oder hol ein schönes Auto, whatever. Und aber als ich selber dann so in diesem Prozess war, dachte ich mir, fuck, da habe ich jetzt diese Menschen, ich habe die nicht verurteilt. Aber weil ich damals noch jung war, dass ich nicht gecheckt habe, dachte ich so, das ist ja voll der Tod. Du gehst ja durch den Tod, du gehst ja durch die Hölle. Und im Sufismus sagt man zum Beispiel auch, du musst zuerst brennen, um dann wieder aufzustehen. Und die haben diesen Phönix, die nennen die auch zum Beispiel Simor. That this, to God, very much. The other vogel has angst, the other vogel is proud, the other vogel is so vulnerable, the other vogel is so vulnerable, voter poet. And this nimmt and said, We get the wahr-suche, nach der Quintessenz unseres Daseins. And get to jedem einzelnen Vogel, will die mitnehmen, and they have all an Ausrede, which they need mitkommen. The Sparsamer sagt, wenn ich doch gehe, was ist denn mit meinem Geld? Das kaut mir doch dann jemand. Und er gibt ihnen dann halt so voll die Backpfeife so, als nicht so, aber da gibt dann halt so eine Antwort, wo der Geizige sagen kann, ja okay, dann komme ich halt mit. Dann geht er zu dem Poeten, zu dem Musiker, der sagt auch so: Ah, du weißt doch, ich bin voll der Sensible und so, Schönheit, das ist nichts für mich. Dieser Weg dorthin ist voll schwierig und windig und Regen, kann ich nicht. Spirituelle Backpfeife, boom, der nächste. Der nimmt alle mit und dann fliegen die los und unterwegs erleben die halt sehr viele Sachen, so ein Sturm, ein Regen, Angst, Hunger. Und irgendwann kommen sie total zerflettert und total erschöpft und so vollkommen niedergeschlagen and fallen dann. Irgendwann können sie nicht mehr, die lassen sich nur noch fallen, weil sie sagen, alle we können nicht mehr. And fallen this Feuer. Alle Vögel. And they verbrennen. And aus the Ashley Phoenix. Ho empore. And this is that you go with all the angst, identifications, these are. And then deswing the Phoenix immer sehr middle for Auferstehung, der Neuanfang.

SPEAKER_08

Yeah. Schönes Bild. Hat ich tatsächlich noch nie gehört.

SPEAKER_03

Und das ist so, wo ich dann gedacht habe, weil ich kam dann dem Sophismus dann zufällig näher, als ich so wirklich sehr gefallen war. Also damals habe ich mit meiner Partnerin nicht getrennt und das wissen meine Familie nicht. Wir haben nicht zusammengelebt. Alles halal. Scheiße, aber wenn ich jetzt sowas sage, dann werden die mich verurteilt. Ist egal, der Vogel fällt auch noch ins Feuer. Macht mir nichts drauf. Alles gut. Und das war, da sind dann viele Sachen passiert. Das war nochmal so Tropfen, die hat mich dann verlassen und dann war ich so kaputt. Also ich habe das alles erlebt: Panikattacke, Depression, ich war so, uh, ich weiß nicht, was mit mir ist. Und dann kam sie und hat Boom, boom, boom, boom, sehr viele Sachen gemacht. Und dann war ich echt nur noch so, wie so ein lebloser Körper. Das hört sich zwar ein bisschen krass an, wenn ich das so sage, aber dann bist du an einem Punkt, wo du dir überlegst, ach, wenn ich heute sterben würde, wäre es sowieso egal. Hört sich paradox an für die Menschen, die das noch nie hatten. Aber es ist wirklich voll normal. Du denkst dir so, wenn ich jetzt mit dem Auto fahre gegen die Leitplanke und ich sterbe. Also sorry, wenn ich das sage, aber ich kenne Menschen, die Suizid begehen. Ich weiß nicht, ob man das hier jetzt Ding machen darf, was sie rausschauen.

SPEAKER_08

Nee, nee, nee, alles gut.

SPEAKER_03

Aber Menschen, die Suizid begehen, ich kann die Gefühlslage verstehen, weil sie in dem Moment gar nicht emotional denken. Also ich will da jetzt keinen Fachschoktion sagen, aber ich war auch so, dass ich gesagt habe, wenn ich sterben würde, wäre es mir voll egal. Und dann war ich so, boah, also wenn du schon an dem Punkt angekommen bist, dass du das sagen kannst, Junge, dann hast du wirklich gerade ein ernsthaftes Problem. Ernst, ernsthaft.

SPEAKER_08

Du bist halt lebensmüde einfach. Wortwörtlich. Also nicht lebensmüde im Sinne von nicht, ja, aber das, was in dem Wort eigentlich drinsteckt, müde vom Leben. Es wäre mir egal, wenn es vorbei wäre.

SPEAKER_04

Ja, ja, genau.

SPEAKER_08

Ja, ich bin, ich bin, es reicht mir. Ich bin bedient. Es ist noch kein intentionaler Gedanke dabei, der sagt, ich gehe jetzt los und springe von der Brücke, aber es ist zumindest eine absolute Müdigkeit. Und man kriegt dann in dem Moment ja teilweise auch Angst vor seinen eigenen Gedanken, weil man denkt, wie kann ich sowas denken? Das heißt, du hast ja dann auch noch eigene Angst vor deinem eigenen Denken, was ja auch ein Paradoxon ist in dem Moment. Aber da sage ich auch gleich noch was dazu, aber ja, erzähl weiter.

SPEAKER_03

Du, dann lag ich einfach da und dann weiß ich noch, dann bin ich so von meinem Bett aufgestanden und dachte mir so, es hilft nichts mehr. Mir hilft kein Yoga mehr gerade, mir hilft keine Meditation, mir hilft keine Achtsamkeit, mir hilft kein Journaling mehr. Alles, was mir geholfen hat, wurde mir weggerissen, weil ich fühle mich einfach nur noch leblos. Ich habe diese Angstzustände, von dem keine Bescheid weiß. Ich finde keinen Therapeuten, ich kann das keinem erzählen. Meine Partnerin wusste das damals, sie wusste alles von mir. Sie hat mir den Boden von den Füßen weggezogen.

SPEAKER_08

Obwohl sie das alles wusste.

SPEAKER_03

Ja. Und ich bin aber heute dankbar für sie. Also wirklich, ich bin wirklich sehr, sehr dankbar für diese Frau. Würde immer wieder so machen, weil ich zu mir selbst gefunden habe. Und das Ganze hätte ich nie, wäre ich immer noch in dem Loop gefangen. Und dann habe ich mir gedacht, an was halte ich mich eigentlich? Ich habe doch gar keinen Boden unter den Füßen. Und das war für mich so der Moment, wo ich echt auf die Knie gegangen bin und gesagt habe: lieber Gott, ich weiß, dass ich in den letzten Jahren an dir gezweifelt habe, manchmal nicht an dich geglaubt habe, manchmal ein bisschen weniger, aber zu dem Vertrauen zu dir irgendwie verloren habe, weil ich halt nur noch mit mir selbst beschäftigt war, egoistisch unterwegs war und nur noch mich gepusht habe. Aber wenn du wirklich bei mir bist, so wenn es sich wirklich, also wenn du wirklich in mir bist und bei mir bist und mich nicht verlassen hast, dann brauche ich dich jetzt. Und bitte helf mir, weil ich kann nicht mehr. Ich kann echt nicht mehr und du bist jetzt der einzige. And when du mich liebst, dann mach ich ein Wunder, weil ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. And in this moment fand ich richtig krass, weil in dem Moment was so wie so ein Segen that from the Himmel auf mich herabgekommen is. And dachte ich mir so anders leicht angefühlt. And also the stimul, I have dich not vertical. I was by tear and by dirty. Should I bist, dass du zurück bist. But not in my own gehabet habt, sort of in mein' mean innere. And then dachte ich mir so, wow. And auf einmal war alles weg for this. Wow. Ich bin so dankbar, dass ich gerade durch die Hölle gegangen bin. Ich bin wirklich verbrannt wie in dieser Geschichte mit den Vögeln. Es gab nichts mehr, an das ich mich halten konnte. Nichts mehr. Ich konnte mich an keinen Ego-Anteil mehr halten. Ich konnte mich nicht mehr, wie sagt man das so, beschäftigen. Oder ich konnte mich nicht mehr ablenken. So, no. Verbrenne. Ich bin verbrannt. Und bin dann aufbewachtend war so.

unknown

Ja.

SPEAKER_08

Und seit dem Tag willst du immer wieder zurück zu diesem Moment, oder?

SPEAKER_03

Das ist das nächste Problem. Und immer Probleme. Oder bist du so. Wieso erlebe ich das nicht mehr? Aber lass uns nicht da reingehen, weil ansonsten wird die Leute verwirren.

SPEAKER_07

Nein, gar nicht. Das spirituelle Ego. Und das mieseste Ego, das ist nämlich dann so, da war ich.

SPEAKER_08

Da will ich auch wieder hin. Genau. Klar, logisch. Aber schön, die höhere Macht. Im Human Flow gibt es eine Technik, die genau damit arbeitet. Sorry, wenn ich jetzt zu der Technik rausnehme und die wissenschaftlichen Hintergründe, oder wahrscheinlich gibt es gar keine klassischen wissenschaftlichen Hintergründe. Aber einfach die höhere Macht abzugeben. Zu sagen, hey, ich kann das jetzt nicht mehr selber tragen. Ich möchte das nicht. Und egal, wer dein Gott ist oder welchen Zugang du findest zu deiner spirituellen Energie, zur Religion und was auch immer du für ein Konstrukt hast, aber einfach zu sagen, ich kann das jetzt nicht mehr tragen. Und wenn du sagst, das Universum, bitte hilf mir. Oder einfach abzugeben. Zu sagen, hey, ich hab das jetzt bis jetzt versucht. Und es hat nicht geklappt. Ich kann es nicht mehr. Ich kann den ganzen Schmerz und diese Masken und diese Protokolle und whatever, ich kann es einfach nicht mehr tragen. Einfach abgeben. Das hast du in dem Moment geschafft. Das ist eine wunderschöne Geschichte davon, wie das, wie, wie, wie, und, und auch, wie es dir dabei ergangen ist. Auch das Gefühl, dass ich konnte das ein bisschen mitfühlen gerade. Das ist schön, das ist wirklich schön. Ja, ich glaube, das ist auch ein Teil, auch ein Teil des Ganzen. Zu sagen, man, im Religiösen würde man jetzt sagen, man gibt sich in die Hände Gottes. Aber das ist ein Thema für die nächste Folge mit Enus und Basti. Wir sehen es. Jeden Sonntagung.

SPEAKER_03

Dadurch, dass ich halt natürlich mit dem Islam groß geworden bin, ist das für mich halt der Ankerpunkt, weil ich halt damit identitär bin und mich damit gut am besten halt verständlich fühle. Und deswegen sage ich, okay, ich klammere mich auf jeden Fall so da fest. Aber für mich ist es tatsächlich in dem Moment der Garten, dass Gott nennst, Jehova, Allah oder whatever. Oder auch Universum.

SPEAKER_08

Ja, ja, ja, deswegen, ich sag ja, das. Zur höhere Macht und ich verurteile da auch nicht. Ich habe dadurch sogar ein krasses Ding gehört, ich krieg's gar nicht mehr richtig zusammen. Ich erzähle jetzt bestimmt irgendeinen Schwachsinn, aber ich erzähle es und ich lasse es drin, ist mir jetzt egal. Alle dürfen zuhören. Als die Sprache, die Jesus gesprochen hat, dass diese Sprache, also Aramäisch, Papapäs und so und dass die Wörter da so eng verwandt waren mit diesen Arabischen natürlich dann im Nachhinein, dass dort auch Gott nicht Gott hieß, sondern Ella. Also nur eine Abwandlung von Allah. Dass die Leute, dass Gott immer das Gleiche heißt und dass das, dass sogar Jesus für Gott Ella oder halt Allah verwendet hat, war total crazy. Weil nur wenn Leute so sagen, so ich glaube nicht an deinem Gott, ist es immer das Gleiche, von die redet. Das ist nur eine Sprachüberlieferung, aber weißt du so, alle Sprachen sind faszinierend, was Sprachen.

SPEAKER_03

Das ist echt interessant. Ja, das ist sehr interessant.

SPEAKER_08

Ich mache in die, in die, vielleicht mache ich eine in die Beschreibung unten unter dem Video einen Link dazu, wo es die Informationen dazu gibt. Okay. Damit wir nicht ganz viel falsches Fachwissen raushauen. Aber das ist spannend. Du hattest damals, ich liebe diesen Spruch. Leid führt in die Tiefe. Du hattest damals deinen, man könnte sagen, Breakdown. Deine Frau, Freundin hat mit den ganzen äußeren Umständen dich zerbrochen. Und du bist am Boden gewesen. Du warst Lebensmüdel, du hattest keine Lust mehr. Und dann warst du so tief, dass dann wieder Platz entstanden ist für was anderes. Weil das andere nicht funktioniert hat.

SPEAKER_03

Ein Jahr lang habe ich immer gesagt, sie ist an allem schuld. Sie ist gegangen und dies und das und habe so sich voll verurteilt. Dann habe ich irgendwann gemerkt, ich habe immer an sie gedacht, jeden Tag beim Duschen, beim Essen, es hat mich sehr beschäftigt. Im zweiten Jahr war das für mich so, dass ich gesagt habe, irgendwann mal, du bist schuld. Und dann irgendwann mal habe ich dann gemerkt, ihr beide seid schuld. Und irgendwann mal habe ich dann gesagt, warte mal, gar keiner ist schuld. Schön. Gar keiner ist schuld, dass es nicht geklappt hat. Das ist einfach der Weg, den ihr beide gebraucht habt. Und ich habe dann einfach wieder gesagt, okay, ich give you keine Schuld mehr und hab dann auch irgendwann mal einen Brief gemacht. Wir hatten halt nie ein wirkliches Abschlussgespräch und es ist mir halt lange Zeit noch nachgehangen. Und dann hatte ich irgendwann mal wieder gedacht, so vielleicht kommt sie irgendwann mal, oder vielleicht gibt es den Moment, wo ich sie sagen kann, oder irgendwie. And habe ich immer gedacht, nee, ich muss das loslassen. Dieser Moment wird nie kommen. Es ist ein Wunschgedanke zu denken, dass sie irgendwann mal kommen könnte und dir zuhören wird, weil das wird sie nicht machen. Weil sie hat ihre eigene Wahrheit, du dein eigenen. Und auch wenn du jetzt vergeben hast und auch wenn du jetzt der Meinung bist, keiner ist schuld, du weißt nicht, in was für eine Lebensumstände sie ist. Sprich, auch wenn ich jetzt gerade sehr dankbar bin, ist es falsch zu denken, dass sie zurückkommen könnte und auf demselben Level ist, weil, keine Ahnung, vielleicht ist sie ja immer noch auf ihrem eigenen Weg and versteht das gar nicht. Sprich, muss ich das überhaupt mit ihr teilen, mit ihr reden. Und was, wenn ich das mit ihr teile, diese Erfahrungen, was wenn du das voll anders aufnimmt und das ganze schöne, was du hattest, geht dann daran kaputt, weil es dich halt emotional so treffen könnte, weil man sich denkt, ah, ein schönes leeren Gespräch, man umarmt sich, wünscht sich alles gut anders. And tatsächlich is interessant, dass ich gerade hier sitze, weil ich dann irgendwie immer diesen nicht mal Gedanken, but there was this thing in my coffee, that I read about me, what passies, and this is intuitively antworte, that I thank you for you. That's not anfancy. I have a moment geh, wound gedacht, so whoa, I sitze here and meine Vergangenheit and rede gerade zum ersten Mal richtig offen über alles, sehr detailliert. And vielleicht wird sie das sehen, vielleicht auch nicht. Und das hat mich gerade nur so zurückgeworfen, weil ich mir dachte, ah, da war noch dieser eine Ding, vielleicht könnte sie irgendwann mal auf dieses Video stolpern und das sehen.

SPEAKER_08

Ja. Was, weil du sagst, dass sie was kaputt machen könnte, was du da erlebt hast.

SPEAKER_03

Jetzt bin ich durch diesen ganzen Prozess gegangen und bin ja auf dem Bereich, wo ich sage, ich verurteile keinen Teil. Und diesen Grundsatz habe ich jetzt einfach nicht eingeprägt, keiner wird verurteilt, jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Wie du jetzt zum Beispiel auch vorhin zu mir gesagt hast, jeder had sein eigenes Päckchen. And manchmal passt es, manchmal passt nicht. Und ich habe diese Angst, dass ich sag, okay, jetzt bin ich so, dass ich keinen verurteile. And was, wenn ich sie jetzt sehen würde, damit sie reden würde? This is in my middle, tralala. Und die dann sich denkt, so juckt mich nicht, du wirst an allem schuld und so, du bist es, mach hier einen nicht auf heilig und dies und das. Inwieweit, also es ist wieder so eine Angst. Inwieweit würde das zum Beispiel dazu führen, dass es mich angreifen könnte. Bin ich dann wirklich bereit zu sagen, so das trifft mich gar nicht, weil es mir egal, was du von mir denkst. Oder bin ich dann so, dass ich sage, wow, ich hätte jetzt eher erwartet, dass du auch so irgendwie auf diesem Stadium bist und wir jetzt Friede Freude Eierkuche haben. Du merkst schon, was er sagen will, aber das hat mir gerade nur so ein Flashback gegeben. Ja, ich verstehe das. Du hast ja immer noch eine Angst. Auf jeden Fall.

SPEAKER_08

Und die darf ja da sein. Ja, genau. So, und das ist doch völlig in Ordnung. Da ist nichts Schlimmes dran. Das ist halt auch wieder das klassische Thema von Focher, das ist halt die Emotion. Und du fürchtest dich vor der Emotion dahinter. Dass das so passieren könnte, dass dann vielleicht was genau passieren könnte, wenn das dann so wäre, wenn sie kommt und sagt, ja, hier kommt ein spiritueller Dude hier mit Kätchen und was weiß ich, hast jetzt hier die Erleuchtung gefunden, ja? Ja, genau. Inschallah. Was wäre dann das Thema dahinter, wenn das dann wäre? Was würde das bei dir machen? Wäre das im Jetzt und hier für dich gerade eine Bedrohung?

SPEAKER_03

Jetzt gerade nicht. Also aktuell so, wie ich mich jetzt fühle, sagen wir mal seit ungefähr einem halben Jahr. Nein.

SPEAKER_08

Und wenn du es dir jetzt gerade vorstellst, dass es passieren würde, was?

SPEAKER_03

Wenn ich mir das gerade so vorstelle.

SPEAKER_07

Dass es jetzt gerade passieren würde. Ich würde lachen.

SPEAKER_03

Ja, okay. Aber nicht auslachen, sondern ausschlachten. Nee, nee, nee.

SPEAKER_08

Wäre okay. Aber das wäre okay.

SPEAKER_03

Das wäre okay. Auch wenn so ein kleiner Teil hier kurz so.

SPEAKER_08

Wir könnten uns anschauen, was der Teil sagen will. Du könntest ja mal, everywhere whereas tension, you need attention. Du könntest ja mal schauen, was der Anteil dir sagen möchte. Könnten wir mal irgendwann machen, aber prinzipiell ist es ja der Job unseres Verstandes, aus der Erfahrung der Vergangenheit in die Zukunft irgendwelche Sachen zu projizieren. 95% der Ängste, die wir uns machen und Sorgen, die wir haben, sind Themen, die nie eintreffen. Aber unser Verstand ist aus evolutionärer Sicht dazu geschaffen, Probleme zu lösen und dich zu beschützen. Deswegen macht er das. Das ist sein Job. Und dann macht er richtig gut. Das Thema ist, dass wir uns damit identifizieren, dass wir sagen, das bin ich. Und das weißt du ja mittlerweile, dass du das nicht bist. Und von dem her wäre das Thema mit, wenn dir, egal welcher Mensch in deinem Leben begegnet, auch bei mir, auch ich habe solche Menschen, kann alles und nichts passieren. Aber du lernst etwas resilienter zu sein, mit den Themen umzugehen. Die Themen, die dich vor zehn Jahren zerstört hatten, zerstören dich heute nicht mehr. Und die Themen, die dich heute vielleicht belasten, belasten dich wahrscheinlich in zehn Jahren nicht mehr. Wir lernen damit umzugehen. Wir lernen, wenn es gut läuft, die Dinge zu integrieren. Die Verletzungen. Da gibt es einen richtig schönen Spruch, weil alles, was dich verletzt, ist ja immer noch eine Wunde, die du in dir drin trägst. Hat er mit ihr nichts zu tun, gar nichts. Sie hätte auch ihre Themen oder er oder whatever. Aber es gibt was in dir, was halt da verletzt wird. Und diese Schmerzen, Peter Crohn sagt das, ich gucke, dass ich es einigermaßen hinkriege, der sagt, diese Schmerzen oder diese Triggerpunkte sind die Fackeln auf dem Weg zu unserem authentischen Selbst. Das ist wunderschön. Jedes Mal, wenn das passieren könnte, könntest du hinstehen und sagen, das hat weh getan. Okay. Aber es ist okay, ich spüle den Schmerz jetzt. Das tut weh. Aber das hat nichts mit dir zu tun. Das ist jetzt was bei mir. Und was will mir das zeigen? Und das ist immer eine Möglichkeit. Und das andere trotzdem auch wütend zu sein und die Energie zu haben, sich abzugrenzen, gehört genauso dazu. Also wenn jetzt jemand auf der Straße kommt und eine Bankpfeife gibt, dann gehört auch dazu, dass sein System nicht sagt, oh, ich halte die zweite Banke hin. So, da glaube ich zum Beispiel nicht dran. Ich glaube schon, dass auch so ein Schutz dazu gehört. Aber nicht dein Herz schützen und zumachen, sondern zu sagen, hey, pass auf, bis dahin und ab jetzt ist es auch nicht mein Thema und ich möchte damit auch nichts zu tun haben. Gibt es ja so Menschen auch auf der Welt, müssen wir auch lernen, damit umzugehen. Aber es ist seltenst. Und 95% davon sind nämlich nicht so. Weißt du? Und ich finde jetzt nicht, dass du irgendwas gesagt hast über sie oder über die Situation, was ich jetzt irgendwie unangemessen empfunden hätte oder so. Es ist ego anpluckt.

SPEAKER_07

Das geht schon rein.

SPEAKER_08

Es sind so viele Sachen anpluckt worden heute. Ich sag dir den Spruch nochmal, den ich dir vorher gesagt habe, weil ich ihn liebe. Ich glaube, ich habe ihn von Benedikt Zeitner, wunderbarer Mentor. Die meisten Menschen verschließen ihr Herz aus Schutz, dass sie nicht verletzt werden. Dabei könnte manchmal ein offenes Herz der beste Schutz sein. Ja, ich bin verletztlich. Ich bin Mensch. Manchmal scheiße ich mir in die Hose. Manchmal bin ich super traurig. Ich hocke, stehe manchs auf und meditiere und heule und merke, mir ist so viel Trauer noch. Manchmal habe ich einen geilen Tag. Manchmal habe ich einen Scheißtag. Das ist halt Mensch sein. Das gehört dazu. Weißt du, was ich meine? Ich bin nicht perfekt. Und das ist gut so. Wabi Zabi, sagen die Japaner. The Perfection and Imperfections. Perfekt. Würdest du sagen, du arbeitest heute anders mit Menschen wie früher durch die Erfahrungen? Ja. Oder? Weil du bist ja in einem Beruf, der mit Menschen arbeitet.

SPEAKER_02

Ja.

SPEAKER_03

Es war tatsächlich in dieser ganzen wilden Zeit, war es erst immer so, natürlich, ich habe den Salon dann vor acht Jahren aufgemacht, alles nebenher.

SPEAKER_09

Ja, ja, ja, ja.

SPEAKER_08

Das war ja so ein Nebenprojekt von dir ursprünglich, ne?

SPEAKER_03

Eigentlich war es ein Nebenprojekt, ja, stimmt. Und auch nur zwei, drei Tage die Woche und auch nicht so wirklich geschert und jetzt halt. Das war so, dass ich halt natürlich mit diesen ganzen Erfolgen, wenn Kunden zu mir gekommen sind und ich halt dann auch beliebt war. Ich war vier Wochen, sechs Wochen im Voraus ausgebucht. Das war dann schon so, dass ich gesagt habe, ich bin der geilste. Die Leute müssen warten, wenn sie hierher kommen. Das habe ich auch schon spüren dürfen. Das wird dir nicht immer an deiner Seite. Immer. Umso schöner finde ich, dass wir uns fast sechs Jahre nicht gesehen haben und anderes Thema. Das kommt dann am nächsten Sonntag. Genau. Also, was beliebt, du hast eine Stadt bekannt, auch aussah, die Leute sind von 100 Kilometern gekommen und ich habe damals auf Social Media gemacht, schon damals, und es hat, also das hat noch nicht viele so intensiv gemacht. Weil ich habe echt nichts mitbegleitet und das hat schon dazu geführt, dass das so ein Ding war. Und natürlich habe ich dann immer, wenn ich die Kunden behandelt habe, da ging es dann nur um Perfektion, wie cool ich bin, ich mach den geilsten Haarschnitt, einen geilen Bart und die Leute haben mich so bestätigt, boah, deine Übergänge so sauber und hier, du kannst voll schön Haare schneiden, man merkt den Unterschied. Und dann ging es halt so weiter natürlich und irgendwann mal, wo ich so in einer schwierigen Zeit hatte, da konnte ich gar nicht mehr mit den Kunden umgehen. Und das war halt voll problematisch, weil die Kunden, die kannten mich als der NS. Der war hier, der ist hier unterwegs, da unterwegs, macht dies, das, macht verschiedene Projekte, nehmen, das ist immer on Ding, on fire. Und die Leute kennen mich ja auch so. Und dann kommen die natürlich zum Haare schneiden. Alle sechs Wochen, vielleicht die Männer, oder auch vier Wochen, die da acht Wochen. Und dann wird es schwierig, weil der Mensch sagt, ich habe heute einen Termin beim NS heute Mittag, voller Kuda-Dude, wieder scheiße, labern, geilen Haarsch und ich gehe. Und dann kommen sie und ich bin da emotionales Wrack. Ich kann es aber im Salon ja nicht Ding machen, weil uns wurde geteascht, wenn der Kunde kommt, scheint die Sonne aus dem Arsch. Das hat so meine damalige Kollegin Julia immer gesagt, Grüße an Julia, sie wohnen jetzt in Brasilien. Das hat sie auch immer wieder so gesagt. Und das war so, ja, es ist so. Ich habe nie was davon gehalten, aber ich war so, hm, ich habe immer da gedacht: der Kunde ist bei mir nicht König, wir sind gleichgestellt. Und das habe ich dann auch von Anfang an auch immer so vertreten. Das war für die Zeit, vor acht Jahren, war das undenkbar. Wenn ich das damals auf den Seminaren gesagt habe, die haben gesagt, wie kannst du das sagen? Ich habe gesagt, nee, der Kunde ist nicht König, wir sind beides Menschen, jedes gleichgestellt. Dann kommt der Kunde aber und sieht nicht diesen Menschen, den er im Kopf hat.

SPEAKER_08

Ja, er scheint nicht die Sonne aus dem Arsch.

SPEAKER_03

Ja. Und er ist einfach nur set drauf und erzählt dir über seine Probleme. Andersrum. Andersrum. Aber mit völligem Bewusstsein, dass es gerade nicht gut ist. Ja. Weil es dein Kunde ist und der nicht deine privaten Probleme mitbekommen sollte, weil der ein anderes Bild von dir hat und der Kunde sitzt da und denkt sich so, wow. Und ich bin aber so in einem Tiefpunkt, ich muss ja arbeiten, das ist ja mein Geschäft. Ich bin aber dankbar dafür. Dann wäre ich angestellt, ich hätte safe count gemacht. Und dann wäre ich in ein Loch gefallen, ein anderes Thema. Und so bin ich dann hin und irgendwann habe ich auch gedacht, so, boah, ich muss, also es ging jetzt nicht lange, aber es ging schon ein paar Wochen. Aber ich habe gesagt, fuck, ich muss das ja irgendwie eindämmingen geht nicht. Was habe ich denn gemacht? Ich wurde halt ruhiger. Und die Kunden haben natürlich auch gemerkt, ich bin ja ein ruhiger Typ, aber ich hätte dann nicht mehr so viel geteilt. Ich habe Augenringe gehabt. Ich habe tatsächlich dafür, das ist ein bisschen scheiße, aber ich habe mich dann tatsächlich immer sehr beeilt. Ich habe schnelle Haarschnitte gemacht, schnell Farben aufgetragen. Ich wollte einfach nur ein paar Minuten Ruhe. Ich habe dann Haarschnitte, anstatt 45 Minuten habe ich 25, 30 Minuten oder manchmal noch 20 Minuten. Ich habe das Ding runtergerockt. Der Haarschnitt saß.

SPEAKER_08

War alles gut, aber es war halt nicht das Ende-Paket dann, was du dachtest, dass du liefern musst.

SPEAKER_03

Yeah. Und die Kunden waren natürlich auch so so, du hast doch immer 45 Minuten gemacht, wir haben geiler Gespräch gehabt, Kaffee und Sashalaka, and then gave me, and this hast du mich runtergerockt. So haben die zwar nicht gesagt, aber gedacht, und das habe ich auch gefühlt. Ich wollte aber nur 15, 20 Minuten rausschaffen und einfach nur mich an die Türkante lay und nach draußen schauen.

SPEAKER_08

Weißt du was Verrücktes when du gerade in diesen Phase bist, in dieser Angst and in this erschöpfung? Das Paradoxe in der Situation is oft, dass du dann nicht in der Lage bist, einfach hinzustellen und zu sagen, ich bin gerade müde. Ich bin erschöpft. Mir geht es heute nicht gut. Ich hoffe, du hast dafür verstanden. Und wenn nicht.

SPEAKER_01

Oh, schön, natürlich. Eigentlich ja. Das wäre der normale.

SPEAKER_08

Heute wüsstest du das wahrscheinlich. Ich weiß das heute, aber damals ist mir das genauso schwer gefallen. Wenn ich reingekommen bin, dachte ich mir, die wollen doch Basti. Die wollen doch jetzt das Paket haben. So kennen die mich. Und es ist auch so, wenn du dann zu den Leuten trittst in deinem Leben und einfach mal sagst, ich kann nicht. Dass dann von zehn halt drei, vier wegfallen. Die sagen, die können damit nicht umgehen, weil die das selber auch nicht können.

SPEAKER_03

Die haben selber, glaube ich, auch ein Problem.

SPEAKER_08

Ihre eigenen Themen, die du damit spiegelst und triggerst. Die Minus, Minus, Pull, Magnet stößt dich ab. Ist dann halt so.

SPEAKER_03

Oder zieht sich an, egal.

SPEAKER_08

Oder zieht es sich an, genau. Manche kommen dann zu dir und sagen, ich habe auch Panik, das steht auch scheiße. Und die anderen, die gehen, die sagen, ja, okay, dann passt du da nicht rein. In meine Frequenz jetzt gerade. Hat aber nichts mit mir zu tun. Sondern mir geht es einfach jetzt so scheiße. Aber es ist faszinierend. Ich habe das gleiche durchgemacht. Ich habe auch dieses Thema, wenn es mir dann scheiße ging, ich bin dann zu einem Businessmeeting gegangen oder hatte einen Geschäftstermin oder so und ich musste dorthin und ich habe davor schon gemeldet, Boom, Boom, Boom, Boom, mein Kopf war volle Spirale und dann einfach da rein zu gehen. Und ich mache das mittlerweile. Ich komme manchmal in ein Meeting rein, da sitzen vier wirklich hohe Tiere und ich sage, mir geht es halt scheiße. Ich bin wirklich müde, ich bin erschöpft und ihr kriegt das, was ich noch habe. Mehr wird es aber halt nicht. Ich glaube, das ist ein geiler Einstieg. Das ist der beste Einstieg. Dann kommen andere, oh, ich habe gestern auch scheiße geschlafen. Und ein anderer sagt so, ja, komm, ich hole noch einen Kaffee. Und auf einmal ist die Stimmung im ganzen Raum. Weißt du warum? Weil ich offen gesagt habe, was Sache ist. Wenn ich da mit so einer Anspannung reingehe, sind alle um mich rum so angespannt. Weil ich das ja, was ich ausstrahle. Verstehst du? Wenn ich aber offen hingehe, dann sind wir beim Thema offenes Herz und ganz so.

SPEAKER_09

Leute, ich kann nicht. Ich bin am Ende.

SPEAKER_08

Dann in der Regel, meine Erfahrung ist dann eher so, ja, ich bin da laupplatt. Und dann geht die ganze Stimmung, die ganze Frequenz von so im Raum geht einfach runter auf so, ja, wir sind alle, komm, wir ziehen das jetzt durch, wir machen das Beste draus und dann gehen wir wieder. Und dann nächstes Mal wird es besser.

SPEAKER_03

Ja, am Ende des Tages ist jeder ein Mensch, auch wenn er einen Anzug trägt oder was warte auch. Exakt. Also immer.

SPEAKER_08

Und das ist das, was wir alle verlernt haben. Alle rennen rum. Benny Hill. Das ist schlimm. Aber schön, dass du dass du noch die Kraft hattest, durchzuziehen. Viele Leute brechen da so zusammen, dass nichts mehr geht. Also krass, dass du noch diesen Drive hattest, nee, ich muss Geld verdienen, der Laden muss laufen. Es gibt wirklich Leute, die sind dann so lebensmüde, dass sie sagen, warum? Also krass, dass du das noch hingekriegt hast.

SPEAKER_03

Ich denke, da gab es eine wichtige Sache, die ich in meinem Leben auch grundsatz immer gelernt habe: Lass niemand jemanden hängen. Lass niemals jemanden hängen. Und ich habe ein sehr starkes Verantwortungsgefühl für die Menschen, die in meinem Kreis sind. Und das war tatsächlich damals für meine Mitarbeiter, nicht mal für mich. Ich hätte den Laden zumachen können und nach einem Jahr, zwei Jahre wieder ihn aufmachen können. Das ist ja ein kleiner Laden. Und die Kraft schickt ihn in meinen Händen. Ich verlerne ja nichts. Wenn ich anfange, Haare zu schneiden, schneide ich wieder Haare. Ja, verstanden. Und aber für mich war das so: meine Mitarbeiter, da hatte ich damals hatte ich zwei, die haben mir dann so den Rücken gestärkt. Schön. Da hatte ich auch drei, aber die waren so für mich da. Ich war dann mal zwei Monate weg, dann war ich mal vier Wochen weg. Und ich habe in diesen einem Jahr, glaube ich, wenn es hochkommt, vielleicht ein halbes Jahr gearbeitet oder sieben Monate. Und ich habe dann gedacht, wenn ich zusammenbreche, ich möchte nicht. Nicht, ich kann nicht, ich möchte nicht, weil ich habe eine Verantwortung, das sind meine Kinder. So. Ich möchte dafür da sein. Nicht ich muss, sondern mir geht es zwar nicht gut, aber ich möchte da sein, damit sie weiterhin schilliges Arbeiten haben. Wir haben dann eine kleine Familie aufgebaut. Wir haben alle gutes Geld verdient, in dem Sinne von, dass wir viel mehr als normale Friseure verdient haben. Einfach durch die ganze Kostenkalkulation. Und es war alles ein sehr harmonisches Miteinander. Es gab keine Hierarchien und es waren auch die Kunden alles sehr freundschaftliches Verhältnis, nicht so eine Standardfriseurung reingedringen. Und das hat mir aber geholfen, ja. Das hat mir geholfen, weiterhin auf die Arbeit zu gehen, mit sozialen Netzwerken zu bleiben und zu sagen, lass alles los. Aber wenigstens noch für das Verantwortung. Hast recht, wenn ich jetzt mittlerweile nachdenke. Crazy. Aber dankbar. Ja, schön. Ansonsten weiß ja, sonst liegst du nur noch da.

SPEAKER_08

Halt das fest, solange es geht. Und das ist wirklich eine schöne Sache. Ich habe auch, als es mich vor Jahren gebeutelt hat und ich damals dann nicht mehr konnte, ohne Sabrina, Props, Liebe, vom tiefsten Herzen gehen raus an Sabrina, had bei mir vieles nicht mehr funktioniert. In my ganz unternehmen und in meinem System. Weder Musikschule noch Industrieunternehmen noch meine privaten Anliegen mit Briefe, das lief alles zu dir. Die hat alles für mich, also wirklich. Solche Menschen, findest du, wenn du Glück hast, einmal im Leben.

SPEAKER_03

Sabrina, deine Frau oder.

SPEAKER_08

Nee, meine Frau, sowieso. Also Alina um Himmels Willen. Also ohne die wäre ich nicht mehr da. Sabrina ist deine. Sabrina ist meine Sekretärin. Achso, ich rede gerade von Mitarbeitern. Ich rede von Mitarbeitern, ja.

SPEAKER_03

Also deine privaten Sachen und so.

SPEAKER_08

Die hat auch, ja, die hat auch wirklich, die hat für mich den ganzen Bürokrieg erledigt. Alina musste sich aber mitgemacht. Sabrina. Sabrina und Alina. Also natürlich meine Frau steht die Phase weder emotional noch geschäftlich irgendwie stemmen können. Klops an Sabrina und Julia. Das meine ich im geschäftlichen Kontext. Julia und Sabrina, danke fürs Dasein. Ja, genau. Aber ich. Also meine Frau steht natürlich, ist meine Frau und die Mutter meiner Tochter. Tut mir leid, Alina. Wir lieben dich. Also ich liebe dich und alle meine Anteile lieben dich. Aber nicht alle. Wenn wir ehrlich sind. Alles gut. Anderes Thema, anderes Thema.

SPEAKER_03

Wir sind schon vier Folgen.

SPEAKER_09

Meine Frau bringt mich um. Oh Gott.

SPEAKER_03

Okay. Wie gehst du heute mit Stress um? Okay, warte mal, bevor wir das beantworten. Ja. So, dann habe ich ja diese Kunden runtergerattert und du hast ja recht, hätte man sich hingestellt und gesagt, mir geht's scheiße, ich hab den Bock abzuliefern, geil. Hat sich so gezogen, irgendwann hat sich normalisiert und das vor einem Jahr ungefähr habe ich mir dann wirklich gedacht, so, Junge, was machst du eigentlich? Da kommen diese ganzen Menschen zu dir, und ich weiß ganz genau, dass 80% von den Menschen zu mir kommen nicht, weil ich einen geilen Haarsch mache, weil sie eigentlich einfach mich als Mensch lieben. Für der, der ich bin und für das, was der Salon ausstrahlt. Es ruhig, viele Pflanzen, kein Hackmack, jeder bedient sich einfach vom Kühlschrank, wenn er was trinken möchte, geiler Kaffee und wir sind wirklich so. Wir reden einfach manchmal schöne Sachen, manchmal ein bisschen lustig, easy. Und ich habe mir gedacht, du musst doch diese Menschen herzlich empfangen. Das sind doch deine Gäste, die kommen doch zu dir ins Wohnzimmer. Weil ich sage ja auch die ganze Zeit, mein Salon ist mein Wohnzimmer, das ist meine Zahl des Zuhause. Deswegen habe ich sie auch so eingerichtet. Das sind viele persönliche Gegenstände. Es wurde sehr viel auch zum Beispiel mit natürlichen Materialien selbst gebaut. Ich habe den Salon komplett selbst gebaut, ohne irgendwie jemanden zu haben, selbst eingerichtet.

SPEAKER_08

Das sieht auch phänomenal aus, weil ich sagen. Also wirklich damals schon. Großartiger Laden.

SPEAKER_03

Danke. Und dann war ich so, das sind noch meine Gäste, so die kommen doch zu dir und ich möchte mit denen eine schöne Zeit haben. Und das ist auch wichtig, nicht zu sagen, ich muss mir die Sonne aus und ausstrahlen lassen, sondern ich möchte einfach, dass wenn der Kunde kommt, ein Gast kommt. Hey, schön, dass du da bist. Möchtest du was trinken? Platz nehmen. Wie darf ich dir heute die Haare schneiden? Wie geht's dir sonst? Alles gut bei dir, wie war dein Urlaub? Du hast doch letztens erzählt, hier mit deinem Job, was hat es geklappt? Oh, da war doch irgendwas mit deinem Gartenprojekt, erzähl mal. Lass mal reden fünf Minuten. Hey, cool. Dann lass mal kurz deine Haare waschen und dann red man nachher weiter, okay. Und dann auch so kleine Späße, kleine Stichereien und so, dass ich dann zum Beispiel zu einem anderen, zu der Mitarbeiterin gehe, wo ein anderer Kunde sitzt und einfach reinrede, hey, vertraue den nicht zu viel, der labert manchmal zu viel, hört ihm nicht zu. Und die halt erstmal voll verdutzt und dann anfangen zu lachen, weil sie wissen, so geh es weg und so. Das ist so, wo ich dann gedacht habe, ja, das ist das, was ich auch, wie ich auch sein möchte. Ich möchte mich nicht verstören, ich möchte allen jeden herzlich willkommen heißen und einfach das familiäre wieder reinbringen. Und aber auch den Kunden den Rahmen zu geben, wenn es dir nicht gut geht, dich fallen zu lassen. Heißt nicht, dass ich dich therapeuere oder so. Aber mittlerweile, dass ich offen über solche Themen rede mit den Kunden. Habe ich viele Menschen, die sich öffnen. Eigentlich kann ich gar nicht so lange sitzen. Eigentlich kann ich nicht in enge Räume rein. Eigentlich kann ich einen Menschen gar nicht an meine Haare ran lassen. Aber bei dir fühle ich mich aufgehoben, bei die für mich verstanden. Und ich merke einfach auch oft, man muss nicht reden. And gestern habe ich das Thema wieder gehört mit einer Kundin. Normalerweise tauschen wir uns sehr viel aus, sie ist gekommen, hat sich hingesetzt, wir haben beraten, die Haare gewaschen. Ich habe sofort gemerkt, einfach nur durch die Energie. Dreiviertelstunde geschnitten, Haare gewaschen, geschnitten und habe einfach nur während dem Schneiden die Achtsamkeitsübungen gemacht. Ich habe mich auf die Haarstruktur konzentriert. Wie bewege ich meine Schere? Wie halte ich meine Hand? Wie schneide ich? Wie habe ich diese Form von dieser Locke? Voll im Moment. Ja. Und jetzt komme ich zu der Frage, wie gehe ich mit Stress um? Ja. Mit dieser Achtsamkeit. Ich konzentriere mich auf die Bewegungen. Ich bin im Hier und Jetzt. Sprich, immer wenn ich merke, ich bin nicht so immer in der Mitte, ich bin mit meinen Gedanken auf bei morgen oder bei gestern oder was mache ich heute und morgen. Dann weiß ich immer, kurz tief einatmen, im Hier und Jetzt sein. Wie ist meine Körperhaltung? Wie stehe ich? Wie fühl ich mich gerade? Was mache ich? Und das ist dann voll magisch, weil wenn du dich dann in diese Achtsamkeit wiederholst, nur in diesem Moment, was rieche ich? Was höre ich? Wie fühlt sich meine Haut an? Wie fühlt sich dieses nasse Haar zwischen meinen Fingern an? Und wie fühlt sich dieser Tropfen an, der gerade durch das nasse Haar, weil ich sie so zieh, press und gerade so meine Haare runtergeht, meine Handfläche, das ist wie als ob du in so einem magischen Universum wärst, wie in so einem Fabel film or FLSD or so.

SPEAKER_08

Nur im Jetzt.

SPEAKER_03

Und da habe ich für mich personally gemeint, das ist es. Ich möchte nur im Yeah and jetzt sein. And the Kunden gibt mir jetzt den Raum und ich give ihr den Raum und ich kann voll da sein. Und haben wir uns angeschaut, nur zugenickt. Ein sehr warmes Lächeln gehabt. Und wir haben uns beide sofort verstanden, so, danke. Cool. Ich habe es gebraucht. Sie hat es gebraucht. Wir haben uns dann umarmt.

SPEAKER_08

Ging das sofort mit den Achtsamkeitsübungen? Meine Erfahrung ist, dass man das lernen muss, wie ein Instrument. Es ist nicht so, dass sich jetzt jemand sagt, so, hey, Achtsamkeit ist konzentrierte Aufmerksamkeit. Fühl mal deine Finger. Oh ja. Wo bist du da von den Gedanken? Keine Ahnung, genau. Sehr gut. Aber das ist eine Übung. Also es ist nicht so, wie kriegst du das mittlerweile hin, dass du 45 Minuten immer wieder und dann wieder zurück, oder? Es geht fünf Sekunden. Genau, das meine ich. Also es ist schon auch so bei dir, dass du sagst, so, hey. Und mittlerweile auch an dem Punkt, dass du sagst, okay, und wenn ich auch weggehe, erkenne ich auch das. Und das ist auch okay. Ja, weil immer wenn Leute dann so kommen, so Achtsamkeit, ja, nur für alle Zuhörer, jemand das noch nie gehört hat und sich nie damit befasst hat, das ist nicht so, du übst das jetzt einmal und laufst das. So, ich habe eine Depression, alles klar, mach Achtsamkeit, alles klar. Fühlt sich kacke an. Neulich, ich nehme so geile Technik von einem, von so einem Mönch. Das war so geil. Pass auf. Bist du bereit? Gedanken stoppen. Okay? Die Gedanken stoppen, dass du kurz nichts denkst. Kannst die Augen sogar offen lassen. Spüre wie meine Worte, wie die gerade bei dir ankommen und was die tun. Und jetzt stell dir vor, dass crazy, oder?

SPEAKER_07

Danke. Stille. Da war kurz gar nichts.

SPEAKER_08

Voll die geile Technik. Die Spannung auf das Erwarten des Gehirn, das ist kurz still, weil es prediktet, da muss jetzt was kommen und dann bist du so. Pure Stille.

SPEAKER_03

Du bist ja ein krasser Typ.

SPEAKER_07

Nein, das ist eine geile Technik. Guck mal, wir haben uns sechs Jahre nicht gesehen, sie haben ja nicht gesehen. Ja, sechs Jahre.

SPEAKER_03

Das letzte Mal, wo wir uns gesehen haben, waren wir noch im Peak. Wir waren in der Mail Peak Performance unseres Egos. Wir hatten keine Ahnung von Achtsamkeit und solchen Sachen. Und jetzt sitzen wir hier nach sechs Jahren so ballast da sowas raus und ich bin einfach nur.

SPEAKER_08

Ja, du hast ja auch jetzt gerade so Videos rausgeknallt und so. In dem Moment, wo du dich geöffnet hast und auch über Panikattacken online und so Geschichten geredest, habe ich gesagt, ja, okay. Willkommen im Club, Bruder. Komm rein, lass uns reden. Lass uns sprechen. Also ich rede mit allen auch nicht über. Also ich habe jetzt auch hier schon Gäste gehabt, mit denen ich nicht über Panikattacken und Depressionen und sowas rede. Ich finde das halt natürlich auch für mich spannend. Und man lernt halt im Laufe, weißt du, ich hatte meine erste Panikattacke mit 25, 26. Ich habe das Zeug jetzt gefühlt 16 Jahre studiert. Und zwar auf dem harten Weg. Weißt du, in der eigenen Erfahrung. Nicht in Büchern, sondern wirklich in Lernen, wie kommt man raus, wie fällt man rein, was gibt's. Und jeder hat sein eigenes Ding, keine Frage, aber ich weiß nicht, wie viele Bücher ich gelesen habe, wie viele Podcasts ich angehört habe, wie viele Kurse ich besucht habe. Ich habe selber auch Ausbildungen gemacht in dem Bereich, ohne Ende. Ich arbeite ja auch mittlerweile in dem Bereich, habe ich dir erzählt. Und ich wiederhole den Spruch, you teach what you need most. Deswegen sind wir hier. Deswegen sind wir hier.

SPEAKER_03

Wir sind nicht Geheilt und Skizzen, nicht gehört. Heilung.

SPEAKER_08

Heilung ist wahrscheinlich Heilung ist so ein Wort, da musst du aufpassen mit. Ich glaube, das ist der Weg. Es ist einfach der Weg.

SPEAKER_03

Das ist ja wichtig zu erwähnen an dieser Stelle. Also nicht, hört man uns zu und denkt so, oh okay, die haben die Gesetz. Ist gar nicht. Nein, das ist nur, man kann es damit umgehen. Ja, genau. Und darüber reden. Punkt. Mehr ist es nicht. Ja, ja, genau. Was das lustig war, ich habe letzte Woche Samstag erst wieder einen Fall gehabt. Ich bin beim IKEA, weil ich meine Wohnung renoviere und dann Dachte, ich gehe in the I care and schau mich mal nur um. Ich war nur eine halbe Stunde, stand beim ICA, and ich war lange beim ICAR nicht. And eigentlich gehe ich nicht zum ICA. Ich wollte mich nur inspirieren lassen, ah, die richten die ein und was kann ich nachbauen. Und dann stand ich in diesem Laden und habe voll vergessen, dass es ein riesiger, verdammter Laden. Sorry, nicht verdammt, ich finde der Laden. Sorry, I care.

SPEAKER_08

Wir sind offen für Spockering. Nee, alles gut.

SPEAKER_03

Und dann habe ich dieses BIM so rumgelaufen und habe dieses Schild angestaut, wo drin stand Station 1. Dann bin ich ungefähr fünf Minuten gelaufen, dann stand Station 2, dann bin ich nochmal drei, vier Minuten gelaufen, dann stand Station drei. Und dann dachte ich so, heilige Scheiße, ich bin jetzt fast zehn Minuten gelaufen, ich bin 3 von 20. Und dann auf einmal bin ich wie von meinem Feststand raus und habe dieses Gebäude von oben gesehen. Ich ganz klein, das Gebäude ganz groß, geschlossen Labyrinth. Und dann war ich so, wo ist dieser verdammte Exit? Und dann war ich so schwindelig. Nasse Hände. Und dann war ich so, chill. Atme, keine Panik. Ich bin gelaufen, hab geatmet, hab dieses Schild angeschaut. Okay, hier gibt es einen kürzeren Ausweg. Da bin ich zu einer Mitarbeiterin, hab gesagt, Entschuldigen Sie bitte, ich möchte gerne hier raus, am besten so schnell wie möglich. Wo ist der nächste Ausgang? Entschuldigen Sie bitte. Aber innerlich ein Wirbelsturm des Feuers, wenn du jetzt nicht herein kommst, fällst du tot, or du explodierst, or du schreibst herum. And this halt, ich weiß nicht, sagt mir zu dir, ja, gar kein Problem. Schauen Sie, es gibt einen kürzeren Ausweg, there is here, there and there. And I've been erst schnell and sound, but it's von außen nicht gesehen. Ich habe dann gesagt, so, nee, ruhig. Dann habe ich mich kurz angehalten, hab dann ein schönes Sofa gesehen, das samtische Sofa and was so, ah, schöne Struktur. And then so, oh, I'm wieder in der Achtsamkeit drin, so samt, Sofa, schöne Struktur. Und dann bin ich ans Holzelement gegangen, dann habe ich so das angefasst und war so, ah, stimmt, meine motorischen Fähigkeiten, fühlen für mich etwas gewesen, was mich immer schon runtergebracht hat. Ich fasse sehr gerne so verschiedene Strukturen, Texturen an, das ist Bäume, Gras. Und dann bin ich runtergekommen. Und dann, aber es war jetzt nicht so, dass ich dann geblieben bin. Dann war ich so, boah, gut, und jetzt rausziehe, aber in einem normalen Gang. Und dann bin ich gelaufen und während dem Laufen habe ich halt verschiedene Sachen aufgesagt. Und also ich sage immer so, das sind so verschiedene Schanden, einfach Sachen aufsagen und dann bin ich da raus und war so crazy Erfahrung. Hatte ich jetzt über zwei Jahre nicht mehr. Also ich hatte schon echt lange nicht mehr. Und fand es dann sehr spannend, dass ich damit mittlerweile sehr gut umgehen kann. Aber in den Kirge ich auf jeden Fall erstmal nicht mehr. Nicht, weil ich mich jetzt davon drücke. Einfach weil ich mir gemerkt habe, wenn ich Rabatt bekomme. Nicht, weil ich jetzt sage, also falsch wäre es zu sagen, ich gehe da nicht wieder hin, weil dann ist das eine Angst da. Ich sage eher so, ich würde jetzt da nicht mehr wieder hingehen, weil ich mir denke so, okay, es war jetzt nicht so das, was ich mir erhofft hatte, zu finden. Ich bleib lieber bei dem, was ich da wirklich baue.

SPEAKER_08

Jetzt du, was irgendwas sagen? Wir sind auf dem Moment schon raus. Ich wollte wissen, vorher, wo du das gefühlt hast. Weil du da, als du darüber erzählt hast, habe ich Reaktionen gesehen bei dir körperlich gesehen. Weil du warst wieder da. Ach, wo ich das gefühlt hatte.

SPEAKER_03

Genau, natürlich weiß ich, wie ich das gefühl hatte.

SPEAKER_08

Wo soll ich das dir denn sagen? Nein, interessiert mich. Ach so. Wo im Körper hast du es gefühlt? Also, du hast gerade erzählt. Ist bei mir immer ganz stark hier. Hier bei dir ist immer ganz stark.

SPEAKER_03

Genau. Okay. Ich weiß nicht mehr, welches. Also man hat ja diese sieben Chakren und im Brustkorbbereich, ich weiß nicht, wie das heißt, aber natürlich ist da so ein Hauptthema und das weiß ich zum Beispiel auch bei mir. Welcher Bereich im Trauma, das kannst du mir vielleicht auch sagen. Aber ich weiß, dass viele Sachen sich bei mir da anstauern und das fängt bei mir dann nämlich hier an. Aber interessanterweise auch die emotionale Gefühlslage, wenn Glück da ist. Es ist nicht nur so, dass ich hier jetzt so Sachen wie Angst verspüre, sondern auch Glück und so. Manche Menschen haben das. In der Bauchregion habe ich das Gefühl. Bei mir ist es meistens immer hier.

SPEAKER_08

Machen wir nach dem Podcast mal eine kleine Übung. Habe ich Bock drauf. Ja, okay. Ja, bin ich voll dabei. Ich bin gespannt. Interessiert mich, ich bin nicht voll gespannt.

SPEAKER_00

Bin ich voll dabei.

SPEAKER_08

Welche Tipps würdest du jemandem geben, der gerade selbst in so einer Phase steckt? Etwas, das du dir damals gewünscht hättest.

SPEAKER_03

Für 2999 habe ich das so eine YouTube-Folge rausgebracht. 30 Minuten, das zeigt dir alles, was du wissen musst. Und nur das. Link in the Bio. Okay. Ich versuche tatsächlich keinen Menschen Tipps zu geben. Ich habe so irgendwann mal gemerkt, jeder muss irgendwie durch die eigene Ding durch. Und es ist, glaube ich, auch wichtig, dass jedes in eine eigene Wahrheit durchmacht. Nur weil ich jetzt Sachen mache und meine eigene Technik entwickelt habe, wie es hilft, muss es doch lange nicht bei einem anderen helfen, das weißt du ja auch. Absolut. Und durch diese ganzen Bücher, Seminare und so, von denen du erzählt hast, irgendwann lernt man sein eigenes Ding. Man bastelt sich ja was zusammen. Aber wenn ich das sagen würde oder dürfte, ist es einfach nur öffne dich und schreibe es auf. Das ist nicht so ein Tipp, wo ich sag, oh yeah, mach dich nicht, sondern das ist nur nee, rede mit jemandem darüber, dem du vertraust. But als erstes, schreibe es auf, do journal and benenne deine Gefühle. Dann hast du eine Ordnung drin, weil meistens ist es so ein fucking Wirr im Kopf. Du kannst nichts benennen. And when man is alles aufschreibst, then is it erstmal eine Struktur drin, ah, okay, I feel this here. The emotion habe ich gerade, aber wahrhaftig und nicht irgendwie versuchen, das schön zu reden. Und dann kannst du das, wenn du willst, mit jemandem teilen, aber auch nicht.

SPEAKER_08

Lass ich genau verstehen. Das ist ein guter Tipp.

SPEAKER_03

Mehr kann ich da nicht sagen, ja.

SPEAKER_08

Was bedeutet Erfolg heute für dich?

SPEAKER_03

Weißt du, was Erfolg jetzt ist? Einfach nur aufzuwachen und keinen Druck mehr zu verspüren. Wie ich das vermisst habe. Du wachst so. Du wachst auf und bist so, okay, ich gehe jetzt heute erstmal ins Café und trinke einen Flat White. Und dann trinkst du einen Flat White und dann bist du so, hm, vielleicht gehe ich mal zu meinen Eltern und Frühstück bei denen. Und du weißt doch gar nicht, was du an dem Tag machst. Voll geil. Nicht mehr, oh yeah, um Uhrzeit hier das, Uhrzeit da das, da muss ich die Buchhaltung machen, da muss ich eine Show vorbereiten, da muss ich Seminar machen, ich muss noch dies posten, ich muss auch das posten. Diese volle Terminkalender. This schein erfolgreich sein. Man hat uns ja eingetrichtert, erfolg bedeutet, arbeite, schlaf wenig, mach viel, wenn andere schlafen, arbeitest du und schlafen kannst du, wenn du tot bist. Boah, ich kann den Scheiß nicht mehr hören. Kurz und knapp, bevor ich mich jetzt ein paar andere aufrege. Das ist ein Video Ego-Anteil. Sorry. Achtsamkeit von Azi. Also mich einfach, wenn ich wirklich keinen Druck mehr verspire und einfach mein Leben leben kann und sagen kann, ich genieße es. Ich genieße mein Essen. Weißt du, wie lange ich nicht mehr geschmeckt habe?

SPEAKER_08

Ja, ja, ja. Weißt du, was du meinst? Ja.

SPEAKER_03

Und jetzt schmecke ich und jetzt trinke ich und ich nehme das wahr.

SPEAKER_08

Ja, ich bin auch ganz ehrlich zu dir, ich hab auch Tage, wo das richtig gut funktioniert. Und dann gibt es Tage, wo es mir richtig auf den Sack geht. Wenn ich dann irgendwie da hocke und jemand hockt neben mir und sagt so, ich spüre jetzt gerade auf meiner Zunge eine leichte Süße. Ich denke, so, Alter. Mach mir einfach in Ruhe. Hab ich auch. Bin ich ganz ehrlich. Ich stehe voll auf Achtsamkeit, auf Spiritualität. Ich mag das alles. Ich arbeite damit gerne. Aber ich bin auch offen, ich oute mich hier. Ich habe Tage, da werde ich so richtiger Achtsamkeitsnazi. Da bin ich dann so richtig so, boah, nerv mich nicht. Bitte. Einfach, weißt du, was, mach deine Praktik, aber mach's für dich. Wenn jemand kommt und sagt, ich habe heute Morgen Yoga gemacht. Schön für dich.

SPEAKER_07

Hopp. Oder auch noch gestern. Gehört auch dazu, bin ich ehrlich. Also, wo dahin oder her.

SPEAKER_03

Also wenn du dich outest, dann orte ich mich auch.

SPEAKER_00

Diese nicht an.

SPEAKER_03

Ich finde deine voll mit dir, also es gibt echt so, wenn ich dann so, Menschen auf. Wie können die nicht urteilen, scheiße, Mann. Dann ist es so, Digga, geh mir nicht auf den Sack mit deinem Frieden und mit deinem Scheiß, du hast ein inneres Kind gehalten und so. Ja, ja, ja, ja, ja, ja, genau das. Ich hab keinen Bock jetzt, ich muss einkaufen gehen.

SPEAKER_08

Ja, das ist so. Ich hab das auch in mir. Und ich weiß auch, ich verstehe auch oft die, wie sagt man, die Psychologie dahinter, dass das natürlich, wenn das in einem selber was triggert und so, ne? Aber ich manchmal, ich glaube manchmal, ich bin jetzt mutig und würde behaupten, man spürt natürlich einfach auch, ob was authentisch ist oder nicht. Danke. Und ich glaube, dass, das hatte ich in der allerersten Folge mit einem meiner Mentoren, mit Falk Misch, da hat er das auch immer, der benutzt den Begriff Achtsamkeitsnazi, oder zumindest in seinem Buch hat er das verwendet. Und da geht es darum, dass dieses Ego die verrücktesten Wege findet, um sich eine Identität zu erschaffen und dann nachher hinzustehen und zu sagen, so ich bin jetzt dann der Erleuchtete und ich mache Yoga-Meditationen. Und dann auch eine brutale Gefahr für Gaslighting besteht. Dieses Thema findet bei dir statt, das ist nicht mein Problem. Und da sich ganz krass verstecken kann dahinter. Du kannst dich hinter, ja, hey, mich nervt das gerade, wie du, also mich verletzt das, wie du mich gerade behandelt hast. We are all Lichtwesen, and I'm not eins. Diese Emotion, die du gerade spürst, hat plus eine körperliche Höhle. Bitte, Alter. We are not in diesem planet, we live zusammen, we are Menschen, we have them, and that gehört genauso dazu. Du darfst dich gern da hoch, but dann geh bitte nach Indien in die Höhle, hock dich da online rein und lass uns anderen in Ruhe. Weißt du, wie ich mein Schwinger vollfall? Es ist nämlich auch, dieses Spiro-Bubble ist manchmal für mich noch unerträglicher wie die Business-Bubble. Da habe ich dann lieber mit jemandem zu tun, der dann sagt: So, boah, Geld ist das Geilste und Geld ist gut, keine Frage. Anderes Thema, nicht für heute, aber ist auch nur Energie. Aber da habe ich lieber mit solchen Leuten zu tun, das ist auch oft Unbewusstheit, in der ich genauso gelebt habe und die mich manchmal auch noch übernimmt, wie Leute, die wirklich den ganzen Tag auf der Yogamatte hocken und irgendwie eine Avocado durch den Mixer jagen, weißt du so, und mir erzählen, whatever. Ist gefährlich, hat beides so.

SPEAKER_03

Die Erfahrung habe ich auch tatsächlich gemacht. Ja, oder? Sobald du da eintauchst, wird es. Ja, ich war ja lange Zeit in der Speary-Bubble, bis ich dann tatsächlich, weil, also ich habe bitte in Yoga-Lehre gemacht, dann war ich auch zwei Wochen in einem Kloster und habe meditiert, stille Meditation für zwei Wochen, sprich. War wie Passana oder was das Stück? Pasana, genau. Wo warst du? In Triebe. Okay. Ja, im Hauptzentrum. Bar. Crazy. Pheuu! Okay. Das andere Podcast-Folge. Scheiße, wir brauchen viel Zeit. Ja, erzähl. Und da, ich habe dann gedacht, boah, okay, wenn ich eine Speary-Bubble bin, das sind ja alles so erläutet achtsam, da ist das volle Zusammenhalt da, das sind genau die Menschen, die ich jetzt möchte, weil ich bin ja verletzt, ich bin ja tief am Boden. Ja, ja, ja. Und das sind Menschen, die teilen das und ich sehe das auf Instagram so, cool, ich gehe da hin. Und es war auch am Anfang voll toll, weil es war so, ah, Kakaozzeremonien, schamanische Rituale machen, nee, du sitzt da oder halt diese Klangreisen. Auch alles voll schön. Namlich da tiefe eingetreten. Ich habe da tatsächlich auch Kakaozeremonien gegeben, damals mit einer Freundin zusammen, im Salon auch. Vier Stück. Und weil ich dann so total davon begeistert war, eine Community zu gründen. Ah, komm so hier, Heilung. Was ist Heilung? So, wir sind alle eins und wir sind alle so verletzt, weil du hast einen Haufen von Menschen hast, die jeder ist einfach nur. And then bin ich tiefer in the Szene drin gewesen, habe da Menschen kennengelernt, die dann Sound Journey, Schamanische Reisen, bla bla gegeben haben. And habe ich voll gemerkt, die versuchen allzu übertrumpfen und massiv Menschen manipulieren, um Workshops zu verkaufen, aber nicht für so 30, 60 Euro. Teilweise so ein Stundenworkshop für 222 Euro oder so ein Selbstfindungs-Du bist es dir wert, Workshop für 666 Euro. Oder ein Finde zu deiner, sorry, wenn ich sage, zu deiner inneren weiblichen Urkraft. Sie verkaufen dann für 2222 Euro, auch immer diese schöne Zahlen, so ein Seminar. Und dann habe ich irgendwann mal gesagt: Ja, was machst du denn da? Hat du, dann frage ich, wie es so geht. Dann machen wir ein Wissensboard, dann malen wir. Und dann teilen wir. Und dann sage ich, wie viele Tage? Ja, vier Tage. Ah, zwei Stunden. Sag ich, 2222 Euro. Wir sind bescheuert, dann habe ich gemerkt. Die machen da all die Fantasiezahlen anders bezahlen. And then habe ich Menschen that to others who said so wöchently sessions given ohne Hintergründe in the psychological trauma therapy. Ganz gefährliches Thema. Ganz gefährliches Thema. My partnerin, die Therapeutin, and sagt zu mir: Spiritualität ohne therapeutisch und psychologisches Hintergrundwissen ist das Giftigste und das Schlimmste, was den Menschen heutzutage passiert ist. So. Und dann gibt es da Menschen, die sich selbst änderte Gurus sind oder was weiß ich was. Die sagen dann, okay, einmal in der Woche, 30 Minuten, wir machen da irgendeine Heilungsarbeit, kostet dich 99 Euro. Und wenn dann diese Menschen irgendwann aussteigen wollen, habe ich erlebt, dass die gesagt haben, ah, wenn du jetzt von meinem Programm aussteigst, du wirst nie zu deinem Dinge finden, die wurden voll fertig gemacht.

SPEAKER_08

Ja, das ist ganz schlimm. Das ist ganz schlimm. Deswegen habe ich vorher gesagt, ich bin lieber in der Businessblase manchmal. Ja. Weil in der Blase, das ist so pervers. Das ist richtig. Ja, Mann, ist es. Und da musst du richtig aufpassen. Und das ist auch, guck mal, ich zum Beispiel bin ausgebildeter Mental Health Coach. Ich habe Human Flow-Prinzip gelernt, damit arbeite ich auch, das mache ich viel. Und ich bin jetzt gerade in der Ausbildung, ich mache dieses Jahr für eine Heilpraktiker auf Psychotherapie, weil ich psychotherapeutisch arbeiten möchte in diesem Bereich, weil ich das einfach super spannend finde und da auch verschiedene Techniken und so gelernt habe. Aber ich versuche wirklich, ich bin jetzt nächste Woche habe ich wieder einen Drei-Tage-Workshop, wo es um Traumaheilung geht. Ich bin ständig, ich mache auch selber Therapiesitzungen, Supervision und, und, und, weißt du, ich bin ständig am Fortbilden, weil, wie du gesagt hast, du brauchst unbedingt ein gutes Fundament für diese Arbeit. Und vor allem musst du selber mit diesen Techniken bei dir gearbeitet haben. Du musst wissen, was du da tust, wenn du mit Traumaheilung oder mit Glaubenssatzarbeiten arbeitest. Das musst bei dir selber auch schon, diese Reise solltest du selber gegangen sein, damit du diesen Weg auch kennst und weißt, wie sich das anfühlt. Und es gibt wirklich Leute, ja, die haben halt irgendwie zwei Traumasitzungen gehabt und ziehen los und sagen, ich bin geheilt und verkaufen das irgendwie für 500 Euro den Leuten. Und dieses Business, weil da ist das Leid so groß in dem Bereich, die sagen dann so, ich hab die Heilung für dich. Die hauen so ein Ding raus, oder weißt du, du findest eine innere Urkraft. Oder gerade wie du gesagt hast, die benutzen dann diese Erpressung, diesen Schmerz, Pain and Desire zum Verkaufen. Du kriegst nie deine Uhrkraft, wenn du nicht bei mir bist und so. Boah.

SPEAKER_03

Ich bin a spiritueller Guide and whatever.

SPEAKER_08

Yeah, yeah, yeah. Da läuft es mir alles kalt in den Rücken runter. Jetzt machen wir eine Exkursion. Aber ich sag's jetzt trotzdem, okay, ich benutze es jetzt einfach hier auch als Plattform. Abo Grundregel. Die erste Grundregel ist, es gibt keine klassische Heilung in dem Sinne, vor allem mit so normalen Themen, okay? We reden jetzt nicht von, keine Ahnung, Schizophrenie oder sowas, okay. Aber es ist ein Weg. So. Punkt. Das ist auch bei manchen Leuten ein Leben langer Weg. Es geht nicht darum zu lösen, sondern zu integrieren. Prinzipiell. Das zweite ist, oft entsteht das aus den Entwicklungstraumata mit Bindungspersönlichkeiten oder mit anderen Eltern oder auch mit Bildungspersonen. Und das entsteht mit einem anderen Menschen. Das heißt, du kannst 25.000 Selbsthilfebücher lesen, aber richtiges Öffnen und Herzebene, Kommunikation und auflösen lassen, funktioniert zwischen Menschen. Das heißt, wenn wir beide reden und wenn wir uns auf Augenhöhe begegnen, wenn ich dir sage, hey, ich sehe da was bei dir, man spiegelt und so, man findet einen Glaubenssatz, kommt dann hin, kann die Emotionen fühlen vielleicht und wieder integrieren, damit kann man arbeiten. Das passiert aber zwischen Menschen, nicht alleine in deinem Zimmer zu Hause. Das ist das zweite Thema. Und ja, ich könnte jetzt noch so weitermachen, aber das mal so an. Das war voll interessant, was du sagst. Ja, also das ist mal grundlegen, also das Fundament einfach schon so. Wenn jemand kommt und sagt, Vorsicht, Leute, Vorsicht. Und auch bei mir. Ich bin kein ausgebildeter Psychotherapeut. Ich habe das nicht studiert. Deswegen guckt auch auf meiner Homepage ganz genau. Was ihr wollt. Bei ihm würde ich ganz genau schauen. Bei ihm ganz genau im Ding. Und auch beim Haarischnein bei ihm. Vorsicht, Obertgeboten.

SPEAKER_07

Das ist das Schlimme. Der macht dann ganz Übungen an den Haaren. Der benutzt doch ganz wegzeichen.

SPEAKER_03

Spirituelles Werkzeuge, Mann. Ich bin auch einer.

SPEAKER_08

Ja. Und das wird irgendwann der Kreis des Lebens sein. So ist es irgendwann. Ich wollte dich eigentlich fragen, ob man dein Business gutes Geld verdienen kann, aber ich glaube ja, weil man wurde in deinem Business. Im spirituellen Business kann man. Oh ja. Das ist auch das Schlimme dran. Wenn du raufgehst, das ist ja was du gesagt hast, manche Leute haben nicht mal so richtig Ahnung und gehen raus und hauen halt einfach einen Preis raus. Und dann gibt es Leute, die wirklich Ahnung haben. Ich meine jetzt nicht mich, aber andere, auch die ich kenne, die wirklich gut sind, die ein Fundament haben und wo du sagst so, boah, der könf, sechs, 800 Euro die Stunde locker verlangen. Und der arbeitet für 100 Euro oder sowas, so einen normalen Kassensatz oder so, weißt du? Und dann gibt es Leute, die haben keine Ahnung und die verkaufen dann irgendwie 500 Euro für die Stunde, weil sie da so ein Paket machen.

SPEAKER_03

Schönes Thema und ich sage dir auch so, das merkt man mittlerweile jetzt auch, das kommt immer mehr raus. Und ich bin sowieso damals auch direkt wieder ausgestiegen aus diesem inneren Kreis. Weil ich dann gemerkt habe, wie was für zwei Gesichter diese Menschen haben. Und dann habe ich gesagt, das wird auf jeden Fall noch bei den meisten richtig krachen.

SPEAKER_08

Ich glaube, das ist auch wieder das Ego. Ich habe diesen Gedanken auch. Der gerne denkt, hoffentlich kracht es bei euch dann, oder? Hoffentlich. Früher habe ich das ganz krass gehabt. Mittlerweile habe ich gesehen, dass viele durch ihre Ressourcen, manchmal haben die Menschen genug Ressourcen, dass sie ihr Leben lang so leben können. Dass die nicht wirklich dann nochmal auf die Fresse fallen, sondern das einfach so wirklich durchziehen. And da gibt es dann manchmal so etwas, wo ich mir denke, früher war das eher so ein, hoffentlich fällst du mal auf die Fresse. Früher, mittlerweile ist es eher so, wo ich denke, das ist unverantwortlich, dass du immer noch mit 68 rumrennst und immer noch diesen Scheiß propagierst, denn du selber bei dir nicht mal anwenden kannst. Wenn du ein bisschen was von dem, was du da erzählen würdest, auch tatsächlich bei dir anwenden würdest, dann würdest du dir knapp behalten. Wahrscheinlich. Und das ist schwierig. Schwierig. Manche fallen da nicht hin.

SPEAKER_03

Manche haben da so ein. Ich glaube an, deswegen hat man ja auch dieses eigentliche Bild, sag mal, das eigentliche Bild von dem Mönch. Von einem Erleuchten, von einem Guru. Man denkt ja immer an einen. Ruhig. Der tut nicht wirklich viel reden. Der erzählt ja auch geil ermischt. Der erzählt ja überhaupt nichts. Es ist mehr so in sich gekehrt. Das ist ja so das, was auch, ja, das ich für richtig empfinde. Und dann hast du unsere New Age, Modernen. Die gehen dann raus und wird das. Ah, das ist das gesagt, das ist Propaganda. Ich habe die Heilung gefunden. Und das ist das Richtige, und das nur das und nicht. Und das hat das ganze Leben lang, das muss doch verdammt ermüdend sein.

SPEAKER_08

Zwei Gedanken dazu. Der erste ist, ich glaube so zum Beispiel ein Eckart Tolle, kannst du bestimmt.

SPEAKER_03

Oh mein Gott, Eckhart Tolle, ein Meister.

SPEAKER_08

Ja, krasser Dude. Unbedingt. Viel bewirkt. Auch er legt zum Beispiel null Wert auf Körperlichkeit, auf Ego oder es gibt auch viele indische Gurus, die wirklich so in Höhlen sitzen und hier Dick machen und so. Meine Theorie, damit werde ich jetzt wahrscheinlich sehr viel Hate auf mich ziehen, aber ich glaube, dass das Ego, der Verstand, wie auch immer du das trennst, die Seele, der Körper, das alles hat seine Daseinsberechtigung. Viele in dieser spirituellen Blase rennen immer raus und erzählen dir Gedanken stoppen, Gedanken aus und Achtsamkeit und das und das ist immer oft auch so, manchmal auch so extreme. So, dass wenn das Ego übernimmt, dass es dann falsch ist oder dass das Ego sterben muss und auch wie Geschichte kommt ein neuer Phönix hervor und so die Anteile müssen sterben. Ich glaube ja, dass es um Integration geht und in einem Zusammenspiel von diesen Sachen. Ja. Und deswegen sind oft die Spirituellen oder gerade die Erleuchteten, das sind zum Beispiel Leute, die legen null Wert auf Körperlichkeit. Und dann hast du die Fitnessgurus, so die Bodybuilder, die alle nur im Fitnessstudio und Pumpen und hier Körper und Geist ist das Wichtigste, die sich null mit Seele oder mit Achtsamkeit befassen oder so Sachen. Ich glaube, jeder Bereich gehört im Leben einfach so ein bisschen dazu. Und es geht darum, die Balance zu finden und achtsam zu sehen, wer übernimmt gerade vielleicht das Steuer. Aber dass alles da sein darf. Und das ist die Kunst.

SPEAKER_03

Voll. Ich stimme dir da auch vollkommen zu. Weißt du, wie ich meine? Ja. Da gibt es auch eine schöne Geschichte, wenn du sie hören musst. Unbedingt. Der Podcast geht eh glaub schon fünf Stunden. Da gibt es von Mevdana Jalatin Roumi, gerade auch diesen Sufi, der hat dann gesagt, ich weiß nicht mehr, wie die Poesie ging, aber my corner is a hotel, and jeder is welcome. And ihm is erlaubt, auch wieder toch. I hold key guest and zwinge ihn auch nicht top. The Angst darf, sie darf gesehen werden anders, sie ist auch mein Gast, denn mein Körper ist ein Hotel. Sie darf bleiben. Ich verjage sie nicht, sie darf auch wieder gehen. Und das kannst du halt mit Ego-Anteilen, sei es dies, sei es das. Sprich, eigentlich auch das, was du gesagt hast. Alles ist da, alles ist erlaubt, alles darf integriert werden. Aber es darf auch wieder gehen. Und dann ist es so ein Gedanke, wo du denkst so, ja, Mann, ich darf wütend sein, ich darf traurig sein, ich darf glücklich sein. Exakt. Aber ich muss es nicht, das eine als gut benennen und das eine als schlecht.

SPEAKER_08

Und da sind wir. Das ist das Thema. Das wäre vorher noch mein dritter Pfeiler gewesen. Emotionen richtig fühlen und nicht betiteln. Wir haben in der Gefühlsforschung, gab es ungemein in den 70ern so eine Studie, da hat man gesagt, es gibt sechs Grundemotionen. Davon ist nur eine gut. Nur eine ist gut davon, Freude. Und natürlich Wut, Trauer, Neid und so. Weißt du, das sind alles für uns betitelt. Negative Gefühle. Nur eine Grundemotion war die Freude. Wow. Nicht mal Liebe war als Emotion drin. Liebe ist ein Konstrukt, keine Emotion. In der Emotionsforschung. Gibt es mittlerweile schon wieder andere Forschungen? Da gibt es eine Doktorin, die, aber das wird jetzt in Rahmen sprengen, die da gerade sehr krasse Sachen so ein bisschen versucht, das zu erweitern. Aber damit arbeiten wir seit 50 Jahren. Das sind die Grundemotionen. Sechs Stück Punkt, fertig aus. Gab mal noch eine Zeit lang, wo die Leute gesagt haben, Überraschung gehört dazu, ist ja auch eine Emotion, aber ist auch ein bisschen umstritten. Aber im Endeffekt, eine Emotion ist gut, Freude, und die anderen sind halt von uns als negativ betitelt. Und das ist, was du gerade gesagt hast. Es darf alles sein. Jede Emotion, auch ekel, beschützt dich. Trauer hilft dir zu lösen. Wut hilft dir energetisch, dich abzugrenzen oder angreifen zu können oder dich zu verteidigen. Und so hat jede Emotion ihre Daseinsberechtigung und darf wieder gelernt werden, richtig zu fühlen. Weil wir lernen, was lernen wir als Kinder beim Heulen, beim Traurigsein, was lernen wir? Dürfen wir nicht. Ein Mann ist nicht traurig, ein Mann heult nicht. Und es stimmt schon, dass es nicht darum geht, sich von den Emotionen überwältigen zu lassen, aber sie innerlich halten zu können und zu sagen, okay, die ist jetzt da, ich sehe die. Und ich spüre die. Und ich mache das, was ein Gefühl will, ich fühle es. Und dann kannst du das auch wieder integrieren. Haben wir total verlangt.

SPEAKER_03

Komplett. Komplett verloren. Verdrängt, komplett verlangt, was soll ich?

SPEAKER_08

Ich habe mit 38, 39 angefangen, überhaupt mich, also ja, okay, 37 ungefähr, das erste Mal ein Gefühl richtig zu fühlen, von den Unangenehmen, so Angst zum Beispiel. Welchmalter? Mit was? Mit 37 oder so würde ich sagen. Davor habe ich gesagt, ich war traurig oder ich habe gesagt, ich hatte Angst oder so, aber wo das im Körper stattfindet und dem wirklich zu folgen und dann dort zu bleiben und das zu halten und dann zu merken, was sagt diese Angst gerade? Oder was will mir diese Wut eigentlich mitteilen? Was für eine Message steckt in der Emotion drin. Also richtig fühlen. Bin über 30 Jahre durch mein, 35 Jahre durch mein Leben gelaufen und ich konnte dir schon sagen, ich habe jetzt Angst, ich habe eine Panikattacke. Ja, kann ich dir schon sagen. Aber das war ja nicht gefühlt. Das war bloß der Zustand. Es war bloß, weißt du? Ist ja was anderes. Ja. Spannend, oder? Sehr, also interessant. Ja, da kannst du. Ich habe die letzten zwei. Ja, es ist ein Riesenthemengebiet. Und ich werde lernen, bis ich tot umfall. Sag dir, wie es ist. Vielleicht erzähle ich dir in fünf Jahren, der Gefühlsführerschein ist völliger Blödsinn. Es geht um was ganz anderes. Kann sein, weiß ich nicht. Emotions. Energy in Motion. Energie in Bewegung. Mehr ist es nicht. Das sind Emotions. Energie im Körper. Fühl sie, lass sie fließen. Was weiß ich? Keine Ahnung. Vielleicht kommt was ganz Neues raus in der Forschung. Vielleicht auch nicht. Wir wissen es nicht. Themen für einen anderen Sonntagabend. Haben wir schon fünf Stunden? Ich glaube, wir haben jetzt fünf Stunden voll. Also die letzten zwei Fragen. Komm. Wir kommen jetzt zum Ende. Ich habe immer zwei letzte Fragen. Es sind immer die gleichen. Nicht drei? Nee.

SPEAKER_03

Okay, du brichst damit echt ein paar Sachen. Dann bist du eins oder drei?

SPEAKER_08

Ne, ich mach zwei Fragen. Zwei Fragen. Die letzten zwei Fragen. Wenn sich jemand in deinem Bereich selbstständig machen möchte oder auch dort arbeiten möchte, welche Tipps hast du für ihn, wie er loslegen soll?

SPEAKER_03

Komm nicht auf die Idee, einen Kredit zu ziehen und denke nicht, dass du einen großen Salon mit irgendwie acht Stühlen brauchst und gleich von Anfang an der Superheld sein musst. Fang einfach klein an. Fang klein an und wachse mit deinem Unternehmen. Viele, die einen Friseursalon aufmachen, die haben eine Vision, die haben eine Idee, dass sie umsetzen wollen und gehen dann natürlich sehr groß rein, investieren dann 60.000 bis 100.000 Euro und machen es bis ins kleinste Detailtourne, das zum Beispiel schön einrichten, aber vergessen halt dabei, dass dieser Ort durch Energie lebt, durch Menschen lebt und das Konzept lebt. Und dann fällt einem ganz schnell auf, hoppala, das, was ich mir eigentlich vorgestellt habe, funktioniert ja gar nicht so. Entweder habe ich falsch kalkuliert, oder in meinen Abläufen passen bestimmte Dienstleistungen nicht. Or diese Vision, wie ich es hatte, wie ich mit Menschen and Dienstleistungen umgefahr, klappt is zwar lustig, aber unternehmerisch gedacht, nach einem Jahr is eigentlich völlig bullshit. Deswegen ist mir mein Tipp: zu sagen, okay, fang klein an und dann wachse einfach schau. And it is okay, sich zu verändern. Es ist okay, mitzuwachsen, es ist okay, hier man an eine Stellschraube zu drehen, and hier an eine Schnellschraube zu Stellschraube zu drehen. Weil da bin ich zum Beispiel gerade auch, so wie ich aufgemacht habe, und was ich jetzt mache, ich bin konstant im Schaut, ah, okay, ich habe mich verändert. Ich fühle mich so, und die Menschen, die hierher kommen, das sind gerade diese Art von Menschen. Ja, dann tun wir was adjusten. Dann will ich hier ein bisschen was machen und so wächst es wie ein kleines Kind.

SPEAKER_08

Schön. Nehme ich genauso mit. Also fang klein an, wachs mit deinen Aufgaben. Ja. Nicht übertreiben. So wie wir. Ja, das geht nur eine Zeit lang gut. Dein Tipp fürs Leben oder deine Tipps fürs Leben aus deinem jetzigen Erfahrungsschatz. Was würdest du sagen?

SPEAKER_03

Tipps fürs Leben.

SPEAKER_08

Oder den Tipp fürs Leben.

SPEAKER_03

Wie du willst. Für wen? Für mich oder für andere?

SPEAKER_08

Für andere, aus deiner Erfahrung heraus. Wenn du sagen würdest so, pffst, keine Ahnung. Benutz nie Klobürsten mit Polyamid.

SPEAKER_07

Achso, wichtiger Tipps. Das ist auf jeden Fall ein gutes Film. Keine Ahnung, mach mal. Siehst du deswegen meine Podcast, die länger sind wie anderthalb Stunden? Genau deswegen. Wenn nur noch sowas rauskommt, wirklich.

SPEAKER_03

Zum Glück haben wir jetzt in Frage gelegt. Absolut. Glaube mir kein Mod, was ich dir erzählt habe.

SPEAKER_07

Okay.

SPEAKER_03

Mach seine eigene Wahrheit.

SPEAKER_07

Ich fand's ein sehr cooles Gespräch.

unknown

Danke. Das war super.

SPEAKER_08

Vielen Dank, dass du hergekommen bist. Und ich mache jetzt einen Termin. Möchte mal die Frage schneiden lassen. Vielen Dank für die Einladung.

SPEAKER_07

Outro.

SPEAKER_08

Hast du mal Gitarre gespielt? Nee. Und?

SPEAKER_03

Das ist cool.

SPEAKER_07

Danke dir fürs Gitarre beibringen.