Einer von uns - Mario Schneider

Folge 5

Mario Schneider Season 1 Episode 5

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 1:15:11

Vier Kommunalpolitiker. Vier unterschiedliche politische Lager. Eine gemeinsame Leidenschaft: ihre Stadt.

Mario Schneider spricht mit Katja Wertz, Larissa Heusohn und Leo Baumholzer über ihren Weg in den Ulmer Gemeinderat, überraschende Wahlnächte, Verantwortung, Freundschaften über Parteigrenzen hinweg und die Herausforderungen politischer Entscheidungen.

Es geht um hitzige Debatten, große Wohnungsbaufragen, Ehrenamt, Social Media, persönliche Zweifel und die Frage, wie man respektvoll miteinander streitet, ohne sich aus den Augen zu verlieren.

Es wird gesprochen über Politik, die nahbar ist. Über Menschen, die gestalten wollen. Und über die Erkenntnis, dass hinter jeder politischen Meinung zuerst ein Mensch steht. 

Ich freue mich über Dein Feedback

SPEAKER_00

Okay, also wir sind heute zusammengekommen, möchten wir mal so sagen, zum Podcast einer von uns. Und ich begrüße heute drei ganz liebe Kolleginnen und einen ganz lieben, also zwei ganz liebe Kolleginnen und einen ganz lieben Kollegen aus dem Ulmer Gemeinderat, die Katja, die Larissa und den Leo, heute bei uns beim Podcast. Und wir sprechen einfach so ein bisschen über die Zeit, die wir jetzt schon gemeinsam erleben durften, über die Arbeit, die wir im Gemeinderat machen durften und über dieses Zusammenspiel, das wir da haben und über die Freundschaft, die sich da auch draus entwickelt hat und dass wir Dinge sicherlich differenzierter sehen, unterschiedlicher Meinungen auch ab und zu sind, aber trotzdem miteinander sprechen können und dann versuchen, eine Lösung zu finden, die für so viele Menschen, wie es geht, tragbar sind am Ende des Tages. Deswegen freue ich mich super, dass ihr heute da seid. Und ja, vielleicht wollt ihr euch einfach mal kurz, macht mir ja anscheinend so, im Podcast kurz vorstellen. Wer seid ihr, wie alt seid ihr, wo kommt ihr her? Und für welche Partei habt ihr kandidiert? Und vielleicht auch noch so ein Schwank. Ja, wie waren so eure Eindrücke eurer Wahl? Das würde mich interessieren. Ladies First? Katja.

SPEAKER_04

Genau. Katja Wirts für die FDP im Gemeinderat, alte Stadträtin. Das war meine dritte Kandidatur. Und diesmal wollte ich, habe ich alles auf Platz 1 gesetzt.

SPEAKER_00

Alles auf eine Karte quasi?

SPEAKER_04

Genau, auf den List und Platz 1. Wir haben gesagt, ich kandidiere diesmal auf List und Platz 1 und versuche. Und ich glaube, es ging uns wahrscheinlich allen so, weil wir ja alle das erste Mal gewählt wurden, dass man das am Anfang erst gar nicht glaubt. Wenn man dann so die Namen sieht, die dann auftauchen im Ranking, denkt man so, ja, so eine Übersicht und irgendwie aus irgendeinem Grund steht da der Name und es wird sich schon nochmal irgendwie ändern. Und die Stunden vergiend und es hat sich dann nichts mehr geändert. Und dann fängt man schon so an, okay, es scheint wohl wahr zu werden. So eine Mischung aus riesiger Freude, Erfolgsfreude und auch so Respekt. Weil da kommt dann auf was auf einen zu, was man gar nicht begreifen kann. Ich glaube, man begreift es auch erst so nach bei mir noch ein gutes halbes, dreiviertel Jahr. Aber dann so checkt, okay, ich sitze hier und ich darf jetzt wirklich mitentscheiden, was in der Stadt passiert, was gut für die Stadt ist, was weniger gut ist. Und ja, man hat dann schon Verantwortung. Und das ist ein sehr respektvolles Gefühl, aber auch mit riesiger Freude verbunden. Ja.

SPEAKER_00

Sehe ich absolut genauso. Larissa, wie war es bei dir? Du bist ja unfassbar engagiert. In Ulm, hast schon relativ auch viel hinter dir, was das Stadtgeschehen angeht. Hast dich da sehr viel auch beteiligt. Wie war für dich die Wahl? Und wer bist du überhaupt?

SPEAKER_03

Also zunächst mal ganz herzlichen Dank, dass wir heute hier sitzen dürfen, weil das ist eine schöne Sache, die du da mit uns machst. Und das freut uns, glaube ich, das kann ich für uns alle sagen, total, dass wir heute hier sein dürfen. Also insofern vielen, vielen Dank, liebe Mario.

SPEAKER_00

Ich freue mich sehr, dass ihr dabei seid.

SPEAKER_03

Genau, dann vielleicht kurz zu meiner Person. Ich bin Larissa Heuson, bin jetzt mittlerweile 35 Jahre alt. Du hast es schon angesprochen. Natürlich, das Engagement ist mir ein Riesenherzensthema, denn ich bin berufstätig in unserer Freiwilligenagentur, engagiert in Ulm, tätig. Und da versuchen wir tagtäglich Menschen vom Freiwilligenengagement zu begeistern und machen das auf unterschiedlichen Wegen. Und diesbezüglich habe ich schon relativ früh Berührungspunkte auch zum Gemeinderat gehabt. Natürlich, wir haben einen Budgetvertrag mit der Stadt Ulm, sind selber ein Verein. Und dadurch habe ich immer mitbekommen, was es auch heißt, wenn Stadträte und Stadträtinnen über Entscheidungen hirnen müssen. Und natürlich ist das ein Thema, das einfach schon früh in meinem Berufsleben aufgetaucht ist. Und ich kann nur sagen, also ich bin für die SPD-Fraktion im Gemeinderat und finde, das ist ein absolut tolles Privileg, dass wir am Ratstisch sitzen dürfen und wie du gesagt hast, Katja, über diese Stadt mitentscheiden dürfen und wirklich die Dinge der Bürgerschaft mit reintragen können und Dinge bewegen können. Und das gibt mir jeden Tag irgendwie wieder so ein Stückchen Kraft und Energie. Denn wir können hier schon einiges bewegen, habe ich das Gefühl, auch wenn es manchmal länger dauert. Aber Teil dessen zu sein, finde ich, unglaublich gut und da bin ich sehr, sehr dankbar für. Zur Wahl, der Wahlabend insbesondere, das fand ich auch wirklich unbegreiflich. Also es kam ja schon Leute, du kennst es jetzt bestens von der letzten Wahl, auf einen zu, die dir schon gratulieren wollen, weil dein Name da aufgetaucht ist und auch in einem Listenplatz, bei dem es realistisch wurde. Und ich alle nur abgewehrt habe, bitte noch nicht, bitte noch nicht, es soll erst alles ausgezählt werden. Und dann kann man einem gratulieren, aber es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich kann es gar nicht irgendwie so ein bisschen in Worte fassen, weil es muss man, glaube ich, mal erlebt haben, um es nachempfinden zu können. Es ist irre und so unreal oder irreal. Und man schläft dann drüber und denkt sich, wow, jetzt hast du es da reingeschafft und dann auch die Vereidigung am Schwermontag, was wirklich auch ein irre Moment war, finde ich. Und dann sitzt du damit auf der Schachtel am Schwermontag und denkst dir, wow, du bist eine von dem Ratstisch, die es jetzt da reingeschafft hat. Also das ist wirklich ein total tolles Gefühl.

SPEAKER_00

Es ist eine ehrenvolle Aufgabe, einer von 40 zu sein, der dann da plötzlich am Ratstisch sitzt. Aber ja, das ist auch das, was ich jetzt auch im Landtag sehe, mit was so einer Demut du da eigentlich reingehen musst, weil du natürlich auch die Blickwinkel, die Meinungen von so unfassbar vielen Menschen versuchen solltest, dann damit einzubringen. Ja, nicht nur an eine spezielle Gruppe an Menschen zu denken, sondern über deinen eigenen Tellerrand drüber zu schauen und zu sagen, okay, da gibt es nicht nur diese eine Wahrheit, sondern da gibt es halt unfassbar viele Wahrheiten. Und jeder hat so seinen, ja, Blickwinkel ist immer so ein Wort, das bei mir immer relativ viel kommt, aber so ist es tatsächlich. Viele Leute, viele Meinungen und die sollte man so gut wie es geht auch alle mit einbringen und oder zumindest auch berücksichtigen, dran denken, drüber sprechen, sich Gedanken machen, wie die Blickwinkel anderes sind. Das ist schon eine krasse Aufgabe eigentlich letztendlich und Wahnsinn, ja.

SPEAKER_03

Und letzten Endes auch das, was du schon angesprochen hast, auch mit so viel Respekt behaftet. Weil man natürlich bei jeder Entscheidung denkt, wow, willst du das wirklich vertreten? Oder kannst du es vertreten und dann auch den Stand zu halten und zu sagen, ja, ich habe dafür so und so abgestimmt und wirklich auch dahinter zu stehen. Das finde ich, gehört auch immer mal echt auch dazu, sich zu reflektieren und zu hinterfragen, war das die richtige oder ist es die richtige Entscheidung, wenn du so und so abstimmst.

SPEAKER_00

Deswegen finde ich das in unserer Gruppe ganz schön und deswegen sitzen wir auch heute hier oder deswegen finde ich, heute haben wir so einen guten und engen Kontakt miteinander und uns so einen guten Draht, weil wir natürlich auch von unserem Gefühl erstmal ausgehen und uns die politischen Farben erstmal völlig wurscht sind. Andere Dinge auch oder Dinge auch, die die Parteien quasi vorgeben, auch nochmal hinterfragen, nochmal anders drauf blicken und uns das eigentlich letztendlich im ersten Step wurscht ist. Apropos Wurscht. Jetzt gehen wir aufs Gemüse los. Leo, erzähl mal ein bisschen von dir, was dich bewogen hat, in den Gemeinderat zu gehen und wer du bist und was du machst.

SPEAKER_01

Mein Name ist Leo Baumholze. Ich bin 28 Jahre alt, vom Beruf Option Gemüsehändler. Und deswegen relativ viel mit Menschen im Austausch. Ich betreibe Wochenmarktstände und da sind einfach, du bist ein bisschen der Kummerkasten deiner Kundschaft. Und das hat mich bewogen, dass ich mich politisch organisieren möchte oder engagieren möchte. Und daraufhin habe ich mir aber gesagt, als Unternehmer ist es immer schwierig, eine Partei zu haben. Da hast du immer gleich so einen Stempel und das wollte ich nicht haben. Und deswegen habe ich dann über einen Freund von den Freien Wähler Ulm erfahren. Das ist ein Verein. Also wir bestehen aus vier Vereinen. Wir haben kein Parteibuch, wir haben kein Parteiprogramm, sondern wir sind Vereine aus engagierten Leuten, die sich für ihre Stadt engagieren wollen. Wir haben auch keine Struktur, die über der Stadt ist, sondern wir haben nur Strukturen im Stadtbereich, also auf kommunaler Ebene. Das heißt, keine Landesvertretung, keine Bundesvertretung, sondern wir engagieren uns als Bürger der Stadt. Und das war natürlich als Gemüsehändler mit so vielen Kunden und so viel Reichweite war das dann natürlich so ein Schritt zu sagen, okay, gut, dann bin ich, glaube ich, da sehr gut aufgehoben. Und deswegen habe ich mich dann jetzt im Vorwahlkampf relativ spät auch erst für eine Kandidatur bei der Freie Wähler entschieden. Bin dann, weil ich so jung war, relativ weit nach vorne gekommen, habe aber ehrlich gesagt den Wahlkampf, ich glaube, sechs Wochen nur begleitet, weil ich mich wirklich sehr recht spät entschieden habe, mich dann doch politisch so zu entscheiden. Ich habe diesen Artikel von Thomas Kienle damals gelesen, diese 40 Stunden in der Woche als Stadtrat. Und das als Unternehmer, der selber schon 70, 80 Stunden arbeitet, habe ich mir dann gedacht, boah, 40 Stunden noch on top, kann ich das, kann ich es nicht. Aber ich habe dann gesagt, mir liegt die Stadt Ulm so am Herzen, dass ich das, glaube ich, wirklich machen möchte. Ich habe jetzt mittlerweile in meinem Unternehmen ein bisschen reduziert, um mich wirklich für die Stadt einzusetzen. Und ich glaube, das war wirklich der erste Punkt, das zu erkennen. Ich muss es reduzieren bei mir selber, weil sonst kann ich nicht das Amt, das ich jetzt angenommen habe, so ausleben, wie es auch ausgelebt werden sollte. Weil es sollte nicht nur zu Sitzungen gehen, die Pflicht sind, sondern wir sollten auch raus zum Bürger auf Veranstaltungen, die wir haben ja in der Woche 10 bis 15 Veranstaltungen, wo uns Bürger, Vereine, Interessenverbände einladen, die gar nichts mit dem eigentlichen Mandat zu tun haben, sondern die wollen uns einfach ihre Arbeit zeigen. Natürlich, jeder hat oftmals da noch einen Hintergedanken dabei, um uns was zu zeigen, was nicht gut läuft oder was sie sich vorstellen können. Und das war, glaube ich, der erste Punkt war das. Und das, ich glaube, da habe ich erst signalisiert, dass ich dieses Amt angenommen habe. Und für mich war, na klar, die Schwöreinsetzung, die Einsetzung am Schwörmontag war natürlich gigantisch. Ich habe ein Baumholzer, ich war der erste in der Reihe, ich saß direkt hinterm Handbendel ganz vorne in der vordersten Reihe. Das war natürlich ein Highlight schlechthin. Aber ich habe letztes Jahr, wo wir das schlechte Wetter hatten in Münster, meine Großmutter mitgenommen, die ist mittlerweile 75. Und die neben mir in dieses Münster reingelaufen und wir mittendrin, wir sind ja im Mittelschiff drin gekocht. Und das war für mich wirklich so ein Moment, wo ich gesagt habe, wow, in diesem altehrwürdigen Gebäude, das ja damals auch unsere Vorgänger eigentlich Stadträte und Bürger gebaut haben, da drin zum Hocken und da diese Schwörrede, das war für mich eigentlich der ausschlaggebende Punkt, wo ich gesagt habe, ja, jetzt habe ich die Bandweite und die Breite dieses Amtes verstanden, ja. Und das war wirklich so diese Säulen, auf die das Münster gebaut ist, das Dach, das alles trägt und das Ganze so, das war für mich der Punkt, wo ich gesagt habe, jetzt verstehe ich auch die Arbeit, die wir machen, weil wir machen ja wirklich, wie du vorher gesagt hast, nicht Arbeit für eine Gruppe, sondern wir machen für die ganze Stadt für alle. Und das ist, glaube ich, das auch mal wirklich diesen Bandbreite zum Überblicken, das ist phänomenal.

SPEAKER_00

Wir haben ja auch immer dann auch das Problem oder diese Einordnung für sich selber, was für, wie viele Termine nimmst du wahr, was für eine Tragweite hat das Ganze. Wir hatten ja eine oder haben eine Stadtratskollegin das verloren aus diesem Grund, weil sie ja die Arbeit im Gemeinderat und ihr Geschäft, ihr Unternehmen nicht in Einklang bringen konnte. Was absolut verständlich ist bei diesen wahnsinnigen vielen Terminen, die musst du jetzt leider aufgeben, weil ihr natürlich ihr Unternehmen und ihre Lebensgrundlage, das ist ja erstmal wichtig, weil das, was wir ja da im Gemeinderat machen, ist ja ehrenamtlich. Das musst du schon jonglieren können und schaffen können. Deswegen geht da auch immer der ganz große Respekt raus. Das verstehen viele erstmal gar nicht. Wenn man es selber gemacht hat, ich wusste das auch nicht, bin habe am Anfang auch gedacht, okay, ja klar, logisch, das sitzt ja auf einer Arschbacke ab, so in die Richtung. Ist es aber nicht. Also das ist schon, und da geht der ganz große Respekt an alle, die das machen. Egal wo und egal wie und dann auch noch Menschen, die dann im Ehrenamt auch noch zusätzlich tätig sind. Das ist für mich schon Wahnsinn. Und das kann man auch schon mal wirklich raushauen, dass man das respektiert und dass man da jemanden, wie sage ich so schön, oder wie kann man es so schön sagen, jemand so viel Respekt entgegenbringt, dass er das macht, das ist schon der Wahnsinn eigentlich, ja.

SPEAKER_04

Das kann ich nur streichen und unterschreiben, weil ich bin freiberufliche Kommunikationsdesignerin und habe den Luxus, mir meine Arbeitszeit wirklich auch flexibel zu legen. Anders könnte ich, glaube ich, dieses Ehrenamt gar nicht mit dem nötigen Respekt und Engagement, was man auch erwartet, zu Recht erfüllen, weil es wirklich sehr zeitintensiv ist. Und ich bin ja auch in einer kleinen Fraktion. Also ich bin sehr froh, dass wir mittlerweile eine Fraktion sind. Wir sind als Gruppe zu zweit gestartet, haben noch einen Kollegen dazu bekommen, haben somit jetzt einen Fraktionsstatus, was nicht nur irgendwie mehr Sichtbarkeit bringt, sondern auch zusätzliche Gremien, die man besetzt. Und was halt größere Fraktionen mit mehreren Köpfen wuppen, wuppen wir derzeit zu dritt.

SPEAKER_00

Ihr habt also quasi die Hürde, die euch Herr Mass selber so ein bisschen aufstellt, habt ihr dann quasi im Ulmer Gemeinderat geschafft.

SPEAKER_04

Danke.

SPEAKER_00

Um es mal jetzt ein bisschen lustiger zu machen.

SPEAKER_04

So politische Seitenliebe, liebe ich.

SPEAKER_00

Man muss dazu sagen, dass wir uns ja ab und zu schon auch, was die Parteien angeht, auch ein bisschen foppen und das auch lustig finden. Und das finde ich, das lockert auch unser Zusammenspiel auch dementsprechend immer ein bisschen auf. Deswegen, wir meinen das ja nicht böse. Aber, und da nehme ich mich nicht aus, ich bin wahrscheinlich meist federführend da drin, hau dann schon immer einen raus und meint es aber nicht immer böse, das weißt du ja.

SPEAKER_04

Ja, ich versuche es nicht böse zu nehmen. Nein, manchmal tut es schon weh. Aber ich glaube, das ist auch das Interessante, dass wir vier völlig aus verschiedenen politischen Richtungen kommen. Und den Diskurs, die Debatte, die wir im Bund damals, im Land mitbekommen haben, widerspiegelt sich eigentlich im Gemeinderat, in der Kommunalpolitik gar nicht so gravierend. Es gibt Statements, wenn wir Debatten haben, die natürlich eine politische Farbe auch widerspiegeln. Aber ich finde, es ist völlig peripher, weil wir ganz schnell alle auf das Thema zurückkommen und das eigentliche Problem und welche Lösungen müssen wir da jetzt irgendwie erörtern und hervorbringen, an den Bürgern festmachen und nicht unbedingt an einer politischen Couleur. Und das finde ich in der Kommunalpolitik eigentlich auch das Schöne.

SPEAKER_01

Das ist ja auch das Schöne, wieso wir, wieso ich finde eigentlich im Gemeinderat brauchen wir keine Parteien, weil wir brauchen keine Parteibücher, weil du verdrittst ein Spektrum an Bürger und das ist oftmals nicht das Couleur, was du für die Partei, wo du angetreten bist, sondern man kennt dich. Und die unterstützen dich dann, weil sie möchten dich da drin sehen, weil sie wissen, du setzt dich für dein Vorort ein. Du deswegen wähle ich dich. Und nicht, weil du ein Parteibuch hast. Ich glaube, die wenigsten wählen auf kommunaler Ebene nach Parteibuch. Und das ist auch das Schöne, was man wirklich bei uns im Gemeinderat sagen muss, dieser Klassenkampf oder diese Grabenkämpfe, parteigebundene Grabenkämpfe, die gibt es bei uns nicht, sondern wirklich, und das ist wirklich das Schöne, und das muss ich ehrlich sagen, das freut mich auch, wenn wir mal alle hier zusammen hocken.

SPEAKER_00

Ich habe das aber leider Gottes, da muss ich kurz unterbrechen, ich habe das leider Gottes, aber also ja, ich gebe dir da recht, das war auch so die ersten anderthalb Jahre war das auch so. Erst als dann diese, als in meiner Position als Landtagsabgeordneter, erst als diese Wahl oder diese Möglichkeit plötzlich da war, in den Landtag gehen zu können, zu dürfen, und dann die Leute gemerkt haben, okay, da geht einer den nächsten Step. Da hatte ich dann so ein bisschen bei uns im Gemeinderat das Gefühl, jetzt nicht von allen Seiten, aber von einer ganz bestimmten Seite, da wurde plötzlich Parteipolitik betrieben. Also da ging es dann plötzlich los, so mit die gegen die anderen, was ich ganz schrecklich fand. Weil ich kam mit der Situation erstmal für mich gar nicht klar, weil ich gedacht habe, was soll denn das jetzt? Also vorher war alles so, man hat miteinander gesprochen, hat Dinge entschieden. Klar hat es jeder so ein Stückchen weit auch anders gesehen, aber man hat irgendwie den ordentlichen Austausch vollzogen. Und dann plötzlich war das alles anders. Man hat nicht mehr miteinander gesprochen. Man hat plötzlich versucht, irgendwie, oder wenn man mit einem gegenüber gesessen ist, der hat dann plötzlich nicht mehr so gesprochen mit dir, wie es noch vor einem Vierteljahr oder vor fünf Minuten war? Es war plötzlich mit einem Step ganz anders. Deswegen würde ich, das hat mich zum Beispiel komplett überfordert, würde mich so ein bisschen interessieren, gab es Momente für euch, die euch im Ulmer Gemeinderat überfordert haben und ihr dann mit der Situation erstmal gar nicht klarkommt? Larissa.

SPEAKER_03

Schwierige Frage. Also natürlich, ihr habt schon angesprochen, dass wir uns ja dementsprechend vorbereiten, natürlich auch innerhalb der Fraktionen. Wir haben ja montags immer zum Beispiel Fraktionssitzungen, in denen die ganzen, also die zurückliegende Woche besprochen wird und auch die darauffolgende und natürlich holen wir da Stimmungsbilder ein. Klar, wer wie abstimmen möchte, an welchen Themen wir einfach festhalten, jetzt mal als SPD-Thema, was uns besonders wichtig ist. Und dann gelten natürlich auch die ganzen Individuen da rein. Ich muss sagen, also überfordert schwierig. Aber natürlich gibt es Entscheidungen, und das ist das Tolle, finde ich, an unseren Fraktionen, dass auch immer wieder gesagt wird, wenn du nicht der Meinung bist, dann stimm bitte auch nicht so ab. Und ich glaube, das gilt auch für jede Fraktion. Wir selbst müssen dahinter stehen. Und das finde ich kann herausfordernd sein, weil man natürlich weiß, okay, bei dieser oder jenen Abstimmung könnte diese eine Stimme dazu führen, dass es nicht so umgesetzt wird. Und vielleicht ist das dann die eigene Stimme, die dazu führt. Gleichzeitig haben wir die Aufgabe, so abzustimmen, wie wir es für richtig halten und wie auch natürlich in der Fraktion da einfach Wert draufgelegt wird für bestimmte Themen. Und ich finde, das kann hin und wieder vielleicht überfordernd sein, muss aber sagen, bei allem, worüber wir jetzt entscheiden mussten, wurden wir extrem gut, also ich als Neuer jetzt insbesondere innerhalb der SPD-Fraktion extrem gut aufgefangen und fand das nie als überfordernden Moment. Aber natürlich ist es so, wir hatten jetzt neulich ja auch wieder eine Abstimmung ÖPNV beispielsweise, das so knapp ausging wegen einer Stimme. Und die Entscheidungen finde ich immer so ein bisschen schwierig. Natürlich 1921, jetzt ging das so aus und der große oder ein großer Teil davon steht nicht dahinter, aber die Entscheidung fiel so aus. Und das finde ich Momente, in denen man denkt, ja, es gehört natürlich zu demokratischen Entscheidungen dazu und muss man akzeptieren. Aber wenn fast die Hälfte nicht für den Entscheid war, ist es einfach eine schwierige Situation, so per se am Ratstisch. Und das sind so Momente, in denen ich mir denke, natürlich, ich finde das auch wie ihr, wir verstehen uns insgesamt relativ gut und auch die Vibes sind gut am Ratstisch. Und das ist, glaube ich, auch nicht in jeder Stadt so. Also das weiß ich an Hirn sehr, sehr zu schätzen. Das weiß ich an unserem. OBS her zu schätzen und an den ganzen anderen, die da mitwirken. Gleichzeitig sind das einfach Dinge, die einen auch beschäftigen und die man auch mit nach Hause nimmt, natürlich.

SPEAKER_00

Da komme ich später noch drauf, was man so mit nach Hause nimmt. Ich gebe jetzt mal ein Beispiel, Leo. Was mich zum Beispiel komplett überfordert hat, war diese Wohnraumdebatte, wo dann plötzlich eine Entscheidung herbeigeführt wurde und wir das ja fast verloren hätten, dass Einfamilienhäuser in Zukunft in den Ortschaften nicht mehr gebaut werden dürfen. Das war für mich so ein Moment, und da geht es gar nicht darum, dass ich jetzt Eigenheimbesetzer bin oder ein Einfamilienhaus habe, sondern weil für mich einfach ja die Möglichkeit in der Zukunft dann plötzlich weg war, dass meine Kinder, egal wie die sich entscheiden, weiß ich heute nicht, ob mein Sohn, meine Tochter sagt, ich will in einer Wohnung leben oder ich will ein Einfamilienhaus haben oder ich will ein Kettenhaus, ein Rheinhaus, wie auch immer, dass man denen da jetzt, also wir, wir 40, denen die Möglichkeit wegnehmen. Und wenn es dann so knapp gewesen wäre, was es ja so ausgeschaut oder was sie ja so ausgeschaut hat, das hat mich komplett überfordert. Da habe ich gesagt, das kann ich nicht zulassen. Da muss ich aufstellen und hier gehen, weil das geht für mich, kann, ich komme damit nicht klar. Mal so als Beispiel. Was gab es da bei dir, Leo?

SPEAKER_01

Ich glaube, meine größte Überforderung war: Ich bin Unternehmer. Ich erkenne ein Problem heute, versuche eine Lösung über die Nacht und setze morgen was Neues um. So, so bin ich auch in den Stadtrat. Ich bin mit wenen Fahnen eingezogen. Ich wollte die Stadt verändern. Ich habe aber feststellen müssen, eine Verwaltung tickt anders. Ein Antrag geht ein, der wird geprüft, der wird so lange geprüft, bis er 100% sicher ist. Und dann kommt die Stadt mit einer Lösung. Das kann aber mal drei Monate, ein halbes Jahr. Teilweise sind Anträge von mir noch in Bearbeitung, die sind jetzt ein Jahr in Bearbeitung, wo ich sage als Unternehmer, wie lange braucht es sowas?

SPEAKER_00

Kleiner Funfact an der Seite: Der Leo schreibt natürlich Anträge en masse. Der Leo ist, glaube ich, der Antragskönig, möchte man sagen.

SPEAKER_03

Beschäftigt die Stadtverwaltung.

SPEAKER_01

Nein, also das war einfach für mich wirklich, ich stimme dir zu, die Wohnungsraumdebatte war auch für mich schwierig, weil ich auch, ich habe den, ich lebe den Unternehmertraum, Häusle im Kröne, wo ich mich zurückziehen kann, wo ich mich von meinem Unternehmen abschalten kann. Aber ich muss jetzt auch hier auf der Debatte, und dann die Debatte ist ja dann auch gigantisch. Dann kommen hier Sozialbauträger, die dir erzählen, wie viele Leute auf ihrer Warteliste sind. Die Stadt erzählt, wie wenig Wohnraum sie überhaupt erwerben können oder weitergeben können. Und dann kommen Bauunternehmer, außer Privatwirtschaft, die sagen, wir würden gerne bauen, aber uns passen hier ein paar Regularien nicht. Und dann wieder diese ganze Debatte einzufangen und zu sagen, kann ich jetzt die, opfer ich unsere Einfamilienhäuser? Also ja, für ein bisschen für die privilegierten Bereich, weil das kann sich heutzutage nicht jeder mehr leisten. Das müssen wir auch nicht mehr so gut. Im Raum behalten. Opfer ich jetzt das, um dann zu sagen, wir kriegen dafür aber auf der anderen Seite dann ein Wohnbau, Turbo oder sowas hin. Aber da muss ich auch sagen, ich habe da auch für mich entschieden, nichts zu opfern. Ich habe für ein Familienhäuser geschimpft, weil ich auch, wie du sagst, diese Freiheit haben möchte. Ich möchte niemanden verbieten, wie er zu wohnen hat. Wenn er das so möchte, dann soll er so wohnen. Und das fand ich auch schwierig, aber es war eine heftige Debatte. Und wenn dann diese Debatten so heftig geführt wurden, das war damals auch eine 20 zu 21 Entscheidung, und diese Entscheidungen, die bahnen sich an, dann hockst du so vier, fünf Stunden und das dreht eine Runde durch die nächste. Und auch das ist was, wo ich auch dann überfordert war, wenn dann diese Debatten immer neu werden. Und dann kommt hier in Debatten, also wir sind ja vorbereitet auf die Anträge, die die Verwaltung einreicht, aber dann meldet sich einer und sagt, ich hätte noch einen weiterreichenden Antrag, ich möchte hier was davor. Und dann ist es ja, wir haben ja wirklich zwei Spezialisten, die dann Wortglauberei machen, die dann wirklich einzelne Worte so hindrehen, dass dann dieser Antrag so oder so, aber du stehst dann da drin und du bist. Also, das war, ich glaube, es waren in dieser gleichen Debatte, Wohnbaudebatte war es, und da war dann ein Wort gedreht, das du zustimmen hast müssen, damit hast du es aber abgelehnt und wir wollten es alle zustimmen. Und die haben dann einen Vorantrag gestellt, dass das mit einem Wort gedreht war. Und da waren wir alle, du sitzt da vier Stunden drin. Es wären Fachdiskussionen, Zahlen, neue Argumentationen und du sitzt da drin und bist nach vier Stunden einfach blatt und dann kriegst du das. Ich glaube nicht mehr, dass es geht.

SPEAKER_00

Es war glaube ich so länger als vier Stunden. Ich weiß noch, das war ein unfassbar heißer Sommerabend. Wir saßen seit 16 Uhr da dran und ich glaube, es war irgendwann 22, 23 Uhr. Es war die Luft raus und du bist ja mit dem Kopf dann auch schon komplett durch, dass dann da noch so Scharmützel betrieben werden. Das ist schon krass manchmal. Aber das war ja auch geplant.

SPEAKER_01

Deswegen muss ich eigentlich immer komplett da sein, ne? Das war wirklich, ich kann mich an die Situation erinnern, das war völlig, also das war das erste Mal, wo ich mich überfordert gefühlt habe, weil ich wirklich gerade nicht geschnallt habe, wie muss ich jetzt mitmachen? Und das war wirklich ein Punkt, vor allem, da war ich mal, wie wir es ja gerade gesagt haben, nicht mit meiner Fraktion einer Meinung. Das heißt, ich konnte mich nicht an meinen Kollegen orientieren, sondern ich, und das war wirklich ein Punkt, wo ich sagen musste, das war ich überfordert. Katja.

SPEAKER_04

So, ich kann mich da anschließen. Wenn es um solche Themen geht, da fehlt mir einfach die Erfahrung. Da geht es manchmal wirklich um eine Formulierung, die man erst gar nicht so aufblickt, was das für eine Bedeutung haben könnte. Und da bin ich echt froh, dass wir eine gute Mischung im Gemeinderat haben zwischen neuen Köpfen mit neuen Denkweisen und Perspektiven, aber auch ganz viele erfahrene Kollegen, die das dann überblicken und dann auch in der Debatte wirklich aufklären. Man fängt zwar nochmal alles von vorne an, aber das ist dann auch wichtig, weil sonst werden da Entscheidungen getroffen, die im Nachhinein wirklich so gravierende Auswirkungen haben, wo man dann selber dran zweifelt, bin ich die Richtige dafür, da mit zu entscheiden, weil ich hätte es doch auch überblicken müssen. Das finde ich eine gute Mischung. Das sind so, finde ich, wenige überfordernde Momente, weil das habe ich auch schon von vielen und auch aus anderen Kommunen gehört. Wir in Ulm haben wirklich ein Privileg. Wir sind neu dazugekommen, jetzt sind wir auch noch relativ junge Menschen neu dazugekommen. Ich spreche jetzt auch mal als Frau, weil das ist auch nicht selbstverständlich in Gemeindereden. Es wurde nie hinterfragt oder irgendwie mal als Argument genommen, wenn man eine Meinung vertreten hat, was den anderen nicht gepasst hat oder auch manchmal in der Fraktion nicht. Also ich komme auch aus einer Fraktion, da besteht kein Fraktionszwang. Wir dürfen frei entscheiden und wenn wir nach der Fraktionssitzung in der Debatte uns dann trotzdem nochmal drehen, weil irgendein Kollege wirklich ein stichhaltiges Argument bringt, wo man sagt, okay, dachte erst anders, aber ja, klingt für mich vernünftiger. Das finde ich super. Und eben, dass wir von Anfang an ein vollwertiges Mitglied im Gemeinderat sind. Also es war mein Empfinden, es hat niemand in Frage gestellt, es hat niemand gesagt, setz du dich erst mal rein, hör zu.

SPEAKER_00

Nein, war gar nicht so, ja.

SPEAKER_04

Sprech am besten nichts, lern erst mal, wie es funktioniert. Und ich finde, das ist echt ein Privileg, was wir da in Ulm haben und was einem auch so ein bisschen vielleicht weniger überfordert und weniger herausfordernd ist, weil man von Anfang an auch auf Kollegen zugehen kann, die Erfahrung haben und die einen wirklich auch ehrlich in die ganze Sache mit einarbeiten. Und das fand ich wirklich sehr, sehr angenehm. Ich glaube, sonst würden manche Entscheidungen länger dauern oder viele Fehlentscheidungen getroffen werden, wo man im Nachhinein ja so ein bisschen die eigene Betrouille kommt. Man muss jetzt irgendwie seine Entscheidung rechtfertigen, nachdem man gemerkt hat, das war vielleicht nicht so klug. Und passiert Gott sei Dank wenig, weil wir da wirklich gut eingebunden sind und eine gute Mischung haben zwischen neuen denkweisen Perspektiven und auch andere Zielgruppen jetzt vertreten in der Bürgerschaft, wie welche, die schon länger dort sitzen und einfach die Erfahrung haben und aber auch uns teilhaben lassen von den Erfahrungen.

SPEAKER_00

Ich glaube, du hast ja was angesprochen, gerade egal, weiblich, jung, männlich, alt, keine Ahnung, völlig wurscht, das ist so ein Thema der Ewig Gästrigen, die da versuchen, ja, eine Gewichtung drauf zu legen. Und das finde ich ja gerade das Schöne jetzt bei uns, ich glaube, dass, ich bin ja nochmal ein bisschen älter, aber das so, und das ist meine große Hoffnung, ab meiner Generation, dann runterwärts oder jünger, dass es da völlig wurscht ist. Also ich habe noch mir noch nie, noch tatsächlich noch nie überlegt, hockt mir jetzt da eine weibliche Person, eine männliche Person, schwules, völlig egal. Da sitzt mir halt einfach ein Mensch gegenüber, der sich einbringt und der, egal ob er jung ist, alt ist, kommt und seine Expertise mit einbringt. Ich bin guter Dinge, dass wir das auf jeden Fall schaffen und dass es in Zukunft besser wird. Und wenn meine Tochter irgendwann mal kommt und sagt, sie will sich politisch engagieren oder mein Sohn, dann geht da ein ganz normaler Mensch mit rein und bringt halt seine Expertise mit rein. Ich finde, das machen wir schon sehr, sehr gut und ich finde das auch super im Ulmer Gemeinderat. Da wird gar nicht hinterfragt. Also, Geschlecht wird da gar nicht hinterfragt. Habe ich so das Gefühl. Also mein Blickwinkel sagt mir, dass es völlig wurscht ist. Wer du bist, woher du kommst und was du glaubst, sondern du bringst halt deine Meinung einfach mit ein. Jetzt gehen wir mal ein bisschen ins Persönlichere. Wie erlebt man die anderen? Habe ich jetzt hier auf meinem schönen Kärtchen stehen, das liebevollerweise der Mann hinter der Kamera vorbereitet hat, der liebe Philipp. Grüße gehen raus, mein Freund. Ja, mach ich auch. Was schätzt ihr aneinander? Wie seht ihr den jeweilig anderen? Wer argumentiert am härtesten? Wie wird das Miteinander empfunden? Zangen wir mal in der Mitte an. Beim Leo. Vielleicht halten wir uns jetzt ein bisschen kürzer, schweifen nicht mehr ganz so aus, weil ich habe noch zwei, drei Fragen und wir wollen natürlich nicht irgendwie bis morgen Mittag jetzt.

SPEAKER_01

Nee, ich glaube, das Miteinander hat ein sehr schönes Beispiel. Das war die Klausurtagung letztes Jahr, wo wir in einem wunderbaren evangelischen Kloster waren, wo wir uns über die Zukunft der Stadt gestritten haben. Und es war ein Nachmittag des Streitens, weil da waren so viele unterschiedliche Meinungen. Wir haben es nicht hingekriegt, da wirklich einen Kompromiss hinzukriegen, wie wir uns das vorstellen können. Der Blick in die Zukunft ist natürlich auch ein sehr weites. Das war ein sehr weiter und da waren viele dabei und auch ich war einer, der gesagt hat, wir haben jetzt Probleme hier, wir sollten jetzt das heute besprechen und nicht uns einen Luftschloss bauen. Aber da war der Abend das Schöne. Wir sind alle Farben, alle Parteien, alle an einem Tisch gehockt. Und wir haben den kompletten Weinvorrat leer getrunken in diesem Kloster, bis nichts mehr da war.

SPEAKER_00

Ich kann mich gut erinnern, dass die Larissa mit mir noch ein paar Schnaps getrunken hat.

SPEAKER_01

Das war für mich das schöne Bild, das diese Gemeinschaft wieder dargestellt hat, dass wir gestritten haben, ja, aber wir haben am Abend alle wieder zusammen das Glas gehoben und haben gesagt, auch Freundschaft. Und das war wirklich schön. Und ich bin, glaube ich, mit jedem von 40 per du. Es ist niemand, der sich siezen lässt. Es gibt nicht dieses. Nee, das gab sie. Und das wirklich, und das war für mich, wenn dir die älteren, so 70, 60, haben wir ja auch relativ viele noch dabei. Wenn die dir sofort das Too anbieten und sagen, nee, du, ich bin der Klaus. Das war für mich ein.

SPEAKER_00

Ich glaube, die einzige, die ich noch sieze, ist unsere Kulturbürgermeisterin, die Frau Mann. Frau Mann ist echt wirklich die Einzige, die ich noch.

SPEAKER_01

Auch mit den Bürgermeister, wenn du an so einem Abend dann der Martin ist dann der Martin und nicht der Herr Bürgermeister. Und das ist dann so wirklich, aber das zeigt auch diese Zusammenarbeit, die wir mit der Verwaltung und die wir haben. Und das finde ich, das ist diese Gemeinschaft, die sehr schön geworden ist. Katja?

SPEAKER_04

Ich glaube, dass das alles so funktioniert, wie du es auch gerade beschrieben hast, also das empfinde ich genauso, zeigt einfach, dass wir sehr, sehr großen Respekt gegenüber einander haben. Also es ist ein sehr respektvolles Miteinander, manchmal ein bisschen hitziger und vielleicht auch dann politisch geschuldet auch in der Debatte etwas härter und progressiver. Aber im Großen und Ganzen gibt es eigentlich keinen Grund und auch keine Persönlichkeit, mit der man danach nicht nochmal irgendwie menschlich zusammenstehen kann, zusammensitzen kann und akzeptiert, dass der anderen eine andere Meinung, ein anderes politisches Statement hat. Aber menschlich mögen wir uns doch alles sehr gern.

SPEAKER_00

Das war allgemein, wenn man das jetzt Ganze nicht macht. So, jetzt gehen wir mal so richtig in die Tiefe und sagen, wie siehst du den jeweilig anderen, wie siehst du jetzt aus deinem Blickwinkel den Leo? Jetzt gehen wir mal richtig in die Tiefe. Wie siehst du den Leo?

SPEAKER_04

Ich finde es unheimlich gut, dass sich ein junger Mensch so engagiert für die Stadt.

SPEAKER_00

Und dabei sieht er gar nicht so jung aus, Herr Leo.

SPEAKER_01

Das haben wir gestern erst geschickt.

SPEAKER_04

Auf das Thema gehe ich jetzt gar nicht ein, weil sonst muss ich jetzt hier auch ein bisschen.

SPEAKER_00

Wir sind ja unter uns, wir können schon ein bisschen deeper werden.

SPEAKER_04

Ja, genau, dass wir beide, du bist hier nicht der älter, du bist vielleicht in Wochen, Monaten der älteste, aber wir sind gleiches Baujahr.

SPEAKER_00

Ich sehe aber deutlich älter aus. Du siehst ja deutlich höher.

SPEAKER_04

Genau, jetzt fangen wir an mit Schmechelein. Nein, ich finde es wirklich toll und ich mag auch seine impulsive Art, weil das den Menschen den Charakter ausmacht. Und ich kann das gut vertragen. Ich finde es auch manchmal sehr erfrischend. Und es regt auch selber nochmal an, eine andere Perspektive darüber nachzudenken, mit einzubeziehen in die eigene Entscheidung. Manchmal greift es, manchmal nicht, aber das ist ja das Schöne. Jeder hat ja seine eigene Meinung und sein eigenes Bild von dem, wie eine Stadt oder wie Menschen in der Stadt leben sollen dürfen. Und deswegen, ich glaube, auch wenn mal irgendwie ein Statement kommt oder die Hand bei was hochgeht, wo ich denke, kann ich jetzt überhaupt nicht nachvollziehen, dann kann man vielleicht danach schon sagen, also was war denn das jetzt bitte? Geht's noch? Und dann muss man das aber auch akzeptieren und man sieht ja auch den Menschen dahinter. Und der Mensch ist ja nicht immer nur eine Entscheidung, sondern es sind ja ganz, ganz viele Eigenschaften, die jemand mitbringt. Und ich schätze, dass er so großherzig ist. Und auch meine Meinung, meine andere Denkweise respektiert und akzeptiert, ohne mich dafür irgendwo in eine politische Ecke zu stellen und für sich zu entscheiden, nee, das möchte ich jetzt nicht mehr.

SPEAKER_00

So sehe ich den Leo tatsächlich auch. Er ist manchmal sehr laut. Das ist aber sein Ding. Das macht er sehr, sehr gerne. Er ist manchmal auch sehr wild unterwegs und seine Gedanken gehen super in die, manchmal super in die Breite. Da weiß man gar nicht, woher der, wo die Informationen alle herkommen, die er dazu für sich verarbeitet. Aber er wird dann am Ende, wenn man auch miteinander spricht und ihm dann versucht, auch mal einen anderen Blickwinkel, manchmal fehlt dir auch ein Blickwinkel. Ihm dann den Blickwinkel mitgibt, dann wird er schon sehr konkreter und dann wird er auch ein bisschen leiser und dann wird er strukturierter. Ich glaube, da ist beim Leo noch viel drin. Also ich habe wirklich sehr viel Respekt vor unserem Leo, was er da tut, was er da macht. Und ich glaube, je länger er im Gemeinderat sitzt und je mehr er die ganzen Sachen so für sich so ein bisschen versucht auszunivellieren, umso besser wird er. Also, ist meine persönliche Meinung. Larissa, möchtest du über den Leo sprechen oder über die Katja?

SPEAKER_03

Kurz noch über Leo. Die Stadtverwaltung und wir warten noch auf den Moment, in dem er vielleicht die ein oder andere Mail direkt an die Abteilungen schickt und nicht unbedingt als Antrag verpackt. Das ist vielleicht ein Thema.

SPEAKER_00

Das ist Aufgabe, ey.

SPEAKER_03

Also so sehr ich dich schätze, Leo, aber wir müssen auch immer wieder auf unsere Stadtverwaltung gucken und auf deren Arbeitspensum.

SPEAKER_00

Das macht der Leo wirklich sehr, sehr gern. Also, das ist dieser Fun-Fact, den wir ja schon vorher erwähnt hatten. Leo ist ein unfassbarer Antragsschreiber. Das macht er. Vielleicht ist manchmal die Waage, da zu halten, vielleicht gar nicht so schlecht.

SPEAKER_01

Ich bin die sehr schön. Ich glaube, die Verwaltung hat und habe deutlich weniger geschrieben für dieses Jahr als letztes Jahr. Ja, ich habe das auch zu Herzen genommen. Das Arbeitsinstrument von uns stattreiten, ist halt einfach ein Antrag. Deswegen verwende ich gerne Anträge, weil ich auch finde, wenn ich, klar, ich kann in der Verwaltung eine E-Mail schreiben, dann kriege ich und der Verwaltungsangestellte das mit, was wir hier schreiben. Ich finde aber oftmals, ich habe viele Themen, ja, es waren vielleicht ein, zwei kleine, drei Anträge, die hätten wir letztes Jahr schneller über eine E-Mail regeln können, aber es sind Anliegen, die mir wichtig waren, dass die auch ein bisschen Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit kriegen. Das ist Müll in der Innenstadt. Klar, ich kann bei der E-Bo anrufen und sagen, stellt bitte noch mehr Mülleimer auf. Ich finde aber, das ist ein Thema, das die Öffentlichkeit beschäftigt. Das soll die Öffentlichkeit mitkriegen, weil ich habe es ja auch irgendwo her. Nicht jeder Antrag ist meine pure Idee. Sondern das sind Bürger, die sich bei mir beschwert haben, einfach zu sagen, hey, ich würde ja gerne mein Kaffeebecher wegschmeißen, aber wenn ich keinen Mülleimer finde, habe ich auch ein Problem damit. Die haben nicht gesagt, dass es dann irgendwo hinschmeißen. Aber das sind so Problematiken, die du dann mitkriegst. Und ich finde, dass den wieder zurückzugeben, wie dich auch auf so einen Weg bringen, ist ein Antrag dann auch wieder ein schönes Element, denen zurückzuspielen, hey, ich kümmere mich auch darum. Haben wir in der Stadt ein Müllproblem? Ja, haben wir. Ich glaube, dass wir da jetzt auf einem besseren Weg sind seit letztes Jahr. Der OB hat das ja auf seine Brust geschrieben, das ist ja sein großes Kampfthema. Ja, Chefsache nicht nur im OB-Wahlkampf gewesen, es wird ja auch gerade umgesetzt. Ich glaube, wir müssen aber nochmal auch da nochmal andere Blickwinkel. Wir können nicht sagen, es ist ein Müllproblem, das zum Beispiel die Lieblingsaussage, was ich immer höre, die junge Menschen sind das Müllproblem. Nein. Ich beobachte zum Beispiel ganz viele ältere Herrschaften, die Hausmüll in öffentlichen Mülleimer entsorgen. Das ist ein massives Problem in der Innenstadt, also nicht auf draußen, aber in der Innenstadt, dass Hausmüll in öffentlichen Mülleimer entsorgt wird. Auch da muss man sagen, das ist aber bitte bei den Kosten.

SPEAKER_00

Richtig. Wenn halt das Müllpensum erreicht ist und dass sich das jemand nicht leisten kann, dann den Müll dementsprechend zu erhöhen, dann stellt das in den öffentlichen Raum. Was mir immer so ein bisschen beigebracht wurde, oder was nicht ein bisschen, sondern was mir beigebracht wurde von meinen Eltern, weil du stellst halt, wenn jetzt am Dienstag die Müllabfuhr kommt, stellst du halt am Montagabend um 18 Uhr die Mülltonne raus. Die wird am Dienstag geholt und danach stellst du sie halt direkt wieder rein. Ich habe bei uns in der Innenstadt so ein bisschen das Gefühl, und ich glaube, da müssen wir auch als Gemeinderäte oder die Verwaltung muss danach gucken oder die EBU muss danach gucken. Da stellen Leute, am, keine Ahnung, am Donnerstag kommt der Müll, am Montag wird es rausgestellt und dann passiert nämlich folgendes. Jeder denkt, okay, oh, ich stelle meinen dazu, dass er auch abkohlt wird. Dann steht da eine ganze Woche der Müll, dann wird noch Müll obendrauf gestellt, weil jeder denkt, ja, okay, da kann man jetzt noch sein Müll dazustellen. Und somit schaut die ganze Woche schon beschissen aus. Also sieht die Stadt einfach beschissen aus. Und das zieht sich ja dann durch, weil diese Woche kommt dann der Restmüll, nächste Woche kommt der Biomüll, dann werden Kartonagen cool, dann werden Kartonagen von der EBU geholt, dann von Drittanbietern geholt. Dann steht eigentlich ständig der Müll draußen und das macht halt unsere Stadt unattraktiv. Aber da sind wir da hinterher, so wie ich das dann auch in unseren Sitzungen bekommen habe. Aber ja, ich glaube schon auch, dass wir ein Müllproblem haben. Aber Die Stadt ist auch nicht dafür ständig verantwortlich, das beiseite zu räumen, sondern muss halt jeder auch für sich selber diese Eigenverantwortung tragen, zu sagen, hey, ich stelle halt wirklich, ich gucke auf den Müllplan, ich stelle meinen Müll raus, am Abend, bevor die Müllabfuhr kommt und am nächsten Tag packe ich mein Zeug wieder ordentlich weg. Da müssen wir uns schon selber auch ein Stückchen weit jeder an die Nase fassen. Und da kann man nicht immer die Stadt dafür verantwortlich machen. Aber wir müssen natürlich jetzt dahinter sein.

SPEAKER_01

Wir haben Regeln und Regeln sind dazu da, dass sie eingehalten werden. Und das müssen wir wieder uns zurückrufen. Wie du sagst, es ist eigentlich geregelt, Müll darf nur am Abend vorher rauskommen. Aber wie du sagst, die Stadt ist überlagert mit Mülltonnen mittlerweile, die ganztägig draußen stehen. Das geht einfach nicht.

SPEAKER_00

Wer hat über den anderen noch nichts gesagt? Leo, linke Seite, rechte Seite. Was schätzt du an deinen Kolleginnen?

SPEAKER_01

Dann möchte ich was zu Larissa sagen. Larissa, mir fehlt oftmals, gebe ich auf und zu, die soziale Komponente. Und da muss ich wirklich, mir, und da muss ich wirklich sagen, da habe ich mit Larissa einen super Part gefunden, wenn ich was habe, wo ich sage, Larissa, hier, das stört mich so massiv. Dann diskutieren wir ja gerne diese Vierergruppe, Anträge oder auch Anliegen und sowas. Und Larissa ist immer so der soziale Kompass in dieser ganzen Diskussion. Und das ist wirklich eine ganz tolle Stärke. Letztes Mal ging es um eine Veranstaltung, da ging es um eine Veranstaltungen, die ich toll fand, wo ich gesagt habe, das müssen wir unterstützen. Dann hat Larissa gesagt, ihr müsst auch an die Inklusion denken. Das sind Stufen, das ist blöd. Da schließt ja eine Gruppe aus, da habe ich gesagt, oh Scheiße, an das haben wir gar nicht mitgedacht. Und das sind so Kleinigkeiten, aber das sind wirklich Kleinigkeiten, wo wichtig sind, weil das ist auch ein Teil der Bevölkerung und die schließen wir aus. Und wenn wir das und das muss man dir wirklich zugute kommen lassen. Und das Ehrenamt, das du immer mit einbindest, egal, wo wir gestern bestes Beispiel, Landeskartenschau. Wir brauchen 1200 Ehrenamtliche. Und du hast gesagt. Mindestens. Mindestens. Und du hast gesagt, hey, ich habe eine Agentur, ich habe Strukturen, ich mache das, ich helfe euch da. Das fand ich gestern ein tolles Beispiel, wo zu sagen, wirklich, hey, ich helfe da mit, dass die zwei Mädels haben und gesagt, wir wissen gar nicht, wie wir die kriegen sollen. Wir wollen die Superlative, wir wollen nochmal 300 mehr als Elwangen haben. Und du sagst, kein Problem, kriegen wir hin. Fand ich cool. Und das ist wirklich was, wo ich an dir absolut schätze.

SPEAKER_03

Vielen Dank.

SPEAKER_00

Deswegen mag ich unsere Gruppe so sehr, weil wir wirklich unfassbar viele unterschiedliche Blickwinkel haben. Jeder kommt so aus einem anderen Bereich, aber wir ergänzen uns da halt auch großartig. Also das ist so mein persönliches Gefühl. Das macht deswegen, das gebe ich euch allen zurück, das macht unfassbar viel Spaß mit euch, diesen Gemeinderat bestreiten zu dürfen. Und ich finde unsere Verbindung echt super cool. Deswegen, ja, ich bin sehr glücklich, dass wir uns da gefunden haben, auch wenn wir aus komplett unterschiedlichen Welten teilweise kommen und dann aber auch in die Welt von dem jeweiligen anderen so ein bisschen eintauchen können. Das finde ich echt bockstark. Gefällt mir sehr gut, muss ich sagen. Okay, dann hätten wir das Thema auch hier erledigt erstmal. Hier haben wir eigentlich fast alles schon auch dementsprechend besprochen. Gut, wir könnten mal drauf eingehen. Was nervt euch manchmal an der politischen Denkweise des anderen? Gibt es da irgendwas, wo ihr sagt, geht mir das so richtig auf den Keks? Oder haben wir so eine Verbindung, dass man sagt, nee, also ich schaue mir das an, ich finde das zwar nicht immer unbedingt passend, aber ich kann damit leben, dass derjenige vielleicht so denkt. Oder übersteigt das jetzt alles?

SPEAKER_04

Ich glaube, ich habe das doch schon beantwortet. Ich kann das ganz gut abhaben und respektiere das auch und kann das akzeptieren. Ich glaube, wie du jetzt auch schon über Larissa gesagt hast, manchmal fehlt einfach eine Perspektive und da ergänzen wir uns. Ich muss die nicht vollkommen für mich tragen. Aber es ist einfach wichtig, ah, okay, da gibt es vielleicht noch eine Gruppe an Menschen in der Stadt, die hatte ich nicht auf dem Schirm. Die gewichte ich vielleicht dann anders, wie Larissa oder wie du oder Leo. Aber ich habe sie dann auch mit auf dem Schirm und kann das dann auch natürlich in meine Überlegungen und Entscheidungen mit einfließen lassen, oder eben dann nicht. Und das steht uns ja jedem frei. Also wir sind nicht zusammen in einer gleichen Fraktion, aber wenn wir das schon schaffen in der Fraktion, und ich glaube, da spreche ich eigentlich zum Großteil für uns alle, wir sind alle in Fraktionen, wo es Fraktionsfreiheit gibt und die schätzen wir auch. Und dann müssen wir das ja auch überfraktional irgendwie hinbekommen. Mir geht es manchmal eher mit anderen Stadtratskollegen so. Da gibt es halt einfach ein paar sehr eigene Charaktere. Da steht vielleicht schon manchmal so ein bisschen das politische Couleur oder auch eine persönliche, also nicht mal unbedingt eine parteiliche Ideologie, sondern auch persönliche Ideologien so stark im Fokus, die manchmal auch einfach keine andere Perspektive zulassen. Und das finde ich dann immer ein bisschen schwierig und schade. Aber auch das muss man in der Demokratie abhaben und akzeptieren und aushalten können, genau.

SPEAKER_03

Ergänzend dazu finde ich es auch ganz wichtig. Natürlich, wir sind auch politisch, wurde jetzt schon mehrmals gesagt, wirklich, glaube ich, in bestimmten Themen meilenweit auseinander, was völlig legitim ist. Aber ich habe auch hin und wieder den Eindruck, insbesondere am Ratstisch, ich finde, eine politische Arbeit muss auf Augenhöhe ablaufen. Und das ist hin und wieder mal, ich nenne jetzt nicht da spezielle Personen, weil es das auch gar nicht wert ist, sagen wir es mal so. Aber hin und wieder passieren Dinge, die für mich einfach überhaupt gar nicht in mein Weltbild auch passen. Und die ich schwer ertragen kann, wenn Dinge, die so völlig fern von unserer Realität sind, fallen. Und da tue ich mir sehr schwer. Und das nervt mich unfassbar. Also ich spiele jetzt insbesondere natürlich auf zwei Menschen ab.

SPEAKER_04

Also da musste ich auch schon mal einen Kommentar in einer Sitzung ablassen, die einfach ein völlig fehl am Platz gehaltenes Argument widerlegen musste. Also wirklich zu sagen, das hat jetzt überhaupt nichts mit irgendwie Demokratie und die Meinung muss sich aushalten zu tun, sondern es war so dermaßen unter der Gurtenlinie und so, ich finde da gar kein Wort dafür.

SPEAKER_00

Wenn halt Spielchen ist. Also, ich finde so ein Gemeinderat, so ein Stadtrat oder so ein Landtag oder auch ein Bundestag sind nicht dafür da, um Spielchen zu spielen. Ich finde, die Ernsthaftigkeit der Sache ist immer gegeben, weil man ja unbedingt Dinge auf den Weg bringen möchte, die das Leben der Menschen besser macht. Ich glaube, keiner geht jetzt irgendwie von uns in den Gemeinderat und sagt, okay, ich will jetzt unbedingt, dass es irgendwie den Leuten schlechter geht, unseren Mitmenschen schlechter geht, sondern wir wollen ja was zum Positiven bewegen. Und da haben Spielchen einfach gar keinen Platz, finde ich. Und manchmal werden da eben Spielchen betrieben, wo ich mir einfach auch denke, hey, was soll denn das jetzt? Konstruktiv, wunderbar, da ist mir auch die politische Farbe völlig Wurst, aber keine Spielchen. Und das ist so manchmal so ein bisschen das Problem, wo ich dann halt aussehe, okay, was soll das jetzt? Und das hält uns nur auf und bringt uns auch kein Stückchen weiter.

SPEAKER_03

Und wir machen das nicht aus Selbstinszenierungsgründen, dass wir an diesem Ratstisch sitzen. Und hin und wieder habe ich den Eindruck, dass genau das da der Fall ist. Und damit tue ich mir auch extrem schwer.

SPEAKER_01

Ja. Ja, ich habe ein ganz großes Problem, wenn Leute in Sitzungen drin hocken und über Standarthemen, die für uns alle normal sind, realitätsfremde Ansichten, ihre Ideologien in den Vordergrund stellt und nur ideologisch geprägt, alles, was du dann argumentierst, ist falsch, weil du bist nicht diese Ideologie bist und das ist, glaube ich, auch ganz schlimm, wenn diese Ideologie durchbricht. Und es ist nicht nur bei diesen zwei Herrschaften, die wir meinen, sondern es ist auch bei anderen Fraktionen, dass da ab und zu die Ideologie so nach vorne prescht, bei bestimmten Personen, wo ich mir so denke, hui. Also wenn wir diskutieren müssen, ob der Bus erst den Gehweg geräumt wird, dass ich zum Bus kann oder die Straße erst geräumt wird. Das sind Diskussionen, wo ich mir so denke, die brauchen wir nicht führen, sondern es wird erst die Straße, dass der Verkehr rollen kann und dann sind die Bürgersteige dran. Aber da haben wir eineinhalb Stunden drüber diskutiert, weil jemand seine Ideologie nicht hinten anstellen konnte, sondern darüber gebrochen ist. Das sind so Sachen, da komme ich mir dann verarscht vor, weil ich habe mir die Zeit, es ist ein Ehrenamt, das ist unsere Freizeit rausgenommen, um eigentlich einen sinnvollen Beschluss zu machen. Aber ich muss dann über sowas diskutieren. Das finde ich auch sehr schwierig.

SPEAKER_00

Ja, aber Leo, da hat schon auch jeder so seinen eigenen Blickwinkel. Ja, ich gebe dir vollkommen recht. Viele Dinge könnten einfach deutlich schneller besprochen sein. Ich finde auch, dass im Ulmer Gemeinderat oder auch jetzt im Landtag, wir hatten ja da diesen Chat, den wir da ständig bemühen, da kommt dir das, was im Gemeinderat gesagt wird, kommt dir nach so einer Landtagssitzung wie eine Randnotiz vor. Aber ich muss dir auch ehrlich sagen, auch wenn im Gemeinderat jemand vorträgt, was er da macht, was super wichtig ist. Und ich finde auch, dass diese Plattform Gemeinderat auch dazu benutzt werden muss, jemanden zu würdigen für die Arbeit, die er da tut. Aber es muss nicht jeder aus der Fraktion danach ein Fass aufmachen. Also es wird natürlich sich bedankt. Das finde ich auch wichtig. Ich finde auch jede Partei sollte die Möglichkeit haben, sich bei den Menschen zu bedanken, die da diese ehrenvolle Aufgabe machen. Aber es muss dann nicht noch einen riesen Fass aufgemacht werden und dann noch weitere 20 Minuten gesprochen werden, wie toll das doch alles ist und keine Ahnung, so diese Selbstbeweihräucherung, nur um eine Partei in den Vordergrund zu heben. Ich finde, das gehört timeboxt. Also ich finde, da gehört manchmal, und ich weiß, das sind auch wir von der CDU und die Grüße gehen raus an meinen lieben Fraktionsvorsitzenden Thomas Kienle, der ja super ausschweifend da die Dinge thematisiert. Das finde ich Horror. Also ich finde, da gehört schon auch gearbeitet. Manchmal wird da halt auch nicht wirklich gearbeitet. Da wird halt mehr geschwätzt, es tut mir leid, dass ich so sage, als dann wirklich gearbeitet wird. Und das würde ich mir zum Beispiel bei uns im Ulmer Gemeinderat wünschen, das würde ich mir natürlich auch im Landtag wünschen, wahrscheinlich sogar auch im Bundestag, dass die Leute sich da einfach kürzer fassen und sich da nicht selbst beiräuchern. Wie seht ihr das?

SPEAKER_04

Ja, ihr dürft uns als FDP-Fraktion gerne als Vorbild dafür nehmen, weil manchmal mag das den Eindruck erwecken, wir würden die Arbeit nicht genügend huldigen oder uns dafür bedanken, die uns irgendein Verein, Gesellschaft. Genau sich selbst präsentiert und die Arbeit und was sie für die Stadt tut. Aber ja, mich langweilig das auch.

SPEAKER_00

Vor allem sagt jeder das Gleiche. Also quasi das hat noch nie jeder gesagt. Es wurde schon gesagt, aber noch nicht von denen.

SPEAKER_04

Dann nehme ich vielleicht das raus, was mir am besten gefallen hat an der Arbeit und nehme das als Beispiel und hebe das nochmal hervor. Aber ich muss nicht die komplette Aufgabenrange nochmal in eigene Worte fassen, um zu sagen, ich habe es, oder zu zeigen, ich habe das Aufmerksamkeit gelesen und habe jetzt auch nochmal aufmerksam zugehört, sondern ich glaube, das ist vielleicht auch das Schöne oder was von wirklicher Intelligenz zeigt, wenn ich ihn in wenigen Worten und auch so, dass es jeder am Tisch versteht, mein Dank, meine Position einbringe und dann ist gut.

SPEAKER_00

Vielleicht wäre das ein gemeinsamer Antrag für uns alle. Gar nicht. Vielleicht können wir den alle einbringen. Leo federführend natürlich. Timeboxen. Dass wir so Dank sagen, Danksagungen auch dementsprechend kurz halten, Timeboxen, damit man ordentlich auch dementsprechend weitermachen kann.

SPEAKER_03

Vielleicht auch dazu nochmal zwei Worte. Absolut, ich bin da voll bei euch. Ich sehe auch, dass man das Wesentliche herausarbeiten sollte, was einem persönlich oder der Fraktion natürlich entsprechend das Wichtigste. Wir haben so eine tolle Trägerlandschaft hier in Ulm. Wir haben so eine gute Stadtverwaltung, in der wirklich viel Gutes auch passiert. Und das wertzuschätzen, ist unsere Aufgabe. Aber gleichzeitig bin ich absolut bei euch, wenn die vierte Person sagt, also eigentlich wurde alles gesagt, ich kann mich da anschließen. Und dann ist so beginnt es ja eigentlich. Treibt es eigentlich so unnötig in die Länge.

SPEAKER_00

Ja, definitiv. Wir kommen so langsam, aber sicher zum Ende. Ich hätte jetzt noch ein paar Fragen auf der Uhr. Die letzte Frage wird wahrscheinlich noch ein bisschen Gesprächsbedarf haben. Wie oft nehmt ihr politische Diskussionen mit nach Hause? Legt ihr, wenn ihr jetzt aus dem Gemeinderat kommt, legt ihr die Themen zu Hause ab und sagt, okay, ab hier ist jetzt Ende. Weil bei dir, Leo, weiß ich, das ist dein Lebensinhalt. 24-7 wird er über die Stadt, was völlig in Ordnung ist. Oder grenzt ihr da so ein Stückchen weit ab? Besprecht es mit eurer Partnerin, Partner, wie auch immer, mit euren Freunden, Mitmenschen, Liebenden?

SPEAKER_01

Wie du das schon gesagt hast, für mich ist das eine Lebensaufgabe. Deswegen ja, ich nehme viel politisch mit nach Hause. Auch Abstimmungen, die dann schon gelaufen sind, wo ich mir überlege, war das jetzt, wie ich gestimmt habe, doch richtig oder nicht? Oder was haben wir denn jetzt da wieder für einen Murks abgestimmt? Und ich glaube, ich bin da, dadurch, dass ich nicht in einer Beziehung bin, sondern mit einer WG zusammenwohne, wo es zwei völlig konträre, also drei völlig konträre politische. Ist das gerade eine Bewerbung als politische Ausrichtungen gibt, diskutieren wir das wirklich doch ab und zu mal, wenn das dann öffentlich sein darf, das muss ich ja auch mal unterscheiden, darfst du überhaupt drüber reden? Wenn es öffentlich ist, diskutieren wir das sehr gerne bei uns beim Abendessen. Weil ich finde, auch dann wieder diese Blickwinkel. Da haben wir wieder dieses Blickwinkel. Dann wird halt da nochmal ein anderer Blickwinkel mit reingeworfen. Deswegen ja. Ich nehme es häufiger mit nach Hause als mir liebisch. Wo ich es ganz krass finde, ist sonntags. Wenn ich mich dann anfange, mental schon vorzubereiten auf die Fraktionssitzung, dann muss ich mir nochmal Unterlagen zu den nächsten Ausschüssen durchlesen. Und da danach rauszukommen aus diesem Trott, wenn du dir mal mittags bildlich mal deine ganzen E-Mails wieder durchgearbeitet hast, das mal dato, dieses Programm, wo alle Informationen hinterlegt sind. Wenn du das mal durchgearbeitet hast, da danach finde ich, kommst du extrem schwer wieder. Also Sonntag auf Montag, da bin ich, ich sag mal, das ist mein politischer Tag Montag, da bin ich von morgens bis abends im Kopf in der Politik. Ich sage dann so, wenn bei mir wieder der normale Trott mit Wochenmarkt und so losgeht, dann kann ich gern mal wieder abschalten. Aber so am Montag ist es so ein Tag, da geht das oder der ganze Tag so im Hinterkopf immer mit die Politik mit.

SPEAKER_03

Also ich glaube, es wäre falsch, wenn wir Dinge nicht mit nach Hause nehmen würden, weil wir uns bewusst dafür entschieden haben, Gemeinderätinnen oder Stadträtinnen und Räte zu werden. Und ich finde, dann ist es auch wirklich unser Schwerpunkt zu sagen, wir gehen offen durch diese Stadt und schauen, was läuft gut und was läuft nicht gut und setzen im besten Fall da an, wo es nicht gut läuft, schätzen das aber auch wert, was gut läuft. Und ich finde, das ist eigentlich so ein 24-7-Job. Gleichzeitig ist es unglaublich wichtig, auch mal zu sagen, nee, an diesem Tag lasse ich Dinge rund um den Gemeinderat, weil wir natürlich unser Umfeld haben, weil wir eine Arbeit haben, weil wir Beziehungen haben, Kinder haben und und und. Und das ganz wichtig für einen, glaube ich, auch selbst ist, da auch mal bewusst zu sagen, heute nicht. Aber darüber hinaus finde ich, ist es mitunter auch unsere Aufgabe, Dinge zu diskutieren, wo es nur geht und auch offen, wie gesagt, durch die Stadt zu gehen.

SPEAKER_00

Katja?

SPEAKER_04

Also ich kenne es seit Jahren gar nicht anders, weil ich natürlich in der Partei auch schon lange engagiert bin und im Vorstand war jetzt auch Co-Kreisvorsitzende bin. Das heißt, ich bin eigentlich tagtäglich mit politischen Themen irgendwie in Verbindung und diskutiere das auch mit anderen. Es ist aber, ich sage es ganz ein bisschen schlimmer geworden, wenn man natürlich auch nach jetzt weiter Halbzeit, also wir gehen jetzt ins dritte Jahr unseres Mandatszeit, mittlerweile dann halt auch als Stadträtin erkannt wird. Und man nicht auch im Freundeskreis oft, Familienkreis sowieso, nicht nur noch die Katja ist, sondern die sitzt jetzt am Ratstisch, kriegt Dinge mit, die man vielleicht nicht mitbekommt, aber jetzt einen Zugang dazu hat und dann einfach, wo man sich früher über private Themen unterhalten hat, wird jetzt immer auch irgendwie ein politisches Thema mit diskutiert. Manchmal muss ich mich da auch wirklich rausnehmen und sagen, darf ich heute bitte einfach nur die Katjas sein? Wir sind hier auf einem Geburtstag oder haben hier irgendwie ein Grillfest oder sowas. Darf ich heute bitte nur die Katjas sein? Wir können das Thema gern nochmal aufgreifen. Da treffen wir uns nochmal, trinkend zusammen Kaffee. Manchmal braucht man wirklich eine mentale Pause davon, weil ich möchte auch nicht nur über die Politik definiert werden, weil ich bin ja auch mehr als nur Stadträtin oder eben in der Partei. Und deswegen war es jetzt nicht so gravierend für mich, weil ich das schon lange kenne. Aber natürlich nehme ich mir gerade auch die Freiheit, in einem sehr privaten Kreis dann zu sagen, bitte heute bin ich Katja. Wir können uns gerne die Tage nochmal treffen, telefonieren. Ich höre mir das gerne an. Ich diskutiere sehr, sehr gerne mit dir oder wir können da nochmal drüber reden. Also was auch der andere dann vor Vorstellungen hat, was ich da dann bewegen kann oder eben nicht. Aber ja, manchmal möchte ich einfach nur die private Katja sein.

SPEAKER_00

Das hat sich bei mir auch verändert, wenn ich das so sagen darf. Mir war ja früher Politik völlig wurscht. Es ist Fakt. Und jetzt so in den letzten Jahren hat sich das so jetzt seit drei Jahren, im Gemeinderat, fast drei Jahren, hat sich das natürlich auch verändert. Und jetzt mit dieser neuen Aufgabe kommt natürlich jeder und möchte natürlich immer wissen. Aber so war es früher halt in Sachen Clubs und in Sachen Partys und da wollte auch jeder wissen, okay, wo machst du nächste Woche ein Event und so weiter. Also das Arbeitsfeld wird schon immer über einen so ein bisschen ein Stückchen weit drüber gestülpt. Das ist jetzt vielleicht bei anderen Berufen nicht so schlimm, aber bei so Themen, wo man halt auch in der Öffentlichkeit steht, ist es natürlich gang und gäbe, dass da jeder natürlich auch ein Stückchen wissen möchte, so ein paar Insights wissen möchte und wie läuft es eigentlich und hast den und den getroffen, weil es natürlich viel auch in der Öffentlichkeit abläuft. Deswegen, ja, aber ich verstehe euch da voll und ganz und ich bin auch immer meist froh, wenn ich irgendwo ganz anders bin und dann so meine Jungs, meine Leute um mich rum, die dann gar nicht wissen wollen, was in der Politik abgeht, sondern einfach nur mich als den Typ von früher nehmen und dann mit mir halt dann einfach Party machen oder so. Was mich super noch zuletzt interessieren würde, wir leben ja momentan, und was ist momentan schon? Seit geraumer Zeit in einer Zeit, in der jeder und jede alles sagen und schreiben darf, was er sie möchte. Kommentare, Hasskmentare, Social Media, Meinungen, ungefiltert. Wo einfach Menschen ihren Frust loswerden möchten und vielleicht dann die Person, die jetzt gerade am allernächsten ist, dafür benutzen, nehmen, um über das große, also das große Ganze drüber zu stülpen? Was sind da eure Erfahrungen? Was Kommentare unter euren, ihr seid ja auf Social Media auch alle sehr aktiv? Habt ihr da Erfahrungen? Sagt ihr da okay da, oder den Blick auf andere? Wie seht ihr das? Wie fühlt ihr das? Was sind da eure Ansichten zu diesen Kommentarfunktionen? Oder dass jeder heute ungefiltert alles abladen darf, was er eigentlich letztendlich in dem Moment denkt?

SPEAKER_04

Ich glaube, man muss da unterscheiden, was ist wirklich persönliche Kritik und Anfeidung und was zielt vielleicht jetzt auf eine politische Richtung ab.

SPEAKER_01

Oder politische Linie. Ich glaube, also mir hat man gesagt, wo ich Stadtrat worden bin, jetzt brauche ich ein dickes Fell. Weil du bist der Anlaufpunkt für Frust. Immer wenn Bürger da sind, kriegst du erstmal eine hohen Rüffel. Du kriegst erstmal eine hin rüber, das macht ihr Scheiße, das macht ihr falsch, Cell macht ihr falsch. Ich habe selten gehört, dass ein Bürger mal komisch und gesagt hat, wow, der Beschluss oder die Umsetzung, das, was ihr da gebaut habt, das war richtig. Sondern wenn was fertig baut war und es toll ist und wir es eingeweiht haben, dann war der nächste Kostenpunkt oder nächste, wieso hat es jetzt 10 Millionen mehr kostet als haben wir das als Jungstadräte gar nicht zu verantworten, weil das waren unsere Vorgänger, die das beschlossen haben. Wir setzen nur noch das um, was schon beschlossen ist. Deswegen können wir oftmals für sowas gar nicht. Und ich glaube, wir müssen wirklich darunter scheinbar zwischen greift jemand dich persönlich an, also Leo, du Arschloch, dann ist das, bin ich angegriffen, oder erzählt mir jemand, wie blöd die Politik ist. Da kann ich nichts verändern. Muss man ehrlich sagen, da muss man auch teilweise ein bisschen lernen zu ignorieren. Also ich glaube, bei dir ist es eher noch schlimmer, weil du bist eine Partei und du hast ein Parteibuch und du hast jetzt ein öffentliches Amt. Ich glaube, als Stadtrat, also ich muss sagen, auf meiner Social Media waren noch nie groß Hasskommentare. Also ich habe das Problem noch gar nicht gehabt. Auch wenn ich ab und zu wirklich auch mal knallhart meine Meinung da drin sage. Und wie ihr vorgesagt habt, ich bin laut, ich bin direkt, ich sage es, wie ich es finde und ich bin da auch nicht verblümt. Also deswegen habe ich da eigentlich schon mal erwartet, dass mir irgendwann mal jemand drunter schreibt, hey, eine komplett andere Ansicht und sagt, hey, das ist scheiße. Aber muss ich ehrlich sagen, ich habe es noch nicht erfahren.

SPEAKER_04

Du hast angesprochen. Also ich glaube, wir sind in der Partei, wir haben auch andere Wahlkämpfe als unseren eigenen schon mitbestritten und das gehört dazu und das zeigt er da auch Erfahrung. Man hat so seine Pappenheimer Bürger.

SPEAKER_00

Aber die werden schon deeper, ne? Also es ist nicht mehr so, dass man mal sagt, okay, was macht ihr da für einen Scheiß? Sondern es ist teilweise schon so, dass es hart, teilweise so unter die Gürtlinie geht. Und wenn ich mir jetzt gar nicht großartig bei mir, bei mir hält es sich eigentlich noch in Grenzen und ich bin da schon sehr zart beseitigt und bei manchen Themen, wenn man andere sagen, das ist ja nicht schlimm, da bricht schon bei mir irgendwie so eine Welt zusammen, deswegen lese ich schon gar nicht mehr. Aber wenn ich dann auf Sportler mir das anschaue, Leute, die bei Olympia vielleicht nicht die Erwartungen oder die Erwartungen eingetroffen sind, die Leute von ihnen erwartet haben, wenn da Hasskommentare drunter gestellt werden oder in der Politik ist das relativ einfach, aber du kannst heute schauen, von bis, das ist völlig wurscht. Wenn irgendjemand in der Öffentlichkeit steht, wird da mit Hass und Hetze begegnet, teilweise Kommentare, wo ich mir denke, hey liebe Leute, du hast mit diesen Menschen noch kein einziges Wort gewechselt. Du weißt gar nicht, wie der drauf ist, aber es wird drauf geklopft ohne Ende. Ich finde das eine sehr besorgniserregende Entwicklung, die wir da haben. Und ich wüsste aber auch nicht, wie wir das jetzt besser machen können.

SPEAKER_04

Die Leute zufrieden erstellen. Meistens hat es ja was mit der eigenen Lunch.

SPEAKER_00

Nur mit zufriedenstellender.

SPEAKER_03

Ich glaube genau, dass Social Media insbesondere einfach die Plattform ist, über die halt mal schnell auch ein Kommentar gepostet wird. Ich glaube, wenn man den Menschen face-to-face begegnen würde, kann man natürlich auch anders reagieren. Und dadurch, dass es alles unglaublich schnelllebig und so weiter ist, ist das auch ein Thema, das ist eigentlich gar nicht mehr einzudämmen, glaube ich. Aber was wir, finde ich, als Politikerinnen und Politiker immer wieder appellieren müssen, ist, Leute, Hass und Hetze haben auf dieser Welt irgendwie keinen Platz. Und wenn man Dinge verändern muss oder möchte, dann tut es. Aber nicht über solche Plattformen, finde ich. Also dann steht dafür ein und versucht irgendwas zu verändern, aber nicht über diese Kommentare auf Social Media, weil damit ist doch schlussendlich keinem geholfen.

SPEAKER_00

Das ist ein letztendlich auch ein schöner Abschluss, weil ich rufe ja die Leute momentan auch gänzlich bei Veranstaltungen dazu auf, beteiligt euch, junge Menschen, ältere Menschen, völlig egal. Kommt, beteiligt euch, geht in eure, geht in Ortschaftsrede, geht in Gemeinderäte, Landtag, Bundestag, völlig wurscht, geht in die Vereine, beteiligt euch, wenn euch was stört. So ein Hasskommentar ist, weiß ich, sehr schnell geschrieben und manchmal auch aus einem Moment raus, wo man wirklich wahrscheinlich auch richtig angepisst ist. Und dann möchte man das natürlich loswerden. Und ich habe mir das noch nie rausgenommen, ich habe noch nie jemand anderen unter einem Kommentar verletzt oder habe den da angegriffen. Wenn ich mit jemandem ein Problem habe, dann gehe ich zu dem Hin und sage, so, ich habe ein Problem mit dir. Also dann nenne ich ihn auch Arschloch. Da habe ich auch gar keinen Stress damit, aber ich würde das nie öffentlich machen, sondern das mache ich face-to-face. Und da wäre doch schon mehr geholfen. Und wenn einer wirklich die Bedenken hat, dass die Politik nicht arbeitet, dass das nicht alles schnell vorwärts geht, dann hab den Arsch in der Hose, geh in dein Ortschaftsgemeinderat, wie auch immer, beteilige dich und versuch Veränderungen halt auch bei oder Veränderungen auch mitzugestalten. Ich glaube, dazu gehört auch jeder mehr oder weniger aufgerufen.

SPEAKER_01

Das darf auch jeder. Und traut euch das auch in jungen Jahren.

SPEAKER_00

Ja, ganz arg wichtig. Also wir haben ja eine wundervolle Gemeinderätin, die mit 16 in den Gemeinderat kam, auch ein unfassbares Learning hinter sich hat und noch vor sich hat. Aber genau diese Blickwinkel machen es dann am Ende des Tages letztendlich auch aus. Und ich glaube, und dafür stehen wir auch, so wie ich euch auch jetzt kennen und kennengelernt habe, dass wir auch nach draußen gehen und auch zu den Leuten sagen, beteiligt euch, macht mit, nicht schimpfen, nicht ständig meckern, nicht immer auf andere zeigen, auf sich zeigen, auf seine Stärken zeigen, sich mit einbringen und dann vielleicht das Ganze zu einem, ja, zu was Besserem zu machen.

SPEAKER_04

Ich glaube, deswegen sind wir ja auch alle da, wo wir sind, oder? Das war ja eigentlich so die Intention. Ich habe keine Lust mehr, mir das anzuschauen. Ich kann mich nicht immer nur beschweren, sondern dann mitmachen und versuchen zu ändern.

SPEAKER_00

Vielen lieben Dank, dass ihr heute die Zeit gefunden habt, euch mit mir hier auszutauschen, dass ich die Möglichkeit hatte, in unserem Podcast euch vorzustellen, euch auch als Gemeinderätinnen und Gemeinderat vorzustellen. Und ja, ich freue mich auf die nächsten, was haben wir denn jetzt noch? Ich weiß schon gar nicht mehr, fünf Jahre haben wir, oder? Vier, vier. Fünf Jahre, wir haben noch zwei Jahre. Wir haben noch zwei Jahre, perfekt.

SPEAKER_04

Wir haben noch ein bisschen mehr, schon so dritter Schwimmmontag.

SPEAKER_00

Ja, schon dritte Schwimmmontag. Also zwei Schwimmmontage haben wir noch. Also sagen wir mal, zweieinhalb Jahre haben wir noch sozusagen Montag miteinander. Genau. Da freue ich mich auf jeden Fall sehr drauf und ja, auf unsere gemeinsame und wundervolle Zeit. Schön, dass ihr alle da wart. Liebe Katja, liebe Leo, liebe Larissa, ich wünsche euch einen wundervollen Tag.

SPEAKER_03

Danke für die Asswirsend.

SPEAKER_01

Danke dir.

SPEAKER_00

Danke euch.