Die Bangerts – Ehrlich, laut und manchmal auch peinlich

Unsere Mütter – Stark, liebevoll, unvergessen

Die_Bangerts Season 1 Episode 12

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In dieser sehr persönlichen Folge sprechen wir über die wichtigsten Frauen in unserem Leben – unsere Mütter. Wir erzählen, wer sie sind, was sie geprägt hat und was sie ausmacht.

Unsere Mütter sind Nachkriegskinder, die ihr Leben mit Stärke, Mut und Liebe gemeistert haben. Einige von ihnen haben Trennungen erlebt, uns aber trotzdem alles gegeben, damit es uns an nichts fehlt.

Alex teilt offen die Geschichte seiner Mutter, die mit Alkoholismus zu kämpfen hatte – ein ehrlicher, bewegender Einblick, wie schwer und zugleich liebevoll eine Mutterbeziehung sein kann. Wir sprechen über Friseurinnen mit Leidenschaft, Stadträtinnen und Getränkehändlerinnen, kreative Heimarbeiterinnen mit Nähmaschine und Backfeen, deren Kuchen Kindheitserinnerungen sind.

Und wir reden darüber, wie dankbar wir sind – für all die Fürsorge, die Geduld und die Stärke, die Mütter zeigen, manchmal sogar über den Tod hinaus. Michas Mutter hat ihren Körper der Wissenschaft geschenkt, in einem letzten Akt von Selbstlosigkeit und Liebe.

Eine Folge voller Wertschätzung, Emotion und Erinnerung – für alle Mütter, die uns zu dem gemacht haben, was wir sind. 💗

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Speaker

Willkommen bei den Bangerts, dem Podcast, in dem Micha, Stefan, Alex und Andy ehrlich über das echte Leben sprechen. Ohne Filter, ohne Fake. Dafür mit viel Herz und jeder Menge Humor. Wir teilen Geschichten aus unserem Alltag, von Familie und Freundschaft, von großen Träumen, aber auch von Ängsten und Sorgen, die uns wirklich bewegen. Hier wird gelacht, nachgedacht und manchmal auch ein bisschen gefühlt. Denn genau das macht das Leben aus. Mach's dir gemütlich und sei dabei, wenn wir gemeinsam durchs Auf- und Ab des Lebens gehen. Ungestöhnt, persönlich und immer mit einem Augenzwinkern.

Speaker 5

Hallo, liebe Zuhörer, zu einer neuen Folge vom Podcast Die Bangerts. Halli, hallo.

Speaker 1

Hallo. Hallo.

Speaker 5

Ich war jetzt Filter, aber dein Hallo. Hi. Ja, hallo zu einer neuen Folge. Wir haben heute das Thema Mütter, unsere Mütter ganz speziell. Und wie passend, wir haben heute Muttertag. Applaus. Applaus.

Speaker 2

Applaus für die Mütter.

Speaker 5

Sehr schön. Ja, ich bin heute sehr gespannt. Ich würde sagen, ich fange gleich mal an, dass ich all unseren Müttern, allen Müttern da draußen, ob im Himmel oder auf Erden, einen wunderschönen Muttertag wünsche. Und ja, ich würde sagen, Stefan fängt heute an. Er hat sich sehr viele Notizen gemacht. Voller Wichtiges zu seiner Mutter. Und da bin ich doch jetzt mal sehr gespannt auf dieses Referat. Stefan, also lehnt euch zurück und lauscht dem Referat.

Speaker 1

Unsere Mütter. Hallo kaltes Wasser, dass ich gerade reingefallen bin. Eigentlich war mein Plan, ich höre jetzt erstmal so ein bisschen zu, was die anderen so über ihre Mütter erzählen, wo sie anfangen, wo sie aufhören. Jetzt bin ich der Erste, okay. Ja. Meine Mama. Meine Mama ist mittlerweile 74 Jahre alt. Oder immer noch jung bei Frauen. Naja, egal. Also auf jeden Fall hat sie mich als Einzelkind geboren. Also ich bin immer ihr einziger, größter, bester, schönster Schatz geblieben. Ihr Bub. Ihr Bub, genau. Mein Bub, ja. Mama auch Käferle.

Speaker 2

Käferle.

Speaker 1

Und meine Mutter war zeit ihres Lebens immer für mich da. Ich bin quasi auch erst 2025 im Dezember wirklich von daheim ausgezogen. Bis dahin haben wir letztendlich immer zusammengelebt. Natürlich früher in einer Wohnung, als ich noch klein war in meinem Kinderzimmer und dann irgendwann in unserem jetzigen Haus. Ihr habt zusammen in deinem Kinderzimmer.

Speaker 5

Stelle ich mal kurz so vor, denke ich, okay, Doppelstück?

Speaker 1

Natürlich nicht. Schon klar, Spaß. Und jetzt eben in einem Haus mit zwei Wohnungen, ich in der einen und sie in der anderen Wohnung mit ihrem Ehemann. Sprich, meinem Stiefvater. Ja, und wie gesagt, sie war Zeit ihres Lebens und ist immer noch, Gott sei Dank, immer für mich da. Sie war praktisch die große Trösterin in schlechten Zeiten. Wenn mal wieder irgendwas beziehungstechnisches zu Bruch gegangen ist, stand sie immer parat mit tröstenden Worten und warmen Umarmungen. Und Taschentüchern. Und Taschentüchern. Und dafür möchte ich mich jetzt erstmal an der Stelle bedanken. Danke, Mama, dass du immer da warst.

Speaker 2

Hört die Mama und seinen Podcast denn? Ich weiß es nicht. Ich glaube fast nicht.

unknown

Vielleicht nicht.

Speaker 1

Aber ich kann sie mir das ein bisschen hinstupsen.

Speaker 2

Ich wollte gerade sagen. Vielleicht musste sie mal auf die Folge dann aufmerksam machen am Muttertag.

Speaker 1

Auf jeden Fall ist meine Mama aufgewachsen als mittleres Kind von dreien in Ochsenfurt. Zu den damaligen Zeiten ganz normal von den Verhältnissen her, ja. Hat mit 14 ihre Lehre angefangen bei der Stadt Ochsenfurt und ist bis zu ihrer Rente dort geblieben. Also scheint ja wohl gefallen zu haben. Ja, soviel erstmal zu meiner Mutter. Jetzt war ich erstmal einen kleinen Break und schmeiß jemanden anderes ins kalte Wasser.

Speaker 2

Gib es doch einfach die Runde weiter an den nächsten.

Speaker 1

Alex, bitte beglücke uns.

Speaker 4

Wir hätten dort die andere Richtung gehen können.

Speaker 2

Die Keglas Tochter spricht.

Speaker 4

Ja, also meine Mama lebt leider nicht mehr. Die ist vor, jetzt muss ich rechnen, acht Jahren verstorben. Meine Mama war immer für mich mein Ein und alles. Also ich bin ja ein Scheidungskind. Meine Eltern haben sich scheiden lassen. Da war ich zwei oder drei. Und bin dann quasi bei meiner Mama aufgewachsen. Also es gab quasi nur uns beide. Von daher war das ein sehr enges Verhältnis. Einmal, naja, wenn man so will, sich Anfang der 80er scheiden lassen. War jetzt für Frauen ja nicht so einfach. Also sie musste dann ja quasi für uns beide irgendwie arbeiten gehen. Sie hat auch hier gearbeitet. Also vormittags war sie im Salon. Meine Mama ist auch Friseurin. Deswegen habe ich den Beruf auch erlernt. Liegt so ein bisschen im Blut. Also vormittags war sie im Salon. Und nachmittags hat sie dann zu Hause Haare gemacht, damit sie da sein konnte für mich. Und manchmal ist sie dann sogar noch abends in die Bundeswehrkaserne zum Bedienen gegangen. Also immer geguckt, dass wir irgendwie über die Runden kommen. Und deswegen waren wir ein sehr starkes und enges Team. Und haben und haben halt irgendwie versucht, wie sagt man, so schön zu überleben. Ja, so dann geht's weiter. Ja, muss ich, glaube ich, mal weitergeben.

Speaker 2

Klopft's an. Ein bisschen.

Speaker 4

Lass laufen. Noch nicht.

Speaker 2

Wir sind ja erst am erst am Anfang. Dann gehen wir doch mal weiter zur Uschi.

Speaker 5

Okay, die Uschi. Ja, meine Mutter lebt mittlerweile auch nicht mehr. Und hätte auch nie Kinder bekommen sollen, hatten die Ärzte damals gesagt, sie hat einen Unfall mit der Straßenbahn. Und dann hieß er, sie bekommt keine Kinder mehr. Aber am Pfingstsonntag 1970 nach dem Mittagessen auf der Couch.

Speaker 2

Ist es passiert?

Speaker 5

Ist es passiert. Oh mein Gott.

Speaker 4

Was hat sie ein Kind gekriegt? Die Empfängnis. Dass sie das auf dem Tag noch weiß. Oder wusste. Aber dass ich das war noch weiß.

Speaker 5

Das sind Sachen, die man wissen möchte. Jedenfalls ist es passiert. Und da habe ich gedacht, dann gehe ich halt nochmal runter auf die Erde, lebe nochmal ein Leben.

Speaker 2

Du solltest ja schon mal unten stimmen.

Speaker 5

Ich hatte es schon wieder verdrängt. Ja, das muss ich immer kurz erwähnen. Jedenfalls, wir haben damals im Jahr im Osten gewohnt und in Steinacht, das war ein Nest irgendwo im Nirgendwo, gleich nach der Grenze. Und durch das Holde de Bolder, als ich ins Krankenhaus kam, habe ich mich quergelegt und dadurch wurde ich ein Kaiserschnitt? Danke, ein Kaiserschnittkind. Man sagt ja, Kaiserschnittkinder sind sehr schöne Kinder. Ist ja noch, ne? Welch ein ihr glaube ich. War mir nicht durch den Geburtskanal gepressiert. Richtig, genau, richtig. Man kommt nicht so verformt raus und deshalb bin ich, damals war ich wunderschön, als ich auskam.

Speaker 4

Aber du hast es ja schon gesagt, damals warst du wunderschön.

Speaker 1

Aber letztendlich schließt sich da ja wieder der Kreis mit dem Kaiserschnitt. Richtig. Richtig.

Speaker 2

Es konnte gar nicht anders gehen. Es musste ein Kaiserschnitt sein.

Speaker 5

Ja, meine Mutter war leider etwas, also ich möchte nicht sagen, enttäuscht, aber man sagt, oh, da ist er irgend zu viel dran. Ich wollte eine Katrin. Und ja, und so ist aus der Katrin ein Michael geworden. Ja, sie wollte schon immer ein Mädchen. Aber gut. Und dann waren wir eigentlich, meine Eltern sind dann nach Sonneberg gezogen. Und das war damals noch Sperrgebiet. Oder knapp ist gerade aufgehoben worden, Sperrgebiet im Osten, wo man nur mit Passierschein A38 rein durfte. Und haben sie ein Haus gekauft, so Abbruchhaus, und haben das neu aufgebaut. Weiß ich noch, mit vier, fünf Jahren, wie ich auf dem Gerüst draußen rumgerannt bin und alles. Und ja, meine Mutter hat immer geschafft. Mit meinem Vater, die hatten eine Wirtschaft, waren Tag und Nacht unterwegs. Und ich alleinerziehend, quasi zu Hause, also mich selbst alleinerzählt. Aber ansonsten war dann auch die Scheidung. Ich bin auch ein Scheidungskind. Ich bin mal Stiefvater. Aber meine Mutter hat immer versucht, alles möglich zu machen, damit wir gut leben konnten. Also ich glaube auch die Stärke habe ich alles so von meiner Mutter, die ich heute habe. Mein Vater war eher, ja, ich muss jetzt so sagen, so der schwächere Teil des Ganzen. Aber wenn ich jetzt heute zurückblicke, dann habe ich ihr eigentlich sehr viel zu verdanken. Was jetzt so die Stärke angeht, so durchs Leben zu gehen, Probleme zu lösen und so weiter und so fort. Und das hat zwar eigentlich sehr gut hingekriegt. So, das war so der erste Part meiner Mutter. Der erste Part.

Speaker 2

Zu Uschi.

Speaker 4

Ja, dann kommen wir jetzt mal zu Petra.

Speaker 2

Zu meiner Mama.

Speaker 4

Ja, zu deiner Mama. Zu meiner Schwiegermama. Richtig. Meiner Ex-Schwiegermama.

Speaker 2

Das sind aber ganz schön passiert.

Speaker 1

Ich bin raus.

Speaker 2

Das wär's ja noch.

Speaker 6

Oh Gott, Schrecklass nach.

Speaker 2

Ja. Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll. Ich habe mir gar nichts überlegt für heute. Schrecklass nach nochmal. Wir waren ziemlich eng, meine Mama und ich. Gerade in der Kindheit. Die erste Zeit war sie ja dann zu Hause, also zumindest so Kindergartenzeit und so, zumindest kann ich mich an nichts anderes erinnern. Es hat dann irgendwann in der Schule erst angefangen, wo sie dann wieder nochmal arbeiten gegangen ist, wo wir dann alleine waren. Ich habe ja noch einen Bruder. Ja, aber wir waren uns sehr ähnlich. Es war sogar mal lustig, dass eine von meinen Lehrerinnen sie zum ersten Mal gesehen hat, wie sie zur Tür reingekommen ist. Und dann hat sie gesagt, sie sind bestimmt die Mutter vom Andreas. So ähnlich haben wir uns ausgesehen. Und dann haben wir uns ähnlich, so ähnlich haben wir uns gesehen, langsam. Das hat sich irgendwann geändert. Wenn man heute Bilder anguckt, sehe ich eins zu eins aus wie meinem Papa. Aber das andere Thema. Die ich fand es eigentlich schön, so die Zeit, wenn du von der Schule heimgekommen bist, die Mama da war. Es war dann ein bisschen ungewohnt, als sie wieder arbeiten gegangen ist, aber so im Großen und Ganzen. Habe ich ja schon mal gesagt. Eine der letzten Folgen hatte ich eine sehr schöne Kindheit, besonders mit der Mama.

Speaker 1

Na dann fange ich mal mit Teil 2 an. Nachdem ihr jetzt mal so ein bisschen geschluckt hat.

Speaker 4

Und versucht hat, dass nicht gleich schon in den ersten zehn Minuten die Tränen kullern.

Speaker 1

Ja, nachdem ihr jetzt wisst, wie Michas Mama und Andis Mama heißt, meine Mama ist die Inge. Offiziell laut Ausweis die Inge Borg. Finde ich mir sehr geil, die Inge. Und tatsächlich sah ich meiner Mutter auch als Kind sehr ähnlich. Sehr, sehr ähnlich, hat sich auch natürlich, wahrscheinlich durch Pubertät und Älterwerden auch gewandelt. Jetzt sehe ich doch eher aus wie ein Käptner. Und auch stimmlich waren wir uns vor der Pubertät, Gott sei Dank, sehr gleich. So dass wenn jemand bei uns angerufen hat und ich bin ans Telefon gegangen, die Leute immer gleich losgelegt haben mit dem Erzählen und ich mir dann immer bremsen musste, nee, der Sohn ist dran. Ach so, ja, dann gib mir mal die Mama. Ja, okay. Ja, auf jeden Fall, Mama groß geworden in Ochsenfurt, mittleres Kind, Ausbildung, Lehre und Job bei der Gemeinde Ochsenfurt, bei der Rathaus Ochsenfurt. Und dann kam 1980 am 5.1. ich auf die Welt. Nach urlangen Wehen, also es lag wohl 16 Stunden lang in Wehen, draußen tuppte ein Schneesturm und ich kam zur Welt. Ein Sonnenschein. Ein Kind der Sonne hat, die hier haben wir gesagt, weil ich nämlich mit dem Gesicht nach oben geboren wurde und nicht wie üblich nach unten. Oh Gott, kommt doch mal her.

Speaker 4

Ja, eine Kaiserin, ein Kind der Sonne, Mensch. Noch eine Kaiserin, bitte ein bisschen viel jetzt hier. Die eine Kaiserin am Tisch reicht.

Speaker 2

Ich muss die Mama morgen mal fragen, ob da irgendwie auch sowas war, was irgendwie zu der Zeit gang gäbe, war, dass man da irgendwie so, keine Ahnung.

Speaker 1

Ja, und dann wurde ich immer groß. Und irgendwann war ich dann auch so alt, dass sie sich entschieden hat, sich scheiden zu lassen, weil auch ich ein Scheidungskind bin. Allerdings erst mit neun, nicht wie Alex mit zwei. Witzigerweise muss ich sagen, hätte sie das schon viel eher tun können, weil ich glaube, Kinder kriegen generell mehr mit, als Eltern ihnen zutrauen. Und ja, die Scheidung war letztendlich überfällig, nicht überflüssig, überfällig, genau, ja. Weil das einfach kein Zusammenleben mehr für sie war. Er war nie da, alles andere war wichtiger, Familie war immer der letzte Punkt. Und irgendwann dachte sie sich halt, das kann es jetzt nicht alles gewesen sein. Nur Hausfrau, Mutter und Arbeiten letztendlich. Das musste noch irgendwie ein bisschen was mehr geben vom Leben. Und da sie ja immer zurückstecken musste, hat sie dann eben diese Entscheidung getroffen, was völlig in Ordnung und völlig richtig war. Und dann haben wir eine Zeit lang alleine gelebt. Wollte ich quasi auch alleinerziehend, was sehr schön war. Ich habe es sehr genossen, dass wir die komplette Zeit für uns hatten. Und dann kam irgendwann mein Stiefvater. Und dann sind wir ausgezogen aus der typischen Arbeiterklassenwohnung in unser jetziges Haus. Genau, ja. Und da leben die beiden immer noch. Und ich, wie schon erwähnt, lebte dort auch bis 25. Und jetzt lebe ich hier bei den anderen dreien mit meinem Mann zusammen. Ja.

Speaker 4

So, jetzt könntest du zu mir übergeben, aber du weißt, glaube ich, gerade, wie meine Mutter heißt.

Speaker 1

Das ist richtig, ja. Deswegen finde ich es doch ganz gut, dass du eine Viertelle in der Wunde bist, der den Namen seiner Mutter preisgibt.

Speaker 4

Also meine Mama heißt Karin und wurde 53 im wunderschönen Wohnsiedel im Fichtelgebirge geboren, ist aufgewachsen mit fünf Brüdern und einer Schwester. Ich glaube, es gab noch zwei andere Kinder, aber die sind bei der Geburt gestorben. Ja, meine Mama ist relativ früh ausgezogen, ich glaube mit 18 oder 17 sogar schon, ist dann mit ihrem Mann in die wunderschöne Oberpfalz gezogen. Wo ich dann 10 Jahre später oder sieben Jahre später. Nein, ich kam auf irgendwann 78 dann auf die Welt. Ja, ich war ein Kind der Lust.

Speaker 2

Oh Gott, Gott, die Sissy wird ganz roh.

Speaker 4

Aber das ist ein anderes Thema. Das kommt vielleicht in der Folge Unsere Väter.

Speaker 2

Das kommt vielleicht mal in der Folge FSK 18.

Speaker 4

Ja, vielleicht, ich glaube, zu dem Thema könnte ich vielleicht eine eigene Folge drehen. Ja, und was wollte ich jetzt eigentlich sagen? Also, dein verwirrter Blick über das Kind der Lust hat mich jetzt ganz aus dem Konzept gebracht. Ja, also meine Mama war Friseurin, hat bei ihrem Onkel Friseurin gelernt, wo sie auch ihren Mann kennengelernt hat, weil der auch Friseur war. Dann hat ihre Cousine dort gelernt, ihr Bruder dort gelernt, ihr Cousin dort gelernt, ihr Neffe. Wir haben es verstanden, es ist eine Friseurdynastie. Ja, es ist eine Friseurdynastie, so ein bisschen wie beim Denver-Clan. Also alles ist Friseur.

Speaker 1

Genauso dramatisch.

Speaker 4

Mit Sicherheit. Ja, und ich glaube, dann habe ich es ja auch schon in der letzten Folge oder in der vorletzten Folge mal erzählt, meine Mama war leidenschaftliche Keglerin. Also war immer beim Kegeln unterwegs, montags war immer Training, am Wochenende waren dann immer die Kämpfe, so wie sie es gesagt hat. Unser Kampf steht auch noch aus mich an. Ja, habe ich deutlich dann gedacht. Ja, ja, machen wir schon noch. Ja, und wie gesagt, meine Mama war dann Anfang der 80er alleinerziehend, hat viel gearbeitet. Und sie hat immer geguckt, dass es mir am besten geht von uns beiden. Na, ich glaube, sie hat es nicht einfach gehabt. Als alleinerziehende Frau in den Jahren, wo das ja quasi noch nicht so normal war, dass sie dich erst scheiden lassen. Ja. Und ich glaube, das war wahrscheinlich auch so ein bisschen der Grund, warum meine Mama dann leider angefangen hat zu trinken. Ja, Alkohol, ja. Und das hat sich dann halt leider ihr restliches Leben lang durchgezogen. Was dann auch mitunter quasi der Grund war, warum sie vor acht Jahren verstorben ist.

Speaker 5

Bei meiner Mutter hat Alkohol einmal Rolle gespielt. Allerdings immer nur bei meinem Vater, der Alkoholiker war. Und deshalb hat sie sich erscheinen lassen. Und vom Regen in die Traufe kam dann mein Stiefvater, der auch nur Alkoholiker war. Und man hat, also wir beide haben die Auswirkungen des Alkohols in seiner härtesten Form erlebt. Also deshalb, von Seiten meines Stiefvaters. Mein Vater war nie gewalttätig, aber der Stiefvater schon. Und das war dann auch immer, also war insgesamt eine harte Zeit. Aber bei ihr war immer nur Käffchen und Zigarette, das war ihr Droge. Und bis zum letzten Tag, fast bis zum letzten Tag, Käffchen ging immer. Am besten ein kaltes. Und sechste dazu. Und da war sie dann eigentlich glücklich. Und in den 80ern, dann 1981, das Thema hatten wir ja schon mal 1981. Da war mein Stiefvater gerade im Knast. Und wir waren allein zu Hause und das war eigentlich eine schöne Zeit, bis auf den 13. Februar. Und da kann ich mich noch gut daran erinnern, ja. Und sie hat auch bedient, bis abends um 9 immer, dann kam sie nach Hause und wir haben zu Abend gegessen. Am nächsten Früh ist sie wieder fort, dann hat sie künstliches Hüftgelenk bekommen, konnte sie nicht mehr bedienen, hat sie Heimarbeit gemacht. Im VEB Sony hat Puppenkleider genäht. Die Kleider ziehen sich bei dir auch durch, oder? Es ist immer wieder so ein I-Tüpfelchen drin. Hast du die Puppen und die Kleider und so weiter. Und das hat sie immer schön. Und meine Puppe hat auch immer neue Kleider bekommen. Immer schöne Spitzenkleider, die Kleider, die guten, die dann in Westen gegangen sind. Meine Mutter hat sie genäht, die saß immer in ihrer Nähmaschine. Ich habe Fernsehen geguckt. Da kamen ja dann 18.15 Uhr noch und 19 Uhr, so mit dem Kult für alle Fälle und so, so Serien immer auf ZDF noch, also wo wir geguckt haben. Und da habe ich mir die Kleider umgedreht. Quasi. Also sie sind ja auf links gedreht worden. Ich habe sie dann immer umgedreht und schön zusammengepackt und so weiter. Und ja, das war dann so der zweite Step eigentlich, so bis in den Anfang der 90er rein. Ja. Irgendwann hat sie sich dann auch vom Stiefvater schalten lassen, Gott sei Dank. Und dann war es eigentlich nur noch allein.

Speaker 2

Ja, bitte. Ich habe mich jetzt gerade so gefragt, wenn ich meine, ob es denn auch dann. Ich meine, du sagst jetzt, als du dann da im Knast saß, dass das eher eine schönere Zeit dann war für euch beide, ob es so Momente gibt oder vielleicht auch was, was sich bis heute irgendwie so durchgezogen hat. So Erinnerungen, wie zu. Also ich kann mich da noch gut dran erinnern, bis man, wer die Mama kennt, wer die Oma kennt, der weiß, was hier an Weihnachten abgeht, wenn die ersten Weihnachtsplätzchen gebacken werden. Und das war so ein Ding, das habe ich bis heute im Kopf. Das war wirklich wie in so einer Weihnachtsbäckerei irgendwie, wo da rumgewurselt worden ist. Und das war so, das war so echt schön. Ich saß dann als Kind immer vorm Ofen und hab zugeguckt, wie die Plätzchen backen. Gab es bei euch sowas auch vom ganzen Wahnsinn mit Alkohol mal abgesehen?

Speaker 1

Ja, natürlich, ja. Mamas Lieblingsplätzchen waren die Spitzbuben. Fand ich auch Heidens Arbeit natürlich, weil du immer zwei verschiedene Formen ausstechen musstest. Also es sind so, ich werde sie kennen, Butterplätzchen quasi, mit ein bisschen gemahlenen Mandeln drin und dann hat man so einen Boden und oben sticht man dann so einen Ring aus und der Boden wird dann mit Marmelade bestrichen, mit Johannesbeermarmelade. Und dann wird der andere Ring oben drauf gesetzt und dann mit dem Blutzucker bestäubt und dann gönnen. Ja, das war Mamas Lieblingsgebäck. Neben den Kokosmakronen natürlich, nicht zu vergessen.

Speaker 5

Ich kann mich nicht erinnern, dass wir uns Plätzchen gebocken worden sind.

Speaker 2

Nee, ich meine jetzt nicht, also Plätzchen überhaupt kein Beispiel, aber so generell.

Speaker 5

Aber hat sich nichts durchgezogen. Gar nichts. Das ist gar nichts in Erinnerung.

Speaker 4

Also Mamaarbeit. Um jetzt auf das Thema Alkohol zurückzukommen, also jetzt im Vergleich zu deinem Stiefvater, Michael, meine Mama war nie böse. Also die war nie böse mir gegenüber oder war das jetzt ein schlechter Mensch. Im Gegenteil, also sie war wirklich ein gutmütiger Mensch. Und die war auch sehr beliebt. Also die hatte viele Freundinnen, die war auch eine sehr gute Friseurin, sie war hoch angesehen. Also meine Mutter war auch immer eine sehr gepflegte Frau, die war top gestylt von oben bis unten, die Haaren gemacht. Da haben die Ohrringe zum Gürtel gepasst und die Tantasch zu den Schuhen. Also wirklich super. Aber dann war halt da so ein bisschen die dunkle Seite. Und das war manchmal schon nicht so einfach. Gerade so als Kind, wenn du das siehst. Was sowas halt auch mit deiner Mutter macht, ne? Oder mit dem Menschen generell. Aber wie gesagt, sie war Gott sei Dank nie böse oder gemein oder so. Und meine Mutter war eigentlich immer, die war halt so, die ist halt, die hat halt gern gefeiert, ne? Also so bei Familienfesten oder bei Freunden, ne? Also wenn da irgendwelche Feste oder Feiern waren, da ist meine Mutter aufgegangen. Das hat ja Spaß gemacht, ne? Mit den Menschen da zu ratschen, zu tanzen, natürlich ein bisschen ein bisschen was süffeln und so weiter. Und so in Gesellschaft, das mochte meine Mutter eigentlich sehr gern. Und das war, das war immer schön zu sehen. Ich glaube, so schwer, wie sie es auch gehabt hat, als alleinerziehende Mutter, nicht zu wissen, wie kommen wir irgendwie so über die Runden im Monat und so weiter. Und das waren dann so Momente, wenn sie auf irgendwelche Feiern oder Fäten oder Partys war, hast du richtig gemerkt, okay, das ist jetzt für sie, wo sie jetzt mal so ein bisschen loslassen kann, einfach mal den Kopf frei, keine Probleme, keine Gedanken und kann einfach mal den Moment genießen. Und das hast du auch richtig gesehen. Und das hat sich eigentlich wirklich immer so durchgezogen. Und das war für mich dann so schön zu sehen. Dass es ihr in dem Moment auch gut geht. Und dass es sich auch gut gehen lässt. Das ist gut.

Speaker 5

Das war halt ein Stück Freiheit für sie dann wahrscheinlich, ne? So gab es niemals bei meiner Mutter. Das läppt wahrscheinlich auch heute direkt ab, wenn ich mir das jetzt so überlege, weil sie hat nie an sich gedacht. Selbst wenn, als dann die Kinder da waren und wir sind zu Besuch, wir sind nach Leipzig gezogen und wir wurden dann zu Besuch da. Selbst dieses, die hat dann einen Getränkehandel aufgemacht, weil sie noch irgendwie Beschäftigung wollen, die wollten immer irgendwas, die wollten noch Geld verdienen, die wollten noch arbeiten und so weiter, selbst mit über 70 noch. Und selbst an solchen Tagen war immer nur, wir sind gekommen, schnell Mittagessen, zurück, weil dann um 14 Uhr hat der Getränkehandel wieder aufgemacht. Das war sind wir dann schon drin mit den anderen, die ihr Bier getrunken haben, haben Kaffee getrunken. Also es muss immer, musste alles gleichzeitig laufen. Ich hatte nie mal abschalten können. Also das war, außer wir waren mal im Urlaub, die drei, vier Mal. Das war dann immer noch so Zeit, aber ansonsten hat für meine Mutter immer, keine Ahnung, also es war immer nur Arbeit, Arbeit, Arbeit. Der Plan ist in Gefahr, der Plan ist in Gefahr. Hat so zu Ostzeiten immer noch gesagt, die Puppenkleider müssen genäht werden. Die braucht nur 100 Stück davon, 100 Stück davon und hat bis in die Nacht hinein genäht. Also Arbeit war ihr Leben. Die hat wirklich gearbeitet, ihr gesamtes Leben lang. Die war nie Party machen, die war nie auf Feiern oder sonst irgendwas. Also ich kenne das ach, überhaupt nicht. Familienfeiern bei uns sowieso nicht. Ich bin halt dann halb bei meiner Oma aufgewachsen. Da war noch ein bisschen was mit meinen Onkels und so, dass wir Karten gespült haben, gewürfelt und so. Aber ansonsten von meiner Mutter aus, die war wirklich Wökaholik. Die hat nur geschafft, Tag und Nacht.

Speaker 2

Ich glaube, das sind Mütter einfach. Ich brauche ja nur meine eigene Zukunft. Das ist ja immer nur gearbeitet. Und Kuchen gebacken. Und Kuchen gebacken, richtig. Keine Ahnung, was nicht noch alles, aber so wirklich einen Moment zu nehmen, ich meine, wir sind ja jetzt dann doch schon aus dem Gröbsten raus, einen Moment lang. Aber es ist immer irgendwie noch so, wenn irgendwas getan werden muss. Die schreit zehnmal hier so ungefähr, bevor sie dann mal sagt, ach nee, heute lese ich einfach mal ein Buch.

Speaker 5

Und wenn sie das tut, dann, ich habe heute gar nichts gemacht. Ich war heute richtig faul. Ja, das ist wie so ein schlechtes Gewinn. Ja, richtig, genau.

Speaker 4

Ja, aber ich glaube, das ist, das ist wahrscheinlich auch, also alle unsere Mütter sind ja Nachkriegskinder. Und da war das, glaube ich, einfach normal. Also die mussten alle schon relativ früh arbeiten, weil ja auch die Eltern arbeiten mussten, damit man wieder zu irgendwas kommt. Also das steckt wahrscheinlich so drin. Ich glaube, die Mütter von heute, also die jüngeren Mütter oder die jetzt irgendwann mal in den nächsten Jahren Mütter werden, bei denen ist es wahrscheinlich nicht mehr so.

Speaker 5

Ist der Zwang halt, also das muss jetzt halt geschafft werden, um irgendwas aufzubauen und so weiter.

Speaker 1

Ja, da haben sich ja Gott sei Dank die Zeiten auch ein bisschen zum Positiven geändert. Wenn man überlegt, dass ja damals man mit der Schule mit 14, 15 fertig war, also mit Hauptschule und dann da schon eine Lehre angefangen hat, das ist ja heute undenkbar. Und jetzt war das Arbeitsleben auch viel, viel länger als jetzt mittlerweile. Jetzt gehen ja die meisten erst mit 16, 17, 18 aus der Schule raus. Wenn sie Abi machen, sind sie vielleicht 19, 20. Und dann überlegen sie sich erstmal, was sie machen wollen.

Speaker 4

Ja, das ist ja mit Kinder kriegen. Also guck mal, wie viele Frauen so in den 40ern Kinder kriegen. Das war früher undenkbar. Und wenn, dann war es ein Unfall. Ja. Also wenn eine Frau mit über 40 nur ein Kind gekriegt hat.

Speaker 1

Wie hat meine Mutter mal zu mir gesagt, ich bin ein Kind der Hoffnung, weil sie gedacht hat, sie kann mit einem Kind die Ehe wieder kitten. Hat halt nicht funktioniert.

Speaker 2

Aber jetzt haben wir schon zwei. Ein Kind der Lust und eins der Hoffnung. Brauchen wir nur noch was für uns zwei. Also ich kann meins ja noch rausfinden, wenn es denn eins gab.

Speaker 5

Ich weiß nicht, was ich meine, gedacht haben an dem Pfingstwochenende, nachdem es Glöser- und Roladen gab. Das wurde mir alles im Detail erzählt, aber ich denke, es war halt so, oh ja. Musst halt sein, wurden halt frisch verheiratet und dann kann man schon sagen, dass du so ein Kind der Liebe bist.

Speaker 4

Ein Kind der Liebe, ja.

Speaker 5

Mit Klößen und Roladen. Ja. Das wäre hier immer noch was.

unknown

Oh Gott.

Speaker 5

Naja, irgendwann mal wieder.

Speaker 4

Dann müssen wir mal die Petra fragen. Also du bist Ende Juli geboren. Was wäre dann so deine Empfängniszeit? September? September? Noch der Heuernte oder so? Ich wollte auch so ein Erntekind.

Speaker 2

Vielleicht. Auf dem Heuschober. Vielleicht. Ich brauche mal eine Glaskugel, mal zurückgucken.

Speaker 4

Also ich wurde auf einer Silvesterparty getragen. Schrecklassen. Sag doch. Jetzt kommen wir in die Lust. Ein Kind der Lust.

Speaker 2

Das ist eine extra Folge, hast du gesagt.

Speaker 4

Ich wollte es nur nochmal in den Raum schmeißen.

Speaker 2

Naja, du feierst es schon ein bisschen.

Speaker 4

Was war ja ich? Dass ich ein Kind der Lust bin. Im ersten Moment klingt es auch nicht schlecht. Wenn du aber dann so die Hintergründe kennst, warum du ein Kind der Lust bist, ist es vielleicht nicht mehr ganz so. Ja, aber baulich.

Speaker 2

Man weiß es nicht. Aber weil du gesagt hast, hier Friseurdynastie und so, die Mama, weiß ich gar nicht, ob sie es schon mal erzählt hat, die wollte auch Friseurin werden.

Speaker 4

Und das hat sie mir gleich erzählt. Das war an unserem ersten Tag, wo wir uns kennengelernt haben. Da hat sie mir erzählt, dass er auch Friseurin werden wollte. Und der nochmal vor, dann hätte ich auch noch so in so eine kleine Friseurdynastie geheiratet.

Speaker 2

Ihr hättet ein Friseursalon verletzt.

Speaker 4

Oh Gott.

unknown

Oh Gott.

Speaker 4

Ihr hättet Millionen gescheffelt. Ach ja, genau.

Speaker 2

Millionen Haare vielleicht.

Speaker 4

Wir wären wahrscheinlich jetzt hier, was ist so, die Walz von Ascheberg? Ja, mit Sicherheit.

Speaker 2

Und dran hätte es noch Kuchen gegeben. Weil die Zeit, um Kuchen zu backen, hat sie ja immer.

Speaker 4

Aber hat sie früher auch schon so viel Kuchen gebacken?

Speaker 2

Schon immer. Also gebacken, gekocht, schon immer, wobei Kochen so ein bisschen weniger geworden ist tatsächlich, aber die Backfee ist es nach wie vor.

Speaker 4

Aber wäre sie vielleicht nicht geworden, hätte sie einen Salon gehabt. Wenn du von morgens bis abends im Salon stehst, hast du wahrscheinlich am Wochenende dann auch keine Lust mehr, Kuchen zu backen.

Speaker 2

Na, ich glaube, die wäre schon da drin aufgegangen. Das wäre sowas, was ich mir vorstellen hätte können. So, keine Ahnung, Bäckerei, kleines Kaffee oder sowas. Und ich meine, das macht sie schon sehr gut. Das einzige Thema ist, wenn der Kuchen ihrer Meinung nach nicht gut aussieht, dann ist er nämlich gleich misslungen und schmeckt ja dann bestimmt auch nicht. Weiß ich jetzt nicht, ob man den essen kann.

Speaker 4

Ja, aber ich gebe dem mal ein Stück mit.

Speaker 2

Ja, genau.

Speaker 4

Na, zumindest schmeißt es ihn nicht mehr weg. Also das gab es ja auch schon, wenn er nicht so aussah, wie er aussehen sollte, dann ist er auch schon in der Tonne gelassen.

Speaker 2

Ich möchte nicht wissen, wie viele Male ein zweiter Kuchen gebacken worden ist, weil der erste nicht, keine Ahnung. Da gab es mal so eine Zeit, da hat sie so eine Torte gebacken mit diesen Waffelröllchen, die so halb in Schokolade getunkt sind. Die kamen da außen rum als Rand. Und wenn da auch nur eine wirklich irgendwie schief geguckt hat, weg. War nichts. Nochmal auf Anfang. So wie das große Brommi-Backen. Oder wenn bei der Bisquit-Rolle der Teig im Handtuch festgeklebt hat. Ei, Karamba. Bei meinem Mutter.

Speaker 4

Kann ich mir bildlich vorstellen, weil wenn bei dir die Eier in der Pfanne festbappen, na, da fliegt die Pfanne. Fliegt die Pfanne auch durch die Küche. Kann ich mir bildlich vorstellen, wie das dann bei meiner Schwiegermutter in der Küche aussieht, wenn die Bisquitrollen durch den Raum fliegt. Das soll ich aus, jetzt auch mein Mutter nickert.

Speaker 5

Ja, der war nett gebacken. Ich wollte gerade sagen, er hättest ja auch backen müssen, damit ich habe. Wir haben Kuchen, wir haben Blechkuchen, so Donauwelle hat es ja immer gemacht, da kann ich mich dran erinnern. Aber ansonsten war für mich das Highlight eigentlich in der Küche immer die Glöße. Sonntags, wenn es Glöß gab, musste ich immer den heißen Brei mit einrühren und so mit dem Quell. Das hast du schon erzählt, genau mit diesem abgeschnittenen Dannbau. Richtig? Und dann konnte ich den Quill immer ablecken. Den Klosteig vom Quelllecken. Das war immer so das Highlight. Den Kloß vom Ast lecken. Ja, den Klosteig. Also ich habe den Ast in den Mund genommen.

Speaker 2

Ja, ja, du musst es jetzt nicht bildlich für alle hier erklären.

Speaker 4

Okay, ich möchte mal das Thema. Also meine Mutter konnte sehr gut kochen. Da war eine sehr gute Köchin. Aber mit Backen hat sie nichts am Hut gehabt. Ist halt unmöglich. Gar nicht. Stefan, mach mal weiter hier.

Speaker 1

Ja, meine Mutter, ich glaube, Kochen war nicht so ihre Passion. Das hat sie irgendwie nie in die Wiege gelegt bekommen. Aber Backen. Backen hat sie echt gern gemacht, ja. Ob jetzt zu Weihnachten die Plätzchen oder generell irgendwie irgendwelche Kuchen und auch Torten zu irgendwelchen Anlässen. Kochen war nicht zu ihre Stärke. Das habe dann ich übernommen irgendwann. Da habe ich meine Passion drin gefunden. Und daraus hat sich ein recht gutes, eingespieltes Team entwickelt. Wobei, wenn ich in der Küche war, sah die Küche immer aus wie sauer. Ich habe da immer nie aufgeräumt. Das war immer so ein kleiner Streitpunkt. Aber auch das hat es mir beigebracht, wie das dann funktioniert, wenn man dann irgendwie Dinge gebraucht hat, das müssen sie wieder sauber macht danach.

Speaker 2

Das wäre von Vorteil. Irgendwann mal.

Speaker 1

Ach, schön. Schön, so in Erinnerungen zu schwelten. Wie ist es denn bei euren Müttern da draußen, liebe Zuhörenden? Wie waren denn eure Mütter so? Oh, das sind sie noch. Und feiert ihr Muttertag? Wobei, Muttertag, sag ich ja immer, ist zwar schön und gut, aber eigentlich wird die Mutter jeden Tag gefeiert.

Speaker 2

Ja, deswegen tue ich mir mit dem Thema auch so ein bisschen schwer. Irgendwie so, wenn du so, das ist so gestellt irgendwie. Weißt du, wie ich mein?

Speaker 4

Ja, also ich habe eigentlich nie den Muttertag gebraucht, um meine Mutter zu feiern oder bei meiner Mutter Danke zu sagen. Also ich habe das eigentlich regelmäßig gemacht, dass ich immer ein paar Blumen gekauft habe, ne? Oder eine Pflanze oder so mitgebracht habe, oder habe ihr ein Bild gemalt, als ich noch ein Kind war. Also ich habe meiner Mutter eigentlich oft gezeigt, wie viel sie mir bedeutet und habe auch Danke gesagt für das, was sie alles für mich gemacht hat. Also das habe ich jetzt nicht speziell nur am Muttertag gemacht. Ich finde, glaube ich, so Muttertag ist irgendwie so mehr für den Kommerz, wie jetzt eigentlich für die Sache an sich. Aber eigentlich habe ich vor kurzem mal gelesen, fand ich ganz interessant, wenn wir Geburtstag feiern, müsste man eigentlich die Mutter feiern. Ohne die Mama wird es ja uns gar nicht geben, wenn du so willst.

Speaker 2

Ja, aber ich habe eine Kollegin oder eine ehemalige Kollegin, wenn Geburtstag ist, dann gratuliert die immer mir und der Mama.

Speaker 5

Süßter. Also es war einen hübschen Jungen auf der Welt gebracht. Natürlich.

unknown

Guck.

Speaker 2

Ja. Ich habe immer, wenn, also nicht immer, aber ich habe manchmal, wenn Muttertag war, mich beim Radiosender angerufen und habe ein Lied bestellt. Mit einem Gruß.

Speaker 4

Also ich habe ja auf jeden Fall immer Frühstück gemacht an Muttertag. Also auch so unter da am Wochenende mal, aber am Muttertag gab es immer Frühstück und ich habe auch immer versucht, einen Kuchen zu backen.

Speaker 2

Mitversucht.

Speaker 4

Ja, mit Frühstück brauchte ich gar nicht zu kommen. Kaffee und Zigarette. Ja, sie mochte auch lieber ihren Kaffee und ihre Zigarette, aber wenn ich dann Frühstück gemacht habe, dann haben wir auch zusammen gefrühstückt.

unknown

Tschau.

Speaker 4

Hat sie jetzt nicht ausgeschlagen.

Speaker 5

Ja, wie ging es denn mit meiner weiter eigentlich? Die war dann hat ihren Getränkehandel gehabt, der ging dann irgendwann nicht mehr. Als es auch schon können, wenn man mit der Zwei Hüfte Magendurchbruch und alles hinbekommen hat, dann hat sie nur noch alleine in dem Haus gewohnt und wir waren ja weggezogen, haben sie ab und zu mal besucht, war noch zweimal im Urlaub und ansonsten wurde sie aber dort nicht raus. Also hat dann wirklich gesagt, nö, sie bleibt hier, sie macht ihren Garten noch und ja, und so kam halt eins zum anderen und dass er dann vom Haus direkt raus ins Pflegeheim ist. Dann kam Corona und mit ihrem Schlauchanfall noch konnte sich nicht mehr artikulieren. So waren die letzten Jahre für sie eigentlich mehr Aqual, wo ich mir dann denke, gerade die letzten Jahre hätten noch so schön sein können. Also man wollte sie noch wirklich schön machen und dass er irgendwie das Leben darauf wegen genießen kann und alles. Aber ja, sie stand sich dann bis zum letzten Tag eigentlich selbst im Weg. Bis zum Tod, zehn Tage lang gekämpft gegen allen möglichen Geistern, die sie von sich weggetrieben hat und ja, so war ihr ganzes Leben nur ein Kampf. Also nicht nur, aber war hauptsächlich immer, immer Kampf. Aber ich glaube, sie hätte auch schöne Momente mit ihr. Ja, generell. Gab's. Aber sie hätte viel mehr haben können, wenn sie mir zugelassen hätte. Das ist halt das immer. Aber sie wollte halt immer die Kontrolle. Richtig. Halt immer ihren eigenen Kopf gehabt und nein, braucht sie nicht, will sie nicht. Und ja, und so.

Speaker 2

Das ist halt gekommen. Hast du ein bisschen durchgesetzt hier und da, ne? Kommt mir wie bekannt vor.

Speaker 4

Gut, dass ihr das sagt. Und ich spreche jetzt nicht von meiner Mutter.

Speaker 2

Teile erkenne ich bei mir schon auch.

Speaker 4

Hier und da. Bei dir?

Speaker 2

Ja.

Speaker 4

Naja, du bist ja auch der Sohn deiner Mutter.

Speaker 2

Ja, bin ich.

Speaker 1

Ja, und meine Mutter, mittlerweile ja 74 Jahre und leider seit einigen Jahren an Parkinson erkrankt. Als würde es noch langen, nicht schon langen. Hat dann auch noch eine Brustkrebsdiagnose bekommen vor einem Jahr. Aber den hat sie auch gut weggesteckt. Also gut wegoperiert worden und hat keine Chemo gebraucht. Nur Bestrahlung Gott sei Dank. Es hat sie alles mühelos bei sich ergehen lassen. Und ja, jetzt ist es halt so, dass halt die Parkinson langsam durchschlägt und auch die Demenz langsam über Hand nimmt. Aber ich glaube, das Zusammenspiel ist für sie gar nicht so schlimm mittlerweile mehr, weil aufgrund der beginnenden Demenz lacht sie sich eigentlich durchs Leben, habe ich das Gefühl mittlerweile. Die Parkinson ist kein Streckgespenst mehr für sie, weil sie sie vielleicht so aufgenommen sind, vergisst dadurch. Und ja.

Speaker 3

So, schauen wir mal, wie es weitergeht. So kann auch was aus was Negativem und was Positivem entstehen. Ganz genau, ja.

Speaker 2

Ja, und da sieht man doch unterm Strich dann mal, wenn man es runterbricht, wie stark unsere Mütter eigentlich sind und waren. Du ist richtig.

Speaker 4

Definitiv, ja. Und ich gehe mal davon aus, dass wir alle vier stolz auf unsere Mütter sind. Das sind wir auf jeden Fall. Haben uns großgezogen, aus uns ist was geworden, haben uns schöne Werte mitgegeben, haben uns gut erzogen. Also spreche ich jetzt einfach mal.

Speaker 2

Mit Mani jetzt sagen, haben wir das. Ja, Petra. Weil annehmen können wir das ja auch nicht.

Speaker 4

So mit Lob annehmen ist immer ein bisschen schwierig.

Speaker 5

Aber so sind sie halt. So individuell sind, wo sie es sind, so lieb haben wir sie ja auch.

Speaker 4

Und das Schöne ist, also ich weiß nicht, wie es dir geht, Micha, aber jetzt, wo sie gestorben ist, man vergisst irgendwie so das Negative und man hat eigentlich nur noch das Positive und das Schöne im Kopf. Und das finde ich eigentlich so toll, dass sie quasi so die schlechten Sachen oder das, was schlecht war, dass sie das vergisst und dass einfach nur die schöne Erinnerung bleibt. Ja, das stimmt.

Speaker 5

Das stimmt wirklich, ja, das bleibt. Meine Mutter hat ja Körberspende gemacht, die ist ja nie richtig beerdigt worden. Ist ja in der Uniklinik in Würzburg von den Studenten aufgeschnitten, zerschnitten worden. Das hat sie ja schon immer gewollt und kann ich nur einigen empfehlen, draußen sowas zu machen. Zu bedenken ist dabei nur, der Abschied fällt nicht leicht. Der Abschied, den gibt es eigentlich gar nicht. Eigentlich dann erst zur Sammelbeerdigung. Das habe ich damals nicht so gewusst. Nach zwei Jahren, also so zwei Jahre, schwebt sie halt dann noch so mit sich rum und dann gibt es eine wunderschöne Trauefeier. Aber dann hast du den Abschluss tatsächlich erreicht. Und heute ist wirklich, es gibt kein Grab, kein offizielles, nichts, brauche ich auch nicht. Ich habe einige Bilder von ihr hier stehen und wenn ich zur Arbeit gehe früh oder abends, wenn ich zur Arbeit gehe, gehe ich immer an ihr vorbei. Da sage ich, na Uschi, wie geht's? Wie ist da oben auf der Wolke mit deinem Käffchen und deiner Zigarette? Und red ab und zu aberte mit ihr und so. Also das ist, finde ich, bringt mir persönlich viel mehr, als ich zu irgendeinem Grab rennen muss, was ich immer zu pflegen muss und haken muss und Pflänzchen und so weiter.

Speaker 2

Das wird doch die Gräfin Esther Hasi für dich machen.

Speaker 5

Die ist immer so wie früher Westmarkt. Einfach kefern.

Speaker 2

Die ist halt auch nicht mehr die jüngste. Ja, trotzdem. Musst du halt mal ein bisschen gängeln.

Speaker 5

Ist in Arbeiter. Achso, okay.

Speaker 2

Aber nochmal, mit Körperspend und so, ne, komme ich wieder zurück zu meinem Thema. Da geht die Stärke sogar über den Tod hinaus. Weil da gehört da was dazu, das zu machen. Also sie merkt sie im Grund nicht mehr, aber.

Speaker 5

Nö, aber es war für ihr, aber auch wieder. Der Punkt ist, er sagt, ich will niemandem nach meinem Tod zur Last fallen. Es ist eh keiner da, ich bin der Einzige. Also, was soll ich in Sonneberg irgendwo ein Grab haben, wo dann kein Mensch hingeht. Also, warum soll ich dieses Geld ausgeben? Also mache ich das, dann tue ich noch was für die Nachwelt und bleibe so in Erinnerung, wie ich war, ohne dass ich zu seinem kalten Stein jedes Mal und vielleicht.

Speaker 4

Durch sie hat irgendeiner oder irgendeiner das Medizinstudium geschafft und ist jetzt Arzt oder Ärztin.

Speaker 2

Hat gelernt, wie man irgendwie näht oder sonst irgendwas.

Speaker 4

Tschüss. Ist doch eine schöne Idee von ihr gewesen. Ja. Ja, dann sind wir ja leider schon wieder am Ende unserer Folge.

Speaker 2

Wir müssen ja jetzt auch zum Kaffee trinken gehen.

Speaker 4

Ja, eben. Es ist ja Muttertag.

Speaker 2

Ja, Kaffee und Kuchen, ja.

Speaker 4

Also dann auch nochmal von meiner Seite. Allen Müttern da draußen alles Liebe und Gute zu eurem Tag heute. Genießt ihn, lasst euch schön feiern und verwöhnen. Und wir hören uns zur nächsten Folge.

Speaker 2

Eins noch. Auch wenn es eure Kinder vielleicht nicht immer sagen, sie denken es mit Sicherheit, dass sie euch alle lieb haben.

Speaker 5

Das ganz bestimmt. Ja, und unsere nächste Folge wird eine Special-Folge sein, da wir ja im One-Monat Mai sind, in unserem Hochzeitsmonat, ist unsere nächste Folge das Thema unserer Hochzeiten.

Speaker 2

Das ist ja ein Special-Jagd das nächste. Mütter, Hochzeit.

Speaker 4

Ja, dann kommen noch die Väter. Im Mai ist ja oder Vater da. Richtig, ja. Ein Ereignis jagt das andere. Wir haben ja richtig Stress. Väter. Gehen wir eigentlich danach in die Sommerpause.

unknown

Ja, genau.

Speaker 4

Nach so viel Special. In Klausur. Also dann, in diesem Tag, lasst es euch gut gehen und bis zum nächsten Mal. Tschüss. Tschüss. Ein Hoch auf die Mama.

Speaker

Das war's für heute. Danke, dass ihr dabei wart. Die Bangers. Ehrlich, laut und manchmal auch peinlich. Bis zur nächsten Folge.