Die Bangerts – Ehrlich, laut und manchmal auch peinlich

Unsere Väter: ehrlich, kompliziert, echt

Die_Bangerts Season 1 Episode 14

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In dieser Folge sprechen die vier offen und ehrlich über ihre Väter, ihre Kindheit und die Spuren, die Familie bis heute hinterlassen hat. Es geht um Nähe und Distanz, um schwierige Beziehungen, um Scheidung, Alkohol, Verlust und die Frage, was man von den eigenen Eltern mitnimmt — bewusst oder unbewusst.

Dabei werden sehr persönliche Geschichten erzählt: vom Vater, der wenig greifbar war, vom frühen Tod eines Vaters, vom schwierigen Aufwachsen mit einem alkoholkranken Umfeld und von der Suche nach der eigenen Herkunft. Gleichzeitig wird deutlich, wie unterschiedlich Vaterrollen erlebt werden können und wie sehr sie das eigene Leben prägen. Trotz aller schweren Themen bleibt die Folge ehrlich, direkt und an vielen Stellen auch typisch Bangerts: mit Humor, Selbstironie und viel Gesprächsdynamik.

Zum Abschluss geht es auch darum, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen und das Positive im Rückblick stärker wahrzunehmen als das Belastende. Eine Folge über Familie, Prägung und darüber, wie kompliziert, widersprüchlich und wichtig Vaterfiguren sein können.

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Speaker

Willkommen bei The Bangerts, dem Podcast, in dem Micha, Stefan, Alex und Andy ehrlich über das echte Leben sprechen. Ohne Filter, ohne Fake. Dafür mit viel Herz und jeder Menge Humor. Wir teilen Geschichten aus unserem Alltag, von Familie und Freundschaft, von großen Träumen, aber auch von Ängsten und Sorgen, die uns wirklich bewegen. Hier wird gelacht, nachgedacht und manchmal auch ein bisschen gefühlt. Denn genau das macht das Leben aus. Mach's dir gemütlich und sei dabei, wenn wir gemeinsam durchs Auf- und Ab des Lebens gehen. Ungestöhnt, persönlich und immer mit einem Augenzwinkern.

Speaker 2

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Die Bangerts der Podcast. Passend nach den Müttern kommen jetzt die Väter dran. Aber erstmal ein Hallo in die Runde. Grüßig Gott. Servus.

Speaker 3

Hi. Warte, da gibt es gleich noch einen schönen Applaus dafür.

Speaker 4

Das Hi war ja auch sehr kurz.

Speaker 2

So, kurzes Ding. Na gut. Ja, dann willkommen zu die Väter heute. Ganz interessantes Thema, weil sonst hat man immer ja mehr den Augenmerk auf Mütter und so und gar keine Frage, dass die auch definitiv höher gestellt gehören als die Väter. Aber natürlich sollten die Väter auch nicht zu kurz kommen.

Speaker 1

Naja, also ohne Väter wird es uns ja nicht geben. Dann hätten die Mütter bestimmt eine Zellteilung erfunden. Also es ist ja schön, dass es Mütter gibt, aber es braucht auch Väter.

Speaker 3

Das wäre dann so wie bei Jurassic Park, wo diese, die sich wechseln können und dann selber befruchten.

Speaker 2

So wie Würmer quasi, so zwittrig. Richtig.

Speaker 4

Die steichen ja gleich voll ein, Leute. Die steichen gleich voll ein.

Speaker 1

Ich wollte eigentlich nur klarstellen, dass man auch Väter braucht.

Speaker 4

Und schon sind wir bei der Zellteilung.

Speaker 1

Schön, schön Gott.

Speaker 2

So, zurück zum Eins des Lebens. Unsere Väter. Ja, heute geht's über unsere Väter mit unseren Vätern. Ich darf heute anfangen. Und ja, mein Vater lebt noch. Der ist auch gut.

Speaker 3

Also mein Vater lebt noch. Meiner ist nicht mehr da. Und so weiter und so fort. Sehr gut.

Speaker 4

Einfach weiter, Stefan.

Speaker 2

Er wird diese Folge trotzdem nicht hören. Von daher ist es auch keinen so schlimm. Ja, mein Vater ist mittlerweile 86 Jahre alt. Er wurde quasi zum Kriegsbeginn geboren, 1939. 86? Ja. Ich bin mir vorbeigegangen. Ja. Der ist ganz schön alt, ne? Wow. Ja, der war auch, also der ist immer noch 13 Jahre älter als meine Mutter. Es war damals schon nicht so üblich, dass man so alt geheiratet hat, quasi als Frau. Sonst hat man sich ja eher so in seinem eigenen Kunstkreis bewegt, aber ja. Wollte sie ein Sugar Daddy? Vielleicht. Hat es wohl weitergegeben. Er hat es weitergegeben.

Speaker 4

Oh Gott. Hast du heute schon einen Zucker von mir bekommen?

Speaker 1

Haben sie die Väter im Spiel sinkt das Niveau.

Speaker 4

Ja, wirklich.

Speaker 1

Was sinkt's denn?

Speaker 2

Ja. Condinos. So, ja, zurück zum Ernst. Heißt er den Papa Ernst? Nee, Rudolf. Rudolf? Rudolf, ja. Also so schützenpass, aber ist der Rudi. Achso, deshalb, ja, ach ja. Oder Spitzname Pudding. Aber frag dich nicht warum. Pudding. Pudding, ja. Mit der essbare Süßspeise, ja. Okay, gut. Also, auf jeden Fall, er wurde 1939 geboren und war eins von fünf Kindern. Ja, ist sehr behütet aufgewachsen vor einem Bauernhof, auf dem ich auch noch aufwachsen durfte zur Hälfte. Fand ich, also finde ich immer noch sehr, sehr toll, dass ich das erleben durfte. Landleben, Schweine, Hühner, Gänse, großer Garten, Felderien, Wälder, war toll. Aber ich glaube auch, dass mein Vater rückblickend so das angeschwärzte Schaf der Familie ist. Denn er hat sich irgendwann abgeseilt und losgesagt und ist in den nächsten Zug gestiegen und nach Hamburg gefahren, um dort auf einem Schiff anzuheuern.

Speaker 3

War er quasi ein Revoluzer.

Speaker 2

Ja. Er musste auch schon mal mit 14 oder 15 von der französischen Grenze abgeholt werden von seinem damaligen großen Bruder, weil er sich mit dem Kumpel gedacht hat, wir gehen nach Frankreich zur Fremdenlegion. Mit 15. Mit 15, ja. Das kann man mal machen.

Speaker 4

Du hast aber davon hast du nichts gekriegt, mitgekriegt.

Speaker 2

Nee.

Speaker 4

Bist du Frotum, oder? Ja. Dass ich dich irgendwo an der Grenze abholen muss.

Speaker 2

Auf jeden Fall ist er dann nach Hamburg abgehauen und hat wirklich bei Hapakloyd damals Schiffsrederei angeheuert, als Schiffskoch auf Frachtschiffen und hat somit zehn Jahre lang wirklich komplett die ganze Welt bereist. Darauf, glaube ich, daran zählt er heute noch und kann heute noch freudig zurückblicken und erzählt heute immer noch mit feuchten Augen, dass er da und da am Hafen war und dort und also es ist wirklich Wahnsinn, wo er überall war. Andere würden da gerne mal Urlaub machen und schaffen es nicht und er war halt mit seinem Schiff, also mit seinem Schiff, aber halt mit dem Schiff vor Ort, mit seinen Bananendampfern, wie er immer sagt. Aber diese zehn Jahre auf See und isoliert sein letztendlich, weil es gab dann immer nur einen Beikoch und vielleicht noch irgendeinen Hilfskoch, wie auch immer, haben ihn halt auch stark verändert, würde ich sagen. Also er hat eigentlich nicht mehr ins echte Leben zurückgefunden. Das war ganz schwierig für ihn, dann in Würzburg wieder anzukommen nach zehn Jahren. Und musste dann auch mit seinem Bruder zusammen einkaufen gehen, weil diese Menschenmassen waren für ihn ein Gräuel, sozusagen. Also er hat es überhaupt nicht mehr überrissen, dass es so viele Menschen auf einen Haufen gibt, weil er natürlich nur ganz wenige gewohnt war. Und ich glaube, das hat sich komplett durch sein Leben bis jetzt hingezogen. Hat dann natürlich irgendwann geheiratet, meiner Mutter kennengelernt und war leidenschaftlicher Fußballspieler. Irgendwann kam dann ich zur Welt. Aber Mama und ich waren letztendlich immer nur Randfiguren in seinem Leben, weil er einfach das einfach nicht mehr zurückgefunden in die normale Zivilisation und Arbeiten und Familie und Kind großziehen. Das war für ihn mehr so ein Pflichtprogramm als alles andere. Ich glaube schon, dass er uns auf seine Art und Weise geliebt hat und immer noch liebt, aber er hat es halt nie wirklich zeigen können. Zumindest nicht wie wir es uns gewünscht hätten. Sonst hätte es ja auch nie für meine Mutter einen Grund gegeben, sich scheiden zu lassen letztendlich. Ja. Das war ein kurzer Abriss von meinem Vater.

Speaker 1

Mich auch.

Speaker 4

Alle Augen sind auf mich gerichtet, mache ich halt weiter. Entgegen dem Uhrzeigesinn, okay.

Speaker 3

Mein Vater. Ich glaube es ist besser, wenn wir die Runde mit so machen. Das highlight heben wir uns das.

Speaker 4

Die Stars. Mein Vater. Ja. Meine Mutter, ich fange mal mit meiner Mutter an, die eigentlich keine Kinder bekommen konnte. Dann hat sie meinen Vater kennengelernt. Keine Ahnung, was bei ihm war und so weiter, aber letztendlich ist es doch passiert. Und wir haben damals im Osten geheiratet. 1970 oder 69. Kurz drauf kam ich dann schon. Und mein Vater war auch Geschwister 7 oder 8, war auch ein Zwilling. Sein Zwilling ist sehr früh gestorben, da waren sie vier oder fünf. Ich glaube, das hat ihn doch sein ganzes Leben lang beschäftigt. Und ja, ist ansonsten ganz normal aufgewachsen, damals in der DDR. Und Anfang der 70er, 75, 76 haben wir dann meine Eltern ein Haus gekauft in Sonneberg. Das haben sie saniert und gleichzeitig haben sie auch in einer Gaststätte gearbeitet. Also die haben die als, keine Ahnung wie das damals war, als Pächter gehabt, wie auch immer. Und ja, da damals alle sehr dem Alkohol zugetan waren, hat man quasi den Bock zum Gärtner gemacht. Und ja, stetiger Alkoholkonsum hat meine Mutter dann gar nicht mehr gebasst vor meinem Vater. Und dann war, glaube ich, 80 oder 81 war die Scheidung. Und ja, somit war ich dann ein Scheidungskind und ansonsten ist wirklich schlecht von meinem Vater, irgendwas zu sagen. Er war eigentlich ein ganz lieber Mensch, grundsätzlich. Eigentlich. Eigentlich. Also er war ein ganz lieber Mensch, aber ich muss dann auch sagen, das war es dann aber auch. Also er war wirklich, er hat schlechten Einfluss gehabt. Wenn man heute so rückblickend ist, war er nicht stark genug, sich diesem Ganzen zu entziehen und seinen eigenen Weg zu gehen. Aber dem Alkohol oder? Dem Alkohol und dem Umgang. Also bei dem asozialen Umgang, in dem man dann, also die Kreise, in die man da reingerutscht ist. Und irgendwann in den 80ern hat er dann, glaube ich, ja nochmal Kind gemacht, Halbschwester von mir. Das klingt ein Kind gemacht. Man kann es auch nicht anders ausdrücken. Es ist, keine Ahnung. Man hat Nachwuchs bekommen. Ja. Und ja. Und dann letztendlich hat er mit seiner Mutter, meiner Oma, immer noch zusammen gewohnt. Von Wohnung zu Wohnung sind sie dann zusammen umgezogen und ja, das war's halt. Bier zum Frühstück bis zum Abendessen. Mahlzeit. Und dieses und jenes. Und es war halt eigentlich, er war immer da, wenn du ihn gebraucht hast für irgendwas, wenn er nüchtern war. Also letztendlich gibt es eigentlich von meinem Vater gar nicht viel zu sagen. Ich habe jetzt auch keine Erinnerungen, dass er irgendwas großartig mit mir, also wo ich mit meinem Vater gemacht habe, so spezielle Dinge, dass er mir irgendwas beigebracht hätte oder sonst irgendwas. Also ich kann mich an zwei, drei Dinge erinnern, dass er mir mit dem Zug gefahren zu einem Fußballspiel. Ja, und das war es dann eigentlich. Deshalb habe ich wieder an meinen Vater, auch meinen Stiefvater schon überhaupt gar nicht, irgendwelche Erinnerungen groß. Er war da, meine Eltern waren geschieden, hat dann letztendlich nur bei der Oma gewohnt, jeden Sonntag besucht. Und wir haben viel Karten gespielt und gewürfelt, aber ansonsten ist es väterlicherseits von meiner Seite aus gibt es da nicht viel zu berichten. Na, da sind wir ja dann schnell durch, ganz klar.

Speaker 1

Keine Sorge, die Zeit brauche ich ja ich.

Speaker 3

Andi. Der ist auch hier, ja. Ja, mit meinem Papa, der ist leider nicht mehr unter uns. Wir hatten. Wie soll ich denn sagen? So gefühlt ein Jahr, nachdem ich mich geoutet habe, ein sehr gutes Verhältnis. Besser als zuvor. Mein Papa war jemand, der konnte irgendwie alles. Also schon allein dafür habe ich den eigentlich irgendwie immer bewundert. Ich meine, der war gelernter Elektriker. Aber es war im Grunde wurscht, was irgendwie anstand, ob das Fliesen waren, ob das Mauern waren oder sonst irgendwas, der hat irgendwie alles gemacht. Und ich dachte immer, da ist bei mir nichts hängen geblieben, was so das Handwerkliche angeht. Aber ich habe es ja gerade gestern im Auto schon erzählt, dass jetzt, wo er halt nicht mehr da ist und dann plötzlich Situationen so im eigenen Haus auftauchen, wo man dann halt mal irgendwie was machen möchte, soll, wie auch immer, funktioniert es auf einmal doch. Also was erscheint mir doch was Handwerkliches mit in die Wiege gelegt zu haben. Nicht nur diese blau-weiße Automarke, die durch mein Blut läuft. Es war noch ein bisschen was anderes wohl mit dabei.

Speaker 1

Zumindest hat er dir auf jeden Fall sein Aussehen mitgegeben, weil du bist ja wirklich ein Opzi-Bild.

Speaker 3

Aber das war nicht. Das war nicht immer so. Das kam irgendwie, keine Ahnung, wann das passiert ist. Aber irgendwann ist raufgeploppt. In der Pubertät meistens. Nee, noch nicht mal.

Speaker 1

Wenn du Bilder siehst, wo der Andi jünger war, da siehst du eher so die Mama. Da siehst du gar nichts vom Papa. Aber jetzt ist wirklich so eins zu eins. Also du könntest wirklich denken, der Hubert sitzt am Tisch.

Speaker 3

Ja, so schnell geht's. Das heißt, er hat mir sein gutes Aussehen dagelassen. Ja, also wie gesagt, wir hatten so das Outing, habe ich ja in der Folge schon mal erwähnt, war, war nicht so schön und dann hat er wirklich auch ein gutes Jahr nicht mit mir gesprochen. Umso schöner war es dann aber im Nachgang, keine Ahnung, warum, ob er seinen Frieden mit dem Thema gemacht hat oder was auch immer der Auslöser dafür war, haben wir nie drüber gesprochen. Er war jetzt leider nicht so jemand, der groß über seine Gefühle gesprochen hat. Ist, glaube ich, einfach noch so ein Generationending auch in dem Moment gewesen. Über so sentimentale Sachen spricht man nicht. Aber, Entschuldigung. Es waren immer mal so Momente mit dabei, auch wo das, also wo man schon gemerkt hat, es gibt Sachen, die beschäftigen ihn und die kommen auch so an die Oberfläche. Aber es musste halt immer irgendwie so ein bisschen beim Tanz vollführt werden. Ja, nichtsdestotrotz. Ich meine, es sind jetzt zehn Jahre schon, wo er nicht mehr da ist und er fehlt schon. Ja, aber gehen wir doch mal von meinem Highlight zu deinem Highlight, lieber Alex.

Speaker 1

Zu meinem Highlight, also eigentlich kann ich es ja ganz kurz machen, wenn du so willst. Da ich nicht weiß, wer mein Vater ist, kann ich eigentlich auch nicht über meinen Vater sprechen. Okay, dann sind wir kurz und bündig. Ja, wenn du so willst, wäre es eigentlich kurz und bündig. Gab es denn einen Stiefvater? Gab es denn überhaupt eine Vaterfigur in deinem Leben? Es gab jemanden, wo ich dachte, das ist mein Vater. Was ich aber dann herausgestellt habe, dass es nett ist. Und das habe ich halt leider erst erfahren, als ich schon 36 war. Und eigentlich so ein bisschen, na, wenn du so willst, durch so einen dummen Zufall kam das irgendwie raus, beziehungsweise wo ich dann so ins Grübeln gekommen bin, ob da vielleicht was dran sein könnte. Weil man muss dazu sagen, also meine Eltern, wo ich glaube, das sind Mama und Papa, die haben sich scheiden lassen. Da war ich drei Jahre alt. Und ja, wie das halt in die 80er so war, man war immer bei der Mama und ist dann so einmal im Monat übers Wochenende zum Papa. Und ich dachte halt immer, dadurch, dass wir uns nur einmal im Monat sehen, haben wir einfach nicht so dieses Vater-Sohn-Verhältnis, wie man das halt so von anderen kannte. Das war für mich so der Erklärung oder der Grund. Aber es hat sich dann, als ich dann älter wurde, man hat sich dann natürlich weniger gesehen, war klar, wenn du dann älter wirst, willst du ja lieber mehr mit deinen Freunden machen, wie übers Wochenende bei deinem Papa zu sein. Und irgendwie habe ich immer so gedacht: so, ja, also es ist irgendwie, weiß ich auch nicht, also es ist wie wenn ich zum Onkel oder zum Bekannten fahre. Also es war nie so dieses Gefühl da, okay, das ist mein Papa. Und durch diesen dummen Zufall ist man dann halt noch so ein bisschen mehr ins Grübeln gekommen, wo man dachte so, vielleicht ist das auch der Grund, warum da so keine Verbindung da ist. Und so weiter und so fort. Naja, irgendwann habe ich mich dann mal durchgerungen und dachte so, okay, wir wären ja alle nicht jünger. Und wenn du das irgendwie noch in diesem Leben erfahren willst, musst du vielleicht was unternehmen. Und das habe ich dann auch gemacht. Ich habe dann auch offen und ehrlich mit ihm drüber gesprochen und habe dann quasi gefragt, ob wir einen Test machen können, weil ich gerne wissen möchte, ob er mein Vater ist oder nicht. Er hat auch gedacht, du bist dein Sohn. Bin ich mir nicht so sicher im Nachhinein. Also, sagen wir mal so, der dumme Zufall. Es kam so ein bisschen von ihm. Also er hat mich quasi so ein bisschen angestoßen. Und die Reaktion darauf, dass ich es gerne einen Test machen möchte, die war irgendwie so, also es war überhaupt kein Thema. Und das war für mich dann so ein bisschen so, ja, vielleicht möchte er es auch gern wissen. Also vielleicht hat er auch die ganzen Jahre gedacht, aber vielleicht ist es ja gar nicht mal so. Oder er wusste es. Ich habe keine Ahnung. Man kann jetzt nicht mehr irgendwie in die Vergangenheit gucken. Nichtsdestotrotz, wir haben einen Test gemacht und ja, kam dann halt raus, dass es nicht ist. Na, und das ist dann, obwohl dann nie irgendwie so diese tiefe und enge Verbindung war, aber es war schon ein Thema, was mich dann erstmal so ein bisschen nach unten gezogen hat. Und ihn?

Speaker 4

Was sagt er?

Speaker 1

Also ich glaube, so im ersten Moment war er außer geschockt. Also zumindest hatte ich das Gefühl. Aber für ihn war das Thema mir gegenüber relativ schnell gegessen. Also ich hatte da so ein bisschen länger damit zu kämpfen. Einfach aus dem Grund, weil du natürlich wissen willst, also wo kommst du denn eigentlich her? Also, wer ist denn der andere Part, der dich gemacht hat? Und das ist so ein bisschen, was mich lang beschäftigt hat. Also, ich will jetzt nicht sagen, dass ich so eine Identitätskrise hatte, aber trotzdem war das ein Thema, das mich lang beschäftigt hat. Währenddessen für ihn irgendwie so gefühlt war das relativ schnell okay, so wie es war. Was mich dann natürlich auch mit den Skrübeln bringt. Wusste er es schon, ne, also oder hat es geahnt, keine Ahnung.

Speaker 3

Ich meine, für ihn in dem Moment ist es ja auch leichter abzuschließen, ne? Okay, aber ist es jetzt und gut. Aber für dich bleibt ja eine Lücke zurück.

Speaker 2

Genau, jetzt wollte ich mal kurz reingrätschen. Aber dein, also der Mann deiner Mutter ist auch nicht definitiv dein Vater. Oder wie darf ich es jetzt verstehen?

Speaker 1

Was?

Speaker 2

Der Mann meiner Mutter.

Speaker 1

Das war ja der Mann meiner Mutter.

Speaker 2

Ach, ich dachte, das war anders. Irgendwie da habe ich jetzt die Kurve hingekriegt.

Speaker 1

Mit dem Mann, mit dem meine Mutter zehn Jahre verheiratet war, ist der Mann, wo ich dachte, es ist mein Vater. Ich weiß, es ist alles ein bisschen kompliziert lassen.

Speaker 4

Ja, das habe ich bekommen, ja. Dann ist immer nur das Wochenende hin. Richtig, weil er der gute Onkel. Genau. Da hat er gedacht, Mensch, irgendwas stimmt hier nicht. Gefühlsmäßig, können wir mal einen Test machen. Und da sagt der geschiedene Mann, mit dem die Mutter zehn Jahre zusammen war. Ja, okay.

Speaker 2

Verstehst du? Ich dachte, du hättest jemanden ganz anderes zum Testen aufgefordert, weil du dachte, das wäre dann der andere.

Speaker 3

Nee, nee. Auf die Tür warten wir noch, dass wir jemanden auffordern können, einen Test zu machen. Ja.

Speaker 1

Ja, also, eigentlich wäre ich schnell fertig mit dem Thema, aber eigentlich könnte ich auch die ganze Folge für mich ausfüllen.

Speaker 2

Stimmt, das ist sehr spannend. Ja, Teil 2 zu meinem Papa. Wie er Alex auch schon erwähnt hat, ist er auch ein Scheidungskind, so wie ich auch. Ich war damals neun. Ich weiß zwar nicht mehr, welcher Tag es war, aber ich kann die Situation noch komplett heraufbeschwören. In meiner Erinnerung. Ich weiß, die beiden saßen in unserer Küche damals an dem Küchenausziehtisch, den wir damals in den 80er Jahren so hatte. Das war 1989. Und ich, glaube ich, war in meinem Kinderzimmer und habe gewartet und hatte aber schon, eigentlich war für mich auch schon irgendwie alles klar, obwohl keiner mit mir vorgeredet hat. Und dann kam mein Papa rein und hat gemeint, geh mal in die Küche. Die Mama muss mit dir reden. Okay, alles klar, hab ich da vorgedappelt. Und dann habe ich mich da in den Küchenisch gesetzt und dann hat sie letztendlich die Bombe platzen lassen, dass das halt immer passt zwischen den beiden und dass sie sich jetzt trennen und das, aber das nichts an mir und meinem Papa ändern soll und dass ich immer zu meinem Papa gehen kann, wenn ich möchte. Und aber das Erziehungstechnisch oder das Wohntechnisch so rum, ich bei meiner Mama bleib, so wie das in den 80ern halt so war, wie der Alex schon erwähnt hat. Und ich habe mir das alles angehört von meiner Mama. Und das Einzige, was ich darauf gesagt habe, war, du hast dich ruhig machen können. Und dann was ich buffe. Ja. Und dann, ja, dann klar gab es dann irgendwie da irgendwelche Gespräche, die danach gefolgt haben, ob ich nichts gemeint habe und warum. Und dann kommt halt dann doch raus, dass Kinder letztendlich mehr Feingefühl haben, mehr aufschnappen, als sich manchmal die Eltern denken. Für mich war das schon lange klar, dass das nicht funktioniert, dass das einfach nur ein Nebenherleben ist. Er hat seinen Fußball gehabt. Das war für ihn das Wichtigste überhaupt. Fußball und Alkohol. Deswegen hat er auch immer sein Fürschern verloren, eine Zeit lang. Und ja, und wie gesagt, Mama und ich waren einfach nur Randfiguren. Wer war Koch und ging früh aus dem Haus. Die ersten Jahre habe ich ihn, glaube ich, nur an den Wochenenden gesehen, wenn überhaupt, weil nach der Arbeit ging es dann erstmal noch ins FCO heim zum Bierchen trinken. Und dann halt erst nach Hause und dann lach ich halt schon klar, logischerweise im Bett und habe gepennt. Und das waren so die ersten Jahre mit meinem Vater und das hat sich auch nie wirklich gebessert. Also ja, genau. Von daher kann ich leider nicht so viel Positives von ihm berichten. Ups.

Speaker 1

Aber es ist irgendwie so interessant zu erfahren, jetzt sitzen wir hier zu viert am Tisch und drei sind Scheidungskinder. Und eigentlich war das ja so unüblich.

Speaker 2

Hat man immer gesagt, so wie kannst du nur und Scheidungen, das macht man nicht und das ist, ne, und der Ruf und überhaupt, aber scheinbar gab es doch mehr Frauen in den 80ern, die sich am Scheiden lassen.

Speaker 1

Also wenn ich mich zurückerinnere, als ich in der Schule war, ich glaube, ich war der Einzige, der ein Scheidungskind war, also zumindest in meiner Klasse, weil das eigentlich unüblich war für Anfang der 80er, dass da Scheidungen gibt. Von daher finde ich es jetzt so interessant, dass von vier drei Scheidungskinder sind. Und alle drei in den 80 Gang. Und dann sind wir noch alle drei Einzelkinder. Kommen ja auch noch dazu.

Speaker 3

Stimmt, ja. So bin ich. Ich bin kein Scheidungskind, ich bin kein Einzelkind.

Speaker 2

Deswegen hast du ja auch was Orangenes an und wir sind in Schwarz- und Grau.

Speaker 1

Du bist ja Quoten ande, weißt du? Du entsprichst quasi so diesem idealen Familienbild, in der 80 an.

Speaker 3

Ja, schön diese Mittelklasse-Familie, ne, Vater, Mutter gehen, arbeiten, abends schön zusammen, Abendessen. Schön. Ja.

Speaker 4

Wie bei den Trombusch, so ungefähr. Aber ich kann mich ja auch nicht erinnern, dass bei mir in der Klasse jemand in Scheidung war, außer bei mir. Wenn ich jetzt so überlege, die eine hat mit zwölfer Kind gekriegt, die andere.

Speaker 3

Also, falls ihr euch fragt, was hier so trommelt, das war der Micha.

Speaker 4

Ja, ich hab grad mich gerade nicht unter Kontrolle. Genau, der hat der Kind gekriegt. Also sonst gab es eigentlich gar kein Highlight bei uns. Und ich war ja dann 81, kam der Brettenitz. Das war dann mein Stiefvater quasi. Und bei dem ging es eigentlich, wie mit meinem Vater genauso weiter. Da warst du mal ein Jahr im Knast. Und keine Ahnung, wo meine Mutter die Kerle her hat, ob es da auch so eine Zeitschrift gab, so eine Chiffre, wo man hier, ich bin im Knast und hier, ich habe hier die Tätowierung, keine Ahnung. Schöne Frau, was auf mich rauskomme. Ich weiß es nicht, wo mein Mutter die Kerle aufgegabelt hat. Aber jedenfalls war es dann so. Und er kam dann raus und hat dann auch bei der Müllap vorgearbeitet. Und ja, aber es war auch jeden Tag die Überraschung, komm dann nüchtern oder besoffen nach Hause. Und so ist dann halt auch entsprechend immer der Abend gelaufen. Entweder dann mit Schlägen oder ganz normal. Also Schläge für dich oder für deine Mutter? Für Mutter, erst die Mutter, dann ich. Genau, also das war eigentlich dann so gang, gäbe von 81 bis 87, würde ich sagen. Ungefähr, ja. Weil dann bin ich auf ihn los. Und ja, habe ihn halt dermaßen vermöbel. Das ist halt dann, wenn es jahrelang sich anstaut. Und seitdem hat er uns nicht mehr angefasst, dann war eine Scheidung und er ist raus aus dem Haus und das war's. Kam aber, ich sag ja, ich habe keine Ahnung. Jetzt müsst ihr euch vorstellen, 89, die Wende. Mein Mutter ist 8 Jahre von der Nur schikaniert worden, verprügelt worden. Von mir rede ich jetzt gar nicht. Die Wende ist 89, der geht nach den Westen, kommt 90 mit an Mercedes zu uns zurück. Fällt mir jetzt so gerade ein. Mancher Geschichten muss mir erst erzählen, damit sind wir da einfällt. Und fährt mit uns nach Rödenthal, das ist bei Koburg, also gleich über die Grenz, ins Gasthaus. Und dort hatte er seine Unterkunft so als Flüchtling.

Speaker 3

Warte mal, ich bin noch nicht ganz dabei. Da war kein Kontakt mehr, nachdem die Gneiden waren.

Speaker 4

Er ist in den Westen gegangen. Der ist nach Westen gegangen.

Speaker 3

Und er kam aus heiterem Himmel wieder. Richtig, genau.

Speaker 4

Und dann seid ihr bei dem ins Auto gestiegen. Er ist aber in Nein Westen, da war die Grenze noch nicht auf. Also wahrscheinlich keine Ahnung über. Ist egal, er ist in Westen, 1989 über Ungarn, Tschechei, keine Ahnung. Und war wieder halt jetzt, ich so heute noch genauso, wenn die Flüchtlinge came, irgendwo in ein Gasthaus untergebracht hat und dort sein Zimmer. Und das war aber gleich bei uns in Sonneberg der übernächste Ort im Westen, Rödenthal. And dort kam er dann mit dem Mercedes im Winter, ich weiß nicht, im Winter, zu uns nach Hause. Keine Ahnung, wie my Mutter wieder rumgekriegt hat. Wir fahren mit diesem Mercedes im Winter über die. Naja, kennt ihr jetzt nicht, also über die Welt, das ist ein Stadtteil, die Serpentinen runter. Das Auto rutscht, fahren nach Rödendal und er zeigt uns sein Zimmer. Fährt uns wieder zurück nach Sonneberg und er hat gar keinen Führerschein. Im Nachhinein kommt dann raus, dass der gar keinen Führerschein hat. Und was macht mein Mann? Das kommt im Nachhinein, wendelt mit dem wieder an, arbeitet danach in der Klosterschenke in Rödendal. Jetzt fällt mir es gerade wieder ein. Die Klosterschenke in Rödendal. Wir sind dann dort, ach, ich habe dort mit bedient, habe beim Wirt im Zimmer mitgeschlafen und die zwei haben dann ihr eigenes Zimmer gehabt und haben dort geschlafen quasi. Und das war immer unser Wochenende. Also wir sind Freitag, Samstag haben wir dort halt Wochenende gearbeitet und unter der Woche halt in Sonneberg. Das fällt mir jetzt gerade so ein, manche Geschichten. Sodom und Gemauer. Es ist leicht verstörend.

Speaker 3

Ja, also wirklich. Merkst du was? Leichtes untertrieben. Ich warte ja immer noch, das Auto kam ins Rutschen.

Speaker 4

Ja, ja, das ist, also wir sind Winter, Sturm, da oben runter, so Serventine, links, rechts, links, rechts. Und wir sind da runter gerutscht und ich denke, naja, der hat schon alles im Griff. Und da denke ich mir doch, wo hat er jetzt so schnell seinen Führerschein gemacht und so weiter? Was hat die halt war ja dann ein bisschen weiter mit Gedanken? Und dann kam hinterher erst raus, ich weiß gar nicht mehr, wie die Trennung dann wieder war, dass da gar keinen Führerschein hatte. Also das Rutschen hat eigentlich gar nichts mit der Geschichte zu tun. Nee, nee, gar nicht. Nee, aber es gehört halt zu ihm. Es war halt so ein Highlight, in der sie erfahren. Richtig, also warum. Ja, richtig, genau. Die weht halt drunter, die so ein paar wissen das. Und das sind halt dann so Dinge, wo ich dann auch meine Mutter hinterfragen muss, warum? Also was, warum ist der plötzlich wieder da bei allem, was war? Und ja, es war ein Erlebnis dann in der Klosterschenke, so richtig Bier zu zapfen und beim Wirt im Zimmer mitzuschlafen. Und ja, war eigentlich eine schöne Zeit.

Speaker 2

Und wie lange war dann Phase 2 quasi?

Speaker 4

Also die kann nicht lang gegangen sein, weil es war Winter, wo er kam und im Sommer habe ich dort noch gearbeitet, aber den nächsten Winter nicht mehr. Also es konnte nur ein paar Monate gegangen sein.

Speaker 3

Dann wollte Stockholm ihr Syndrom zurückhaben, deswegen ist dann nicht mehr.

Speaker 4

Ja, genau, ja, also wirklich.

Speaker 1

Ja gut, aber manchmal macht man einfach Sachen, wo man nicht weiß, warum man das eigentlich macht. Ja, richtig, richtig. Vielleicht war sie einfach beeindruckt von dem Mercedes. Jetzt wird es so genau, das kann ich mir sehr gut vorstellen.

Speaker 2

Das war halt so für sie so ein Statussymbol, in Anführungszeichen, das für sie ein Zeichen war, O hat sich geändert anscheinend, dann hat jetzt kein Mercedes und kein Führerschein. Also gebe ich ihm eine zweite Chance. Letztendlich hat sie ja auch gar nicht so verkehrt. Aber das Resultat war halt. Es hätte ja auch gut erst gehört. Natürlich.

Speaker 1

Manchmal ist die zweite Chance ja ganz gut.

Speaker 2

Ja, finde ich auch.

Speaker 4

So komme ich mal in die Klosterschenke, habe dort bedient. War auch gut.

Speaker 3

Ja. Jetzt gucken sie mich alle wieder an. Und ich komme mir so langweilig vor, weil solche Dramen bei uns gar nicht gab.

Speaker 1

Naja, wenn du so willst, Dramen gab es jetzt vielleicht nicht, aber sein Papa zu verlieren. Das war Drama genug. Das ist ja auch eine gewisse Art von Drama und glaube ich nicht einfach.

Speaker 3

Nee.

Speaker 1

Vor allem die Art und Weise. Nicht im Ansatz.

Speaker 3

Nicht im Ansatz.

Speaker 4

Aber das ist das Leben, ne?

Speaker 2

Tja, der eine wäre froh, er hätte sein Papa länger gehabt. Der andere wäre froh, wenn sein Papa anders gewesen wäre.

Speaker 1

Ich wäre einfach nur froh, wenn ich wüsste, wer sie ist.

Speaker 2

Ja, richtig genau, ja. So sitzen hier vier Optionen quasi oder vier Möglichkeiten, die vielleicht euch auch da draußen spiegeln. Vielleicht bist du ja, der gerade zuhört, auch ein Scheidungskind. Oder der Papa ist viel zu früh gestorben und du wärst froh, er wäre noch hier und würde ja vielleicht bei manchen Sachen noch zur Seite stehen. Ja. Ja, aber letztendlich, um nochmal kurz auf meinen Papa zurückzukommen, ich glaube, also ich verzeih ihm alles, was gewesen ist. Und bei einem war er immer für mich da. Das war, wenn es ums Geld ging. Weil er war der Sparfuchs hoch 10, was er an mich leider überhaupt weitergegeben hat. Das ist sehr schade, Papa. Das hätte es dann nicht weitergeben können.

Speaker 3

Deswegen soll es ja ein Sugar Daddy werden. Achso, ah ja, stimmt.

Speaker 4

Ich habe doch keinen Zucker mehr.

Speaker 2

Aber geldtechnisch konnte ich immer zu ihm kommen, wenn ich mal wieder irgendwo tief in der Scheiße saß, weil ich mal wieder ein Auto kaputt gefahren habe. Das kam in den ersten paar Jahren des Öfteren vor. Und dann mal wieder irgendwie der Dispo bis ins Lilane gezogen war und nichts mehr ging. War das für ihn, seine Art mir zu zeigen, dass er mich liebt, weil er es auf keine andere Art zeigen konnte. Aber da hat er mich eigentlich immer aus jeder finanziellen Scheiße rausgeholt.

Speaker 4

Ja, und das ist doch eine alles Gute. Meine Mutter, da vor der nicht mehr war, ja, nicht Anisch. Also die hat ja immer gesagt, ich gebe es lieber mit warm als mit kalten Händen. Also, oh Gott. Ja, hat sie so gesagt. So mache ich es aber auch. Also ich würde jetzt lieber, wenn meine Kinder heute irgendwas wollten, würde ich das auch lieber jetzt tun und geben und so weiter, als dann später und hab's auch, ich hab's, ich hab's, ich hab's bis zum St. Nimmerleinstag und dann nach mir die Sinnflut. Also ich hoffe auch, dass ich heute als Vater einiges besser gemacht habe. Als mein Vater. Ja, das ist eigentlich so die Hoffnung.

Speaker 1

Na, wir können hier mal so ein Special machen. Wir können ja deine Kinder einladen und dann können die mal über ihren Vater sprechen.

Speaker 4

Oh, ob sie das wollen, wollen meine, ja, also bei einem Kind ganz bestimmt nicht. Ja, der scheut der, oh, habe ich jetzt der gesagt? Das Kind scheut die Öffentlichkeit.

Speaker 1

Wart mal ab, also wenn er vielleicht aufgefordert ist, über seinen Vater zu sprechen. Vielleicht lässt er mal so seinen Gedankenfrei laufen.

Speaker 4

Ja, das sehr gerne. Also ihr seid hiermit aufgefordert. Eingeladen. Eingeladen, aufgefordert, hier Rede und Antwort zu stehen. Es wird nicht besser. Kann man das noch ein bisschen machen? Wir machen das ein Dingstarm-Moment werden einfach.

Speaker 3

Das wird so ein Dingsdar-Moment werden. Wir stellen Fragen und sie müssen es einfach irgendwie erklären. Das bringt so ein bisschen. Aber vielleicht erzählen die auch was, was du vielleicht gar nicht wissen willst. Das stimmt, ja. Vielleicht fragen sie dich auch, was du gar nicht beantworten willst. Das glaube ich nicht.

Speaker 4

Ich kann das nicht beantworten. Du weißt, ich würde alles beantworten. Ist ja zum Leidwesen. Manch, andere.

Speaker 2

Vielleicht auch für die, die dann dort sitzen, ne? Ja, richtig, ja, ja, genau.

Speaker 4

So nach der Adok, dass es so peinlich wird, hätten sie jetzt nicht gedacht, aber.

Speaker 3

Also ich glaube, meiner, wenn du den eingeladen hättest, der wäre gekommen.

Speaker 1

Also ich habe ihn ja leider nie kennengelernt, aber ich weiß nicht, es wird immer so viel über ihn erzählt und es gibt so viele Bilder und dieses und jenes. Und irgendwie habe ich immer das Gefühl, ich kannte ihn. Das finde ich eigentlich so ein schönes Gefühl. Also er ist mir irgendwie so nahe, obwohl ich ihn gar nicht kenne. Also, so vom Gefühl her, glaube ich, hätte ich mich sehr gut mit meinem Schwiegervater verstanden. Ja, ganz bestimmt. Der hat schon eine starke Präsenz gehabt. Also ich glaube, wir hätten eine sehr gute Connection gehabt.

Speaker 4

Du musst ja auch denken, da ist ja auch in jeder Mauer hier drin. Richtig. Ja, in jeder Schraube, in jedem Kabel, das verlegt worden ist.

Speaker 1

Also hier in dem Haus sind mehr drin. Also, da hab ich schon einige mitgemischt.

Speaker 3

Ja. Es gibt eine Sache, die vermisse ich nicht tatsächlich. Und das ist, wenn er hier angerufen hat und angefangen hat von seinem Computer zu erzählen oder irgendwas anderem technischen. Ich hab nichts gemacht. Der haben aber nie was gemacht. Er hat nie was gemacht.

Speaker 1

Das war der Heilige Geist. Gut, also aber jetzt die Mama ist da jetzt ja nicht viel. Die hat es, glaube ich, adaptiert. Hab nichts gemacht. Nix gemacht.

Speaker 4

Aber jetzt im Nachhinein kann man drüber lachen, ne? In dem Augenblick ist so, oh mein Gott. Aber im Nachhinein sind das die lustigen Momente dann.

Speaker 3

Das ist so interessant, wie sich das verändert. Dass man wirklich über Sachen, die dich echt aufgeregt haben, heute wirklich lachst und mit einem anderen Auge drauf schaust.

Speaker 2

Da komme ich hoffentlich auch noch hin zu dem Punkt. Meinst du? Ja, kommst du.

Speaker 1

Ja. Das ist, also ich meine, ich habe ja in der Muttertagsfolge ja erzählt, wie es mit meiner Mama war. Und es ist wirklich so. Über die Jahre vergisst du dann das, was dich gestört hat oder das, was schlimm war. Und du hast eigentlich nur noch die schönen Sachen im Kopf. Und die sind dann präsenter wie jetzt das Negative.

Speaker 4

Ja, das ist von meiner Mutter genauso.

Speaker 1

Also, glaube ich, du willst einfach, wenn der Mensch nicht mehr da ist, willst du einfach das, was schön war mit dem Menschen, einfach behalten und vergisst dann einfach das, was, also nicht, dass ich es jetzt vergessen habe, aber du denkst nicht mehr an das Negative, sondern denkst eher an das Positive. Ja, das stimmt.

Speaker 5

Ja.

Speaker 3

Ja, vielleicht aber auch, weil du mit dem Alter einfach, keine Ahnung, ein anderes Verständnis selber auch entwickelst, dass du die ein oder andere Situation dir nochmal durch den Kopf gehen lässt und versuchst es auch von der anderen Seite zu betrachten, nicht nur die eigene zu sehen und zu denken, in dem Moment, oh Gott, was mache er denn für ein Arsch in dem Moment, ne? Es wird seinen Grund gehabt haben, warum er so reagiert hat. Aber das will man halt in dem Moment nicht sehen.

Speaker 4

Du hast auch mit vielen abgeschlossen, wenn der Elter, was solltest du zumindest für deinen eigenen Seelen halt. Aber wenn ich heute an meinen Vater denke, ich bin nicht böse oder sonst irgendwas, also gar nichts. Er ist halt aufgewachsen in diesem ganzen Umfeld. Die ganze Familie war, ja, ich muss halt so sagen, war ein Alkoholiker, seine ganzen Brüder. Die haben eine Party, äh, Party, gab es im Osten nicht. Also man hat sich halt getroffen zum Frühshoppen oder da und wie gesagt, halt Bier hier, Doppelkorn, Bier, Doppelkorn oder ich weiß gar nicht, wie die braune.

Speaker 2

Ein Herrngedeck, also.

Speaker 4

Ja, so ein Braunen halt, ich weiß gar nicht mehr, wie die Flasche hieß, keine Ahnung. Und das war halt Gang und Gäbe und ich überhaupt nie erinnern, dass alle Männer, seine ganzen Brüder und so weiter, jemals was anderes getrunken hätten. Außer Bier. Also da gab es kein Wasser. Weißt du, so wie heute auch immer ein Wasser oder a Cola oder also für die Männer zumindest gab es das nicht. Mein anderer Onkel, der in der Gastronomie war, da immer mal an Wein getrunken, das weiß ich noch. Aber ansonsten waren alle dem Alkohol verfallen und wenn du da drin aufwächst, dann rutscht du automatisch da mit rein und dann ist das dein Umfeld und du hast halt auch keine Chance, da rauszukommen. Schwierig, ja.

Speaker 1

Ja, aber ich sehe, also weil du das jetzt gerade so gesagt hast, also ich bin jetzt auch auf meine Mutter und auf den Mann, wo ich dachte, der ist mein Vater. Also ich bin auch nicht böse auf die. Also ich war auch als es rauskam, ich war weder böse auf die, noch habe ich denen irgendwelche Vorwürfe gemacht. Ich meine, sowas passiert, ne? Also ist ja jetzt auch nichts Schlimmes. Ja, wir wissen ja, du warst ein Kind der Lust. Der Lust, genau. Also sowas passiert einfach. Also es wäre jetzt nicht schön, wenn sie das von Anfang an wussten und haben es nicht erzählt, aber gibt es wahrscheinlich auch Gründe dafür, warum sie es nicht gemacht haben. Ist ja auch egal, aber ich war jetzt nicht böse oder habe den Vorwürfel gemacht. Es ist halt wie es ist. Es ist passiert. Ist so, ja. Wie mal Halbschwester. Passiert. Irgendwann arrangiert man sich damit und dann ist es auch für einen selber okay.

Speaker 2

Ja, man muss halt lernen, damit zu leben, weil letztendlich kann man es ja eh nicht ändern. Und sich dann ewig grämen, wie man so schon sagt, schön ist alles Wort. Sich Grämen, weil vielleicht die Kindheit oder der Papa oder die Mama, je nachdem, das kann ja einer von beiden sein, wenn immer der Papa der schlechtere Part sein, in Anführungszeichen, macht ja keinen Sinn, dann ewig lang darauf rumzureiten. Man muss halt dann selber sich irgendwie an den Haaren rausziehen und sagen, so jetzt ist es halt so, jetzt muss ich es besser draus machen für mich.

Speaker 1

Du, die hatten beide ihre guten und ihre schlechten Seiten. Ja, bei uns genauso. Also das ist. Aber ich bin fein damit. Also es ist ja auch nichts, was mich super beschäftigt oder mich irgendwie, wie sagt man denn, so, ins Unheil stürzt? Nee.

Speaker 3

Na, es ist ja auch so ein bisschen, und ich, keine Ahnung, musst du mir sagen, ob es stimmt oder nicht, aber was ist vielleicht leichter macht, du hast ja auch keinerlei Anhaltspunkte in irgendeiner Form, ne, dass du jetzt auf die Idee kommen könntest, oh, ich hab da irgendeinen Wisch. Könnte vielleicht sein, rufe ich doch mal die Frau Leischig an, ne? Vielleicht kann die ja da mal ein bisschen Licht in den Dunkel bringen.

Speaker 1

Leider Gottes gibt es da null Anhaltspunkte. Also können ja hier mal einen Aufruf starten. Wenn irgendjemand kennt, der seinen Sohn sucht, könnt ihr ja mal schreiben.

Speaker 4

Das ist jetzt die Frage, wann glaubt er denn, einen Sohn gemacht zu haben?

Speaker 1

78. Ne, Quatsch. Es war Silvester 77. Also, wenn irgendjemand auf einer Silvesterparty war, wo hat es dort schön krachen lassen in der schönen Oberpfalz?

Speaker 2

Geht's noch genauer?

Speaker 1

Es könnte was passieren. Sein. Von 77 auf 78, ja.

Speaker 3

Aber vielleicht will man diese Box gar nicht aufnehmen.

Speaker 1

Das könnte natürlich auch sein. Vielleicht ist es auch besser so, dass ich es nicht weiß, wer es ist. Am Ende. Im Grundprinzip finde ich immer, es kommt alles so, wie es kommen soll, und es hat alle seine Gründe, warum es so ist. Warum ich es erst mit 36 erfahren habe, wird auch seinen Grund haben. Warum ich es nicht weiß, wer es ist, wird es einen Grund haben. Wenn es ans Licht kommen soll, dann wird es schon irgendwann ans Licht kommen. Und von daher sind wir doch so glücklich, wie wir sind. Richtig, ja. Ich bin gesund, mir geht's gut. Wir sind gut geraten.

Speaker 4

Also von daher hängen wir nicht in der Vergangenheit, sondern blicken nach vorne. Schönes Schlusswort.

Speaker 1

Genau, und in diesem Sinne wünschen wir nachträglich allen Vätern einen schönen Vatertag. Und ich sag's nochmal, nicht nur die Mütter sind wichtig, sondern auch die Väter. Stefan. Ja. So, jetzt haben wir fast vergessen zu ziehen. Nächstes Thema. Stefan Zimmer.

Speaker 3

Ich finde das nächste Mal müssen wir hier die Hände von jemandem irgendwie festkleben. Definitiv.

Speaker 4

Meine. Er meint meine. Du alte Kraftstulpe.

Speaker 1

Das ist wahrscheinlich der Poltergeist in dir. Ich bin ein unruhiger Geist.

Speaker 3

So, vielleicht rauchst du dann mal einen Joint vorher.

Speaker 2

Und jetzt noch das letzte Geheimnis dieser Folge zu lüften. Es wurde gezogen. Peinliche Momente. Oh mein Gott.

Speaker 1

Wieder was zum Lachen, würde ich sagen. Wird ja mal Zeit. Die letzten Folgen waren ja immer so ein bisschen emotionaler.

Speaker 3

Ja, vielleicht müssen wir einfach mal so richtig, richtig aus dem Nähkästchen plaudern. Dann ist immer halt FSK 18, aber. Du bist, wenn ich meinen letzten peinlichen Moment hier sauge, ne? Deinen letzten peinlichen Moment. Tiefgarage. Das ist ein guter Starton. Das ist doch ein gutes Starton.

Speaker 1

Also ich kenne schon ein paar peinliche Momente von dir und ich finde nicht alles, muss man hier erzählen. Weil wir haben ja auch, also du und ich, wir haben Kunden, die mithören. Ich kann es ja verpacken. Also man muss schon noch ein bisschen professionell bleiben, gell?

Speaker 3

Das ist ja professionell erklären, aber ich meine, das sind doch auch alles nur Menschen. Das stimmt. Und es zwingt sie keiner, uns zu hören. Und wenn sie uns deswegen verurteilen. Entschuldigung. Also ihr seht, es bleibt spannend.

Speaker 1

Wir haben jetzt erst noch ein bisschen was zu diskutieren. In diesem Sinne, macht's gut und bis zum nächsten Mal. Tschüss. Tschüss. Baba.

Speaker

Das war's für heute. Danke, dass ihr dabei wart. Die Bangers. Ehrlich, laut und manchmal auch peinlich. Bis zur nächsten Folge.