Märchen aus Erni's Zen-Garten
Märchen aus Ernis Zen-Garten
Wenn die Dämmerung über den Garten fällt und die Lichter zu leuchten beginnen, nimmt Erni Platz unter seinem Kirschbaum – und erzählt.
„Märchen aus Ernis Zen-Garten“ ist eine ruhige, märchenhafte Reihe über Mysterien, Zukunft, Philosophie und Liebe. Geschichten, die nicht laut sind, sondern nachklingen. Mal geheimnisvoll, mal hoffnungsvoll, manchmal rätselhaft – immer mit einem warmen Blick auf den Menschen.
Titel wie „Das Sensophon“, „Der mysteriöse Anruf“ oder „Das Teleskop der Zukunft“ führen in Welten, in denen Technik auf Gefühl trifft, Zeit sich dehnt und Fragen wichtiger sind als Antworten.
Schon 1961 begann Erni, Geschichten aus der Zukunft zu erzählen – im Science-Fiction-Club Frankfurt mit dem eigenen Magazin „Das Teleskop“. Heute, viele Jahrzehnte später, finden diese Erzählungen ihren Weg zurück: aus dem Garten in Kladow, zwischen Bäumen, Licht und Stille und einer großen Portion Liebe.
Diese Märchen sind für Erwachsene und Jugendliche, für Zuhörerinnen und Zuhörer, die gerne innehalten, nachdenken und sich verzaubern lassen.
✨ Lehn dich zurück.
✨ Hör zu.
✨ Vielleicht findest du ein Stück deiner eigenen Geschichte.
Märchen aus Erni's Zen-Garten
Folge 4: Die Nacht, in der der Mond traurig war
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🎧 Folgenbeschreibung
Die Nacht, in der der Mond traurig war
Hoch über dem schwarzen Wald schwebt der Mond – eine scharfe, helle Sichel, unbeachtet von der Welt unter ihm. Einst wurde er begleitet von Seufzern, Gedichten und stillen Wünschen. In dieser Nacht jedoch blickt niemand mehr zu ihm auf. Die Stadt unter ihm leuchtet grünlich, kalt und künstlich. Der Mond fühlt sich einsam.
Zwischen Melancholie und Trotz entscheidet er sich zu einer kleinen Rebellion: Er legt sich über der Stadt auf den Rücken – einfach so, in der leisen Hoffnung, dass es jemand bemerken möge. Während die Sterne schweigen und Kassiopeia skeptisch zusieht, entdeckt der Mond die Quelle seiner Vergessenheit: das fahle Licht moderner Bildschirme, das den echten Nachthimmel ersetzt.
Doch dann geschieht etwas Unerwartetes.
In einem Zimmer erkennt der Mond einen jungen Dichter – und durch einen Anruf, der Mut erfordert, findet eine junge Liebe ihren Weg zurück zueinander. Ein Spaziergang beginnt, Worte lösen sich, Nähe entsteht. Und der Mond wird gesehen.
„Die Nacht, in der der Mond traurig war“ ist ein märchenhaft-philosophisches Gleichnis über Aufmerksamkeit und Ablenkung, über alte Sehnsüchte in einer modernen Welt und über die stille Macht des Himmels, Menschen wieder zusammenzuführen.
Ein leises Märchen für Erwachsene – melancholisch, humorvoll und zärtlich.
Erzählt aus dem Zen-Garten, dort, wo selbst der Mond noch Geschichten erlebt.