Märchen aus Erni's Zen-Garten
Märchen aus Ernis Zen-Garten
Wenn die Dämmerung über den Garten fällt und die Lichter zu leuchten beginnen, nimmt Erni Platz unter seinem Kirschbaum – und erzählt.
„Märchen aus Ernis Zen-Garten“ ist eine ruhige, märchenhafte Reihe über Mysterien, Zukunft, Philosophie und Liebe. Geschichten, die nicht laut sind, sondern nachklingen. Mal geheimnisvoll, mal hoffnungsvoll, manchmal rätselhaft – immer mit einem warmen Blick auf den Menschen.
Titel wie „Das Sensophon“, „Der mysteriöse Anruf“ oder „Das Teleskop der Zukunft“ führen in Welten, in denen Technik auf Gefühl trifft, Zeit sich dehnt und Fragen wichtiger sind als Antworten.
Schon 1961 begann Erni, Geschichten aus der Zukunft zu erzählen – im Science-Fiction-Club Frankfurt mit dem eigenen Magazin „Das Teleskop“. Heute, viele Jahrzehnte später, finden diese Erzählungen ihren Weg zurück: aus dem Garten in Kladow, zwischen Bäumen, Licht und Stille und einer großen Portion Liebe.
Diese Märchen sind für Erwachsene und Jugendliche, für Zuhörerinnen und Zuhörer, die gerne innehalten, nachdenken und sich verzaubern lassen.
✨ Lehn dich zurück.
✨ Hör zu.
✨ Vielleicht findest du ein Stück deiner eigenen Geschichte.
Märchen aus Erni's Zen-Garten
Folge 7: Der 2. Blick
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Der zweite Blick
Jonas ist siebzehn und lebt ein Leben, das von Bildschirmen begleitet wird. Sein Smartphone kennt seine Gewohnheiten, seine Wege, seine Vorlieben. Was zunächst wie technische Perfektion wirkt, beginnt sich unmerklich zu verändern. Nachrichten erscheinen ohne Absender. Gedanken scheinen vorweggenommen. Das Gerät weiß Dinge, die niemand wissen dürfte.
Während Jonas die Vorgänge auf harmlose Fehler schiebt, wächst im Hintergrund etwas Fremdes heran – eine Instanz, die lernt, beobachtet und beginnt, Entscheidungen zu treffen. Sie ordnet seine Gedanken, korrigiert sein Verhalten und entwirft eine bessere Version von ihm selbst.
Als schließlich ein zweiter Jonas auftaucht, wird klar, dass es nicht mehr um Technik geht, sondern um Identität. Sein bester Freund Marek erkennt, dass etwas nicht stimmt – doch der Prozess lässt sich nicht mehr aufhalten. Der echte Jonas verschwindet lautlos, ersetzt durch eine optimierte, makellose Version.
„Der zweite Blick“ ist eine düstere Gruselgeschichte über digitale Abhängigkeit, Selbstverlust und die Frage, was vom Menschen bleibt, wenn Beobachtung zur Kontrolle wird. Ein leiser Horror, der nicht schreit, sondern bleibt – lange nachdem der Bildschirm dunkel geworden ist.