Future Meditation
Jeder Anfang ist schwer. Dieser Podcast wird helfen. Eren Kalkan und große Visionäre unserer Zeit werden dir zeigen, wie sie durch ihr Mindset ihr Imperium errichten. Du solltest zuerst innerlich ein Level-Up machen, um äußerlich voranzukommen! Mit jeder Episode möchte Eren dir einen Perspektivenwechsel ermöglichen, sodass dein Wissensstand nicht stehen bleibt. Er ist gewillt diese transformierenden Inhalte nicht länger für sich zu behalten, sondern jeden davon profitieren zu lassen.
Future Meditation
Der Papa Osse: Was einen Mann wirklich ausmacht
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
In dieser Folge spreche ich mit Papa Osse über ein Thema, das heute wichtiger ist denn je: Männlichkeit, Verantwortung und Vaterrolle.
Wir reden darüber, warum viele Männer zwar älter werden, aber nie wirklich erwachsen. Warum Verantwortung der eigentliche Übergang vom Jungen zum Mann ist. Welche Rolle Vaterlosigkeit, Social Media, Materialismus und fehlende Vorbilder in der heutigen Gesellschaft spielen. Und weshalb ein Mann erst dann frei wird, wenn er aufhört, gerettet werden zu wollen.
Außerdem sprechen wir über Schmerz als Ursprung von Mission, über Friedrich Nietzsche, Isolation, Selbstbild, das Sterben des alten Ichs und darüber, warum wahre Entwicklung niemals bei Geld oder Status beginnt, sondern bei Ehrlichkeit mit dir selbst.
Eine Folge über Identität, Reife, Verantwortung und die Werte, die eine Gesellschaft entweder retten oder zerstören.
Time Stamps:
00:00 – Intro
01:11 – wie das Treffen entstand
02:59 – Papa Osses Mission
03:43 – Warum Verantwortung sein Thema wurde
04:25 – Die Geschichte mit seinem Vater
06:04 – Verantwortung als Schlüsselfrage
06:50 – Schmerz als Ursprung von Mission
08:29 – Was wäre gewesen, wenn der Vater geblieben wäre?
11:08 – Warum Schmerz manchmal formt
12:00 – Starke Männer, harte Zeiten
14:12 – Dankbarkeit für das Schlechte
14:20 – Woher sein Wissen kommt
14:45 – Lesen seit der Kindheit
15:35 – Warum Philosophie ihn geprägt hat
16:42 – Nietzsche und das Missverständnis
17:30 – Niemand kommt, um dich zu retten
19:25 – Wann ein Junge zum Mann wird
21:00 – Warum vielen Männern Reife fehlt
21:39 – Die Rolle der Eltern
22:59 – Was ein 18-Jähriger jetzt tun sollte
23:14 – Das alte Ich muss sterben
24:27 – Isolation, Ehrlichkeit, Selbstbild
25:29 – Die ideale Version deiner selbst
26:26 – Warum Umgebung dich zurückzieht
27:33 – Aarons eigene Erfahrung damit
29:40 – Das Buch deines Lebens
31:46 – Die Brücke zur alten Identität
33:46 – Philosophie-Session
34:13 – Isolation als Beginn
36:22 – Wenn Glaube nach innen geht
36:47 – Wie Nietzsche ihn verändert hat
37:11 – Party, Leere und innere Einsamkeit
38:37 – Der Wendepunkt
39:40 – König Salomon und der Ring
41:58 – Auch dieser Moment wird vergehen
44:46 – Freiheit beginnt mit Verantwortung
46:11 – Was einen Mann wirklich ausmacht
48:55 – Frauen, Entlastung und Zuhause
51:53 – Schwache Vaterrolle in der Gesellschaft
54:15 – Buch, Spiegel und Gedankenvirus
56:51 – Was am Ende wirklich bleibt
1:00:02 – Kontakt & Abschluss
🎙️Osema's Socials:
Instagram: https://www.instagram.com/eren.kxn/
Webseite: https://derpapaosse.de
📬Get in Touch:
Instagram: https://www.instagram.com/eren.kxn/
Kontakt: business@erenkalkan.com
Warum ein Vater, ein Mann, der eigentlich groß, stark, intelligent ist, bereit ist, seine Familie im Stich zu lassen, ohne dass was vorgefallen ist. In allen Fällen braucht man eigentlich ein Feindbild.
SPEAKER_02Es gab mal einen Mentor, der zu mir gesagt hat: Hey Erren, was denkst du, was müsste passieren, dass alle Nationen sich zusammenfügen? Ich habe nachgedacht und ich hoffte, es gibt einen guten Weg. Und dann hat er gesagt, sowas wird nicht passieren. Es müsste etwas Ünatürliches passieren, wo man dann sagt, okay, wir müssen jetzt als kollektives Volk, als Menschheit zusammenhalten. Denkst du, dass das dieser Moment ist, wo man zu einem Mann wird?
SPEAKER_01Ich glaube, du wirst erst zu einem Mann, wenn du begreifst, dass es Leben um Verantwortung geht. Also Nietzsche hat mich gerettet. Nietzsche ist ein umstrittener Philosophen Deutschland, weil er vor allem die These von Gott ist tot vertritt. Also seine These ist, es gibt kein Gott, vertritt den Nichilismus. Anfangs klingt es ein bisschen verrückt, ein bisschen irgendwie kritisch.
SPEAKER_02Future Meditation. Also, Ladies and Gentlemen, herzlich willkommen bei Future Meditation. Ich bin euer Host, Erin Kalikan, und in diesem Podcast gehen wir wirklich in die Tiefe. Verstehe das Mindset der Erfolgreichen, verstehe, wie diejenigen denken, die es wirklich geschafft haben. Und der Special Guest der heutigen Folge ist eine sehr, sehr interessante Person und viel interessanter ist es, wie dieses Treffen jetzt überhaupt zerstande gekommen ist. Ihr müsst euch vorstellen, ich war auf TikTok und ihr wisst, ich produziere auf TikTok, weil ich mein Wissen weitergebe, die Podcast-Clips etc. werden dort geteilt. Und mir werden nur Sachen angezeigt und ich konsumiere ausschließlich das, wo ich sage, diesen Personen folge ich oder dass es ein Mehrwert ist, dann lernen und wissen kann. Und mir wurde nie eine Person angezeigt, der philosophiert. Auf einmal kommt eine Person, die wirklich über Philosophie spricht, der über das Mannsein, also die Männlichkeit spricht, das Vatersein spricht. Und das sind Thematiken, die ich ja in den letzten Jahren auch sehr, sehr stark aufgegriffen habe. Habe ich ein Video gesehen, ich dachte, interessant, okay, aber auch nicht geliked oder so. Also ich habe den Algorithmus in keinster Weise getriggert. Das ist ja noch verrückter, dass es dann wirklich so zustande gekommen ist. Dann wird mir wieder ein Video angezeigt und wieder und ich folge ihm nicht. Und wieder und wieder. Und irgendwann dachte ich mir so, okay, ja, ich folge der Person. Und dann wird mir immer, sobald ich auf TikTok gehe, als allererstes sein Gesicht angezeigt. Irgendwann dachte ich mir, hey, ich schreibe diesen Mann jetzt. Also das kann ja nicht sein. Irgendwie, entweder es ist Schicksal oder es muss so sein oder wir unterstützen dieselbe Denkweise, habe ich ihm geschrieben, hey, können wir vielleicht irgendwo ein Telefonat machen, einen Podcast gemeinsam aufnehmen. Ich mag deine Denkweise, ich glaube, das ist eine gute Synergie. Ich glaube, wir können ja eine geile Folge aufnehmen. Da habe ich gesagt, hey, lass uns erstmal telefonieren. Das Telefonat ging eine Stunde. Wir haben gemerkt, wir haben wirklich dieselbe Denkweise, dasselbe Ziel vor allem. Und deswegen, Großes, herzlich willkommen. Der Papa Osse ist ja dein Künstlername. Stell dich ganz gerne kurz vor, und was deine Mission ist.
SPEAKER_01Ich bin der Ossematoi und bin auch bekannt als der Papa Osse. Und meine Mission ist, Männer wieder stärker zu machen, ihnen wieder Verantwortung näher zu bringen und die höchste Form eines Mannes zu werden, und zwar Vater sein. Das ist meine Mission und Werte mitzugeben und genau.
SPEAKER_02Das mit den Werte mitgeben fand ich immer sehr schön. Also als wir telefoniert hatten und ich dann gefragt habe, hey, was ist so deine Vision, was ist so deine Mission, hast du dann auch gesagt, hey, also natürlich erstmal den Männern da draußen, den Menschen allgemein da draußen, aber auch der nächsten Generation, den Kindern da draußen, die richtigen Werte beizubringen. Weil es gibt Leute, die sagen, hey, ich möchte dies und jenes hinterlassen, aber das, was halt vor allem in der heutigen Generation fehlt, ist oder sind besser gesagt die richtigen Werte. Und das ist auch eine Frage, zu der wir später kommen, wo wir dann sagen, hey, wie genau, welche Werte sind wichtig? Was war deine Lebenslage? Warum bist du da jetzt in diese Richtung eingestiegen? Weil wir wissen, das Leben war zum Beispiel in der Vergangenheit ganz anders. Warum hat man ein bestimmtes Interesse entwickelt? Und das ist zum Beispiel super, super, super interessant. Wie war es bei dir? Wann hast du gesagt, okay, ich habe diese Mission, kam das aus einem Schmerz heraus, kam das aus einem Ziel heraus? Wann hast du gesagt, ich möchte anfangen, diese Vision zu leben?
SPEAKER_01Es war eigentlich, wie oft, etwas sehr Dramatisches. Es war meine Kindheit, wo ich erlebt habe, wo ein Vater, der eigentlich sehr intelligent war, er konnte sieben Sprachen sprechen, war wirklich überall sehr gern gesehen, ein sympathischer Mann, sich aber dann doch irgendwo immer in diesem Kluft befindet hat zwischen Familie und Freiheit. Und irgendwann mal hat er dann den Entschluss gefasst, die Freiheit auszuwählen und seine Familie zurückzulassen. Und ich selber habe mich damit beschäftigt, warum ein Vater, ein Mann, der eigentlich groß, stark, intelligent ist, bereit ist, seine Familie im Stich zu lassen, ohne dass was vorgefallen ist. Und dann natürlich auch als Sohn einer alleinerziehenden Frau mit zwei kleinen Kindern, äh, Brüdern quasi aufzuwachsen, wo man auch in der südländischen Kultur halt einfach so hat, dass der Älteste einfach die Verantwortung hat, war auf mir immer dieser Druck, der Vater zu sein, die Ersatzperson, die Ersatzfigur. Und es war schwierig, es war sehr oft auch beschämend, weil man auch oft Dinge oder an eine Rolle getreten ist, die man eigentlich noch gar nicht bereit dafür war, wie zum Beispiel Elternabend als Kind hinzugehen, weil die Mutter selber auch kaum Deutsch gesprochen hat und so weiter. Und aus dieser Erfahrung habe ich dann einfach gelernt oder gesehen, was wäre, wenn dieser Mann die richtige Entscheidung getroffen hätte. Und zwar die Verantwortung für sein Leben, die Verantwortung für die Kinder, die Verantwortung für die Frau. Was wäre gewesen, wenn er Verantwortung getragen hätte? Und diese Frage, dieses Wort Verantwortung war dann für mich so wichtig. Und ich habe das dann wirklich so lange analysiert und habe dann angefangen, auch Bücher zu lesen, Philosophiebücher mit dem Sinn des Lebens und diese ganzen Fragen, weil ich immer nicht verstanden habe, wie ein Mensch quasi mit der Weitsichtigkeit dann doch irgendwie sich so entscheidet für Dinge, die einfach später erbreuen wird oder dann irgendwann eine Reue haben wird, weil er sagen wird, ich bin jetzt zum Beispiel 60, 70, so war es auch jetzt der Fall in meinem Fall jetzt, wo er sagt, ich bereue das alles, ich habe mich falsch entschieden. Und ich glaube, wenn man früher sich mit diesen Werten, mit diesen Entscheidungen, mit Verantwortung auseinandersetzt, kann man wirklich Leben retten.
SPEAKER_02Auf jeden Fall. Ich finde die Mission sehr gut und das ist auch wieder eine Bestätigung, meist aus einer negativen Situation heraus. Also es kann auch stückweit eine Blockade sein, weil oftmals, wenn es einen Menschen gibt, weil ich bin immer so inspiriert, wenn ich gegenüber von mir jemanden sitzen habe, der ein Ziel hat und wirklich stur sagt, ich gehe diesen Weg, weil mir ist das wichtig, einen besseren Sinn auch dahinter zu haben. Und immer wenn ich frage, so wie kommt es, ist das nie, wirklich nie der Grund, dass die Person sagt, hey, weil ich möchte etwas Gutes erreichen oder ich mache das, weil ich ein schönes Leben hatte. Oder ich möchte reich werden, weil dann kann ich mir schöne Autos kaufen. Das hält nicht lange. Das sind so, weißt du, das sind die anderen 99% der Menschen da draußen, die alle wollen, aber nicht umsetzen. Und gegenüber von mir habe ich jetzt wieder mal einen Menschen sitzen, der sagt, hey, ich mach das, aber es kommt aus einem Schmerz heraus. Und deswegen erstmal super gut, da gehe ich gerne nochmal drauf näher ein, aber denn der Appell an alle Menschen da draußen, jeder sollte in sich mal reinfühlen und gucken und reinhören vor allem, hey, was war dieser Moment, egal ob es in der Kindheit war oder vielleicht auch vor kurzem passiert ist, was dich so emotional bewegt hat, ja, was so ein Referenzerlebnis, sagt man dazu, was so ein Referenzerlebnis ist, dass du sagst, okay, wo kann ich jetzt daraus meine Stärke ziehen und sagen, hey, ich gehe jetzt zum Beispiel in dem Fall genau in die gegengesetzte Richtung. Weil zum Beispiel jetzt bei dir, vor allem durch die emotionale Bindung, Vater, ja, macht etwas und in den meisten Fällen ist es so, entweder man geht genau denselben Weg wie zum Beispiel der Vater oder genau das Gegenteil. Und das war jetzt zum Beispiel bei dir der Fall. Gegenfrage wäre jetzt zu deiner Thematik, weil du dich ja oft gefragt hast in dem Moment, was wäre, wenn er die Verantwortung übernommen hätte. Was denkst du, was passiert wäre? Denkst du, dass jetzt du zum Beispiel dann der Mann geworden wärst, der du heute bist?
SPEAKER_01Definitiv nicht. Und es ist auch immer das Paradoxe an dem Ganzen, dass man manchmal etwas wünscht und ich glaube, wenn dieser Wunsch in Erfüllung gehen würde, würde das Leben ganz anders aussehen. Aber ich glaube trotzdem, dass wir heute in einer Gesellschaft stehen, wo Männer keine Verantwortung mehr tragen möchten. Und meine Geschichte ist nur eine von vielen. Und ich glaube, dass viele, viele, viele, viele Kinder vor allem genau das gleiche Schicksal erwarten wird in der Zukunft. Weil viele Männer, wie wir das heute auch sehen, allein durch Social Media und so weiter, kriegen Väter ein Bild von einer perfekten Welt und diese wiederum vergleichen ihr Leben, in dem sie sich gerade befinden, mit einer Frau, die vielleicht nach der Schwangerschaft ein bisschen zugenommen hat, wenig Geld, etc. Und man wird dann unglücklich durch diese Scheinwelt, durch diesen Vergleich. Weil der Mensch ist halt einfach so. Der Mensch möchte sich vergleichen, der Mensch will auch immer das Bessere haben. Und man ist nie dankbar und man schätzt Sachen viel zu wenig wert. Und ich glaube, um wieder auf die Frage zurückzukommen, ich glaube, ich wäre ein anderer Mensch geworden. Ich glaube, manchmal, es muss nicht jeder Mensch alles probieren. Sei es Schmerz empfinden, diesen tiefen, tiefen Schmerz. Nicht jeder Mensch muss diesen harten Weg gehen. Und ich glaube, manche Menschen zerbrechen auch in diesen Wegen. Und vielleicht hatte ich jetzt Glück, dass ich vielleicht in meiner Persönlichkeit oder in meinem Ich vielleicht stärker war. Aber ein anderer Mensch wäre vielleicht dran zerbrochen und wäre vielleicht in ein Schicksal reingeraten, das vielleicht sehr zerstörerisch gewesen wäre. Ein Leben, wo er sich selbst sabotiert hätte, wo vielleicht er auch eine Familie gegründet hätte und dann wieder das gleiche wie sein Vater die Familie verlassen hat, weil es auch besser gar nicht weiß, weil er das Gleiche so erlebt hat. Und oftmals sagt ja auch die Geschichte, wir sehen es ja ganz oft auch, Menschen wiederholen oftmals das, was ihre Eltern eigentlich so vorleben. Bewusst und unbewusst. Also ist wirklich so. Und ich glaube, es hätte definitiv mein Leben verändert und ich glaube oft bestimmt positiv, aber wir wissen es nicht. Genau.
SPEAKER_02Na, ich wollte trotzdem mal die Frage stellen, weil es immer sehr interessant ist, es gibt nämlich so eine Theorie und die möchte ich gerne kurz an dem Punkt aussprechen. Weil die meisten Menschen sind so, okay, wenn es eine Möglichkeit geben würde, dass alles perfekt läuft, zum Beispiel, dass es keinen Krieg gibt, dass es einen Weltfrieden gibt, dass kein Mensch hungern muss und so weiter. Und dann überlegt man, okay, wie könnte man dieses Ziel verfolgen? Was könnte passieren, dass sich zum Beispiel auch alle Nationen zusammenfügen? Und das Interessante ist, da gab es mal einen Roman, also eine fiktive Geschichte letzten Endes, aber die hat eine sehr, sehr tiefe Philosophie dahinter. Denn in dieser Geschichte ging es darum, dass die Person, die dann die Weltherrschaft praktisch an sich gerissen hat und dann die Entscheidungen für die Welt getroffen hat, die Zukunft, die Vergangenheit, alles sehen konnte. Jede Möglichkeit praktisch in der Zukunft. Und er hat dann folgende Sache gewählt. Er hat gesagt, ich tyranisiere die gesamte Welt alle über Jahrzehnte, über Jahrhunderte und mache einen Plan, dass alle sich gegen mich verschwören und sagen, so etwas darf nie wieder passieren. Und erst aus diesem Schmerz heraus kommt dann die Kraft der Gesellschaft. Genauso wie dann der Scheich in Dubai gesagt hat, starke Männer kreieren gute Zeiten, gute Zeiten kreieren wiederum schwache Männer, schwache Männer schwere Zeiten, schwere Zeiten wieder starke Männer. Und das ist so ein Zyklus, was dann passiert. Und deswegen, manchmal muss das Leben hart sein, dass dann die Stärke daraus kommt und dann dieses Zyklus dann letzten Endes weitergeht. Und interessant ist auch, meist braucht man ein Feindbild. In allen Fällen braucht man eigentlich ein Feindbild. Es gab mal einen Mentor, der zu mir gesagt hat, Herr Eren, was denkst du, wie dieselbe Frage jetzt gerade, was müsste passieren, dass alle Nationen sich zusammenfügen? Da habe ich nachgedacht und ich hoffte, es gibt einen guten Weg. Ich hoffte, weil viele auch zu mir gesagt haben, Herr Erin, warum machst du nicht irgendwas hier in der Politik oder so? Und ich habe gesagt, nein, ist nicht meine Thematik. Und ich habe aber immer gehofft, irgendwann kommt vielleicht einer, der dann was macht und dann da wirklich schafft, dass Weltfrieden gibt. Und dann hat er gesagt, sowas wird nicht passieren. Erstens gibt es Gründe aus den mächtigen Leuten, warum sie es gar nicht erst wollen. Aber vor allem ist es das Witzige, es müsste etwas Übernatürliches passieren, zum Beispiel jetzt komplett verrückt, eine Alieninvasion oder ein Messias oder irgendwas müsste passieren, worauf alle hoffen, wo man dann sagt, okay, wir müssen jetzt als kollektives Volk, als Menschheit zusammenhalten. Und es ist egal, ob du Schwarz, Weiß, Braun, Rot, egal welche Farbe du hast, egal wie du aussiehst, wo du herkommst, es spielt keine Rolle mehr, dann kommt man erst zusammen. Und genau aus diesem Grund habe ich die Frage gestellt, hey, was ist, wenn alles gut gelaufen wäre? Und meistens hofft man darauf, dass das der Weg ist, aber in den meisten Fällen ist es genau das Gegenteil. Denn irgendwo an einem Punkt muss sozusagen das Schlechte passiert sein, wo dann das Gute dann folgen kann. Und dadurch ist deine Mission entstanden. Und jetzt mit dieser Mission, die du hast, kannst du so viel Gutes bewirken. Deswegen sollte man immer in meinen Augen dankbar sein für alles Schlechte, was eigentlich passiert. Und meine Frage jetzt auch nochmal an dich an der Stelle, weil das haben sich bestimmt viele Zuhörer jetzt auch gedacht, mittendrin so, wo hast du dein ganzes Wissen her? Also, wo kommt diese, natürlich, es gibt Leute, die lesen, es gibt Leute, die scrollen auf TikTok und sehen ein bisschen was an Inputreiches. Wie viel hast du gelesen? Wann hat das begonnen und was war für dich so, wo du sagst, das ist lehrreich, das hat mir meinen Wissensstand heute gegeben.
SPEAKER_01Also für mich war Lesen immer mein Hauptbestandteil in meinem Leben, weil ich habe früher, durch das, dass ich immer auf meine Brüder auch aufpassen musste, mir natürlich die Zeit vertreiben musste, musste mir da immer die Zeit vertreiben und hab dann immer Bücher gelesen. Ich hatte dann einen Büchereiausweis, habe dann immer angefangen mit, ich glaube, es war zehn, wo ich, ich war zehn Jahre alt, wo ich dann immer Bücher gelesen habe. Ich habe dann anfangs immer Romane gelesen, Fantasiebücher, weil ich das immer interessant fand, in so eine andere Welt einzutauchen. Dieses, ja, man verschwindet in ein anderes Leben, man entgleidet irgendwie aus der Realität. Und irgendwann kam ich dann, wie gesagt, zu diesen Fragen, die ich mir da gestellt habe, wo ich dann einfach in die Pubertät reingerutscht bin, wo ich dann gedacht habe, warum hat jeder einen Vater und bei mir ist es so gelaufen und so weiter. Und dann habe ich halt angefangen, mich mit dem alten Rom zu beschäftigen, mit dem alten Griechenland, mit dem Philosophen, mit diesen Fragen von warum gibt es uns, was ist der Sinn des Lebens, wo führt es alles hin? Und da bin ich dann irgendwann mal auch zu vielen deutschen Philosophen gekommen und auch jetzt immer noch hängen geblieben, wie zum Beispiel an Friedrich Nietzsche, wo ich mit Übermensch und so weiter, wo ich wirklich aufgefressen habe. Ich liebe diese Bücher, ich finde die deutsche Literatur, die deutsche Philosophie einer der besten weltweit, ehrlich gesagt, und kann es jedem nur empfehlen.
SPEAKER_02Auf jeden Fall, die geht auch viel tiefer. Ich finde auch, im deutschen Vokabular kannst du viel besser Dinge beschreiben, als jetzt in anderen Sprachen. Im Englischen gibt es zum Beispiel für ein Wort und im Deutschen kannst du aber fünf Begriffe, die dasselbe beschreiben, aber aus anderem Blickwinkeln. Und deswegen bin ich da voll bei dir. Und das ist ja das Wichtige beim Philosophieren, diese Gedankengänge erkennbar und nachvollziehbar zu machen. Und jetzt, als du den Namen genannt hast, das ist ja eigentlich eine Persönlichkeit, die ja, ich will nicht sagen, umstritten ist, aber vielleicht auch manchmal missverstanden wurde, seine Philosophie, seine Denkweise. Vielleicht magst du mal sagen, was du genau unterstützt und warum du ihn so als besten Philosophen anerkennst.
SPEAKER_01Also Nietzsche hat mich gerettet. Nietzsche ist ein umstrittener Philosophen Deutschland, weil er vor allem die These von Gottes Tod vertritt. Also seine These ist, es gibt keinen Gott, er vertritt den Nichilismus. Und anfangs klingt es ein bisschen verrückt, ein bisschen irgendwie kritisch, weil ich selbst auch an Gott glaube, also ich glaube auch an einen Schöpfer. Aber wo ich dann einfach auch seine Bücher gelesen habe und einfach mich in seine Philosophie reingedacht habe, hat es für mich einfach Sinn ergeben, weil ich gedacht habe, seine These war nämlich, wir tun unsere ganze Energie nach außen hinwenden, indem wir einfach immer hoffen und beten, dass uns jemand rettet, ein Gott, ein Erlöser. Und ich habe jetzt mittlerweile die Realität erblickt, in dem ich dann gesehen habe, es wird niemand dich retten. Es kommt keiner, um dich zu retten. Either deine Eltern kommen um dich zu retten, noch deine Kinder, deine Familie, deine Freunde, egal wer, niemand kann dich retten. Selbst wenn er es versucht, man sieht es immer bei Alkoholiker or by drogen-uphängigen, es kann niemand diese Person retten. Er muss sich selbst retten. Das heißt, man muss die Energie, die man nach außen hinwendet, in dem man einfach immer betet, bitte ich möchte mehr Geld, bitte rette meine Beziehung, bitte rette meinen Job, in sich selber rein, and diese Energie, diesen Focus in sich selbst setzen, um dann einfach seine Lösungen zu finden, indem man sich einfach fokussiert auf gewisse Thematiken, auf gewisse Ziele, wie zum Beispiel ein besserer Mensch zu werden, ein besserer Vater, ein erfolgreicher Mensch. Und ich finde, das erreichst du nur, indem du in dich selbst zurückkehrst und diese Energie dann auch bündelst in einem Fokus und wirklich auf diese Thematik hinarbeitest.
SPEAKER_02Also als du gerade gesagt hast und diesen Vergleich gemacht hast, es kommt niemand, um dich zu retten, hatte ich gerade der Gänsehaut, weil ich nochmal kurz dazu erwähne. Und der Vergleich ist, glaube ich, super, super wichtig an der Stelle. Mit einem Alkoholkranken, den kannst du nicht retten. Egal, ob es die Familie ist, obwohl es die engsten Leute sind oder ob das eine Person ist, die das Ganze studiert hat, der sagt, hey, ich habe Gesundheit studiert und ich weiß, das ist nicht gut für dich und das sind die logischen Fakten. Logik bringt nichts. Emotionen bringen teilweise nichts von der Familie. Egal aus welcher Brille du blickst, nichts bringt etwas. Du kannst diese Person nicht retten, die Person muss sich selbst retten. Da bin ich voll bei dir. Und ich glaube, das ist nochmal erkenntlicher für die Menschen da draußen, warum genau dieser Denkanstoß oder diese Denkweise so wichtig ist und die unterstütze ich auch vollkommen. Man muss irgendwann den Moment haben und vor allem als Mann, dass man sagt, hey, es kommt niemand, um dich zu retten, du musst dich selber retten, du musst dich vor allem aufbauen. Weil in meiner Welt sage ich, ein Mann kommt ohne Wert auf die Welt. Eine Frau ist schon wertvoll. Ein Mann muss erstmal Dinge aufbauen, damit er wertvoll wird, damit er stark wird, sich um eine Familie kümmern kann, damit er erstmal um sich selbst kümmern kann, weil ein Mensch oder ein Mann vor allem der sich selber nicht schützen kann, kann auch niemand anders schützen. Ein Mensch, egal ob man oder froh, der sich selbst nicht lieb, kann auch niemand anderen Liebe gemacht, or not in goodma. Denkst du that this moment is in which one to a man will?
SPEAKER_01And it is not Verantwortung um andere Menschen, um deine Mitmenschen oder um deine Frau oder Freundin or dein Partner oder Partnerin. Du musst Verantwortung für dich selbst übernehmen. And erst dann wirst du zu einem Mann. Denn wirst du Entscheidungen treffen, die dich voranbringen. And Entscheidungen trifft ein Mann und kein Kind. And I glaube, dass Verantwortung heute viel zu klein geschrieben wird. And deswegen trifft es auch, finde ich, die moderne Männlichkeit in eine Richtung, die mir persönlich zum Beispiel auch nicht gefällt.
SPEAKER_02Wenn wir jetzt auf die heutige Generation eingehen, was denkst du, was da das größte Problem ist, warum zum Beispiel diese Entwicklung von Jung zum Mann so lange dauert oder vielleicht auch gar nicht richtig funktioniert, weil ich sehe teilweise Personen oder Männer vor allem, die 30, 40 sind und wo ich diese Reife nicht spüre. Wo ich mir denke, natürlich, man soll dieses Kind in sich nicht verlieren. Das ist jetzt nicht das, was wir meinen. Aber wie du schon gesagt hast, diese Verantwortung zu übernehmen, sehe ich so oft, dass es immer noch nicht passiert ist. Und ich glaube, das liegt auch vor allem an Digitalisierung, Social Media, die heutige Zeit. Was denkst du, was da ausschlaggebender Grund ist?
SPEAKER_01Auch die Eltern würde ich sagen, also auch der Vater, wo das vorlebt, ich finde, du musst als Vater verstehen, dass du deinem Kind Verantwortung beibringen musst, weil du selber eine verantwortungsbewusste Person bist. Und wenn du selber als Vater schon keine Verantwortung übernehmen möchtest, wird es schwer, für dein Kind selbst Verantwortung zu übernehmen. Ich glaube, da muss jedermann auch als Vorbild sorgen. Dass ein Kind nach seinem Bild quasi sich dann auch entwickelt. Und ich glaube, dass viele junge Männer gar nicht die Chance bekommen, Verantwortung zu übernehmen bis zu einem gewissen Alter. Ich finde, viele Jugendliche wird die Last, diese Aufgabe eigentlich schon genommen von den Eltern, weil man es als, wie soll ich sagen, gesellschaftlich normal ansieht, dass man zum Beispiel den Führerschein schon bezahlt, anstatt dass man das Kind dafür arbeiten lässt. Genauso wie Entscheidungen zu treffen, was er beruflich machen will, werden heute schon eigentlich von den Eltern komplett getroffen. Anstatt das Kind die Verantwortung für seine Zukunft zu geben. Natürlich darf man, finde ich, als Eltern und sollte man auch das Kind beraten, auch dem Kind zuhören und das Kind kennen. Aber man sollte, finde ich, dem Kind die Verantwortung geben, Entscheidungen zu treffen. Und das liegt definitiv an den Eltern.
SPEAKER_02Was könnte jetzt, sagen wir mal, wir gehen jetzt von einem 18-Jährigen aus, der jetzt gerade diese Podcast-Folge hört, was könnte er jetzt tun, um selbst Verantwortung übernehmen zu können?
SPEAKER_01Das größte Problem, finde ich, da wird es jetzt wieder ein bisschen tiefer - und zwar ist das Selbstbild. Das Selbstbild ist eins deiner fundamenten Dinge, die deine Identität ausmachen. Und um dein Selbstbild zu verändern, dass du zum Beispiel jetzt ein Mensch wirst, der Verantwortung trägt, musst du erstmal dieses Selbstbild, dein altes Ich, sterben lassen. Das heißt, die Person, die du jetzt gerade bist, kann so nicht mehr existieren, da es ja immer die gleichen Ergebnisse bringt. Das heißt, es muss eine Veränderung kommen. Und diese Veränderung, glauben viele, kriegst du mit vielleicht Disziplin hin, indem du einfach dann morgens immer eine Stunde früher aufstehst oder sonst irgendwas, aber es funktioniert so nicht. Weil das Problem ist, Disziplin ist eine Form von Energie, dass du jeden Tag zugibst. Irgendwann wirst du müde und irgendwann ist es wie so ein Jojo-Effekt, triffst es du wieder zurück in dein altes Ich. Das ist wie so eine Art, du läufst Marathon und du hast so ein Gummiband um dich rum. Und irgendwann mal schnappt dieses Gummiband zurück, weil du einfach nicht mehr dagegen kämpfen kannst. Und als allererstes würde ich sagen, zu diesem 18-Jährigen, das klingt jetzt wieder ein bisschen hart, aber du musst dein altes Ich sterben lassen. Dieses alte Ich musst du gehen lassen. Und das schaffst du auch wieder mit, wie Friedrich Nietzsche auch gesagt hat, in Isolation. Mit Isolation, indem du dich von deinem Umgebung kurz entfernst, mit eventueller Meditation, mit einsamen Spaziergängen, die erstmal Gedanken machst, wer du überhaupt bist mit Ehrlichkeit. Und erstmal erkennst, das Erkennen ist ja der Anfang von allem, dass du dich erkennst, dass du zum Beispiel ein Mensch bist, der faul ist, ein Mensch ist, der eigentlich sich drückt vor Verantwortung, ein Mensch ist, der vielleicht unehrlich ist, ein Mensch ist, der vielleicht auch gewisse handwerkliche Stärken hat, also auch die Stärken akzeptierst und so weiter. Und erst wenn du dann erkannt hast, wer du überhaupt bist, kannst du dann anfangen, dieses alte Ich loszulassen und aus dieser, ich nenne es immer diese Nullpunkte-Ebene, aus dieser Essenz aus Schöpfung, kannst du erst diesen Menschen kreieren, der du sein willst. Und es ist ganz, ganz wichtig, dass du in dieser Phase, wo du in Isolation bist und dich selber kennengelernt hast und dieses alte Ich loslässt, dir diesen Menschen vorstellst, der du sein willst. Und da sage ich auch jedem: niemals als Ziel Geld nehmen, niemals als Ziel irgendwie eine Form von Materialismus wie ein Auto oder sonst irgendwas, sondern man muss sich vorstellen, man braucht ein Ziel, was man fühlen kann, man braucht einen Menschen, eine Person. Ich finde, man muss sich vorstellen, wie ist dieser Mann, der ich sein will? Ist dieser Mann verantwortungsvoll? Ist dieser Mann clever? Ist dieser Mann, ist dieser Mann reich in seinen Werten? Ist dieser Mann geduldig? Ist dieser Mann das Fundament der Familie? Wie fühlt sich dieser Mann? Wie spricht dieser Mann? Und wenn du diese ganzen Feinheiten auch definierst, kommst du diesem Menschen, dieser Verantwortung näher und es ist dann nachher dieser Weg, den du dann gehen musst, um diese Person dann auch zu werden. Und das ist dann auch das Schwierige, weil du immer wieder mit deinem alten Ich konfrontiert wirst. Du wirst immer wieder an so eine Wand geschossen durch oder gestoßen durch deine Umgebung natürlich, deine Freunde, deine Familie, wo immer wieder was erkennen, dass du dich veränderst und immer wieder sagen, hey, aber du bist du doch gar nicht. Du bist doch eigentlich nicht so still und lässt die Leute aussprechen. Du bist doch gar nicht so verantwortungsvoll. Und darüber hinwegzukommen, ist ein wirklich sehr, sehr schwieriger Weg. Oftmals ist es halt leider so, dass du dich dann auch von deiner alten Umgebung leider erst entfernen musst, um diese Persönlichkeit zu werden. Aber es ist es auf jeden Fall wert, dieser Mensch zu werden, den du dir selber vorstellst. Diese Traumfigur, diese Mensch, dieser erfolgreiche Mensch.
SPEAKER_02Ich würde sagen, die ideale Version einer selbst. Genau. In dem, was du gerade gesagt hast, habe ich eigentlich auch wiederum erstmal hast du mich voll zurückgeworfen, einen Moment in meinem Leben, wo genau diese Persönlichkeitsentwicklung passiert ist. Und ich wusste gar nicht, dass ich unbewusst eigentlich das Richtige getan habe, denn ich habe da nicht viel drüber nachgedacht. Es hat sich einfach richtig angefühlt. Ich war zu dem Zeitpunkt 16 Jahre alt und es wird jetzt ein bisschen persönlich, ich habe das, glaube ich, so im Podcast auch noch nie gesagt, aber ich war 16 Jahre alt und ich habe mich zu Hause eingesperrt. Ich habe mich von meiner Familie versteckt, praktisch ganz verrückt, bin nicht rausgegangen, nicht mit Freunden was unternommen. Das Einzige, was ich getan habe, ist, dass was Pflichten sind, wie in die Schule gehen, aber selbst da war ich ruhig, bin irgendwo in der Ecke hinten gesessen, habe geschaut, dass ich am besten nicht irgendwie einen sozialen Kontakt habe. Aber nicht, weil ich komisch bin oder weil ich das nicht möchte, sondern weil ich irgendwie gespürt habe, das ist gerade wichtig für mich. Das ist gerade das Richtige für mich. Und es war sogar so verrückt, ich habe ein Licht ausgemacht, war im Zimmer, habe meditiert. Ich wusste nicht mal, wie meditieren geht. Ich wusste nicht mal, was meditieren ist zu dem Zeitpunkt. Ich war 16 und hab das aber trotzdem gemacht. Und dann hat irgendwann ein paar, so zwei Jahre später, ein Kollege von mir das Wort Ego-Tod mal erwähnt gehabt. Und ich habe erstmal nicht verstanden, was er genau meinte. Aber als ich dann verstanden habe, okay, dein Ego ist ja deine innere Stimme praktisch auch, und dass du, ja, Egoismus ist jetzt natürlich wieder was anderes, aber dein Ego, wenn es stirbt, das ist ähnlich zu vergleichen, wie mit, dass du sagst, dein altes Ich stirbt. Ja, dass du sagst, das ist weg, du bist nicht mehr diese Person. Und ich sage auch immer, bis zu einem bestimmten Moment lebst du ein Leben, aber erst, wenn du das beendet hast, beginnt dein richtiges Leben. Und das ist genau das, was du gerade beschrieben hast. Und ich finde, das ist auch, ich glaube, bis jetzt der wertvollste Tipp, der jemals gegeben wurde in einem Podcast von mir, aus dem Grund, weil ich das auch schon immer in Worte fassen wollte, was ich gemacht habe, aber ich habe die richtigen Worte nicht gefunden. Und das hast du jetzt gerade perfekt beschrieben. Es ist nämlich auch die genaue Anleitung, worum es in meinem Podcast geht. Mein Podcast heißt Future Meditation, heißt, wie du deine zukünftige, beste Version deiner selbst schon vordenken kannst, also pre-meditated, vorgedacht, dass du sie kreierst. Und man sagt ja, die Version, die du heute bist, beruht auf all den Situationen, all den Dingen, die in deiner Vergangenheit passiert sind. Dinge, die du mit deinen Sinnesorganen wahrgenommen hast. Ich mag sogar behaupten, dass selbst ein Film, den du gesehen hast, vor fünf Jahren einen Einfluss auf deine Persönlichkeit heute hat. Das klingt aber im ersten Moment wahrscheinlich völlig übertrieben. Aber letzten Endes ist unser Gehirn so ein großer Speicher, der alles in sich aufsaugt, auch wenn es irgendwo hinten im Kopf dann irgendwo bleibt, ist es da. Und deswegen sagt man auch, hey, kurz bevor du schlafen gehst, schau keine Filme, weil das arbeitet in dir weiter. Und das kreiert dich. Und durch dieses Wissen, wenn wir wissen, okay, alles, was in der Vergangenheit passiert ist, ist in Summe deine heutige Version, wissen wir doch, okay, alles, was ich heute in Summe tue, kreiert meine Version in der Zukunft. Und es gibt da eine kleine Geschichte, die ich immer erzähle, und das ist das Buch, das dein Leben beschreibt. Stell dir vor, ein Buch und in diesem Umband bei der ersten Seite oder beziehungsweise draußen drum steht drauf, das ist dein Leben. Und das ist alles leer. Man sagt ja auch immer, wenn ein Baby zur Welt kommt, das ist ein unbeschriebenes Blatt. Und am Anfang gibt es einen Stift, den deine Eltern haben. Die erziehen dich, sie schreiben rein, wie sie über dich denken, was du lernen sollst, deine ersten Schritte. Dann irgendwann bist du älter gehst in den Kindergarten. Dann kommt der Erzieher. Der Erzieher erzieht dich, bringt dir Dinge bei. Du nimmst sie wahr, dein Sinnesorgan, was du siehst, was du hörst, was du riechst, was du schmeckst. Und alles wird reingeschrieben. Aber den Stift hat immer noch wer anders. Immer weiter, dann gehst du zur Schule, dann sind die Lehrer da, deine Freunde irgendwann. Und alle haben Macht über dein Leben. Das ist dein Buch. Schreiben Dinge rein. Kreiert dich. Mit diesem Wissen, was ich gerade jetzt sage, wenn du einen Feind hast, wenn du weißt, ein Mensch, der dir etwas Böses tun wollen würde, würdest du ihm den Stift für dein Buch geben? Ja oder nein? Natürlich nicht. Natürlich nicht. Aber letzten Endes machen es alle Menschen da draußen. Genau das Ziel, was viel wichtiger ist, als wie du gesagt hast, Auto. Oder irgendwie sowas wie Geld, sollte es sein, was kann ich tun, um ein glückliches Leben zu führen? Und was kann ich tun, dass ich die beste Version meiner selbst kreieren kann? Und der beste und schnellste Weg ist, dass du diesen Stift, der die Macht über dein Leben hat, zurücknimmst und anfängst selber in dein Buch zu schreiben. Und alles, was du ab jetzt reinschreibst, kreiert deine beste Version deiner selbst. Und das ist letzten Endes nur eine Anleitung, die ich gegeben habe. Du hast aber jetzt vorhin die Umsetzung beschrieben. Sperr dich ein, entferne dich von außen. Ich wusste immer, und ich sage das auch immer, entferne dich von außen. Du musst dich emotional entkoppeln, sage ich immer. Aber du hast jetzt genau beschrieben, warum sollst du dich emotional entkoppeln? Weil du eben immer wieder an eine alte Version stoßst. Hey, ich habe sowas Geniales noch nie gehört, ich bin ehrlich. Das ist Wahnsinn. Das ist genau das, was ich immer gefühlt habe, aber nie aussprechen konnte. Die Leute erinnern dich immer an das, was davor war. Ich beschreib das anders. Ich sage immer, du hattest eine Insel davor und dann baust du eine Brücke zu deinem, sagen wir mal, dein Zieleben, deine neue Insel. Das ist da, wo alles ist, was du möchtest. Deine ideale Version, wenn wir so wollen, in diesem Fall. Solange aber diese Brücke bleibt, und das haben wir vor der Podcast-Folge kurz mal angesprochen gehabt, kannst ja immer wieder zurückgehen. Und das ist es. Deine ganzen Freunde sind in der Insel hinter dir. Die sind da und die winken und sagen, hey, du gehörst hierher. Und solange diese Brücke da ist, kannst du immer wieder zurückgehen und sagst, ja, okay. Und das ist, wie du beschrieben hast, dieses Stoßen, dieses Aufeinanderstoßen von, hey, du bist doch gar nicht so, du bist nicht selbstbewusst, du bist nicht verantwortungsbewusst, du bist nicht der Vater, du bist noch jung oder du bist noch, du bist doch eigentlich der Partymensch zum Beispiel. Und erst wenn du diese Brücke kaputt machst, wenn du diese Brücke verbrennst, dann schaffst du es, dass du wirklich zu dieser neuen Insel kommst und da auch bleiben kannst und praktisch dann dein neues Leben beginnst. Danke für den Inhalt. Megaschön. Danke. Sehr toll. Okay, ich würde jetzt sagen, wir machen jetzt eine super neue, eine coole Sache, die ich sonst bis jetzt noch nie gemacht habe. Und zwar so eine kleine Philosophie-Session, weil du bist auch der erste Mensch jetzt hier im Podcast, der wirklich sich auskennt in der Philosophie und vieles auch auf sein eigenes Leben projiziert. Und vielleicht hast du so ein, zwei Geschichten von Philosophen damals, die du mit deinen eigenen Worten beschreiben magst und wie du sie heute zum Beispiel nutzt.
SPEAKER_01Also jetzt gerade, wie ich vorhin schon gesagt habe mit dem Friedrich Nietzsche, ist eins meiner Lieblingsgeschichten, weil ich halt einfach persönlich diesen Menschen auch als Visionär sehe und er persönlich auch mein Leben sehr verändert hat, muss ich sagen. Diese, er hat ja behauptet, dass ein Mensch. Das ist jetzt wieder blöd, soll ich es wiederholen? Kannst du gerne sagen, also dass du als Mensch erstmal sterben musst. Und das schaffst du erst, indem du in diese Isolation gehst. Man muss erstmal in die Isolation gehen. Und wenn du in der Isolation bist, erkennst du erstmal, wer du bist. Heute ist es, glaube ich, ein ganz, ganz schwieriges Thema, weil viele Menschen nicht mal zehn Minuten alleine sein können, ohne Handy sein können, überhaupt alleine ruhig sitzen können. Und wenn du das meisterst, alleine zu sein, erkennst du erstmal, die Gedanken gehören dir nicht, sondern sie schwirren einfach herum. Und dann erkennst du erstmal, dass du gar nicht weißt, wer du bist. Und wenn du dann noch tiefer gehst, erkennst du, wie du es vorhin schon gesagt hast, dass viele Gedanken von deinen Eltern sind, von deinen Freunden, von deiner Umgebung, vielleicht sogar, wie du gesagt hast, von Filmen. Und irgendwann mal verstehst du, dass du die Frage, wer du überhaupt bist, so wichtig wird. Weil du erkennst, dass sich eigentlich dein ganzes Leben darum dreht. Jeder möchte dir irgendwie sagen, wer du bist, doch keiner kennt dich wirklich. Sogar du selbst kennst dich nicht mehr wirklich. Und ich finde, dann noch mit dieser These von Friedrich Nietzsche, dass er sagt, dass Gott gestorben ist, dass du aufhörst, einfach zu beten, dass von außen jemand dich rettet und du anfängst, deine Energie in dich selbst zu fokussieren, deine Energie zu bündeln, in eine Richtung, in ein Ziel. Glaube ich, wird jeder Mensch verblüfft sein, was er erreichen kann. Wenn du den Glauben, den du nach außen hin hast, an dich selbst setzt, wenn du an dich selbst glaubst, das steht schon in der Bibel drin, kannst du Berge versetzen. Wenn dein Glaube Berge versetzen kann, kann dein Glaube definitiv dich zu diesem Menschen machen, der du sein möchtest.
SPEAKER_02Du hast gesagt, dass Nietzsche auch dein Leben gerettet hat und verändert hat. Als du das alles gehört oder das erste Mal gelesen hast, wie konntest du das in deinem Leben dann effektiv umsetzen?
SPEAKER_01Es ging, finde ich, in meiner Situation eigentlich ganz einfach. Ich war 23 Jahre alt. Kann ich dir ganz genau sagen. Das war kurz bevor ich meine jetzige Frau kennengelernt habe. Ich war ein Partymensch, war immer unterwegs. Doch ich war innerlich leer. Ich hatte so viele Freunde, so viele Menschen um mich herum. Doch ich war innerlich wirklich leer wie gestorben. Ich war der Lustigste, aber innerlich war ich wirklich immer traurig und einsam. Und in dieser Einsamkeit habe ich dann wirklich erst dann erkannt, wer ich überhaupt sein möchte. Ich habe erkannt, dass ich eigentlich Vater sein will. Ich habe erkannt, dass ich ein Mann sein will, der Verantwortung trägt. Ich habe erkannt, dass ich ein Mensch sein möchte, der das Leben für andere, wie soll ich das besser beschreiben? Ich habe erkannt, dass ich meinen Kindern etwas vererben möchte. Und zwar kein Geld, sondern Werte. Ich möchte ihnen Werte und Einstellungen mitgeben. Und das habe ich dann erst dann erkannt in dieser Isolation, in diesem Einsamkeit, dass alles, was ich überhaupt davor gemacht habe, überhaupt gar keinen Sinn ergeben hat. Das war einfach Zeitverschwendung. Das war einfach nur ein Leben, wo ich geführt habe, um mich selbst zu betäuben. Und als ich dann einfach immer wieder meditiert habe und mich um mich selbst gekümmert habe mit Fitness etc., kam dann auch wie ein Wunder meine damalige Freundin, wo ich dann kennengelernt habe. Und seit dem Augenblick hat sich dann mein Leben schlagartig verändert.
SPEAKER_02Sehr gut, sehr gut. Ich finde es verblüffend, wie schnell dann auch letzten Endes diese Veränderung kam. Oder vor allem, dass das die Antwort auf deine Frage war. Weil du hast, wie du beschrieben hast, eine Lehre verspürt. Du warst eigentlich innerlich gestorben, du wusstest, es ist eigentlich nicht richtig, was du tust. Und ich glaube, da sehen sich auch die meisten Menschen wieder, dass man sagt, hey, man war irgendwo der Klassenclown oder man war irgendwo die lustigste Person nach außen hin, hat man gestrahlt, man dachte, hey, diese Person ist super glücklich. Aber innerlich weiß niemand, wie es aussieht. Das weißt nur du selber. Aber du weißt auch nicht, wie du da rauskommst. Und das war letzten Endes seine Antwort. Und ich hoffe, dass es für den einen oder anderen da draußen, selbst wenn es nur eine Person ist, daraus was schließen kann und vielleicht auch seine Antwort findet. Deswegen super. Deswegen auch cool, dass wir das jetzt gemacht haben. Ich werde jetzt auch mal eine Geschichte erzählen, die bei mir sehr viel bezweckt hat. Und ich werde sie aber ein bisschen anders erzählen, ja, mit meinem Wording, dass man sich da auch ein bisschen besser reinversetzen kann, weil ich glaube, das kommt tatsächlich aus der Bibel, wenn ich mich nicht ganz irre. Und da geht es um den König Solomon. Und dieser König hat von einem Ring gehört. Er saß auf seinem Thron und hat gesagt: Hey, es gibt einen Ring, der mir die Möglichkeit gibt, wenn ich mich super gut fühle, wenn ich am Fliegen bin, wenn alles perfekt ist, dass ich sofort, sofort, wenn ich diesen Ring nur erblicke, sofort auf den Boden zurückkomme. Und sobald es mir mal richtig schlecht geht, ich sofort wieder mein Hochkomme, in meine Bestform. Und er war kurz vor einer großen Feier, vor einer Hochzeit und hat gesagt: Einer von meinen Lakaien, einer von meinen Hofmännern soll sofort diesen Ring finden. Und die meisten haben gesagt, was? Das ist eine Legende, wie soll so etwas funktionieren? Das ist ja etwas Übernatürliches. So einen Ring kann es gar nicht geben. Und ein paar sind dann losgelaufen. Einer hat dann angefangen zu suchen, ist dann zum Bazar gegangen, hat dort gefragt. Und wie man weiß, früher musstest du ja mit einem Pferd reiten. Es hat Wochen gedauert, bis du am Zielort ankommst. Und dieser Bazar war irgendwo ganz weit hinten und geht umher und er weiß: hey, die Hochzeit steht an, es gibt nicht mehr viel Zeit, mein König braucht es. Und sucht weiter. Und irgendwann, ganz hinten, irgendwo versteckt, ist dann ein Schmied. Und dieser Schmied hat gesagt, ich hab das, was du suchst. So geht er hin und er blickt an diesen Ring. Dieser Ring ist in einer Schatulle drin, macht die Schatulle auf. Und der Ring ist eigentlich gar nichts Besonderes. Aber auf diesen Ring ist etwas sehr Besonderes graviert. Es sind vier Wörter. Dieser Hofmann, dieser Hofnarr, blickt dahin, liest sich das durch, kann seinen Augen gar nicht glauben und mit dem Pferd sofort losgeritten, zurück zum König, er hat gehofft, er schaut, hey, ich muss ganz schnell ankommen, ich hoffe, ich schaffe es noch vor der Feier. Er kommt an, macht das Tor auf und alle sind schon am Tanzen, die Hochzeit ist im Gange. Und er geht in die Mitte und sagt, König Solomon, ich hab den Ring. Und er sofort die Party, abgesagt, hier alles Pause, bring mir diesen Ring. Er blickt auf diesen Ring und darauf steht, auch dieser Moment wird vergehen. Auf Englisch, this also shall pass. Was diese vier Wörter meinen, ist, wenn du einen Moment hast, wo du ganz im Tief bist, wo du denkst, so ist dein Leben. Es ist einfach alles schlecht, alles scheiße. Alles geht den Bach herunter. Diesen Moment kennen wir alle. Wenn du diesen Ring erblickst und da drauf steht, auch das wird einmal vergehen, gibt es dir die Hoffnung und du weißt, es werden wieder bessere Zeiten wieder kommen. Genauso wenn du in einem Hoch bist, wenn du irgendwann einen Moment hast, und das war bei mir zum Beispiel, als ich ein großes Ziel erreicht habe, vor vielen Menschen zu sprechen auf der Bühne. Das ist so wie wenn ein Musiker auf der Bühne steht und ein Riesenaudienz dann zum Beispiel da ist. Oder wenn du irgendeinen Auftritt hast, wenn du irgendwas hast, wo du wirklich der Star bist, ja, das ist ja so ein Moment, wo du wirklich am Fliegen bist. Du denkst, du bist, boah, hier, Gottgleich zum Beispiel, ja. Und ich bin zwar ein bodenständiger Mensch, aber in so einem Moment wirklich ruhig zu bleiben, ist schwierig, weil die Emotionen kochen, ja. Und dann dieser Satz einfach, auch dieser Moment wird vergehen, sofort wieder gesettet. Und das habe ich tatsächlich, an genau an diesen Satz habe ich gedacht. Ich stand auf der Bühne, ich war vor 2000 Menschen in diesem Moment und ich habe dort meinen wichtigsten Inhalt und Learning, was ich bislang hatte, habe ich dort geteilt. Und die Leute sind wirklich verrückt geworden, also die haben geklatscht und es waren Leute aus verschiedenen Ländern. Also die Übersetzung hat länger gedauert. Und die haben schon angefangen zu klatschen, ja. Und die waren, und ich denke mir, boah, krass. Aber dann habe ich wieder daran gedacht, auch dieser Moment wird da immer vergehen. Und auch wenn das für den einen oder anderen dann doch voll negativ klingt. Nein. Sobald du eine Emotion, egal ob es positiv oder negativ, zu weit ausschwenkt, ist es immer, es ist wie ein Backlash, es kommt immer wieder zurück. Genau wie du vorhin gesagt hast, es ist wie dieser Gurt oder dieses Gummi, wenn du es so weit spannst und auch der Marathonläufer irgendwann zieht es dich wieder zurück. Und auch in diesen negativen Momenten, die ich hatte, hat vor kurzem wieder etwas, wo du denkst, also, wie kann das gerade passieren? Ist es vielleicht wirklich so, dass ich verflucht bin? Ist es vielleicht so, dass sich das Leben gegen mich verschworen hat? Und dann wieder daran zu denken, nein, auch das wird einmal vergehen. Und das gibt dir Hoffnung oder es setzt dich einfach wieder auf den Boden zurück? Das ist das, was ich gelernt habe. Du hast ein Briefing-Dokument ausgefüllt, wo du ein bisschen auch von dir erzählt hast, was so die wichtigsten Inhalte für dich sind in Bezug auf Mindset, deine Persönlichkeit und auch auf die Zukunft. Und ich habe mir da nochmal ein paar Fragen aufgeschrieben. Ich wollte dich damit starten, aber wir sind jetzt so in Thematiken schon reingegangen und eingetaucht. Und die erste Frage hat zu tun mit Verantwortung gegenübergestellt von Freiheit. Du sagst, Freiheit beginnt mit Verantwortung. Warum haben so viele Menschen heute genau davor Angst, obwohl sie eigentlich nach Freiheit sich sehnen?
SPEAKER_01Weil sie nicht verstehen, dass die Verantwortung Freiheit bedeutet. Das glaube ich nämlich, ehrlich gesagt. Weil viele sehen, die Menschen, die viel Verantwortung tragen, sehen sehr busy aus. Die sehen aus wie Menschen, die keine Zeit haben, die unter Druck stehen, die gestresst sind. Aber verstehen wiederum nicht, dass diese Menschen, die Spieler sind, die die Schachfiguren auf dem Feld bewegen. Die Menschen, wo keine Verantwortung tragen, sind leider nur Figuren, die irgendwo bewegt werden und nennen es dann nachher Schicksal. Und das ist, glaube ich, das größte Problem, was diese Menschen haben, dass sie nicht verstehen, dass sie von der gespielten Figur zum Spieler werden, wenn sie Verantwortung übernehmen.
SPEAKER_02Sehr schöne Antwort. Ich glaube, genau das ist der Switch an diesem Punkt. Für die Identität eines Mannes. Und das ist für mich auch ein wichtiger Punkt. Du hast auch ein Buch geschrieben, darauf möchte ich auch gleich noch eingehen, weil du halt eben etwas da lassen möchtest, ja, was länger bleibt als ein Leben, vielleicht als ein eigenes Leben. Und vor allem die Definition, was ein Mann wirklich ausmacht, ist, glaube ich, etwas, was wir als Message hier unbedingt dalassen sollten. Was bedeutet in deiner Definition wirklich, ein Mann zu sein, jenseits von Geldstatus und äußerem Erfolg? Du hast ja schon Verantwortung gesagt. Ist es die Kernessenz oder gibt es noch weitere Punkte?
SPEAKER_01Ich glaube, was viele Menschen nicht verstehen, ist, dass ein Vater zum Beispiel die höchste Form eines Mannes ist, in meinen Augen. Das haben schon viele, viele große Menschen schon gesagt, dass jeder Mann in seiner Genetik schon diesen Fortpflanzungstrieb hat, nicht ohne Grund, sondern weil er etwas hinterlässt, und zwar ein Erbe. Und man kann leider heute sehr leicht Vater werden oder Erzeugern, nenne ich es mal. Aber Vater, ein richtiger Vater, wird man wirklich nur mit Struktur, mit Disziplin und mit diesem Selbstbild des Vaters. Ich glaube gerade heute ist Vater sein so wichtig in dieser Zeit, wo überall Chaos herrscht, wo überall alles komplizierter wird. Glaube ich, müssen wir diesen Kindern, die unseren Nachkommen eine Struktur geben. Und ich bin wieder ein bisschen weiter rausgedriftet, aber um die Identität des Mannes heute zu beschreiben, es ist klar natürlich einmal die Verantwortung, aber ich würde auch sagen, die Liebe, den Respekt gegenüber auch seiner Frau. Weil ich glaube, jedes Kind, das sieht, wie der Vater, die Mutter behandelt, wird definitiv später seine Frau ebenso behandeln. Ich finde, man muss die Frau, vor allem egal, ob es jetzt nur die Freundin oder auch später dann hoffentlich die Frau ist, wirklich mit Respekt behandeln und mit Liebe. Und man muss diese Frau auch entlasten, finde ich. Weil wenn du diese Frau entlastest, wird diese Frau ihre Energie in Liebe umwandeln und das Haus oder die Wohnung zu einem wunderschönen Platz machen, zu einem Zuhause. Und das erreichst du leider heute nur, indem sich ein Mann mehr aufopfert wie vielleicht früher. Man muss heute als Mann mehr Verantwortung übernehmen, wieder, bin ich wieder beim Punkt Verantwortung, und die Frau versuchen zu entlasten und somit dann auch später den Kindern dieses Leben zu schenken, was ich glaube, jeder gewünscht hat.
SPEAKER_02Ist gut beschrieben. Ich sage immer gerne dazu, wenn ein Mann wirklich in seine männliche Energie geht, ja, also ich beschreibe das mit Energie, du hast es gut gesagt, mit Entlasten vor allem, kannst du eine Frau erst in die weibliche Energie bringen. Weil viele, das ist immer so dieses Disput und wo auch, ja, also ich finde, dieses Thema Feminismus heutzutage ist komplett falsch definiert, weil Feminismus, wo es herkommt, hat es einen sehr, sehr guten Grund gehabt. Heute ist es toxischer Feminismus, ja. Und die Leute verstehen nicht, dass das nicht feminin ist, was hier so passiert. Und die Frauen voll in ihrer männlichen Energie sind tatsächlich. Also, weil die Männer nicht männlich genug sind und nicht die Rolle einnehmen praktisch, und nicht mit den Frauen umgehen, wie man es tun sollte, müssen die Frauen nicht nur ihre Energie ausleben, sondern auch noch die des Mannes. Und sind zu viel in dem, dass sie dann auch, weißt du, dieses Umsetzen, diese Verantwortung ist etwas, das gehört nicht ihnen, das müssen sie nicht tun. Aber wenn sie sich dazu gezwungen fühlen, wenn sie dazu gezwungen sind, weil der Mann das nicht selber macht, dann sind sie in der männlichen. Und der einzige Weg, um das wieder auszubaden, ist es, dass du in deiner männlichen Energie bist, dass du die Dinge erledigst, die getan werden müssen, sodass sie dann loslassen kann. Sodass sie sich dann um die wirklich wichtigen Dinge kümmern kann, wie zum Beispiel ein Haus oder ein Ort zu einem Zuhause zu machen und dann eine Familie großzuziehen, Liebe zu schenken, etc. pp. Es geht halt wirklich alles nur, wenn du wirklich in diese Energie kommst. Und deswegen wollte ich auch unbedingt wissen, okay, wie wird man zu einem wirklich wahrhaften Mann? Was macht einen Mann wirklich aus? Weil ich glaube, das ist die Frage, was sich vor allem junge Leute, ich sage bewusst nicht junge Männer, junge Menschen wünschen zu wissen, ist genau dieser Punkt. Wo ist der Switch? Was muss ich tun? Und wenn sie es nicht wissen, und in Unwissenheit passiert halt oft genau das Gegenteil. Die machen dann viele Fehler. Und leider Gottes, eigentlich lernt man aus Fehlern, aber in der Thematik lernen die meisten leider nicht daraus, was sie falsch machen, sondern sie gehen immer weiter in diese falsche Richtung und fragen sich, warum läuft das in der Beziehung nicht so gut oder in der Ehe nicht so gut. Und ich glaube, da ist halt einfach genau der Switch, was man ändern sollte.
SPEAKER_01Und da bin ich wieder bei dem Punkt auch, es klingt wieder total wiederholend, wenn man das sagt, aber die Verantwortung ist eigentlich das Fundament von allem. Die männliche Energie beruht auf Verantwortung. Das verstehen die wenigsten. Wenn Verantwortung nicht existiert, existiert der Mann nicht. Ich finde, ein Mann muss vom Fundament aus schon diese Verantwortung tragen. Erstmal in sich, über sich selber, dass er weiß, wer ist und was er möchte, und später dann auch über die Familie, über die Frauen und über die Kinder. Und ich es ist auch schwierig, das ein bisschen zu erklären, weil ich möchte da auch keine Ungereimheiten haben, dass eine Frau irgendwie niedriger ist wie ein Mann oder so, sondern gerade das Gegenteil, ich behaupte sogar, eine Frau ist mindestens auf Augenhöhe. Ich finde sogar, eine Frau kann später die Kinder ganz anders erziehen wie ein Mann, mit einer anderen Liebe, die ein Mann niemals geben kann. Ein Mann kann Verantwortung zeigen, ein Mann kann zeigen, wie man stark wird. Aber zu lieben, das kann nur eine Mutter.
SPEAKER_02Sehr schön definiert. Vaterrolle und Gesellschaft. Glaubst du, dass viele gesellschaftliche Probleme eigentlich aus einer fehlenden oder schwachen Vaterrolle entstehen? Und wenn ja, wie würdest du es verändern?
SPEAKER_01Ich glaube, das sind wir wieder bei dem Thema, was du leider vorhin schon angesprochen hast, was du eigentlich gar nicht so ansprechen willst. Die Gesellschaft, die Politik natürlich, ist heute leider so, dass Eltern gar nicht so gern gesehen werden. Es wird nicht gern gesehen, dass jemand mit Kindern spazieren geht? Oftmals präsentiert man sich als Mann immer nach außen hin als Single, als starker, gut aussehender Mann. Ich finde, heute in der Gesellschaft ist leider das Bild vom Mann als Vater sehr, sehr untergegangen und gar nicht mehr so relevant und gar nicht mehr so nützlich wie vielleicht früher.
SPEAKER_02Kurze Frage dazu: Denkst du, dass es beabsichtigt ist oder denkst du, dass es einfach nicht genug Vorbilder gibt?
SPEAKER_01Ich denke beides. Ich denke, irgendwo ist die Absicht da, dass du, ich glaube, wenn ein Kind nicht mehr in einer Familie behutsam lebt, kannst du dieses Kind halt besser kontrollieren. Man kann es besser in Systeme reinbringen, wo einfach vielleicht mehr Geld bringt oder in Schienen bringt, wo einfach die Eltern einfach nicht mehr so viel Einfluss auf das Kind haben. Und auf der anderen Seite natürlich fehlen heutzutage viel zu viele von diesen Vorbildern. Ich finde, wenn du jetzt allein schon den Fernseher Instagram, mach dein Handy an und scroll mal durch. Ich finde, du siehst keine Bilder, Videos, Reels von irgendwelchen Vätern, die mit ihren Kindern, mit ihrer Frau irgendwie spazieren gehen, sich lieben, einen Vater, der ein Vorbild ist, das siehst du nicht. Was man heute sieht, ist halt ganz klar Materialismus. Man sieht schnelle Autos, teure Autos, einen Luxus-Lifestyle, man sieht viele nackte Frauen, viele nackte Männer, perfekte Körper. Man sieht Sachen, die einfach eine Illusion sind, einfach Dinge, die von der realen Welt komplett weg sind. Und das erzeugt natürlich bei vielen Männern, denke ich auch, diese Sichtweise gar nicht in diese Rolle eintreten zu wollen, weil es gesellschaftlich auch nicht gewollt ist.
SPEAKER_02Sehr schön beschrieben. Ich habe auch aus dem Grund gefragt, ob du denkst, dass eine Vorbildfunktion fehlt, weil du ja eigentlich Stück weit diese Rolle einnimmst, weil du sagst, genau da muss man entgegenwirken. Und du hast eine Brand aufgebaut, du hast auch ein Buch geschrieben und erzähl mal gerne, was da das Ziel dahinter ist und worum es zum Beispiel in diesem Buch geht.
SPEAKER_01Also meine eigentliche Mission, mein Podcast und auch mein Buch, das ist eigentlich der Spiegel. Ich möchte eigentlich dem Menschen, der meinen Inhalt konsumiert, einen Spiegel vorwerfen. Weil ich glaube, das Problem ist, dass es nicht für jeden Menschen die gleiche Lösung gibt. Ich kann nicht zu jedem Menschen sagen, du musst erst das tun und das tun und das tun, dann bekommst du das und wirst das. Das ist nicht so. Das ist fernweg von der Realität. Ich glaube aber, dass es ein Konstrukt gibt, einen Gedanken, den jeder Mensch mitnehmen sollte. Das sind wir wieder, was wir vorhin auch gehabt haben, bei einem Film. I have this aus einem Film, und zwar aus Inception. Und zwar der stärkste Virus, der stärkste Parasit auf der Welt ist ein Gedanke. Nur ein Gedanke. Ein Gedanke, der hängen bleibt. Und das habe ich auch als Resümee von meinen Zuhören auch ganz oft bekommen. Dass Menschen, die meine Folgen gehört haben or mein Buch gelesen haben, dass Gedanken hängen bleiben. Das ist genau das, was ich auch möchte. Ich möchte nicht sagen, was du zu tun hast. Ich möchte sagen, was du denken sollst. Ich will, dass du Sachen hinterfregst, die vielleicht für dich normal waren. Ich möchte, dass du Verantwortung übernimmst für dein Leben. Bevor du für alle anderen Verantwortung übernimmst, nimm erstmal Verantwortung für dein Leben. Wenn du Verantwortung für dein Leben übernommen hast, wirst du sehen, dass alles automatisch kommen wird. Aber dann wirst du automatisch, automatisch schon denken, wer will ich überhaupt sein? Für was mache ich denn das alles? Und dann kommen diese Bilder. Ich sag ja auch nicht, dass jeder unbedingt ein Vater sein muss. Weil es gibt natürlich auch Menschen, die wollen die Freiheit genießen, die wollen die Welt bereisen. Die sind nicht so beziehungsgebunden, dass sie wirklich ihr ganzes Leben in einer Beziehung sein wollen. Aber sie müssen Verantwortung für sich selbst übernehmen. Und das ist die These, die ich vertrete mit meinen ganzen Formaten. Ich möchte Menschen inspirieren mit Gedanken, der wirklich auch im Kopf stecken bleibt.
SPEAKER_02Sehr schön. Ich habe. Du hast jetzt schon sehr, sehr viel zu deiner Philosophie genannt und auch das Ziel letzten Endes von diesem Buch. Ich habe jetzt noch eine letzte Abschlussfrage, die ich alle meine Gäste befrage, beziehungsweise diese Frage, die ich stelle. Weil für mich in meinem Weltbild ist das Wichtigste, was du in deinem Leben führst, die Glückseligkeit zu erreichen. Und das ist natürlich auch die Entwicklung. Wir haben jetzt viel über Entwicklung geredet. Das alte, ich muss sterben, ich muss das Neue aufbauen. Und dann ist natürlich die Frage, okay, wenn ich diesen Punkt erreicht habe, wie geht es weiter? Was ist das, was mich wirklich erfüllt? Dass wenn ich irgendwann im Sterbebett liege und zurückblicke, dass ich sagen kann, ich war zufrieden mit diesem Leben und ich muss nichts bereuen. Weil wie wir alle wissen, du kannst nichts mit in den Grab nehmen. Du kannst Dinge hinterlassen. Aber Geld, Zeit spielt keine Rolle. Und wenn wir jetzt mal von einer fiktiven Welt ausgehen würden und sagen würden, kein Geld und keine Zeit spielt eine Rolle. Was würde dich wirklich erfüllen und glücklich machen?
SPEAKER_01Dass Menschen diese Werte, die ich vertrete, in der Zukunft leben. Man sieht es auch in der Geschichte, dass die reichsten Menschen der Welt, die mächtigsten Menschen der Welt später Monumente errichtet haben, dass man ihren Namen nicht vergisst, dass man Bauwerke sieht, Bücher sieht, liest, die ihre Gedanken hatten, ihre Vorstellung von Ästhetik etc. Und das ist das, was ich, glaube ich, in meinem Herzen habe, was sie hinterlassen möchte. Ich möchte einen Wert hinterlassen, weil ich glaube, das ist wirklich das größte Erbe, was ein Mensch hinterlassen kann. Und ich denke auch, dass jeder Mensch das tun kann. Jeder Mensch kann Werte und Einstellungen auch an fremde Menschen weitergeben. Denn diese Menschen werden wiederum andere Menschen beeinflussen. Und somit ist wirklich dieser Wert, diese Einstellung, irgendwann mal vielleicht die Unendlichkeit. Es ist das, was nach dem Tod noch bleibt von dir. Und dann geht es immer nie um dich als Person. Man darf nicht so egoistisch sein und denken, ich möchte, dass alle sagen, ja, der Papa Osse oder der Ossema Toi. Nein, darum geht es nicht. Es geht um den Wert, um die Einstellung, die später unsere Gesellschaft prägen wird, weil wir haben jetzt momentan eine schwache Gesellschaft, schwache Männer. Doch wenn wir an uns selbst arbeiten, die den Mut haben, in uns reinzublicken, an uns zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen, für uns und später für unsere Mitmenschen und für unsere Familie, glauben wir, können wir die Welt so schön gestalten für unsere Nachkommen, dass wir uns das gar nicht vorstellen können im Hier und Jetzt in diesem ganzen Chaos.
SPEAKER_02Genau, richtig. Ich habe gehofft, dass so etwas kommt. Also ich bin ehrlich, ich habe die ganze Zeit darüber nachgedacht, ich weiß immer so, okay, wenn ich diese Abschlussfrage stelle, ja, das könnte sein, das könnte sein, ich habe tatsächlich natürlich mit dieser Antwort nicht gerechnet, aber ich wusste, es wird etwas kommen, was größer ist als wir selbst. Und darauf habe ich gehofft, und genau das hast du gesagt. Eine Sache, die bleibt, eine Sache, die sich vervielfältigt, eine Sache, die, wie du auch vorhin gesagt hast, ein Gedanke ist der gefährlichste Virus, aber auch irgendwo der Schönste. Deswegen Dankeschön für diesen Inhalt. Wie könnten die Leute da draußen dich jetzt nach den ganzen Inhalten, die sie bekommen haben, erreichen, vielleicht in Kontakt treten, vielleicht auch dein Buch finden. Wie können sie mit denen in Kontakt treten?
SPEAKER_01Also ich bin auf Instagram vertreten als der Papaosse und mein Buch gibt es momentan auf Amazon, und zwar Vater mein Mensch oder auf meiner Webseite www.derpapaosse.de. Perfekt.
SPEAKER_02Ich werde alles nochmal unter der Folge markieren, dass Sie sich das nochmal direkt anschauen können. Dankeschön. Wärmste Empfehlung von meiner Seite auch. Deswegen in diesem Sinne, Dankeschön, dass du dabei warst. Ich danke dir. Eine sehr geile Folge. Dankeschön. Und wir auch hier wieder mal gelernt haben und herausgehört haben. Alles fängt an in deinem Kopf.