Woman on a Mission by Alexandra Maurer

Zwischen Kontrollverlust und Stärke – was uns wirklich prägt.

Alexandra Maurer Season 1 Episode 5

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Diese Folge von Woman On A Mission - The Podcast ist persönlich. Tief. Und ehrlich.

Ich nehme euch mit in meine Gedankenwelt der letzten Tage – zwischen meinem 44. Geburtstag und einem Fall, der viele von uns bewegt hat.

Es geht um den Verlust von Kontrolle.
Über den eigenen Körper.
Über das eigene Bild.
Über das eigene Leben.

Ich spreche über meine Zeit nach der Geburt meiner Tochter, über den Moment, in dem plötzlich nichts mehr selbstverständlich war und warum mich genau deshalb auch die Geschichte rund um Collien Fernandes so beschäftigt hat.

Zwei völlig unterschiedliche Erfahrungen und trotzdem ein ähnliches Gefühl.

Was passiert mit uns, wenn wir uns selbst ein Stück weit verlieren? Und wie finden wir wieder zurück?

Eine Folge über Verletzlichkeit, Stärke und die leisen Prozesse, über die wir viel zu selten sprechen.

Dieser Podcast wird im Headsquarter Studio - The Artistic aufgenommen. Danke für euren Support.


SPEAKER_00

Hey, Woman Animation aus dem Heads Quarter Studio in Zürich. Schön, dass du diese Woche wieder dabei. Es wird deep und ehrlich, und zwar von mir direkt. In den letzten Tagen habe ich nämlich recht reflektiert über mich selber und was so in der Weltgeschichte passiert. Ich meine, Horror überflutigbar excellence. Aber zwei sehr unterschiedliche Sachen haben mich recht beschäftigt. Und ich habe dann überlegen, warum. Weil sie sind so unfassbar unterschiedlich sind. Einerseits habe ich den Fall der Colline Fernandes verfolgt. Ich meine, wir glauben alle, außer du lebst unter dem Stein. Und haben meine so-called Gedankenschmerz fast nicht bändigen. So unglaublich und gleichzeitig tatsächlich das Ereignis. Ich war hässlich und gleichzeitig mega traurig über den Fakt, dass der eigene Mann fähig war, seiner Frau so etwas anzutun. Ich meine, das ist jenseits. Ich weiss, es ist sehr oft der Mann, der Vater, der Onkel, aber in diesem Fall habe ich einfach gefunden, dass das ein neues Level von Missbrauch ist. Ist es ja auch. Ich meine, virtuelle Vergewaltigung. Ich habe das Wort noch nie so gehört. Am meisten habe ich an Colin gedacht, als Opfer, der so stark überkommt, weil sie nicht nur offen darüber reden, sondern mit ihrem Fall vorauszugeht und für schärfere Gesetze bei digitaler Gewalt und Opfer von Typfähig gekämpft. Ich habe noch gedacht, weil ich mich frage, was bei ihrem Innerlichen gerade so passiert? Sie hat Zeit, sich mit dem Ganzen auseinandersetzen, aber hat die Zeit gelangen, um genug Abstand zu überkommen, damit sie nicht nochmal draht zu erbricht, während sie das alles zusammen mit uns, mit der Öffentlichkeit, durchlebt. Gibt es überhaupt ever genug Zeit, um so etwas zu verarbeiten? Was geht ihrem durch den Kopf, bevor sie ins Bett geht? Wie schnell sie einschlafen kann? Ich bin das Gefühl, dass nicht los wurde. Es stimmt mich nachdenklich. Ich frage mich, berührt mich das, weil ich auch eine Frau bin oder berührt mich das, weil es etwas auf einer Gefühlsebene bei mir triggert? Ich bin jede Woche 44. Und somit kommen wir zu der zweiten Sache, die mich nachdenklich gestimmt hat diese Woche gestimmt, mein Geburi. Nein, nicht, weil ich ein Problem habe mit der Zahl oder mit dem Elternwerden. Wirklich nicht. Im Gegenteil, ich sah für 44 noch recht gut aus. Ich war jung geblieben im Kopf und finde allgemein, dass Elterwerden an sich ein Privileg. Vielleicht genau darum war ich so nachdenklich. Das Privileg war mir bewusst. Mein 44. Ich nämlich fast nicht feiern. Ich weiss nicht, wie viel du über mich als Person weiß. Darum hole ich ein Mühe aus. Es war nämlich noch nicht so lange her, als ich auf der Intensivstation verwachen bin, nach meiner Geburt, von meiner zweiten Tochter. Multiorganisch versagen beim geplanten Kaiserschnitt, sodass die blutig nach der Plazenta-Entfährdung nicht stoppen. Vor neun Monaten habe ich allein aufstehen, laufen oder aufs Wetze gehen. Ich habe überall an meinem Körper schlecht und mich täglich auf den Besuch meinem Magre, wo unser Neugeborenen war und unsere siebenjährige Tochter zu mir ins Spital gebracht hat, samt K-Pop Demon Hunter-Song Golden. Das war ein Teil meinem letzten Sommer. Aber der grösse Teil war, ich war im Spital gelegt, mich in unser Leben zurückzukämpfen. Vor neun Monaten war alles noch ganz anders aus für mich. Viele Ungewissheit körperlich, emotional, mental. Ich war mühe, verunsichert, verängstigt und sehr oft völlig überfordert mit der Situation und mit meinen Gefühl. Mein Leben, so wie ich es gekannt habe, war plötzlich sehr zerbrechlich und gefährdet. Ich weiss, dass nichts mehr selbstverständlich war. Verein Wochen am Morgen den Hang drauflaufen oder meine Tochter zu tragen. Für all das kämpfen müssen, so wie ich noch nie gekämpft habe. Und ich glaube, genau darum habe ich noch nie so fest über mein eigenes Geburt gedacht wie das Jahr. Darum fühlt sich der Geburtsglaube auch mal nicht laut an, sondern leislig, fast demütig. Ich habe das zweites Leben geschenkt. Das Jahr ist es nicht nur um die Frage gegangen, und dann schlussendlich, weil klar haben wir auch darüber geredet, was wir an meinem Geburtstag machen, was essen wir, wie firmen wir, wer kommt vorbei. Aber ein paar Mal habe ich Leute herausgesagt und vor allem mit meiner Mami darüber geredet und gesagt, hey, I'm alive. Es ist eigentlich völlig wurscht, wenn wir den Tag feieren oder was wir essen, wer vorbeikommt. Es ist so, hey, ich feiere nochmal Geburtstag. Ich bin wieder stabil und gesund. Ich darf mit meiner Familie feiern und am Tisch sitzen. Mein Leben geht weiter mit allem, was dazugehört. Eigentlich kann ich mich nur auf meine Geburi und auf das konzentrieren. Dankbarkeit habe ich so fest. Aber warte, wo ich in dieser Episode meinem Podcast diese Woche auch über das rede, was um mich herum passiert. Ich bin von Natur aus wie ein Schwamm und zugehen alles auf und rede darüber. In Moderationen, in meinem Alltag, im Badzimmer vor dem Spiegel mit mir selber. Das ist komisch, aber ist einmal so. Und darum habe ich, dass ich heute über beides reden möchte. Und ohne dass ich jetzt zu sehr ins Detail gegangen möchte, für das gibt es nämlich den Spiegel, der ein Muss ist, um zu lesen. Um etwas völlig anders geht, als darauf zu warten, was ihre Ex sagt oder wie es rechtlich weitergeht. Ohne anmaßend zu tönen, habe ich mich wie verbunden gefühlt. Wart rasch, ich versuche nämlich zu erklären, warum. Es ist nicht nur, weil ich eine Frau bin, sondern wie ihr schon angedeutet, es ist das Gefühl, das der Fall in mir auslöst. Wenn man einmal kurz die Schlagziele ausblendet, was schwierig ist, unheimlich sogar. Aber wenn man schafft, sie auszublenden, dann bleibt etwas zurück, das viel grösser ist, finde ich zumindest. Nämlich die Frage nach der Identität, nach der Kontrolle und nach dem Vertrauen. Was passiert eigentlich mit uns, wenn wir das Gefühl haben, dass etwas, das zu teucht zu uns gehört hat, plötzlich nicht wirklich uns gehört? In meinem Fall, damals im Spital, war es die Kontrolle über meinen Körper. Und in diesem Fall der Colleen eben auch. Weißt du, was ich meine? Der Verlust über die Kontrolle vom eigenen Körper und du die deepfakes, auch die eigene Identität, das eigene Bild, die eigene Stimme sogar. Und ich habe gemerkt, dass mich genau das so berührt. Die Parallele durch zwei völlig verschiedene Fälle. Weil es auf eine ganz andere Art etwas anspricht, die ich selber erlebt habe. Überhaupt nicht im gleichen Kontext, das ist mir schon klar. Aber im gleichen Gefühl. Das Gefühl, dass man Kontrolle verliert. Dass der eigene Körper nicht einfach funktioniert, dass Sachen passieren, die man nicht steuern kann, dass man plötzlich Entscheidungen treffen muss, die man eigentlich nie will. Und dass man sich dabei selber ein Stück weit verliert. Ich habe in den letzten Monaten sehr oft das Gefühl, dass ich nichts ganz ich bin. Dass ich funktionieren, dass ich durchhalte, dass ich stark bin, aber dass irgendwo dazwischen auch ein Teil von mir riesiger ist. Ich glaube, dass auch die Collin riesiger. Obwohl sie zurzeit ganz laut wirken. Die Gedanke bei dem Fall Fernandes Ullmen und das Reflektieren über meinen Geburtstag und was mir letztes Jahr so passiert ist, wie ich mich fühle, an Frauen allgemein, die Kontrollverlust und Identitätsshifting erleben. Ich glaube, wir merken, wie verletzlich wir eigentlich sind, wie schnell Sachen sich verschieben können, wie wenig Kontrolle wir meistens wirklich haben. Und gleichzeitig, wie wenig wir darüber reden. Was mir in den letzten Tagen aufgefallen ist, ist, wie viel über die Colleen ihre Ex den Christen umgeredet worden ist. Was seine Motiv, wie so etwas passieren kann und wie wenig Raum für sie hier ist. Aus wie viel Kraft packt das, sie ist stark oder ich wünsche ihr viel Glück. Und ich verstehe das auch. Was sagt man in so einer Situation? Das Gleiche hat man mir auch gewünscht. Aber gleichzeitig habe ich mich gefragt, langt das denn? Langt sie jedem Kraft zu wünschen, wenn etwas so grundlegend erschüttert worden ist. Oder müssten wir vielleicht anfangen, anders zu anzauen. Mir hat es je nach Tagesform damals nicht so gelangt, obwohl ich dankbar war für den Support und die Liebe. Ich glaube, ich kann jetzt auch von mir verstehen, was solche Erfahrungen wirklich mit einem machen. Nicht nur rational, sondern auch emotional. Denn das, was oft bleibt, ist nicht nur ein Ereignis selber, sondern auch das Gefühl danach. Das Gefühl von Unsicherheit, von Scham, von Misstrauen gegenüber anderen, aber auch gegenüber einem selber. Und vielleicht ist genau das der Punkt, an dem sich die zwei Themen emotional berühren. Weil ich in mein eigenen Jahr gemerkt habe, wie sehr sich der Blick aufs Leben verändert, wenn man einmal an den Punkt kommt, an dem man merkt, dass man Plan auf ein blattes Papier aufschreiben kann, aber am besten nicht laminieren. Dass die Gesundheit nicht selbstverständlich ist, dass die Zeit nicht selbstverständlich ist und dass das, was man bis jetzt gekennt hat, sich einfach auflösen kann. Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich das Jahr meinen Geburtstag anders angeschaut habe, anders gefühlt habe. Ich fehre nicht nur ein weiteres Jahr, sondern, dass ich noch da bin, dass ich weitermachen und dass ich durch Sachen durchgegangen bin, die mich verändert, aber nicht gebrochen haben. Und ich glaube, das ist etwas, was wir oft unterschätzt. Die Gleichzeitigkeit von Gefühlen. Dass man dankbar sein kann und gleichzeitig traurig kann, dass man Angst spüren kann und trotzdem weitermacht. Dass man sich schwach fühlt, aber trotzdem Stärke zeigt und dass man sich verloren fühlt, dann aber wiederfinden kann. Vielleicht ist das sogar das Erwachsene, über das so selten jemanden redet. Nicht Klarheit, nicht Kontrolle, sondern das Aushalten von Widersprüchen. Mache ich Sinn heute? Und vielleicht ist genau das auch etwas, was wir als Frau besonders gut können. Das ständige Balancieren zwischen der Stärke und Zweifel, zwischen dem Funktionieren und Fühlen, zwischen dem, was von außen erwartet wird, und dem, was innen wirklich passiert. In uns drin. Ich weiss nicht, wie die Geschichte von der Colleen zum Beispiel ausgehen wird. Ich weiss nur, dass ich ein Umfeld mit Verständnis auf all Levels wünsche, weiterhin wünsche. Und ich weiss, dass sie gerade sehr viel zur Zeit in Motion bringt, durch ihres nach außen stark wirken. Und vielleicht ist das das Einzige, das ich durch die heutige Folge mitgeben möchte. Wir selber und euch, falls wir offen sind dafür. Und zwar, dass wir anfangen, genauer anzuschauen bei uns selber und bei unseren Mitmenschen. Wir zullen weniger bewerten. Und vor allem wir Raum geben für das, was nicht sofort sichtbar ist oder wir nicht gerade verstehen können. Für die leisigen Prozesse, für die inneren Kämpfe, für das, was die Menschen wirklich durchmachen. Alles ist zerbrechlich. Und trotzdem kann man es wertschätzen. Ich gehe in meinem 44. Lebensjahr ehe nicht mit einem Plan oder Kontrolle, aber mit mehr Bewusstsein für mich und für andere. Machst du. Ich danke, dass ihr mir und meinen wiren Gedanken heute zugelst habt. Ich bin mega gespannt, wie ihr so darüber denkt, was in euch so drin vorgeht, was ihr von dieser Episode erhaltet, etwas Sinn machen, rauskommen und was sie gemeint haben heute. Es war sehr schwierig, die Gedanken auf ein Blatt Papier zu bringen, damit ich einigermaßen eine rote Fade durch das Ganze führen kann. Aber mir ist wirklich darum gegangen, diese Woche mich als Mensch und was ich mir drin so vorgeht, mit euch zu teilen. Und falls ihr auch euche Gedanken mit mir erwähnt zu teilen, hätte ich auch feste Freude. Das könnt ihr auf www.womananemission.ch oder via Instagram.dams, wo ihr könnt schicken, mir einfach auf Instagram folgen at Alexandra Maurer-official und ich werde euch lesen. Ja, ich bin wirklich gespannt auf euch Feedback. Das brauche ich, das wäre schön. Also, hey! Nächster Mal. Bitte.