Opus NULL
Zwei Freunde ins Gespräch über neue klassische Musik, aktuelle Strömungen und die Welt, die sie umgibt. In entspannter Atmosphäre tauschen sie Gedanken, Entdeckungen und persönliche Perspektiven aus – neugierig, kritisch und mit Leidenschaft für Klang, Kunst und Zeitgeschehen. Der Podcast verbindet zeitgenössische Musik mit kulturellen, gesellschaftlichen und manchmal auch ganz alltäglichen Fragen und lädt dazu ein, Neues zu hören und Bekanntes anders zu denken.
Opus NULL
Luft von anderem Planeten
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https://www.icloud.com/iclouddrive/0f1wMWPraahbU9KzfpiTPXUMA#_Streichquartett_No.2,_Op.10_(Schoenberg,_Arnold)_-_Complete_Score
OPUS NULL – Folge: „Luft von anderem Planeten“
1908 zerbricht Arnold Schönbergs Welt. Seine Ehe gerät in eine tiefe Krise, sein Freund, der Maler Richard Gerstl, nimmt sich das Leben, und gleichzeitig entsteht eines der folgenreichsten Werke der Musikgeschichte: das zweite Streichquartett op. 10.
War diese Musik die direkte Folge einer persönlichen Katastrophe? Oder vollzog sich hier ein Bruch, der längst in der Musik selbst angelegt war?
In dieser Folge von OPUS NULL gehen Guy Speyers und Gerald Futscher der Frage nach, warum Schönbergs zweites Streichquartett weit mehr ist als der Beginn der Atonalität. Sie sprechen über den Skandal der Uraufführung, über das Verhältnis von Biografie und Komposition, über den Verlust der Tonalität und über die berühmte Zeile aus Stefan Georges Gedicht: „Ich fühle Luft von anderem Planeten.“
Was geschieht, wenn die Harmonie ihre bindende Kraft verliert, die Form aber bestehen bleibt? Ist dieses Werk ein Abschied von der Romantik oder bereits der erste Schritt in eine völlig neue musikalische Welt?
Eine Folge über Liebe, Verrat, künstlerische Radikalität – und über den Moment, in dem Musik beginnt, nach anderen Gesetzen zu funktionieren.
www.ensembleplus.at
Opus Null. Ein Podcast von Onsobo Plus mit Geis Beyers und Gerald Future.
SPEAKER_00Neue Musik und das Drumherum.
SPEAKER_04Ich glaube, was wichtig wäre, ist zu erklären, erstens, warum das für später folgende ist irgendwie. Wir haben einfach relativ viel gehabt. Wir haben auch eine Improvisation gehabt zusammen, was auch irgendwann oder ist bald im Spotify sein. Oder halt im Soundcloud und eventuell auch im Spotify. Die Idee ist, dass man so eine Art Album macht, nur mit Improvisations von Ensombo Plus, warum nicht. Vielleicht interessiert es jemand, so anzuhören. Wenn nicht, ist es mir auch wurscht. Aber ich finde, die waren alle drei, alle drei Konzerte waren so unterschiedlich und ja, ein extrem spannender Prozess. Und ja, ich hoffe, wir können das irgendwann wieder machen. Genau, aber das erklärt für mich ein bisschen, warum wir ein bisschen spät dran sind mit der Podcast-Folge, weil ja, es ist ziemlich viel zu tun, die Konzerte zu organisieren und natürlich Schulschluss haben wir und genau, solche Situationen, solche Dinge. Wir greifen zurück jetzt an der Folge von Form und wir würden jetzt Stücke aus dieser, dass wir damals in der letzten Folge eigentlich ist es, dass wir da thematisiert haben und sagen, ja, wir nehmen ein wichtiger Beispiel aus dieser Thema und reden darüber und vielleicht ein bisschen analysieren und versuchen, dass es nicht allzu akademisch wird. Oder?
SPEAKER_00Schauen wir, wie es wird. Und vor allem, wenn man es nicht anhören kann, dann ist ja schwierig, so eine musikalische Analyse ohne der Wahrnehmung. Der sinnlichen Wahrnehmung macht es meines Erachtens wenig Sinn. Ja, finde ich total. Und wir wissen ja nicht, wer da zuhört und kann nicht verlangen, dass man dann diese Dinge.
SPEAKER_04Partitour runterlädt. Oder wir dürfen auch nicht einmal sagen, welche Aufnahmen da man angehört. Oder man muss vorsichtig sein. Das sind so viele Rechte und so viele Probleme, das auftauchen könnten. Das ist dann, ja, es ist leider für unsere Liebhaberei ist es nicht drin, dass man sowas finanziert, muss ich sagen. Und ich finde es auch nicht, ich meine, ich hätte wahnsinnig gern die Komponisten und solche Leute da unterstützen. Oder die Künstler, das da mitgemacht haben. Aber die Frage ist, wie viel davon kriegen die eigentlich? Das ist dann das nächste. Ja.
SPEAKER_00Schwierig. Aber der Schönberg kriegt das so keine Tanthemen mehr. Aber sicher, das ist dann immer die Rechte der Aufnahme und so, aber es ist immer einfach schwer. Aber das ist natürlich das Hauptproblem jetzt für uns. Wenn wir über Schönberg zweite Streichquartet sprechen, dann muss sich das jeder halt selber irgendwo anhören. Weil sonst macht es wenig Sinn. Schwer genug so darüber zu sprechen. Also ich habe ein dickes Buch gelesen, 400 Seiten, Analyse, nur über dieses eine Stück. Und das spricht ja schon Bände, dass über ein Musikstück ein Streichquartet, ja klar, es sind vier Sätze, aber die sind ja nicht einmal wahnsinnig lang. Fünf Minuten, sechs Minuten, fünf Minuten, elf Minuten, so in dem Umfang dauert es. Und ich glaube, es gibt an die hundert Veröffentlichungen zu diesem Stück. Ich habe mal nachschaut, wie viele Veröffentlichungen gibt es über dieses eine Stück. Und wie viel man darüber schreiben kann und analysieren kann und forschen kann. Wie hat er das gemacht? Wie hat er das gemacht? Das ist ja schon erstaunlich, dass das geht. Also da sieht man schon, was für einen Gehalt so eine Musik auch hat. Sonst könnte man nicht so viel darüber schreiben. Also allein das sagt schon was aus, glaube ich. Und das klar, und das, wenn man jetzt andere Stücke hernimmt, da ist man mit einer Seite Analyse fertig. Auf zwei Sätze. Mehr geht gar nicht. Außer man geht dann auf den Text oder so. Das kann man schon auch machen. Aber das wollten wir jetzt hier eher weniger.
SPEAKER_04Ich meine, das ist Opus Zen, was relativ sein sehr frühwerk ist eigentlich. Das ist im Prinzip nachverklärter Nacht, was sein berühmtestes Stück ist, oder? Und vor Pieronaire, vielleicht kannst du das besser aussprechen, aber Pielonaire. Pierre. Pierre. Genau. Ja, was war er? 23 Jahre alt oder so, glaube ich. Wo er das geschrieben hat. Also 1908.
SPEAKER_00Ist das aufgeführt worden? Nur aufgeführt worden in Wien. War ihm mein Skandal damals.
SPEAKER_04Nee, aber davor war das in einem kleinen Rahmen, oder? Und das wollte ich auch einfach mal besprechen, oder? Damals haben die das auch so gemacht. Die haben das, die haben so eine Vor-Uraufführung gemacht, oder? Ein Hauskonzert, ja. Ein Hauskonzert im Prinzip zum Schauen, ob das wirklich ein bisschen besser, ob es funktionieren wird oder nicht, oder? Und dann haben die das im Bösendorfer-Saal gemacht in Wien, oder?
SPEAKER_05Okay.
SPEAKER_04Und da ist es dann zu dieser Skandal gekommen, wo wir auch schon erwähnt haben, oder? Genau.
SPEAKER_00Naja, warum? Ich habe da den Alessandro Bariccio, den kennen wir als Autor von, vor allem das Buch Seide von ihm, glaube ich. Und der hat ein Büchlein geschrieben mit dem hübschen Titel Hegels Seele oder die Kühe von Wisconsin. Hegels Seele, warum? Weil Hegel in seiner Ästhetik auch schreibt, dass Musik die Seele erhebt und so, darum Hegels Seele, das meint er. Aber das ist jetzt egal. Und der schreibt eben über diese Tragödie der modernen Musik. Der schreibt that this Elend genommen in 1908, in dem Jahr in dem Schönberg die Klavierstücke Opus 11 veröffentlicht. This is not rich. Dass er nicht weiß, nein, 1908 stimmt schon, aber Opus 10.
SPEAKER_04Da geht es los.
SPEAKER_00And man sieht einfach, darum is the streich so wichtig. Man said in these four sets, he began tonal, in V Small and entwicked in the ersten with these musicalism techniques that he had in a avancierte harmonic hine. Oder Reger. It bleibt aber immer auf das Tonale Zentrum fixiert. Was heisst das? Das tonale Zentrum. Das heißt, it is einfach einen Tone. When you have in Fis Mall schrift, then is this Fies the Tone, to demon all Tone in Beziehung traten. And the music am Ende of this Grundton enden. And the Schönberg war, why we unbedingt off this Tonal-Zentrum zurückkehren. Sondern was ist das? Was nehme ich wahr, was höre ich? And when I diesen Bezug sowieso nicht to dieser Tonalität, dann verlassen wir sie doch. This hat natürlich gewisse Implication mit sich gebracht, die klar revolutionär sind. And this was ihm selber schon auch bewusst, and offensichtlich auch vielen anderen. But that jemand in the channel who has this book described by Ricky, this is not so old. That's this so 1992, that has quasi began with this furnace, with this new music, with this at-tonal music, how many nennt. This is falsch. And it is not so wichtig welche and so what this is. And that comes either this. This Francisen nature. They held the DBC sehr hoch als Vorreiter der neuen Musik bis heute. Bei uns ist der Schönberg, and this Musikkritiker übernommen, and heute verwendet es jeder, ohne zu wissen, wovon er spricht. Weil an sich ist ein Blödsinn A-tonal. Was soll das heißen? Schönberg hat schon gesagt, ich komponiere auch nur mit Tönen. Was soll denn A-Tonal heißen gegen die Töne? Irgendwie Unsinn. Das könnte man dann von der Musik konkret instrumental sagen. Die arbeiten gegen Töne, weil sie mehr mit Geräuschen arbeiten. Dort wird es eher hinpassen. Aber wenn man es jetzt anhört, diese Streichwerte, die haben es mir jetzt mehrmals angehört. Also, natürlich schon gekannt, aber jetzt speziell auf das heute noch einmal, noch einmal gestern Nacht auch. Und es klingt für mich einfach wie, natürlich spät, aber romantische Musik. Also ich höre da nur romantische Musik. Genau. Und zwar wunderschöne romantische Musik. Und alles das, was die Musik davor auch gemacht hat, dass man ein Thema verarbeitet anders weiterspinnt and variiert. Und alles ist ja da. Das gibt er ja nicht auf. Also immer this riesen Aufschrei. Schönberg, wie furchtbar, and this artonale Zeug. I have the verdacht, the mean people this garage kennen, die so darüber urteilen. They hören this einfach nicht. And when man sich vorstellt, wie lange this by unsort gespielt wurde. Schönberg even so heard in the Orchestra in Wien, in the Profi Orchester, as Judiciary Scheiße tituliated. And I think this antisemitism for the King was the Nazi side so we start. And that we are a Vorurteil einfach weiterspinnt, and jeder can the beginning atonal, ah yeah, that is fur. Niemand weiß where the beginning kommt. Niemand hat so ein Stück auch je gehört, glaube ich. It was oft nicht gespielt. Also bis in die 70er Jahre, sagt der Göster Neubergert, hat man Schönberg in Graz nie gespielt.
SPEAKER_04Ja, ich meine, er war, ich glaube, er ist eher berühmt geworden, wo er geflüchtet ist in den USA, oder? So oft die Situation, oder? Der Prophet aus dem eigenen Land quasi, oder? Es ist so schade irgendwie, oder?
SPEAKER_00Ja, es ist einerseits schade und andererseits, ob man jetzt die Musik mag oder nicht. Es gibt auch Musikrichtungen, die ich jetzt weniger mag. Meistens nicht einmal Richtungen, sondern es sind dann einzelne Komponisten oder Musiker. Es gibt fast in jeder Musikrichtung, in jedem Stil gibt es tolle Sachen. Aber es sind dann halt einzelne Dinge. Und jetzt kann ja jemand sagen, okay, genau diese Musik mag ich nicht. Die gefällt mir nicht. Okay, das ist ein ernstzunehmendes Geschmacksurteil. Aber man muss dem gegenüber schauen, wie bedeutend ist er. Und die Bedeutung von einem Menschen ist immer dann, egal in welcher Sparte der jetzt arbeitet, ob die Welt nach ihm sich verändert hat. Das hat sich ganz sicher.
SPEAKER_03Absolut.
SPEAKER_00Das hat sich ganz sicher durch seine Arbeit. Er hat sich in der Musik ganz, ganz viel verändert und erneuert.
SPEAKER_04Aber man muss das Gehirn haben, das zu sehen, dass es möglich ist, dass eine Veränderung kommt. Und das hat man zu der Zeit in dem Fall nicht sehen können, oder? Aber hast du, ich meine, zu der Zeit hat er eine Lebenskrise gehabt, oder? Und ich wollte nur fragen, oder? Ich meine, seine Frau ist zusammengekommen mit einem Kolleg von ihm, oder? Sein Lehrer, das war sein Mallehrer. Aber die wurden. Das ist der Richard Gerstel, oder? Ja, genau. Der Gerstel war im Prinzip das Gleiche als Schönberg, aber nur von der Malerei im Prinzip. So quasi so gesehen als Avantgardist, oder?
SPEAKER_00Ja, genau. Also damals, das war ja, wenn wir es jetzt mal von dem Atonal wegkommen, dann könnte man einfach sagen, expressionistische. Genau, genau. Weil in der Malerei steht er, in der Musik noch weniger. Und da könnte man diesen ganzen schmarren atonale Musik ersetzen durch expressionistische Musik. Dann wäre das eigentlich, finde ich, einmal erledigt mit diesem blöden Atonal. Weil ich finde es so einen ungeschickt gewählten Begriff, der überhaupt nichts aussagt. Aber Expressionismus, da kommt man schon eher auch dem Schönberg nahe. Was er macht. Es ist dieser Ausdruckswille. Vom Schönberg gibt es auch ganz viele Schriften, die in verschiedenen Büchern zusammengefasst sind. Also nicht nur seine Lehrbücher, wie die Formenlehre oder die Formenlehre, die Harmonielehre, dann die vormbildenden Tendenzen der Harmonie, die zweite Harmonielehre quasi. Und dann hat er ganz viele Aufsätze auch geschrieben, die auch zusammengefasst sind. Und da kommt ja immer wieder dieser Ausdruckswille des Künstlers. Und das ist die Expressivität.
SPEAKER_04Aber glaubst du, dass diese Lebenskrise ein Frage für mich war, warum hat er genau dieses Werk jetzt ausgesucht, um diese Weg zu nehmen? Oder hat der Mut zu machen, zu haben das, was er im Kopf gehabt had, dann plötzlich auszuprobieren? Glaubst du, dass das etwas damit zu tun gehabt habt? Oder glaubst du, dass es rein eine academische?
SPEAKER_00Nein, nein, nein, rein academisch, das geht nie. Nee. Nein, das geht nie. Und ich glaube ja schon, dass man das streichquartiert, aber da bin ich mir jetzt nicht sicher und da bin ich jetzt auf sehr dünnem Eis, dass man es ganz klar aus seiner Lebenssituation lesen kann. Ich meine, dass seine Frau, das war so ein Reihenhäuser und der Gerstler hat einfach Tür an Tür gewohnt und seine Frau ist drüber gezogen zum Gerstler. Also die hat im Nachbarhaus gewohnt. Der hat sie jeden Tag gesehen. Das muss man mal ertragen. Und nicht umsonst, also wenn ich das jetzt so lese und dann zitiert er das Wiener Volkslied, wo du lieber Augustin, alles ist hin, dann liest ich das mal in erster Linie, denke ich mal an diese Situation. Absolut. Und weniger an das Zerstören der onalen Bezüge in seiner Musik. Also klar, man könnte auch sagen, jetzt haut er die Harmonielehre auch zusammen. Ja, genau. Aber das ist natürlich fast schon skurril. Und dann ich fühle Luft von anderen Planeten. Ja, genau. Ich habe das Gefühl. Aber gut, es ist ja wieder gut ausgegangen. Sein Schüler, der Anton Webern, hat sich sehr eingesetzt und hat es geschafft, dass die Frau dann wieder zurück zu ihm gekommen ist. Worauf sich der Gerstl dann umgebracht hat. Er hat dann so zitten. Ach, blöd. Das ist echt brutal. Also so gesehen ist in der Biografie da ordentlich zugegangen. Und natürlich geht es immer Hand in Hand mit künstlerischen Entwicklungen. Genau. Das glaube ich sicher. Das glaube ich ganz sicher. Möglicherweise ist nur der Mut, dann diesen Schritt zu machen. Den er sicher schon länger, er arbeitet ja schon länger in diese Richtung. Und es gibt dann Vorträge von Anton von Webern, der ich glaube 1932, 1933 in Vorträgen erklärt, wie es dazu kam. Und der das aber sehr akademisch einfach herleitet, wie sich diese Harmonien durch diese Akkorde, die vor allem dann verminderte Selbtakkorde, die vermehrt verwendet werden, die man auf vier verschiedene Arten deuten kann. Also da kann ich nicht mehr sagen, dass dann dieser Ton auch zugehörig, sondern da kann ich von einem so einen Akkord gleich in vier mögliche Richtungen gehen. Oder der übermäßige Dreiklang. Der kommt ja ständig vor. Der kommt ja auch in diesem Streichquartet, ich höre ihn ja andauernd. Das ist unvorstellbar. Also ich glaube, das erste Mal, wo ich so die Musik dieser zweiten Wiener Schule gehört habe, war bei mir, ich habe dann daheim am Klavier herumprobiert und so, und es kamen immer nur übermäßige Dreiklänge bei mir heraus. Also das war der Haupteindruck bei mir.
SPEAKER_04Oder wo er dann quasi der erste war, wo ist, dass wirklich alle vier Stimmen dann eigene Wege gehen, oder dass da eben nicht dieser Anhalt an diese Harmoniestruktur ist, oder wie beim Beethoven and Wozak und all, die davor waren. Da ist immer diese Richtung. Alle gehen in einer, and three Stimmen begleiten im Prinzip immer eine. Und das ist das, was er wirklich ganz anders gemacht hat, where these four stimmen eigene sind. Und jeder ist genauso wichtig wie jeder andere.
SPEAKER_00Genau, aber this is in seinen Aufsätzen und so immer wieder auch seine Verehrung für Johann Sebastian Bach. This muss man sehen, dass er schon stark von dort herkommt. Also er geht quasi in der Tradition zurück, über die Wiener Klassik zurück, wo die polyphone Musik einfach noch stark da war, bevor der Adel quasi das Oder übernommen hat. Also ich glaube, dass diese, ich habe das Gefühl, nach dem Bach geht es dem Bach ab. Es kommt so ein extremer Verfall. Sagen wir mal, zumindest des intellektuellen Inhalts in der Musik. Und mich hat oft erstaunt, die frühklassik, da geht es los. Und die Klassiker, ich meine mit Ausnahme natürlich, aber im Großen und Ganzen, auf einmal sind wir bei 145. Da sind wir auf dem Niveau von einem Volkslied. Und die wirklich erfolgreichen Sachen, selbst bei Mozart, sind genau dort. Und die haben mir überlegt, wie das passieren.
SPEAKER_04Yeah, I mean, perfection is the problem, oder? We have this erwin, that a lot of Geiger, what this is, or what man is not since 1600. This is a perfectionist or a perfection instrument. And I think this is the same thing. Manuel to verbess, but Nicht verbessern, nur man versucht, das eine andere Mittel zu finden, um neuer Stimmstock, nicht einen neuen Stimmstock, neue Seitenhalter. Aber das hat nichts mit der Form of the Instrument oder so, oder? Und ich glaube, das ist etwas, wo alle irgendwie diesen Respekt haben for Bach to sagen, er hat es eh perfectioniert. Was soll man jetzt machen? Und die versuchen einfach nur, glaube ich, eine other perfection zu.
SPEAKER_00Yeah, most. For me war es dann irgendwann, ich weiß nicht, but it's the arbeite gewechselt. Bei March is this week. And that is relatively easy if the folk this gefelt or not. This is vulnerable. And then it's the Adel. And the Adel, I mean, this war ein dekadentes oft ziemlich. Dann war der Show wichtig. Und die waren ja auch. Oder der Academy, aber ne? Teilweise wirklich blöd wie die Nacht. Ich meine, da sind ja Typen herumgesprungen unter diesen Adeligen, die waren einfach doof. Und wenn die dann Musik bestellt haben, die wollten, dass es gefällt. Das heißt, man muss jetzt plötzlich auch anders komponieren. Man musste was machen, das eben, also Dreifangsterlegungen, die kann jeder sofort nachpfeifen. Und das war dann plötzlich das Niveau.
SPEAKER_04Ja, und dann die akademischen Komponisten haben einen Weg zu finden müssen, um das gängig zu machen irgendwie, oder? Aber ich meine, die haben dann schlussendlich viel mit der Form gearbeitet. Die sollen alle froh sein, dass Bach kein Streichkotetten geschrieben hat. Stell dir vor, wie genial.
SPEAKER_00Genau, aber ich glaube, dass der Schönberg dazu anknüpft, dass er diese vier Stimmen dann so eigenständig führt, weil es einfach wirklich vier Stimmen sind, selbstständige Stimmen, die sich zwar natürlich imitieren und sehr miteinander verknüpft sind, vom Material her. Das muss man nachher noch reden, das Material ist ein ganz eigener Begriff bei Schönberg. Auch er spricht von Logik sogar. Also es gibt eine eigene Logik, was natürlich nichts mit der sogenannten philosophischen Logik als Disziplin to do hat, sondern er meinte so umgangssprachlich these logischen Verknüpfungen. And he spread from musicalisch. And then analysiert er how gedanks are with another. And he meant not even more musicalism, but he believed when they were and where nice they are. It is like when a team of the four ganks in the or a nice element comes, and this error of the music. This feels funny. And the material is the tone, also a motivation or a sats or a phrase, which he then hold her nimmt. This variant by him auch. Also a übermäßiger Dreiklang, also a Klang aus zwei großen Terzen übergeschachtelt, can he in many Richtungen deuten und auflösen anders gehen. And dadurch kommt er natürlich sehr schnell raus von egal wo er begonnen hat. Auch wenn er jetzt in seinem kurz, wir wollen ja über Streich von der Drehmann, wenn er ein Fies mal beginnt, er braucht, glaube ich, elf Takte oder was, and er ist in F. Yeah, genau. Und dann das Erstaunliche vom Ganzen, wenn man das ganze große Form anschaut, der letzte Satz endet dann tatsächlich in Fies Tour. Man sagt zwar da ist der Bruch, die Adonalität, das blöde Wort. Er macht genau das, was Bach zum Beispiel in seiner Fuge, in seiner letzten Fuge from Volta Emperor and Clavier, mit H-Mall begins, and then after the Tour Dominante ended. And inzwischen kommen all the other zwölf Söhne tatsächlich. And beim Schwimmberg, that begins in the Moll and ended in the self-ton, but in the same tatsel Grundton. Also ganz so weg geht er dann doch noch nicht.
SPEAKER_04Aber das ist interessant, oder? Weil du, ich meine, das, was ich jetzt als nächstes ansprechen wollte, war das Streichquartett als Form irgendwie. Und es ist interessant, weil eigentlich hat er dieselbe Arbeitsprozess genommen wie Beethoven. Beethoven, man kann sein ganz Kompositionskarriere durchgehen und das sind immer Frühquartetten, mittlere Quartetten und Spätquartetten. Er hat diese Besetzung immer genommen als quasi Königsdisziplin. Und das ist eine ähnliche Geschichte beim Schönberg. Er hat am Anfang, das ist sein zweiter Streichquartett. Das erste war einfach wie eine Art Studium-Fame, oder? Gleich wie Opus 18 von Beethoven. Das war einfach eine Art, kann ich das so gut wie Mozart and Haydn. Yeah, kann ich, oder? And then blöds it is a riesen, and man mached his eyes. But this is interessant, what you say is an übing on it, was Bachet. So we have in principle a lot, he made his eyes with jemand wie Bach and Beethoven combined. I know, vielleicht is this Quatsch. But I glaube nicht, dass er so blöd war, dass er this auch nicht probieren wollte. That was wahrscheinlich schon kalkuliert.
SPEAKER_00Das war kalkuliert. Bei ihm ist alles kalkuliert. Und das wirft man ja auch oft vor, dass das konstruierte Musik wäre. Also da finde ich auch jedes Mal zum Schreien lustig. Wie würde denn bitte nicht konstruierte Musik ausschauen? Na gut, dann können wir improvisieren. Das kann man machen. Ja, genau.
SPEAKER_02Was auch Spaß macht.
SPEAKER_00Das macht Spaß, tun wir gerne. Aber jede Komposition ist bitte selbstverständlich konstruiert. Und zwar hoffentlich gut. Oder wenn ein Architekt ein Haus bauen lässt und das ist nicht konstruiert bis ins letzte. Die Hütte möchte ich nicht sehen. Wie lange bleibt es stehen? Natürlich muss das Ding konstruiert sein. Ja, sicher. Und das sieht man ja schön in diesem Streichquartet auch, wie ins kleinste Detail hinein. Wie überlegt das gemacht ist. Und das finde ich schon toll, wenn man das sieht.
SPEAKER_04Ja, es ist echt spannend. Und ich würde versuchen, schon einen Link zu einer Partitour in dem. Ja, das kann jeder selber finden. Natürlich, aber ich würde das schon, glaube ich, ein PDF reinstellen irgendwie und dann können Leute das selber anklicken, wenn die wollen. Das darf ich. Das ist schon erlaubt. Weil das ist ein freier Dings mittlerweile, ja.
SPEAKER_00Ja, und weil ich angesprochen habe, das Wiener Lied, der Text, das kommt ja im zweiten Satz schon daher. Also ohne Text, sondern er zitiert nur diese Melodie und verändert sie dann auch gleich ein bisschen und spinnt sie weiter. Aber dann, und das ist jetzt auch neu für ein Streichquartet, dritter, vierter Satz mit Gesang. Und dann nimmt er Stefan George her. Und die Gedichte, die wollen wir jetzt nicht unbedingt vorlesen, weil ja könnte man, aber muss nicht sein. Muss nicht sein.
SPEAKER_04Da sind die schon vorhanden, falls du die lesen möchtest, vorlesen möchtest, aber ich lese die nicht vor.
SPEAKER_00Kann auch jeder selber lesen. Genau. Und vor allem, wenn man es sich anhört, und das würde mich interessieren, weil auf das habe ich extra gestern Nacht noch einmal gedacht, das muss ich nochmal, ich muss mir das nochmal anhören. Und ohne dass ich die Partitur in der Hand habe und da mitlesen kann, wie wirkt das einfach? Ich möchte einfach mal hören, was verstehe ich vom Text. Und es ist sagenhaft, wie wenig man tatsächlich versteht. Ja, genau. Aber das ist oft so, oder? Das ist immer eigentlich. Und wie oft wird Komponisten vorgeworfen, man versteht den Text nicht. Aber spielt das irgendeine Rolle? Ich glaube nicht. Ich glaube, es ist völlig versteht. Ich habe sogar im vierten Satz im Streikett lang nichts verstanden. Man denkt, ich singt da, singt er. Auf einmal höre ich Gluten. Und ich denke mir, Gluten? Glutenintolerant. Es ist wirklich eigenartig, obwohl es ein deutscher Text ist. Und es sind ja nur vier, drei Instrumente. Und die Sänger müsste ja locker durchkommen. Ich verstehe es trotzdem nicht. Und komischerweise, ich will es auch gar nicht unbedingt verstehen. Denn wenn ich den Text will, kann ich das Gedicht ja vorher lesen.
SPEAKER_04Ja, das so sind wir, glaube ich, aber das sind viele andere Zuhörer oder Leute, die ganzen Schubert Theater-Leute und so, oder die wollen wirklich den Text verstehen immer.
SPEAKER_00Die schlechten Texte, die der Schubert genommen hat.
SPEAKER_04Das sind anstraubende Gedichte, die er verdotet. Jeder kennt eigentlich die Gedichte, oder die haben sicher alle die Bände gelesen. Alle Gedichte and all, oder? Und das schönste ist der Disco immer, oder? Und der Disco versteht man auch nicht alles, was er singt, oder? Obwohl das the schönste war, oder? Ich finde immer die bestation ist immer die Jesse Norman, and she is Deutsch, oder? This is so amerikanischer Sängerin, and she versteht man am besten immer, oder? Ich finde das immer so herrlich. Aber ja.
SPEAKER_00Das hat man zu denken gegeben, dass man das einfach sehr schwer verständlich ist. Und trotzdem ist es wichtig, die Sprache wichtig, weil sie auch Klangfarben macht, auch durch diese ganzen Vokale, die unterschiedlich daherkommen und so. Das macht ja schon auch was aus.
SPEAKER_04Meine Frage ist, ist das jetzt ein Quartett oder ist das ein Quintett?
SPEAKER_00Ja, für mich ist es eigentlich kein Streichquartett mehr, sondern für mich ist ein Quintet. Also das habe ich ganz komisch gefunden, dass man da sagt, das ist ein Streichquartett. Und es kommt jetzt halt ein Sängerin dazu. Kann ich nicht mehr sagen, das ist ein Streichquartett. Oder es ist seltsam.
SPEAKER_04Ja, das ist halt, ich habe mich auch oft gefragt, oder ist das wirklich, warum sagt man, dass es ein Quartett ist? Aber auch diese Bearbeitungen von Reimann, dieser Schubert-Leader und Mendelssohn-Leader, da sagt man auch Streichquartett mit Gesang, oder? Das ist halt. Aber ja. Es ist lustend, glaube ich, wurscht. Aber genau, und das ist dann ein Grund, glaube ich, warum er diese Idee mit Gesang gehabt hat aber eigentlich vom Maler, oder? Muss man sagen, dass der Maler Gesang dazu gebracht hat in dem Dritter und alle dritter und vierter Symphonien. Ich glaube, das war einfach so seine Idee, jetzt zu sagen, ja, ich mach das jetzt auch einmal und schau mal, wie es funktioniert. Und das hat gut funktioniert. Es ist mittlerweile relativ oft, dass es vorkommt.
SPEAKER_00Ja, und das ist wirklich schön anzuhören. Das ist ja das Erstaunlich. Und er macht ja, wie gesagt, es gibt ja eigentlich außer diesem internen, möchte ich mal sagen, fast akademischen Revolution. Weil ich glaube nicht, dass das viele hören. Der Unterschied zwischen einem Max Reger and dem frühen Schönberg. Das ist glaube ich nicht viel anders. Und jetzt auch von den Spieltechniken her, man verwendet einmal am Steg zu spielen, diese kleinen Sachen, wenn es eben da der Hauch from anderen Planeten oder bei solchen Dingen.
SPEAKER_04Yeah, and Flashellets, Flashletten, but this is normal.
SPEAKER_00Was mich erstaunt, is the Pizzicati, it kommen gerade zwei, drei.
SPEAKER_04Yeah, genau.
SPEAKER_00And they are so an toll, that it's a riesen überraschung, when it's plötzlich.
SPEAKER_04So, erweiterte Spieltechniken sind wirklich sehr wenig. But for me, was interessant is, is that we aren't from Schurnberg, that we're these haupts-stimme, nebenstimmen, and that to this time was not clear. I think this is April 20 or so, what they had angefangen. And nature gives nachbearbeitete Versionen von verklärter Nacht and so, wo es dann alles drin steht. But by this streich, I have gesucht, oder ich habe kein Beispiel von Hauptstimme, Nebenstimme. Weil ich glaube nämlich, dass er selber gewusst hat, dass es eine klare Situation war irgendwie, oder? Und die verklärte Nacht, das ist erklärbar, dass er eine Orchesterversion draus gemacht hat. Und er wollte einfach, dass es klar stellt und dass das Stück so oft gespielt wird. Das war ihm schon klar, dass er das selber überarbeiten musste, oder? Genau, ja, aber das war für mich auch interessant, weil ich habe die ganze Zeit auch gesucht, ja. Also, normalerweise schreibt er die Flagolet-Töne ja genau, wo man die spielen muss. Und das ist immer ein, das macht mich immer wahnsinnig, wenn man, wenn ich Schon wegspiele, er schreibt immer der Okta oder The Violinschlüssel dazu. In meinem Fall steht immer der Violinschlüssel dazu und welcher Ton da, wie es klingen soll. Das verschiebt sich so alles mit dem Spielen. Und mittlerweile, wir können die Töne einfach schreib's einfach und. Fertig. Aber zu der Zeit, ich glaube, das war wirklich.
SPEAKER_00Das hat man so notiert, das hat man seit Instrumentationslehre beim Berleost, der gibt es noch so an. Und da haben sich einfach alle dann daran gehalten. Ohne dass es andere viel einfacher Schweiweisen gibt. Genau. Klar, aber das ist gut, die waren so selten zu der Zeit. Das waren ja ganz spezielle, selten verwendete Effekte.
SPEAKER_04Ja, man muss auch sagen, er hat auch teilweise echt verrückte Flagolet-Griffe genommen in seine späteren Werke. Oder das Streichtrio, was wir vor zwei Jahren gespielt haben, glaube ich. Das ist ziemlich krass, was er da manchmal verwendet. Und das ist nicht so viel später, glaube ich, das Streichtrio als das. Aber ja, ich glaube, Opus 24 oder so. Keine Ahnung. Kann mich nicht mehr erinnern. Aber ja. Auf jeden Fall ist es immer spannend. Ich rede ein bisschen über Spieltechnik oder wie man das ist. Aber ich bin immer erstaunt, wie viel my, oder nicht collegen, or so, aber ich merke oft when people in a group sit or in an orchestra sit, or so, and then let's say whether you like a H or N. And they wanna know what it's what Haupt Stimma and Hebrews are. And I think, hey, how quiet are we just, that these are the spawned, and this could get to this, what you at the time that they not wanna know what happened to him between, or that they spoke and kinda had this error, but it should self sein, but it went to that, which it had too many gespield, or it had too many gespields. Aber die haben vorher das nie gespielt. Und das ist der Berliner Philharmoniker. Und das ist unglaublich gut angekommen, oder? Das war ein riesen Wirbel in dem Saal nachher, oder? Und das finde ich irgendwie so schade, dass das so passiert.
SPEAKER_00Aber so ist das. Jetzt zu dem Büchler von Baricchio. Also der argumentiert ja, also da wäre das passiert. Und er sagt dann, und warum machen die so eine scheiße Musik, die niemand interessiert and niemand mag. Und vor allem das Hauptproblem, sagt er, is that the hair, also the music, a rule of the dialect between vermuting and awithering. And that just not, where it's a harmonic, clear system had in traditional sense, is this an earlier music. Dialectish system of awarting and awithering. I mean, what left there? And he argumented not that this quasi as reaction to the Krieg. And then these Componists, many of Luigi Nono, who was these Sud-American Widerstands, who had so, but they such this not krampha zusammen, but it was his political party Italiens. We read here from 1908.
SPEAKER_04Das war wahrscheinlich ein absoluter überprivilegiertes Leben, Lebensqualität, oder? Ich meine, da kannst du nicht sagen, dass er jetzt da aus irgendeiner Drecksituation versucht hat.
SPEAKER_00Vor allem, also diese Erfahrung des Krieges, das war ja gar nichts. Aber wie oft habe ich das Argument gehört? Auch von jetzt lebenden sogenannten Komponisten. Sind ja keine in meinem Sinn. Aber die behaupten, jetzt hör doch auf, so widerliche, grausliche Musik zu schreiben, weil das ist ja schon lange. Hallo, niemand schreibt die Musik wegen irgendwelcher Erfahrungen aus dem Ersten oder Zweiten Weltkrieg. Und wenn man so argumentiert, das finde ich doch irgendwie, und dann noch mit der hegelischen Dialektik daherkommt, das ist schon ein bisschen erbärmlich.
SPEAKER_04Ich meine, das ist jetzt auch interessant, oder wenn wir, wenn wir jetzt überlegen, vor wie vielen Jahren war das jetzt, wo wir diese Texte und Töne Ausgaben von Texte und Zöhne gemacht haben, wo es an dem Pogrom-Tag passiert ist, oder? Fast keine haben musikalisch geschrieben, dass es dann in dieser Richtung gegangen ist, irgendwie, oder an der Vergangenheit gedacht. Da waren oft Texte dazu, oder da waren Sachen, wo es thematisiert geworden ist. Aber musikalisch wird man niemals sagen, dass es dann in dieser Situation gedacht war oder so. Und das finde ich auch, es stimmt hundert pro, was du sagst, oder? Es ist rein einer.
SPEAKER_00Ein Argument ist einfach völlig daneben, daneben zielt. Und auch diese Erwartung und Erfüllung oder Erwartung und Überraschung. Und er argumentiert dann, das könnte man eben in einer Kadenz, wird die Erwartung quasi befriedigt. Dann denkt man, was für ein Armleuchter, also was für ein billiger Musikgeschmack. Wer will denn heute noch eine Kadenz hören? Es ist ja wirklich jenseits, aber wie kann man? Alessandro Barricchio, sonst ein toller Schriftsteller.
SPEAKER_04Aber so ein schöner Abschluss zu einem Stück, eine wunderschöne Kadenz, das ist so erleichtern und erleichternd, oder nicht?
SPEAKER_00Ja, es kommt darauf an. Historisch ja. Wenn wir zurückgehen und das historisch betrachten, okay. Aber warum will man an sowas festhalten? Das ist mir nicht begreiflich. Wie lange soll man das noch machen? Das wird doch Fahrt, nicht? Wir müssen ja was ändern, sonst wird es ja langweilig. Und das verstehe ich nicht. Auch der Vorwurf, warum muss der Schönberg jetzt da was ändern? Ist er mit dieser Harmonie, er argumentiert dann auch der Barricchio, die Sprache muss mich ja auch nicht ändern, um neue Inhalte zu transportieren. Ja, das kann er machen. Aber die Musik ist eben keine Sprache. Das ist eben der Unterschied. Aber das gespenstert auch immer so in den Köpfen herum. Die Musik, die Sprache der Seele, kann man so sagen, als Bild. Aber es ist keine Sprache, die Musik. Weil sie benennt nichts außer sich selber. Und es ist einfach ein Mittel which the world communication can, but not what a spray machine. This machine. The music spreads not about your eye inhales. And when the Schönberg spread from musicalism, then the gedanke: kleine terts, punktierte Achtel and Sechzehnt, Quint Sprung to Open. This is a musicalischer Gedanke. And then the punktierte Achtel und Sechzehntel macht er in the next day a Viertel früher or a Viertel später. Solche Dinge. Da arbeitet er mit dem musicalischen Material, and that is for him the Gedanke. And this is not außerhalb dieser Verhältnisse der Töne zueinander. And schon gar nicht so ein übergestilltes 1 für 5-Denken oder so. Völlig bescheuert.
SPEAKER_04Ja, ich meine, ich finde das immer lustig. Alle würden sofort sagen, das ist Zwölfter Musik, oder? Aber es ist noch nicht so weit.
SPEAKER_00Das ist kein Zwölfter Musik.
SPEAKER_04Zwölfter Musik kommt erst viel später.
SPEAKER_00Ja, genau.
SPEAKER_04Das kommt erst in die Details. Aber es wird automatisch alles von Schönberg, außer verklärter Nacht, wird dann gesagt, dass es Zwölfter-Musik ist. Aber das ist eigentlich ein spätromantisches Stück. Es ist nur, was es so berühmt gemacht hat, ist, dass er dieser Gesang dazu gebracht hat und er fängt an, wegzukommen von dieser traditionellen.
SPEAKER_00Die Tonalität verlässt. Im vierten Satz, es gibt keine Vorzeichen mehr. It's aber nicht C Dur natürlich. Also traditionell keine Vorzeichen mehr, C Dur, einmal, kann man schauen.
SPEAKER_04Aber sofort, dass du das spielst, irgendwo, dann hört man genau, wo man sich nicht mehr so gut ist.
SPEAKER_00Sofort beim ersten Akkord ist klar, okay, das hat damit gar nichts zu tun, sondern er bewegt sich jetzt außerhalb, wobei er ja nicht immer so ist. Es kommen ja Passagen vor, die sind durchaus in diesen traditionellen Harmonybezügen gedacht. But eben nicht nur. Und ich glaube, das Tolle darum ist an dem Streichwirt, weil man sieht den Weg, weil er es genau vorexerat. Wir startet noch ganz harmonisch in einer traditionellen, fast traditionell can we should not say, zuerst geht er in halb, then in klein secondes, in the next day in gross seconds. And now this understand the interval from the first to the twenty talk was then thematized, the in verschiedene Stimmen. Also this was the material, which am I in this gedanken, in this musicalism verwended, this was transformed and damit arbeitet er weiter. And klar, da führt er schon alles Mögliche vor, was er kann. Aber im Verlauf des Stücks geht er immer weiter weg von diesen tonalen Bezügen. Und da sieht man quasi im Kern, da kann man zuschauen, wie sich das entwickelt.
SPEAKER_04Das macht diese Jahren oder diese zwei Jahre, oder?
SPEAKER_00Und das macht es so toll, dass man quasi dort diesem Schritt genau historisch beobachten kann, wie macht er das.
SPEAKER_04Ich finde das so, wie du vorher gesagt hast, mit der Logik, oder? Dass es so, und es wird immer so gesagt, dass die Stimmen haben eine eigene Logik oder Eigenlogik. Und ich finde das bei diesem Werk quasi, dass es nicht sofort irgendwie alle Stimmen haben diese eigene Logik haben, aber es ist dann diese eben wie diese Entwicklung von erster Satz bis zu vierte Satz, es entwickelt sich der ganze Weg durch, irgendwie, um mehr seine Stilrichtung zu entwickeln. Das finde ich auch so spannend, oder? Und man hat die Dramaturgie von seiner vier Sätze von dem Streichquartetform, aber zusätzlich ist dann diese emotionale Rollercoaster, wie sagt man, Achterbahn, in sein persönliches Leben, wo durch die Texte kommt, wo er dann auf dem Planet ist auf verschiedenen Planeten oder so, wo er total ratlos ist, irgendwie.
SPEAKER_00Wenn er sich auflöst. Einmal kommt einmal in Töln. Und genau das tut er. Ja, ja, absolut. Er löst sich auf in Tür.
SPEAKER_04Er löst sich aus, ja. Ich finde, es ist ein absolut Meisterwerk, finde ich. Für die Zeit, wo es geschrieben war, oder? Und darum sind wie viele Bücher darüber geschrieben?
SPEAKER_00Ich glaube, es gibt mal das so nachgeschaut, geschätzt 100 Veröffentlichungen. Genau. Ah, also ernst zu nehmende Literatur, tatsächlich sind tausende von.
SPEAKER_04Nicht alle haben falsche Obuszahlen drin. Ernst zu nehmen. Also, nee, aber ich meine, wir haben jetzt kurz darüber geflogen in the letzten Folge über Form und alles, oder? Aber ich gehe davon aus, dass wir jetzt in the next folgen of this podcast werden wir. Ich meine, für mich, ich war auch selber überrascht, über wie stark das für ein Werk ist, muss ich sagen. Ich gehe davon aus, dass das in the next genauso wird. Where ich da sitzen würde anders, hoi, echt, this is echt a number größer als das, was ich gedacht habe, oder? Und darum ist da so ein riesen Skandal oder ein Riesen. Ja, die haben etwas erfunden. Und darum ist das so wichtig, oder? In meiner kleinen Welt ist das so wichtig irgendwie, oder? Weil was kommt nachher? Das wird echt spannend.
SPEAKER_00Aber das ist ja Schönberg sagt selber: wenn man was schreibt, muss man ja was Neues schreiben. Wenn man was sagt, muss man was Neues sagen. Weil nur Altes zu wiederholen geht ja nicht. Also klar, jetzt im Alltagsleben wiederholen wir sehr viele Dinge ständig. Aber für eine künstlerische Beschäftigung kann ich ja nichts wiederholen, was andere schon gemacht haben. Das wäre ja unsinnig. Also da kommt das erste Mal, was Komponisten auch vorgeworfen wird. Dieser Drang, immer irgendwas Neues zu machen. Ja, muss man ja. Anders geht es ja gar nicht. Wer will sich immer das gleiche anhören? Niemand.
SPEAKER_04Also für mich jetzt zusätzlich dazu zu sagen für diese Podcast-Folge, ich finde es wäre ganz wichtig, dass die Leute das wirklich das Stück anhören und versuchen wirklich the Party Tour anzuschauen. Weil es ist schon spannend, das anzuschauen und sehen, genau wie er das gemacht hat. Und vielleicht dann ein Stück von später auch immer anzuschauen und schauen, wie er sich wirklich dann weiterentwickelt hat. Es ist extrem spannend. Und man merkt, man sieht einfach genauso warum das so ein Hype über dem Schönberg, oder? Und warum es wirklich ist.
SPEAKER_00Einfach was er ausgelöst hat. Dass ich das plötzlich okay, haben wir gesehen, okay, es gibt da gibt es eine neue Welt zu erobern. Also gibt es ganz was Neues, weil viele waren ja sicher ratlos. So, was machen wir? Spätromantik, wir haben alle Korngold, Maler, die großen Sinfoniker. Wie soll man den jetzt weitermachen? Wir sind erschossen. Und dann braucht es eine zündende Idee. Ja, genau. Und das hat unwahrscheinlich was ausgelöst. Das darf man nicht vergessen, was das bewirkt hat.
SPEAKER_04Und vor allem, wie schwer es ist, so eine Idee zu haben. Das ist das, was Leute nicht verstehen. Das ist echt verrückt. Auf die Idee zu kommen, wirklich to sagen, this is just this.
SPEAKER_00Under the mood to have, that man sagt, ich brich jetzt mit der Tradition. Das ist wahnsinnig mutig. Man stellt sich da vorne hin und sagt, Moment, du verlässt jetzt, da haben wir jetzt drei Jahrhunderte alle auf diesem System gearbeitet und du, Frecher, depp, sagst du, wir machen das jetzt anders. Und dann vor allem in Wien. Und den Mut muss als Jude. Den Mut muss haben. Aber der Maler hat ihn relativ gut, der hat die Hand über ihn gehalten. Ja, ja. Der hat zu ihm gehalten, der hat ihn auch finanziell unterstützt. Der Alma war das gar nicht recht. Wenn der da wieder angeschluft ist und irgendwie Unterstützung gebraucht hat. Sicher. Und Schönberg hat das ja, der hat sich das angeeignet, der hat einfach ein paar Touren studiert. Der ist nicht irgendwo gesessen und hat einen Lehrer gehabt, der haben gesagt, mach das so, mach das so, mach das so. Sondern er hat einfach geschaut, wie haben die das gemacht? Wie ist das gebaut? Das finde ich auch erstaunlich.
SPEAKER_04Ja, total.
SPEAKER_00Das ist sicher der beste Weg, aber das macht man eh auf den Hochschulen, oder? Dass man als Kompositionsstudenten nicht anweist, mach so, mach so. Sondern schaut die Partitur an, schaut, wie der das macht oder schaut, was der da tut. Das ist das Spannendste einfach. Und auch eben historisch, wenn man zurückgeht. Wenn man schaut, okay, was war der Punkt hier? Welche Schrauben hat der gedreht? Das ist echt interessant.