Dancefloor Diaries Vienna

Interview mit Adi Baba - 10 Jahre Journey to Tarab

Corala & Miss Undertaker Season 1 Episode 7

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📀🎙️ Neue Folge online
In dieser Folge ist Adi Baba bei uns zu Gast und nimmt uns auf ihre Reise durch ein Jahrzehnt aktives Mitgestalten der Wiener Clubkulturszene mit. Dieses Jahr feiert Journey to Tarab ihr 10-Jähriges bestehen, ein Kollektiv, das die Wiener Club- und Festivalkultur stark mitgeprägt hat.

Adi war von Anfang an Teil von Journey to Tarab. Im Podcast erzählt sie von den Herausforderungen von großen Kollektiven, was es heißt ein Festival auf die Beine zu stellen und davon, wie viel Organisation, Verantwortung und Idealismus hinter solchen Projekten steckt.

Außerdem sprechen wir über Adis Lieblingsgenres beim Auflegen, ihre Arbeit bei der IG Clubkultur und bei Radio Orange, Dynamiken innerhalb der DJ-Szene und darüber, wie aktuell & problematisch patriarchale Strukturen in der Clubkultur bis heute sind und was wir dagegen tun können.

Wir sprechen über:

✨ 10 Jahre Journey to Tarab

✨ was es braucht, um unabhängige Kulturprojekte umzusetzen 

✨ DIY Raves, Festivals & organisatorische Herausforderungen

✨ internationale Kollaborationen & Community-Arbeit

✨ male mindsets & männlich dominierte Strukturen in der DJ-Szene


🎧 Jetzt anhören – Link in Bio💌 Feedback oder Themenwünsche? Schreib uns!
Adi Baba könnt ihr übrigens am 04.06. gemeinsam mit Mareia bei einem B2B-Set am TÜWI Sommerfest hören 🌞


#dancefloordiariesvienna #journeytotarab #clubculture #viennanightlife #festivalculture #diyculture #djculture #nightlife

SPEAKER_02

Hey, willkommen zu unserem Podcast Dance Floor Diaries in Vienna.

SPEAKER_00

Ich bin Corala und ich bin Miss Undertaker. Und gemeinsam gründen wir das Wiener Nachtleben. Informativ, ehrlich und spicy aus verschiedenen Sichtweisen.

SPEAKER_02

Hallo und herzlich willkommen to Dance Floor Diaries Vienna. Ich bin Corolla and bin here with Adi, die heute unser Interviewgast is. And Adi war ganz lange oder ist immer noch bei Journey to Tarab dabei und hat Clubkultur viel mitgeprägt in Wien. War auch bei der Interessengemeinschaft Club Kultur dabei. Und ja, danke, dass du da bist heute. Ich freue mich sehr auf das Interview. Vielleicht magst du dich einfach dich kurz vorstellen, was du gemacht hast oder aktuell machst.

SPEAKER_01

Ja. Hallo, liebe Corolla. Danke für die Einladung. Ich freue mich sehr hier zu sein. Und in deinem Podcast, in eurem Podcast, interviewt zu werden. Danke. Ja, mein Name ist Adi, mein DJ-Name ist Adi Barber. Und ich würde sagen, dass ich ungefähr seit elf, zwölf Jahren so in der Clubkulturszene unterwegs bin. Wir haben vor genau zehn Jahren, more or less, Journey to Tarab gegründet. Und da war ich von Anfang an dabei und war außerdem dann eben, wie schon erwähnt, bei der IG Club-Kultur viel dabei. Wir haben auf, und die Sendung läuft sogar auch immer noch, ich bin da nur nicht mehr aktiv, auf Radio Orange die monatliche Sendung Clubresonanzen auf die Beine gestellt und sehr viele spannende Inhalte da präsentiert. Gerade aktuell sind wir mit Harab ein bisschen in Ruhestand gegangen. Das heißt, aktuell organisiere ich nicht mehr so viele Partys. Ich lege ab und zu noch auf und freue mich weiterhin, tolle Raves zu besuchen.

SPEAKER_02

Ja, man hört, du hast wirklich viel gemacht und eben mitgestaltet. Und ich hatte ja das Glück, auch in dieser Phase Raverin gewesen zu sein, und das so ein bisschen mitgekriegt zu haben, wie sich das entwickelt hat. Journey to Tara vor allem. Und ja, das ist ja eigentlich mit so einer neuen Musikrichtung damals entstanden, die wegging von dem Haus und Techno, was man vorher kannte in Wien, sondern ein bisschen mehr melodischer und langsamer wurde. Downtempo war auch viel dabei, Organic House, kann man sagen. Und das finde ich eben voll spannend, dass ihr da gemeinsam mit anderen Kollektiven, wie eben Heimlich und Tanz durch den Tag, wie du schon erwähnt hast, vorhin im Gespräch, so eine neue Bubble aufgemacht habt in Wien. Wie war das für dich? Oder wie könntest du beschreiben, dass sich das so ergeben hat, also durch die Musik ein neues Kollektiv ins Leben zu rufen und so eine neue Bewegung, die es vorher nicht gab?

SPEAKER_01

Ja, ich finde es ein bisschen schwierig, das zusammenzufassen, weil ich glaube, das kommt aus unterschiedlichen Richtungen. Das eine ist mal so das, was aus der Bubble und aus der Szene kam. Das andere ist, was sich bei jedem von uns, glaube ich, persönlich so verändert hat. Es war schon damals eine sehr, sehr spannende Zeit. Ich glaube, viele Jahre sind wir einfach immer in die Pratasaune gegangen und haben da richtig geil auf Tech House, House und Techno geraved. Und dann 2011 war ich das erste Mal bei einem der ersten Tanz durch den Tag Raves dabei. Und das hat uns wahnsinnig geprägt damals zu sehen, wow, okay, da ist noch mehr möglich. Man kann draußen feiern, man kann tagsüber feiern und vor allem, was sehr der große Unterschied auch war, es war alles sehr bunt, es war alles sehr verspielt, es war so dieses Do-it-yourself-Culture. Wir stellen einfach mal was auf die Beine und schauen, was daraus wird. Und das hat uns damals schon sehr stark inspiriert, auch eigene Dinge zu machen. Ich habe dann 2014, 2015 angefangen mit Freunden, einfach private kleine Raves auf der Insel zu machen. Dadurch haben wir andere Menschen kennengelernt, die genau dasselbe gemacht haben in sehr kleinem Rahmen und daraus ist Stück für Stück was Größeres entstanden. Also es hat sich, wie man so schön sagt, organisch entwickelt. Und dann 2016 hat damals der Max, der war ganz, ganz lang bei Tarab dabei, gemeint: so, hey, lass uns doch einfach mal alle zusammen tun und dann ein Festival machen. Wäre doch geil. Und wir waren so, okay, let's go. Und ja, damit hat dann die große Journey to Tarab angefangen. Und wir haben uns im Stadtpark getroffen, waren ganz, ganz, ganz, ganz viele Leute, saßen da in einer riesen Runde und haben entschieden, so 2017, genau in einem Jahr, wollen wir ein Festival machen. Wer ist alles am Start? Und das war damals einfach eine wunderschöne Energie und ein wunderschöner Spirit, den wir alle gespürt und gefühlt haben. Und ich bin einfach der Meinung, dass solche Dinge genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort entstehen. Und das war einfach genau diese Zeit. Wir waren alle mehr oder weniger Studis, hatten einfach auch dementsprechend die Zeit dafür, das auf die Beine zu stellen. Und ich würde schon sagen, dass die Einflüsse, die vielleicht auch tanztlich den Tag geprägt haben, viel aus Südamerika und aus Deutschland kamen. Also was jetzt vor allem musikalisch das Downtempo angeht, es kommt ja ganz viel aus Südamerika. Und ja, daraus ergab sich dann, wie du schon sagst, schon eine neue Richtung. Ja, also auch ein lustiger Zufall, dass heimlich und Tarab sich eigentlich im selben Jahr gegründet haben vor zehn Jahren und ein ähnliches Konzept gefahren sind bis heute. Das hat sich natürlich mittlerweile auch schon wieder ganz doll verändert und Downtempo wird nicht mehr so viel gespielt seit einigen Jahren, aber damals hat es hau den Nerv der Zeit getroffen, würde ich sagen.

SPEAKER_02

Ja, für mich auch emotional, weil das war so mein Sprungbrett auch ins Auflegen oder selber Musik machen später dann. Ich habe eigentlich durch diese Downtempo-Partys mehr so in meine Richtung gefunden, habe angefangen mit Auflegen von Downtempo, da hast du mich mal eingeladen, vor längerer Zeit, deswegen schon lange her gefühlt ewig her. Aber das hat mich auch sehr, sehr geprägt und auch dass es so einen schönen Vibe gab, ein bisschen bunter durchmischt und draußen und gerade euer Festival, ich war ja beim zweiten Festival dabei und habe da auch einen Workshop geleitet, Tanz, Impro. Und das war schon echt cool, weil ihr habt da was Großes auf die Beine gestellt und ja, so wie man es sich halt in Festival wünscht, kannst du ganz viel dort entdecken. Und es gab viel verschiedenes Essen und viele verschiedene Floors, eben ja auch nicht nur Downtempo. Schade war das mit dem Riesengewitter. Das war echt heavy. Vielleicht magst du da mal erzählen, was eigentlich abging. Ich habe mich dann, wir hatten, ich hatte auch eine große Gruppe, mit denen ich unterwegs war. Und wir haben es natürlich alle verloren und sind dann noch zu zweit irgendwie durch das Festival getalkelt und haben aber richtig lustige Menschen kennengelernt und voll die schöne Erfahrung gemacht, die ganz anders war, als man sich das sonst vorstellt. Also ja, er war echt ein super cooles, schönes Festival. Ich meine jetzt aber das zweite, weil beim ersten war ich nicht dabei. Magst du mal erzählen, wie das war, so ein Riesenfestival und auch so eine große Crew zu managen und dann noch unter Umständen wie so ein Gewitter und in einem anderen Land. Also kam echt schon viel zusammen. Ich weiß, dass das nicht leicht war. Und das wäre mal interessant zu wissen, wie ihr das überhaupt so gut gemanagt habt.

SPEAKER_01

Also ich würde sagen, mit ganz viel Stimmung haben wir uns da durchgewurstelt. Ja, also wie gesagt, ich glaube, das A und O war, dass wir alle denselben Traum hatten. Wir wollten was Großes auf die Beine stellen, wir wollten uns ausleben, uns kreativ ausleben. Wir hatten Bock, richtig geile Acts zu buchen, von denen wir Fans sind. Wir wollten andere Kollektive auch aus Deutschland und aus Ungarn einladen, mitzuwirken. Das war unser großer Traum. Und wir haben wirklich alles dran gesetzt, diesen Traum zu verwirklichen. Aber ja, und das was natürlich so ein bisschen der Knackpunkt auch auf unsere Kosten. Also wie du sagst, es war alles sehr, sehr anstrengend and überfordernd. Wir haben alle keine Erfahrung gehabt in Sachen Festival Organisation und haben da ganz viel Learning by doing gemacht anders here and there Tipps geholt. Aber es war wirklich ja step by step. We lernen, wie man Festival auf die Beine stellt. Also ich kann nochmal gerne beginnen, chronologisch mit 2017. That was unser erstes Festival, das war in Kautzen, da wo das Tree of Life Festival auch immer stattfindet. Und das war in Österreich, das ist in Österreich. Und das war super schön dort, eine super schöne Location. Ich glaube, du warst auch schon ein paar Mal dort. Und da hatten wir auch schon zwei Bühnen, eine Workshop-Area, und das war auch schon sehr, sehr aufregend. Also vor allem in Sachen auch Deko und Bühnenbau, mal etwas zu bauen, was draußen stehen bleiben kann. Und nicht in einem Club. Davor haben wir nur Clubveranstaltungen gemacht. Und da hat unser Bau- und Deko-Team wirklich krass ausgelebt. Ich habe damals schon das Booking angefangen zu organisieren, vor allem so die Lifestage. Und ja, also ich kann gar nicht sagen, wie wir das genau gemacht haben. Eigentlich eh schon, wie ich gesagt habe: Learning by doing, einfach mal die Menschen anschreiben, fragen, was brauchst du, um zu kommen, welche Konditionen. Und dann hat sich das nach und nach so entwickelt. Ich habe damals schon mit einem Kumpel von Tarab eng zusammengearbeitet, der schon Bookingerfahrung hatte. Das war ganz gut. Ja, aber es war alles super aufregend. Also wirklich ein ganz, ganz wilder Ritt. Und vor allem hatten wir einfach mega viel Spaß zusammen. Also es ist einfach eine wahnsinnig starke Kraft, die entstehen kann, wenn Menschen zusammenkommen und denselben Traum haben und sich da immer mehr rein fantasieren und dann könnten wir noch das machen. Und dann bauen wir einen Riesendrachen aus Holz und dann machen wir das und das. Und da gibt es ja fast keine Grenzen, sage ich mal. Man muss natürlich schauen, was ist realistisch umzusetzen. Und da sind wir den Gästen zugute oft über unsere Grenzen gegangen, um dieses Ziel zu erreichen. Und für die Gäste und auch für uns, die das erlebt haben, war das richtig geil, aber es war auch oft sehr anstrengend. 2019 war dann eben das zweite Festival. Das haben wir in Ungarn organisiert. Da war der Grund, warum sind wir nach Ungarn gegangen? Weil wir in Österreich keine passende Location gefunden haben. Wir waren, glaube ich, auch noch schon recht spät dran. Das heißt, ein paar Locations waren auch schon voll. Und dann haben wir über unsere Takatuka Freunde in Ungarn jemanden kennengelernt, der uns verschiedene Locations in Ungarn gezeigt hat. Und eine davon haben wir dann ausgewählt, zweieinhalb Stunden weg von Wien in Schambeck. Und haben da entschieden, das zweite Festival zu machen. Ja, und das war alles wirklich ganz, ganz wild. Also das erste Festival war auch schon aufregend und ein Riesenabenteuer, aber wie du sagst, es war in Österreich, wir haben die Sprache gesprochen und diesmal waren wir in einem neuen Land und ich glaube, nur zwei Menschen aus unserem riesen Kollektiv sprachen zu dem Zeitpunkt Ungarisch. Und wir waren damals einfach voll naiv. Wir haben uns gedacht, ach, das wird schon alles werden. Und dann, als wir dann dort waren und mit dem Bürgermeister sprechen mussten und so weiter, kamen wir drauf, huh, okay, die Behörden sprechen kein Englisch und auch kein Deutsch. Das heißt, die zwei Leute aus unserem Kollektiv mussten sehr viel übersetzen. But es hat am Ende, irgendwie hat es dann funktioniert, aber es war schon sehr, sehr doll. Es war schon überfordert. Also wir came dort an anden gemerkt, the infrastructure is horrible. It gave key rich strong and it got kept fließendwasser. Eigentally so the infrastructure basics. Das heißt, es kam noch extra dazu. Then waren wir wahnsinnig größeren wahnsinnig. Also auf jeden Fall auch ein Charakteristikum von Tarab Größenwand. Und haben insgesamt fünf Bühnen gebaut for 1000 Gäste. Genau. Was aber super schön war, wir hatten die Möglichkeit, eben auch zum Beispiel das Fuchsbaukollektiv aus München einzuladen, die da eine erste Bühnen gebaut haben. Und ich habe jetzt erst wieder for a week in Hamburg with jemandem gesprochen, der dabei war bei diesem Bau of the Bühne, and der mir erzählt hat, jetzt few years later, hey Adi, you know, what in this festival heraus is that they are in Hamburg, even though parties to make us inspiriert wurden. Genau. Ich glaube, ich mache mir jetzt hier mal einen Punkt.

SPEAKER_02

Ja, es ist eh schon viel. Ja, ich habe da auch drüber nachdenken müssen. Ich habe mal so ein kleineres Festival auf die Beine gestellt mit meinem Kollektiv, ja, was sich dann auch nicht gehalten hat, aber es war voll schön für die Zeit. Und da kriege ich auch immer wieder noch Rückmeldungen von Menschen, die da waren. Also eine meinte mal zu mir, das war irgendwie das schönste Festivalfahren oder der schönste Tag in ihrem Leben. Und ich war echt voll, also total berührt davon. Wenn das ja für dich, vielleicht ist es eben mit viel Arbeit verbunden, für mich auch ein bisschen mit ein bisschen Trennungsschmerz, weil wir danach eben getrennt haben mit dem Kollektiv und das ist dann auch nicht so leicht zu verarbeiten. Aber bei anderen Menschen bleibt oft was richtig Großes über, was sie vielleicht jahrelang, ihr Leben lang noch beeinflusst, beschäftigt und inspiriert dazu, das weiterzugeben. Und das ist voll schön und das darf man nicht vergessen. Und es darf dich auch noch weiter fuelen.

SPEAKER_01

Also es war dann so, dass ich eben bei dem zweiten Festival das weiterhin mit Sebi zusammen das Booking gemacht hat. Und eben für fünf Bühnen waren das wahnsinnig viele Acts und ich habe richtig coole Acts eingeladen, auf die wir richtig Lust hatten, international auch. Und es war dann so, wie du eben schon kurz erwähnt hast, dass am Donnerstag das Festival begonnen hat. Ich war voll viel auch für die Lifestage zuständig. Ich bin eigentlich drei Tage lang nur herumgerannt und habe mir leider gar kein Act so richtig anschauen können und das Festival gar nicht miterleben können. Und dann war Freitagnacht, als es gerade so richtig losging, kam dann das übelste Gewitter. Und ab da war echt einfach nur noch, das war einfach nur noch Chaos. Es war aber Chaos, was irgendwie dann doch noch funktioniert hat, aber ich glaube, es waren dann so viele Menschen da und so viele Acts und so viele Dinge, die gleichzeitig passiert sind: von ah, wir haben eigentlich fast nur Outdoor-Bühnen, es ist übelst das Gewitter, wir müssen irgendwie improvisieren. Also wir haben dann, was glaube ich den Gästen gar nicht so aufgefallen ist, in den paar Tagen voll viel improvisiert. Also wir haben dann spontan, wir waren auf so einem alten Militärgelände und mit ganz vielen Hangers. Wir haben dann Freitagnacht, aber auch Samstagnacht, weil die Polizei dann kam, spontan noch neue Floors gebaut in diese Hangers hinein, weil wir dachten, hey, es regnet, die Leute müssen irgendwo hin. Also es war, und wir haben uns gleichzeitig intern in der Gruppe halt gar nicht mehr so richtig updaten können, weil alle irgendwo zerstreut waren. Und also ich bin immer noch wahnsinnig überrascht davon, dass doch so wenig passiert ist, obwohl es so ein Riesenchaos war. Genau, und für mich persönlich war es dann so, dass ich Freitagnacht dann auch gecrashed bin. Also ich hatte auch wirklich einen dollen Nervenzusammenbruch. Ich war wochenlang unter Stress. Ich habe nicht mehr viel geschlafen. Und dann kam dieses Gewitter, wir mussten schnell was improvisieren und dann bin ich gecrashed. Und dann war ich ehrlich gesagt so ein bisschen raus for the rest des Festivals, obwohl ich eigentlich noch voll viel on the fly organisieren musste. And then bin ich Sonntagmorgen aufgewacht und hatte eigentlich den ganzen Tag Schicht eingeteilt im Produktionsbüro. But ich bin aufgewacht anders Festival nicht anschauen gehst, was du da organisiert hast, dann wirst du sowas nie wieder machen. And that was voll der starke Moment, weil ich gemerkt habe, hey, du arbeitest hier ehrenamtlich seit vielen, vielen Wochen. Super viele tausend Stunden, könnte man alles überhaupt nicht bezahlen. And when du dir jetzt nicht anschaust, was du da gemacht hast, oder die Ex, die du eingeladen hast, dann werde ich nie wieder Lust haben, so etwas zu machen, weil wofür mache ich das denn dann, wenn ich gar keine Freude daran habe? Und dann habe ich das auch getan. Ich habe auf meine Schicht geschissen und bin über das ganze Gelände gelaufen, habe es mir angeschaut, habe mich mega gefreut, war natürlich so fertig, dass ich gar nicht so richtig mitfeiern konnte. Aber es hat mich einfach extrem gefreut, zu sehen, wie happy alle waren und geflasht waren und inspiriert und beeindruckt. Und das hat mich dann schon noch dazu inspiriert, auch noch danach weiterzumachen. Also es war mir irgendwie wichtig, diese Geschichte zu erzählen, weil ich glaube, dass oft Menschen auf Partys und Raves gehen und woher auch gar nicht wissen, was da alles dahinter steckt. Viele Menschen, mit denen ich jetzt im Nachhinein noch gesprochen habe, darüber wussten gar nicht, dass ich da mitorganisiert habe. Aber weil ich auch die ganze Zeit in diesem fucking Büro saß, hat mich natürlich auch niemand gesehen. Und ich glaube, das ist cool, sich immer wieder auch mal so in Erinnerung bewusst zu machen, dass da Menschen dahinter sind, die vielleicht nicht coole DJs sind und auflegen, aber Stunden reinhackeln.

SPEAKER_02

Oder so wie bei dir beides sind, weil du bist ja auch coole DJ. Kann man schon so sagen. Ja, auf jeden Fall krass, was ihr dir auf die Beine gestellt habt. Ich kann das nur nachempfinden und auf jeden Fall nachfühlen, wie viel, wie anstrengend das war, wie viel Stress das ist. Weil ich habe das so im Kleinen halt gemacht und das, wenn ich mir jetzt vorstelle, das potenziert mal tausend. Ja, ist schon, ist schon heavy, kann ich schon auch in ein kleines Burnout manövrieren, wenn du da nicht rechtzeitig den Absprung nimmst. Deswegen cool, dass du da auf dich gehört hast und dir das genommen hast oder gegeben hast, was du gebraucht hast in dem Moment, nämlich einfach mal genießen, was du da mit erschaffen hast. Voll cool. Aber vielleicht, weil du gesagt hast, eben coole Detail, können wir ein bisschen über ein leichteres Thema sprechen, nämlich das Auflegen. Hast du eigentlich schon während, also schon während dieser Festivals gespielt oder ist das dann erst danach gekommen? Ich weiß gar nicht mehr genau, wie das so war. Und ja, was ist denn zu deinen Lieblingsgenres in der 10 meist?

SPEAKER_01

Voll gern. Also ich habe tatsächlich erst nach den Festivals angefangen mit dem Auflegen. Das war 2020 und das war dann so mein Corona-Hobby. Ja, meins auch. Meins auch, genau das. Also ich hatte Zeit und hab mir gedacht, hey, why not? Ich habe mir von einem Kumpel den Controller angezeigt. Abgekauft, so einen ganz einfachen, und habe dann angefangen. Das Coole war halt, dass ich damals schon richtig viele DJ-Friends hatte, die mir viel Musik geschenkt haben und die mir dann auch DJ-Workshops gegeben haben. Und so kam ich da ein bisschen rein und ich habe dann auch relativ schnell schon meinen ersten Gig gespielt, also schon nach ein paar Monaten, weil ich mich tatsächlich so ein bisschen reingefühlt habe in das Mail-Mindset. Also ich habe mir das angeeignet und es hat extrem viel geholfen. Kann ich nur empfehlen. Weil ich mir damals dachte, ganz ehrlich, Männer fangen an aufzulegen und sagen nach kurzer Zeit schon, ach, ich spiele jetzt einfach mal ein Gig. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass Female- und Flinter-DJs viel kritischer mit sich selbst sind. Und dass da sehr, sehr lange im privaten Kämmerchen üben, immer wieder sagen, ach, ich bin noch nicht so weit, ich bin noch ein bisschen unsicher. Und ich hatte da keine Lust drauf. Und ich habe mich da dann so in die Männerwelt reingefühlt und mir gedacht, so, ach, ich mach das jetzt auch einfach. Und das hat voll viel gebracht, weil ja, dann hat man meine erste Erfahrung gesammelt, dann kommt die nächste Erfahrung und so weiter und so fort. Und es war mir irgendwie ganz wichtig. Also nicht, dass ich, dass mir der Fame jetzt irgendwie wichtig war, aber ich hatte einfach Lust, die Musik, die ich auch feiere, für andere zu spielen und zu teilen. Genau. So hat es angefangen. Ich bin auf jeden Fall immer noch von Anfang an ein großer Haus-Fan. Ich liebe House, Tech House. Ich liebe auch Gun Story Minimal, was jetzt auch gerade seit ein paar Jahren Trending ist, Micro House. Aber ich habe auch eine ganz, ganz große Liebe für Downtempo. Also ich habe die ersten Jahre auch sehr viel Downtempo gespielt, vor allem Sets, die ich so als Podcast aufgenommen habe, für heimlich zum Beispiel, sind sehr langsam, sind sehr melodisch, auch sehr verspult, wie eine Reise auch. Also das gefällt mir auch richtig, richtig doll. Ich würde sagen, die letzten Jahre habe ich mich dann wieder mehr zum Haus orientiert und ja, spiele gerade auf das, auf was ich Lust habe natürlich. Was ich aber auch ganz, ganz doll lieb, ist einfach Genres zu mixen. Also ich spiele eigentlich nie ein reines Tag-House-Set, sondern spiele da immer mal wieder was sehr, also ich sehr funkiges rein, sehr groovy. Ich liebe, ja, voll. Also ich finde den Genremix schon auch sehr, sehr reizvoll.

SPEAKER_02

Ja. Yes. Ich habe das auch an dir in Erinnerung, also dass es oft sehr funky ist und groovy und ich mag das, dass du, also man hört zwar schon diese Haus-Anklüsse, aber es hat ja einen sehr eigenen Charakter. Und das finde ich immer cool, wenn Leute so ihr eigenes draus machen, weil natürlich ist das meistens Musik, die es schon gibt. Außer du produzierst alle deine Tracks selber, aber das ist ein anderes Thema. Brauchst du eine andere Zeit, um sowas machen zu können. Aber ja, ich mag das gerne an dir, diesen Mix. Ja, was wann wann gibt es dich wieder irgendwo zu hören? Das wäre natürlich auch spannend, obwohl wir das vielleicht zum Schluss auch nochmal wiederholen werden. Vielleicht nicht jetzt, sonst bleibt es nicht hängen. Aber Journey to Tara, ihr werdet jetzt zehn Jahre. Was kommt ihr da so in den Sinn? Ihr werdet das sicher auch irgendwie feiern. Habt ihr vor, weiterzumachen oder wie macht ihr das weiter? Das wäre vielleicht auch noch cool zu wissen.

SPEAKER_01

Ja, also nach dem Festival war ja erstmal Crony-Zeit und danach hatten wir schon noch Verlust, weiterzumachen. Und wir haben uns zwar nach dem zweiten Festival gesagt, okay, so ein großes Festival machen wir fix nicht nochmal. Das war einfach zu viel Arbeit und zu viele von uns waren da kurz vorm Burnout. Da haben wir einfach gemerkt, wir haben die Ressourcen nicht und wir haben auch die Zeit nicht. Trotzdem wollten wir weiter Partys machen und haben wir auch gemacht. Aber dennoch haben wir gemerkt, so ganz floats einfach auch nicht mehr. Also so, ich würde schon sagen, diese Jahre 2016 bis 2020, das war voll der Flow. Wir waren alle da voll drin und es hat sich sehr organisch alles entwickelt. Und danach haben wir gemerkt, irgendwie ecken wir immer wieder an. Wir wollen coole Partys machen, aber wir merken, wir haben zu wenig Ressourcen dafür. Und es waren vor allem die menschlichen Ressourcen waren immer zu wenig, zu wenig Menschen, die Verantwortung für die Organisation übernehmen, zu wenig Man- und Woman-Power tatsächlich auch. Und das war dann schon ein paar Jahre so ein Prozess, das zu realisieren und das auch anzunehmen. Und es ist richtig cool, dass wir es annehmen konnten, dass wir da nicht weiter über unsere Grenzen immer wieder gegangen sind, sondern irgendwann auch einfach den Konsens gefunden haben, hey Leute, wir sind einfach nicht mehr so viele wie damals. Die Lebensrealitäten haben sich verändert, wir sind alle älter geworden, Menschen sind weggezogen, haben Familie gegründet, haben einen Vollzeitjob und das war schon cool, dass wir uns das einstehen konnten und nicht so auf Druck, wir müssen weitermachen, durchgezogen haben. Genau, und dann haben wir vor, ich würde es mal sagen, zwei Jahren entschieden, Journey to Tarab kommt jetzt langsam zum Ende. Beziehungsweise, eigentlich kann man sagen, so diese großen Veranstaltungen, wo wir die ganzen Clubs und Locations auch wirklich dekorativ transformiert haben, was sehr viel Arbeit war. Da haben wir entschieden, dieses Kapitel ist jetzt zu Ende. Und dann haben wir auch einen öffentlichen Post gemacht, nochmal mit so schönen Memory-Fotos aus den letzten Jahren, und haben dadurch für uns einfach auch intern schön einen Abschluss gefunden. Aber wir haben nie eigentlich ganz aufgehört zu existieren. Also es gibt auch den Verein noch, es gibt das Kollektiv noch, es sind nicht mehr so viele Menschen dabei, es sind noch ein paar Menschen von ganz vom Anfang dabei, es sind neue Menschen dazugekommen. Und jetzt ist so der Drive, dass wir immer mal wieder spontan Dinge veranstalten, auf die wir einfach Bock haben. Was auch noch genau voll der wichtige Milestone war, dass wir, ich weiß nicht mehr, ob es letztes oder vorletztes Jahr war, unser Lager gekündigt haben, weil viele Kollektive sind in einem gleichen Struggle drin. Man hat ein Lager, man muss die Miete bezahlen, die Miete steigt, man muss Veranstaltungen machen, um sich die Miete leisten zu können. Das ist immer wieder so ein Radl einfach bei vielen Kollektiven. Und wir haben gemerkt, okay, wir wollen diese Verantwortung nicht mehr haben und haben das Lager gekündigt und haben dann die wenigen Sachen, die wir noch hatten, so ein bisschen verteilt, woanders untergestellt. Und das war dann schon mal voll das große Ding, was weggefallen ist, diese monatlichen Fixkosten. Und eigentlich ziemlich nice, weil wir uns dann bewusst geworden sind, okay, jetzt haben wir keine großen Ausgaben mehr, jetzt können wir wirklich einfach das machen, auf was wir noch Bock haben. Und jetzt gerade ist es so, dass wir hatten letztes Jahr im Juli nochmal eine große Clubveranstaltung der Pratasauna mit Day, Rave, Pool Party und Night Rave. Dieses Jahr werden wir keine große Clubveranstaltung machen, aber wir werden vielleicht immer mal wieder spontan kleine Insel Raves machen. Und genau, du hast es schon gesagt, wir werden heuer ziehen. Es ist quite epic. Fast erwachsen? Ja, schon fast erwachsen. Also ich sag tatsächlich immer mal wieder, wenn Leute fragen, macht ihr noch Partys, sage ich immer, nee, wir sind jetzt Pensionistinnen. Passt. Ein bisschen in Ruhestand gegangen. Aber wir wollen natürlich unser Zehnjähriges einfach trotzdem feiern und werden das im Frühherbst machen, werden aber eine ganz kleine Party einfach für Friends and Family veranstalten, um uns zu feiern, um unsere Geschichte ein bisschen zu feiern. Und wie es dann weitergeht, werden wir es sehen. Also es wird uns weiter hier und da noch geben. Wir haben auch noch ein aktives Musikprofil auf Soundcloud, wo wir regelmäßig immer noch Sets von anderen Künstlerinnen hochladen. Es gibt auch noch Vage, unser Label, das wir vor ein paar Jahren gegründet haben, wo wir vielleicht auch irgendwann nochmal was releasen werden. Genau. Aber es fühlt sich ehrlich gesagt entspannt an und schön. Und wir sagen uns auch immer wieder, die Hauptsache ist, dass wir uns haben und das ist extrem nice, dass wir uns nie auseinander zerstritten haben, dass wir uns immer wieder darauf besonnen haben, was wollen wir eigentlich und dass wir uns noch haben und immer noch Spaß und Stimmung zusammenhauen könnt.

SPEAKER_02

Das ist das Wichtigste, ja. Das ist wirklich das Wichtigste. Es ist schön, dass ihr euch das behalten konntet. Ja, das ist eine schöne Reise, die ihr da vollbracht habt durchs Tarab von Anfang bis Ende. Und ich freue mich sehr, dass ich da auch mit dabei war. Also vor allem in den Anfangszeiten. Ich habe das auch als sehr, sehr intensiv in Erinnerung, auch wenn ich nur Gast, Gästin war oder mal so einen Workshop gemacht habe. Das war schon, hat mich schon auch sehr geprägt. Deswegen cool, dass du heute da bist. Und wir das wieder so aufleben lassen können für einen Moment. Aber du hast doch mal erwähnt, oder wir haben das am Anfang erwähnt, dass du auch bei der IG Club-Kultur dabei warst. Vielleicht magst du da noch erzählen, was so deine Arbeit war und ja, was so deine Einflussbereiche auch waren abseits jetzt von dem Radioshow bei Radio Orange.

SPEAKER_01

Also ich glaube, mir hat es schon immer Spaß gemacht, mich zu vernetzen. Und das mache ich bis heute auch immer weiterhin gerne. Und ja, ich bin damals, als ich eben noch in der sehr aktiven Tarab-Zeit war, war ich einfach sehr drin in dieser Kulturszene, habe da viele Menschen kennengelernt, hatte Lust, mich zu vernetzen und hatte einfach auch einen großen Drang mitzuwirken und auch die Szene zu pushen. Und dann haben wir die IG Club-Kultur gegründet. Das heißt, da war ich immer wieder bei den Netzwerktreffen dabei. Wir haben Forderungen an die Stadt, an die Politik formuliert, haben uns auf viele Konsense geeinigt und mir war es einfach immer ein Anliegen, das voranzubringen. Welche Themen mir da besonders wichtig waren, ist schon auf jeden Fall das, was ihr ja auch viel im Podcast behandelt: das Thema Awareness and Safe Spaces. Auf jeden Fall auch die Sichtbarkeit von Frauen und Flinterpersonen in der Szene auf Diversität und Respekt und Toleranz. Und mir war es immer extrem wichtig und deswegen fand ich es auch so toll, diese Vernetzungsplattform da dabei zu sein, dass man miteinander arbeitet, weil wir sind alle in der gleichen Kulturszene, in der Clubkultur sind. Und ich fand es immer schon sehr schrecklich, wenn da Konkurrenzverhalten und Ego-Verhalten aufgetaucht sind. Und ja, ich finde, es ist einfach eine Riesenressource, da sich zu vernetzen und zusammenzuarbeiten, auch wenn man aus ganz, ganz verschiedenen Genre-Richtungen kommt. Und das ist ja auch das Tolle, was du vorhin auch im Gespräch gesagt hast, dass alle Szenen und Kollektive und Barbes so divers und unterschiedlich sind. Aber wir sind ja trotzdem, haben alle ungefähr die ähnlichen Forderungen. Und das war damals eine sehr intensive Zeit für mich. Und es hat extrem viel Spaß gemacht, da so dabei zu sein, viele Menschen kennenzulernen, auch über die Grenzen Wiens hinaus zu sehen. Was gibt es auch noch so österreichweit und in anderen Hauptstädten und kleineren Städten oder vielleicht sogar am Land. Also da haben wir auch versucht, uns ein bisschen zu vernetzen. Sei es jetzt mit anderen Interessenvertretungen in Innsbruck zum Beispiel viel oder in Salzburg. Also ich finde auch immer wieder, sich national oder auch international anzuschauen, wäre es alles da extrem spannend.

SPEAKER_02

Ja, cool. Also da ist ja auch wirklich viel vorangegangen. In, also IG Clubkultur und der Aber-Szene, meine ich jetzt, in Wien. Da hat sich in den letzten Jahren schon was getan und merkt, es gibt immer mehr Leute, die aktiv werden und es wird einfach ein größeres Thema immer wieder angesprochen oder jetzt eben auch gesetzlich verankert. Gab es vielleicht, also du hast jetzt mal Themen angesprochen, die du spannend fandest, die ihr auch oder wo ihr auch mitgewirkt habt und vielleicht beeinflussen konntet? Gab es so ein paar konkrete Aktionen oder Sachen, die du in Erinnerung hattest, wo du gemerkt hast, ah, okay, das hat, ja, das hat irgendwie stark nachgewirkt oder da gab es irgendwie eine große Resonanz oder das war ein Projekt, was sehr stark hängen geblieben ist, wo viel passiert ist. Gab es da so eines, was du sagen könntest, was du nennen könntest?

SPEAKER_01

Ich kann mich leider gerade nicht mehr so ganz erinnern, wie die Veranstaltung hieß. Ich habe jetzt irgendwie so im Kopf Bass gegen Hass, aber ich glaube, das kam ein bisschen später. Aber wir haben einmal so einen großen Aktionstag auf die Beine gestellt, wo in ganz Wien verschiedene Rays stattgefunden haben an unterschiedlichen Orten und ganz, ganz viele verschiedene Kollektive involviert waren. Ich weiß nicht mehr, wie diese Demo hieß. Oh mein Gott.

SPEAKER_02

Da gab es dieses Sticker. Und ich sehe das nicht nur bei mir, sondern bei voll vielen bekannten Freunden. Immer wenn ich irgendwas cruise, sehe ich diesen Sticker. Bass gegen Hass und muss auch dran denken an diese Demo-Aktion.

SPEAKER_01

Genau, und das ist auf jeden Fall sehr hängen geblieben. Und da wurden einfach sehr viele Forderungen öffentlich gemacht. Also zum Beispiel auch immer noch Aktuell die Sperrstunde. Genau. Und dann, also was ich mir vorhin auch dachte, dann war schon so ein Meister und auch, dass sich die Vienna Club Commission gegründet hat. Also daran kann ich mich einfach auch noch sehr gut erinnern an die Zeit. Und das war eine sehr große Errungenschaft, einfach, dass die Stadt Wien entschieden hat, wir etablieren jetzt hier eine Servicestelle für die Clubkultur. Die ja Gott sei Dank bis heute immer noch besteht, wo ich die ersten Jahre auch so immer wieder mal dabei war, immer mal wieder auch Vorträge gehalten habe und mich vernetzt hat. Also das war eine extrem wichtige Errungenschaft und ja, bare minimum, würde ich sagen.

SPEAKER_02

Ja, trotzdem richtig cool, dass da kann man sich schon auf die Schulter klopfen, dass da, vor allem zu sehen, wie sich das dann weiterentwickelt. Wenn man am Anfang dabei war, das ist schon spannend zu sehen, wie sich das dann einfach verselbstständigt oder größer wird, neue Wege gegangen werden können. Vielleicht auch gerade wegen dem, was du, was ihr da mitgewirkt habt. Das ist sehr cool, vor allem weil das in Wien in dieser Form vorher noch nicht da war, wie es jetzt in anderen Großstädten, wie man es von anderen Großstädten kennt, wie in Berlin, wo ja die Geschichte auch nochmal eine ganz andere ist. Kann man nicht vergleichen, aber das ist sehr cool, dass da so viele schöne neue Wege gegangen werden konnten durch so eine neue Initiative. Ja, ist cool. Ja, gibt es noch was, was du gerne loswerden möchtest?

SPEAKER_01

Vielleicht irgendwie ein Thema, was dir aktuell wichtig ist oder wir haben jetzt sehr viel über Errungenschaften und Milestones geredet und was sich alles Tolles entwickelt hat, aber mir wäre es schon wichtig, auch nochmal zu sagen, dass es immer noch verdammt viel gibt, was sich verbessern lassen kann. Also damit möchte ich nur sagen, wir sollten uns alle nicht damit zufrieden geben mit dem, was schon erreicht wurde. Also natürlich freuen wir uns darüber und wir sind stolz und es ist richtig cool, aber es gibt einfach immer noch sehr viel zu tun. Und es ist extrem wichtig, da sich dem bewusst zu sein, finde ich, und sich nicht auszuruhen und zu denken, okay, passt ja jetzt alles. Wie gesagt, es gibt immer noch die Sperrstunde, es gibt immer noch sehr, sehr viele Orte, die nicht safe sind, vor allem für Frauen und Flinterpersonen. Und das sind einfach so Themen, die sind immer noch brandaktuell. Also wir erleben immer noch sehr, sehr viele Momente, wo wir als Frauen einfach nicht respektiert werden. Es passieren immer noch wahnsinnig viele Übergriffe. Und natürlich sehe ich, dass daran gearbeitet wird und jetzt auch mit dem Awareness-Gesetz, dass da sehr, sehr tolle Sachen passieren, aber es ist auf jeden Fall immer noch viel Arbeit. Und Punkt.

SPEAKER_02

Ja, ist ein gutes Schlusswort und auch der Appell an alle. Man denkt oft, ich kann da vielleicht eh nicht wirklich was dazu beitragen, aber wenn du nur Gast, Gästin bist in einem Club und nur Raver bist oder auch nur Mensch bist und Situationen siehst, wo jemand, wo jemand belästigt wird, bedrängt wird, sexuell angegangen wird, du kannst immer dich einsetzen für diese Person. Kannst irgendwie stille Unterstützung anbieten. Ja, kannst du auch nachfragen, hey, brauchst du vielleicht Hilfe. Ich glaube, das ist ein guter Appell an alle Menschen, egal ob du jetzt in einen Club gehst oder nicht, dass eigentlich nur dann wirklich sich weiterentwickeln kann und für alle angenehm sein kann, wenn jeder sich verantwortlich fühlt. Ja.

SPEAKER_01

Und eine Sache, die auch, die mir gerade noch gekommen ist, die ich auch einfach wichtig finde zu sagen, ist, nicht nur im Publikum passieren solche Dinge, sondern eine Sache, die mich irgendwie schockiert, finde ich, ist zu sehen, dass sich intern, also ich sag jetzt mal, die Strukturen, die Kollektive, die ClubbesitzerInnen und dass da einfach noch so, so viel zu tun gibt. Also es ist krass zu sehen, dass es in Wien gibt, ich glaube, es gibt einen einzigen Club, der von der Frau geleitet wird und das ist der Lucia Club, der Neue. Alle anderen Clubs haben immer noch Dudes als Chef und das ist irgendwie krass und das finde ich irgendwie ganz schön traurig. Und ich erlebe auch einfach dadurch, dass ich mit vielen verschiedenen Kollektiven vernetzt bin, dass halt innerhalb der Kollektive und der Strukturen viele Übergriffe passieren. Und ja, das ist eine Sache, das kann eigentlich nicht wahr sein. Und ich finde es traurig, dass immer noch so viele Egos herumrennen. Und ich würde mir echt sehr, sehr wünschen, dass wir da hinschauen, dass wir laut sind, so wie du sagst, und dass wir das ansprechen. And I think we all unser Harmonybedurfnis, which I spur often in collective, we won't see all the nahe treten and we have uns and we are all raver. And we generalised that every more so the group. Ganz, ganz wichtig. Please do it.

SPEAKER_02

Ja, ansprechen ist ein gutes Thema. That we have in another folder schon erwähnt. When man is not traut, direct jemandem das persönlich zu sagen, zumindest mit den Freunden und Freundinnen besprechen, anstatt das einfach stille hinzunehmen. Ich glaube, das ist bitter notwendig in unserer Gesellschaft aktuell, dass wir die Sachen ansprechen und dann auch in Aktion treten. Aber um das Ganze vielleicht mit deinem schönen Thema zu beenden, wann kann man dich wieder live erleben als DJ hinter den Dext?

SPEAKER_01

Voll. Also ich habe gerade leider nicht so viele Dates aktuell, aber die kommen oft auch sehr spontan rein. Aber was ich ankündigen darf, ist, Anfang Juni findet das Tyvi Sommerfest statt. Yay! Und zwar vom 4. bis zum 6. oder 7. Juni. Und am 4. Juni werde ich da gemeinsam mit meiner Besti Maria gemeinsam beim Tywi Sommerfest auflegen. Kommt vorbei. Ich freue mich.

SPEAKER_02

Nice. Also kommt und gönnt euch ein bisschen Funky Groove und schönes Zusammensein draußen, hoffentlich beim bestem Wetter. Wir freuen uns drauf und ja, danke für das Interview. Es war sehr cool. Danke dir. Yes. Und bis zum nächsten Mal.