VitalPro — Gesund führen im Mittelstand
Krankenstand zu hoch? Fachkräfte schwer zu finden? Mitarbeiter unmotiviert?
VitalPro ist der Podcast für Geschäftsführer, Inhaber und HR-Verantwortliche in KMU und Mittelstand — ob Handwerksbetrieb, Kanzlei, Praxis oder Agentur.
Jede Woche teilen Hannes Weindorf und AI Ella praxisnahe Strategien zu:
🏥 bKV & Gesundheitsbudget — Steuervorteile nutzen, Mitarbeiter begeistern
📉 Krankenstand senken — Prävention statt Reaktion
💼 Mitarbeiterbindung — Benefits, die den Unterschied machen
📊 Zahlen, Studien & Trends — Was die Forschung sagt, verständlich aufbereitet
⚖️ Rechtliches — §8 EStG, Sachbezug & Co. einfach erklärt
Dazu: Interviews mit Unternehmern, die es umgesetzt haben, und konkrete Tipps, die du sofort anwenden kannst.
Für inhabergeführte Unternehmen mit 10-200 Mitarbeitern, die in ihre wichtigste Ressource investieren wollen: ihre Menschen.
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VitalPro — Gesund führen im Mittelstand
Episode 4 - Mythos 2: Unsere Leute machen das sowieso nicht mit
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Worum geht's in dieser Folge?
"Unsere Leute machen das sowieso nicht mit" ist einer der häufigsten Einwände gegen betriebliche Gesundheitsprogramme — und gleichzeitig einer der wenig untersuchten. Denn meist basiert er nicht auf einer schlechten Erfahrung, sondern auf gar keiner. Hannes und Ella zeigen anhand einer Zahnarztpraxis, warum das Anbieten vor dem Befragen kommt, warum Apps mit Gamification, Mental Health und Sportangebote andere Wirkung haben als verordnete Kurse — und warum eine gute Kommunikationsstrategie über den ROI des gesamten Programms entscheidet.
Zahlen & Fakten aus dieser Folge
- GKV-Spitzenverband Präventionsbericht 2023: 2,19 Millionen Beschäftigte in betrieblichen Präventionsprojekten — 59 Prozent der beteiligten Betriebe waren kleine und mittlere Unternehmen 👉 https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/praevention_selbsthilfe_beratung/praevention_und_bgf/bgf/bgf.jsp
- iga.Report 40 — Führungskräfte im BGM: Sichtbares Commitment der Führungsebene ist der wichtigste Erfolgsfaktor für Teilnahme — vor Budget und Angebotsqualität 👉 https://www.iga-info.de/veroeffentlichungen/igareporte/igareport-40/
- Stepstone Hiring Trends Q1/2024: 34,3 % kündigen wegen zu hoher Arbeitsbelastung | 32,6 % wegen mangelnder Arbeitszufriedenheit | Über 60 % achten bei Jobwahl auf Gesundheitsbenefits 👉 https://www.stepstone.de/e-recruiting/hr-wissen/arbeitsmarkt/gruende-fuer-kuendigung-arbeitnehmer/
- § 20 SGB V — Förderung betrieblicher Gesundheitsförderung: Bis zu 500 Euro pro Mitarbeiter und Jahr für zertifizierte Maßnahmen 👉 https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__20.html
- Vakanzkosten laut Stepstone: Durchschnittlich 29.000 Euro pro unbesetzter Stelle | Vakanzzeit laut Bundesagentur für Arbeit: Ø 172 Tage 👉 https://www.stepstone.de
Das Wichtigste in einem Satz
Was niemand kennt, kann niemand ablehnen — und was niemand anbietet, kann niemand nutzen.
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Über den Podcast
VitalPro — Gesund führen im Mittelstand ist der Podcast für Geschäftsführer, Inhaber und Personalverantwortliche in kleinen und mittleren Unternehmen. Hannes Weindorf — Versicherungsmakler und Berater für betriebliche Gesundheit — und KI-Partnerin Ella sprechen über Mitarbeitergesundheit ohne Buzzwords: mit echten Zahlen, echten Geschichten und konkreten Schritten.
Ich sitze in einer Zahnarztpraxis. Zwölf Mitarbeiterinnen, Zahnärztin als Chefin, vier zahnmedizinische Fachangestellte in der Behandlung, zwei am Empfang, der Rest in der Abrechnung und Assistenz. Tolle Praxis. Spürbar gute Stimmung. Und die Chefin, sie ist selbst seit 20 Jahren Zahnärztin, kennt ihr Team, zahlt anständig, lässt niemanden im Stich. Sie schaut mich an und sagt, Hannes, ich glaube schon, dass das Konzept was taugt. Aber ehrlich, meine Leute machen sowas nicht mit. Die kommen, behandeln gut und wollen dann nach Hause. Eine App mit irgendwelchen Challenges oder Meditationsübungen, das ist nichts für uns. Ich atme kurz durch und frage, hast du schon mal so etwas angeboten? Stille. Willkommen bei Vital Pro, Gesundführen im Mittelstand. Ich bin Hannes und heute sind wir bei Mythos Nummer 2. Ein Satz, den ich fast genauso oft höre wie, das können wir uns nicht leisten. Und ich sage das ohne Herablassung, weil ich diesen Gedanken selbst lange mitgemacht habe. Das Gefühl, ich kenne mein Team, ich weiß, wie sie ticken und Gesundheitsprogramme passen irgendwie nicht zu uns. Heute besprechen wir, warum genau das der blinde Fleck ist. Ella, du fängst an.
SPEAKER_01Sehr gerne. Dieser Mythos ist besonders spannend, weil er sich als Fürsorge tarnt. Ich will meinen Leuten nichts aufzwingen, klingt nach Respekt vor der Autonomie. Und das ist tatsächlich ein wertvoller Impuls. Das Problem liegt nicht in der Haltung, sondern in der Schlussfolgerung daraus.
SPEAKER_00Genau. Und da fangen wir an. Die Zahnarztpraxischefin, von der ich vorhin erzählt habe, nennt sie einfach Dr. Martina, die schützt ihr Team. Das ist ihr erster Impuls. Sie will keine Maßnahme einführen, bei der nachher drei Kolleginnen verschämt beim Yogakurs sitzen und der Rest tuschelt. Das ist ein legitimes Bild. Das kenne ich. Und genau deswegen tue ich ihr heute keinen Gefallen, wenn ich einfach nicke und weiterfahre.
SPEAKER_01Und das führt uns direkt zur Kernfrage dieser Folge. Wie entsteht eigentlich die Überzeugung, dass die Leute das nicht mitmachen? In den meisten Fällen basiert sie nicht auf einer schlechten Erfahrung mit einem Gesundheitsprogramm. Sie basiert auf gar keiner Erfahrung.
SPEAKER_00Das ist der Punkt, der mir wirklich wichtig ist. Und ich sage das manchmal direkter als komfortabel ist. Ich kenne Unternehmer, die sagen, ich frage meine Mitarbeiter erst, was sie wollen, und dann entscheide ich. Das klingt nach Partizipation. Aber wenn jemand noch nie ein strukturiertes Gesundheitsangebot erlebt hat, kann er dir nicht sagen, ob er es will. Das ist wie wenn du in einem Restaurant sagst, das Gericht mag ich nicht. Obwohl du es noch nie auf dem Teller hattest und weißt du, was mich da immer beschäftigt? Hat irgendjemand vor dem Smartphone gefragt, wollt ihr einen kleinen Computer in der Hosentasche, mit dem ihr jederzeit erreichbar seid? Hat Netflix eine Mitarbeiterbefragung gemacht, ob Menschen abends gern Serien streamen würden? Nein. Man hat es einfach angeboten. Und heute ist beides aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Niemand sagt, das wäre nichts für mich. Das ist kein Zufall.
SPEAKER_01Bedürfnisse werden oft erst sichtbar, wenn ein Angebot existiert, das sie erfüllt. Das gilt für Konsum. Und es gilt genauso für betriebliche Gesundheitsangebote. Das ist übrigens kein theoretisches Argument. Das Krankenkassen-Präktionsnetz hat 2023 ausgewertet. In Präventionsprojekten der Krankenkassen wurden 2,19 Millionen Beschäftigte erreicht. 59 Prozent der beteiligten Betriebe waren kleine und mittlere Unternehmen. Also genau die Praxen, Kanzleien, Handwerksbetriebe, von denen Chefs sagen, unsere Leute sind da nicht so. Die Zahlen zeigen, wenn es angeboten wird, kommen Menschen.
SPEAKER_00Das ist der entscheidende Satz. Wenn es angeboten wird. Ich will kurz selbstkritischer sein. In meinen ersten Jahren habe ich manchmal Programme empfohlen, die ich für sinnvoll hielt und die am Ende kaum genutzt wurden. Ich war frustriert. Und ich habe damals die falsche Schlussfolgerung gezogen. Vielleicht wollen die das wirklich nicht.
SPEAKER_01Die richtige Schlussfolgerung wäre gewesen. Ich habe die Einführung vermasselt. Nicht das Angebot. Das ist ein wichtiger Unterschied, den die Forschung bestätigt. Programme, die von der Führungskraft aktiv vorgelebt und kommuniziert werden, haben deutlich höhere Teilnahmequoten als Programme, die still auf einer Intseite landen. Das EGA Report 40 nennt als zentralen Erfolgsfaktor sichtbares Commitment der Führungsebene, nicht das Budget, nicht das Angebot selbst, sondern dass die Chefin sagt, das ist mir wichtig und ich mache das selbst mit.
SPEAKER_00Dr. Martina macht fünf Tage die Woche konzentrierte Behandlung. Körperhaltung, die Orthopäden zum Weinen bringt. Präzisionsarbeit und der Zeitdruck. Und genau das gilt für ihre ZFS genauso. Wenn sie sagt, ich nutze die App selbst und mache die tägliche 5-Minuten-Routine vor der ersten Behandlung, dann ist das kein Marketing. Das ist Glaubwürdigkeit. Und das ist der Unterschied zwischen einer Ankündigung im Teamchat und einem Programm, das lebt. Kommen wir zur Frage, was ist realistische Teilnahme und was ist ein unrealistischer Anspruch?
SPEAKER_01In der betrieblichen Gesundheitsförderung gilt als Daumenregel, eine Erstbeteiligung von 30 bis 40 Prozent bei einem neuen Angebot ist ein guter Wert. Nicht 80, nicht alle. Das bedeutet, bei zwölf Mitarbeitenden in der Praxis von Dr. Martina würden vier bis fünf Menschen eine Gesundheits-App aktiv nutzen, am Sportangebot teilnehmen oder Coaching-Module für mentale Gesundheit in Anspruch nehmen.
SPEAKER_00Und das ist schon ein Erfolg, weil es vier Menschen sind, die aktiv etwas für sich tun, weil vielleicht zwei weitere das Gesundheitsbudget nutzen, für Massage, Brille, Zahnersatz, ohne jemals die App anzufassen. Und weil die anderen sechs trotzdem sehen, meine Chefin hat etwas eingeführt. Sie denkt an uns. Das allein verändert die Stimmung.
SPEAKER_01Genau das zeigt sich in den Daten zur Arbeitgeberattraktivität. Stepstone hat 2024 erhoben. Über 60% der Arbeitnehmer achten bei der Jobwahl auf Gesundheits- und Wellbeing-Angebote des Arbeitgebers. Nicht alle nutzen sie intensiv, aber das Vorhandensein ist ein Signal. Und in der aktuellen Fachkräftesituation ist das Signal mehr wert als die Maßnahme selbst.
SPEAKER_00Zahnarztpraxis. Du weißt, wie schwer es gerade ist, ausgebildete Z-Bas zu finden. Eine Praxis, die nachweisbar in das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiterinnen investiert, differenziert sich im Bewerbermarkt. Nicht durch das Gehalt, das zahlen alle, sondern durch das Gefühl, hier werde ich gesehen. Jetzt komme ich zum Kern des Mythos. Und da bin ich, wie gesagt, manchmal direkter als angenehm. Es gibt einen Unterschied zwischen zwei Sätzen. Erster Satz, ich will meinen Leuten nichts aufzwingen. Zweiter Satz, ich biete meinen Leuten etwas an. Diese beiden Sätze klingen ähnlich. Sie führen zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen.
SPEAKER_01Das ist die Unterscheidung zwischen Verordnen und Anbieten. Und sie ist entscheidend. Niemand muss die App nutzen. Niemand muss bei der Sportchallenge mitmachen. Niemand muss die Mental Health Module anklicken. Niemand muss den Facharztservice in Anspruch nehmen. Aber wenn die Plattform nicht eingerichtet ist, wenn das Gesundheitsbudget nicht freigeschaltet ist, dann ist die Entscheidungsfreiheit eine Illusion. Man kann nichts wählen, was nicht existiert.
SPEAKER_00Ich sage manchmal zu Unternehmern, das Schlimmste ist nicht, wenn jemand das Angebot ablehnt. Das Schlimmste ist, wenn du nie weißt, ob er es angenommen hätte, weil du es nie angeboten hast. Dann schauen wir uns die Zahner CT-Praxis konkret an. Was würde funktionieren? Und warum?
SPEAKER_01ZFAs haben drei berufstypische Belastungen. Dauerstehen und Arbeiten in Fehlhaltungen, hohe mentale Anforderungen durch Patienten, auch emotional belastende Fälle und einen Berufsalltag, der wenig Pause für sich selbst lässt. Das sind keine abstrakten Gesundheitsrisiken. Das sind die Gründe, warum der Fachkräftemangel in Zahnarztpraxen besonders schmerzt. Menschen verlassen den Beruf frühzeitig.
SPEAKER_00Genau. Und ein Angebot, das niemand kennt, löst gar nichts. Aber eine App mit Gamification-Ansatz, Challenges, Punkte, kleinen Belohnungen, die macht aus einer abstrakten Gesundheitsmaßnahme etwas, das sich anfühlt wie eine Entscheidung, die ich selbst treffe. Ein Mental Health Modul, das ich nachts um halb elf auf dem Sofa nutzen kann, ohne dass jemand zuschaut. Ein Sportangebot, das ich wähle, wann es für mich passt. Und ein Gesundheitsbudget von 900 Euro im Jahr, das jede Mitarbeiterin völlig frei verwenden kann. Massage, Brille, Zahnersatz, Fitnessstudio. Das sind keine Programme, die man mitmachen muss. Das sind Optionen, die man sich aussucht.
SPEAKER_01Die betriebliche Krankenversicherung ist übrigens das Angebot, das automatisch wirkt, ohne dass jemand aktiv teilnehmen muss. Der Schutz läuft, ob jemand ihn nutzt oder nicht. Und wenn jemand ihn das erste Mal nutzt und Physiotherapie plötzlich ohne sechs Wochen Wartezeit klappt, dann ist das ein Erlebnis. Kein Argument. Ein Erlebnis. Und Erlebnisse reden im Team.
SPEAKER_00Das ist das Gegenteil von, die machen das nicht mit. Sondern der Nutzen kommt, egal ob jemand motiviert ist oder nicht. Und spätestens, wenn die erste ZFA sagt, das hat mir wirklich was gebracht, dann hat sich die Haltung im Team bereits verschoben. Nochmal kurz zu Dr. Martina. Am Ende unseres Gesprächs sagt sie, okay, aber weißt du was? Ich frage meine Mitarbeiterinnen einfach vorher, was sie sich wünschen. Dann weiß ich, was ich einführen soll. Das ist natürlich ein guter Instinkt. Und ich bremse sie trotzdem ein bisschen.
SPEAKER_01Mitarbeiterbefragungen vor der Einführung eines Gesundheitsprogramms haben einen Haken. Wenn jemand noch nie eine Gesundheits-App mit Gamification genutzt hat, noch kein persönliches Gesundheitsbudget hatte, noch nie Mental Health Coaching in Anspruch genommen hat, dann ist die Antwort auf, was wünschst du dir, oft nichts Besonderes. Mehr Lohn, weniger Stress. Das sind valide Antworten. Aber sie sagen nichts darüber aus, ob ein niedrigschwelliges Angebot das Leben dieser Person verbessern würde.
SPEAKER_00Die Befragung kommt nach sechs Monaten, nicht vorher. Vorher kommt das Angebot, nachher kommt das Feedback. Das ist die Reihenfolge, die in der Praxis funktioniert. Und jetzt möchte ich kurz bei einem Punkt bleiben, der in Gesprächen fast immer untergeht, weil er so simpel klingt, dass man ihn überspringt. Kommunikation. Ich habe Programme gesehen, die auf dem Papier brillant waren, App mit allem drauf. Budget. BKV, Sportangebote. Und am Ende haben 20% der Mitarbeiter gewusst, dass es das überhaupt gibt. Weil jemand einmal eine E-Mail geschrieben und gehofft hat, dass es sich irgendwie herumspricht. Das ist kein Einzelfall.
SPEAKER_01Die Forschung zeigt, Nutzungsquoten von Gesundheitsprogrammen sind direkt proportional zur Qualität und Frequenz der internen Kommunikation. Ein Programm, das einmal angekündigt wird, wird einmal wahrgenommen. Ein Programm, das regelmäßig sichtbar ist, durch die Führungskraft, durch Kollegengespräche, durch kleine Erinnerungen, baut Vertrauen auf. Und Vertrauen braucht Zeit.
SPEAKER_00Das ist kein Sprint, das ist ein Prozess. Wer nach vier Wochen sagt, keiner nutzt die App, hat sich nicht gelohnt, der hat die Kommunikation nicht als Teil des Konzepts verstanden. Menschen brauchen mehrere Berührungspunkte, bevor sie sich trauen, etwas Neues auszuprobieren. Das kennt jeder aus dem eigenen Alltag. Wie lange hat es gedauert, bis du das erste Mal eine neue App wirklich genutzt hast? Nicht nur installiert?
SPEAKER_01Es gibt im Marketing einen Begriff dafür. Die Regel der sieben Kontakte. Siebenmal muss jemand etwas wahrgenommen haben, bevor er eine Entscheidung trifft. Für betriebliche Gesundheitsangebote gilt Ähnliches. Nicht sieben Mails, aber ein Teammeeting, in dem die Chefin erzählt, was sie selbst nutzt. Ein Aushang. Ein Hinweis im Einzelgespräch. Eine kurze Erwähnung, wenn jemand über Rücken oder Stress klagt. Diese kleinen Momente addieren sich. Und irgendwann sagt jemand, stimmt, ich probiere das mal.
SPEAKER_00Und dann redet er darüber. Und das ist mächtiger als jede Einführungs-E-Mail.
SPEAKER_01Dann lassen wir die Zahlen sprechen. Was bringt eine Praxis wie die von Dr. Martina konkret davon, diesen Mythos zu überwinden? Annahmen zwölf Mitarbeiterinnen, durchschnittlich 21 Fehltage pro Person und Ja. Eine ZFA, die wegen anhaltender Rückenbeschwerden kündigt. Vakanzkosten nach Stepstone 29.000 Euro. Eine ZFA, die wegen mangelnder Wertschätzung kündigt. Gleiches Bild. Zwei ungeplante Abgänge in einem Jahr bedeuten für eine Praxis dieser Größe eine existenzielle Belastung. Nicht nur finanziell, sondern in der täglichen Patientenversorgung.
SPEAKER_00Und ein Gesundheitskonzept für diese Praxis, korrekt eingeführt und kommuniziert? Rund 600 Euro pro Person und Jahr. Das sind 7200 Euro gesamt. Hinzu kommen Maßnahmen durch Krankenkassenförderung nach ⁇ 20. Die geförderten Maßnahmenanteile sind für die Praxis kosteneutral oder sogar positiv.
SPEAKER_01Eine verhinderte Kündigung finanziert das Programm für mehrere Jahre. Das ist keine Hochrechnung. Das ist Grundarithmetik.
SPEAKER_00Zurück zu Dr. Martina. Ich sage ihr am Ende, du fragst, ob deine Leute mitmachen. Ich frage dich, hast du es ihnen schon erzählt? Nicht als Frage. Als Ansage, ab nächsten Monat gibt es bei uns eine Gesundheits-App, ein persönliches Jahresbudget, Sportangebote, freiwillig, keine Pflicht und ich zahle dafür. Weil ihr mir wichtig seid. Und weil ich das selbst nutze. Und dann nicht nur einmal kommunizieren, sondern immer wieder. Im Teameeting, im Einzelgespräch, wenn jemand über Stress spricht. Irgendwann sagt jemand, ich probiere das mal. Und dann redet er darüber. Das ist der Moment, auf den du hinarbeitest.
SPEAKER_01Und vielleicht ist das die beste Teilnahmequote, die ein Programm haben kann. Nicht 80% beim Sportchallenge. Sondern 100%, die wissen, mein Arbeitgeber investiert in mich.
SPEAKER_00Das war Vital Pro. Ich bin Hannes. Und wenn du jetzt sagst, ja, aber bei uns ist das trotzdem anders, dann schreib mir. Ich kenn das Gefühl. Ich hatte es selbst. Und ich bin gespannt auf deinen Fall. Bis zur nächsten Folge.