Mein Beruf
Dieser Podcast ist für alle, die es interessiert, über ihren beruflichen Tellerrand hinauszuschauen. Zu entdecken, was es sonst so für Jobs gibt und was andere Menschen so in ihrem beruflichen Alltag machen. Und natürlich auch für junge Menschen, die noch nicht wissen, wohin die Reise des Lebens sie führen soll. Ich hoffe der/die ein oder andere kann durch meinen Podcast seine Berufung finden.
Mein Beruf
Mein Beruf_02_Make Up Artistin
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In dieser Folge habe ich Nora Eglesz zu Gast, Visagistin/Make up Artistin, die über ihren Alltag, die Ausbildung und Herausforderungen in ihrem Beruf berichtet. Wie man Menschen für TV oder Filmproduktionen schminkt, wie bereitet man sich auf einen Job vor, wenn man Stars schminkt etc.... ;)
Hallo und herzlich willkommen zum Podcast Mein Beruf. In diesem Podcast geht es darum, junge Menschen in ihrer Berufsfindung zu unterstützen und auch einfach darum, etwas über andere Berufe zu lernen. Mein Name ist Etienne Krös und ich wünsche euch viel Spaß beim Zuhören.
SPEAKER_04Ich habe glaube ich zwölf Stunden durchgeschminkt, ich habe meine Füße und meinen Rücken nicht gespürt und habe mir dann wirklich gedacht, Wahnsinn, wenn ich dafür jetzt auch noch Geld bekäme. Das ist ja unpackbar. Genau, es gibt auch leider immer noch Männer, die die Angst vor meinem Pinsel haben.
SPEAKER_06Okay. Liebe Nora, herzlich willkommen. Danke, dass du da bist beim Podcast. Na klar. Ich würde sagen, stell dich mal vor. Wie heißt du, woher kommst du und was bist du von Beruf?
SPEAKER_04Mein Name ist Nora Egless. Ich bin ursprünglich Ungarin, bin aber in Deutschland aufgewachsen, wie man unschwer hören kann.
SPEAKER_06Den ungarischen Akzent hört man nicht mehr so raus.
SPEAKER_04Geht so. Und ich bin Make-up-Artistin.
SPEAKER_06Okay, dann habe ich gleich mal eine kleine Überraschung für dich. Ich spiele dir mal was vor. Und zwar von zwei zukünftigen Zuhörerinnen.
SPEAKER_05Okay. Was glaubst du, wie ist ein Make-up-Artist?
SPEAKER_01Also, ich weiß es zwar nicht ganz genau, aber meiner Meinung nach glaube ich, dass ein Make-up-Artist eine Person, ein Mann oder eine Frau ist, die andere Leute schminken. Oder ja.
SPEAKER_00Also für mich ist das so etwas, dass es eine Frau ist und sie macht ganz viele Make-up. Das heißt, sie entweder schmückt sie jemanden oder sie macht oder sie macht oder entweder macht sie selber Schmuck.
SPEAKER_06Genau, also mit Schmuck schmückst du Leute. Ich schmücke Leute. Kann man eigentlich so sagen.
SPEAKER_04So kann man das eigentlich sagen, ja. Manche weniger, manche mehr, aber ich schmücke Leute, ja.
SPEAKER_06Dann erklär uns doch mal so grob die Hauptaufgabe deines Berufs, was machst du so.
SPEAKER_04Also bei mir ist mein Klientel sehr abwechslungsreich. Ich arbeite mit Privatpersonen, wie zum Beispiel Bräuten oder Ballgängerinnen, genauso wie mit Fernsehmoderatorinnen und Innen. Und mache auch Werbungen, Kurzfilme, Musikvideos, längere Filme, alles Mögliche, Querbeet. Aber also langen Filmen noch am wenigsten. Und ansonsten Fotoshootings, alles quer durch die Bank eigentlich. Okay.
SPEAKER_06Ich höre gerade mein Kater kratzt in der Tür. Ich habe die extra zugemacht. Ich lasse jemanden rein. Ich glaube, mein Kater kommt jetzt in jeder Folge vor. Okay, das heißt, deine Hauptaufgabe ist es einfach, die Leute zu schminken, aber ich stelle es mal, es gibt verschiedene Anforderungen, ob das jetzt bei einer Hochzeit ist oder im Film oder.
SPEAKER_04Genau. Also genau, Hauptaufgabe ist ein Make-up je nach Anlass, offensichtlich, weil das ein Herrmoderator nicht so viel bekommt wie jetzt zum Beispiel eine Dame, die auf einen Ball geht, ist selbsterklärend. Ich mache auch Frisuren, also ich mache alles, was Haarstyling angeht, sozusagen. Und ja, also wie gesagt, und die Abwechslung ist für mich halt einfach total super, dass es von ganz dezent Tagesmake-up bis über wahnsinnig kreativ und außergewöhnlich alles dabei ist.
SPEAKER_06So, wir haben jetzt einen zweiten Interview-Teil. Und zwar zur Frage.
SPEAKER_01Und wo arbeitet ein Make-up-Artist? Also ich glaube wahrscheinlich, viele haben ein Studio, aber es können auch welche sein, die zum Beispiel bei einer Vorführung arbeiten, wo sie zum Beispiel die Schauspieler oder Schauspielerin schwingen.
SPEAKER_00Ich würde sagen, entweder zu Hause und die Leute kommen zu ihr oder in so einen kleinen Termindings.
SPEAKER_04Termindings.
SPEAKER_00Dass dann zum Beispiel sie macht dort Sachen, also nicht wirklich Termin, aber zum Beispiel irgendeinen Ort, wo wirklich die Sachen macht.
SPEAKER_04Alles klar.
SPEAKER_06Es wäre dann auch ein Studio wahrscheinlich. Genau, hast du ein Terminks? Ist das so? Terminings?
SPEAKER_04Ich habe ein kleines Homestudio, wo man eben auch zu mir kommen kann. Das sind dann eher zum Beispiel die Bräute für einen Probetermin kommen zu mir. Aber eben auch so Ballgängerinnen auch oft, dass sie zu mir kommen. Oder ich mache zum Beispiel auch Workshops, die finden meistens auch bei mir statt. Aber hauptsächlich bin ich mobil unterwegs, weil gerade bei so Produktionen und so muss ich ja vor Ort sein. Ja, ja, natürlich.
SPEAKER_06Okay, dann sind die ja gar nicht so falsch gelegen. Mit dem Studio wusste ich jetzt selber gar nicht. Ist das üblich bei euch?
SPEAKER_04Klar, absolut.
SPEAKER_06Also gerade so für Probettermine wahrscheinlich, ja. So, und eine letzte Frage. Okay. Haben wir denen gestellt.
SPEAKER_05Und was glaubst du, ob es Spaß macht, Make-up-Artist zu sein?
SPEAKER_00Es macht super Spaß für mich und für dich.
SPEAKER_05Also ich selber bin keine Make-up-Artist. Glaubst du, es macht Spaß, eine Make-up-Artist zu machen?
SPEAKER_00Ja, für mich schon, weil da könnten wir ganz viele Sachen machen. Wie zum Beispiel irgendwie so, man kann helfen. Oder man kann einen Termin haben für ganz kleine Kinder, so ganz kleine Mittel und die irgendwie lernen über Sachen.
SPEAKER_05Würdest du da gerne auch machen? Make-up Artist zeigen.
SPEAKER_00Ja, wenn ich dann größer übernehmen habe.
SPEAKER_05Das ist mega. Gibt es was, was du noch dazu sagen willst?
SPEAKER_00Naja, Make-up Artists ist cool, aber manchmal auch ganz viel Arbeit. Verstehe.
SPEAKER_05Hat es sehr. Na gut, Liebes, danke für deine Antworten. Ich wünsche dir einen super schönen Abend.
SPEAKER_00Dankeschön, auf Wiedersehen.
SPEAKER_06Also, ist es Make-up Artist cool?
SPEAKER_04Ja, extrem cool. Macht sehr viel Spaß. Und genau, ich habe vorhin noch vergessen, was zu meinen Jobbeschreibungen, glaube ich, auch ziemlich dazu gehört, ist, dass ich halt, da ich so nah am Menschen arbeite, dass ich eigentlich auch Schauspieler, Schauspielerinnen, Moderatoren und so weiter eigentlich auch so ein bisschen auf ihr psychisch vorbereitet. Richtig, also zumindest sie runterhol und ihnen noch, also diese paar Minuten bei Frauen ein bisschen mehr länger als bei Männern, aber ihnen halt ein gutes Gefühl gebe und in die gute Stimmung bringen.
SPEAKER_06Ich habe eh schon eine meiner Fragen vor und zwar sollte man als Make-up-Artist zusätzlich zur, ich sag mal, zur fachlichen Ausbildung noch gewisse menschlichen Kompetenzen in den Job mitbringen?
SPEAKER_04Absolut, absolut. Also Empathie ist, glaube ich, mal wahnsinnig wichtig. Und ja, sowas wie Feingefühl, aber auch Humor, gute Nerven, weil natürlich auch einfach mal unvorhergesehen, was schieflaufen kann.
SPEAKER_06Was kann das zum Beispiel sein?
SPEAKER_04Keine Ahnung. Ein Ausschlag, der über Nacht kommt zum Beispiel. Und da muss man halt einfach schnell, kreativ und lösungsorientiert sein.
SPEAKER_06Okay, also nicht nur schön machen, sondern dann auch den ein oder anderen Pickel vielleicht schaffen. Ja, natürlich.
SPEAKER_04Oder Fieberblase oder weiß der Kupplung, was kann ja alles passieren.
SPEAKER_06Schlafen und rote Augen oder geschwollene Augen oder so.
SPEAKER_04Richtig. Also ja, ich glaube schon, dass man auch recht flexibel sein darf, kann, soll, muss. Und wie gesagt, Mitgefühl, vielleicht auch, dass man halt gerne grundsätzlich einfach freundlich ist und die Nerven behält und aber auch weiß, wann man nicht reden muss, so in etwa. Weil wenn viele Schauspieler jetzt zum Beispiel auch noch den Text proben oder im Kopf durchgehen oder so oder wenn sie wahnsinnig. Die in sich gehen müssen wahrscheinlich. Richtig, richtig. Also so Taktgefühl ist, glaube ich, wahrscheinlich auch ein gutes Ding und halt einfach mit Menschen gerne arbeiten, weil wenn man das nicht mag, dann ist es.
SPEAKER_06Man ist halt sehr nah am Mensch, viel mehr als wie in anderen Berufen.
SPEAKER_04Genau, genau, genau, genau.
SPEAKER_06Dann erzähl uns mal, wie läuft es dein Alltag ab? Was ist bei dir so ein Standardjob, vielleicht auch mit Vorbereitung?
SPEAKER_04Das Gute ist, Standardjobs gibt es bei mir eigentlich nicht. Es ist halt immer alles anders, sage ich jetzt mal. Und genau das macht es für mich halt auch so wunderschön, dass es eigentlich immer anders ist. Vorbereitung ist auf jeden Fall Pinsel waschen, Make-up-Sachen desinfizieren und alles schauen, dass ich halt von allem genug habe. Manchmal auch das Kit ein bisschen umpacken, also Kit ist meine komplette Ausrüstung. Einfach schauen, so gut wie möglich auf alles vorbereitet zu sein, auf alle Eventualitäten. Und das ist natürlich jetzt bei einem Werbedreh ganz was anderes wie bei einem Portrait-Shooting zum Beispiel. Aber dass man halt, vor allem wenn es einzelne Porträts sind, dass man sich vielleicht auch über Schauspieler, Moderatoren und so weiter, halt einfach ein bisschen googelt, sich anschaut, wie sie sonst so aussehen, was sie gerne haben. Okay, also schon auch so eine Art von Vorbereitung oder Politiker-Interviews, dass man halt da auch mal weiß, um wen es geht, wenn man jetzt nicht da voll drin ist in der Geschichte. Und also das zähle ich auf jeden Fall auch unter Vorbereitung.
SPEAKER_06Das unter Umständen bei Frauen dann ein bisschen spezifischer, wenn man sich vorbereitet, die dann gerne geschminkt werden?
SPEAKER_04Genau, wenn jemand halt einen spezifischen Look hat und dann kann man davon ausgehen, wenn du, weiß ich nicht, 10 plus Fotos findest, die ähnlich aussehen, dass das halt sozusagen so ein Signature-Look ist sozusagen. Und ja, dann ist es gut, wenn man halt alles dafür auch dabei hat.
SPEAKER_06Legst du dir dann teilweise speziell nochmal was zu, wenn du siehst? Wie sieht normalerweise so oder so aus oder der?
SPEAKER_04Ja, kann gut vorkommen.
SPEAKER_06Absolut. Wie zum Beispiel?
SPEAKER_04Naja, zum Beispiel, ich hatte das große Vergnügen, Rebel Wilson schminken zu dürfen, hier in Österreich einmal. Und ich glaube, es hat wenig Leute gegeben, die so viele Fotos von ihr angeschaut haben. Und dann habe ich dir sicherheitshalber noch um die 10, 15 falsche Wimpern zusätzlich besorgt. Nicht, dass nicht welche dabei sind, die sie nicht mag oder so. Okay.
SPEAKER_06Mal kurz zur Ausbildung. Welche Ausbildung braucht man? Gibt es da eine Schule? Welche Art von Ausbildungen machen denn da die meisten?
SPEAKER_04Also es gibt verschiedene Schulen inzwischen. Ganz der Klassiker wäre wahrscheinlich Maskenbild. Das gab es lange Zeit nur in Deutschland. Das ist aber sehr theaterspezifisch und halt ganz viel mit Perückenknüpfen und sowas alles. Ist aber ein Lehrberuf und gibt es inzwischen auch in Österreich als Lehrberuf. Es gibt aber wahnsinnig viele sogenannte Kurse. Das sind dann eben entweder nur Visagistenkurse, was ein bisschen weniger ist als Make-up-Artist, weil man als Visagistin eigentlich nur Beauty, also nur im Beauty-Bereich arbeitet.
SPEAKER_06Genau, dann darf ich da mal kurz einhaken. Es gibt ja in deiner Branche verschiedene Berufsbezeichnungen, verschiedene Abstufungen: Make-up-Artist, Visagistin, Maskenbildnerin, kannst du uns das kurz erklären?
SPEAKER_04Klassisch würde man bei der Visagistin eher nur Beauty-Make-up sagen, und meistens is not mal Haarstyling mit dabei. Was in Österreich, would ich jetzt from my eighteen erfahring her, sagen, fast unmachbar ist, dass du wirklich nur Make-up machst. Weil it is in vielen Englischsprachigen Ländern schon immer noch so, dass Haarstyling separat ist anders. Aber in Deutschland und in Österreich gehört das zusammen, genau. Und das wäre dann von der Ausbildung her Make-up Artist, weil da haben wir nämlich eben Haarstyling, also wirklich nur das Formen der Haare, also vom Flechten über Locken, über Hochsteckfrisuren, aber eben nichts, was mit Farbeschnitt und ähnlichem zu tun hat. Und bei Make-up Artists sind eben auch so die Grundsachen von, sagen wir mal, das Minimum an SFX, also Special Effects Make-up, ist auch dabei. Also so kleinere Narben, auch so ein Halloween schwinken und genau, sowas ist alles in der Make-up-Artist-Ausbildung dabei.
SPEAKER_06Auch das ist noch bei, also Narben und solche Sachen, es gehören noch zu Make-up Artists.
SPEAKER_04Voll. Genau. Also damit hast du auf jeden Fall mal eine gute Base und dann gibt es halt Kolleginnen und Kollegen, die sich auf nur auf Special Effects spezialisieren und solche Sachen.
SPEAKER_06Also man stelle sich vor, zum Beispiel in einem Film gibt es eine Szene, wo die Hauptschlager platzt.
SPEAKER_04Hatte ich schon mal. Das sind zum Beispiel meine Grenzen. Da weiß ich ganz genau, dass es Kolleginnen gibt, die das fast täglich machen. Und dann sage ich halt der Bescheid und dann kommt die für solche Sachen.
SPEAKER_06Aber das heißt zum Beispiel in einer anderen Szene, wenn, keine Ahnung, irgendwer eine abkriegt, Messer oder sonst irgendwas oder einen blauen Fleck, dann gehört das noch zu Make-up-Artist dazu. Und dann gibt es quasi eine komplette eigene Ausbildung bzw. Fortbildung, wirklich wahrscheinlich. Fortbildung zum Masken.
SPEAKER_04Nein, das ist dieses SFX. Achso, SFX heißt es. Maskenbild ist eher, wie gesagt, so das ganz, wo man eher aus der Theaterecke, so das ganz klassische, die Basis von allen. Das ist, glaube ich, eher so dieser ganz klassische Oldschool-Bereich, wo das wahrscheinlich dann auch herkommt, ursprünglich.
SPEAKER_06Genau, genau, genau. Okay, interessant. Du hast gesagt, also es gibt Schulen dafür. Ja.
SPEAKER_04Also man kann auch am Wi-Fi einen Kurs machen, sozusagen.
SPEAKER_06Wie lange dauert er da so, die Grundausbildung?
SPEAKER_04Das ist relativ unterschiedlich. Also ich würde mal sagen, alles unter drei, vier Monaten ist wahrscheinlich nicht so gut oder halt zu kurz meines Erachtens. Aber wie gesagt, wenn du jetzt einen Vollzeitkurs machst, dann können es auch wahrscheinlich drei Monate sein.
SPEAKER_06Und es ist fantastisch, wenn alles dabei ist. Was hast du für eine Ausbildung gemacht und wie bist du denn überhaupt zu dem Job gekommen?
SPEAKER_04Ich probiere das kurz zu fassen. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich glaube, ich habe mit vier schon Schönheitssalon gespielt oder irgendwie so, also nie die klassische, weiß ich nicht, dass sich ja das mal halt so Arzt spielt oder irgendwie sowas, sondern das hat mir immer schon getaugt. Und ich war dann auch im Friseursalon von meiner Oma in Ungarn die professionelle Wicklerreicherin mit sechs. Und ich bin im Internat aufgewachsen in Deutschland und habe da war da auch immer schon für Haare, Nägel, Make-up, für alles zuständig. Und das hat mir einfach immer schon wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich habe mich auch wahnsinnig relativ früh selber angefangen zu schminken. Von fürchterlich bis war dann gar nicht so schlecht, war alles dabei. Ich habe dann allerdings erst studiert, was ganz was anderes. Ja, genau, so in etwa. Und als ich dann nach Wien gekommen bin, da gab es dann eben ein so ein Aha-Erlebnis, sage ich jetzt mal, wo eine damalige Freundin gesagt hat: Ja, es gibt ein Fotoshooting und das sind alles Schauspielschülerinnen und ich mache Hade um Make-up. Und ich so, was? Und sie so, ja, du hast doch gesagt, du kannst es. Und ich so, alles klar. Und das war halt wirklich mein erster eigentlicher Job. Ich habe alles eingepackt, was ich zu Hause hatte.
SPEAKER_06Der Sprung ins kalte Wasser. Voll.
SPEAKER_04Und ich habe, glaube ich, zwölf Stunden durchgeschminkt. Ich habe meine Füße und meinen Rücken nicht gespürt und habe mich aber trotzdem gefühlt, als wäre ich auf der geilsten Droge, die ich bisher nie erlebt habe. Und habe mir dann wirklich gedacht, Wahnsinn, wenn ich dafür jetzt auch noch Geld bekäme, das ist ja unpackbar. Und dann habe ich mir gedacht, das wird sich wohl irgendwie umsetzen lassen. Und habe dann eben zuerst eine Ausbildung zur Visagistin gemacht. Und habe dann tatsächlich in Linz meine Ausbildung zur Make-up-Artistin gemacht. Und beim, also Richtung Ende unserer Ausbildung haben wir unsere Ausbilderin auch schon auf größere Fotoshootings begleitet, was natürlich auch toll ist, weil du das erste Mal dann nicht alleine an so einem Set stehst und dir denkst, so Gott, was soll ich jetzt machen? Und es war wirklich einfach alles perfekt, genauso wie ich es mir habe vorstellen können.
SPEAKER_06Wunderbar. Okay, also die Leidenschaft war auf jeden Fall immer schon da bei dir. Voll. Und dann war es so.
SPEAKER_04Also es ist, glaube ich, ich glaube, dass es echt eine Mischung ist. Es kommen ja so viele Parameter dazu, ja. Kein Mensch hat die gleichen Gesichtsformen, die genaue, die Augenform wie du und du musst ja wahnsinnig flexibel sein.
SPEAKER_06Da würde ich jetzt gerne gleich mal einhaken. Wie schminkt man denn? Also du siehst, ich bin ungeschminkt, ich habe keine Ahnung von sowas. Ganz einfach erklärt, für jemanden, der keine Ahnung hat, wie schminkst du jemanden anders, ob du jetzt kleine oder große oder weite oder enge Augen hast?
SPEAKER_04Meines Erachtens, so die Grundtheorie vom Make-up ist ja, dass du mit Licht und Schatten arbeitest. Und wenn du das drin hast, unser Gesicht besteht auch aus Licht und Schatten. Du kannst dir das ganz bildlich, wenn du dir ein Skelett, also ein Skull vorstellst, überall wo Knochen ist, ist Licht. Und überall, wo wir keinen Knochen haben, ist Schatten. Okay. Das ist die Basis von allem. Anhand unserer Knochenstruktur eigentlich. Und genau, und es geht immer um Licht und Schatten eigentlich, weil du auch mit Licht und Schatten korrigierst du jedes Gesicht. Damit kannst du zum Beispiel eng stehende Augen weitermachen, wenn du weißt, wo du hell und dunkel setzen musst. Und hell und dunkel muss nicht schwarz und weiß sein. Es langt, wenn sie zwei bis drei Nuancen auseinander sind. Und dann kannst du eben zum Beispiel ein sehr rundes Gesicht, kannst du ein bisschen strukturierter machen, wenn du eben Schatten setzt und Licht. Und dadurch, du erschaffst eigentlich eine Illusion. Aber du kannst jedes Gesicht in Anführungszeichen optimalisieren, was auch immer das heißt. Weil für jeden ist auch noch was anderes schön, da brauchen wir gar nicht drüber reden, aber es gibt die Gesichtsform und die Augenform und die Lippenform, die, sage ich jetzt mal, für die meisten Menschen als im Allgemeinen attraktiv gilt. Und daran orientiert man sich. Also so lernen wir das auch, sage ich jetzt mal.
SPEAKER_06Sehr interessant.
SPEAKER_04Ja, das Thema, also ich weiß nicht, ich könnte wahrscheinlich zweieinhalb Stunden reden oder noch länger.
SPEAKER_06Also auf jeden Fall, also es klingt so, als wäre das auf jeden Fall auch eine kreative Arbeit, wirklich. Auf jeden Fall. Ich versuche ja hier auch die Sachen zu erforschen, die generell interessant sind für Leute, wenn sie sich zum Beispiel für einen Beruf entscheiden, wenn sie noch nicht wissen, was sie machen wollen. Wie eben ist das ein kreativer Beruf oder nicht? Je nachdem, wie sich jemand sein Arbeitsleben vorstellt. Wie sieht es denn zum Beispiel bei euch aus mit Selbstständigkeit angestellt sein? Seid ihr alle selbstständig oder gibt es auch Anstellungen?
SPEAKER_04Also ich bin selbstständig. Es gibt Anstellungen. Nicht sehr viele, muss man dazu sagen.
SPEAKER_06Vielleicht am Sturz.
SPEAKER_04Genau, am Theater und bei Fernsehsendern. Da bin ich mir nicht ganz sicher, ob das bei Fernsehsendern jetzt Vollzeit kann ich mir nicht vorstellen, dass das wahrscheinlich auch eher so eine Mittellösung ist, so in etwa. Und beim Film. Also dann ist man halt für Projektweise angestellt. Genau, genau, genau. Also ich würde wahrscheinlich schätzen, dass mindestens 85 Prozent meiner Kollegen und Kolleginnen wahrscheinlich auch selbstständig sind.
SPEAKER_06Wie ist die Begriff? Berufslage gerade in Österreich, kommt man da gut durch oder ist es schwierig? Gibt es schwierigere Zeiten?
SPEAKER_04Ich bin grundsätzlich ein, was das betrifft, ein sehr positiv denkender Mensch. Und ich gehe grundsätzlich auch davon aus, dass da es so ein persönlicher Job ist, den ich mache, beziehungsweise da ich dem Menschen so nahe bin, wird es immer Personen geben, die mich präferieren oder die andere präferieren. Und deswegen glaube ich A nicht, dass wir in Konkurrenz zueinander stehen und B, dass für jeden, was vorhanden ist. Es ist natürlich auch so, viele Kolleginnen und Kolleginnen spezialisieren sich oder haben irgendein ganz spezielles Steckenpferd, wo sie dann besonders gut drin sind oder was eben ihr unique Selling Point ist, sozusagen. Und es gibt wahrscheinlich aufs Jahr gesehen Phasen, wo nicht so wahnsinnig viel los ist, was dann zum Beispiel Jahresanfang werde. Ja, ist in unserer Profine dann so auch. Also ich hatte auch schon fantastische Jänner. Und dann gibt es Jänner, wo du dir denkst, alle weg oder was los? Aber das sind halt auch so Sachen, die einfach dazugehören und womit man schon, glaube ich, auch lernen muss, umzugehen und dann nicht in eine völlige Krise zu verfallen, nur weil es ein, zwei Monate halt nicht so wahnsinnig viel läuft. Und halt auch mit seinem Geldgut haushalten, dass man für solche Monate was auf der Seite hält. Generell so, wenn man selbstständig ist. Das ist total wichtig. Also meine Daumenregel würde sogar sagen, für gerade für Leute, die frisch selbstständig werden, dass sie zwischen drei und sechs Monate Fixkosten auf jeden Fall auf der Seite haben.
SPEAKER_06Was ist für dich ein guter Tag in deinem Beruf?
SPEAKER_04Ein guter Tag.
SPEAKER_06Wo du am Ende des Tages denkst, ach, jetzt bin ich wirklich happy, dass ich das mache und nicht was anderes wieder, an dem ich arbeite.
SPEAKER_04Ja, absolut. Wunderbar. Gerade, weil ja jeder Tag anders ist. Das ist für mich das Nonplusultra, ehrlich gesagt.
SPEAKER_06So, und an dieser Stelle muss ich eine Frage reinschneiden, die ich während des Interviews leider vergessen hatte to stellen und die mir Nora freundlicherweise per WhatsApp Sprachnachricht beantworted had. This is sicher any of you interested, and zwar hast du schon Leute geschminkt, die man kennt? Hast du schon stars geschminkt? Und jetzt zurück zu unserem Interview. Was ist das Schwierige, das Herausfordernde an deinem Beruf? Auch in dem Sinne, wann sollte man nicht Make-up-Artists oder Visagistinnen werden?
SPEAKER_04Also grundsätzlich, wenn man Menschen doof findet, das ist nicht so eine gute Voraussetzung. Vor allem, wenn man muss sich halt schon auf sehr unterschiedliche Menschen, also vom CEO bis zum Bundeskanzler bis zur Schauspielerin, Moderatorin, Privatperson ist halt einfach alles dabei, ja. Ich glaube, da muss man schon auch sehr flexibel sein, sich eben anzupassen auf die Menschen, wenn man da keinen Bock drauf hat oder wenn man, wenn einem das schwerfällt, dann ist es vielleicht nicht so cool. Und also wenn man schnell Ekel empfindet, ist es vielleicht auch nicht optimal, sage ich jetzt mal, weil ja, wir sind halt Menschen. Also ich meine, keine Ahnung, da fettige Haare oder sonst irgendwas. Ja, und das kommt halt vor und dann verwendest halt ein bisschen mehr Trocken Shampoo. Also das sind das sind so Sachen, die vielleicht Menschen, die nicht so nah am Menschen, am anderen Menschen arbeiten, gar nicht nachvollziehen können. Aber.
SPEAKER_06Apropos, das führt mich gleich zu meiner nächsten Frage. Du arbeitest ja wirklich sehr nah am Menschen, wie kaum eine andere Berufsgruppe. Und oft dann halt auch, dann ist man halt im Schminkkammerl mit einer Person zusammen. Führt es dieser enge physische Kontakt zu, naja, vielleicht Übergriffigkeiten. Ich würde mal sagen, hauptsächlich von Männern wahrscheinlich, ist das ein, ist das ein Problem in der Branche?
SPEAKER_04Also ich fange gleich mal damit an, dass ich zum Glück damit sehr wenig bzw. fast gar keine Probleme habe. Ich habe von sowas gehört, selbstverständlich, auch von Kolleginnen, die ich kenne und die Freunde von mir sind. Also wahrscheinlich gehört dann einfach Schlagfertigkeit und seine Grenzen aufzeigen wahrscheinlich dazu. Schmäh ist auch wahnsinnig wichtig, weil man damit auch saublöde Situationen auch noch irgendwie, sag ich jetzt mal, rumreißen kann. Ja, das ist halt wieder so eine Art Taktgefühl und irgendwie da gut mit Menschen können, so blöd, wie sich's anhört. Also wie gesagt, mir ist zum Glück nie irgendwas ganz Arges passiert.
SPEAKER_06Okay. Verändert sich gerade irgendwas in einem Beruf? Also, ich schätze mal, in eurer Branche wird jetzt AI zum Beispiel nicht so den großen Einfluss haben. Aber gibt es sonst irgendwelche neuen Trends in eurer Branche zum Beispiel?
SPEAKER_04Also was total spannend ist und wo ich zum Glück aber auch das eigentlich erst was Gutes sehe, ist, dass es ja auf YouTube, TikTok, Instagram und so weiter. Auf einmal ist jeder Make-up-Artist oder zumindest wahnsinnig gut beim Make-up. Und das ist auch spitze und ich finde das total super. Und ich schaue selber wahnsinnig gern YouTube-Videos, unter anderem auch, um mich regelmäßig weiterzubilden und on top zu bleiben, sozusagen. Was mich aber ein bisschen letztens gefreut hat, weil eine Freundin zu Besuch war und mir halt dann auf einmal 25.000 Fragen gestellt hat und sie gemeint hat, ich komme so durcheinander, ich kriege so unterschiedliche Informationen auf TikTok und auf YouTube. Das sind halt oft so Videos, die irgendwie die meisten Klicks bekommen möchten und sowas und dann halt immer so dieses von einem Extrem ins nächste Extrem und dann aber behauptet wird, das ist die einzige Wahrheit. Und wie gesagt, es ist gut, dass es sowas gibt. Das bedeutet, dass zum Beispiel ganz viele 12-, 13-Jährige, die schon von Hause aus eine Affinität haben, sich mit 14 so gut schminken können wie, weiß ich nicht, keine Ahnung, selten jemand, sage ich jetzt mal.
SPEAKER_06Nicht von unserer Generation mit 20.
SPEAKER_04Weil du halt so viele Infos bekommst. Und auf der anderen Seite gibt es aber auch viele Infos, die ich dann wieder irgendwie in Balance bringen kann, sage ich jetzt mal. Deswegen, auch in so in der Hinsicht, ist es ganz nochmal was anderes, wenn du halt wirklich zum Beispiel einen spezifischen Workshop, zum Beispiel bei mir oder bei irgendeiner Kollegin oder einem Kollegen, buchst, weil es dann halt wirklich um deine Features geht. Das ist eigentlich, wie wir vorhin schon drüber gesprochen haben, wenn du jemanden sich selber schminken, siehst, ist das eine coole Sache. Aber vielleicht kannst du es gar nicht 100% oder in den meisten Fällen kannst du es nicht 100% auf dich ummünzen, weil du eine ganz andere Gesichtsform hast, ganz andere Augen und so weiter. Und dann halt vielleicht auch manches gar nicht so gelingt und dir denkst, bin ich zu doof dazu oder was los? Und das ist halt, ja, genau. Also, aber grundsätzlich finde ich es toll, dass es sowas gibt.
SPEAKER_06Weil ich auch wegen Trends gefragt hatte, du bist ja, glaube ich, auch auf eine bestimmte Art von Schminke spezialisiert. Erzähl uns da mal ein bisschen was.
SPEAKER_04Ich habe mich auf veganes und tierversuchsfreies Make-up spezialisiert, weil ich das überflüssig finde. 2024, beziehungsweise ich mache das schon seit ziemlich lange, aber ich finde es grundsätzlich überflüssig, das irgendwie an Tieren zu testen. Und zusätzlich kommt dazu, dass viele Allergene tierischen Ursprungs sind. Und das sozusagen auch gleich nochmal zu minimieren, habe ich mich halt dann auf veganisch spezialisiert.
SPEAKER_06Was für tierische Produkte findet man denn in Albert?
SPEAKER_04Also zum Beispiel, was ganz gängig ist, ist Bienenwachs, Lanolin, das ist Wollfett von den Schafen. Dann Carmin, das sind kleine Käfer, die rote Farbe machen.
SPEAKER_06Natürlicher Farbstoffstädte.
SPEAKER_04Richtig, genau. Seide, also Seidenraupen, viel in so Schimmergeschichten und sowas alles. Ja, das sind mal so ein paar. Und genau, also ich gerade auch bei, also ich habe sehr gute Erfahrungen bei zum Beispiel Neurodermitikerinnen oder die extrem hypersensible Haut haben. Da kann ich zum Glück behaupten, dass ich bisher immer noch was gefunden habe in meinem Sortiment, was überhaupt null Reaktionen hervorgerufen ist.
SPEAKER_06Testet man das dann irgendwann an einer kleinen Stelle oder sowas, ob dann, wenn du weißt, eine Person hat viele Allergien oder klärt man sich dann vorher ab mit der Person.
SPEAKER_04Also entweder, weil das Witzige ist, dass die meisten dann halt zum Beispiel Bräute waren. Und das ist ja total praktisch, weil da hat man sowieso einen Probetermin, wenn er braut. Und da kann man aber auch schon sozusagen Erkundschaften des Themas kann man eigentlich schon ganz gut herausfiltern, was so die Probleme sind. Und grundsätzlich, wenn jemand sagt, entweder Neurodermitis oder full allergisch oder supersensibel, greife ich von Haus aus, glaube ich, schon mal zu Mineral Make-up, was ja so das Natürlichste eigentlich ist, was man.
SPEAKER_06Was versteckt man unter Mineral Make-up?
SPEAKER_04Das ist Puder oder Puderform oder inzwischen gibt es auch cremige Geschichten, die eben tatsächlich mehr oder weniger zu 95 Prozent aus Gestein ist, sozusagen. Also tatsächlich Mineralien. Genau, also das ist so das Natürlichste, was es gibt an Make-up, glaube ich. Und damit bin ich bisher immer am allerbesten gefahren.
SPEAKER_06Da habe ich jetzt noch eine kleine Zwischenfrage, weil ich habe dir vorher leider einen Ausschnitt nichts vorgespielt von den Kindern. Die eine sagt, nämlich, und man macht auch seine eigene Schminke oder sein eigenes Puder.
SPEAKER_00Sie nimmt Puder, aber das ist schwer, Puder zu machen. Also sie macht zum Beispiel Lippenstift. Und sie macht zum Beispiel Puder.
SPEAKER_06Ist das so? Gibt es denn Leute in deiner Branche, die wirklich die eigene Schminke?
SPEAKER_04Also ich speziell habe das tatsächlich auch schon gemacht. Ich habe sogar einen Kurs dazu gehalten in Budapest an einer sehr coolen Make-up-Akademie. Weil mich, also vielleicht auch gerade aus diesem tierversuchsvollen veganen Spektrum mich die Zusammensetzungen auch immer interessiert haben. Und ich habe mir sozusagen angeeignet, mal eine Grundformel oder Formulierung für cremiges Make-up und eine Grundformulierung für pudriges Make-up. Weil grundsätzlich, also alles ist ja ineinander auswechselbar. Wenn du diese zwei Hauptkomponenten mal hast, dann kannst du mit ganz viel Pigment spielen, wo dann wieder die Farbtheorie reinkommt, was ich auch total spannend finde. Und also dieses selber seine Sachen machen ist Wahnsinn. Also für mich, ich finde es total spannend. Ich hatte auch einen Kurzfilm, einen Horrorkurzfilm sogar, wo ich auch das ganze Blut und alles selber hergestellt habe, weil wir ganz viele Szenen hatten, wo die Schauspieler halt das auch noch im Gesicht oder im Mund hatten. Und da habe ich mir gedacht, okay, dann müssen es wirklich gute Inhaltsstoffe sein. Und das hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, wirklich. Also, und genau, und es ist eigentlich auch gar nicht so schwer, eben aus ein paar guten Wachsen, Ölen und Pigmenten zu Hause in der Küche ganz, ganz tolles, cremiges Make-up. Sehr interessant, das siehst du dann.
SPEAKER_06Die kleinen Sechsjährigen viel mehr Ahnung als ich. Siehst du? Eine letzte Frage, zu guter Letzt. Hättest du vielleicht noch irgendeine Anekdote zu erzählen aus deinem Berufsalltag?
SPEAKER_04Ja. Ja, habe ich wohl.
SPEAKER_06Na, dann schieß mal los.
SPEAKER_04Ich sage jetzt einfach mal kurz vorher schon dazu, dass es wahrscheinlich ein bisschen sehr klischeehaftet ist. Aber ich nixdestrot, dass es eigentlich eine sehr nette Geschichte finde. Und zwar bin ich mit einer Fotografin unterwegs gewesen in Österreich, um Porträtfotos für eine Firma zu machen. Und zwar wirklich von allen Mitarbeitern. Und unter anderem saßen wir halt dann eben.
SPEAKER_06Also das heißt, eine Firma hat euch engagiert, um Fotos von allen Mitarbeitern zu machen.
SPEAKER_04In ganz Österreich. Genau, bei allen Standorten eben. Und da waren wir ein bisschen eher in einer ländlichen Region, sagen wir es mal so. Und das war total spannend, weil mir aufgefallen ist, ein Herr den ganzen Tag während des Fotoshootings bei uns sitzt.
SPEAKER_02Da haben wir gedacht, spannend.
SPEAKER_04Wir haben uns super unterhalten. Und der war total super spielt. Der nicht gewartet hat, dass er geschmitiert oder so. Nee, genau, der war einfach nur da. Und irgendwann, halt nach einer Zeit, wo man schon so ein bisschen miteinander geredet hatte, habe ich halt so gefragt, sag mal, hast du heute nichts zu tun oder warum bist du den ganzen Tag bei uns? Und dann meinte er so, du glaubst nicht wirklich, dass meine Jungs sich so gut aufführen würden, wenn ich nicht hier werde, beziehungsweise wenn ich nicht sie schon eine Woche vorher auf diesen Termin vorbereitet hätte und ich so, okay. Und ich so, ja, cool, vielen Dank, dass du da bist.
SPEAKER_06Alles klar.
SPEAKER_04Ja, das ist leider immer noch bei Männer.
SPEAKER_06Zusatz zu dem Thema, das wir vorher hatten.
SPEAKER_04Ja, aber dass halt einfach viele nicht damit, also auch sich das gar nicht vorstellen können, was es ausmacht, ja. Weil ich rede jetzt nicht von einem Moderator, der sowieso nie ohne Make-up vor die Kamera geht, weil er ganz genau weiß, was das ausmacht. Sondern halt einfach von 0815, ich sag's einfach mal, wie es ist, meistens sind es Männer, die halt einfach sich das nicht vorstellen können, dass Augenringe halt einfach nochmal dreimal stärker sind mit Kunstlicht und Blitz und weiß ich nicht was. Und es einfach, weiß ich nicht, Unebenheiten oder Markel in Anführungszeichen gibt, die ich mit zweieinhalb Pinselstrichen wegmachen kann und man halt einfach dann natürlich auf dem Foto aussieht. Genau, es gibt auch leider immer noch Männer, die Angst vor meinem Pinsel haben. Aber wie gesagt, da muss man sich halt so eine kleine Reihe an witzigen Antworten überlegen und einfach, ja, sich ärgern tue ich mich da lange nicht mehr drüber.
SPEAKER_06Alles klar. Das ist wunderbar. Liebe Nora, vielen herzlichen Dank, dass du hier warst. War sehr aufschlussreich und sehr interessant und ich hoffe, es lernen auch viele Leute was dabei, wenn sie diesen Podcast hören.
SPEAKER_04Danke für die Einladung. Hat sehr viel Spaß gemacht.
SPEAKER_06Liebe Zuhörer, falls euch das gefallen hat, bleibt dran. Ich werde in Zukunft noch über ganz viele interessante Berufe berichten. Und wenn ihr denkt, dass euer Beruf einen Podcast wert ist oder ihr jemanden kennt, der gerne über seinen Beruf erzählt, dann schreibt mich an. Ich freue mich darüber, neue Berufe zu entdecken. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.