Das vergessene Stockwerk – Psychothriller Podcast

Ich habe unterschrieben, hier zu arbeiten… aber ich erinnere mich nicht daran.

Klaus Nachtschatten Season 1 Episode 11

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Er kommt in ein Krankenhaus, das zu ruhig ist.

Zu geordnet. Zu vorbereitet.

Niemand stellt Fragen.

Niemand widerspricht ihm.

Und doch scheint jeder genau zu wissen, wer er ist.

Ein Name taucht immer wieder auf.

Sein eigener.

Ein Vertrag.

Eine Unterschrift.

Und ein Satz, der alles verändert:

„Falls ich es vergesse: Ich habe darum gebeten.“

Was, wenn du selbst entschieden hast, hier zu bleiben…

und es einfach jedes Mal wieder vergisst?

Diese Geschichte lässt dich an deiner eigenen Wahrnehmung zweifeln.

Ohne Schreie. Ohne Monster.

Nur du… und die Frage, ob du wirklich gehen willst.



Was glaubst du – was ist wirklich passiert? Schreib mir.

Eine Geschichte von Klaus Nachtschatten.

SPEAKER_00

Sie hören eine Geschichte aus dem vergessenen Stockwerk. Ein Ort, den es offiziell nie gegeben hat. Doch manche Menschen behaupten, dort gewesen zu sein. Als sich die Fahrstuhltür im Untergeschoss öffnete, stand ich schon im Flur. Ich hatte nicht gemerkt, dass ich ausgestiegen war. Über mir blinkte keine Etage, nur ein ruhiges, gleichmäßiges Licht, das keinen Sinn ergab. Die Luft roch nach Desinfektion und etwas Warmem, das nicht hierher gehörte. Ein Schild an der Wand zeigte nach links. Station C. Der Pfeil war überklebt. Darunter stand etwas anderes. Ich wusste, dass ich es lesen konnte. Ich tat es nicht. Die Tür hinter mir schloss sich lautlos, zu lautlos. Ich ging los. Meine Schritte waren zu leise, nicht gedämpft, einfach nicht da. Weiter hinten quietschte etwas, langsam, regelmäßig, als würde etwas geschoben. Aber es kam nicht näher. An der Pforte saß eine Frau mit dunklem Dutt. Sie sah auf, bevor ich etwas sagen konnte. Sie schob mir einen Ausweis hin. Darauf stand Mitarbeiter. Ich sagte nichts. Ich wusste, dass ich sagen sollte, dass das ein Fehler ist. Ich tat es nicht. Die Frau machte einen Haken auf ihrem Klemmbrett. Sie sind pünktlich, sagte sie. Ich sah auf das Datum. Es war nicht heute. Ich blinzelte. Jetzt war es heute. Ich fragte, ob ich hier richtig sei. Sie sah mich an, als hätte ich das schon gefragt. Sie sagte, Heute schon. Ich ging weiter. Der Flur war zu ruhig, nicht leer, nur ohne jede Absicht. Türen links und rechts. Milchglas, dahinter Schatten. Ich blieb vor einer stehen. Mein Spiegelbild sah mich an. Es hob den Kopf. Ich nicht. Ich ging schneller. Ein Wartebereich lag offen im Flur. Zwei Reihen Stühle. Auf jedem lag dieselbe Zeitschrift. Alle exakt ausgerichtet. Auf einem lag keine. Dort lag ein Blatt. Ich nahm es. Ich wusste, dass ich es schon einmal gelesen hatte. Bitte heute keine Fragen stellen. Ich ließ es fallen. Hinter mir quietschte der Wagen. Näher. Ich drehte mich um. Niemand. Ich hörte ihn trotzdem. Ich ging weiter. Eine Tür öffnete sich. Ein Raum, ein Tisch, ein Hefter. Ich setzte mich, bevor ich mich entscheiden konnte. Der Hefter war ausgefüllt. Mein Name, mein Geburtsdatum. Details, die ich nie aufgeschrieben hatte. Unter einer Zeile stand. Er erkennt Wiederholungen erst spät. Ich blätterte weiter. Mehrere Einträge, verschiedene Handschriften. Er lehnt die Rolle ab. Er akzeptiert sie kurzfristig. Er vergisst. Ich stoppte, vergisst. Die letzte Seite, ein Datum. Heute, eine Unterschrift, meine. Ich wusste, dass ich sie nicht gesetzt hatte. Ich wusste auch, wie sie sich anfühlt. Hinter mir schritte, langsam, gleichmäßig. Ein Mann trat ein, gepflegt, ruhig, zu ruhig. Dr. Lehmann, sagte er. Ich sagte sofort, dass ich gehen wolle. Er nickte. Das sagen sie immer zuerst. Ich blieb still. Er setzte sich. Sie sind diesmal früher hier, sagte er. Ich fragte, was das heißen soll. Er sah zur Uhr. Sie bewegte sich nicht. Sie haben den Weg schneller gefunden. Ich spürte, wie etwas in mir dagegen arbeitete. Ich sagte, ich sei gerade erst gekommen. Er antwortete, Das glauben Sie jedes Mal. Ich stand auf, zu schnell. Der Stuhl fiel. Ich ging zur Tür. Sie war offen. Das machte es schlimmer. Der Flur war anders, länger. Die Türen hatten andere Nummern. Ich lief. Das Quietschen war hinter mir, direkt hinter mir. Ich sah mich nicht um. Eine Tür stand offen. Ich trat hinein. Ein Spiegel. Ich sah mich. Und mein Handgelenk. Ein weißes Band. Mit Barcode. Ich hob den Arm. Nichts. Im Spiegel war es da. Ich trat näher. Der Name war meiner. Darunter ein Wort. Mitarbeiter. Ich wich zurück. Das Band verschwand. Ich drehte mich. Der Raum war leer. Als hätte er sich entschieden, leer zu sein. Ich ging zurück. Oder woanders hin? Ich wusste es nicht. Der Flur war still, zu still. Dann sah ich die Treppe. Über der Tür stand Entlassung. Ich ging hin, langsam. Jeder Schritt fühlte sich falsch an. Ich öffnete die Tür. Ein kurzer Gang, eine Scheibe. Dahinter Nacht, echte Nacht. Ich trat näher. Im Glas sah ich den Flur. Und Menschen, viele. Sie standen ruhig, alle mit weißen Bändern. Auch ich, diesmal nicht nur im Spiegel. Ich spürte es. Engener, real. Ich riss den Ärmel hoch. Es war da, Alternative, abgenutzt, nicht neu. Ich hörte eine Stimme. Ruhig, geduldig. Bitte bleiben Sie nicht zu lange dort stehen. Ich drehte mich um, die Frau von der Pforte. Sie hielt ein Klemmbrett. Sie sah mich an, als hätte sie genau diesen Moment erwartet. Mehr als einmal. Ich fragte, ob ich hier raus kann. Sie überlegte kurz. Dann sagte sie, Sie können es wieder versuchen. Wieder. Ich sah zurück zur Scheibe. Die Nacht bewegte sich nicht. Kein Wind, kein Lichtwechsel. Nichts, wie ein Bild. Ich legte die Hand dagegen. Warm, zu warm. Ich zog sie zurück. Hinter mir quietschte der Wagen, direkt neben mir. Ich sah ihn nicht. Aber ich wusste, dass er da war. Die Frau trat näher. Heute erinnern Sie sich schneller, sagte sie. Ich fragte, woran. Sie sah auf mein Handgelenk, dann in mein Gesicht. Sie sagte, dass Sie hier arbeiten. Ich schüttelte den Kopf. Nein, zu schnell, zu sicher. Sie wartete. Dann sagte sie leise, Wollen Sie den Vertrag sehen? Ich sagte nichts. Sie reichte mir ein Blatt. Ich nahm es. Ich wusste, was darauf stand, bevor ich es las. Einverständniserklärung, freiwillige Teilnahme, Rotationsmodell, Unterschrift, meine. Ich sah genauer hin. Unter meiner Unterschrift stand ein zweiter Satz. Handschriftlich. Immer wieder derselbe. Falls ich es vergesse, ich habe darum gebeten. Ich spürte, wie mein Kopf leer wurde, nicht wie Panik, wie Platz, als würde etwas entfernt. Ich sah zur Tür, zur Nacht, dann wieder auf das Papier. Meine Handschrift immer wieder, immer gleich. Falls ich es vergesse, falls ich es vergesse, falls ich es vergesse. Ich sah die Frau an. Ich fragte, wie oft. Sie antwortete nicht sofort. Dann sagte sie, oft genug, dass wir es dokumentieren mussten. Hinter uns sagte jemand meinen Namen. Ruhig, geduldig, wie eine Routine. Ich sah auf mein Handgelenk. Das Band war nicht neu. Es war alt, mehrere Schichten übereinander, übereinander geklebt. Ich hatte sie nie abgenommen. Ich ging einen Schritt zur Tür, dann blieb ich stehen. Nicht wegen Angst, wegen Erkenntnis. Wenn ich gehe, werde ich wiederkommen. Wenn ich bleibe, werde ich vergessen. Ich sah noch einmal zur Nacht. Dann drehte ich mich langsam um. Die Frau machte keinen Schritt. Sie wartete. Wie immer. Ich gab ihr das Blatt zurück. Sie machte einen Haken. Ich wusste, dass ich diesen Moment gleich verlieren würde. Ich wusste, dass ich gleich wieder im Fahrstuhl stehen würde und nicht wissen würde, wie ich hierher gekommen bin. Ich sah sie an. Ich wollte etwas sagen, etwas Wichtiges, etwas, das ich mir merken kann. Aber mir fiel nichts ein, das ich nicht schon einmal gesagt hatte. Die Fahrstuhltür öffnete sich hinter mir. Ich drehte mich nicht um. Ich hörte nur das leise Blinken über der Tür und fragte mich, kurz bevor ich es wieder vergesse, warum ich jedes Mal unterschreibe. Sie hörten das vergessene Stockwerk. Wenn Ihnen diese Geschichte gefallen hat, folgen Sie dem Podcast für weitere Psycho-Thriller. Neue Episoden erscheinen regelmäßig. Eine Produktion von Gravelow Voices.