Das vergessene Stockwerk – Psychothriller Podcast
Psychologische Thriller-Geschichten, die unter die Haut gehen.
Dieser Podcast entführt dich in dunkle Welten voller Geheimnisse, vergessener Orte und verstörender Wahrheiten. Jede Episode ist eine eigenständige, intensive Hörgeschichte – kalt, minimalistisch und mit einem verstörenden, offenen Ende.
Perfekt für Fans von:
Psychologischer Thriller,
Horror-Geschichten,
mysteriöse Podcasts,
Dunkle Erzählungen und urbane Legenden.
Neue Folgen erscheinen regelmäßig.
Setz dich. Hör zu. Und frag dich danach, ob du wirklich allein bist.
Das vergessene Stockwerk – Psychothriller Podcast
Jede Nacht klopfte es hinter meiner Wand…
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Erst waren es nur drei leise Schläge. Jede Nacht. Immer im gleichen Rhythmus.
Ich dachte, es wäre die Wand. Der Altbau. Ein Nachbar.
Bis ich merkte, dass etwas zurückreagiert.
Als ich aufhörte zu antworten, wurde es schlimmer.
Die Geräusche wanderten. Durch die Wohnung. Durch mich.
Und irgendwann begann es, mich zu lernen.
Diese Geschichte ist nichts für nebenbei.
Hör genau hin.
Und antworte besser nicht.
Was glaubst du – was ist wirklich passiert? Schreib mir.
Eine Geschichte von Klaus Nachtschatten.
Sie hören eine Geschichte aus dem vergessenen Stockwerk. Ein Ort, den es offiziell nie gegeben hat. Doch manche Menschen behaupten, dort gewesen zu sein. In der ersten Nacht dachte ich noch, das Geräusch käme aus dem Heizungsrohr. Es war zu regelmäßig für Zufall. Drei langsame Schläge, dann eine Pause, dann wieder drei. Ich lag wach und zählte mit, obwohl ich nicht wollte. Irgendwann merkte ich, dass ich den Atem anhielt, nicht aus Angst, eher aus dem Gefühl, dass man etwas nicht stören sollte. Als es aufhörte, war der Raum sofort zu still. So still, dass ich die Wand ansah, als hätte sie gerade etwas von mir erwartet. Am nächsten Morgen wirkte alles lächerlich Altbau, dünne Wände, irgendjemand im Nachbarzimmer, Holz arbeitet, Rohre arbeiten, Menschen bewegen sich. Nur eines passte nicht. Die Wohnung nebenan stand leer. Das hatte mir der Makler damals gesagt, fast beiläufig, als wäre es ein Vorteil. In der zweiten Nacht kam das Geräusch wieder. Diesmal kein Klopfen, ein Kratzen, langsam, zögernd, als würde jemand mit den Fingern über die Wand fahren und etwas suchen, das er nicht sehen konnte. Ich setzte mich auf und lauschte. Das Kratzen wanderte, erst links, dann höher, dann direkt hinter meinem Kopfteil. Zu nah. Ich klopfte einmal dagegen. Sofort war es still. Diese Stille traf mich härter als jedes Geräusch, denn jetzt wußte ich, daß etwas reagiert hatte. Am dritten Abend blieb ich lange im Wohnzimmer. Licht an, Fernseher an, Geräusche gegen Geräusche. Als ich schließlich ins Schlafzimmer ging, fühlte sich die Luft dichter an. Ich legte mich hin, wartete. Nichts, fast eine Stunde lang nichts. Dann, genau in dem Moment, in dem ich glaubte, es sei vorbei, kamen die drei Schläge langsam, bewusst. Als hätten sie gewartet, bis ich bereit war. Ich nahm mein Handy und hielt es an die Wand. Meine Hand zitterte leicht. Ich nahm alles auf. Am nächsten Morgen hörte ich mir die Aufnahme an. Man hörte nichts, nur meinen Atem. Und ganz am Ende ein einzelnes Klopfen, nicht hinter der Wand, direkt neben dem Mikrofon. Ich hörte es noch einmal und noch einmal. Es kam von meiner Seite. Danach begann ich tagsüber nach Antworten zu suchen. Ich sprach mit der Hausverwaltung. Der Mann dort war ruhig, freundlich, routiniert. Die Wohnung nebenan sei seit Jahren unvermietet. Probleme mit Feuchtigkeit. Kein Zugang. Eigentümer im Ausland. Seine Stimme klang sauber, zu sauber. In der vierten Nacht hörte ich Schritte, langsam, gleichmäßig, vier Schritte nach links, Pause, vier Schritte zurück, immer dieselbe Strecke. Ich lag im Bett und bewegte mich nicht. Ich hatte das Gefühl, dass jede Bewegung etwas verändern würde, dass etwas dann entscheiden müsste. Am Morgen fand ich unter der Fußleiste feinen weißen Staub, eine schmale Spur, genau entlang der Strecke, die ich gehört hatte. Ich machte ein Foto. Am Abend kaufte ich Ohrstöpsel, ein Fehler. Mit ihnen hörte ich weniger von außen, aber mehr von innen. Mein Puls, mein Schlucken, mein Atem. Und darunter etwas anderes. Gedämpft, geduldig. In der fünften Nacht sprach ich zum ersten Mal. Ist da jemand? Ich flüsterte es kaum hörbar. Nichts. Dann, nach einigen Sekunden, drei langsame Schläge. Ich antwortete nicht mehr. Am nächsten Tag klingelte ich bei den Nachbarn. Niemand hatte etwas gehört. Niemand hatte etwas bemerkt. Aber alle reagierten gleich. Ein kurzer Blick, zu lang, als würden sie prüfen, ob ich es wirklich meine. Am Abend sah ich die Wand länger an als nötig. Im Licht wirkte sie glatt, im Dunkeln nicht. Es war keine klare Form, nur eine leichte Veränderung, als würde sich auf der anderen Seite etwas anlehnen. Nicht stark genug, um durchzukommen, nur stark genug, um zu bleiben. Ich schlief irgendwann ein. Gegen drei Uhr wachte ich auf, weil ich glaubte, meinen Namen gehört zu haben. Nicht gesprochen, gezeichnet, langsam. Buchstabe für Buchstabe. An der Wand. Am nächsten Morgen fand ich auf meinem Handy eine neue Aufnahme. Ich erinnerte mich nicht, sie gestartet zu haben. Die ersten Minuten waren still, dann Schritte, nicht hinter der Wand, in meinem Zimmer. Langsam, dann meine Stimme, flach, fremd. Ich sagte, heute nicht. Pause. Dann, er ist noch nicht so weit. Ich spulte zurück, hörte es wieder. Meine Stimme war eindeutig, aber ich erinnerte mich an keinen Moment davon. Ich fuhr zur Hausverwaltung und ließ mir einen Schlüssel geben. Ich blieb, bis sie nachgaben. Am Nachmittag stand ich vor der Tür der leeren Wohnung. Der Schlüssel klemmte kurz. Dann ging die Tür auf. Die Luft war trocken, zu trocken, kein Geruch von Schimmel, nur Staub und etwas Metallisches. Die Räume waren leer, bis auf einen Stuhl, im Schlafzimmer, direkt an der Wand, die an mein Bett grenzte. Unter dem Stuhl Kratzspuren, hin und her, immer dieselbe Strecke. Ich trat näher, der Putz war dort dunkler, in Augenhöhe, als hätte dort über lange Zeit etwas gelegen. Ich beugte mich vor. Dann sah ich die Linien. Fein eingeritzt. Reihen zählmarken, viele, zwischen ihnen ein Satz. Wenn du antwortest, merkt er sich dich. Ich wich zurück. Mein Fuß stieß gegen etwas unter dem Stuhl. Ein kleines Diktiergerät. Ich nahm es mit. Zu Hause lud ich es auf. Eine Datei, nur eine. Ich drückte auf Abspielen. Atmen, unruhig. Dann eine Stimme. Leise, müde. Wenn sie das hören, sind sie schon zu weit. Pause. Er hört nicht nur, er lernt. Noch eine Pause. Am Anfang antwortet man. Später wartet man. Und irgendwann merkt man nicht mehr, wer angefangen hat. Ein dumpfer Schlag, dann stille. Ich stoppte die Aufnahme. In dieser Nacht blieb ich wach. Ich saß im Wohnzimmer, alle Lichter an. Gegen halb zwei begann es. Nicht im Schlafzimmer, im Flur, ein Kratzen, dann drei Schläge, dann wieder Stille. Ich sagte nichts. Das Geräusch bewegte sich, langsam, durch meine Wohnung, als würde etwas meinen Grundriss kennen. Es stoppte direkt hinter mir. Ich hielt den Atem an. Dann hörte ich es, ein zweites Atmen, nicht meins, direkt hinter mir. Ich sprang auf und lief ins Schlafzimmer. Die Wand war im ersten Moment leer. Dann sah ich es. Eine Druckstelle, wie ein Gesicht, Stirn, Nase, Mund. Und dort, wo der Mund sein musste, rieselte frischer Staub. Ich ging nicht näher. Ich blieb stehen und wartete. Dann kam ein einzelnes Geräusch, sehr leise, ein Klopfen von meiner Seite. Ich drehte mich langsam um. Hinter mir war niemand, aber das Geräusch kam wieder, noch einmal, diesmal klarer aus meiner Brust. Ich stand da und verstand es erst Sekunden später. Der Rhythmus war derselbe. Drei Schläge, Pause, dann wieder drei. Heute Nacht habe ich nicht gewartet. Ich habe mich nicht hingelegt. Ich habe die Wand nicht angesehen. Ich habe nichts gesagt. Aber es hat trotzdem angefangen, nicht hinter der Wand, neben meinem Bett. Und diesmal hat es nicht geklopft. Diesmal hat es von innen gekratzt. Sie hörten das vergessene Stockwerk. Wenn Ihnen diese Geschichte gefallen hat, folgen Sie dem Podcast für weitere Psycho-Thriller. Neue Episoden erscheinen regelmäßig. Eine Produktion von Gravelow Voices.