Das vergessene Stockwerk – Psychothriller Podcast
Psychologische Thriller-Geschichten, die unter die Haut gehen.
Dieser Podcast entführt dich in dunkle Welten voller Geheimnisse, vergessener Orte und verstörender Wahrheiten. Jede Episode ist eine eigenständige, intensive Hörgeschichte – kalt, minimalistisch und mit einem verstörenden, offenen Ende.
Perfekt für Fans von:
Psychologischer Thriller,
Horror-Geschichten,
mysteriöse Podcasts,
Dunkle Erzählungen und urbane Legenden.
Neue Folgen erscheinen regelmäßig.
Setz dich. Hör zu. Und frag dich danach, ob du wirklich allein bist.
Das vergessene Stockwerk – Psychothriller Podcast
ABWÄRTS: Die Etage ohne Nummer
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„Die Luft im Fahrstuhl riecht nach altem Kupfer und ungewaschener Wolle...“
Stell dir vor, du drückst auf das Erdgeschoss, aber die Kabine sinkt tiefer. In eine Welt, in der die Flure gelb leuchten und dein eigenes Spiegelbild dich nicht mehr ansieht. Diese Geschichte führt dich an den Rand des Verstandes.
In diesem immersiven Audio-Erlebnis verschwimmen die Grenzen zwischen deiner Wohnung und einem Ort, der keine Namen kennt. Wer sitzt auf deinem Sofa, wenn du nicht da bist?
Was glaubst du – was ist wirklich passiert? Schreib mir.
Eine Geschichte von Klaus Nachtschatten.
Sie hören eine Geschichte aus dem vergessenen Stockwerk. Ein Ort, den es offiziell nie gegeben hat. Doch manche Menschen behaupten, dort gewesen zu sein. Die Luft im Fahrstuhl riecht nach altem Kupfer und ungewaschener Wolle. Das Licht flackert nicht. Es ist zu hell. Es ist ein kaltes, klinisches Weiß, das jede Pore auf meinen Handrücken betont. Ich drücke die Taste für das Erdgeschoss. Nichts bewegt sich. Die Anzeige über der Tür bleibt dunkel. Der Aufzug vibriert ganz leicht, als würde tief im Schacht ein riesiges Tier atmen. In meiner Tasche vibriert mein Telefon, ein dumpfes Summen gegen meinen Oberschenkel. Ich hole es nicht heraus. Ich starre auf die geschlossene Edelstahltür. Mein eigenes Spiegelzerrbild starrt aus dem Metall zurück. Draußen herrscht vollkommene Stille. Kein Rauschen der Lüftung, kein gedämpftes Murmeln aus den Fluren. Nur das Ticken meiner Armbanduhr an meinem Handgelenk. Plötzlich ruckt die Kabine an. Sie gleitet nicht. Sie sinkt wie ein Stein in tiefes Wasser. Mein Magen drückt gegen meine Rippen. Ich greife nach dem Handlauf aus Metall. Er ist eiskalt. Die Zahlenanzeige über der Tür erwacht zum Leben. Sie zeigt keine Ziffern. Sie zeigt nur horizontale Striche. Zwei kleine Balken, die langsam blinken. Der Aufzug hält. Sanft, fast zärtlich. Die Türen gleiten zur Seite. Draußen ist ein Flur. Er sieht aus wie der Flur in meiner Etage. Teppichboden in verwaschenem Blau, Tapeten mit dezentem Streifenmuster. Aber das Licht ist anders. Es ist ein diffuses, gelbliches Dämmerlicht. Es gibt keine Lampen an der Decke. Das Leuchten scheint direkt aus den Wänden zu sickern. Ich trete einen Schritt nach draußen. Die Tür hinter mir schließt sich sofort. Ich drücke den Knopf für den Aufruf. Er leuchtet nicht auf. Er fühlt sich an wie massives Plastik ohne Mechanik. Ich gehe den Flur entlang. Alle Türen sind identisch, keine Nummern, keine Namensschilder, nur glattes, dunkles Holz. Ich klopfe an die erste Tür. Das Geräusch ist unnatürlich laut. Es klingt, als würde ich auf einen hohen Baumstamm schlagen. Niemand antwortet. Hinter der Tür höre ich ein Geräusch, ein langsames, rhythmisches Schleifen, als würde jemand einen schweren Sack über feines Sandpapier ziehen. Hin und her. Ich beschleunige meinen Schritt. Der Flur scheint sich zu dehnen. Die Perspektive verschiebt sich leicht. Die Decke wirkt nun ein Stück tiefer als zuvor. Ich erreiche eine Biegung. Dort steht ein kleiner Beistelltisch. Darauf liegt ein Schlüsselbund. Ich erkenne den Anhänger. Es ist ein kleiner, abgegriffener Lederelch. Diesen Anhänger habe ich vor drei Jahren verloren. Er riecht noch immer nach dem billigen Parfüm meiner Exfreundin. Die Schlüssel sind warm, als hätten sie gerade noch in einer Hosentasche gesteckt. Ich nehme sie in die Hand. Das Metall brennt auf meiner Haut. Ich spüre ein heftiges Stechen in meinem Hinterkopf. Eine Erinnerung, die nicht ganz an die Oberfläche will. Weiter hinten im Flur öffnet sich eine Tür einen Spalt breit. Ein schmaler Streifen Dunkelheit fällt auf den gelben Teppich. Ich bleibe stehen. Mein Atem geht flach und schnell. Aus dem Türspalt schiebt sich eine Hand. Sie sieht aus wie meine Hand. Die gleichen Narben an den Knöcheln, die gleiche Form der Fingernägel. Die Hand tastet blind nach dem Türrahmen. Die Bewegungen sind ruckartig und unkoordiniert, wie bei einer Marionette an zu langen Fäden. Die Finger krallen sich in das Holz. Ich will schreien, aber meine Kehle ist wie zugeschnürt. Ein trockenes Krechzen ist alles, was ich zustande bringe. Ich drehe mich um und renne zurück. Der Aufzug steht noch immer dort. Die Türen sind weit geöffnet. Ich stürze hinein. Ich hämmere auf die Tasten, irgendwelche Tasten. Die Türen schließen sich quälend langsam. Bevor sie ganz einrasten, sehe ich die Gestalt am Ende des Flurs. Sie steht jetzt im Licht. Sie trägt meinen Mantel. Der Aufzug fährt nach oben. Die Vibration ist jetzt so stark, dass meine Zähne klappern. Das weiße Licht in der Kabine brennt in meinen Augen. Die Anzeige springt um. Eine rote Vier erscheint, dann eine fünf, endlich die sechs. Meine Etage. Die Türen öffnen sich. Ich stolpere hinaus in meinen Flur. Er ist hell, er ist vertraut. Ich atme die vertraute Luft von Bonawachs und abgestandenem Kaffee ein. Ich gehe zu meiner Wohnungstür. Meine Hände zittern so stark, dass ich den Schlüssel kaum ins Schloss bekomme. Ich sperre auf und trete ein. In der Wohnung ist es dunkel. Ich schalte das Licht im Flur ein. Alles ist an seinem Platz. Meine Schuhe, meine Post auf der Kommode. Ich gehe ins Badezimmer und spritze mir kaltes Wasser ins Gesicht. Ich starre in den Spiegel. Mein Gesicht wirkt blass. Meine Augen sind gerötet. Ich trockne mir die Hände ab. Dabei fällt mein Blick auf den kleinen Haken neben dem Spiegel. Dort hängt normalerweise mein Ersatzschlüssel. Der Haken ist leer. Ich greife in meine Manteltasche. Ich ziehe den Schlüsselbund mit dem Lederelch heraus. Er ist eiskalt. Plötzlich höre ich ein Geräusch aus dem Wohnzimmer. Das gleiche langsame Schleifen wie auf dem Flur ohne Nummer. Ein schwerer Sack auf Sandpapier. Ich gehe langsam zur Tür. Mein Herz hämmert gegen mein Brustbein. Ich schiebe die Tür einen Spalt breit auf. Das Licht aus dem Flur wirft einen langen Schatten in den Raum. Auf meinem Sofa sitzt jemand. Die Person trägt den Rücken zu mir. Sie trägt genau das gleiche Hemd wie ich, die gleiche Haltung, die gleiche leichte Neigung des Kopfes. Die Person dreht sich langsam um. Die Bewegungen sind noch immer ruckartig, als müssten die Muskeln erst lernen, wie man sich bewegt. Ich sehe das Gesicht, es ist mein Gesicht, aber die Augen fehlen. An ihrer Stelle sind nur glatte, graue Hautstellen, wie bei einer Puppe, die nie fertiggestellt wurde. Das Wesen öffnet den Mund. Es kommt kein Ton heraus, nur ein kleiner Schwall von grauem Staub fällt auf seine Knie. Es hebt den Arm, es deutet auf das Fenster. Draußen ist es stockfinster. Es gibt keine Straßenlaternen, keine Lichter der Nachbarhäuser, nur endlose Leere. Ich gehe zurück in den Flur meiner Wohnung. Ich will zur Haustür. Ich will weg. Ich will die Treppe nehmen, niemals wieder den Aufzug. Ich erreiche die Haustür und reiße sie auf. Dahinter ist kein Treppenhaus. Dahinter ist kein Licht. Hinter meiner Wohnungstür befindet sich eine weitere Tür aus dunklem Holz, ohne Nummer, ohne Namensschild. Sie steht einen Spalt breit offen. Ich schaue an mir herab. Mein Mantel ist weg. Ich trage jetzt eine grobe, graue Robe aus Wolle. Sie riecht nach altem Kupfer. Ich spüre, wie der Boden unter meinen Füßen leicht vibriert. Es ist kein Haus. Es war nie ein Haus. Das sanfte Atmen eines großen Tieres tief im Schacht wird lauter. Ich greife in meine Tasche. Dort ist kein Telefon mehr. Nur ein paar grobe Kieselsteine und ein Stück verrostetes Metall. Ich höre Schritte hinter mir in der Wohnung. Die Schritte sind schwer und ungleichmäßig. Jemand schleift einen Fuß nach. Ich trete aus meiner Wohnungstür in den Flur ohne Lampen. Die Tür hinter mir schließt sich mit einem endgültigen, metallischen Klicken. Ich gehe den gelben Teppich entlang. Ich kenne diesen Weg bereits. Ich weiß, dass an der nächsten Biegung ein Tisch steht. Ich weiß, dass ich dort etwas hinterlassen muss, damit der Nächste weiß, dass er nicht allein ist. Aber ich habe nichts mehr. Ich taste mein Gesicht ab. Meine Finger gleiten über glatte Haut, wo meine Augen sein sollten. Es tut nicht weh. Es ist nur eine Feststellung. Das Licht aus den Wänden wird schwächer. Es verfärbt sich ins Graue. Ich bleibe stehen und warte. Hinter einer der Türen höre ich das Geräusch einer sich öffnenden Aufzugstür. Es ist weit weg. Aber es ist deutlich. Jemand drückt einen Knopf. Jemand wartet auf die Anzeige. Jemand riecht das alte Kupfer. Ich öffne meinen Mund, um eine Warnung zu rufen. Aber aus meiner Kehle steigt nur feiner, grauer Staubempor. Die Dunkelheit im Flur ist jetzt fast vollständig. Nur weit hinten leuchtet ein kleiner, weißer Kasten auf. Es ist die Anzeige eines Aufzugs. Sie zeigt zwei horizontale Striche. Sie blinken langsam, wie ein Herzschlag, der kurz vor dem Stillstand steht. Ich setze mich auf den Boden. Der Teppich fühlt sich an wie trockenes Gras. Ich fange an zu warten. Ich frage mich, wie lange es dauert, bis die Türen sich wieder öffnen. Und ich frage mich, ob ich diesmal derjenige sein darf, der einsteigt. Aber tief im Inneren weiß ich, dass der Aufzug keine Nummern mehr hat. Er hat nur noch Richtungen, die niemand benennen kann. In der Ferne höre ich eine vertraute Stimme. Sie flüstert meinen Namen. Aber die Stimme kommt nicht von draußen. Sie kommt aus meinem eigenen, leeren Kopf. Ich schließe die Stellen, an denen meine Augen waren, und ich warte darauf, dass der Boden endlich aufhört zu atmen. Denn ganz gleich, wie tief man sinkt. Es gibt immer noch ein Stockwerk, das tiefer liegt. Man erkennt es daran, dass man dort seinen eigenen Namen vergisst. Sie hörten das vergessene Stockwerk. Wenn Ihnen diese Geschichte gefallen hat, folgen Sie dem Podcast für weitere Psycho-Thriller. Neue Episoden erscheinen regelmäßig. Eine Produktion von Gravelow Voices.