Wir kaufen dein Motorrad

DDR Mopeds aus Vietnam importieren - Das steckt hinter Area S51

Tobias Peuckert Season 1 Episode 2

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🎙️ In diesem Podcast „Wir kaufen dein Motorrad“ sprechen Tobias von WirKaufenDeinMotorrad.de und Tarek von Area S51 offen, wie ihre Unternehmen wirklich entstanden sind - mit obdachlosen Mitarbeitern, Vietnam-Importen und einem viralen TikTok-Video.

Ohne Marketing-Blabla, sondern echte Erfahrungen aus tausenden Deals, Restaurationsprojekten und dem täglichen Geschäft.


Das Format richtet sich an:
→ Motorradbesitzer, die verkaufen wollen  
→ Käufer, die den Markt verstehen wollen  
→ Unternehmer & Schrauber, die hinter die Kulissen blicken möchten  
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SPEAKER_01

Hi, ich bin Tobias, der Gründer von Wir kaufen dein Motorrad, der wahrscheinlich größte Motorradhändler, Gebrauchtmotorradhändler Deutschlands, wenn nicht sogar der größte Motorradhändler Europas. Ich habe die Seite gegründet und möchte mit Tarek, der hier sitzt, der ist der Gründer von Area S51, der wahrscheinlich größte Motorrad, Händler für Simson S51, heute so ein bisschen auf die Entstehungsgeschichte eingehen. Also im Prinzip die Hosen runterlassen und erklären, wie wir dahin gekommen sind, wo wir jetzt sind. Und was auf dem Weg so passiert ist. Fang du doch einfach mal an und erzähl, wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen, S51 zu verkaufen.

SPEAKER_00

Ja, Tobi, man muss ein bisschen bekloppt sein, wenn man mit den Dingern handelt. Und das kommt, glaube ich, aus der Kindheit noch. Wir haben im Elternhaus viele Oldtimer gehabt, viel dran rumgeschraubt, mit Papa ein bisschen die Nacht hinein und so weiter und so fort. Selber jetzt nicht großartig sehr viel besessen im Studium und so, das ist ein bisschen untergegangen. Und dann war 2023 eine schicksalshafte Begegnung mit einem Kollegen auf Malta, der mir eben von der Historie der DDR-Mopeds erzählt hat und dass da einige nach Vietnam gegangen sind nach der Wende, aufgrund der Tatsache, dass wir Hilfsarbeiter hatten in der DDR, die sich dann entschieden haben, nach der Wende wieder nach Hause zu kehren mit ihrem Hab und Gut. Und dann war die Geschichte erstmal ein bisschen wieder in den Hintergrund gerückt. Und dann bin ich ein Jahr später nochmal auf ihn zu und habe gesagt, hey, wie sieht's aus? Hast du da noch irgendwie weiter daran gearbeitet an der Geschichte mit den DDR-Mopeds in Vietnam oder nicht? Und dann hieß es dann, ja, noch nicht so ganz und so. Und dann habe ich dann gesagt, hör mal zu, Jung, Buddha bei die Fische, morgen geht's los, du und ich oder nur ich. Und dann hat er sich Gott sei Dank für du und ich entschieden. Und dann haben wir die Flüge nach Vietnam gebucht. Und wir hatten erst die Idee, ja, weil wir auch beide den Hintergrund mit dem Schrauben hatten, dass wir nur die Fahrzeuge rüberholen nach Deutschland, ein bisschen aufmachen, also Motorgeneral überholen, bremsen neu und solche Geschichten und dann eben weiter an den Mann bringen. Und da haben wir ein Lager, eine Werkstatt in Hamburg eröffnet und den Teil der Geschichte, den kriegst du gleich noch im Anschluss. Weil die Hamburg-Geschichte alleine ist eine Geschichte für sich. So, es fing auf jeden Fall, also Area S51 fing so, ich sag mal, halboffiziell in Hamburg Anfang 25 an.

SPEAKER_01

Eine Sache noch, also ich meine, du hast es mir schon erzählt, Zuschauer finden es sicherlich interessant oder können sonst den Faden nicht finden. Warum braucht man S51 aus Vietnam? Also warum? Achso. Was ist da der Deal?

SPEAKER_00

Der Hype in Deutschland um die S51, da brauche ich, glaube ich, keinem drüber zu reden. Also das sind Mopeds, mit denen darf man 60 Kilometer pro Stunde mit dem AM-Führerschein, beziehungsweise mit dem B-Führerschein fahren. Und das Besondere an den Vietnam-Mopeds ist, dass es Mopeds sind, die in Deutschland gefahren sind. Das bedeutet, wenn man mit diesem Rahmen in Deutschland, wenn man Papiere beantragt, bekommt man Papiere mit 60 Kilometer pro Stunde Zulassung.

SPEAKER_01

Und die sind Mangelware und die kriegt man auf anderen Wegen nicht mehr und deshalb ist das eine super spannende Quelle. Viel spannender als, ja, also es geht gar nicht anders. Also wenn du eine schnelle Simme haben willst, dann entweder eine Gebrauchte in Deutschland oder deine Quelle, das, was ihr da ausgemacht habt.

SPEAKER_00

Deshalb lohnt sich das überhaupt, die hierher zu holen. Wir haben natürlich einen sehr, sehr günstigen EK gehabt, zumindest am Anfang für die ersten 30. Der war wirklich unfassbar günstig. Ich glaube, den Preis kann ich es auch einfach mal sagen. Das denken die Leute, äh, kann doch nicht wahr sein. Wir haben pro Simme 250 Euro bezahlt. Was? Für das gesamte Mob-Wedding.

SPEAKER_01

Das ist gut. Okay, das ist wild. Und über den Preis heute spricht man über den?

SPEAKER_00

Mittlerweile kann man, glaube ich, drüber sprechen. Also ich meine, es kommt fast an den Preis ran, den man auch in Deutschland für den Rahmen bezahlt. Das heißt.

SPEAKER_01

Also es ist kein in dem Sinne gigantisch besserer Deal mehr. In Summe ist es im Prinzip der gleiche Deal. Das heißt, es ist so. Richtig, ja. Aber das ist nicht mehr das, was euch heute ausmacht. Nein, nein. Es ist immer noch eine Bezahlung.

SPEAKER_00

Allerdings könnten wir heute das Geschäft nicht nochmal genauso starten wie damals. Weil die Learnings in Summe zu viel gekostet hätten, weil das nicht möglich ist. Weil die Kosten aktuell so hoch sind, Rahmen zu beziehen und so weiter und so fort, dass es, dass du, wenn du gar keinen Bekanntheitsgrad und keinen USP hast. Kannst du nicht starten, genau, das meine ich. Kannst du nicht starten.

SPEAKER_01

Ja, ja, ja. Okay, verstanden.

SPEAKER_00

So, und in Hamburg machen wir gleich weiter.

SPEAKER_01

Ja, dann bin ich jetzt erstmal dran. Ja, würde ich mal sagen, ja. Also ich habe eine Werbeagentur betrieben ursprünglich in Aachen. Ich meine, da können wir jetzt gleich mit der Geschichte auch noch reinkretschen, aber ich erzähle jetzt erstmal ganz kurz meine Seite Aachen. So, ich habe eine Werbeagentur betrieben, AdFreak, und habe im Prinzip, ja, was haben wir gemacht, Webseiten gebaut. Ich habe in dem Studium angefangen, ich versuche es schnell durchzukriegen, hol nur so ein kleines bisschen aus, wo das alles herkommt. Also habe ursprünglich Maschinenbau studiert, eine Werbeagentur im ersten Semester gegründet. Hat eigentlich auch schon im ersten Semester so gut funktioniert, dass ich gesagt habe, cool, also eigentlich habe ich jetzt darauf Bock, ich bin jetzt nicht direkt raus aus der Uni, aber also ich habe nicht mehr so ernst studiert wie davor, in dem Moment, wo es eigentlich schon angefangen hat zu funktionieren. Also das heißt, da wurde, ich sage jetzt mal, ein akzeptables Gehalt mit verdient nach dem ersten Jahr so. Hab mich im Wesentlichen im Bereich SEO, ich selbst fortgebildet, SEO und Google Ads. Und hab dann sehr schnell gemerkt, okay, die Leute, die brauchen nicht nur SEO und Google Ads, die brauchen noch Webseiten, hab dann jemanden dazu geholt, der Webseiten bauen kann und damit ist der Laden dann mit der Zeit immer größer und größer geworden. Es ist ein Gehalt bei rumgekommen, was funktioniert hat. Und ja, über die Geschichte der Agentur will ich jetzt eigentlich gar nicht weiter ins Detail gehen. Irgendwann, das war dann acht, neun Jahre später gewesen sein, Agenturbetrieb, ich zu dem Zeitpunkt Studium lange, lange abgeschrieben, habe dann eine Webseite für einen lokalen Motorradhandel in Aachen umgesetzt. Also sorry, kam zuerst der Job, eine Google-Kampagne zu optimieren. Und das würde ich sagen, haben wir derartig gut gemacht. Also die Performance hat sich verdreifacht, vervierfacht im Prinzip in der Woche. Also es war Wahnsinn, weil die einfach, ja wie soll ich das sagen, sie war einfach so schlecht vorher, dass das gar nicht so schwer war, die richtig gut zu machen. Wie auch immer, Kunde super zufrieden, direkt eine Webseite hinterhergeordert und die auch umgesetzt, ich würde auch sagen, schön umgesetzt. Wahrscheinlich bis heute, wenn nicht gleich, sogar ähnlich, bis heute online. Aber irgendeinen Streitpunkt gab es. Ich weiß ehrlicherweise heute gar nicht mehr, was der Streitpunkt genau war. Auf jeden Fall haben sich die Wege, ich glaube von Kundenseite hauptsächlich, deshalb so ein bisschen getrennt und es war dann kein Wunsch mehr, noch weiter da zusammenzuarbeiten. Ich kann mir heute nichts vorwerfen, also wenn ich es könnte, ich würde das jetzt sagen oder würde es noch eingestehen, aber es waren wahrscheinlich Lapalien. Vielleicht gab es eine Diskussion über eine Rechnung, über einen Preis, ich weiß es nicht, keine Ahnung. Ich hatte zu dem Zeitpunkt, und das wusste er nicht, ich habe es ihm zu dem Zeitpunkt noch nicht gesagt, etwas entdeckt, also weil ich einfach in diesem Markt so ein gigantisches Potenzial gesehen habe, weil also nicht nur er, sondern eigentlich jeder Motorradhändler derartig schlecht aufgestellt ist im Online-Marketing, dass ich das kann nicht wahr sein. Also was ich dem alles Gutes tun kann, was ich für den leisten kann, Wahnsinn und habe die Domain, die damals zum Verkauf stand, wir kaufen deinen Motorrad, gekauft. Von einem Domain-Händler. Also nicht mit ihm überhaupt nichts zu tun. Ich fand diese Domain absolut genial. Um ehrlich zu sein, ich wollte ihm diese Domain verkaufen als Projekt mit einer Idee, nämlich mit der Lösung, ja, wie kann man diesen Motorradhändler marked professionalisieren, wie kann man da ein Produkt drauf machen, was at the end so aussieht that a private person on this new product a motorrad verka, and yet the schlüssel. Not for him self, also for him as a motorradhandler, sort of damage an handler weiterverkaufen kann. While there have the knackpunkt gesehen, also with denen privatperson Motorräder verkaufen konnten, die gab es vorher schon. Also mobile kleiner Zeichen, das gab es ja alles damals schon. Was es für Motorräder nicht gab, gab dann also einen Anbieter, an den eine Privatperson an einen Profi verkaufen kann, aber auch in einem Volumen, in einer Masse, in einer Größenordnung, die jetzt der einzelne Motorradhändler gar nicht abdecken kann und die er auch preislich gar nicht sinnvoll anbieten kann. Weil ein Händler kann nicht all das kaufen und er kann auch nicht für jedes Fahrzeug den richtigen Preis anbieten. Also das war die Idee. Die hatte er zu dem Zeitpunkt nicht, also zumindest hatte sie mir nicht kommuniziert. Und meine Idee war, diese Idee, mit Umsetzung natürlich durch uns oder idealerweise mit Umsetzung durch uns, diese Domain mit diesem Konzept an ihn zu verkaufen oder dieses Projekt mit ihm gemeinsam umzusetzen. So, die Idee entstand und zu irgendeinem Zeitpunkt gab es dann aber diesen Backclinch, nenne ich ihn jetzt mal, und er wollte, ohne überhaupt davon zu wissen, dass ich diese Idee dafür ihn vorbereitet hatte, nicht mehr mit mir zusammenarbeiten. Und dann stand ich da mit dieser Domain, die war ziemlich teuer, also für meine damaligen Verhältnisse, ich habe die für 2500 Euro gekauft. Und ja, stand dann ja eigentlich mit einem Problem da, weil ich jetzt eine 2500 Euro Domain da rumliegen hatte, mit der ich nichts mehr anfangen kann. Und ich habe mir diesen Markt immer und immer wieder angeguckt und dachte mir dann, ey, ich muss das irgendwie selbst machen. Also da führt jetzt kein Weg dran vorbei. Wenn ich es dem nicht mehr verkaufen kann, dann muss ich das jetzt selbst machen. Und dann haben wir das gemacht. Ich habe das damals mit einem Kollegen aus meinem Team gemeinsam gemacht. Und wir haben die Seite aufgebaut, haben die vermarktet. Und ja, das waren die Ursprünge. Und ja, was soll ich sagen? Es hat nicht funktioniert. Also, wir hatten keine Zahlenden Kunden.

SPEAKER_00

Also bei dir auch nicht. Nee. Genau das gleiche bei mir in Hamburg auch. Ich habe ja den Cut bei Hamburg gemacht, weil Hamburg eine Story für sich nochmal ist. Aber ich würde vielleicht doch nochmal kurz in einem Zeitstrahl zurückspringen. Also dieses ganze Thema mit Vietnam lief unter strengster Geheimhaltung. Da durfte niemand von erfahren. Weil wir hatten Angst, dass uns andere Leute auf die Schliche kommen und das genau das Gleiche um sich. Ja, okay, ja, so, ja, ja. Das heißt, wir haben dann, wie gesagt, in Hamburg dann eine Halle gemietet. In Vietnam die eine Woche, die erste Woche Vietnam, die würde ich gerne auch vielleicht nachher nochmal aufgreifen, wie das abgelaufen ist. Jedenfalls war da schon Ware aus Vietnam in zerlegtem Zustand wohl, also nicht als vollständiges Mobett, auf dem Weg nach Hamburg. Für euch. Für uns. Und wir haben da, sind da nach Hamburg geflogen und haben uns dann die Halle ein bisschen eingerichtet, rudimentär. Wir haben ja wirklich angefangen, wir sind ja nicht irgendwie alteingesessene Schrauberwerkstätten, dass wir genau wissen, welche Werkzeuge wir brauchen. Und dann haben wir einfach rudimentär einfach, sind wir wirklich in den Baumarkt und haben drei, vier Wagen voll mit Werkzeug und Regalen und sowas eingekauft und sind dann rübergefahren mit dem Auto in die Halle und haben angefangen, die Halle einzurichten. Und einen Tag später kam dann die erste Lieferung. Das waren dann vier Kisten. Riesige Boxen. Also voll mit Ersatzteilen, mit zerlegten Simme und so weiter, Rahmen und so weiter und so fort. Dann habe ich dann ein Gerüst aus Paletten gebaut, die auch mit angekommen sind aus Hanoi, um die Rahmen richtig schön einzuhängen. Davon gibt es auch noch ein TikTok-Video, was soforts viral gegangen ist, weil es hat noch nie jemand 70 Rahmen von der Simson-Süße auf einen Haufen irgendwo gesehen. Das gab's halt, das gibt's halt nicht. Das sind also Bilder, die siehst du halt nie. Und wir haben dann die ganzen Kennungen, also das sind ja wirklich so Logistikboxen gewesen, wo dann auch so eingebrannte Stempel oder diese gesprüten Hanoi-Aufschriften, die haben wir alle unkenntlich gemacht, dass falls hier mal jemand mal reinkommt, wir hatten so eine Paranoia, dass niemand das wissen durfte. Weil die so geil war. Weil ihr gesagt hättet, dass direkt jemand hat. Genau, richtig, richtig. Hat sich auch nachher im Nachhinein herausgestellt, dass es dann auch passiert ist. So, wir haben dann angefangen. Wir mussten natürlich dann Mitarbeiter haben. Wir hatten ja 70 Rahmen. Wir haben selber nicht oft Simmen aufgebaut. Also der Kollege von mir, der hat bereits einige aufgebaut, aber nichtsdestotrotz, wir waren beide ein bisschen eingerostet, was das angeht, dann haben wir einen Aufruf gemacht. Oft keiner zeigen, wir suchen jemanden mit Schrauberkenntnis und so weiter. Haben wir dann vier, fünf Leute kurzzeitig dann da gehabt. Bist du vorher Schrauber gewesen? Also was ich so faszinierend finde. Rudimentär. Rudimentär. Ich habe eine Affinität dazu. Das ist aber nicht meine Ausbildung. Ich habe das nie gelernt oder sonstiges. Also, aber ich habe eine Affinität dazu. Also mein Vater hat sich Vorkriegsfahrzeuge, 1933, 1935, Holzkarosse mit Stahlrahmen, also diese aus der Nazizeit in Deutschland, DKW, deutsche Kraftwagen. So, back to Hamburg. Also Hamburg, wir hatten da fünf Leute und die Idee war, wir setzen die Simmen so rein, wie die uns gefallen. Das heißt, wir haben das Tankset ausgewählt, das war dann gelb, welcher Auspuff und so weiter. Wir haben quasi alles so wie wir gedacht haben, dass es nett is, reingesetzt. Die Simmen, die waren auch hier mit dem Lenker verrostet und so weiter, chrome abgeplatzt und so. Das war nicht irgendwie absolut Top-Notch, High Quality. Verchromt ihr? Wir verchrommen nicht, nein. Wir kaufen komplett fertig. Die Köpfe jetzt. Mittlerweile kommt der Lenker komplett fertig. Wir haben kurz überlegt, ob wir nicht Krumm und galvanisieren und ob das auch noch alles machen sollen. Aber die Sache ist, du willst ja die Komplexität so niedrig wie möglich halten. Damit du deinen Kopf frei hast.

SPEAKER_01

Es wird wahrscheinlich auch nicht günstiger. Also einen Lenker wieder zu reparieren, ist nicht.

SPEAKER_00

Du kriegst ihn niemals so hin wie ein neuen Laker. Niemals. Also kann mir keiner irgendwas erzählen. So, jedenfalls, dann haben wir die Sachen reingesetzt für einen wirklich absoluten unschlagbaren Preis. Ich glaube, die allererste Simme, die ist, glaube ich, für 2600, also weit unter 3000 Euro bei EBAC, also bei Kleinerzeichen reingegangen. Es war eine einzige Simme und das tat mir schon weh. Aber wir mussten einfach verkaufen. Wir müssten einfach irgendwie anfangen, uns planen machen und so weiter. Und da war noch kein Area S51, das war noch gar nicht so richtig, wie sag ich mal, klar, das ganze Thema. Und dann habe ich mir gedacht, okay, Moment mal ganz kurz, es wäre doch geil, wenn sich die Kaufinessenten ihre Simme so aussuchen können, wie sie es gerne hätten. Also mit blauem Tank, mit schwarzen Schutzblechen, also mit schwarzemen. Also, ihr habt keine Kundenbestellung umgesetzt, sondern ihr habt gebaut, wie wurde gebaut, der Kunde entweder kauft oder er kauft nicht. Ja, wir mussten logischerweise vorfinanzieren, weil die Simmer, die waren ja nicht komplett so eins zu eins wieder aufbaubar. Wir mussten sämtliche Bauteile. Und diese, das war eine Menge an Bauteilen, die wir dazu kaufen mussten, die war so hoch, dass ich wirklich an dem Abend nicht eingeschlafen bin, als ich das einmal mit zusammengerechnet habe. Weil dann rechnest du ja hoch. Dann rechnest du ja, oh mein Gott, wir haben jetzt gerade 30 oder.

SPEAKER_01

Aber hätte man nicht erst einfach fünf aufbauen können oder eine, bis sie verkauft ist und dann die nächste?

SPEAKER_00

Ja, trotz, dennoch, dennoch. Weil du wusstest ja ganz genau, du brauchst jetzt für jede Simme brauchst du mehrere tausend Euro. Ja, klar. Das bedeutet aber, du kannst sie nicht für 3000 Euro verkaufen. Du musst ja wesentlich höher ansetzen, damit du überhaupt auch noch Profit hast, um für dich was auszuzahlen und weiter in das Unternehmen zu entwickeln.

SPEAKER_01

Und das hast du realisiert, bevor du den ersten Preis, dir überlegt hast, oder danach.

SPEAKER_00

Nein, danach. Das war ja das war ja das Schlimme. Das war ja danach. Das war ein richtiges, richtiges Anfänger-Learning war das. Wurdest wieder richtig auf den Boden der Tatsachen geholt. So, und dann hatten wir natürlich das Setup so ein bisschen da, dann haben wir den Konfigurator gerade gestartet. Man konnte wirklich nichts auswählen bei uns. Also mittlerweile haben wir ja, ich glaube, insgesamt über 50.000 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten. Wir hatten damals vielleicht 20, also Tanksetfarbe und Blechfarbe und das war alles. Dann haben wir einen Mitarbeiter dort gefunden an Ort und Stelle und ich bin wieder zurück in Zypern, sitze dann da im Bett, bin kurz vorm Einschlafen und gucke nochmal kurz auf die Sicherheitskamera. Dann sitzt der Mitarbeiter, der hat sich mittlerweile ein Bett reingestellt in die Garage, zwei Sofas, ein Regal mit seinen privaten Sachen und in der Mitte von der Werkstatt, zwischen den ganzen Kunden Muppets, hat er seine Würstin auf dem Elektro-Grill gegrillt. In einer ganz kleinen Werkstatt. Die war viermal zehn Meter, also fünf Quadratmeter, mehr war das nicht. Und warum? Der war obdachlos. Wieso? Das wusste keiner. Achso, also du wusstest nicht, dass. Ich wusste nicht, dass der obdachlos ist. Ich bin davon ausgegangen, dass bei ihm alles Tutti ist. Er kommt zur Arbeit morgens, geht nachher bis wieder nach Hause. Das ist eine wilde Geschichte. Ja, und der hat uns auch zwei Mopeds verkauft, die wirklich in einem sehr gefährlichen Zustand. Also der hat für uns aufgebaut und dann ausgeliefert an Kunden, die waren. Da waren die Mopeds wirklich in einem sehr, sehr, sehr grenzwertigen Zustand. Weil er sie nicht richtig hat. Weil er sie nicht ordentlich aufgebaut hat, ja, richtig. Das war sehr, sehr, sehr brisant. Und dann drehe ich mich zu meiner Frau rum und sage, sorry, Caro, ich muss morgen früh sofort den ersten Flug nach Hamburg nehmen. Ich breche diese ganze Thematik in Hamburg ab. Dann bin ich mit meinem Sohn, mit dem ersten, der war damals sieben und ich habe gedacht, komm, du nimmst die ganze, du nimmst hier mit, dass er das halt quasi alles mit erfährt und so weiter und so fort. Nimmst du ihn mit nach Hamburg, um den Umzug vorzubereiten. Ich wusste noch gar nicht, wohin ich will. Moment, du wolltest die komplette Idee einstampfen. Nicht ja, Idee einstampfen, ich wollte die Garage einpacken und irgendwo neu aufbauen. Warum? Aber jetzt nicht wegen dem Typen. Wegen dem Typen, also Mitarbeiterproblematik, also generelle Mitarbeiterproblematik.

SPEAKER_01

Achso, also es gab also generell gab es Personalprobleme.

SPEAKER_00

Qualifikation war ein großes Problem, keiner hatte wirklich Ahnung von der ganzen Thematik. Die Preise waren exorbitant hoch in Hamburg. Wir waren im Zentrum, mittendrin waren wir. Das war damals eine strategische Entscheidung, das zu tun, weil wir gedacht haben, wenn wir dort sind, dann kriegen wir am schnellsten verkauft. Da war dieses ganze Thema mit Marke, Area S51 und das war gar nichts. Höchstes durchschnittliches Einkommen Deutschlands mit und generell die extrem hohe Affinität zu Mopeds. Ah, okay. Höher als in München noch. Ja, ja, okay, aber also ich sag mal, es sind ja schon Ostmopeds. Ostmopeds. Nichtsdestotrotz, aber durch den Vorteil, die 60 kmh, ist es für ganz Deutschland extrem interessant. Ah, okay.

SPEAKER_01

Ja, okay. Ich hätte es wirklich erwartet, dass es vor allem Ostdeutsche sind, die diesen Kult leben und das sind, keine Ahnung. Also ich meine, ich bin früher aus mir gefahren. Herkules war das, glaube ich. Ja, ja, genau. Ich wäre jetzt nicht auf die Idee gekommen, exorbitant viel mehr für eine Summe zu bezahlen. Ja, ja. Ich weiß gar nicht, ist eine Herkules, sind sie seltener, weniger selten?

SPEAKER_00

Ja, ich denke da, aber die haben einfach noch. Ja, das ist halt das Problem, ja. Das ist ja das Problem. Ja, und dann habe ich dann Flugtickets gebucht mit dem Ältesten rüber. Und dann haben wir in, und dann habe ich noch Kollegen angerufen aus meiner Geburtsstadt. Da sind dann hochgefahren aus Aachen und haben dann dort die gesamte Halle mit 70 Rahmen und 30, also Fahrzeugteile für 30 Fahrzeuge, plus Regale, plus alles mit Anfang dran in so einen Iveco-Koffer reingekriegt. Also Koffer ist ja Wagen mit Pritsche und Aufbau quasi. Bis oben hin, bis oben hin voll. Und bin dann los von Hamburg Richtung hinter Berlin, weil mein Vater dort lebt und weil die Simme ja auch so im Osten kommt. Also habe ich mir irgendwie werde ich ja schon was finden. Also ich hatte noch nicht hundertprozentig was. Und dann bin ich extra noch oben über Rostock gefahren, weil so mit dem Fahrzeug hätte ich so überhaupt nicht fahren dürfen. Das heißt, die Zulage war viel zu hoch. Gesichert war da gar nichts.

SPEAKER_01

Ja, ja, ja. Ja, abgefahren. Mega. Und dann habt ihr was gefunden. Und aber zu dem Zeitpunkt lief der Laden noch nicht.

SPEAKER_00

Es lief gar nichts, es war nur Geldverbrennen ohne Ende war das. Ohne Ende Geld verbrennen was.

SPEAKER_01

Also ich finde es vor allem deshalb krass und mutig, weil, also ich sage jetzt mal, der Weg von ich betreibe eine Werbeagentur und okay, baue eine Webseite in einer Branche, die ich vorher noch nicht angefasst habe, aber verstehe im Prinzip das, worum es geht. Also ich meine, der Hauptdeal bei meinem Geschäft war ja, dass ich die Lücke im Marketing entdeckt habe. Also dass ich gesehen habe, ey, da ist Potenzial, was man sich, wenn man weiß wie, relativ einfach nehmen kann. Und das war für mich jetzt wenig abstrakt, ne? Okay, okay, ich muss jetzt auch noch was mit Mopeds machen. Und ich meine, ich fand Mopeds vorher auch schon cool und bin noch vorher schon gefahren, aber es war jetzt nicht so abstrakt so für dich. Ich meine, du kommst ja, wenn ich mich recht erinnere, auch aus dem Online-Marketing. Und da jetzt zu sagen, ich baue jetzt Motorräder auf, ohne ein echter Schrauber zu sein, ist schon ein deutlich krasserer Sprung. Also da muss ich sagen, Hut ab. Also einfach vor dem Gesamtaufwand. Also ich meine, ich hab ja auch. Also allein Standort, Personal, all das mit all dem und ohne zu wissen, dass es geht, ist krass.

SPEAKER_00

Wir haben versucht, wir haben aber versucht, alle Hebel umzulegen. Also in diesen zwei, drei Monaten, in dem wir in Hamburg gewesen sind, ich habe mir Experten geholt aus dem Osten. Ich habe mit meinem Vater gesprochen, der hat auch eine große, viele Netzwerke. Und ich sag so immer, Papa, ich brauche jemanden, der sich wirklich exzellent mit Simson ausgenommen. Am liebsten, jemanden, der bei Simson gearbeitet hat, noch in der DDR. Sondern die Leute, die haben wir wirklich geholt. Die haben wir einfliegen lassen, mit der Bahn First Class Ticket bezahlt. Mir war das Mir war wirklich alles vollkommen egal, was ich wollte. Mir war, und das ist, glaube ich, das, was durch die Bank von Anfang an mir bis zum Ende und bis heute und in aller Zukunft wahrscheinlich auch noch wichtig ist. Kunde muss absolut zufrieden sein. Das ist das Allerwichtigste überhaupt. Das ist ein Punkt, da kannst du mit mir auch überhaupt nicht drüber diskutieren. Wenn ich mehr machen kann für den Kunden, dann mache ich das auch mehr für den Kunden. Also jeder Unternehmer ist anders. Schön, dass wir das offenbar jetzt auch gerade teilen, das Thema. Finde ich super. Genau, und deshalb, also wir haben immer versucht, alles zu machen und es immer auch zu verbessern. Aber wie gesagt, man musste halt irgendwann, wenn man einen Mitarbeiter mit Würstchen in der Werkstatt sieht, muss man sagen, Leute. Ciao.

SPEAKER_01

Mein Gott, ich meine, ich könnte da jetzt auch wieder ewig ausschweifen, wie geht es auch Mitarbeiter mit Würstchen? Nee, also nicht ganz so schlimm, aber ich hatte echt bekloppte.

SPEAKER_00

Aber warum hast du das nicht funktioniert? Du hast ja gesagt, es hat nicht funktioniert.

SPEAKER_01

Ja, genau, okay. Sitzen wir da. Ich merke schon, wir haben genug Themen, wir können doch irgendwann nochmal über Mitarbeiter mit Würstchen sprechen. Aber warum hat es nicht geklappt? Also es ist eigentlich ganz simpel oder nein, es ist nicht ganz simpel. Im Nachhinein kann ich sagen, es ist ganz simpel. Also wir haben, unser Geschäft war, wir haben Kontakte von Motorradverkäufern versucht, an Händler zu verkaufen. Also jemand aus dem Online-Marketing versteht das sofort. Lead Gen und Lead verkaufen. Weil, warum? Mir war vorher klar oder bewusst, Motorradhändler bezahlen Google Ads, die bezahlen Geld für Werbung, um potenzielle Motorradverkäufer über ihre Webseite zu gewinnen, um denen ein Angebot zu machen und dann Motorrad zu verkaufen. Klingt total simpel. Wir haben also eine Webseite, die Unmengen Kontakte von Motorradverkäufern hat, mit wunderbar beschriebenen Motorrädern, Angeboten, alles da, alles wunderbar. Und ich habe hunderte Motorradhändler angerufen, Kalterquise, angerufen und gesagt, hey, kauf dir gebrauchte Motorräder. Ja, klar, war die Antwort. Und ja, nächste Frage, okay, super. Haben wir? So, hast du Interesse? Ja, klar. Okay, schick den Zugang. Wir haben eine Plattform, da kannst du auf alle unsere Kontakte zugreifen für eine monatliche Gebühr. Und das waren 500 Euro im Jahr. Für 500 Euro im Jahr konnte man auf all diese Kontakte zugreifen. Und wir hatten genau einen Händler, der das bezahlt hat. Eine einzige. So, ich habe jetzt den Fehler schon wieder gemacht. Es waren nicht 500 Euro im Jahr, es waren schon 500 Euro im Monat. Aber nochmal, wir hatten einen Händler, der das gebucht hat. Das heißt, wir hatten einen Händler, der hat 500 Euro im Monat dafür bezahlt, um auf all unsere Verkäuferkontakte zuzugreifen. Wahnsinn. Also ein Wert, ich, ich, was sind das denn? 6000 Euro im Jahr. 6000 Euro im Jahr. Die gibt manch einen Motorradhändler im Monat aus für Werbung. Und er konvertiert schlechter, als wir das mit unserer Plattform getan haben. Wir hatten einen einzigen bezahlenden Händler, der das gemacht hat. Ich habe andere Händler umsonst reingelassen. Die haben Probomonate, eigentlich nur einen Probomonat bekommen. Ich habe die verlängert und verlängert und verlängert. Die haben da nicht mehr mitgemacht. Die haben da nicht drauf geboten, die haben es nicht verstanden, die wollten nicht. Mit wem hast du eigentlich gesprochen, als du die Kalda-Quise gemacht hast? Ich habe gesprochen im Endeffekt mit den Inhabern, mit den Inhabern, mit den Betreibern. Das sind meistens also sehr viele Ein-Mann-Betriebe. Es gibt auch größere Motorradhändler mit, ich sag jetzt mal, eigenem Vertrieb, mit eigenem Einkauf. Aber es sind ganz oft, also oder das Telefonat wurde letztendlich geführt mit den Betreibern. Das heißt, genau mit dem Chef. Und ich habe denen im Endeffekt einfach nur versucht, gebrauchte Motorräder zu verkaufen. Genau das, was sie haben wollten. Sie hatten auch Interesse, die haben sich auch angemeldet, die haben geguckt, aber sie haben letztendlich, nachdem sie den Zugang benutzt haben, ein, zwei Angebote verschickt haben, ob es funktioniert. Wahrscheinlich hat es für die auch so gut nicht funktioniert. Ich meine, damit beantworte ich mir schon so ein bisschen selbst, was gefehlt hat. Es war die Hürde offenbar immer noch zu groß, unser Produkt so zu nutzen, obwohl es günstig war. Ich meine, es war im Endeffekt umsonst. Wir haben es denen umsonst angeboten. Aber warum haben sie es? Also, ich meine, wo war, also hat nicht funktioniert. Es war zu aufwendig für die. Es war zu aufwendig, für die im Alltag, im Normalbetrieb, hinzugehen auf eine Webseite und um einen Motorrad zu kaufen, fünf oder zehn Angebote rauszuschicken. Weil, also ich habe denen ja keine fertig verkauften, keine Motorräder zum Klick kaufen präsentiert, sondern was wir denen präsentiert hatten, das waren Leute mit allen Daten, die verkaufen wollen und dann die Kontaktdaten, Telefonnummer, E-Mail-Adresse. Ohne einen Preis. Ah, ohne ein Preis. Riesenunterschied. Okay, was höre ich die ersten Mal jetzt? Ja, aber wenn jemand über deine Google-Kampagne auf deine Webseite kommt, dann kommt der auch ohne einen Preis. Er sagt, ich will verkaufen. Was bietest du? So, die einzige Aufgabe, die die Händler damals dann hatten, war, ein Preisangebot rauszuschicken. Das konnten die, mit der Vorlage über unsere Website. Die hätten einfach nur einen Preis eintragen müssen, die gucken sich das Ding an, sagen, okay, so viel ist es wert, schicken ihren Preis raus und dann hätten die Verkäufer auch mehrere Preise bekommen. Jeder Händler hätte dem was bieten können. Lange Rede, kurzer Sinn, das hat nicht funktioniert. Natürlich nicht. Ich habe meinen Agenturbetrieb weiterführen müssen zu dem oder habe ihn weitergeführt, das ging einfach nicht anders. Und dann kam irgendwann Corona und ich hatte plötzlich Zeit in der Agentur. Die Kollegen alle noch in laufenden Projekten drin, aber im Vertrieb war nichts los, weil kein Mensch wollte neue Webprojekte anfangen zu dem Zeitpunkt. Es war quasi eine kleine Wirtschaftskrise in dem Moment, wo das so richtig losging. Also, zumindest in der Agenturwelt, in meiner Agenturwelt, keine Ahnung, wie es angeht. Anyways, so ich hatte auf einmal Zeit und dachte mir, ey, das kann nicht sein. Also ich konnte es mir damals schon nicht erklären und ich kann es mir heute nicht erklären, woran liegt das? Und habe dann. Natürlich, ist er vollkommen liegt doch ganz klar auf der Hand.

SPEAKER_00

Ja, okay, dann gefehlt. Hat nur der Preis gefehlt? Gegebenenfalls der Preis in Kombination mit dem, ich kann jetzt sofort den Kauf aufschließen, aber der Preis ist ja dein Mehrwert. Du hast ja quasi, du hast ja Value Generated genau in dem Moment.

SPEAKER_01

Okay, also du hast es halt beantwortet, was wir gemacht haben, oder was mir meine Idee war und was dann eigentlich relativ einfach umgesetzt war. Meine Idee war, okay, offensichtlich ist den Händlern das Produkt zu kompliziert. Ich muss dem Händler genau das geben, was er haben will, nicht fast das geben, was er haben will. Das heißt, maximale Kundenzufriedenheit. Maximale Kundenzufriedenheit. Ich bin hingegangen und habe gesagt, okay, was fehlt, damit der Händler von mir einfach nur ein Motorrad kaufen kann. Naja, ich muss die Motorräder einschätzen. Ich muss die Motorräder quasi als Bestand haben. Ich wollte nicht in diesem Umfang Kapital. Also ich wollte nicht Motorräder kaufen und dann weiterverkaufen, sondern ich wollte das Problem möglichst elegant lösen. Und die elegante Lösung war einfach, okay, ich mache einen Vertrag mit einem Verkäufer, du verkaufst verbindlich an mich, wenn ich dir letztes Wort innerhalb kürzester Zeit auch verbindlich zusage. Und das war letztendlich das System, was dann umgesetzt wurde. Verkäufer inseriert, wir schicken eine Preiseinschätzung raus, zusammen mit einer Angebotsvorlage, mit der man mit einem Klick der Verkäufer auch ganz einfach sagen kann, okay, zu diesem Preis binde ich mich an dich, ich verkaufe an dich, wenn du innerhalb von 48 Stunden deinerseits, meinerseits, dann auch okay sagst. Naja, und wann habe ich okay gesagt? Ich habe immer dann okay gesagt, wenn ein Händler gekauft hat. Ich habe diese Dinger genommen, unsere Marge oben drauf geschlagen, den Händlern angeboten, all unseren Händlern, und gesagt, okay, Händler, wenn ihr kauft, dann bestätigen wir das dem Verkäufer und damit steht auf beiden Seiten ein Vertrag und der Deal gilt. Und wir wickeln es dann ab. Wir sind trotzdem der Käufer, es ist kein Provisionsgeschäft, es läuft trotzdem alles über uns, unser Qualitätsanspruch. Aber das war der Deal. Ja, und das haben wir gemacht. Und es hat. Wie lange hat das gedauert? Die Umsetzung? Nein, nein, die Umsetzung. Die Umsetzung. Zwei Wochen, drei Wochen?

SPEAKER_00

Okay, super.

SPEAKER_01

Also das noch zu ändern. Das war nicht viel. Das war nicht viel, was geändert werden muss. Naja, und dann haben wir im ersten halben Monat.

SPEAKER_00

Aber da fängst du wieder von vorne an jetzt. Jetzt fängst du ja theoretisch von vorne an, oder nicht? Du musst ja jetzt wieder kalterquise betreiben und den Händler, das wieder ein Waschmack aufmachen. Das ist viel geiler.

SPEAKER_01

Ich hatte ja schon kalter Quise betrieben. Ich habe grob 200 Leuten ein halbes Jahr davor, ein Jahr davor schon versucht, unser Produkt zu verkaufen. Die E-Mail-Adressen hatte ich noch. Ich wusste auch, dass sie gebrauchte Motorräder haben wollen. Ich habe eine E-Mail an 200 Leute geschickt und gesagt, Leute, bei uns könnt ihr jetzt Motorräder kaufen. Ihr kauft keine Leads mehr, ihr kauft bei uns jetzt Motorräder. Und wir haben im ersten Monat, ich glaube, 20 oder 30 Motorräder verkauft. Das war ein halber Monat. Das war, glaube ich, der der 12., 11., 12. März 2020? Ja. Ich weiß es nicht. Und so eine Halbstory kann ich auch. 20, irgendwas zwischen 20 und 30 Motorräder in diesem Restmonat, 20 bis 30 Motorräder verkauft. Und da war mir klar, das war das Problem. Jetzt läuft's. Und ich meine, man muss sich das überlegen, also klar, wir haben damals weniger Marge gemacht. Nee, die Marge hat sich gar nicht groß verändert. Das war, was haben wir da an einem Motorrad gehabt? Im Durchschnitt, ne? 100 bis 200 Euro mal 20. Und da dachte ich mir dann, okay, jetzt müssen wir einfach nur richtig viel mehr durchsetzen. Es war nie ein Geschäft, dass wir uns an einem Motorrad irgendwie groß verdienen. Es ging von Anfang an, war klar, es geht nur über Skalierung. Und das war aber auch nur die erste Welle. Und auf einmal war mir klar, okay, das Problem ist gelöst. Das war tatsächlich das Problem. Das Problem war so klein, so ein kleiner Unterschied. Vorher dachte ich schon, sie kriegen das, was sie wollen. Nein, es musste noch einfacher sein. Einfach nur dieses bisschen einfacher. Und dann war es ein Selbstlos. Also dann musste ich auch keine Händler akquirieren. In dem Moment, wo klar war, bei uns kann man Motorräder kaufen, lief das quasi von alleine. Wahnsinn. Ich spule jetzt mal ganz schnell vor. Es hat angefangen zu funktionieren zu jetzt bei mir. Es war davor, aber auch auf dem Weg zu dem, wo ich da mit dem ganzen Projekt jetzt bin, einfach extrem viel Fleiß dabei. Und wie gerade schon in dem Beispiel mit den Händlern, die eigentlich schon das hatten, was sie wollten, aber eben doch noch nicht ganz. Und dieser kleine Unterschied hat es gemacht. Also das rauszufinden, da gehört einfach unglaublich viel Fleiß und Detailarbeit für die Kundenzufriedenheit dazu. Und auf dem Weg zu da, wo wir jetzt sind, also wir haben natürlich im Spiel mit den Händlern immer mehr noch verbessern müssen. Aber ganz schnell sind wir dann auch an den Punkt gekommen, dass eigentlich die Zufriedenheit der Verkäufer wichtiger ist, weil das ist tatsächlich der Flaschenhals bis heute. Also der Flaschenhals sind, ist es mehr, im Prinzip mehr Ware reinzubekommen und das geht nur, indem man Verkäuferprobleme löst, Verkäufer zufrieden macht. Das ist das, was wir bis heute immer weiter optimiert haben in unglaublicher Detailarbeit. Und ja, wie ist es dann bei dir zur Wende gekommen? Zur Wende.

SPEAKER_00

Zur Wende ist es wunderbar, wunderbar formuliert zur Wende, ja. Von Ost nach West. Von Ost nach West zur Wende. Genau, wir sind ja umgezogen, ich habe ja da gecuttet, dass wir gerade auf dem Weg waren mit der ungesicherten Ware vollkommen überladen, dann in den Osten reinzufahren, nach Brandenburg, Bundesland Brandenburg hinter Berlin. Dort haben wir eine Halle gefunden, dort haben wir einen wunderbaren Mitarbeiter gefunden, der sich bestens auskennt. Sehr, sehr froh, ihn auch zu haben. Und wir haben dort ja den Konfigurator bereits, dann auch schon in der vierten oder fünften Update, das vierte oder fünften Update des Konfigurators gehabt. Das heißt, man konnte wirklich vollumfänglich alles konfigurieren. Und dann habe ich auf TikTok einen viralen Hit gelandet. Und zwar ganz simples, vollkommen schreierisches Video, dass man eine Simson S51 jetzt bei Area S51 auf Raten zahlen kann. Das war zwei Monate, das war zwei Monate vor Weihnachten. Das Ding ist komplett durch die Decke gegangen. Ich habe kein Marketingbudget dafür genutzt. Ich habe aber den Konfigurator als Screencast am Anfang gehabt und dann eben, wie jemand eine konfiguriert hat und dann zum Schluss wirklich eine Simme, die wir gebaut haben, basierend auf der Konfiguration. Also dass man quasi in einem Video einmal von 3D-Modell zu Real einmal sieht, innerhalb von 8-9 Sekunden und immer wieder ganz fett jetzt mit Ratenzahl, ist mit Ratenzahlen. Wir haben mit Easy Credit eine Kooperation gestartet dazu. Ich hatte 10 Kreditanfragen am Tag. Oha. Die vorvalidiert wurden von Easy Credit. Ich habe die alle durchbestätigt. Und wir haben jede Simme für ungefähr damals 4.500 Euro ungefähr verkauft. Und ab da war für mich eigentlich, glaube ich, klar, das kannst du jetzt vielleicht noch drei Monate so weitermachen und dann hast du keine SIM mehr.

SPEAKER_01

Ich muss jetzt mal dazwischenfucken. Was war denn jetzt, also ich meine, die Tatsache, dass jemand auf Pumpe kaufen kann? Also da ist jetzt für mich, weiß ich jetzt gefühlsmäßig, weiß ich jetzt erstmal gar nicht, ob ich es jetzt gut oder schlecht finde, aber ich habe jetzt noch gar nicht verstanden, was war jetzt der Knackpunkt? Also wenn du sagst, vorher ist es noch nicht, war es noch kein Selbstläufer, vorher nicht fit gemacht. Also warum war jetzt auf einmal, also war es jetzt der virale Hit, der Veränderungen gebracht hat?

SPEAKER_00

Wir haben immer alles probiert. Wir haben immer alles probiert. Wir hatten permanent auf Kleinanzeigen, hatten wir eine Top-Anzeige, die quasi.

SPEAKER_01

Mit den schon vorkonfigurierten von euch.

SPEAKER_00

Nee, nee, wir hatten einen Screenshot von unserem Konfigurator und mit Simson S51 selbst Wunsch konfigurieren. So ab XY Euro. Ich glaube, damals waren es 4000, also 399 Euro. Hatten wir permanent auf Kleinanzeigen, dafür haben wir bezahlt. Wir haben TikTok gemacht, wir haben Instagram gemacht, wir hatten auf unserer Internetseite E-Mails eingesammelt, immer wieder Newsletter rausgehangen und so weiter. Und es war halt dieses eine TikTok-Video, was wirklich innerhalb kürzester Zeit zu so vielen Verkäufen dann geführt hat. Und damit haben wir aber auch nicht nur die Verkäufe generiert, sondern wir haben unseren Bekanntheitsgrad über das virale Video extrem erhöht. Das hat uns in den Google-Rankings für Simpson-Konfigurator sofort auf Platz 1 katapultiert. Da gab es drei oder vier andere Konkurrenten, die das Ganze auch ähnlich machen. Allerdings ist das, und das ist interessanterweise auch eine Parallele, das ist gar nicht so zugänglich. Also es gibt einen Konfigurator, den musst du dir auf deinen Desktop runterladen, also auf deinen PC runterladen, da gibt es wieder einen anderen Konfigurator, der hat eine Ladezeit, also du siehst wirklich wie das. Genau, das ist die Nutzer-Erfahrung in dem ganzen Ding, ist halt vollkommen langweilig oder beziehungsweise anstrengend oder einfach die Hürde zu groß. Punkt. Bei uns war es wunderbar. Du kommst auf die Seite, es lädt das 3D-Modell und du kannst sofort die Farben auswählen.

SPEAKER_01

Okay, aber das sind jetzt eine Reihe von Dingen. Gibt es irgendwas, wo das war der, also das war der Grund, weshalb es vorher nicht ging und jetzt ging, oder ist es die Summe aus Dingen?

SPEAKER_00

Also ich denke, das war eine Summe aus dem Thema, wir wurden von Google als Autorität wahrgenommen, plötzlich, dass wir sofort die Rankings bekommen haben. Und darüber kam dann.

SPEAKER_01

Ja, okay, aber ihr hättet ja auch vorher, ich sag jetzt mal einfach mit Werbebudget ja trotzdem zumindest ein paar verkauft.

SPEAKER_00

Ja, okay, aber also SEA und SEO sind ja zwei komplett verschiedene Sachen. Also das ist ja nicht miteinander vergleichbar. Also wenn du bezahlt auf 1 ranks oder wenn du organisch auf 1 rankst, das wirkt auf den Nutzer selber extrem unterschiedlich im Endeffekt. Abgesehen davon kostet mich das ja auch logischerweise Geld.

SPEAKER_01

Ja, ja, klar, das ist keine Frage. Ich versuche nur gerade rauszufinden. Also okay, ihr habt ja aber auch vorher nichts verkauft, es war einfach nur schleppender. Das heißt, dieser Boost in Autorität und allem drum und dran hat was gebracht. Und also ich vermute den Schlüssel ehrlich gesagt in dem Konfigurator. Aber den hattet ihr ja dann vorher schon. Vielleicht hat mir auch einfach den Faktor Zeit gefehlt, dass so richtig der Besserung ist. Das er einschlägt, ja.

SPEAKER_00

Also aktuell haben wir es so, dass wirklich die meisten Leute, die auf unserer Seite ihre Simme konfigurieren, nicht kaufen, sondern irgendwie ihre Simme nachkonfigurieren und bestimmte Bauteile verändern, damit sie wissen, wie ihre Simme denn mit dem und dem Bauteil aussieht. Ja, macht Just. Also ich denke, das ist einfach so ein Spaß, so ein Spaß oder so ein Testcharakter im Endeffekt dahinter ist. Und wo seid ihr heute? Heute sind wir der einer der beliebtesten. Also ich würde sagen, da gibt es noch einen Konkurrenten, der noch einen ganz, der noch ein Ticken beliebter ist, weil der noch ein bisschen mehr Konfigurationsmöglichkeiten hat. Aber da arbeiten wir auch dran. Aber vielleicht, ich sag mal, definitiv sicher der zweitbeliebteste Konfigurator Deutschlands, bei dem die Kunden eben alles konfigurieren können, was sie möchten. Wir verkaufen im Monat genügend SIM, um Area S151 weiterzuentwickeln und unsere Kosten logischerweise alle zu decken. Und freuen uns darüber, dass wir jetzt mittlerweile über 100 SIM bei uns in Deutschland auf den Straßen sehen, die Area S51 getaggt sind sozusagen. Mega.

SPEAKER_01

Also eigentlich wollten wir uns auch noch über jetzt, also wir beide in Zypern unterhalten. Ich weiß gar nicht, ob wir das jetzt noch unterkriegen. Ich meine, wir können ja mal ganz schnell anreißen, wie wir uns überhaupt kennengelernt haben. Ja, gerne. Ich habe dich kennengelernt, ne? Du hast mich.

SPEAKER_00

Du hast ja kennengelernt. Ja, weiß ich nicht. Weiß ich nicht. Ich habe zuerst deine Frau kennengelernt.

SPEAKER_02

Oh!

SPEAKER_01

Böse! Ich hab gedacht, du wärst Norweger. Norweger? Okay, wir machen jetzt hier einen Cut. In zwei Wochen geht's weiter. Wir erzählen die Geschichte, wie ich deine Frau kennengelernt habe. Wir machen jetzt hier einen Cut. Der Kameramann lacht. Wir freuen uns auf die nächste Woche. Ich hoffe, es war spannend, uns bei unseren unternehmerischen Anfängen zuzuhören. Und ich denke, wir werden aus deiner Vietnam-Story noch mehr hören. Das wird richtig. Ich versuche noch mehr Details auszugraben und vielleicht auch vorzubereiten, dass wir inhaltlich noch tiefer in das Unternehmerische reinsteigen können. Also was, warum, wie funktioniert hat und wir da so ein bisschen noch mehr rauskristallisieren können. In diesem Sinne, vielen lieben Dank für dieses Gespräch. Und es ist in zwei Wochen. Danke dir, Tobi.