Wir kaufen dein Motorrad
Willkommen beim “Wir kaufen dein Mottorad” Podcast . Das hier ist Tobias. Gründer von Deutschlands größtem Motorrad-Ankaufportal, leidenschaftlicher Enduro-Fahrer & Multiunternehmer. Er nimmt euch mit hinter die Kulissen echte Unternehmer-Storys, geheime Einblicke aus dem Fahrzeughandel und das Leben auf einer Insel, die mehr zu bieten hat als nur Sonne. Macht es euch gemütlich und viel Spaß.
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Unsere teuersten Unternehmer-Fehler im Motorrad Business
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🎙️ In diesem Podcast „Wir kaufen dein Motorrad“ sprechen Tobias von Wir-kaufen-dein-motorrad.de und Tarek von "Area S51"
über die echte Seite vom Motorrad-Business und Unternehmertum.
Das Format richtet sich an:
→ Motorradbesitzer, die verkaufen wollen
→ Käufer, die den Markt verstehen wollen
→ Unternehmer & Schrauber, die hinter die Kulissen blicken möchten
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Podcast Partner:
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Wir waren jetzt sehr lange bei den Familienthemen und ja, es hängt auch im Unternehmerischen mit drin. Jetzt würde ich, weil wir es versprochen haben, nochmal zu den Unternehmerthemen eigentlich zurückkommen und von dir einfach gerne mal hören, was für dich so das prägendste negative Erlebnis für dich war. Hast du da ein Ding im Kopf?
SPEAKER_00Ein großes negatives Erlebnis war, dass ich absolut unterschätzt habe, wie viel Geld in das Unternehmen reinfließen muss am Anfang. Es ging am Anfang sind wir davon ausgegangen, dass wir irgendwo um die 20.000 Euro anfangen. Da kaufen wir dann die ersten Mopeds, polieren die ein bisschen auf und verkaufen die auf dem deutschen Markt dann wieder. Das war so die Idee. Also aus Fernost und dann rüber.
SPEAKER_01Gesamtbudget 20k, ja. Für Import von 20.000.
SPEAKER_00Von allem komplett, komplett so. Und da kannst du locker jetzt im Nachhinein, also nicht im Nachhinein, das ist de facto ist es halt Faktor 10. Ja. So, wir haben, ich habe selber aus eigener Tasche 220.000 Euro bis eine Viertelmillion knapp, relativ schnell in kurzer Zeit da reingehauen. Weil du irgendwann natürlich auch nochmal ein weiterer unternehmerischer Fehler hast, der dann da passiert ist, warum dann auch diese Zahl so exorbitant plötzlich hoch geworden ist. Man hätte ja sagen können, man müsste irgendwie gucken, man hört dann beim doppelten auf 120 und dann hört man bei 40 auf und sagt, hey, jetzt muss ich erstmal gucken, dass ich irgendwie profitable werde, weil das kann sich ja auch so gesehen erstmal auch keiner leisten. Ich bin wirklich in einen Kaufrausch gekommen und hab dann einfach gesagt, Madame, ich muss alles kaufen, was ich da jetzt sehe, was ich da jetzt finde, das ist pures Gold. Kauf das alles auf. Du bist jetzt bei den Rahmen?
SPEAKER_01Ja, genau.
SPEAKER_00Ich bin bei den Mopeds, ja, ja, genau. Also der große Teil, der da reingeflossen ist, ist erstmal in die Mopeds, also nicht in die Rahmen, wir haben immer nur komplette Mopeds gekauft. Bis heute machen wir das auch, dass wir nur wirklich komplette Mopeds kaufen, weil das für mich eine Unternehmensethik ist, dass man einfach nicht diesen vietnamesischen Markt ausschlachtet, da gibt es Competitor von mir, die dorthin fliegen und wirklich Rahmen abtrennen, die Köpfe, sodass sie dann die Plakette und die eingeschlagene Rahmennummer haben und dann gehen die auch meistens mit ins Handgepäck rein und dann in die Kabine wieder zurück nach Deutschland mit 10 Rahmen. Ist das ein skalierbares Unternehmen? Ist das ein Unternehmen, worauf man stolz sein kann? Ich meine nicht. Ich denke, man muss lokal gucken, dass man auch ethisch sich verhält, also in einem ethischen Rahmen, wie es ein Unternehmer halt macht. Ich bin jetzt nicht der Ami, der da eine Bananenplantage gehabt hat damals mit 800 Sklaven, wo jeder Einzelne eine Banane angepflückt hat. Das wäre für mich zum Beispiel unternehmensethisch eine Katastrophe. Ich bin aber auch nicht der, wie sag mal das so, der Messias, der da irgendwie den Wohlstand für Vietnam jetzt bringt, weil er jetzt quasi die ganzen Mopeds da aufkauft. Irgendwo dazwischen ist es halt wahrscheinlich die Balance.
SPEAKER_01Und was war jetzt das Negative? Also ich meine, okay, Kohle, ich habe unterschätzt. Die Kohle hattest du und deine Sorge, die dann irgendwann kam, war dann wahrscheinlich, uh, das ist jetzt aber viel und sehe ich die jemals wieder. Ich meine, eine Kohle, die du vorher mal verdient hast, klar, genau. Spiel hat eigentlich eine Tasche.
SPEAKER_00Das muss man auch dazu noch sagen. Das ist jetzt nicht irgendwie ein Funding, was ich bekommen habe von irgendeiner Bank oder irgendwie sowas. Das ist alles selbst erarbeitetes Kapital, was ich da quasi vorher voll reingesetzt habe. War ein riesen Riesenwette, auch muss man dazu sagen, weil man wusste ja dann nachher nicht, kriegt man die Mopeds ordentlich raus. Wie viel werden die nachher bringen auf dem Markt? In welchem Konzept? So quasi mit Patina oder doch ein Neuaufbau, das sind ja alles die Learnings, die wir dann im Anschluss gemacht haben.
SPEAKER_01Ich habe das in der Folge vorher schon gesagt. Also ich finde das faszinierend und wesentlich mutiger. Also ich meine, auch zu mir sagen manchmal Leute, boah, ist ja mutig, was du machst. Also einfach darauf bezogen, ein eigenes Ding zu machen. Ich finde es so mutig gar nicht, weil es macht halt einfach nur Sinn. Die Frage ist, wie groß sind die Schritte? Also ich finde, bei dir ist es halt ein sehr großer Schritt in Anführungszeichen, weil die Themen so verschieden sind. Also, okay, ja, vorher war dein Ding Online-Marketing, das heißt, du hast da die Expertise. Jetzt was anderes im Online-Marketing zu machen oder für ein anderes Projekt, wäre eine Sache gewesen.
SPEAKER_00Genau, genau. Das Ding war, dass ich nach dem Online-Marketing in den Fahrzeughandel reingegangen bin. Da habe ich aus meiner Expertise noch gar nicht geschöpft. Ja, eben. So, und das war ja, das ist zum Beispiel auch ein Fehler, beispielsweise, dass ich gar nicht überlegt habe, wie kann ich aus meiner Expertise schöpfen, um den Fahrzeughandel voranzutreiben. Und das kam erst drei, vier Monate später. Und der Druck, der dahinter war, war, ey, du hast eine Viertelmillion Euro da reingekniert.
SPEAKER_01Die darf jetzt nicht verloren gehen.
SPEAKER_00Die musst du jetzt da wieder rausholen. Okay. Und dann habe ich natürlich auch, also nicht nur, dann habe ich, und dann kam erst, okay, wie kannst du denn deine Expertise aus dem Online-Handel, aus dem Online-Marketing in dein aktuelles Unternehmen einfließen lassen? Und dann ist, dann ging auf einmal flutsch das auf einmal.
SPEAKER_01Und das war aus meiner Sicht, ich meine, ich meine, ich habe ja ein paar Geschichten und ein paar Themen ja schon gehört von dir. Aus meiner Sicht, einer der absoluten Kerndinger war ja der Konfigurator und die Art und Weise, wie du den Konfigurator vermarktet hast. Das sind die zwei Knaller eigentlich. So, die Dinge, die du.
SPEAKER_00Wobei der Konfigurator sich ja von selber vermarktet. Also das ist ja nicht irgendwie.
SPEAKER_01Wie auch immer, ich sehe das trotzdem da drin, es sind trotzdem zwei Säulen. Einmal ein Tool, oder okay, die Frage, wie bist du auf den Konfigurator gekommen? War das einleuchtend, weil du sagst, okay, damit schaffe ich etwas, was Leute dann nutzen, was dann am Ende sowohl für Suchmaschinen attraktiv aussieht, wenn Leute die ganze Zeit damit rumspielen?
SPEAKER_00Nee, ich habe nur auf den Kunden geschaut. Ich habe für den Kunden geschaut und habe versucht zu verstehen, was der Kunde braucht. Weil man hat natürlich, wenn man Mopeds von vornherein aufbaut, immer die Problematik, wie soll es nachher aussehen? Welch einen Straßenauspuff, Enduro-Auspuff, hohen Lenker, niedrigen Lenker, pink, grün, blau, gelbes Tankset. Das sind alles Fragen, die du beim Aufbau dir selber als Bauer schon stellst, aber gar nicht weißt, ob das überhaupt genauso in dem Konzept, in der Kombination angenommen wird. Und das Einzige, und ich kannte bereits andere Konfiguratoren, die online sind, von Simson auch, da gibt es ein sehr, sehr großes Steam-Spiel, Simson Tuning-Werkstatt 3D heißt das, glaube ich. Das kannst du dir bei Steam runterladen und da kannst du dir deine Simmer auch so frei konfigurieren. Natürlich nochmal wesentlich heftiger, weil die. Es ist halt ein richtiges Game. Denen ist das vollkommen egal, ob das jetzt TÜV oder ABE oder was auch immer hat. Also da kannst du dir wirklich, wirklich extreme Kunstwerke kannst du dir da im Endeffekt schon konfigurieren. Und dann habe ich gedacht, okay, eigentlich müsste ich in diese Richtung halt eben reingehen, dass der Kunde das dann vorab selber dann macht. Der positive Nebeneffekt ist, dass die Kunden, die bei mir im Konfigurator sind, nicht nur sich ihre eigenen Simme konfigurieren, sondern auch ihre eigene Simme nachkonfigurieren, um zu schauen, wie bestimmte Bauteile an ihrer Simme aussehen würden, um dann eine Kaufentscheidung für einen anderen Lenker oder sonstiges zu treffen.
SPEAKER_01Ja. Verkaufst du damit jetzt auch schon einfach nur Teile? Weil das wäre jetzt irgendwie naheliegend, dass du sagst, ey, ich gehe jetzt hin und also wenn da jemand was findet, dass du quasi, du musst ja gar nicht die ganze Kiste, sondern du kannst ja, jemand findet das richtige Teil und du hast einen Online-Shop für Teile. Ist das ein Thema?
SPEAKER_00Das ist ein Thema. Allerdings gibt es wirklich so viele Teile, dass du als kleiner Unternehmer oder als kleines Unternehmen, wie wir es noch sind, was die Personenanzahl angeht, dass du mit Dropshipping arbeiten musst. Das heißt, ich müsste mich mit einem Großhändler zusammentun, die das Inventar spiegeln bei mir auf dem Onlineshop und dann meine Kunden eben mit einem Rabatt vielleicht überzeugen, okay, bei mir zu kaufen und eben nicht bei den vielen verschiedenen anderen Händlern, die es da gibt. Weil die Komplexität des Unternehmens wäre meiner Meinung nach viel zu hoch, wenn ich jetzt plötzlich auch noch Versand und Logistik machen müsste.
SPEAKER_01Okay, aber also ich meine, das ist ja dann ein Weg, den man gehen kann. Und ist ja auch gut, nicht den gleichen Fehler wiederzumachen, das nächste Riesenfass aufzumachen und sich dann wieder zu wundern, dass man wieder dick investieren muss, wieder ins Ungewisse. Also ich finde, wenn wir jetzt zu der ganz ursprünglichen Frage zurückkommen, also die ursprüngliche Frage war ja nach Dingen, die schief gegangen sind. Also nach allem, was ich jetzt höre, es ist ja nicht schief gegangen. Es war zwischendurch einfach nur das flaue Gefühl, es könnte schief gehen. Weil eigentlich ist es ja gar kein Fehler. Also eigentlich ist ja jetzt am Ende das rausgekommen, was du wolltest, und alles, was du früher teuer oder nee, nicht teuer, sondern halt gehamster gekauft hast, ist ja jetzt Ware, die du hast und die du jetzt ja auch loswirst. Also es funktioniert ja. Das heißt, eigentlich bist du mit einem blauen Auge davong gekommen. Oder eigentlich ist es sogar gut gelaufen. Es war zwischendurch nur echt kribbelig, ob es funktionieren wird oder nicht. Also es war sicherlich sehr emotional zwischendurch.
SPEAKER_00Ja, ich meine, wir sind jetzt 16 Monate, glaube ich, mit am Start. Zumindest mit der offiziellen Filmgründung. Ich meine, das Projekt, das läuft ja vor, hat ja quasi auch eine Warm-Up-Phase, wo du halt eben alles planst und so weiter. Also seit über zwei Jahre. Aber von den 250.000 habe ich bisher noch keinen einzigen Euro gesehen, der zurück in die Tasche gespült wurde. Also ein bisschen nach wie vor stehen wir da, dass wir halt natürlich weiter verkaufen, weiter an der Qualität arbeiten, was eins unserer Unternehmensleit- oder Richtsätze sind. Und hoffen, dass wir dann irgendwann in ein, zwei Jahren da sind, wo wir sagen können, okay, jetzt können wir uns mal die ersten Zahlen auch wieder rausziehen.
SPEAKER_01Okay. Das heißt, es ist schon immer noch kribbelig und immer noch Schadensbegrenzung, aber eine Perspektive, die positiv ist.
SPEAKER_00Ja, richtig, ja. Also die Trajektorie, die ist wirklich sehr positiv aktuell.
SPEAKER_01Perfekt.
SPEAKER_00Aber es hat natürlich auch extrem viel Arbeit gekostet dahin so. Aber ja. Ja, große Fehler von dir.
SPEAKER_01Risiken vielleicht auch. Risiken, also ich sag's mal so, wir kommen sicherlich zu Fehlern. Also ich gehe mal auf eine ganz andere Fehler-Ebene. Einfach mit der Frage, wir investieren, egal in was wir machen, egal was du machst, egal was ich mache, gerade mache, mal gemacht habe, wir investieren einfach sehr, sehr viel Zeit. Und ich für mich, das habe ich auch in der letzten Folge, schon irgendwie versucht, so ein bisschen rüberzubringen. Du hast gesagt, ja, okay, du hast es verstanden, aber so ganz habe ich es nicht geschafft, richtig die Worte dafür zu finden, was das eigentlich ist. Ich finde, es spielt eine riesengroße Rolle. Das, was man macht, wo man viel Zeit rein investiert, gut und richtig zu wählen. Ich meine, auf der einen Seite muss es einem einfach Spaß machen, also mir macht es zum Beispiel Spaß, ich meine, man sieht es wahrscheinlich so ein bisschen da rausfluken, ich verbringe gerade Tage damit, was zu entwickeln mit einem Arduino-Board, mit kleinen IC-Schaltern, womit dieses Bike hier, man sieht sie auch hier unten, ich weiß nicht, ob man es auf der Kamera sieht, aber einen Sensor dran zu packen, der die Drehzahl am Rad misst, vorne und hinten. Das Ganze geht in ein kleines Arduino-Board und wir haben einen Schalter, der den Gasgriff kontrolliert. Und damit, das kann im Wesentlichen zwei Sachen. Also einmal kann man damit eine Traktionskontrolle laufen lassen und zum anderen kann man damit eine Wheelie-Control laufen lassen. Das heißt, ich drehe einfach den Gashahn auf, das Motorrad geht aufs Hinterrad und fährt in einem definierten Winkel, den ich auf dem Handy einstellen kann. Wheelie. So, mega cool. Warum erzähle ich das? Da fließt Unmengen Zeit rein. Sicherlich ein cooles Produkt. Es ist ein Produkt, was ich jetzt versuchen würde zu verkaufen. Und da muss man halt sagen, egal wie viel Leidenschaft dabei ist und wie viel Spaß mir das macht, also da mag ich mich mit vielleicht vertun, vielleicht gibt es da auch einfach einen Markt drin und es ist ein cooles Geschäft so. Aber bei mir ist da kein Unternehmergeist. Für mich ist es reine Spielerei und ich würde das eher ausschließen, das zu einem Produkt zu machen. Allein schon deshalb, weil ich im Bereich physische Produkte rausbringen, einfach gar keine Erfahrung habe. Klar, eine Riesenkomponente wäre auch wieder die Vermarktung, wäre eine Riesenkomponente, damit das funktioniert. Aber da gehört, also ich merke es ja selbst, allein bei meinem Bastel-Projekt, da gehört einfach so viel Perfektion dazu, so viel Testen dazu, so viel kleinen Kram zu. Wo ich gleichzeitig nicht weiß, wird sich das für mich wirtschaftlich lohnen. Und es ist für mich natürlich nicht das Allerwichtigste, dass es sich wirtschaftlich lohnt, aber es ist eigentlich nötig. Also ich meine, es macht halt keinen Sinn, wenn es sich wirtschaftlich nicht lohnt, weil man kann es auf Dauer nicht machen. Also dann ist es ein cooles Hobby, dann kann man einen Verein gründen oder so, aber es ist dann halt kein Unternehmen. Und egal wie sehr oder wenig sehr einem das Spaß macht, es muss Geld verdienen. Es geht gar nicht anders. Und bei den Unternehmen, mit dem Unternehmen, den ich jetzt unterwegs bin, das funktioniert. Also ich habe da sehr schnell ein Produkt gehabt, was einfach funktioniert hat und es ist auch sehr, sehr wichtig, dass das so ist. Und nochmal einen Schritt zurück, weil die eigentliche Frage war ja, was ist schief gegangen, wenn ich jetzt meine Werbeagentur von früher angucke, okay, ich habe Gehälter damit bezahlt, ich habe davon gelebt, ich habe davon aber nie gut gelebt. Also ich habe zehn, elf Stunden am Tag ganz häufig gearbeitet, mal auch länger. Ich habe nie ein fettes Gehalt gehabt. Ich habe gelernt im Online-Marketing in der Zeit und sicherlich gute Produkte meinen Kunden abgeliefert und viel gelernt für mich selbst. Ohne das wäre ich nicht in der Lage gewesen, wirkaufender Motorrad aufzubauen, ohne diese Lernzeit. Das war im Prinzip mein Studium, kann man sagen. Wenn wirkaufender Motorrad nicht passiert wäre, dann würde ich wahrscheinlich heute noch versuchen, Online-Marketing als Dienstleistung anzubieten und wäre da stecken geblieben.
SPEAKER_00Oder du hättest vielleicht was anderes gefunden. Vielleicht, vielleicht, ja.
SPEAKER_01Aber ich meine, ich habe das vorher über zehn Jahre gemacht. Ich habe das vor über zehn Jahre gemacht, ich habe nichts anderes gefunden.
SPEAKER_00Also ich habe mich bei meinem Geschäftspartner aus meiner Online-Marketing-Zeit einmal wirklich sehr, sehr ausführlich bedankt, weil er hat mir eine Chance gegeben hat und hat mich quasi florieren lassen. Und dann habe ich mich wirklich sehr, sehr ausgiebig auch vor der gesamten Belegschaft bei ihm bedankt. Und dann ist er nachher zu mir gekommen und hat gesagt, Tarek, das hättest du gar nicht machen müssen. Du musst halt auch immer überlegen, dass es eine andere Realität gegeben hätte oder geben könnte, wo du zehnmal erfolgreicher gewesen wärst, wenn du mich nicht kennengelernt hast. Das ist, man kann das in beide Richtungen auslegen.
SPEAKER_01Also bei deine Dankbarkeit ja auf jeden Fall. Bei meiner Agentze, ich hätte was anderes finden können in meiner Agenturzeit. Ich habe was anderes gefunden in meiner Agenturzeit. Rein finanziell, das, was ich jetzt mache, wenn ich andere Leute angucke, es gibt in jeder Dimension nochmal Erfolg, also aus rein finanzieller Sicht, erfolgreich oder uns geht es fantastisch. Aber ich finde, wir sollten auch eine Dimension.
SPEAKER_00Wir sollten Erfolg auch nicht immer so quantifizieren. Also das ist, finde ich, halt nicht korrekt, weil Erfolg ist wirklich ein sehr, sehr qualitatives Ding. Also dir muss es ja im Leben insgesamt selber richtig gut gehen. Du musst ja auch angenehm schlafen, nur weil ich jetzt irgendwie Faktor 10 verdiene, aber schlechter schlafe als du, bin ich ja nicht erfolgreich. Also bist du in meinen Augen, wärst du für mich zum Beispiel nicht erfolgreicher. Weil es gibt zigfach Leute, die wesentlich finanziell reicher sind oder sonst. Aber die Frage ist, sind die insgesamt im Leben erfolgreicher? Ich habe wirklich extrem große Unternehmen, also wir reden hier von 100 Millionen plus, die kommen zu mir und sagen, Tari, kümmer, du hast eine Frau, du hast drei Kinder, du hast den echten Erfolg, den ich bisher immer noch nicht geschafft habe. Und das kann das Geld halt nicht irgendwie aufwiegen. Das ist für die viel. Also die sehen mich erfolgreicher als ich selbst. Obwohl die Faktor 100.
SPEAKER_01Ja, okay, aber ich komme jetzt nochmal zu meiner Agenturzeit zurück. Ich habe hart gearbeitet, ich habe hart gearbeitet, ich habe schlecht geschlafen. Meine Güte, was habe ich schlecht geschlafen? In Zeiten, wo es nicht gut lief. Wir wollten ja eigentlich über die schlechten Erlebnisse sprechen und warum ich da von meiner Agenturzeit erzählt habe, auch wenn ich viel Gutes gelernt, aber mir ging es, weil der Druck so groß war und gleichzeitig, selbst in den guten Zeiten, kein großes Geld da war, es war einfach sehr viel Druck da. Heute, mit dem, was ich jetzt mache, dieses Geschäft ist in dieser Hinsicht dankbarer. Das heißt, ich meine, ich könnte ja noch viel mehr arbeiten. Ich könnte jetzt auch zwölf Stunden Tage machen mit dem Unternehmen, was ich gerade betreibe. Ich muss es aber nicht, weil das Produkt, weil die Leistung so viel Mehrwert schafft, dass selbst mit weniger Druck für mich und auch für die Kunden, für alle Beteiligten, wunderbar funktioniert. Und tatsächlich habe ich das nach meiner, also ich meine, ich bin ja nahtlos aus Agenturzeit quasi nach Zypern ausgewandert. Wir kaufen dein Motorrad in den Kinderschuhen mit nach Zypern gebracht und hier groß gemacht. Und habe aber auch extrem viel Zeit einfach nur am Strand verbracht, weil ich es konnte, weil ich meine Rechnung trotzdem bezahlen konnte, weil dieses Unternehmen früh gut funktioniert, erstmal wirklich entkoppelt von mir as person in ausreichendem Maße, that that's ging. And that I forget. That was not a good idea. And there geht sicherlich noch mehr. Claro, man kann sich auch kaputt, but I merke jetzt gerade, wo ich wieder richtig viel mache, wo wir Fahrräder launchen, wo wir also Fahrrad online verkaufen, eine Seite, auf der du das gleiche machen kannst wie mit den Motorrädern. Wir haben Auto online verkaufen ge launcht und wollen jetzt Autos machen, viel größerer Markt als Motorräder, aber auch viel härter. Und merke gerade, wie alte Stressmuster bei mir wieder hochkommen. Ich schlafe jetzt wieder schlechter. Und denke mir jetzt gerade wirklich, willst du das? Will ich das eigentlich wirklich? Weil, also ich meine, ja, okay, da besteht die Chance, also es besteht auch die Chance, dass ich einfach nur Geld verbrenne. Also ich meine, gerade habe ich auch einfach nur wieder viel Geld investiert und abgeschrieben sozusagen in der Hoffnung, dass was geht. Nicht in der Dimension wie du für Area S51, aber schon viel Zeit, viel Geld und schlechten Schlaf. Brauche ich das? Ich weiß es nicht, keine Ahnung.
SPEAKER_00Das kannst du ja du für dich selber beantworten, ob du das brauchst oder nicht.
SPEAKER_01Auf der anderen Seite ist es sehr schwer, es nicht zu machen. Also für mich ist es sehr schwer, bei mir kann ich es.
SPEAKER_00Ja, aber dann brauchst du es ja.
SPEAKER_01Aber vielleicht sollte ich auch lieber einfach versuchen, doch noch ein besserer Endorennfahrer zu werden. Weil das stresst mich nicht. Also, okay, es stimmt nicht, es stimmt.
SPEAKER_00Also ich muss an der Stelle mal wirklich sagen, Tobias, was an der Stelle extrem beeindruckend ist, du bist eigentlich genau das konträre Beispiel zu dieser ganzen Hustle-Nation-Bewegung. Das ist sehr mal, ich sag mal, das ist mal sehr, sehr angenehm, auch mit so jemandem zu reden, der ja versucht, eine sehr, sehr starke Balance zu finden für sich selbst, was jetzt wirklich Arbeit und Stress und Hobby und Freizeit und Familie, also dass du, dass du das wirklich auch da versuchst, ja, nach einer Work-Life-Balance zu streben, die wirklich dann nachher perfekt ist. Das ist immer erfrischend, also auch mal sowas irgendwie dazu hören.
SPEAKER_01Luxus, den wir als Unternehmer haben, also ich meine, es gibt mit Sicherheit auch Arbeitsverhältnisse, die stressig sind und wo sich die Frage, will ich das gerade eigentlich gar nicht stellt, weil man muss Miete zahlen, man braucht sein Gehalt. Okay, man könnte den Job wechseln, jeder kann den Job wechseln, jeder kann was anderes machen, aber ich muss sagen, als Unternehmer ist es zumindest da tatsächlich der Neliegender. Und wir haben die Möglichkeit, darüber nachzudenken. Das ist eigentlich sehr, sehr schön. Also das finde ich an dem Unternehmerischen, egal was wir jetzt gerade machen, gerade wenn man dann zu dem Punkt kommt, man hat ein Produkt ausgerollt, was quasi läuft, also wo man sagen kann, es funktioniert, es ist ein solides Produkt, was funktioniert, dann hat man, wenn man es tut und nicht einfach nur brachial versucht, weiter zu skalieren und immer mehr und immer mehr auch die Möglichkeit, darüber nachzudenken und zu sagen, hey, was macht mich eigentlich glücklich? Ich glaube, das ist auch ein super, super elementares Thema.
SPEAKER_00Also mir macht Mehrwertschaffend glücklich. Perfekt. Das macht mich glücklich. Also deshalb bin ich auch immer nicht fanatisch, aber ich bin schon immer auf der Suche danach, wie kann ich in meinem direkten Umfeld oder auch dann eben online global irgendwie einen kleinen Mehrwert irgendwo schaffen, an dem ich dann potenziell auch profitieren kann. Also das ist für mich, also das Unternehmerische spielt da immer irgendwie mit einer Rolle. Also ich habe jetzt hier aus Juxon-Dollerei hier angefangen, halt auch China-Mopeds zu importieren nach Zypern. Aber nur aus dem Spaß heraus und auch aus der Motivation heraus, dann auch vielleicht hier in die lokale Unternehmerszene reinzukommen, um auch mal zu verstehen, okay, was passiert ja eigentlich on the ground in Zypern.
SPEAKER_01Aber stressen dich so viele Baustellen nicht? Also ich finde es sehr faszinierend. Ich meine, du bist ja jetzt in Zypern so lange noch gar nicht, viel später nach Zypern gekommen als ich, warst vorher in Malta, willst du jetzt auch schon wieder weg nach Malta? Ich finde allein die Logistik dabei beeindruckend. Also ich meine, ich bin auf Zypern auch oft umgezogen, aber ich finde es ist sehr, sehr anstrengend. Und dann machst du noch das und das und das und das und das. Und es ist, also ich meine, die Motorräder, ja, okay, also sie laufen, der Verkauf läuft, aber der Stress ist trotzdem da. Ich finde, das sind sehr, sehr viele Baustellen. Also bei mir, also der Sprung von wir kaufen dein Motorrad zu Auto online verkaufen, zu Fahrrad online verkaufen, das sind relativ kleine Sprünge. Es ist immer noch Arbeit und es stresst mich trotzdem. Also es ist mir ein Rätsel, wie du nicht wesentlich gestrester bist.
SPEAKER_00Ich versuche, so viel es geht, an andere Leute zu delegieren. Also, das ist ein großer Punkt, den ich in Malta gelernt habe in meiner Zeit, im Online-Bereich, im gleichen Unternehmen. Also ich bin auch Anteilseigner in diesem Unternehmen mittlerweile. Das ist eines der Sachen, die ich sehr, sehr früh auch gecoacht bekommen habe. Also das ist nicht irgendwie was, was rein aus der intrinsischen Entwicklung gekommen ist. Ich war in Zürich in einem sehr hochgerätigen Seminar und ich habe mich also ständig irgendwie im Unternehmerischen weitergebildet und vor allen Dingen Richtung Silicon Valley geschaut. Also von daher, also alles, was daraus gekommen ist, an Wissen, an Kursen, an Weiterbildungsmöglichkeiten, habe ich mitgenommen in irgendeinem.
SPEAKER_01Was sind die wichtigsten Punkte? Kannst du irgendwo auf den Punkt bringen? Okay, ja, genau.
SPEAKER_00Aber Delegation und Weiterentwicklung.
SPEAKER_01Was sind die Probleme und was ist die Chance?
SPEAKER_00Ich führe mal ganz kurz diesen Gedanken noch zu Ende. Also die Delegation und die Weiterentwicklung der Personen, denen du etwas delegierst. Das sind diese Kombination macht dich als Unternehmer langfristig unschlagbar. Weil dadurch trittst du einen Schneeball an, der immer größer wird. Die Person, der du delegierst, entwickelt sich weiter, verbessert den Output wesentlich stärker, als du es selber schon machen kannst. Und der Fakt, dass du eben delegierst, damit kannst du dich quasi multiplizieren. Und mehr braucht es eigentlich am Ende des Tages gar nicht.
SPEAKER_01Okay, aber dann brauchst du ja trotzdem ultra gute Leute, weil sonst funktioniert es nicht. Also die Person muss du vertrauen können.
SPEAKER_00Und du brauchst eine profitable Geschäftsidee. Du brauchst eine profitable Geschäftsidee, ne?
SPEAKER_01Also ich meine, das ist alles schon Klagen, Leiden, Sprechen auf sehr hohem Niveau, einfach weil all das ist überhaupt nur möglich, wenn du was hast, was funktioniert, oder du hast echt viel Kapital. Also ich habe mit nichts angefangen. Ich habe eine Werbeagentur in meiner 30, 40 Quadratmeter Studentenbude in Boxershorts vor meinem PC gestartet, so ungefähr. Und ich meine, Area S51 hätte nicht funktionieren können ohne dein Startkapital, was du selbst hattest. Wir kaufen dein Motorrad, ist zumindest aus einer laufenden, funktionierenden Werbeagentur heraus entstanden.
SPEAKER_00Aber ohne Werbeagentur wäre es auch schwierig. Mir hätte das Wissen gefehlt.
SPEAKER_01Geld war gar nicht nötig, mir hätte das Wissen gefehlt.
SPEAKER_00Ja, genau, wäre es ja egal, was es dir gibt, aber ohne das wäre es halt nicht möglich gewesen. Und es muss funktionieren.
SPEAKER_01Also, wenn wir kaufen, ein Motorrad nicht funktioniert hätte, früher oder später, es hat ja nicht von Anfang an funktioniert, aber wenn es nicht, dann so funktioniert das.
SPEAKER_00Also, das ist auch so ein Punkt: Iteration. Also das Thema Iteration: etwas machen, wir kaufen ein Motorrad, starten, beobachten, analysieren, was funktioniert nicht. Mega funktioniert. Ändern und wieder probieren. So, was funktioniert jetzt nicht, und wieder probieren.
SPEAKER_01Aber sich auch nicht verrennen in Details, die doch keine Rolle spielen. Also ich erlebe zum Beispiel total oft, dass ich selbst, aber auch Kollegen, einfach auf kleine Probleme gucken, weil, keine Ahnung, da meldet einer, ey, bei euch da ist das und das und das ist ein bisschen. Das ist aber auch ein Prioritätenproblem. Und dann verzettelt man sich da drin und puschelt dann rum und dann ist es aber Quatsch. Also das ist nicht das, was die Rolle spielt.
SPEAKER_00Das zu erkennen, ist extrem wichtig.
SPEAKER_01Richtig.
SPEAKER_00Das Ganze in eine ordentliche Prioritätenliste setzen, was hat den größten Impact, was hat den kleinsten und von oben nach unten runter.
SPEAKER_01Und auch sehr analytisch vorzugehen, weil man betuppt sich halt auch selbst, wenn man denkt, das ist das Problem. Nee, das ist nicht das Problem.
SPEAKER_00Ja, okay, das ist eine Einschätzung. Das ist ja quasi die ordentliche Einschätzung, ja.
SPEAKER_01Genau, aber da auch strukturiert vorzugehen und nicht einfach nur das Gefühl. Und machen.
SPEAKER_00Fertig machen. Nicht fertig, fertig machen, Pareto.
SPEAKER_01Ich glaube, wir können ja noch stundenlang weiter, sollten wir auch. Also, ich glaube, wir können hier auf jeden Fall noch eine weitere Folge mit Erfolgsgeheimnissen füllen.
SPEAKER_00Und dabei sind wir noch nicht mal so erfolgreich, ne?
SPEAKER_01Gerade hast du gesagt, es geht nicht nur um die Kohle oder was meinst du mir nicht so erfolgreich? Also, ich würde sagen, also zumindest sind wir insofern erfolgreich, als das, was wir in unserer Branche tun. Also, zumindest bei mir, in genau meiner Branche niemanden gibt es, der das besser, größer macht als ich. Also genau das.
SPEAKER_00Ich habe frühzeitig gelernt, dass ich jedes Mal, wenn du sagst, das ist der größte Monpetent, bei mir dreht sich kurz immer der Magen. Mir auch. Aber ich habe eine coole Schlagzeile. Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Aber bei mir dreht sich immer der Magen, weil die Sache ist, man hat irgendwie das Gefühl, okay, man hat jetzt irgendwie den Zenit erreicht. Aber ich finde halt, man darf niemals das Gefühl haben oder sich selber sagen, man hat irgendeinen Zenit erreicht. Weil ansonsten, ich verliere halt meinen Drive, ist die Sache. Also wenn ich jetzt da stehen bleibe, wo ich stehen bleibe, habe ich Angst, langfristig am Markt auch weiterhin zu bestehen, wenn die Qualität, jetzt die absolute Top-Qualität, die wir haben mit dem MZA, Service-Netzwerk deutschlandweit und so weiter und so fort, wie gesagt, okay, das ist jetzt das Ende der Fahnenstange. Nee, das ist nicht. Wir müssen immer weiter verbessern, immer weiter besser werden.
SPEAKER_01Aber es geht ja kein Ende. Es geht immer.
SPEAKER_00Das ist ja das Schöne, aber das ist ja das Schöne daran. Das wird ja nicht langweilig. Der Film hört einfach nicht auf, das ist doch geil.
SPEAKER_01Ja, ist mega geil. Ich würde sagen, wir beenden diese Folge hier an dieser Stelle. Wer es bis hierhin geschafft hat, wir werden garantiert nochmal Unternehmer über Unternehmerthemen sprechen. Es bleibt spannend, also gerne abonnieren. Auch bei Tarek, dich findet man auch auf Insta, auf YouTube. Und ja, ich würde sagen, wir beenden hier in diesem Sinne an dieser Stelle und treffen uns ein andermal wieder zu mehr Unternehmertalk. Danke, Tobi. Ich danke.