Akte Nacht

Die Frau, die nie aus dem Haus ging

Viktor Grau Season 1 Episode 26

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Warum verbraucht eine bewohnte Wohnung keinen Strom? Die Ermittler finden in Wohnung 4B eine lebensgroße Tonskulptur und einen obsessiven Ehemann. Doch während die Polizei an Wahnsinn glaubt, verrät ein gelber Regenmantel die wahre, verstörende Logik hinter diesem Fall. Ein Meisterwerk des psychologischen Suspense.

Eine Geschichte von Viktor Grau.

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Magte Nacht. Ein ungelöster Fall aus den dunklen Archiven. Manche Wahrheiten bleiben für immer verborgen. Der Fall begann mit einem Heizkostenverteiler. In der Wohnung 4b am Prenzlauer Berg wurde kein Strom verbraucht. Seit elf Monaten stand der Zähler still. Die Hausverwaltung vermutete Manipulation. Der Mieter, Herr Krüger, öffnete die Tür sofort. Er wirkte gepflegt, fast akkurat. Er lebte dort mit seiner Frau, sagte er. Die Beamten blickten in den Flur. Dort standen Damenschuhe, Größe 38. Sie waren staubfrei und perfekt parallel ausgerichtet. Die Beamten suchten nach der Ehefrau. Krüger führte sie bereitwillig durch die Räume. Überall brannte helles Licht. Es gab keine Schatten in dieser Wohnung. An der Gardrobe hing ein gelber Regenmantel. Die Polizisten fanden die Frau im Schlafzimmer. Sie lag unter einer schweren Decke. Nur ihr Gesicht war zu sehen. Sie schlief, behauptete Krüger leise. Die Beamten bemerkten den Geruch. Es roch nicht nach Verwesung. Es roch nach billigem Talkumpuder. Die Haut im Gesicht war wachsartig. Ein Beamter berührte vorsichtig ihre Stirn. Sie war hart und eiskalt. Krüger protestierte nicht gegen die Untersuchung. Er beobachtete sie mit ruhigem Stolz. Die Spurensicherung traf zwei Stunden später ein. Sie hoben die Decke im Schlafzimmer an. Darunter lag kein Körper. Dort lagen hunderte Kilo getrockneter Ton. Die Beine und Arme waren grob modelliert. Nur das Gesicht war perfekt ausgearbeitet. Es war eine lebensechte Skulptur. Prüger lächelte die Ermittler an. Er sprach von seiner großen Liebe. Sie habe das Haus nie verlassen wollen. Die Nachbarn bestätigten das später. Sie hatten sie oft am Fenster gesehen, jeden Morgen um acht Uhr exakt. Die Ermittler prüften die vermissten Anzeigen. Es gab keine Frau Krüger in den Registern. Krüger war seit zwanzig Jahren Junggeselle. Die Wohnung war klinisch rein, nur der gelbe Regenmantel wirkte benutzt. Bei der Vernehmung blieb Krüger sachlich. Er erklärte die Technik seiner Kunst. Er fütterte sie, er sprach mit ihr. Er bewegte sie jeden Tag an das Fenster. Die Ermittler hielten ihn für wahnsinnig. Ein Kriminaltechniker untersuchte die Schuhe im Flur. Größe 38, Marke Gabor, ungetragen. Er blickte auf die Sohlen. Sie waren vollkommen sauber. Kein Körnchenstraßenschmutz war zu finden. Dann untersuchte er den gelben Regenmantel. An den Ärmeln klebten Reste von Ton. Der Mantel war innenfeucht. Es war frisches Regenwasser. Der Ermittler stutzte und sah auf das Datum. Es hatte seit drei Tagen nicht geregnet. Er öffnete die Innentasche des Mantels. Darin fand er eine Quittung vom Bäcker. Ausgestellt auf heute Morgen 7.15 Uhr. Er sah sich die Überwachungskamera des Bäckers an. Auf dem Video war eine Frau zu sehen. Sie trug den gelben Mantel. Ihr Gesicht war starr und unbeweglich. Sie bewegte sich seltsam steif, fast mechanisch. Sie kaufte zwei Brötchen für Herrn Krüge. Der Ermittler kehrte in die leere Wohnung zurück. Er betrachtete die Tonskulptur im Bett. Sie war jetzt zerbrochen und trocken. In der Mitte der Figur war ein Hohlraum. Er war genau groß genug für einen Menschen. Die Schränke im Flur waren leer geräumt. Nur die Damenschuhe standen noch da. Sie waren nun leicht nach außen gedreht. An der Innenseite der Schuhe klebte frischer, feuchter Lehm. Sie hörten Akte Nacht. Folgen Sie dem Podcast für weitere ungelöste Fälle. Die nächste Akte wird bald geöffnet. Eine Produktion von Gravelow Voices.