Akte Nacht

Das Geräusch aus der Wohnung über ihm

Viktor Grau Season 1 Episode 33

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 In dieser Episode von „Akte Nacht“ blicken wir in den Abgrund des Falls 402-B. Was als einfache Ruhestörung in einem Hannoveraner Mietshaus beginnt, entwickelt sich zu einer bizarren polizeilichen Ermittlung. Warum bewegen sich die Fenstergriffe von selbst? Warum korrespondiert das Scharren an der Decke exakt mit dem Herzschlag des Opfers? Hauptkommissar Keller stößt auf eine bauliche Anomalie aus dem Jahr 1954, die niemals hätte existieren dürfen. Ein ultra-premium Audio-Erlebnis für Fans von authentischen, psychologischen Cold-Case-Rekonstruktionen. 

Eine Geschichte von Viktor Grau.

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Aktenacht Ein ungelöster Fall aus den dunklen Archiven Manche Wahrheiten bleiben für immer verborgen. Der Fall 402b beginnt mit einer banalen Feststellung. Herr Wegner schläft nicht mehr. Seit drei Wochen hört er dieses Geräusch. Es ist ein rhythmisches Starren. Immer um exakt 3.14 Uhr. Direkt über seinem Schlafzimmer. Die Polizei von Hannover Mitte vermerkt den ersten Anruf. Ruhestörung. Amte klopfen an die Tür im vierten Stock. Niemand öffnet. Die Hausverwaltung gibt zwei Tage später Auskunft. Die Wohnung über Wegner steht leer. Seit elf Monaten gibt es keinen Mieter. Die Schlüssel liegen im Tresor der Verwaltung. Wegner ruft erneut an. Diesmal klingt er erschöpft. Das Scharren habe sich verändert. Es klinge nun wie das Ziehen von schwerem Metall. Hauptkommissar Keller besichtigt die leere Wohnung. Der Boden ist mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Es gibt keine Fußabdrücke, keine Schleifspuren. Im Protokoll notiert Keller eine Seltsamkeit. Die Fenstergriffe sind mit Tesafilm fixiert. Alle Griffe zeigen exakt nach oben. Ein Standardvorgang bei Grundsanierungen heißt es. Wegner behauptet, das Geräusch folge ihm jetzt. Wenn er in der Küche sitzt, starrt es oben. Wenn er im Bad ist, starrt es genau dort. Synchron mit seinen eigenen Schritten. Die Kriminaltechnik installiert Mikrofone in Wegners Wohnung. Die Nachtaufnahme vom 12. April ist klar. Man hört Wegner atmen. Dann hört man das Charren. Es klingt metallisch und hohl. Die Frequenzanalyse ergibt ein bizarres Bild. Das Geräusch über ihm ist identisch mit Wegners Puls. Nur um zwei Sekunden verzögert. Wegner verlässt das Haus nicht mehr. Er hat Angst, den Kontakt zum Geräusch zu verlieren. Er beginnt, die Decke mit Markierungen zu versehen. Rote Kreise dort, wo er das Metall vermutet. Keller kehrt in die leere Wohnung zurück. Er sucht nach Hohlräumen in den Wänden. Er findet keine Installationen. Der Estrich ist massiv und unberührt. Dann bemerkt der Kommissar den Staub erneut. Er liegt überall gleichmäßig dick, außer an den Stellen der roten Kreise. Dort ist der Staub von oben leicht aufgewirbelt. Etwas drückt von unten gegen den Boden. Keller lässt die Wohnung unter Wegner räumen. Er will die Bausubstanz prüfen. Er vermutet eine Fehlkonstruktion der Deckenbalken. Der Durchsicht der alten Baupläne stockt Keller. Das Gebäude wurde 1954 saniert. Man hat die Zimmerhöhen damals reduziert. Es gibt einen Zwischenraum von 30 Zentimetern. Keller geht zu Wegner, um ihn zu befragen. Die Tür steht offen. Die Wohnung ist leer. Nur die Markierungen an der Decke leuchten rot. Keller schaut nach oben. Er sieht die Markierungen genau an. Sie sind nicht mit Stift gemalt, es sind Brandspuren im Gips. Er eilt zurück in den vierten Stock, in die leere Wohnung. Er kniet sich auf den verstaubten Boden. Er legt sein Ohr direkt auf das Parkett. Er hört nichts mehr. Das Scharren ist verstummt. Keller blickt auf seine Armbanduhr. Es ist 3.14 Uhr. Er sieht den Tesafilm an den Fenstergriffen. Der Klebestreifen am Fensterflügel löst sich langsam. Der Griff beginnt sich von selbst zu drehen. An der Stelle, wo Wegner unten stand, hebt sich eine Diele. Ein kleiner, spitzer Gegenstand bohrt sich durch das Holz. Es ist die Spitze eines metallischen Schuhs. Das Metall zieht sich langsam wieder zurück. Keller starrt auf das Loch im Parkett. Durch den schmalen Spalt sieht er ein Auge, das nach oben blickt. Sie hörten Akte Nacht. Folgen Sie dem Podcast für weitere ungelöste Fälle. Die nächste Akte wird bald geöffnet. Eine Produktion von Gravelow Voices.