KI Espresso
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26 Prozent — sondern KI, klar und direkt
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26 Prozent der Commerzbank gehören dem deutschen Staat. Doch genau dieses mit 18,2 Milliarden Euro Steuergeld gerettete Institut feuert nun 3000 Mitarbeiter und nennt als ausdrücklichen Grund künstliche Intelligenz. Also, das ist genau die Faktenlage unserer heutigen Quellen, darunter der McKinsey Banking-Report und so eine echt brisante DGB-Studie. Und ganz ehrlich, wenn ich mir das ansehe, erleben wir hier gerade live den Anfang vom Ende der Banken Mittelschicht.
SPEAKER_01Moment, also da muss ich direkt reingrätschen. Das ist doch keine bewusste Opferung der Mittelschicht aus Spaß an der Freude. Das ist schlichtweg eine pure Überlebensnotwendigkeit.
SPEAKER_00Überlebensnotwendigkeit, die feuern 3000 Leute.
SPEAKER_01Ja, aber wir dürfen hier doch nicht in so eine Nostalgie verfallen. Ich meine, wenn eine europäische Bank heute im globalen Wettbewerb überhaupt noch mitspielen will, dann muss sie diesen Schritt gehen. Die Commerzbank tut da jetzt eigentlich nur öffentlich das, was alle anderen im Hintergrund sowieso längst machen.
SPEAKER_00Aber das ist doch ein absoluter Tabubruch. Also da werden eiskalt genau die Sachbearbeiter aussortiert, die den Laden eigentlich am Laufen halten. Und das Beste ist ja, es gibt null Umschulungsgarantien. Denen bietet man nur so vage Beratungsangebote an, während sich die Vorstände schön ihre Millionenboni sichern. Wie kannst du das denn bitte als rein logischen Schritt verteidigen?
SPEAKER_01Naja, weil die Realität der Zahlen da einfach absolut keinen Spielraum lest. Schau dir doch mal unsere Quellen hier an. Also JP Morgens zum Beispiel, die setzen im Kreditwesen bereits über 2000 von diesen sogenannten KI-Agenten ein.
SPEAKER_00Okay, aber das sind ja keine normalen Chatbots, die da ein bisschen Hex tippen.
SPEAKER_01Richtig, genau, das müssen wir nämlich kurz festhalten. Das sind vollautonome Softwareprogramme. Also wenn früher ein Mensch, sagen wir mal, einen 200-seitigen Kreditantrag durcharbeitet hat, Querverweise gecheckt hat und Compliance-Regeln abgeglichen hat, na das hat ja teilweise Tage gedauert. Ein KI-Agent liest, analysiert und entscheidet das heute in wenigen Sekunden.
SPEAKER_00Ja, schon klar, aber.
SPEAKER_01Und laut McKinse droht den europäischen Retailbanken, also im ganz normalen Privatkundengeschäft, halt ein massiver Effizienzverlust von 30 Prozent, wenn sie diese Technologie ignorieren. 30 Prozent. Investoren wie BlackRock jubeln da natürlich.
SPEAKER_00Ja toll, BlackRock jubelt. Aber Moment mal, das ist doch nicht so, als würde man eine alte Schreibmaschine durch einen PC ersetzen. Das ist, als würde man das Rettungsboot verbrennen, nur um den Motor am Laufen zu halten.
SPEAKER_01Das ist jetzt aber sehr dramatisch formuliert.
SPEAKER_00Nein, überhaupt nicht. Du lagerst quasi das Gehirn der Bank aus. Diese Kreditprüfer, also diese klassische Tarifmittelschicht, die haben doch über Jahrzehnte ein massives Bauchgefühl und echtes Erfahrungswissen aufgebaut. Der Soziologe Oliver Nachtweh nennt das in unseren Artikeln ja völlig zu Recht: Automatisierung von unten.
SPEAKER_01Ja, den Begriff habe ich da auch gelesen.
SPEAKER_00Und das trifft es doch perfekt, wenn wir dieses menschliche Korrektiv jetzt einfach durch ein Sprachmodell ersetzen, das ja im Grunde nur Mustern nachplappert. Dann verlieren wir doch komplett den Kompass, sobald mal eine Krise kommt, die so nicht in den Trainingsdaten der KI steht.
SPEAKER_01Also dieses Risiko für das institutionelle Gedächtnis, das mag ja durchaus bestehen. Aber der Markt hat doch längst entschieden. Immerhin die Deutsche Bank hat laut ihrem eigenen Geschäftsbericht ohnehin schon 1500 Stellen im Backoffice fast geräuschlos automatisiert, da doch keiner aufgeschrien.
SPEAKER_00Krass, ja.
SPEAKER_01Ja, die Kommerzbank ist ja halt wirklich nur der Präzedenzfall, der das offen kommuniziert. Die Bitkom-Zahlen in unseren Unterlagen sind da ja absolut unerbittlich. 82 Prozent der deutschen Finanzinstitute planen bis 2027 massive KI-Investitionen in exakt dieses Kerngeschäft.
SPEAKER_00Warte mal, 82 Prozent. Wenn das stimmt, dann reden wir hier doch überhaupt nicht mehr über ein isoliertes Kommerzbankproblem. Das ist ja dann ein absoluter Tsunami, der auf den deutschen Arbeitsmarkt zurollt.
SPEAKER_01Ganz genau.
SPEAKER_00Und das Verrückte daran ist doch, wenn man sich jetzt diese DGB-Studie von 2025 ansieht, dann merkt man, dass wir rechtlich absolut null Wellenbrecher dafür haben.
SPEAKER_01Richtig, der klafft echt eine massive, systematische Lücke. Wobei viele von euch jetzt wahrscheinlich denken, Moment mal, wir haben doch diesen europäischen AI-Act.
SPEAKER_00Ja, aber das muss man ja ganz strikt trennen. Der AI-Act regelt Produktsicherheit, der macht Datenschutz und Transparenz von den Algorithmen. Also der schützt Daten, aber der schützt halt überhaupt keine Arbeitsplätze.
SPEAKER_01Genau. Im Arbeitsrecht sieht die Welt nämlich komplett anders aus. Da haben wir zwar fantastische Gesetze für die Auswirkungen von Dampfmaschinen und Fließbändern.
SPEAKER_00Ja. Genau das steht da. Wir haben Gesetze für Dampfmaschinen, aber eben nicht für Sprachmodelle. Da gibt es keinerlei rechtliche Bindung, die den systematischen Einsatz von so einer KI zwingend an Umschulungsquoten oder irgendwelche Sozialpläne knüpft.
SPEAKER_01Richtig, der technologische Wandel überholt den Gesetzgeber da quasi im Rekordtempo und wir sind arbeitsrechtlich auf dem Auge komplett blind.
SPEAKER_00Was uns unweigerlich zu der Frage zurückbringt, mit der wir in diesem Deep Dive gestartet sind.
SPEAKER_01Genau. Denkt mal einmal an diese 26% Staatsanteil und die 18,2 Milliarden Euro an Steuergeldern.
SPEAKER_00Also die Frage, die ihr euch jetzt stellen müsst, muss der Staat bei seiner eigenen Bank eigentlich tatenlos zusehen wie Algorithmen mal eben die Mittelschicht ersetzen? Oder ist genau diese kalte Effizienz der unausweichliche Preis für eine wettbewerbsfähige Wirtschaftsabteilung hier in Deutschland?
SPEAKER_01Und vor allem, was passiert, wenn die anderen 82% der Banken bald nachziehen und diese Welle dann vielleicht auch eure eigene Branche erreicht?
SPEAKER_00Wenn euch diese Debatte zum Nachdenken gebracht hat, abonniert KI Espresso. Jeden Tag eine neue KI-Debatte in sechs Minuten.
SPEAKER_01Das war KI Espresso.