KI für Dich

Sprachassistenten: Alexa, Siri und Co. — wie schlau sind die wirklich?

Episode 7

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 8:16
Wie schlau sind Siri, Alexa und Co. wirklich? In dieser Folge: - Wie Sprachassistenten funktionieren und wo ihre Grenzen liegen - Datenschutz bei smarten Lautsprechern: Was du wissen solltest - KI-Hack der Woche: Sprachassistenten besser nutzen durch ganze Sätze mit Kontext Links und Quellen: - Keine externen Quellen in dieser Folge zitiert KI-Hack der Woche: - Dein Sprachassistent (Siri, Alexa, Google Assistant) — auf deinem Gerät verfügbar - Anleitung: Sprich in ganzen Sätzen statt Stichwörtern und nutze Folgefragen ohne neu anzufangen. Zum Beispiel: "Ich hab noch Tomaten, Zwiebeln und Käse — was kann ich damit schnell kochen?" statt nur "Rezept Pasta". Mehr von uns: - Newsletter: {{BEEHIIV_LINK}} - LinkedIn: Kevin | Pia Feedback? Schreibt uns auf LinkedIn oder per E-Mail an kifuerdich.podcast@gmail.com

Support the show

SPEAKER_00

Du redest jeden Tag mit einer künstlichen Intelligenz und weißt vielleicht gar nicht, wie wenig sie wirklich versteht. Hey, willkommen bei KI für dich. Ich bin Kevin und mit Pia machen wir KI verständlich für alle. Egal ob du gerade beim Frühstück sitzt, zur Arbeit fährst oder einfach neugierig bist. Hier bekommst du KI in Alltagssprache. Schön, dass du dabei bist. In der vorherigen Folge hat Pia das Steuer übernommen. Sie hat euch ein Thema mitgebracht, das viele beschäftigt. Nämlich, ob künstliche Intelligenz in Schule und Uni eher hilft oder schadet. Falls ihr das noch nicht gehört habt, schaut gern mal rein. Es hat sich gelohnt versprochen. Aber heute geht es um etwas, das bei vielen von euch zu Hause steht oder im Handy steckt. Alexa, Siri, Google Assistant, die Sprachassistenten. Du kennst sie. Du hast vielleicht schon mal mit ihnen geredet oder dich über sie geärgert oder beides. Die Frage heute ist, wie schlau sind die eigentlich wirklich? Ich fange mal mit einer kleinen Geschichte an. Meine Oma hat sich vor ein paar Jahren ein dieser kleinen smarten Lautsprecher, also so ein Gerät, das auf deine Stimme reagiert, ins Wohnzimmer gestellt. Eigentlich wollte sie damit Musik hören. Stattdessen hat sie das Ding einmal versehentlich gefragt, ob das Wetter heute gut für Gartenarbeit ist. Und das Gerät hat ihr eine Regenprognose für Seattle vorgelesen. Sie wohnt in Bayern. Seitdem nennt sie ihn nur noch den Idioten auf der Anrichte. Und da steckt eigentlich die ganze Frage drin. Warum passieren solche Fehler? Und gleichzeitig, warum können diese Geräte manchmal Dinge, die uns wirklich beeindrucken? Also, was steckt dahinter? Fangen wir von vorn an. Ein Sprachassistent ist ein Programm, das deine gesprochenen Worte versteht oder zumindest versucht, sie zu verstehen, und dann darauf reagiert. Stell dir vor, du rufst jemanden an, der sehr schnell tippen kann. Du sagst etwas, der andere tippt es in eine Suchmaschine und liest dir die Antwort vor. Ganz grob ist das das Prinzip. Das Gerät hört zu, wandelt deine Sprache in Text um, sucht nach einer Antwort und spricht sie dann wieder aus. Das klingt simpel, ist es aber nicht. Denn Sprache ist verdammt kompliziert. Wir Menschen verstehen aus dem Zusammenhang, was gemeint ist. Ein Sprachassistent muss das erst lernen. Und hier wird es interessant. Die alten Sprachassistenten, also die ersten Versionen von Siri und Co. vor etwa zehn Jahren, haben hauptsächlich nach Schlüsselwörtern gesucht. Du sagst Wetter und morgen. Und das Gerät liefert die Wettervorhersage. Das war eigentlich kein echtes Verstehen. Das war Mustererkennung. Wie ein Hund, der gelernt hat, bei Gassi zu Leine zu rennen. Heute sind die Systeme viel weiter. Die neueren Versionen nutzen sogenannte große Sprachmodelle, also riesige Programme, die mit unglaublich vielen Texten und Gesprächen trainiert wurden. Die können Zusammenhänge besser erkennen, Nachfragen verstehen und sogar kleine Witze machen. Ich habe das selbst ausprobiert und war erstmal total überrascht, wie gut Siri inzwischen auf Folgefragen reagiert. Du fragst, wie warm wird es morgen? Und dann einfach. Und übermorgen? Und es weiß, dass du immer noch das Wetter meinst. Aber, und das ist wichtig, es gibt klare Grenzen. Diese Assistenten sind keine denkenden Wesen. Sie verstehen nicht wirklich. Sie berechnen, welche Antwort am wahrscheinlichsten passt. Das ist ein großer Unterschied. Was heißt das für dich im Alltag? Ganz konkret, für einfache Aufgaben sind Sprachassistenten großartig. Timer stellen, Musik abspielen, eine kurze Frage beantworten, eine Erinnerung setzen. Das klappt meist sehr gut. Aber wenn du komplexe Fragen stellst, Nuancen erwartest oder medizinischen Rat brauchst, da wird es rutschig. Verlasse dich da nicht blind drauf. Noch ein wichtiger Punkt. Diese Geräte hören zu. Immer. Zumindest auf das sogenannte Aktivierungswort. Also hey Siri oder Alexa. Aber es gab in der Vergangenheit Fälle, wo versehentlich mehr aufgezeichnet wurde als geplant. Das bedeutet nicht, dass alle böse Absichten haben, aber es bedeutet, dass du dir überlegen solltest, was du in der Nähe dieser Geräte sagst. Besonders wenn du sensible Dinge besprichst: Gesundheit, Finanzen, persönliche Dinge. Das klingt jetzt vielleicht beunruhigend. Aber die gute Nachricht ist, du hast Kontrolle. In den Einstellungen deines Telefons oder Lautsprechers kannst du genau schauen, was gespeichert wird. Und das auch löschen. Das ist wie beim Auto. Du musst nicht verstehen, wie der Motor funktioniert. Aber es hilft zu wissen, wo die Bremse ist. Also kurzes Fazit, Sprachassistenten sind heute deutlich schlauer als noch vor ein paar Jahren. Für Alltagsaufgaben sind sie richtig nützlich, aber echtes Verstehen, echtes Denken, das können sie noch nicht. Und das Datenschutzthema solltest du im Hinterkopf behalten. So, und jetzt übergebe ich an Pia. Sie hat einen richtig praktischen KI-Hack für euch, der perfekt zu unserem heutigen Thema passt.

SPEAKER_01

Danke, Kevin. Und damit kommen wir zum KI-Hack der Woche. Heute zeige ich euch, wie ihr euren Sprachassistenten deutlich besser nutzen könnt. Mit einem ganz einfachen Trick. Viele Leute reden mit Alexa oder Siri wie mit einer Suchmaschine. Also kurz und stichwortartig. Wettermorgen. Pizzarezept. Das funktioniert, aber ihr holt damit nicht das Beste raus. Der Hack heißt, sprich in ganzen Sätzen mit Kontext. Schritt 1. Statt Rezept Pasta sagst du, ich habe noch Tomaten, Zwiebeln und Käse zu Hause. Was kann ich damit schnell kochen? Der Assistent bekommt mehr Informationen und liefert dir eine viel passendere Antwort. Schritt 2. Nutze Folgefragen. Du musst nicht jedes Mal von vorn anfangen. Frag, wie lange dauert das direkt danach. Der Assistent weiß noch, worüber ihr redet. Schritt 3. Wenn die Antwort nicht passt, sag einfach, das war nicht hilfreich. Ich meine eigentlich. Und erkläre es nochmal. Neuere Assistenten können damit umgehen. Ich habe das neulich mit einer Kollegin zusammen getestet. Und wir waren beide überrascht, wie viel besser die Ergebnisse waren. Nur weil wir anders gefragt haben. Kurz zusammengefasst. Mehr Kontext, bessere Antworten. Probiert es aus.

SPEAKER_00

Danke, Pia. Das ist wirklich ein goldener Tipp. Ganze Sätze statt Stichworte. Das merke ich mir. Und jetzt seid ihr dran. Habt ihr einen Sprachassistenten zu Hause oder auf dem Handy? Und was war das Lustigste oder Seltsamste, das er je geantwortet hat? Schreibt's in die Kommentare. Ich bin wirklich gespannt. Meine Oma mit Seattle kann da sicher nicht allein sein. Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann abonniert den Podcast, damit ihr keine Folge verpasst. Und teilt ihn gern mit jemandem, der auch öfter mal mit Alexa diskutiert. In der nächsten Folge übernimmt Pia wieder. Und sie hat ein Thema mitgebracht, das wirklich jeden betrifft. Mehr verrate ich noch nicht. Aber ich sage nur, danach schaust du bestimmte Dinge im Netz mit ganz anderen Augen. Bis dahin, bleib neugierig, bleibt kritisch und habt eine schöne Woche.