KI für Dich
KI für Dich — der Podcast, der Künstliche Intelligenz für alle verständlich macht. Kevin erklärt jeden Dienstag die neuesten KI-News und Tools. Pia zeigt jeden Samstag, wie ihr KI im Alltag nutzen könnt. Einfach, locker und ohne Fachchinesisch — von Teenager bis Oma Erna. Jede Folge mit einem konkreten KI-Hack zum Ausprobieren.
KI für Dich
Was du KI anvertraust, kann vor Gericht landen.
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Stell dir vor, du chattest mit einer KI, um dich auf einen Gerichtstermin vorzubereiten. Und genau diese Chats werden dann gegen dich verwendet. Im echten Gerichtssaal, das ist kein Film, das ist gerade wirklich passiert. Hey, willkommen bei KI für dich. Ich bin Pia. So, heute haben wir gleich zwei Nachrichten, die mich wirklich beschäftigt haben. Die eine ist ein bisschen gruselig, die andere ist nachdenklich stimmend. Und Kevin hat danach noch einen super praktischen KI-Hack für euch. Fangen wir mit der Geschichte an, die mich ehrlich gesagt ziemlich aufgewühlt hat. Ein ehemaliger Geschäftsführer in den USA, also der Chef eines Unternehmens, hat die KI namens Claude benutzt. Claude ist so ähnlich wie ChatGPT, also ein KI-Assistent, mit dem man schreiben und denken kann. Er hat mit dieser KI seine Verteidigung vorbereitet, weil er vor Gericht musste. Er dachte, das ist mein privates Gespräch, das bleibt unter uns. Falsch gedacht. Ein Richter hat entschieden. Diese KI-Chats sind nicht geschützt. Sie können beschlagnahmt werden. Und das Löschen hilft auch nichts. Die Gespräche wurden wiederhergestellt und im Gericht verwendet. Was heißt das für dich? Ganz einfach erklärt. Wenn du mit einem echten Anwalt sprichst, ist das Gespräch geschützt. Das nennt sich Anwaltsgeheimnis. Aber eine KI ist kein Anwalt. Die KI hat keine Schweigepflicht. Und das Gericht sagt, was du der KI erzählst, ist so ähnlich wie ein Tagebuch. Man kann es einfordern. Neulich hat mich meine Freundin Maren genau sowas gefragt. Sie meinte, Pia, ich schreibe doch manchmal richtig persönliche Sachen in Chat-GPT. Ist das eigentlich sicher? Und jetzt muss ich sagen, nein, nicht unbedingt. Zumindest nicht in einem rechtlichen Sinne. Das bedeutet nicht, dass morgen jemand deine Rezeptanfragen liest, aber wenn du dich in einem ernsthaften Streit oder einer juristischen Sache befindest, dann sei vorsichtig, was du einer KI erzählst. Übrigens, kleines Geheimnis am Rande. Unsere Stimmen hier im Podcast werden tatsächlich von KI generiert. Ja, wirklich. Pia und Kevin sind KI-Stimmen. Wir finden, das passt perfekt zum Thema heute. Transparency first, wie man so sagt. Also offen damit umgehen. Und damit kommen wir zur zweiten Nachricht, die mich genauso beschäftigt hat. Eine große amerikanische Umfrage, also eine Befragung von über 1500 jungen Menschen, hat etwas Interessantes gezeigt. Mehr als die Hälfte dieser jungen Leute benutzen KI regelmäßig. Das ist viel, aber gleichzeitig, die Begeisterung ist eingebrochen. Vor einem Jahr waren noch 36 Prozent aufgeregt wegen KI. Jetzt sind es nur noch 22 Prozent. Und die Zahl derer, die wütend oder besorgt sind, ist gestiegen, von 22 auf 31 Prozent. Was steckt dahinter? Der Hauptgrund ist Angst um den eigenen Job. Viele junge Leute fragen sich, wenn KI so viel kann, was bleibt dann noch für mich übrig? Ich finde das total verständlich. Ich habe das selbst ausprobiert und war erstmal überrascht, wie viel KI inzwischen wirklich kann. Texte schreiben, Code programmieren, Bilder erstellen. Das macht mir manchmal auch ein komisches Gefühl. Aber hier ist mein ehrlicher Gedanke dazu. KI ist ein Werkzeug. So wie der Taschenrechner damals die Mathematiker nicht arbeitslos gemacht hat. Er hat sie nur schneller gemacht. Wer KI nutzen kann, hat einen Vorteil. Wer wegschaut, hat einen Nachteil. Und genau deswegen gibt es diesen Podcast. Damit du weißt, was da gerade passiert. Damit du nicht überrascht wirst.
SPEAKER_00Und hier unser KI-Hack. Privater Modus bei ChatGPT. Viele wissen gar nicht, Jan Don, dass ChatGPT einen Modus hat, bei dem deine Gespräche nicht gespeichert und nicht zum Training verwendet werden. Das ist so ähnlich wie der Inkognito-Modus beim Internet-Browser. Also surfen ohne Spuren zu hinterlassen. Und so geht's. In drei Schritten. Schritt 1, öffne ChatGPT und geh oben links auf deinen Nutzernamen oder das Menü. Schritt zwei. Geh in die Einstellungen. Auf Englisch heißt das Settings. Und dann auf Data Controls, also Datenkontroller. Schritt 3. Schalte die Option Improve the Model for Everyone aus. Auf Deutsch das Modell für alle verbessern deaktivieren. Damit werden deine Chats nicht mehr zum Training genutzt. Zusatztipp. Du kannst auch direkt einen neuen temporären Chat starten. Das ist ein Gespräch, das nach dem Schließen automatisch gelöscht wird. Das hilft natürlich nicht vor Gerichtsbeschlüssen, wie wir heute gehört haben. Aber für den Alltag, wenn du einfach nicht möchtest, dass deine Gedanken irgendwo gespeichert werden, ist das ein guter erster Schritt.
SPEAKER_01Das ist genau die Art, wie KI klüger machen kann, indem man die Kontrolle behält über seine eigenen Daten. Und jetzt habe ich eine Frage an euch. Habt ihr schon mal etwas Persönliches in eine KI eingetippt und euch danach gefragt, ob das klug war? Schreibt's in die Kommentare, egal auf welcher Plattform. Habt ihr ein KI-Thema, das euch interessiert? Schreibt uns einfach, wo immer ihr uns findet. Wir nehmen eure Wünsche gerne mit. Das war es für heute von KI für dich. Bleibt neugierig und macht es gut.