KI für Dich
KI für Dich — der Podcast, der Künstliche Intelligenz für alle verständlich macht. Kevin erklärt jeden Dienstag die neuesten KI-News und Tools. Pia zeigt jeden Samstag, wie ihr KI im Alltag nutzen könnt. Einfach, locker und ohne Fachchinesisch — von Teenager bis Oma Erna. Jede Folge mit einem konkreten KI-Hack zum Ausprobieren.
KI für Dich
Würdest du dein Leben filmen, damit ein Roboter es lernt?
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Stell dir vor, du befestigst dein iPhone an der Stirn und trainierst damit einen Roboter. Das klingt nach Science Fiction. Passiert aber gerade wirklich in Nigeria und Indien. Hey, willkommen bei KI für dich. Ich bin Kevin. Heute haben wir drei Themen, die mich wirklich beschäftigt haben. Einmal etwas, das mich fasziniert und ein bisschen an eine Dokumentation über die Zukunft erinnert. Dann etwas, das mich ehrlich gesagt ein wenig beunruhigt hat. Stichwort, Passwörter. Und dann etwas, das ich selbst schon so oft verflucht habe. Dieser furchtbare Kundenservice-Chatbot, der einfach keine echte Antwort hinkriegt. Los geht's. Also fangen wir mit dem absolut verrücktesten Bild an, das ich diese Woche gesehen habe. Laut einem Bericht von T3N befestigen Menschen in Nigeria und Indien gerade iPhones an ihrer Stirn, wie eine Art Kamerastirnband und filmen sich dabei, wie sie ganz normale Hausarbeiten erledigen. Geschirr spülen, Wäsche falten, den Tisch abwischen. Klingt erstmal absurd, oder? Aber hier ist der Hintergrund. Unternehmen, die humanoide Roboter, also menschenähnliche Roboter, entwickeln, brauchen riesige Mengen an Videodaten, die Roboter sollen lernen, wie Menschen sich bewegen, wie sie Dinge anfassen, wie sie in einer Küche navigieren. Und dafür braucht man tausende Stunden Filmmaterial. Aus der Ich-Perspektive. Also genau so, wie ein Mensch die Welt sieht, wenn er arbeitet. Das ist wie beim Fahrenlernen. Ein Roboter kann nicht einfach eine Bedienungsanleitung lesen und dann Geschirr spülen. Er muss es unzählige Male beobachten. Aus genau dem richtigen Blickwinkel. Und genau diese Daten liefern die Teilnehmer in Nigeria und Indien. Was heißt das für dich? Direkt erstmal nichts. Aber es zeigt, wie viel menschliche Arbeit hinter dem steckt, was wir später als intelligente Maschinen sehen werden. Und es wirft eine wichtige Frage auf. Wer profitiert davon, wenn Menschen ihre Alltagsdaten für große Unternehmen sammeln? Darüber lohnt es sich nachzudenken. So, weiter geht's. Und jetzt wird es kurz ernsthaft. Ihr kennt das vielleicht. Ein Passwortmanager ist so ein Programm, das all eure Passwörter sicher speichert. Damit ihr euch nur noch ein einziges merken müsst. Bitwarden ist einer der bekanntesten und beliebtesten davon. Kostenlos, Open Source, also quelloffen und von vielen Sicherheitsexperten empfohlen. Jetzt berichtet die Community of Reddit im Bereich EDV von einem sogenannten Supply Chain-Angriff auf ein sogenanntes NPM-Paket von Bitwarden. Klingt kompliziert. Ich erkläre es kurz. Ein NPM-Paket ist ein kleines Stück Software, das Entwickler in ihre Programme einbauen. Eine Supply Chain, also Lieferkette, meint in der Softwarewelt die Kette von Bausteinen, aus denen ein Programm zusammengesetzt ist. Wenn ein Angreifer einen dieser Bausteine manipuliert, kann er damit potenziell das gesamte Endprodukt kompromittieren. Also unsicher machen. Was konkret passiert ist? Ein NPM-Paket, das mit Bitwarden in Verbindung steht, wurde kompromittiert. Das bedeutet, Angreifer haben versucht, über diesen Umweg schadhaften Code einzuschleusen. Was solltest du jetzt tun? Wenn du Bitwarden nutzt, schau, dass du immer die aktuellste Version installiert hast. Updates sind in solchen Fällen deine wichtigste Verteidigung. Bitwarden selbst arbeitet an solchen Vorfällen schnell. Aber du musst das Update auch wirklich einspielen. Und generell gilt, Passwortmanager sind trotz solcher Vorfälle immer noch viel sicherer, als überall dasselbe Passwort zu nutzen. Das nur zur Einordnung. Noch was Spannendes. Und das hier kennt ihr alle garantiert aus eigener, leidvoller Erfahrung. Du hast ein Problem mit deiner Bestellung, rufst beim Kundenservice an. Und was passiert? Erstmal begrüßt dich ein fröhlicher Chatbot. Der versteht dein Problem nicht. Du erklärst es nochmal. Er versteht es immer noch nicht. Du willst eine echte Person sprechen. Er schickt dich zurück ins Hauptmenü. Du willst schreien. Eine aktuelle Analyse des Unternehmens Paloa, die T3N zitiert, zeigt, das ist kein Einzelfall, das ist systematisch. Chatbots und automatisierte Hotlines wurden eingeführt, um den Kundenservice effizienter zu machen. In der Praxis erzeugen sie aber oft genau das Gegenteil, nämlich Frust, Zeitverlust und ungelöste Probleme. Laut Paloa ist Erreichbarkeit das entscheidende Kriterium für guten Kundendienst. Und genau daran scheitern viele KI-Lösungen im Kundenservice gerade noch. Das ist Ironie daran, KI könnte Kundenservice wirklich besser machen. Aber nur wenn sie wirklich gut trainiert ist und echte Anliegen versteht. Und nicht, wenn sie nur dazu dient, Anrufvolumen zu senken.
SPEAKER_00Und hier unser KI-Hack. KI als dein persönlicher Schreibcoach für Beschwerdemails. Ich habe das selbst ausprobiert, nachdem ein Paketdienstleister mein Päckchen einfach nicht gefunden hat. Drei Wochen lang. Ich war so genervt, dass meine erste Mail-Version ungefähr so klang. Das ist eine Frechheit und ich verlange sofort. Ihr wisst, wie das endet. Solche Mails werden gerne ignoriert. Also habe ich ChatGPT gefragt, mir zu helfen. Und hier sind die drei Schritte, die wirklich funktionieren. Schritt 1. Beschreibe dein Problem einfach und unzensiert. Schreib ChatGPT oder einem anderen KI-Assistenten genau, was passiert ist. Auch wenn es sich ein bisschen nach Schimpfen anfühlt. Zum Beispiel, mein Paket ist seit drei Wochen verschwunden, der Kundenservice antwortet nicht, ich bin stinksauer. Schritt 2. Sag der KI, was du willst. Nicht nur schreib mir eine Beschwerdemail, sondern konkret, schreib mir eine höfliche, aber bestimmte Mail, die eine konkrete Lösung innerhalb von fünf Werktagen fordert und rechtlich korrekt formuliert ist. Je genauer deine Anweisung, desto besser das Ergebnis. Schritt 3. Lass die KI zwei Versionen schreiben. Eine freundliche und eine etwas schärfere. Dann entscheidest du, welche zur Situation passt. Meine Erfahrung, die freundliche Version wirkt oft stärker, weil sie professionell klingt und schwer zu ignorieren ist. Das Schöne daran, du musst kein Jurist sein, um eine wirksame Beschwerde zu formulieren. Die KI kennt die richtigen Formulierungen. Du kennst deinen Fall. Zusammen seid ihr ein gutes Team.
SPEAKER_01Das ist genau die Art, wie KI klüger machen kann. Ich glaube, das probieren gerade ganz viele von euch sofort aus. Ein Freund von mir hat genau das letzte Woche gemacht und hat innerhalb von zwei Tagen eine Antwort bekommen. Vorher hatte er monatelang nichts gehört. Und damit kommen wir zu unserer Frage der Woche. Habt ihr schon mal einen Kundenservice-Chatbot erlebt, der euch wirklich geholfen hat? Oder war es meistens eher so wie mir gegen die Menühhölle? Schreibt es uns in die Kommentare. Ich bin wirklich neugierig, ob es da draußen positive Erfahrungen gibt. Und noch etwas. Habt ihr ein KI-Thema, das euch beschäftigt oder interessiert? Dann schreibt uns einfach, wo immer ihr uns findet. Wir nehmen eure Wünsche in die nächsten Folgen auf. Wir freuen uns wirklich über jede Nachricht. Das war's für heute von KI für dich. Bleibt neugierig und macht es gut.