KI für Dich

Was KI von dir braucht, bevor sie dir hilft

Episode 20

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KI im Alltag: Kontext geben, Daten schützen In dieser Folge: - Wie viel Kontext braucht eine KI wirklich, um nützlich zu sein? - Welche Daten dürfen in KI-Tools, welche besser nicht? - KI-Hack der Woche: Das Kontext-Briefing in vier Zeilen Links und Quellen: - EU-KI-Verordnung (AI Act) — https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32024R1689 - Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) — https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32016R0679 KI-Hack der Woche: - ChatGPT oder ein anderes KI-Tool deiner Wahl — {{AFFILIATE:chatgpt}} - Anleitung: Strukturiere deinen Prompt in vier Zeilen: Aufgabe, Situation, Grenze und Format. So lieferst du der KI genug Kontext, ohne private Rohdaten preiszugeben. Podcast unterstützen: - https://www.buzzsprout.com/2604102/support Mehr von uns: - Alle Plattformen: https://www.buzzsprout.com/2604102 - Instagram: https://www.instagram.com/kifuerdich.podcast/ - LinkedIn Kevin: https://www.linkedin.com/in/kevin-neufeldt-b4708b352/ - LinkedIn Pia: https://www.linkedin.com/in/pia-neufeldt-16b596242/ Feedback? Schreibt uns auf LinkedIn oder per E-Mail an kifuerdich.podcast@gmail.com

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Eine KI kann dir bei einem Haushaltsplan helfen, bei einer schwierigen E-Mail, bei einer Entscheidung im Job oder bei der Frage, wie du endlich Ordnung in ein Dokument bekommst. Aber genau davor steht eine Frage, die viele überspringen. Was darf die KI eigentlich über dich wissen, damit sie dir hilft, ohne dass du zu viel von dir preisgibst? Hey, willkommen bei KI für Dich. Ich bin Pia. Heute geht es um Kontext. Also um die Information, die eine KI braucht, damit aus einer allgemeinen Antwort eine Antwort wird, die wirklich zu deinem Alltag passt. Und ja, wir hatten schon einmal grundsätzlich über KI und Daten gesprochen. Heute drehen wir es praktischer. Wie gibst du einer KI genug Futter, ohne direkt dein Privatleben, deine Arbeit oder fremde Daten in ein Chatfenster zu kippen? Denn das ist der Punkt. Eine KI wird nicht automatisch besser, nur weil du ihr mehr gibst. Sie wird besser, wenn du ihr das Richtige gibst. Ein sehr einfacher Vergleich. Wenn du in einer Bäckerei nur sagst, ich brauche etwas, kann dir niemand gut helfen. Wenn du sagst, ich brauche etwas Herzhaftes vegetarisch für die Mittagspause und nicht zu teuer, ist das viel klarer. Du hast keinen Ausweis abgegeben, keine Lebensgeschichte erzählt, aber genug Kontext geliefert. Bei KI ist es ähnlich. Wenn du schreibst, mach mir eine E-Mail, kommt vielleicht etwas Brauchbares heraus. Aber oft wirkt es beliebig. Wenn du schreibst, formuliere eine kurze, freundliche Absage an einen Termin. Ich will nicht kühl klingen und möchte einen Ersatztermin für nächste Woche vorschlagen. Dann weiß die KI viel besser, worauf sie achten soll. Das ist Kontext. Ziel, Ton, Situation, Grenze, Ausgabeformat. Private Rohdaten sind etwas anderes. Vollständige Namen, Adressen, Kundendaten, Gesundheitsdaten, Passwörter, interne Strategien, Vertragsnummern, Bankdaten oder sehr persönliche Details über andere Menschen.

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Machen wir es an einem Alltagsbeispiel greifbar. Haushaltsplanung. Du kannst einer KI sagen, hilf mir, unsere monatlichen Ausgaben zu sortieren. Wir sind ein Haushalt mit zwei Erwachsenen, möchten 150 Euro im Monat sparen und wollen zuerst bei Abos, Essen außer Haus und spontanen Online-Käufen schauen. Erstelle mir Kategorien und Rückfragen. Dafür muss die KI nicht wissen, wie du heißt, bei welcher Bank du bist, welche Eibahn du hast oder welche genaue Adresse auf einer Rechnung steht. Wenn du eine Tabelle hast, kannst du sie vorher entschlacken. Aus Miete an Frau Schneider. IBAN endet auf 1, 2, 3, 4 wird Miete. Aus Rechnung von Dr. Ball wird Gesundheit. Aus echten Namen werden Platzhalter. Die Struktur bleibt erhalten, aber die Identität verschwindet. Und dann kann KI durchaus nützlich sein. Sie kann Kategorien vorschlagen, Ausgaben zusammenfassen, Auffälligkeiten markieren, Fragen stellen oder dir helfen, eine einfache Regel zu formulieren. Zum Beispiel, welche drei Ausgabengruppen sollte ich zuerst prüfen, wenn ich nicht bei Gesundheit, Bildung oder wichtigen Versicherungen sparen will? Das ist etwas anderes als hier ist mein kompletter Kontoauszug. Mach mal. Zweites Beispiel, eine schwierige Nachricht. Vielleicht willst du eine Beschwerde freundlich, aber klar formulieren. Dann braucht die KI nicht den echten Namen der Person, nicht die komplette Chathistorie und nicht jedes private Detail. Sie braucht, was ist passiert? Was willst du erreichen? Welcher Ton passt? Was darf auf keinen Fall drinstehen? Ein Prompt ist die Anweisung oder Frage, die du der KI gibst. Ein guter Prompt wäre, hilf mir, eine sachliche Nachricht zu formulieren. Es geht um eine Lieferung, die zweimal falsch angekommen ist. Ich möchte eine Ersatzlieferung oder Erstattung. Bitte ruhig, klar und ohne Drohung. Verwende Platzhalter für Namen und Bestellnummer. So entsteht ein brauchbarer Text, ohne dass du mehr preisgibst als nötig.

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Jetzt zur wichtigen Frage. Was passiert denn mit den Daten? Die ehrliche Antwort ist, das hängt vom Dienst, von den Einstellungen und vom Vertrag ab. Bei vielen KI-Angeboten werden Eingaben auf Servern verarbeitet. Je nach Anbieter können Chats gespeichert werden, in einer Historie auftauchen, zur Verbesserung des Dienstes verwendet werden oder durch bestimmte Einstellungen anders behandelt werden. Bei Business- oder Enterprise-Angeboten gibt es häufig zusätzliche Regeln, Vertragsbedingungen und Administrationsmöglichkeiten. Das bedeutet nicht, alles ist böse. Es bedeutet, du solltest nicht jedes KI-Feld wie ein privates Tagebuch behandeln. Gerade im Beruf ist die Frage nicht nur, kann die KI das kann, sondern auch, darf ich diese Daten dort eingeben? Bei personenbezogenen Daten spielt Datenschutzrecht eine Rolle. In Europa gehört dazu die Datenschutzgrundverordnung. Und die EU-KI-Verordnung ist das europäische Regelwerk für KI-Systeme. Sie soll zum Beispiel Risiken, Transparenz und Verantwortung besser ordnen. Sie ersetzt aber nicht automatisch Datenschutz, Vertraulichkeit oder gesunden Menschenverstand. Darum ist auch ein Satz wie das Tool ist europäisch oder das Tool ist KI-Ect, konform kein Freifahrtschein für alles. Entscheidend bleibt, welche Daten gibst du rein, wofür? Mit welcher Rechtsgrundlage, mit welchem Vertrag und mit welcher Kontrolle. Für den Alltag musst du daraus keinen juristischen Roman machen, aber du kannst dir drei Klassen merken. Grün, das darf meistens rein. Allgemeine Fragen, öffentliche Informationen, eigene Formulierungswünsche, erfundene Beispiele, neutrale Platzhalter, grobe Kategorien, gelb, erst entschärfen. E-Mails, Tabellen, Verträge, berufliche Dokumente, persönliche Situationen oder alles mit Namen, Kundenvorgängen und Details. Hier kürzt du, anonymisierst oder gibst nur den Ausschnitt, der wirklich nötig ist. Rot, nicht rein. Passwörter, Ausweisdaten, Bankzugänge, medizinische Details, intime Informationen, Daten anderer Menschen ohne Freigabe. Oder vertrauliche Firmeninformationen in nicht freigegebenen Tools.

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Und was sind Alternativen, wenn du doch mit sensibleren Inhalten arbeiten willst? Erstens, anonymisieren. Das ist der schnellste Weg. Namen raus, Nummern raus, Orte grob machen, Details ersetzen. Aus Peer aus Hamburg, Vertrag. 4 EUL711 wird Person A Vertragsfall. Zweitens, erst Struktur holen, dann Daten einsetzen. Du fragst die KI nicht, analysiere meine echte Tabelle, sondern welche Spalten und Kategorien brauche ich, um meine Haushaltsausgaben selbst zu sortieren. Die KI baut dir das Gerüst. Du füllst es lokal aus. Drittens, freigegebene Arbeitsumgebungen nutzen. In Unternehmen können genehmigte KI-Tools, Businessversionen, Auftragsverarbeitungsverträge, Rollenrechte oder interne Regeln wichtig sein. Das klingt trocken, ist aber genau der Unterschied zwischen praktisch und riskant. Viertens, lokal oder abgeschottet arbeiten, wenn es wirklich sensibel ist. Es gibt KI-Modelle und Systeme, die lokal oder in kontrollierten Umgebungen laufen können. Das ist nicht für jeden Alltag sofort bequem. Aber es zeigt, die Wahl ist nicht nur alles in irgendeinen Chat kopieren oder KI gar nicht nutzen. Der Kern bleibt. Du musst der KI nicht deine Identität geben, damit sie deine Situation versteht.

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Und hier unser KI-Hack. Das Kontextbriefing in vier Zeilen. Bevor du lange überlegst, schreib deinen Prompt so. Erstens Aufgabe. Was soll die KI tun? Schreiben, erklären, sortieren, vergleichen, zusammenfassen. 2. Situation. Worum geht es grob? Ohne echte Namen und ohne private Rohdaten. 3. Grenze. Was darf nicht passieren? Keine Drohung, keine Fachsprache, keine Entscheidung für dich, keine sensiblen Daten verwenden. 4. Format, Liste, Tabelle, kurze Nachricht. Drei Optionen, Rückfragen. Ein Beispiel, ich möchte unsere Haushaltsausgaben besser verstehen. Nutze keine echten Namen. Erstelle mir eine einfache Tabelle mit Kategorien, Rückfragen und drei Sparideen. Wichtig, Gesundheit, Bildung und wichtige Versicherungen sollen nicht gekürzt werden. Das ist konkret, alltagsnah und trotzdem vorsichtig. Und wenn du unsicher bist, mach den Prompt noch einen Schritt vorher. Hilf mir, diesen Prompt so zu formulieren, dass keine privaten Daten nötig sind. Welche Informationen brauchst du und welche sollte ich lieber weglassen? So nutzt du KI nicht nur für die Antwort, sondern auch für die Vorbereitung.

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Wenn du aus dieser Folge nur einen Satz mitnimmst, dann diesen gib KI Kontext, aber nicht automatische Identität. KI kann im Alltag richtig stark sein, wenn du ihr klare Aufgaben, gute Grenzen und passende Beispiele gibst. Aber Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass du alles einfügst. Vertrauen entsteht, wenn du bewusst entscheidest, was die KI wissen muss und was nicht. Das war es für heute von KI für dich. Schreib uns gern, bei welcher Alltagssituation du KI nutzen willst, aber noch unsicher bist, welche Daten du dafür verwenden solltest.