die weichen stellen. Ein Podcast zum Echtsein.
Und ein Podcast über Mut.
Mut, reinzuspüren und hinzuschauen, Mut, Dinge anders zu machen, Mut, neue Wege zu gehen.
Ich spreche vor allem mit Frauen, die Entscheidungen getroffen und ihr Leben auf eine andere Weise, ihre eigene Weise gestaltet haben.
Sie erzählen von Neuanfängen, Zweifeln, Verletzlichkeit und Momenten, die sie wachsen ließen.
Dieser Podcast ist für alle, die sich inspirieren lassen möchten, weil sie spüren, dass da noch mehr ist.
die weichen stellen. Ein Podcast zum Echtsein.
"Ich habe so lange auf Dich gewartet." Ein Gespräch mit Katrin Rohde
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In dieser Folge spreche ich mit der wunderbaren Katrin Rohde.
Vor über 30 Jahren hat sie in Deutschland alles hinter sich gelassen, um nach Burkina Faso zu gehen.
Nach dem Bau mehrerer Schulen begann sie, auf einer ihr zugewiesenen Müllhalde ein Haus für Waisenjungen zu errichten.
Über die Jahre ist daraus schnell so etwas wie ein eigenes Dorf entstanden – mit Krankenstation, Werkstatt, Schule, Waisenhäusern und vielem mehr.
Katrin erzählt von ihrem außergewöhnlichen Weg, von Herausforderungen, Zweifeln und der Kraft, immer weiterzugehen.
Eine Folge über Mut, Hingabe und die Frage, was möglich ist, wenn wir unserem inneren Ruf folgen.
Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Zuhören!
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Die weichen stellen ein Podcast zum Echtsein. Hey, wie schön, dass du da bist. In dieser Folge spreche ich mit der wunderbaren Katrin Rode, die vor über 30 Jahren in Deutschland alles hinter sich gelassen hat, um nach Burkina Faso in Afrika zu gehen. Nach dem Bau von mehreren Schulen begann sie auf einer ihr zugewiesenen Möhlhalde ein Haus für Waisenjungen zu bauen. Über die Jahre ist daraus fast so etwas wie einem Dorf entstanden, mit Krankenstationen, Werkstatt, Schule, Waisenhäusern und viel mehr. Von ihrem Weg dorthin und vielem anderen berichtet Katrin hier. Ich wünsche dir jetzt ganz viel Spaß beim Zuhören. Hallo, liebe Katrin. Hallo, ich freue mich bei dir zusammen. Ich freue mich ganz doll, dass du mein Gast bist. Ja, und endlich mit Zeit, ne? Wir haben richtig Zeit. Ja, das stimmt. Ich würde super gerne mit dir am Anfang etwas machen, wenn du Lust hast. Und zwar habe ich hier eine Schüssel mit Fragen. Und du darfst dir eine ziehen und die stelle ich dir.
SPEAKER_00Jetzt bin ich gespannt. Das sind alles verschiedene. Da. Okay. Das ist ja spannend, das habe ich ja noch nie gemacht.
SPEAKER_02Also die Frage ist: Was war deine beste Entscheidung, die dir zuerst in den Sinn kommt?
SPEAKER_00Nach Afrika zu gehen, tatsächlich. Also auf die Länge gesehen und mit dem Ganzen gesehen und alles, was geschehen ist und die vielen Wunder, die es dabei gab und so, ist es selbstverständlich, die Tatsache, dass ich nach Afrika gegangen bin.
SPEAKER_02Oh, wie toll! Toll. Ich würde, bevor wir dahin gehen, einmal gucken, wo du vorher warst. Also ich habe dich ja mit neun Jahren kennengelernt, als ich mit meiner Großmutter und meinem Bruder in Plön in die Buchhandlung gegangen bin und du da standst und uns Bücher empfohlen hast. Und ja, so habe ich dich kennengelernt. Erzähl doch mal von deinem Leben davor.
SPEAKER_00Ab neun Jahren habe ich dein Leseverhalten tatsächlich beeinflussen können. Du bist heute das, was ich vor neun Jahren dir empfohle. Nee, das war herrlich, diese Buchhandlung, weil ganz viele kamen mit ihren Kindern und die lagen alle auf dem Bauch und guckten sich Bilderbücher und Kinderbücher an, während ich dann mit den Eltern und den Tanten und Omas besprach, was nun der richtige Lesestoff wäre jetzt zu dieser Zeit und mit diesem Kind. Und deswegen war diese Buchhandlung einfach ganz große Klasse. Die hahnische Buchhandlung ist berühmt über die Grenzen von Schleswig-Holstein raus. Da kamen Leute, die ihre Wochenendhäuser hier hatten, aus Berlin und so. Die sparten alle ihre Buchbestellungen auf und gaben sie dann bei mir auf. Und das hat so viel Freude gebracht, weil auch sehr viele intellektuelle und kluge Menschen dabei waren. Und ich war spezialisiert eben auch auf gute Kinderbücher.
SPEAKER_02Und wie bist du da gelandet?
SPEAKER_00In dieser Buchhandlung. Ich habe sie gekauft, ganz einfach. Ich war Buchhändlerin. Ich bin Hamburgerin in der vierten Generation, also gebürtig, wie man hier so sagt, und auch stolz drauf. Ich liebe Hamburg. Und habe dann aber sozusagen in diese Gegend geheiratet und habe einfach eine eigene Buchhandlung aufgemacht. Mein Papa hat mir 10.000 Mark geliehen damit. Und das reich vorne und hinten nicht. Wir hatten kein Geld für Regale. Und da haben wir dann Tubokisten, Bierkisten rot angestrichen und in die Wände gedübelt. Und das waren meine ersten. Und kannst du dir vorstellen, das war in Prez und in Plön. Da war ich natürlich, also, was ist das denn? Ich ging barfuß durch die Gegend, es war die Hippiza. Cool. Fuß und mit schwingenden Kleidern. Und in meiner Buchhandlung gab es keine Regale, sondern Two-Box. Und das und das den alte eingeborenen Leuten. Das war schon wirklich spannend. Aber nach einer Weile hat sie sich dann doch dran gewöhnt. Dann hatten wir auch noch einen Papagei in der Buchhandlung. Das ist auch nicht mehr. Nee, in der ersten. Im zweiten, da hatte ich keinen Papagei mehr. Aber der war ganz wichtig, weil die Kinder, die mit aus dem Bus kriegen mussten, die erste Buchhandlung war in Kreet, die mussten oft eine Stunde warten und die lagen quer alle auf dem Bauch bei mir in der Kinderbuchabteilung und sprachen mit dem Papagei und guckten sich Bücher.
SPEAKER_02Aber wie toll, die bist du schon da mit Kindern, so männliche.
SPEAKER_00Und das passte gut. Mein eigener Sohn ging dann auch zur Schule. Das passte dann auch prima. Ich war eine der ersten wirklich alleinerziehenden Mütter in dieser Generation noch ohne staatliche Beihilfe und ohne nichts. Aber das haben wir alles gepackt. Das war Prez schon mal. Und dann kam Plön und in Plön fing ich an, auch auszubilden. Sodass ich in meinem langen Buchhändlerleben 26 Lehrlinge ausgebildet habe. Und zu dieser Zeit war das ganz toll. Und so viele Lehrlinge zu haben, war herrlich. Immer frische Luft, frische Nahrung, frische Bücher, frische Jugendliche. Die brachten alle ihre Familie mit. Und so ging es, dass es eine junge Buchhandlung war.
SPEAKER_02Ja, ja, toll. Also ich weiß auch noch, dass es auf jeden Fall ein Erlebnis. Also ich habe mich immer total gefreut, dass ich sogar, also als kleines Kind mich schon so toll fand. Also da hast du schon irgendwie was ausgestrahlt.
SPEAKER_00Ja, ich hatte diese Buchhandlung, die warte, schwarze Regale und so Treppenstufen nach hinten auch. Und dann hatte sie ein knallrotes Stehpult. Und seit ich dieses erste Stehepult, dieses Knallrot, hat er halt selber entworfen, hat mir einen Tischler gebaut. Inzwischen ist es so, dass zum Beispiel in meinem afrikanischen Krankenhaus, in meinem Krankenhaus, gibt es, weiß ich nicht, zwölf Behandlungszimmer plus Zahnarzt, plus Optika und so weiter. Und die arbeiten alle an Stehpult. Und das habe ich wunderbar. Kein Mensch kennt einen Stehpult in Bogadougou, außer bei uns gibt es das, ja. Warum setzen? Ich bleib schön aufrecht stehen.
SPEAKER_02Wir sehen dich jetzt in der Buchhandlung. Und wie alt bist du, als der Moment kam, wo Afrika in dein Leben kam?
SPEAKER_00Ja, das war eigentlich irgendwie so bei 40 oder so. Frage mich nie genau nach Zahlen, aber irgendwo steht das aufgeschrieben. Das war so, dass ich, ich hatte natürlich ein Traumleben, ja. Zwei Buchhandlungen, die zwei Datern meine Schwester übernommen, immer zu Ferien, wenn ich wollte. Ich bin weit geflogen, weit habe Urlaube gemacht, in vielen fremden Ländern alleine. Und mein Sohn wurde groß und viele Leute kannten mich. Für viele war ich damals wichtig tatsächlich. Ich war so das Inbild einer emanzipierten Frau. Alleinerziehend, eigene Buchhandlung, ich mache, was ich will.
SPEAKER_02Also ein Vorbild.
SPEAKER_00Ja, ich hatte drei Motorräder. Drei. Wieso drei? Ja, weil ein großes, da konnte ich die Masocchis selber auswechseln für die Straße. Und dann fuhr ich auch noch Motocross.
SPEAKER_01Cool. Kann ich mehr.
SPEAKER_00Und du hast richtige Touren gemacht? Ja, ich habe auch mit meinem Sohn, bin ich zum Beispiel ganz alleine am Gardasee gefahren. Oder ich bin nach Dubrownik alleine gefahren. Ja, das war vielleicht auch schon mutig. Ich würde heute das nicht mehr tun. Ich würde es heute als unvernünftig empfehlen. Angesichts der vielen Unfälle und der vielen schrecklichen Geschehnisse, die mit Motorrädern zusammenhängen. Aber zu der Zeit war es natürlich der Hit und ich war sehr cool. Viele Männer hatten Angst vor mir, weil ich mir natürlich nichts habe sagen lassen und auch das nichts vom Butterbrot nehmen ließ. Und im Buchhandel war ich natürlich auch berühmt. Die Frau, die alleine eine Buchhandel hat und 26 Lehrlinge ausbildet, das gab es damals alles gut. Und die am roten Stehpult steht. Ja, genau. Toll. Ja, das war eine gute Zeit. Wir haben viele, viele Sachen gemacht, auch traditionsreiche, zum Beispiel Plattysch verkurft auch. Und dann habe ich mir von den Landfrauen so unsere eigenen Kostüme, die alten Trachten und so geliehen. Und dann haben wir einen Stand gemacht auf dem Markt und all solche Sachen, die hat kein Mensch gemacht, nur wir.
SPEAKER_02Oh, wie schön.
SPEAKER_00Wir waren immer so ein bisschen irgendwie hoch, aber dann fanden sie es dann irgendwie doch ganz toll.
SPEAKER_02Und hattest du, also warst du als Kind schon so, dass du einfach das, also es klingt so, dass du gemacht hast, was du willst.
SPEAKER_00Also ich war die älteste von vier Kindern und meine Mutter war auch Buchhändlerin. Meine Schwester ist ja auch Buchhändler, also wir haben reichlich Buchhändler in der Familie. Und ich habe eine unglaublich schöne Kindheit gehabt. Also in Klein-Flottbeek habe ich klein flottbehabt. And we sind jedes Jahr Skifahren gefahren und natürlich musste ich Klavier spielen anders. Also ich war die höhere Tochter, die aber tatsächlich alles durfte. Okay. Und dann wollte ich aber nicht so sein wie mein Elternhaus. Also mein Elternhaus wählte rechts und liebte HSV. Und ich konnte ja noch nicht wählen, aber ich dachte links. Und natürlich war St. Pauli mein Verein. Also ich war Pauli und die anderen waren alle HSV. Und so ging das eigentlich die ganze Zeit, zog sich das da durch. Ich hatte Unmengen gelesen. Ich habe ja schon als Kind Unmengen gelesen. Mein größter Wunsch war an irgendeinen Weihnachten, ich hatte mir, glaube ich, 23 Bücher gewünscht. Und sonst nichts, nix, keine Puppen, keine nichts. Einfach nur wissen oder was weißt du. Ich kenne ganz viele Fotos von mir, wo ich nur lese. Auf der Schaukel.
SPEAKER_02Und du hast sozusagen deine, also dass du eine andere Richtung eingeschlagen hast als deine Eltern.
SPEAKER_00Aus Büchern, Abitur. Es kommt aus Büchern. Ja, das ist sehr interessant, weil ich sehr viele Bücher gelesen habe über einsame Kinder und über traurige Kinder und solche Sachen. Und das konnte ich immer gar nicht vertragen, weil mein Leben selbst war ja so gut. Also habe ich mich da so ganz reinversetzt. Und deswegen konnte ich jetzt oder kann ich auch die ganze Zeit mit meinen afrikanischen Kindern eben auch, ich, ich kann es nicht richtig beschreiben, aber es ist irgendwie so, als wenn die Empathie nicht gerufen werden muss. Die ist so da einfach.
SPEAKER_02Und wie war das für deine Eltern, dass du sozusagen so in so eine andere Richtung gegangen bist?
SPEAKER_00Naja, ich entglit ihnen sozusagen. Ich bin denen davon geglitten, weil sie konnten das nicht übersehen. Sie haben mich dann nach, es gab in England, ich bin nach England gegangen dann mit 15 oder so. Ich habe da meine Mittelreife gemacht. Und bin aber immer nach London gefahren und es war genau die Punkt-Hippie-Zeit überhaupt. Und habe natürlich jede Menge Leute kennengelernt, mit Drogen, mit allem möglichen. Und eine faszinierende Welt, ja. Ich komme so ungefähr Hamburg-Elbsussee und jetzt stehe ich da plötzlich, also wahnsinnig, ja. Und habe mich da auch sehr verliebt in einen Jungen, der schwer auf Heroin war und den konnte ich dann im Gefängnis besuchen. Alles Welten, von denen ich nur gelesen hatte. Und wo deine Eltern wahrscheinlich nichts wussten davon. Nichts wussten. Und mich dann auch zurückholten. Das war ihnen irgendwie, kam ihnen seltsam vor. Und dann wollte ich abhauen. Dann habe ich meine Gitarre genommen und habe einen Brief geschrieben an meine Eltern. Es tut mir wirklich leid, aber ich kann nicht bleiben, ich muss gehen. Und dann, das war einer der schlimmsten Augenblicke meines Lebens, als ich auf dem Hamburger Hauptbahnhof stand und ich hatte ein Hinti-Ticket für London in der Tasche und ich stand auf dem Bahnsteig und runter die Treppe runter, kommt mein Vater. Meine Mutter hatte diesen Brief früher gefunden, als ich gecheckt hatte. Und sie hat ihn angerufen und er arbeitete ja in der City und dann sagte er, plötzlich steht er neben mir und sagt, möchtest du nicht lieber mitkommen? Boah, ja, dann musste ich wieder nach Hause. Ich war noch nicht mal 18. Dann kam natürlich der klassische Teil, dann wurde ich auf die International Finishing School geschickt auf den Chiemsee irgendwo und musste lernen, wie man einen grünen Salat anmacht und wie man morgens seinen Mann weckt.
unknownOkay.
SPEAKER_00Schon Zähne geputzt, hallo Liebling. Wahnsinn. Alles fertig dafür, hier zu heiraten und möglichst Tennis zu spielen und drei Kinder zu haben und die Welt zu verbinden.
SPEAKER_02Wie hat sich das für dich angefühlt, dieses Außen etwas zu machen, was du innen gar nicht warst? So össlich.
SPEAKER_00Ich konnte auch damals nicht darüber lachen. Das ist übrigens doch so ein Punkt. Ich konnte nicht gut lachen über mich selber. Über mich selbst zu lachen, habe ich erst gelernt, als ich so Mitte 30 war, im Wald. Wie so im Wald, weil ich so verzweifelt war. Ich fand das Leben so doof und ich fand das alles blöde und meine Buchhandlung, das war ja nicht genug. Und ich könnte doch ganz andere Sachen machen. Aber was könnte ich machen? Weiß ich auch nicht und so. Und dann bin ich in den Wald gegangen. Und dann schien die Sonne auf so ein kleines Stückchen Moos. Und da dachte ich, so ein tolles Moos. Das hast du ja vorher gar nicht gesehen. Und dann dachte ich, du hast es gesehen, weil du siehst es jetzt, weil du es vorher nicht sehen wolltest. Und dann habe ich plötzlich angefangen zu lachen. Und dann saß ich neben diesem Moos und da im Baum und habe mich eine halbe Stunde lang kaputt gelacht über alles, was ich missverstanden hatte im Leben.
SPEAKER_02Ach, wie schön.
SPEAKER_00Toll. Ja, und daher kommt dann daher, dass da wurde ich dann erst überhaupt ich selbst, weil ich dachte, da dachte ich das gar nicht mehr, da wurde ich nämlich heiter. Das ist nämlich eines der wunderbarsten Worte, was sie in Deutschland ja leider nur wenig benutzt wird.
SPEAKER_02Ja, total.
SPEAKER_00Schade eigentlich, ne? Weil wenn du morgens heiter aufstehst, dann ist dein ganzer Tag gemacht. Und wenn du muffig rumuffelst, dann ist dein Tag leider bitte. Also sei doch bitte heiter.
SPEAKER_02Ich nehme es auf wieder in mein Repertoire. Ja, genau.
SPEAKER_00Meine Mutter sagte dann immer, sei doch nicht so unwirsch, sei doch mal wirsch. Ja, und so ist es mit dem heiteren Sein. Auch das habe ich in Afrika wieder getroffen, dieses Heitersein. Und das ist das, was ich hier so vermisse in diesem Europa. In unserem hier. Also es ist schon wieder anders, wenn du irgendwie in Portugal, Spanien, Italien, Türkei bist. Da ist noch eine andere Halterkeit wieder, die aus der Sicherheit der Familie erwächst. Da ist so eine Sicherheit da, die hier nicht mehr existiert. Durch den großartig angepriesenen, wie nennt man das? Inzwischen ist es Egoismus, aber man nannte es individuell. Jeder muss ja individuell sein. Durch dieses gewollte Individuelle, da muss man sich ja sehr dafür anstrengen. Und da geht die Heiterkeit weg.
SPEAKER_02Ah ja, okay. Und hast du einen Trick, wie man sie wieder zu sich zurückholt?
SPEAKER_00Ja, natürlich, klar.
SPEAKER_02Dann hau raus.
SPEAKER_00Der Trick ist einfach, sich von sich wegzudenken. Dieses beständige, immer wieder in sich reinziehende, was alles nicht geht, oder hier bist du krank oder da kommst du nicht raus und die war doof zu dir oder der will was, was du nicht willst. Es geht alles immer hier so in dieses Ich, ich, ich rein. Dabei gibt es Menschen, die tatsächlich echte Probleme haben, wirklich riesige Probleme, für die ein riesiges Problem, die ich ganz leicht lösen kann. Zum Beispiel, ich sage jetzt mal Afrika oder so, aber das geht auch hier. Also Menschen, die alles nur noch als ein riesiges Problem sehen, daraus machen sie so einen dicken Ball und der ist um die rum irgendwie so völlig verzwirbelt, dass sie da gar nicht mehr rausgucken können irgendwie. Und da musst du eben mit Lachen kannst du den vielleicht manchmal zum Platzen bringen. Aber am besten ist zusammen zu schweigen eigentlich. Also gar nichts zu sagen und irgendwo zusammen zu sitzen. Und dann fängst du nämlich ganz von selber an zu lächeln. Weil alles das, worüber wir uns hier beschweren, außer wenn es schlimmste Krankheiten sind oder so, ist ja eigentlich nichts.
SPEAKER_02Jetzt switchen wir mal ein bisschen, also machen wir ein bisschen auf Vorspuren in der Bücherei nochmal. Und dann bist du ja nach Afrika gekommen.
SPEAKER_01Ja.
SPEAKER_02War das einfach so, ich mache eine Reise, wie ist das passiert?
SPEAKER_00Nee, das war ja ganz anders. In Plön gab es etliche, das waren damals die ersten Asylanten. Und wir haben einen Verein gegründet, so ein paar freundliche Menschen und ich. Und haben dann mit den Kindern Weihnachten gefeiert und denen geholfen mit den Papieren und solchen Sachen. Was sollte so, was man so tut für Asylanten, ne? Und da war einer dabei, eben aus Burkina Faso, der vollständig abdrehte auf irgendwelchen Malaria-Tabletten hin, glaube ich. Und der dann nach Neustadt in die Psychiatrie kam. Und der hatte einen Koffer, und in diesem Koffer war eine Telefonnummer von einem Bruder von ihm, der in einer Zuckerrohrfabrik im Süden von Burkina Faso arbeitete. Und da habe ich angerufen, Gott sei Dank bin ich Rudolf Steiner-Schülerin, sodass mein Französisch dafür noch ausreicht. Und ja, ich habe gesagt, dein Bruder stirbt hier, wenn du nichts machst. Ich könnte hier kommen. Nein, natürlich konnten die nicht kommen. Also musste ich hin. Medikamente holen, traditionelle Medikamente holen. Bei diesem Bruder im Süden von Burkina Faso. Nun war ich in meinem Leben weit gereist, überall. Also wirklich, außer Südamerika habe ich eigentlich alles irgendwie mitgenommen. Und Afrika hatte ich nicht auf dem Tapet, weil alle immer gesagt haben, so schwarz und so gefährlich und so dunkel und so und so. Ja, und dann habe ich das aber geschafft. Also ich hatte ja schon alles gesehen, dachte ich, ja. Aber so viel Armut hatte ich noch nicht gesehen. So arm, dass jemand so arm sein kann. Und dabei so zufrieden. Ich war mein erster Flyer, hieß, gibt es das arm und zufrieden? So hieß mein erster Flyer. Bitte spenden Sie Geld, ich will eine Schule bauen in Westafrika. Ja. Und ich bin einfach nur da durch die Gegend gefahren und habe also einfach nur wie kleine Hänschen, gestaunt, dass es das überhaupt alles gab. So viel Gastfreundschaft, so viel Hilfe, so viel Interesse an mir als Person, an unserem Land Deutschland, was die alles wussten. Ich fuhr ja nur mit Buschtaxis. Wisst ihr alle, was ein Buschtaxi ist? Erzähl es bitte. Ein Buschtaxi ist erstmal, ist es da und du wartest mindestens vier, fünf Stunden, weil wenn es nicht überfüllt ist, fährt es nicht ab. Okay. Und du kannst dich noch so beeilen, morgens hinzufahren oder sowas. Das dauert immer bis mittags, bis es losfährt. Also, du langweilst dich aber nie, weil um dich rum sind so viele Farben und so viele Geschichten und so viele Leute, die mit dir reden wollen. Alle wollen ja mit dir in Kontakt kommen. Weil das gibt es damals, gab es kaum weiße, wenige, wenige. Und ich fuhr kreuz und quer eben mit diesem Buschtaxi. Ich war nach Gambia geflogen und bin lange Geschichte, aber kann man alles ein Buch nachlesen. Und ein Buschtaxi, ja, da sitzt du eingeklemmt in der dritten hinteren Reihe, zwischen einem Tuareg, der wahrscheinlich Tuberkulose hat, zwischen einer dicken Marktfrau, die dir den Korb mit Türen auf den Schoß stellt, und zwei Kinder hat die eine davon sitzen auf meinem Fuß und die anderen sitzen da, der links hustet, die rechts, ja. Es ist wahnsinnig. Und von vorne drehen sich alle um und wollen von mir wissen, aus welcher Stadt und warum und was ich da mache.
SPEAKER_02Also ein Abenteuer.
SPEAKER_00Ein Abenteuer, ein Abenteuer. Also das geht nicht nur bei Busch-Taxis über lange Strecken. Selbst wenn du in ein Taxi steigst in Ouagadougou, in der Hautstadt, du landest immer woanders als da, wo du hin willst. Aber du hast so viel erfahren und es ist so spannend alles, dass es völlig egal ist. Ja, man muss eben flexibel bleiben. Ja, und so, das war eben auch alles mit Lachen zu tun. Und ich wollte ja so viel wissen. Alles, was ich sage, ich sehe plötzlich fünf Frauen in der gleichen Klamotte. Das kann doch nicht sein, dass fünf Frauen dieses gleiche Kleid tragen. Ich frage die Frauen neben mir, was ist denn das? Naja, das sind alles die Frauen von dem Mann und der hat ihnen einfach einen Ballen Stoff geschenkt und die haben sich jetzt zusammen. Ich sage, fünf, der darf doch nur vier. Das ist doch nicht so wichtig. Das sind ja Kleinigkeiten mehr. All diese Toleranz, diese Art und Weise damals, wie das war, dass wie die Katholiken mit den Muslimen zusammenleben und so, es war unglaublich.
SPEAKER_02Und das hat dich sozusagen, also alles hat dich angesprochen und du wolltest immer mehr wissen und hast gemerkt, ich hatte kaum Zeit, schlafen zu gehen.
SPEAKER_00Weil ich wollte gar nicht schlafen, ich wollte immer noch besser. Aber auch alle haben mir immer Auskunft gegeben, haben mich eingeladen auf diesen Reisen und in ihre Familien und haben gesagt, ja, also demnächst kommst du jetzt nach Tugarn und da wohnt meine Tante Erika und da sagst du mal schöne Grüße von Malise und da gehst du hin. So denke ich da hin und sage, hallo, ist hier eine Tante, ja. Marise, ja, komm rein, komm rein, komm rein. Ach toll. Ja, ist toll. Und es wird andauernd angehalten zum Beten, zum Essen, zu allem möglichen. Es bleibt immer alles spannend.
SPEAKER_02Und wie kam dann dein Gedanke des Kinderheims, des Zuhauses für Kinder?
SPEAKER_00Ja, also zuerst wollte ich ja, zuerst wollte ich diese Schule bauen und habe diese Schule auch gebaut. Aber um die zu bauen, bin ich so alle zwei, drei Monate hingeflogen, weil ich wollte, dass das alles korrekt läuft und nicht, dass mich jemand betrügt oder meine Spender betrügt. Und dann jedes Mal musste ich natürlich durch die Hauptstadt. In der Hauptstadt kann man nur landen. Und jedes Mal sah ich diese Jungs, diese Battle-Jungs mit den roten Eimern und dann, wie die schliefen, wo die waren, was die wollten, was wollten die. Keiner hat sich gekümmert um die. Höchstens, man gab ihnen mal einen Schubs oder höchstens, man schnippte ihnen mal eine halbe Banane rüber oder irgendwie sowas. Und es ist, also, ich konnte einfach gar nicht glauben, dass so viele Kinder, die waren ja zum Teil erst sechs, sieben Jahre alt und die großen alle voll auf Drogen. Mit 14, 16, die snifften und natürlich marihuana, das wächst ja wie Gras da und so. Also keiner hat sich gekümmert. Und die wurden natürlich auch verfolgt, weil es gibt ja sehr viel schlechten Zauber in diesen afrikanischen Ländern, also bösen Zauber. Das weiß man. Und diese Jungen wurden gesucht, die die Herzen von unschuldigen Jungen werden eben gebraucht, um irgendwelchen Zauber auszuüben für Macht und so. Das ist nicht nur in Burkina, das war ja damals.
SPEAKER_02Aber wie meinst du das? Kannst du das nochmal erklären? Also wie wurden die dann gebraucht?
SPEAKER_00Die wurden getötet natürlich.
SPEAKER_02Und richtig geopfert, ja.
SPEAKER_00Ja, genau, richtig. Das ist bis heute so. Also bis heute im Moment ist es jetzt nicht so, weil wir ein Militärregime haben. Aber in anderen Gegenden und weit entfernten Gegenden ist es immer noch so. Es ist ja vieles auch nicht erreichbar gewesen früher. Es gab keine Straßen, es gab nichts. Und zum Beispiel dieses Mädchen heiraten müssen, wenn sie 15, 16 sind und sie müssen so einen 80-jährigen Knacker heiraten oder so. Fürchterlich. Furchtbar. Und das zu durchbrechen zum Beispiel, die laufen weg natürlich und werden gesteinigt, diese Mädchen, ja. Auch heute noch, wenn es weit genug weg ist, ja.
SPEAKER_02Oh, es ist so schön.
SPEAKER_00Wenn die nicht Glück haben und bei uns landen und wir nehmen sie natürlich auf. Und ein paar andere so katholische Klöster, so nehmen die auch auf. Aber die verkommen ja vollständig. Und das alles muss man wissen und das alles, vieles davon willst du gar nicht wissen, aber du musst es wissen, wenn du was tun willst, ja. Und viele von diesen Mädchen und Kindern stehen eben auch unter Schock. Heute stehen sie ja auch wieder unter Schock und wirklich traumatisch betroffen, weil Kinder in diesem Krieg, den wir jetzt haben, eben zusehen müssen, wie ihre eigenen Eltern vor ihren Augen erschossen werden. Wir haben vor ein paar Wochen gerade ein Baby operiert, die Mutter Tores auf dem Rücken und die Mutter wurde von vorne erschossen und die Kug stark im Baby. Das Baby hat überlebt, dieses Baby. Aber ganz oft überleben sie eben auch nicht. Neulich, ich habe ja auch etliche unserer Jungs, unserer ex-Weisen-Jungs sind ja auch beim Militär. Wir sind ja im Krieg und die sind beim Militär und müssen oft losfliegen mit Hubschraubern, um zum Beispiel die Leichen auseinanderzuflettern. Und dann kommen sie mit 30 Babys nach Hause und die Mütter sind alle tot und die Schlacht. Genau, ist ganz schlimm. Die Willkür dieser Dschihadisten ist eben unfassbar.
SPEAKER_02Und könnt ihr euch, also dein, genau, das, was du aufgebaut hast, wie könnt ihr euch da schützen? Oder wie schützt ihr euch das?
SPEAKER_00Wir sind mitten, erstmal sind wir mitten in der Hauptstadt und es gab auch früher schon Aufstände in der Hauptstadt, also ganz, ganz schlimm auf Dschihadisten. Aber seit etlichen Jahren im Moment nicht mehr. Das musst du dir vorstellen, so ähnlich wie Vietnam damals. In der Hauptstadt war jedes Bordell offen und auf dem Land wurden die Leute entsetzlich getötet. Und so ist es bei uns auch. Diese Dschihadisten gehen eben vor, in der Weise, die gehen zum Dorfchef und sagen, okay, dein Dorf gehört jetzt uns. Wenn nicht, ist morgen deine Mutter tot, deine Frau tot, deine sieben Kinder. Kannst du dir aussuchen. Und was magst du dann? Horror. Genau, Horror, Terror. Und ganz oft morgens fliegen die Hubschrauber los aus der Hauptstadt. Bestimmte Hubschrauber fliegen los mit Nahrung für die Fronten, für die vielen, vielen Fronten, die wir ja haben, weil wir nicht wissen, wo die sind. Die kommen aus dem Nichts, ja. Und andere fliegen los eben, um die Leichen zu bergen. Deswegen, also wenn ich einen Hubschrauber höre, dann bin ich ganz leise. Wie aus einem Land, was das friedlichste Land der Welt war. Deswegen bin ich eigentlich dahingegangen, weil dieser Frieden unfassbar war, die Art und Weise, wie die verschiedenen Religionen miteinander umgingen. Wir waren die Letzten, die allerletzten in ganz Afrika, die dann irgendwie auch noch abgingen ins Furchtbarste. Und im Moment sind wir das am meisten heimgesuchte Land von ganz Afrika. Und wie es wird, wissen wir alle noch nicht. Aber wir sind zuversichtlich, wie immer. Aber so auch, wie ich eben sage: Zuversicht war früher ein Geschenk, heute musstest dir erarbeiten. Jeden Tag wieder neu.
SPEAKER_02Du hast von der Zuversicht gesprochen. Und da kam mir gerade, wie das, was du erschaffen hast, heißt: Ampo, das Gute geht nie verloren. Und wie bist du oder vielleicht, die Zuhörerinnen kennen dich ja teilweise noch nicht, vielleicht müssen wir erstmal sagen, was du erschaffen hast. Oh Gott. Und dann möchte ich aber gerne wissen, wie es zu diesem Namen gekommen ist.
SPEAKER_00Ampo heißt Associación Manare Noma por la Protección de Lisophila. Also zum Schutz der Waisenkinder ist dieser Verein mit dem Namen auf More. More ist von 60 Sprachen in unserem Land die meistgesprochene. Und auf More heißt Manarinoma, das Gute geht nie verloren. Und dieser Überzeugung bin ich durch und durch und durch und durch. Alles Gute, was man macht, kommt irgendwann wieder in einem anderen Gewand. Es kann sein, dass das völlig anders aussieht, als du denkst, du gibst was und denkst, jetzt muss jemand Danke sagen. Oh nein, alles geht gar nicht. Niemand sagt Danke, alle gucken dich betreten an und finden es bescheuert oder so. Aber zwei Jahre später kommt plötzlich irgendwie um die Ecke jemand und gibt mir einen Check mit 10.000 Euro und sagt, Mann, von ihnen habe ich vor zwei Jahren mal gehört. Und da fand ich das ganz doof. Aber jetzt sehe ich ja, was sie da machen. So. Und das ist dies Manarin Noma. Du kriegst alles Gute, was du tust, kriegst du zurück, aber in anderer Verkleidung. Und nicht sofort. Nicht sofort. Vielleicht kriegst du auch mal was im Vorschuss schon. Also es ist sehr interessant, wie sich das auflöset. Das kann man erst sagen, wenn man so alt ist wie ich und zurückblicken kann. Ich bin jetzt 77 und ich weiß, seit ich diesen Schritt gemacht habe, um nach Afrika zu gehen und Kindern und Behinderten und Frauen in der Form zu helfen, dass ich eine Lösung bringen kann, die sie selber im Moment nicht erbringen können. Seitdem ist mein Leben einfach großartig. Von so vielen Kindern, vor allen Dingen geliebt zu werden, das ist ja Wahnsinn. Ich bin so krank im Moment. Aber mein Mann am Telefon sagt zu mir, weißt du eigentlich, wie viel hundert Leute mich heute nach dir gefragt haben, weißt du, dass die alle für dich beten? Bei uns beten ja alle, egal was du für eine Religion hast. Unwichtig.
SPEAKER_02Was für eine Kraft, ne?
SPEAKER_00Ja, was für eine Kraft.
SPEAKER_02Oh, schön.
SPEAKER_00Also wenn ich ankomme und dann komme ich morgens, mein Mann fährt mich immer zur Arbeit, dann höre ich schon die Trommeln von Weipen und dann stehen da tatsächlich 120 Kinder und 140 Mitarbeiter und haben nur auf mich gewartet. Und dann müssen hinter mir zwei starke Männer stehen, weil die Kleinen sofort losrennen auf mich zu, sodass ich wusste mal hinten. Und wer kann denn sowas schon im Leben haben? Was für ein Geschenk. Ja, es ist ein Riesengeschenk. Also du hast ein Riesengeschenk gemacht und bekommst einfach. Ich habe nichts getan. Ich habe einfach nur das Notwendige getan und das Logische und habe es durchgehalten vor allen Dingen. Das ist eine große Frage von nicht nur Mut. Mut ist so für einmal, aber Beharrlichkeit, Beharrlichkeit dabei zu bleiben. Das ist so das eigentliche Geheimnis, glaube ich.
SPEAKER_02Und wie hast du das gemacht? Also, du hast dann ja wirklich, als du den Entschluss getroffen hast, deine Zelte in Deutschland abzubrechen und nach Afrika zu gehen. Da gab es ja bestimmt auch Gegenstimmen.
SPEAKER_00Hier? Ja, natürlich. Meine Mutter, kannst du dir das vorstellen?
unknownMeinen Sohn.
SPEAKER_00Alle wollten es nicht.
SPEAKER_02Wie bist du damit umgegangen?
SPEAKER_00Lächelnd. Ich wusste ja, was ich wollte. Ich wusste, was ich wollte. Von dem Moment an, wo ich gesagt habe, also ich verkaufe oder verschenke alles, was ich habe. Ich brauche es nicht mehr. Ich will nichts mehr haben im Sinne von haben.
SPEAKER_02Und wo, kannst du noch mal einmal zurückgehen, wo genau das passiert ist? Oder sein. Nein, wo du wusstest, es gibt nur noch diesen einen Weg.
SPEAKER_00Ja. Das war, als ich dann, ich hatte schon die erste Schule gebaut in Afrika und war dabei, Geld zu machen, um die zweite zu bauen irgendwo. Und dann merkte ich plötzlich, ich stand in der Buchhandlung und ich wusste, dass das so nicht weitergehen konnte. Das konnte nicht genug sein, was ich tat. Schulen bauen in Afrika, kann ja jeder. Nee, also irgendwie was, da muss doch noch mehr sein. Da muss doch irgendwas sein. Und dann habe ich einen ganz kleinen Büttel gepackt, keinen Koffer, kein nichts, und bin ganz alleine in ein anderes afrikanisches Land, nämlich nach Elfenbeinküste gefahren. Ich habe mich an den Strand gesetzt anders, so lieber Gott, jetzt sag mir bitte, wo es längst geht. Ich bin I am stuck. Ich weiß jetzt nicht, wie das weitergehen soll. Natürlich kann ich weiter meine Buchhandlungen machen und nebenbei Geld sammeln und das und das machen, aber das ist nur halb. Ich will was Richtiges machen. Und tatsächlich habe ich auch mein Leben lang Gott gesucht, natürlich wie jeder von uns irgendwo. Viele haben es aufgegeben inzwischen oder sprechen nur von einer Macht oder von irgendwie. Man kann es ja auch nennen, wie man möchte möchte. Man kann es nennen, wie man möchte. Aber dann habe ich mich tatsächlich mich an diesen Strand gesetzt und dann hat sich eins nach dem anderen ergeben. Ich habe nichts getan, nichts getan, bis ich plötzlich wusste, ja, das ist mein Weg. Ich muss raus aus Europa, ich muss selber hier sein, ich muss dabei sein und muss mit Kindern und mit Frauen machen, das, was ich denke, was ich zu machen habe. Und das war einfach. Von da an, von dem Moment war alles klar. Also du die einfach die Entscheidung hattest. Das liegt auch an einer, ich war in einer Moschee in einer Nacht oder am späten Abend. Und in Westafrika ist es so, dass alte Frauen, die sterben werden und wissen, dass sie sterben werden, die liegen auf einer Matte in der Moschee. Und jeder, der vorbeigeht, gibt ihnen was zu essen oder gibt ihnen eine Decke oder oder oder. Und eines Morgens geht man vorbei und dann sind sie eben tot, dann begräbt man sie. Und die sind von einem so sicheren Glauben und an einer so sicheren Art, die haben eine Art, mit dem Gottesgedanken zu leben einfach, ja. Das ist unfassbar, sowas kenne ich hier nicht in Europa. Und eine von diesen Frauen zupfte mich am Ärmel eben und sagte: Ach, du bist gekommen. Ich wusste ja gar nicht, dass du eine von uns bist, aber jetzt ist ja alles klar. Und dann strahlte sie mich an. Und ich bin einen Tag später hingegangen, dann war sie gestorben. Aber das ist natürlich bei mir irgendwo hängen geblieben. Und so wollte ich tatsächlich. Ich wollte nichts mehr haben. Alle diese Menschen, die nichts haben und die so ein riesengroßes Herz hatten und so fröhlich waren in ihrem Leben, das konnte ich gar nicht glauben, dass es das gibt. Und so wollte ich auch sein, ja. Und waren da aber auch Ängste und Zweifel? Dann waren keine mehr da. Nee. Nichts mehr. Dann war einfach der Weg klar. Ich bin nach Hause geflogen, ich habe allen gesagt, ich verkaufe meine Buchhandlungen, ich verkaufe Hausmotorräder und so weiter und so weiter. Und mein Sohn war schon ausgezogen. Das, was mich daran hinderte, war noch mein Hund, der war alt und alt und alt und krank. Und da habe ich gewartet noch, bis er gestorben ist. Und dann bin ich los.
SPEAKER_01Ja.
SPEAKER_00Wahnsinn. Einmal Wagadougou nur hin. Wie? Wo ist das denn? Kein Mensch kannte zu der Zeit Wagadougou oder Burkina Faso. Früher war es ja Obervolta, hier ist das früher. Die alten Leute kennen es noch unter diesem Namen.
SPEAKER_02Und okay, dann war deine Entscheidung sozusagen, das war der Mut und jetzt hast du gesagt, die Beharrlichkeit, das war eigentlich das. Was kannst du dazu erzählen? Inwiefern warst du da beharrlich?
SPEAKER_00Beharrlichkeit hat was zu tun mit Geduld und Verständnis. Und mit einem Trotz. Und ich bin sehr trotzig. Das habe ich erst spät gemerkt. Ganz vieles, was ich gemacht habe in meinem Leben, ist der Antrieb, ist trotz. Wie? Du denkst, ich kann nicht Motorrad fahren? Natürlich. Und schon kann ich Motorrad fahren. Wie? Du denkst, ich kann kein Haus bauen? Na klar, kann ich Haus bauen. Guck mal. Vieles ist tatsächlich trotz bei mir. Wenn einer denkt hier, das schafft die nie, dann schaffe ich das drei. Ein bisschen mit dem Fuß aufstampfen. Ja, das aber hat leider auch zu tun mit eingebildet sein, ne? Wie mein Opa immer sagte, Einbildung ist auch eine Bildung, ne? Und man wird ja sehr schnell stolz, wenn man Sachen sehr gut schafft. Und ich schaffe Sachen immer sehr gut. Also wird man sehr leicht arrogant. Und darauf muss ich bis heute aufpassen und mich zurückpfeifen, weil es gibt natürlich überall auf der Welt noch so eine Frauen wie mich. Die machen das viel besser, die haben noch ein viel tolleres Waisenhaus, die können noch viel schneller Motorrad fahren, die können noch viel andere Sachen, die ich gar nicht kann. Also zurückstecken, bescheiden sein, bescheiden sein, bescheiden sein. Das zu lernen, darin liegt auch eine gewisse Demut, was ein Wort, was hier in Deutschland leider ganz falsch verstanden wird. Demut heißt ja nicht, sich klein machen. So denken die Menschen hier. Demut heißt anerkennen, dass es Riesengrößen gibt in diesem wundervollen Leben. Und ich darf dazugehören, aber bitte leise, ja, und nicht laut. Also das sind alles Sachen, die man so lernt auf dem Weg, wenn man mutig war.
SPEAKER_02Und gleichzeitig würde ich da gerne einmal reingrätschen. Habe ich so in den letzten Jahren auch gelernt, dass es gut ist, wenn ich auf mich stolz bin und wenn ich mir der Sachen bewusst bin, die ich mache, also um einfach groß zu sein und mich nicht klein zu machen. Also das ist auch, also ich sehe dich total mit diesem, das ist natürlich nicht.
SPEAKER_00Das widerspricht sich gar nicht, genau in negative Sachen umschwenkt.
SPEAKER_02Und trotzdem finde ich, also ich mache das zum Beispiel wirklich jeden Tag, dass ich mir einmal sage, auf was ich stolz bin bei mir. Ja. Und ja, und ich habe einfach, ja, das tut mir gut. Und gleichzeitig, also ich denke nämlich auch, dass Stolz und Demut kann Hand in Hand gehen. Auf jeden Fall.
SPEAKER_00Es muss sogar Hand in Hand gehen, sonst ist es die Ausbalancierung dieser Sache, weißt du. Für mich ist es so, hier in Deutschland, ich lebe hier ein ganz normales, leises Leben in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Halt ab und zu meinen Vortrag oder so. Aber in Afrika geht mir natürlich ein Ruf voraus. Es gibt kaum jemanden von 20 Millionen, die mich nicht kennen. Und ich werde sehr viel um Rat gefragt, dass man eigentlich, also das ist schon eine sehr große Ehre. Und diese ganze Ehre kommt mir jeden Tag, jeden Tag in jeder Form. Ich kann, egal in welchem Vorort ich von Ouadougou bin, plötzlich hält einer das Auto an und sagt, du, du hast doch, du hast doch damals meinen Papa die Operation bezahlt oder so. Ich sage, ja, schön, keine Ahnung. Oder du hast meine drei Kinder zur Schule geschickt, die sind jetzt alle groß und so. Ich sage, ja, aber das war ja nicht ich, das haben Leute Geld gegeben in Deutschland und wir haben das so gemacht. Ja, ja. Aber es ist so, dass, also wenn ich da beerdigt werde, dann kommen ungefähr 5000 Leute. Hier in Deutschland würden vielleicht 50 kommen.
SPEAKER_02Ja, also meinst du, also jetzt verstehe ich, glaube ich, dieses dadurch, dass du da so gehypt wirst, dass dir das nicht zu Kopf steigt. So, ah ja, okay, dann verstehe ich.
SPEAKER_00Das finde ich jedes Mal so wie du, kann ich dann konstatieren, oh ja, da bin ich dann ja stolz drauf. Wenn die drei Kinder was geworden sind, ist ja gut. Genau. Aber es ist, du lebst ja sehr alleine mit deiner Kunst. Du musst es dir sagen. Weil ich brauche es mir nicht zu sagen, wir sagen es ja die anderen schon genug, verstehst du. Aber du musst es dir unbedingt sagen, weil du ja ein so toller Mensch bist, aus dem so viel rauskommt. Ja, das bist du.
SPEAKER_02Dankeschön. Kann ich nur zurückgeben.
SPEAKER_00Ja, weißt du, ich bin jetzt ja so, das ist langsam, sagen wir mal so, dass der Gedanke des Sterbens ja immer näher kommt für mich. Ich bin jetzt 77 und habe ziemlich schlechte gesundheitliche Voraussetzungen und weiß im Moment noch nicht, wie ich nach Afrika zurückkehren kann. Weil ich muss das jetzt erstmal kämpfen, erstmal. Ich wollte es erst nicht kämpfen. Als man mir sagte, dass ich tatsächlich sehr krank bin, hat mich das doch schon so geschaut und habe ich gedacht, dann lasse ich gleich alles bleiben. Das geht ja auch. Aber das geht gar nicht, weil es ist viel zu spannend, was noch alles passieren kann. Also ich bin aufgestanden und ich kämpfe jetzt.
SPEAKER_02Da kam der Trotz wieder.
SPEAKER_00Ja, genau, der Trotz ramt sich.
SPEAKER_02Ich finde das voll schön, weil in meinem Kopf ist Trotz auch so ein bisschen negativ behaftet, und jetzt zu sehen, dass es einfach auch was Positives ist. Also ja, so ein Antreiber. Super.
SPEAKER_00Und immer, und gerade wenn es um Frauen und Emanzipation geht und irgendwelche Bemerkungen von irgendjemandem, da ist er trotzdem ganz, da kann ich furchtbar werden. Schrecklich.
SPEAKER_02Also lass uns einmal noch sagen, genau, du fängst an mit Schulen und dann kam dieses Haus für Jungs.
SPEAKER_00Dann bin ich tatsächlich dahingezogen. Dann habe ich alles in ein Auto gepackt, was in einem Container nach Ouakadougou kommen sollte, was ich mitnehmen wollte. Und das war schon mal schwierig, weil die Bücher waren das Problem. Es gibt ja keine Bücher da oder keine deutschen und englischen und sowas findest du ja nicht. Damals fandest du das gar nicht. Inzwischen hat sogar Ampo, also wir alle, Haben eine Riesenbibliothek für unsere Kinder, ja, aber das gab es alles damals nicht. Und ja, ich bin also ausgereist tatsächlich mit zwei Tellern, zwei Löffeln und ich habe mir ein Limit mit 20 Büchern gesetzt. Und das mach mal als Buchhändler. 20 Bücher sind nichts. Gut.
SPEAKER_02Dann muss ich einmal eine Zwischenfrage. Was würdest du jetzt, wenn ich sage, ein Buch darfst du mitnehmen?
SPEAKER_00Ein einziges, eins ist gemein. Drei. Drei. Also auf jeden Fall Heinrich Heine. Auf jeden Fall Heine würde ich mitnehmen. Und dann würde ich irgendeinen Simena mitnehmen. Bei Semenau habe ich schreiben gelernt. Das ist eine Mischung zwischen Hemingway und Simenach. Sprich nie ganz aus, was du meinst. Das ist, sag es, aber lass es offen. Es ist sehr spannend, wenn man das. Also Semenau würde ich mitnehmen, Heinrich Heine, und dann und dann und dann. Ah ja, mein Lieblingsbuch von allen, Rudyard Kipling, Fischerjongs. Fischerjongs, okay. Das ist dieses Buch von, das ist auch verfilmt worden von einem jungen, einem Millionärserben, der über Bord fällt von einem Luxusdampfer und der wird aufgefangen von einem kleinen Fischerboot, das aber die nächsten vier Monate nicht an Land geht, sondern fischt, fischt, fischt. Und dieser verwöhnte Kerl, der muss jetzt auf diesem Fisherboot vier Monate bleiben und lernt, wie man ein Mann wird. Oder lernt, wie man sein Leben lebt. Vom Abgucken von bis, er lernt alles. Ich liebe dieses Buch.
SPEAKER_02Aber es ist ja auch, also kannst du mich korrigieren, aber es hat ja auch gewisse Ähnlichkeiten, dass du aus einem Leben gekommen bist, wo du alles hattest und dann gesagt hast, also es war deine Entscheidung. Das ist der Unterschied. Aber okay, ich möchte jetzt nichts mehr haben.
SPEAKER_00Ja, genau. Nichts mehr haben ist eins der wichtigsten Sachen überhaupt in dieser ganzen Geschichte. Also inzwischen ist es ja so schon wieder, dass sich bei mir alle Bücher ansammeln und so weiter. Und ich habe Klamotten. Aber normalerweise, wenn ich in Afrika bin, wenn ich eine Klamotte kaufe, geht eine Klamotte weg. Auch immer gleichzeitig. Also immer, ich nehme ein paar Schuhe, ich nehme die Schuhe, aber ich gebe meine Alten jemandem. Nun kannst du auch in Afrika aber die Dinge besser weggeben, natürlich. Aber hier kannst du sie ja auch inzwischen schicken nach irgendwo hin, wo es nichts gibt. Also nichts haben ist so wichtig. Also nicht, ist es noch in dem Zustand zu sein, nichts haben zu wollen. Das ist es eigentlich, was ich meine. Ja, das ist eine Kunst. Ja, aber du kannst alles haben. Wenn du sagst, du willst die Sams, ziehst du auf der Stelle aus. Alles, was ich habe, kann jemand anders haben.
SPEAKER_02Toll. Ja, dadurch gelangst du, also erlangst du so eine Freiheit.
SPEAKER_00Ja, genau. Als ich das merkte, als ich in Deutschland dann alle meine Sachen weggab oder verteilte oder verschenkte und so, da habe ich das erste Mal gemerkt. Wahnsinn, das ist ja toll. Goethe, ich weiß, dass mir nichts angehört. Haben oder sein, Erich Fromm, das muss man gelesen haben. Erich Fromm, haben oder sein. Und dann kannst du hier gar nicht schlemmen, ohne mit der linken Hand fünf Euro in den Spartopf zu stecken für jemand anders. Das geht gar nicht. In Afrika gehst du ja auch essen, aber dann machst du einfach denen einen Hühnerschenkel ab und wenn du rausgehst, stehen da genug denen, gibst du den Hühnerschenkel. Hier musst du es anders regeln. Aber ich denke, wenn die Welt so ideal wäre, würde ich so denken, kein Mensch will im Moment nach Burkina Faso kommen. Es ist viel zu gefährlich. Die Dschihadisten entführen Leute, machen alles tot, was sie können und so weiter. Aber ich war trotzdem. Ich weiß, wo ich bin. Ich bin zwei Jahre mit dem Bodyguard da rumgelaufen. Aber das mache ich nicht mehr. Das ist furchtbar. Auf jeden Fall, ich bin in Gottes Hand. Ich gehe dahin und wenn ich draufgehe, muss ich eben da drauf gehen. Ich weiß sowieso nur eher, was passieren wird. Aber Fremde oder Leute, die sagen, können wir nicht mal eine Woche oder zwei Tage bei dir arbeiten oder oder oder oder, die können alle nicht kommen. Also wir können auch keine Filme drehen, um im Fernsehen zu sein oder sowas, weil die Filmteams gar nicht reinkommen. Es ist verrückt, ne? Aber wenn ich dann schon da gerne den Kopf hinhalte, dann gebt ihr mir doch hier bitte jedenfalls das dafür. Nämlich Geld, damit ich da unten was bewegen kann. Ich tu das gerne für euch alle, ja, und für mich und für euch alle. Aber bitte gebt mir jedenfalls, dann muss es möglich sein, auch für eine Familie, die immer genug Geld hat und auch niemals ihren Kindern abends sagen muss, tut mir leid, ich habe nichts zum Essen für euch. Das ist ja die Frage, die hier anders gestellt wird. In Afrika fragen die Kinder, gibt es was zu essen? Und ganz häufig gibt es eben nichts zu essen. Das muss man sich mal vorstellen. Und dann, wenn man dann eben hier eine Woche lang für seine Kinder was kocht, dann muss es eben an einem Tag weniger geben und auch, dass die Kinder das auch merken, dass eben dieser Teil, diese 20 Euro, die es heute weniger gibt zu essen, die tun wir in diesem Spartopf. Und den schicken wir dann nach Afrika oder wo auch immer. Also muss ja nicht ich sein, es gibt genug, wo man helfen kann. Von Sudan bis furchtbaren Sudan. Nur man muss es eben am liebsten dahin, wo man eben gutes Vertrauen hat. Und Gott sei Dank haben wir gutes Vertrauen. Dazu sind wir lange genug da. Nach 30 Jahren haben wir eben ausgebildete Kinder, ja. Das muss man sich überlegen. Wir haben Notfallärzte und Richterinnen und weiß ich nicht, es ist einfach toll.
SPEAKER_02Erzähl mal einmal, was ihr da alles habt.
SPEAKER_00Also beim letzten, letztes Jahr hatten wir 150 Krankenschwestern zum Beispiel und Krankenhelfer. Dann haben wir Optiker, wir haben Ingenieurinnen, muslimische Mädchen, die Ingenieurinnen geworden sind. Wahnsinnig, ja. Die macht jetzt ein Studium zusätzlich in Toronto gerade. Und wir haben natürlich jede Menge Lehrer, Übersetzer. Ich habe zwei Mathematikprofessoren, einen an der Uni in Nouaga und einen an der Uni im Natur. Das ist irgendwie. Das berührt mich total. Und das kommt, weil wir so lange, so stetig das machen, ja. Da kommt wieder die Beharrlichkeit jetzt durch, dieses Kinder auszubilden, bis sie das Diplom in der Hand haben und dann auch noch zu sehen, wo sie irgendwo gut unterkommen. Wir haben lange tüfteln wir es rum, zwei Jahre lang, an dieser Geschichte mit Deutschland. Wir kriegen jetzt im März kommen drei Mädchen von uns, die kommen nach Kiel, die werden Altenpfleger. Die sind schon Krankenschwestern, das wird hier aber ja nicht anerkannt, und die lernen Altenpfleger. Sind dann in Kiel. Drei Jungs kommen rüber auch, die irgendwie, was wären die, irgendwas Technisches. Also auf jeden Fall, also was wir da uns da für Steine in den Weg gelegt wurden oder diesen bekannt, wir hätten schon Hunderte schicken können, ja. Also ich war neulich bei der Verantwortlichen fürs Deutsche Rote Kreuz für Schleswig-Holstein in Hamburg, glaube ich. Und die sagten mir, schicken Sie mir 100. Ich muss Sachen zu, ich muss abschließen ganze Projekte zumachen von uns, ganze Häuser, weil wir keine Pfleger haben. Und das kann man doch ganz anders machen.
SPEAKER_02Ja. Und ihr habt ja, also du hast so viele, ja, so viele verschiedene Häuser. Es gibt ja auch Landanbau.
SPEAKER_00Oh ja, ökologische.
SPEAKER_02Und ihr habt auch ein Frauenhaus, oder?
SPEAKER_00Ja, das ist Mia Alma, genau. Mia Alma waren früher zwei und die sind zusammengezogen. Mia ist mein Enkelkind und Alma war meine Großmutter. Also heißt es Mia Alma. Und da leben ungefähr 50, 60 Frauen, meistens so ein Drittel mit ist HIV-positiv, weil die sich prostituieren mussten, weil sie aus ihren Familien rausgeflogen sind, weil sie entweder keine Beschneidung wollten oder forcierte Heirat oder alles Mögliche. Und die nehmen wir auf und auch mit ihren Kindern auf, auch wenn sie Aids haben und die leben eben gemeinsam da. Mir Almahaus, eines der tollsten Projekte, die wir haben. Weil diese Mädchen, die meisten lernen Schneiderinnen, Friseurinnen und sowas. Und diese Mädchen sind eben noch nie so richtig lieb gehabt worden. Dieses, dieses. Das ist auch im Waisenhaus so ähnlich. Dieses kollektive Liebhaben. Ich weiß immer nicht, wie ich das nennen soll, da gibt es ja dieses Wort Empathie dafür. Aber dieses erstmal, wenn du jemanden siehst, bedingungslos ihm vertrauen und ihn lieb zu haben. Ein Kind, was bei mir ankommt, und das ist 12 oder 14 oder 8, und die kommen immer im September, wenn die Schule anfängt, gehen ungefähr 30 Kinder raus, also große raus, und ungefähr 30 kommen rein. Das kommt drauf an. Und die sind alles zwischen sieben, acht und zwölf, dreizehn so ungefähr. Und die kommen und ich bestelle die erstmal alle ein zu mir. Dann sitzen wir vor dem Büro. Da sitzen dann meinetwungs oder zwölf Mädchen oder irgendwie so. Und dann sage ich erstmal alles ganz, ganz lange gar nichts. Und dann gebe ich allen einzeln die Hand und frage nach ihrem Namen. Und dann sage ich ihnen, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie lange ich auf euch gewartet habe. Und dann fangen die meisten an zu weinen. Und dann fange ich auch an zu weinen. Ich auch. Ich habe so lange auf dich gewartet, gerade auf dich. Und dann wird es gut. Sie müssen das einfach fühlen, dass jemand anders tatsächlich auf sie wartet, ja. Und so sage ich es dann auch. Also ihr geht jetzt ja alle zur Schule, vorher seid ihr ja nicht zur Schule gegangen. Macht es so gut wie möglich. Warum? Weil später habt ihr es einfacher, wenn ihr es jetzt gut macht. Und ihr müsst wissen, dass ich von jedem auf euch gucke, jeder von euch wird es so gut machen, wie er kann. Ich weiß es genau. So sprechen wir dann. Und auch wenn ich morgens auf den Hof komme zum Beispiel, dann steige ich aus dem Auto raus und dann rennen schon alle Jungs. Das Mädchenweisenhaus ist nebenan, auf der anderen Seite, aber die Jungs kommen alle gerannt, die da sind. Und dann machen wir erstmal hier, wie beim Fußball, dann stehen wir damit. 40, 50 Jungs und ich in der Mitte und die kleinen wuseln so in der Mitte. Und dann flüstern wir nur, dann flüstern wir fünf Minuten. Hat jemand Ärger, jemand krank? Nee, alle in Ordnung. Okay, was gibt es zu essen? Ach, nicht.
SPEAKER_01Das war auch krass.
SPEAKER_00Was machen wir heute? Das und das und das. Findet ihr nicht, wir sollen irgendwie einen Marmelwettbewerb machen oder so. Ja, ja, ja, okay. Eins, zwei, drei, wow! Und dann schreien wir alle ganz laut und dann fängt der Tag an. Dann ist alles gut.
SPEAKER_02Oh, wie schön. So eine Gemeinde. Ja, davon gibt es Fotos. Ja, toll.
SPEAKER_00Ja, das ist auch toll. Die Mädchen, das ist anders, wenn ich komme. Mit denen machen wir das nicht, aber die kommen um mich rum und die ziehen immer alle an meinen Haaren. Haare finden sie ganz toll. Da gibt es auch schöne Fotos ganz nach.
SPEAKER_02Oh, wie schön.
SPEAKER_00Ja, und das eben, wenn du dann beständig und beständig und über Jahre lebst immer mit diesen 100, 120 Kindern, dann musst du eben das Vorleben spielt, die Rolle. Wie du mit ihnen kommunizierst, das ist mit Blicken und mit allem genüchterst. Da brauchst du gar nicht viel zu machen. Aber deine eigenen Handlungen, ja, die sind, oder wenn ich sage: Schluss, du gehst nach Hause eine Woche lang, werde ich dich überhaupt nicht sehen. Oha. Dann ausgestoßen aus der Gemeinschaft. Das ist das Schlimmste, was du machen kannst in Afrika, ja. Es geht sehr gut mit diesen Kindern, die jemand werden wollen. Diesen großen Vorteil hat es, da eben zu arbeiten mit Kindern statt hier, weil hier können sie ja alles haben, was sie wollen. Und bei uns eben nicht. Bei uns ist es allein zur Schule zu gehen, ist ein Privileg. Und deswegen, das kann man gut nutzen. Und dann haben wir dieses System, jeder Neue, da kommt halt einen großen Bruder oder eine große Schwester. Okay. Die gehören dann zusammen dann, das ist auch gut.
SPEAKER_02Also wie so ein Pate. Okay. Schön. Und dann bleiben sie, bis sie 18 sind.
SPEAKER_0018,90 kommt darauf an, wie sie psychisch auch so davor sind. Und dann gehen sie entweder zurück in die Familien, was aber in die Großfamilien, ne? Aber das geht oft nicht. Zum Beispiel, einige sind ja auch Halbweisen und die Mutter hat dann neu geheiratet, der Vater will nicht hier einen Sohn aus und so. Also dann wird jedes Kind individuell wieder neu untergebracht und muss auch jede Woche kommen. Die haben ihr eigenes Konto, haben ihr eigenes Fahrrad und beenden dann ihre Lehren oder fangen an zu studieren oder so. Müssen jeden Monat einmal kommen. Alle haben ein Sparkonto und darauf kriegen sie auch ihr Geld überwiesen, so lange, bis sie eben fertig sind mit ihren Diplomen. Toll.
SPEAKER_02Ja, das Schöne ist ja auch, dass wir hier in Deutschland auch fragen können nach einem Patenkind. Und ich hatte es auch schon und habe es noch. Insgesamt jetzt vier. Also zwei sind schon mit der Ausbildung fertig. Und das ist halt auch toll, dieses Begleiten. Und dann sich gegenseitig Briefe zu schreiben. Es wird dann übersetzt. Ich hatte zwar Französisch in der Schule, aber mehr als Salüt geht nicht.
SPEAKER_00Es wird dann übersetzt und es ist einfach schön, dieses ja, du weißt irgendwas passiert auf einem ganz anderen Kontinent, aber dieses Kind kann meinwegen studieren oder kann dies oder dies und kriegt genug zu essen vor allen Dingen und darf in die Ferien fahren. Solche Sachen sind ja ganz ungewöhnlich. Und das ist natürlich noch so persönlich bei uns einfach. Und die Kinder wissen das auch sehr, sehr zu schätzen. Irgendwo noch, ich hatte mal, vielleicht soll ich die Geschichte von Jakob erzählen. Jakob war ziemlich am Anfang, als wir ins große Waisenhaus zogen, waren wir dann schon eingezogen mit 30 Jungs oder sowas. Alle gingen zur Schule und in die Lehre. Und ich gucke raus aus dem Büro und sehe mitten auf diesem riesigen Hof so einen Jungen stehen, der vielleicht fünf Jahre alt war. Und ich gehe hin und der spricht natürlich kein Französisch, dann frage ich ihn auf More. Ah, Marki, meine Mutter ist tot. Jak Sieger Marm Kiben? Ist das nicht der Ort, wo man hingeht, wenn die Mutter tot ist? Ich sag, ja, aber wo ist deine Mutter? Ja, komm mit. Dann bin ich mit ihm mit und nicht weit von uns gab es eine Mütte, da hat tatsächlich eine tote Frau alleine drin. Und er war mit fünf Jahren der Einzige, der bei ihr war, als sie gestorben ist. Dann ist er munter zu uns marschiert und hat gesagt, ist das nicht der Ort, wo man hingeht, wenn man die Mutter, wenn einem die Mutter stirbt. Dann habe ich zwei Jahre lang den Vater gesucht. Ich habe den vorne auf meinen Moped gesetzt, Jakob. Und wir haben den nicht gefunden. Er war aber ein berühmter Säufer. Und entgegen aller Regeln habe ich dann Jakob einfach aufgenommen. Ich wusste nicht, wohin mit ihm. Und er hat dann immer in der Küche geholfen und beim Koch und so. Der nahm den unter seine Fittiche, weil er auch ganz dünn war, Jakob. Und dann habe ich so immer geguckt, ja, alles klar. Und dann sah ich plötzlich, wie er ein I malte, so richtig mit I-Punkt, in den Matsch neben dem, wenn er abfuscht, ne? Und ich sage, wie heißt denn das I? Ja, Edna hat das gemalt, ich kann das auch. Ich sage, was willst du denn? Zur Schule. Ich sage, du willst zur Schule? Du bist zu jung. Ich will aber jetzt zur Schule. Ja, okay. Dann habe ich ihn ein Jahr zu früh in die Schule gesagt. In die staatliche Schule, in seiner Klasse waren 120 Kinder. In dieser staatlichen Schule hat er dann auch zehn Jahre später Abitur gemacht oder zwölf Jahre später Abitur gemacht und hatte durchgehend, war er erster seiner Klasse. Jakob. Inzwischen hatte ich dann so einen Onkel aufgetan von ihm. Und er hatte auch, wie du eben auch einen Paten hier in Deutschland. Und ich habe dem Paten geschrieben und habe gesagt, also der Jakob, der ist hyperbegabt und der will unbedingt studieren, aber dazu braucht er einen Laptop. Und dann hat tatsächlich dieser Deutscher Pate uns Geld geschickt und er hat einen Laptop gekriegt. Und als er raus musste mit 19, habe ich gemacht, alles immer nur 1, 1, 1, 1, wohnte er bei seinem Onkel und hatte dieses Laptop und studierte Informatik und Wasseringenieur ist er, glaube ich, geworden, ja. Und dann hat er zu Ende studiert und hat auch alles gleich, die standen schon neben ihm, als er sein Diplom kriegte und haben ihn gleich weggeholt, die nationalen Wasserwerke. Und da hat er als Ingenieur angefangen und inzwischen hat er verheiratet, hat zwei, zwei oder drei Kinder, ich weiß nicht genau. Jakob, und wohnt in Bobo, also weit weg von uns, aber kommt ab und zu mal. Und das ist die Geschichte von Jakob. Ist das der Ort, wo man hingeht, wenn die Mutter tot ist? Und dann bist du Wasserbauingenieur mit Informatikstudium. Ah, toll. In so einem Land. Ja. Toll. Schön mal auch gelernt bei mir.
SPEAKER_02Oh, danke für die Geschichte. Das ist Jakob. Und da gibt es einfach sehr, sehr viele Jakobs.
SPEAKER_00Ja, es gibt unglaublich dieses Mädchen, was Krätze hatte, die konntest du nicht anfassen. Die hat ja im ganzen Leib keine Haut mehr, als sie kam. Und auch wirklich überhaupt keine Familie, keine Verwandten und nichts. Und die sind zwischen Richterinnen, ja. Richterin, das muss man sich mal machen. Oh, das ist so scheiße. So toll. Aber auch so die der ersten Stunde, die noch nicht studieren konnten, weil wir damals hatten wir gerade nicht gedacht, dass jemand, die wurden alle entweder Mechaniker oder Tischler oder so, ne? Ja. Die kommen dann so plötzlich nach zehn Jahren steht jemand im Büro und sagt, Mama, und ich sage, nee, ist nicht mehr. Daniel ist nicht dein Ärzt. Und Daniel, ich habe dir was mitgebracht. Er ist dann Schneider geworden und ist nach Mali gegangen und hat dann eigene Schneiderei und dann hat er mir was geschneidert. Toll. Zwölf Jahre nichts gehört, aber dann, ja. Toll. Auch schön. Ja, das sind einfach gute Geschichten. Aber es gibt auch schlechte Geschichten. Es gibt natürlich auch Kinder, die das nicht ertragen, in so einer großen Menge groß zu werden. Also nicht so, die brauchen einfach eine kleinere Familie. Es gibt welche, die abhauen und so weiter. Das kann man auch alles in meinem Buch lesen. Das steht auch alles drin.
SPEAKER_02Sag mir doch zum Ende noch einmal, was kommt dir als erstes, wenn ich dich frage, was war der beste Tipp, den du jemals bekommen hast?
SPEAKER_00Geh nicht durch das Zuckerrohrfeld. Wieso? Weil da so viele Schlangen sind und überhaupt nicht drin gedacht.
SPEAKER_02Und hast du dich dran gehalten?
SPEAKER_00Nee, das war in der Dämmerung sehr, sehr gefährlich, aber Manarin Nummer, das Gute geht nicht verloren. Das ist alles der beste Tipp, den ich gekriegt habe. Du musst nicht alles verstehen. Das hat ein alter Mann zu mir gesagt, als ich in einem Dorf war und irgendwie was überhaupt nicht verstehen konnte, das hatte was zu tun mit Waschen, mit Waschen im Fluss oder irgendwie so. Und dann habe ich gesagt, ich verstehe es nicht. Warum muss ich das denn alles verstehen? Ich kann doch nicht einfach alles verstehen. Und der alte Mann hat zu mir gesagt: Nee, das brauchst du wirklich nicht. Du kannst es ja auch einfach nur angucken. Mit anderen, sondern man muss nicht so wild hinterher sein, alles zu verstehen. Das verstehst du sowieso nicht. Afrika kannst du nicht verstehen.
SPEAKER_02Ja, okay.
SPEAKER_00Also du guckst dir, betrachte es, lebe damit und lebe vor allen Dingen fröhlich damit. Das ist das, was ich zum Abschluss vielleicht am liebsten sagen würde. Weißt du, das gibt dieses Wort. Das hatte ich auch neulich irgendwo geschrieben. Wie heißt das? Traurigkeit kommt dich besuchen. Freude musst du suchen gehen. Du musst dich suchen gehen. Das heißt, du kannst es nicht zulassen. Diese, gerade diese europäische, deutsche Traurigkeit und dieses, was alles im Moment so furchtbar ist und die Politik so schrecklich und die Zukunft so unsicher und alles. Und das kommt, das kommt dich besuchen und du wirst traurig. Steh auf, such dir eine Freude. Es ist besser, weil mit der Traurigkeit musst du nicht leben. Du kannst auch zuversichtlich sein, du kannst auch heiter sein. Und unsere Kinder brauchen das.
SPEAKER_02Schön. Oh, das ist doch ein ganz schöner Abschluss. Na gut, vielen Dank, dass du so offen und ehrlich und echt warst. Aber mit dir geht es doch gar nicht anders.
SPEAKER_00Jetzt soll ich dir Geschichten erzählen oder dich antüdeln. Es ist wunderbar, wenn man älter wird, weißt du das? Ja, ist toll. Das siehst du an den afrikanischen Frauen auch. Wenn sie jung sind und wenn sie Kinder kriegen müssen und alles Traditionen um sie rum, sind sie so fest in dieser Tradition. Und dann werden sie alt. Dann kriegen sie graue Haare, dann scheren sie sich den Kopf und dann stehen sie auf der Straße und sagen zu dem Mann, mach das nicht. Oder du, komm mal hierher, aber mal schnell. Und alle. Weil dann sind sie jemand, weißt du, wenn sie alt sind. Das ist echt klasse, ja. Das ist auch ein gutes Schluss, ja. Das ist eine Befreiung. Also gut alt zu werden, das ist schon eine Befreiung. Und du wirst geschätzt. In Afrika wird Alter eben geschätzt. Hier wirst du an der Kasse weggeschubst. Und obwohl mir ist es noch nie passiert. Ich höre sowas immer. Aber wenn ich an der Treppe stehe mit dem Koffer, dann kommt sofort jemand und hilft mir den Tragen. Und ich verstehe, ich sehe solche Leute gar nicht, die so unhöflich sind. Wie schön. Das Gute kommt zu dir. Also vielen Dank. Sehr, sehr gerne, meine Lieben.
SPEAKER_02Das war mein Gespräch mit der wundervollen Katrin Rode. Alle Infos zu Ampo, Katrins Büchern und Hörbuch findest du in den Shownotes unter dieser Folge. Und natürlich bekommst du über die Ampo-Seite auch die Möglichkeit, etwas zu spenden und dadurch ganz viel Glück in diese Welt zu bringen. Viel Freude dabei. Zusätzlich findest du in den Shownotes alle Links zu meinem Profil, Instagram etc. Und wenn dir diese Folge gefallen hat, folge mir gerne und lass 5 Sterne da, damit noch andere den Podcast entdecken können. Alles Gute und bis zur nächsten Folge. Ich freue mich über dich.