die weichen stellen. Ein Podcast zum Echtsein.

“Es gibt 1000 Wege – nicht nur den einen richtigen.” Ein Gespräch mit Christina Linke

Marie Mewes Season 1 Episode 2

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0:00 | 59:39

Trigger-Warnung: In Minute 22-23:30 geht es um Suizid. 

In dieser Folge spreche ich mit der wunderbaren Christina Linke. 

Sie ist Kinder-&Jugend-Coachin und gibt zusätzlich, 

gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin und Freundin Stephanie Ernst,

Coachingseminare in der Brainboxx in Hamburg.

Über diese Berufung berichtet Christina, sowie über ihren Weg dorthin, 

auf dem sie mit Themen wie Gehörlosigkeit, Mobbing und Burnout konfrontiert war. 

Wie sie damit umgegangen ist, was ihre Beziehungen beständig macht und wie sie am Ende auf dem Jakobsweg gelandet ist, erfährst du hier – ganz viel Freude beim Zuhören!

Eine ehrliche Geschichte darüber, wie Brüche im Leben – von Hörverlust bis Burnout – zum Anfang von etwas Neuem werden können.

Christina Linke: christinalinke@mybrainboxx.com

Brainboxx: https://www.mybrainboxx.com/

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Die weichen stellen. Ein Podcast zum echt sein. Hey, so schön, dass du da bist. In dieser Folge spreche ich mit der wunderbaren Christina Linke. Sie ist Kinder- und Jugendcoachin und gibt zusätzlich, gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin und Freundin Stephanie Ernst, Coaching-Seminare in der Brainboxx in Hamburg. Über diese Berufung berichtet Christina sowie über ihren Weg dorthin, auf dem sie mit Themen wie Gehörlosigkeit, Mobbing und Burnout konfrontiert war. Wie sie damit umgegangen ist, was ihre Beziehung beständig macht und wie sie am Ende auf dem Jakobsweg gelandet ist, erfährst du hier. Ganz viel Freude beim Zuhören. 

 

Hallo liebe Christina.

Hallo liebe Marie, ich freue mich ganz doll, dass du da bist. 

Ich freue mich auch wahnsinnig. Ich bin ein bisschen aufgeregt. Das ist mein erster Podcast und daher freue ich mich besonders, dass ich da bei dir bin. 

Mein Podcast beginne ich total gerne mit dieser Schüssel und diesen Karten und wenn du Lust hast, darfst du dir eine daraus ziehen und mir geben. 

Bitte schön. 

Hier steht jetzt eine Frage drauf: Was würdest du deinem jüngeren Ich gerne sagen? 

Was würde ich meinem jüngeren Ich gerne sagen? Hmmm. Spannend. Bleib bei dir und höre auf dein Herz, weil es dir immer den Weg zeigen wird, dir zeigen wird, was was gut und was richtig ist für dich. Also für mich persönlich und dann auch für mein mein Umfeld. Weil wenn es mir persönlich gut geht und wenn ich weiß, wer ich bin und was mein Weg ist, dann ist das auch automatisch. Und dann spürt das mein Umfeld auch. Es geht ihr gut, es geht ihr gut und dann können die da mitgehen. 

Und wie war das früher? Wenn du jetzt an dein jüngeres Ich denkst? 

Nicht immer so, Ja, tatsächlich Nicht immer. Ich habe, häufig war ich an einem Punkt, an dem ich gemerkt habe, Ich habe nicht auf mein Herz gehört. Ich habe nicht auf meine innere Stimme gehört. Ganz, ganz häufig. 

Hast du da ein Beispiel? 

Ja, tatsächlich. Ich habe eine Lebensphase gehabt. Nach meinem ersten. Ich habe. Ich muss ein bisschen ausholen. Ich habe einen sehr bunten Lebenslauf, was meinen beruflichen Werdegang angeht. Und ich habe, nachdem ich Lehramt studiert habe, bin ich noch mal zurück ins Büro gegangen. Ich bin schwerhörig und ich trage Hörgeräte auf beiden Seiten. Und ich habe die Kinder irgendwann im Unterricht nicht mehr verstanden. Und damals war die Hörgeräte Technik so an aus laut, leise, hat permanent gepfiffen im Ohr und es war ganz schwierig. Und ich bin dann zurück ins Büro und habe als Prokuristin gearbeitet und irgendwann kam es zu so Mobbinggeschichten, also Mobbing gegenüber meiner Person. Und ich habe das lange, lange ignoriert und habe lange, lange gesagt Nein, und das schaffe ich alles und das kriege ich alles hin und habe also komplett meine innere Stimme ignoriert und habe mir gesagt, immer noch einen obendrauf gelegt, beruflich gesagt, ich muss einfach noch mehr arbeiten, ich muss den noch mehr zeigen, was ich kann und was ich bin und überhaupt nicht auf meine innere Stimme, auf mein Herz gehört, das mir schon lange gesagt habe. Christina, hier musst du eigentlich nur weg. Ja, das sind Menschen, die dir nicht gut tun. Das ist ein Umfeld, was dir nicht gut tut. Und das habe ich völlig ignoriert und das hat mich dann bis in den Burnout getrieben. Das ist so das krasseste Beispiel für Hör nicht auf dein Herz, weil es einfach auch dann auf die körperliche Ebene ging. Und natürlich auch mental auch. Ja und? 

Und dieses Mobbing hast du versucht auszublenden? 

Ja. Ich habe einfach gesagt, ich bin nicht gut genug. Das ist ein Glaubenssatz. Ich bin einfach nicht gut genug. Ich leiste einfach noch nicht genügend. Du bist schon immer schlimm, Ich leiste noch nicht genug. Das habe ich einfach komplett ausgeblendet. Ich muss einfach noch mehr machen, damit die Leute sehen, wie gut ich bin, wie nett ich bin. Ich wollte mir das nicht eingestehen. Das, dass man das nicht über Leistung bringen kann. 

Und was war das dann für ein Gefühl, als du gesagt hast Ich höre jetzt auf diese innere Stimme? Ich gehe da raus. 

Das Interessante ist, dass ich selber die innere Stimme gar nicht gehört habe. Ich habe wirklich gar nicht wahrgenommen. Mein Mann war derjenige, der irgendwann zu mir sagte, der sich vor mir aufgebaut hat. Also im Sinne von ich liebevoll aufgebaut habe und gesagt Christina, so geht das nicht mehr, Du bist nicht mehr tragbar für uns und für die Familie. Also wir hatten damals drei kleine Kinder und mein Mann ist Grundschullehrer und hat zu dem Zeitpunkt, wo ich voll gearbeitet habe in der Schule reduziert und hat eben Kindererziehung übernommen und hat also Kindererziehung und parallel gearbeitet. Aber er hat eben gesagt, so geht es nicht mehr, Du bist nicht mehr tragbar für diese Familie. Du musst dir Hilfe holen. Das war für mich erst im ersten Moment so ein echter Schock wie ich Mach doch, Ich leiste doch hier ganz viel die Stimme. Ich leiste doch ganz viel. Ich mache doch ganz viel und habe das aber dann angenommen, weil das mein Partner ist. Und mein Mann ist für mich wie ähm, ja, der kennt mich so gut und ich weiß sofort Oh Mann, wenn der das in mir sieht, dann ist da was Wahres dran. Und das habe ich. Das ist das Einzige, was ich wirklich gehört habe zu dem Zeitpunkt. Und dann habe ich mir sofort Hilfe geholt. Ich war also sofort bei meinem Arzt und der hat mich von bin von 24 Stunden in die Klinik eingeliefert. So, und am Anfang muss ich ehrlich sagen, war ich so auf den Satz zu meinem Mann Du bist nicht mehr tragbar für dich von mir. Ich dachte Boah, was ist denn das für ein krasser Satz. Und dann natürlich so in der Klinik. Und auch heute weiß ich, das war der größte Liebesbeweis, den er mir machen konnte, dass er einfach so viel Vertrauen hatte, dass er diesen Satz sagen darf, dass ich den annehme. Ich bin ihm so dankbar dafür. Heute noch, weil das war genau richtig zu dem Zeitpunkt. Und das macht Partnerschaft aus. Für mich auch das. Solche Sachen sagen zu dürfen, ohne dass der andere dann das Gefühl hat Hallo. Äh ja nee, sondern wirklich, das ist echtes Vertrauen in der Partnerschaft. Mensch. Ich sehe das und das tut dir nicht gut. Und gleichzeitig tut es uns als Familie nicht gut, dass es dir nicht gut geht. So, und das ist das halt so, dass wir schon von der Frage auf die krasse Geschichte kommen, weil das wirklich die, die die krasseste Geschichte meiner beruflichen Karriere ist. Dieses aus dem Mobbing heraus in das Burnout. 

Weil ich das so toll finde, was du gesagt hast über Beziehung und was das für dich ausmacht. Und du hast mir vorhin ja auch erzählt, dass sie jetzt 40 Jahre verheiratet seid oder zusammen. 

Ja, wir sind 40 Jahre zusammen, verheiratet sind wir 38 und wir haben viel später geheiratet. 

Ja, und da kam mir so die Frage, ob du so eine Art Rezept hast oder was du sagen würdest. 

Rezept für eine gelingende Beziehung? 

Ja. 

Also ich kann das ja nur für meine eigene Erziehung sagen und das ist einfach dieses immer hinschauen, den anderen echt wahrnehmen als Person, also wahrnehmen im Sinne von wirklich. Wahrnehmen, Fragen. Also, und die Frage klingt jetzt so banal, aber das ist sie nicht. Wie geht es dir? Wie war dein Tag? Was bewegt dich auch so? So kleine Rituale. Und unser wunderschönstes Ritual beginnt schon am Morgen, dass wir gemeinsam um 7:00 im Wintergarten sitzen und Kaffee trinken. Das ist für uns das. Also ich glaube, ich auch. Für meinen Mann das Wichtigste, so den Tag zu starten, uns diese Zeit zu nehmen, zu sagen So, wir sitzen da und man kocht den Kaffee für uns und dann sitzen wir da und dann beginnen wir unseren Tag. Und da muss es gar nicht um tiefgreifende Gespräche gehen, sondern einfach da sitzen und erzählen Was hat man vor? Und das ist schon ganz wichtig. Und und dieses dann spüren, Aha, das ist ihm jetzt wichtig. Mein Mann hat zum Beispiel heute zwei Elternabende und ich weiß, dass er das nicht besonders liebt Elternabende. Und dass er dann aufgeregt ist, obwohl ich sage, das muss er gar nicht sein, weil er ist ein toller Lehrer, Aber für ihn ist es aufregend. Auch nach 30, 35 Jahren Schule ist Elternabend immer aufregend für ihn und ich weiß, er braucht dann den Raum, um das sagen zu können, um sagen zu können aufgeregt und Oh, und Elternabend schon wieder. Und dann mag ich ihm diesen Raum geben. Und genauso ist es umgekehrt auch. Er merkt, wenn ich so bin, so, da ist irgendwas, dass er mir dann den Raum gibt, obwohl er vielleicht was Eigenes hat. Und dieses das meine ich mit wahrnehmen. Sich dann in dem Moment selber nicht so wichtig zu nehmen, sondern zu sagen okay, ich spüre, bei meinem Partner ist etwas. Und den Raum bekommt dann auch. Ja und dann ja. Sprechen, Zeit miteinander zu verbringen, auch über Höhen und Tiefen gehen, die wir natürlich auch hatten. Ganz klar. Das gehört einfach auch dazu. Das wäre ja auch komisch, wenn es nicht so ist, sich auch zu streiten. Aber auch das klingt jetzt auch so banal, aber trotzdem irgendwie liebevoll in sich abends zu verabschieden, ins Bett zu gehen und nicht die Angst zu haben Oh Gott, weil wir jetzt uns gestritten haben, ist es morgen vorbei oder so, sondern das Vertrauen zu haben. Nein, das gehört einfach auch dazu, zu einer anderen Partnerschaft, sich auch mal zu streiten und sich dann auch wieder zu vertragen. Ja, aber jedem auch den Raum zu lassen. Ich habe ganz unterschiedliche Interessen als R oder Wir haben auch ganz, ganz viele Gemeinsamkeiten, die wir lieben und das auch zu pflegen. Ja, und so haben wir das fast 40 Jahre geschafft und es ist wirklich, es ist wunderbar. Ich habe einen ganz, ganz wunderbaren Mann und eine ganz wunderbare Partnerschaft. 

 

Oh, wie schön. Weil du gesagt hast, du bist dann in einen Burnout gekommen. Wie fühlt sich ein Burnout an? Oder wahrscheinlich auch immer wieder unterschiedlich. Aber wie war das für dich? 

 

Natürlich so klassische Symptome, die man die man hat, wenn man sagt, man hat einen Burnout. Zu dem Zeitpunkt war mir das gar nicht klar, dass das Burnout ist. Mhm. Erst so in der Klinik und mit dem Gespräch mit meinem damaligen Professor. Ich muss dazu sagen, ich hatte das Privileg. Ich habe jeden Tag eine Therapiesitzung gehabt. Ich war privat Patientin und ich weiß, das ist bei den Kassenpatienten nicht der Fall. Die haben mich auch immer angeguckt und habe gesagt Oh, das ist ja toll, dass du deinen Therapeuten jeden Tag siehst. Also das war echt ein Privileg, muss ich sagen und bin auch sehr dankbar dafür. Ja, und wie fühlt sich das an? Also am Anfang habe ich es überhaupt nicht begriffen. Ich muss dazu sagen, ich habe wirklich gut drei Wochen gebraucht, um zu verstehen Aha, okay, ich bin hier also in einer Klinik und ich soll behandelt werden für etwas, was ich noch gar nicht spüre. Und nach drei Wochen habe ich kapiert okay, es geht dir gerade richtig schlecht, also mental schlecht und auch dann körperlich schlecht. Da bin ich dann wirklich im wahrsten Sinne des Wortes zusammengebrochen. Ich hatte noch mal einen Hörsturz und da habe ich dann erst begriffen Aha, ich habe wirklich ein echtes Thema. Man nennt das ja in der Klinik oder unter Therapeuten gar nicht Burnout, sondern die nennen das depressive Episode. Und ich hatte eben eine depressive Episode. Mittelgradig. Ich wurde dann gefragt Möchten Sie Tabletten haben? Also möchten Sie das Medikament? Und das habe ich abgelehnt. Das kriege ich schon hin. Aber andere dort haben tatsächlich Medikamente bekommen, um damit klar zu kommen. Das habe ich nicht gemacht. Ja, und das ist. Du fällst irgendwann, wenn du es verstehst. Aha. Ich habe also ein Burnout oder eine depressive Episode. Dann ist erstmal so Boah, okay, ich bin. Ich bin am Ende dann wirklich am Ende. Gefühlt. Ich brauche Hilfe. Also, das zuzulassen. Ich brauche Hilfe. Das schaffe ich nicht mehr allein. Und da habe ich auch das erste Mal verstanden, dass die Hilfe, die erste Hilfe von meinem Mann kam, der eben gesagt hat Du bist nicht mehr tragbar für mich. Bitte hol dir Hilfe. Dass das der erste Schritt war für mich von außen. Und dann eben diese therapeutische Unterstützung, wo du dann eben ganz tief gehst und sagst okay, wo kommt das jetzt her, wie kommt man da rein in sowas? Genau. Und das war Ich war insgesamt zehn Wochen in der Klinik. Ja, im Nachgang bin ich sehr dankbar darum. War eine wahnsinnig intensive Zeit, aber hat mein Leben dann noch mal komplett von oben nach unten gedreht? 

 

Ja, und der Hörverlust? Wann ist das losgegangen? 

 

Ich kann das wirklich gar nicht genau sagen. Es muss in der frühen Jugend gewesen sein, aber es hat frühe Jugend im jugendlichen Alter 15 16. Ich habe das wohl immer gehabt, habe aber am Anfang, wenn du so einen leichten Hörverlust hast, dann spürst du das noch gar nicht. Ich habe es tatsächlich erst wahrgenommen. Da war ich Mitte 20, tatsächlich, als ich im Studium war und eben das nicht mehr wahrgenommen habe oder nicht mehr gehört habe, was da hinten gesprochen wird. Und auch wir haben damals schon in dem Haus gelebt, in dem wir heute noch leben oder ich mit meinem Mann noch lebe. Wir saßen im Wintergarten und Markus sagte zu mir Ach, wie schön, die Vögel zwitschern und ich sage Welche Vögel? Da habe ich es begriffen. Okay, ich habe wohl irgendwie ein Thema und dann bin ich eben zum HNO Arzt gegangen und der hat dann eben ganz klar starken Hörverlust bei mir. Und dann kriegte ich auch die ersten Hörgeräte und dann habe ich, also als ich die dann getragen habe ich gesagt ach, interessant, was man alles noch hören kann. Inzwischen ist mein Hörverlust so stark, dass ich, wenn ich die rausnehme, echte Probleme habe beim Verstehen. Ja, dankbar, dass ich die. Dass die Technik inzwischen so weit ist. Also ja alles digital Leute und dass das mir hilft zu verstehen. Also im Sinne von hören. 

 

Ja, also du warst erst Lehrerin, ging am Anfang noch, oder? 

 

Genau. Weil ich einfach während des Studiums. Das ist ja beim Lehramtsstudium so, du wirst ja relativ spät tatsächlich in die Oder auf die Kinder genau auf die Kinder losgelassen. Und da habe ich das dann relativ schnell gemerkt. Ja, genau, dass du die nicht gehört hast oder so und das ist ja das Problem beim Hörverlust, dieses Sprachverstehen. Du nimmst zwar Sprache wahr, aber das Verstehen ist ja ein anderes. Also ich zum Beispiel schaue den Menschen sehr stark ins Gesicht, weil ich nur von den Lippen ablesen, um das noch so als zusätzliche Sicherheit zu haben. Mhm. Genau. Aber wenn du in so einem großen Raum bist und da sind viele Menschen, das geht mir heute auch noch so, dann ist das manchmal mit dem Lippenlesen auch schwierig. Und natürlich, wenn Menschen haben unterschiedlich starke Stimmen und auch sind von der Lautstärke auch unterschiedlich. Und wenn jemand sehr leise spricht und Grundschulkinder sprechen ja zum Teil sehr leise, genau, dann ist das schwierig. Mhm. 

 

Und das Lippenlesen hast du dir selbst beigebracht?

 

Das kam so irgendwie so intuitiv, dass ich dann geguckt habe und das mir dann angeeignet habe. Ja, toll, wie so ein wie so ein neuer Sinn. Definitiv Ja, ja, aber die fehlt ja dann irgendwie. Ein großer Teil eines Sinns. Und genau. Ich schaue den Menschen stark ins Gesicht. Und das passt eben zu dem, was ich heute mache, wenn ich über nonverbale Kommunikation spreche, über das, was ich bei uns im Gesicht zeigt oder an der Körpersprache zeigt, dass ich da auch so ein Faible für habe oder auch so gut bin, ist, glaube ich dem auch geschuldet, dass ich relativ früh eben den Menschen genau ins Gesicht geschaut habe. Und genau was sehe ich da? Ja, dann hast du aufgrund dieses Hörproblems mit dem Lehramt aufgehört. Von einer Sekunde auf die andere war klar Das geht nicht. Das war noch mal so ein echter Bruch und auch Trauer bei mir. Und das wollte ich wirklich gerne machen. Und noch heute sage ich noch Ach ja, ich wäre gerne in der Schule. Ich finde das einfach wahnsinnig schön, mit Kindern zu arbeiten, Kinder und Jugendlichen zu arbeiten. Genau. Ich bin dann aber zurück ins Büro und habe dann mehrere Jahre als Prokuristin eben gearbeitet. Und genau wenn, dann aber durch die Mobbinggeschichte und durch den Burnout da dann raus. Und da war dann ganz klar okay, ins Büro gehe ich nie wieder zurück. Ja, und auch durch diesen Mobbingvorfall war für mich klar ich kann gefühlt niemandem mehr vertrauen in so einem Kontext. Also im Kontext ja Business, also im Sinne von ich bin irgendwo angestellt. Und hinzu kam das, was ich selber erfahren habe als Klientin mit einem Therapeuten, dass ich gesagt habe Wow, ich kann eigentlich gut mit Menschen, das möchte ich auch können. Ich möchte gerne Menschen zuhören und Menschen helfen und vor allem Menschen bei dem unterstützen, was ich selber erfahren habe. Und ich habe dann tatsächlich die Coach und Therapeuten Richtung eingeschlagen. Heilpraktiker für Psychotherapie, Systemische Ausbildung. Ja und bin dann in den Coach und Therapeuten Kontext eingestiegen. Klassisch mit. Ich habe meine eigene Praxis und arbeite mit Klienten. Und tatsächlich war mein Thema zuerst Burnout, also Stressprävention. Da sind die ersten Klienten zu mir gekommen mit genau dem Thema. Ja. 

 

Ich würde gern noch einmal wissen, weil du hast ja mehrere Punkte dann in deinem Leben, wo es wie so Stoppschilder gab, Brüche. Du hast gesagt, bei den Kindern hat sich das schon, war das schon eine Trauer, da wegzugehen? Und ich würde so gerne einmal diesen Moment von dieser Trauer und wie du dann aber wieder aufgestanden bist. 

 

Ah okay, ja, spannend. Denkt da selber nicht so sehr drüber nach. Aber jetzt, so nehme ich das raus. Ja, ich war war sehr, sehr traurig darüber, weil es war ja so mein Wunsch. Es war ja schon nach dem Abitur der Wunsch, Lehramt zu studieren und mit Kindern zu arbeiten. Und wenn das auf einmal wegbricht Boah, das war wirklich wie so ein Loch Und ich habe auch gefühlt erstmal so ein Loch gehabt. Aber ich bin von meiner, von meinem Typus her so, dass ich sage okay, was kommt, was kommt jetzt, worauf habe ich, wo gibt es noch was, woran ich Spaß haben kann? So, und dann war so dieses okay, ich will auf jeden Fall was machen. Ich möchte nicht zu Hause bleiben, sondern ich möchte auf jeden Fall was machen. Dieses. Okay, was hast du gelernt? Ach ja? Du bist Industriekauffrau. Ja. Okay, dann gehst du doch noch mal ins Büro, probierst das noch mal aus, gibst dem noch mal eine zweite Chance. Und ich auch nicht so ein Mensch bin, der dann so lange in so Vergangenem hängt, sondern sagt Nee, wieso? Das ist jetzt das und das macht ihr Spaß. Ich brauche nicht dem nachzutrauern, was nicht mehr ist. Und ich hatte ja auch einen Mann, der ist Grundschullehrer und dann habe ich da noch partizipiert. Und dann haben wir über Dinge gesprochen und so platt das klingt, aber das war dann durch. Und dann, wahrscheinlich nach dem Burnout, war es sowieso ein. Das war ein anderes Gefühl, weil da war unter der Therapie in der Klinik sofort klar, da gehe ich nicht wieder hin. Das mache ich nicht weiter. Also das war, das war auch die Freude meines, meines Professors, der sagte Frau Linke, das ist gut, dass das für Sie schon klar ist, dass Sie da nicht wieder zurückgehen, weil es eben viele gibt, die sagen okay, ich will da unbedingt wieder rein, weil ich will es ihnen beweisen. Und das war ja auch mein Thema. Ich will denen ja beweisen, dass ich gut bin und dass es toll ist, was ich mache, dass als ich begriffen habe, das tut mir nicht gut. Klar war, da gehe ich nicht wieder hin. Und ich mache vor allem sowas Identisches nicht noch einmal. Aber was möchte ich dann machen? Und da war schon der Wunsch in der Klinik geboren. Oh ja, eigentlich möchte ich das machen. Es hat wieder mit Menschen zu tun. Das war auch so wahrscheinlich der Aufhänger, was mich auch getragen hat in der Zeit. Ach ja, spannend und genau. 

 

Und dann hast du gesagt, dann hast du erst mal Klienten gehabt mit Burnout. Das war wahrscheinlich dieses Okay, ich habe es selbst erlebt und ich möchte anderen helfen?

 

Genau. Und das ist das, was ich auch heute noch nach so langen Jahren sagen kann. Wenn man Dinge selber gespürt hat, ist es für den, der bei dir sitzt, als Klient, als Klientin, als Patientin Patient viel glaubwürdiger. Also du strahlst was anderes aus, wenn du dem signalisierst, ohne dass ich darüber spreche, dem lange erzähle, was mir selber widerfahren ist, sondern einfach Du strahlst das anders aus. Ich verstehe, was bei dir gerade passiert. Ja, das macht was mit den Menschen, die bei dir dann in der Praxis sitzen. Und ähm, ja, das war dann so 

 

Wann kann das, dass du Kindercoach, Kinder und Jugendcoach wurdest? 

 

Das war tatsächlich auch noch mal ein richtig verrücktes oder krasses Erlebnis. Ich habe früher Handball gespielt, leistungsmäßig als als Jugendlicher, als Kind und als Jugendlicher und habe dann im Erwachsenenalter Handballmannschaften trainiert bei uns im Dorf und hatte eine ganz wunderbare Jungenmannschaft. Und die haben die waren im Abitur und ein Klassenkamerad hat sich suizidiert. Kurz vor der mündlichen Prüfung, glaube ich. Ich weiß es nicht mehr genau. Und da kamen Eltern auf mich zu und sagte Mensch, Christina, du hast. Du arbeitest doch mit Menschen. Du hast doch eine Praxis. Kannst du dir vorstellen, mit einigen von denen zu arbeiten, wenn der Wunsch da ist? Und ich merke, heute bin ich sofort für mich. Das berührt. Und ich habe gesagt okay, natürlich, aber die müssen das selber wollen. Das sind junge Erwachsene, die müssen das wollen. Also das dürfen keine Geschichten sein. Natürlich weiß ich um das, was ihr Eltern euch Sorgen macht. Aber am Ende des Tages muss der junge Mensch selber sagen Ja, ich möchte auch wirklich mit Christina sprechen. Und da waren einige und den habe ich dann durch diese Zeit des. Da hat sich ein Klassenkamerad suizidiert über Dürfen wir eigentlich uns noch über unser Abitur freuen? Dürfen wir eigentlich noch feiern in den Schritt danach oder all das und dann den Schritt danach? So, und jetzt gehen wir alle auseinander, habe ich denen ja beigestanden. Ich weiß gar nicht, wie man das nennt. Aber ja, wir haben die Zeit gemeinsam bestanden und ich kann den jungen Menschen auch sehr gut. Und es hat mich also auch persönlich bewegt. Und genau. Und so bin ich dann wieder dazu gekommen, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Ich habe dann also gemerkt Oh, interessant, da, das kann ich tatsächlich Wieder habe ich mich erinnert. Ach ja, da war doch mal was. Genau. So habe ich dann wieder mit mit den jungen Menschen gearbeitet. Und das ist eine sehr berührende Arbeit, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Und das mache ich ja bis heute. Und das ist sehr, sehr, sehr besonders. 

 

Ja, auch so toll, wie sich der Kreis dann wieder schließt, dass du so dieses diese Trauer nicht mehr mit Kindern zu arbeiten und jetzt machst. 

 

Ich habe sie jetzt schon durch den durch das Training beim Handball. Also ich habe Jugendmannschaften und Mädchenmannschaft trainiert, aber das ist schon noch mal was anderes aus dem Sportkontext als dann auf dieser Ebene, die ja sehr, sehr tief geht. Also wenn man erstmal so ein so eine therapeutische Allianz nennen wir das ja im Coaching, oder dann ist das schon sehr besonders, wenn Kinder und Jugendliche aufmachen und dir dein Herz ausschütten und sagen das ist das, was mich gerade bewegt. Und genau. 

 

Und gibt es irgendwie so ein Hauptthema von den von den Kindern und Jugendlichen? Also was sich immer wiederholt? Oder ist es wirklich komplett unterschiedlich? 

 

Ja, es ist schon unterschiedlich, aber das, was ich immer wieder in der Praxis habe, ist tatsächlich Social Media. Die haben ja heute alle eben den Zugang zu Instagram. Zu Facebook ist ja inzwischen out, aber eben Tiktok, Instagram, was es alles gibt YouTube. Und das ist immer wieder Thema. Also dass Mobbing eben auch immer wieder Thema. Also das ist das, was daraus resultiert häufig. Also das merke ich bei den Jugendlichen, dass sie mit den Themen kommen und die sind ganz stark auch schambesetzt. Also da ist immer ganz wichtig Oh bitte, Mama und Papa nichts davon erzählen. Und es ist natürlich für Coach als Coach und Therapeut immer so eine Gratwanderung zu sehen. Okay, da darf ich, da spreche ich jetzt nicht drüber mit den Eltern, aber ich merke, jetzt ist ein Bruch, jetzt muss ich die Eltern involvieren, weil es vielleicht in Richtung Mobbing geht. Dann spreche ich aber mit den mit den Jugendlichen drüber und sage Pass auf, wir haben jetzt einen Punkt erreicht, da müsste ich Mama und Papa involvieren und hole mir dann auch das Go ab. Genau. Also das mag ich. Social Media ist ein großes Thema bei den. Es ist auch schon auf der einen Seite so ein Druck erzeugt, die müssen das alle irgendwie sehen, die müssen das alle machen, die müssen sich präsentieren. Aber irgendwie gewollt ist es nicht. Eigentlich wollen viele das gar nicht, aber da ist ein großer Druck da. Ja, das ist, das ist immer ein Thema. Ja, und in der Grundschule ist es häufig der Leistungsdruck. Oh Gott, ich muss, ich muss unbedingt aufs Gymnasium gehen. Da ist das eher das da geht das so in die Richtung. Leistungsdruck schon ganz früh schon, wirklich Beginnend in der ersten Klasse. Oh Gott, ja, ich kann nicht. Auch kann ich aufs Gymnasium gehen, wo ich sage Komm erst mal an, komm doch bitte erstmal an! Also Druck. Leistungsdruck ist ein großes Thema für Kinder und das ist gefühlt auch mehr geworden. Und wenn ich auch mit meinem Mann, da habe ich ja immer so die den Austausch, das was er mir auch spiegelt. Dieser große Druck, die großen Erwartungen, die von zu Hause kommen, auch die, die mitbringen. Ja, und dann eben das Tragen die vier Jahre durch die Grundschulzeit. Ja, und es ist ein großer Bruch von Grundschule, wo sie ja noch in so einem Raum eigentlich sind, wo sie ja viel liebevolle Ansprache haben. Dann auf einmal in der fünften Klasse, wo es darum geht So, und jetzt müsst ihr funktionieren, jetzt müsst ihr das umsetzen. Ihr müsst schon mit Computern umgehen und ihr müsst selbstständig arbeiten und ihr müsst und ihr müsst und ihr müsst. Das ist ein krasser Bruch für viele Kinder aus diesem Schutzraum Grundschule dann in die weiterführende Schule zu gehen. Da brechen, brechen viele dran. Genau. Und dann auf einmal in der sechsten Klasse. Okay. Und ich schaffe es vielleicht nicht den Sprung ist Gymnasium und dann müssen sie zurück. Auch diese Scham dann. Oh Gott, Ich muss zurück auf die Stadtteilschule. Was für viele auch gut ist, weil sie da endlich mal entspannen dürfen und sagen können okay, und jetzt kann ich erstmal ganz entspannt. Klingt jetzt blöd, aber doch ganz entspannt. Erstmal bis zur Zehnten gehen und es gibt noch 1000 Wege zum Abitur. Ja, ja, auch ich habe tatsächlich. Meine Eltern haben sich scheiden lassen, während ich in der vierten Klasse Grundschule war. Und ich hatte eigentlich eine Gymnasialempfehlung und habe aber die Trennung meiner Eltern nicht so gut verkraftet und bin dann erstmal in die Orientierungsstufe und von da auf der Realschule, weil einfach meine Noten total in den Keller gegangen sind. Ich habe dann normalen Realschulabschluss gemacht und meine Noten waren dann so exzellent, dass ich von da aus dann aufs Gymnasium gegangen bin. Also von daher auch so, das mag ich jedem sagen. Es gibt 1000 Wege zum Abitur und es braucht nicht den geradlinigen Weg. Es kann auch erstmal über die Stadtteilschule, über die Gesamtschule oder wie auch immer das heißt, dann zum Abitur gehen. 

 

Ja, super. Das ist wunderbar. Ja, und auch irgendwie. Also finde ich total erleichternd auch zu hören dieses es gibt einfach verschiedene Wege. 

 

Meine Tochter also ich habe ja drei Kinder, zwei Jungs, ein Mädchen und meine Tochter Charlotte ist unsere Jüngste und auch die hat den ganz normalen Weg. Also normal für mich als normalen Weg über die Mittelstufe dann gemacht über und hat dann Abitur gemacht. Die macht jetzt ihren Master in Biologie und wird dann ihren Doktor machen in Biologie, wo ich auch sage ja, das ist das nicht verrückt? Ja, wir haben beide Brüder. Die ganzen klassischen Weg, über die das Gymnasium gegangen sind und sie so einmal einmal abgebogen. Ja. Und Ihre Brüder? Jetzt sagen unsere Charlotte. Ja, die wird jetzt vielleicht die erste Doktorin bei uns in der Familie. Und genau. Ja, das ist echt verrückt. Und deswegen eben war ich noch sagen. Es gibt ganz, ganz viele Wege und. Aber gebt den Kindern Zeit, ihren eigenen Weg zu gehen, aber sie nicht allein zu lassen. Das ist ganz wichtig. Gibt Ihnen das Gefühl, dass sie nicht alleine sind? Ja, zu Hause ist zu Hause und da darf alles sein und darf man alles sagen. Und man schafft. Und das war das, was wir unseren Kindern immer mitgegeben haben. Egal, was für ein Mist ihr gemacht habt. Kommt bitte nach Hause, dann sprechen wir darüber und dann finden wir gemeinsam einen Weg aus dem, was passiert ist. Es gibt dann. Gemeinsam gibt es immer einen Weg. 

 

Schön. Und deine Kinder sind ja alle schon aus dem Haus. Was war das für ein Moment, als die gegangen sind und plötzlich wahrscheinlich das Haus etwas still war? 

 

Ja, ja, ja. Oh, das ist ganz spannend. Weil für mich war es tatsächlich leichter als für meinen Mann. Für mich war das so, ich bin auch sehr. Gleich nach meinem Tod ausgezogen. Ich war klar, Ich gehe sofort raus und mache meinen eigenen Hausstand. Und mein Mann? Der ist auch nach dem Abitur gleich. Wir sind gleich zusammengezogen nach Abitur. Aber seine Kinder aus dem Haus zu lassen, war für ihn ganz schwer. Auch wenn er das jetzt hört. Dann sagt er Nein, das kannst du sagen. Also für mich so gefühlt hat er sich viel schwerer getan als ich und so ein echtes Loslassen. Also ich musste auch loslassen, habe ich gedacht, okay, das ist so, aber bei ihm merke ich häufig so Ach, er hat sie gerne alle so unbedingt immer um sich. So, ich habe sie auch gerne um mich und freue mich immer, wenn sie nach Hause kommen. Und sie kommen witzigerweise immer alle drei dann gleichzeitig nach Hause. So, aber für ihn war es gefühlt schwieriger als für mich, loszulassen und dem, was natürlich ist zu sagen okay, und ich mache jetzt mein eigenes Ding, das zu verstehen. Genau so, aber inzwischen ist es okay und normal. Aber auch da ist wiederum auf seine erste Frage zu kommen Wie macht man so eine Beziehung und wie macht man so Partnerschaft? Das auch zu sehen, wie unterschiedlich man damit umgehen und dem auch den Raum zu geben und zu merken Ah ja, mein Partner tut sich, tut sich schwer damit loszulassen und zu sagen was ist auch okay. Das ist auch in Form von Partnerschaft und Wahrnehmung und ja und das nicht so wegzu negieren. Ach ja, das ist doch normal, lass sie doch mal gehen, sondern nur es darf da sein, es darf alles sein. Ja, das ist okay und das ist auch als Mann okay. 

 

Also das merke ich auch immer wieder so dieses. Den Schmerz auch da sein zu lassen. Das ist zwar wirklich sehr schmerzhaft in dem Moment. Ja, es tut einfach weh und es ist aber so gut. Also danach geht es leichter, als das immer wegzudrücken. 

 

Ja, es ist für einen selber wichtig, den Schmerz zuzulassen und auch für die Kinder zu sehen. Okay. Wir merken ja, Mama und Papa tun sich nicht so leicht, aber das ist okay für sie, weil es ist ja gefühlt die vierte Trennung. Erst Kindergarten, dann Grundschule, dann, wenn sie in die Pubertät gehen und eben so kleine Pubertätsmonster werden. Und dann gehen sie tatsächlich nach dem Schulabschluss in ihr eigenes Leben, Ihr eigenes Zuhause. Und aber das zuzulassen, das ist ganz wichtig. Das ist ganz wichtig, das zu spüren. Oh man, wie fühlt sich das an? 

 

Ich habe dich ja kennengelernt durch die Brainboxx, wo du mit Stephanie zusammen mit deiner Geschäftspartnerin Coaching-Seminare anbietest. Und wie ist es dazu gekommen? 

 

Ich habe Stephanie tatsächlich in einer systemischen Ausbildung kennengelernt und ich muss auch wirklich sagen sofort lieben gelernt. Wir haben uns sofort ineinander verguckt. Also im Sinne von Wir waren uns sofort sympathisch. 

 

Einmal kurz zwischendurch, dass du einmal erklärst, was eine systemische. 

 

Wir sagen ja, wir leben in einem System. Also wir beide haben ein System. Jetzt podcasten wir zusammen. Wir haben aber auch das System, dass du bei mir eine Ausbildung zum Trancecoach gemacht hast. Das heißt, da bin ich deine Ausbilderin und du bist meine Teilnehmerin. Das ist das Thema Ausbildung. Aha, okay. Dann habe ich das System Familie. Ja, ich als Mutter. Ich aber auch als Ehefrau. Also das heißt, wir leben alle in Systemen und haben unterschiedliche Rollen. Hüte auf. Und systemisches Coaching ist eben so, dass wir sagen genau, wir leben alle in diesen Systemen. Und es braucht manchmal im Coaching eben die Betrachtung auf ein spezielles System als System Familie, System. Christina und ihre Mutter. So, und dafür gibt es eben unterschiedliche Art der Techniken, die man dann arbeitet. Das sind systemische Ausbildungen. Da gibt es ganz spezielle Fragetechniken. Genau. Und wir haben uns eben in so einer Ausbildung zum systemischen Coach, um eben zu lernen, wie arbeitet man systemisch haben wir uns eben kennengelernt. Diese Ausbildung ging, ich glaube ein, anderthalb Jahre und die waren in so einem Kontext von 13, 14 Frauen und wir waren uns sofort sympathisch. Und lustigerweise haben alle, die da irgendwie so in diesem Sinn, in dieser Ausbildung gedacht, Ja, auch wenn ich hier fertig bin oder mache ich mal ein eigenes Institut auf, dann werde ich selbst Ausbilderin für irgendwas. Und Stephanie und ich waren so, also wenn wir eins wissen, ein Institut machen wir nie. Auf jeden Fall einen Coach und das machen wir Und das ist toll. So und wie gesagt, wir waren uns sehr sympathisch und wir haben dann noch eine eine weitere Ausbildung zusammen gemacht. Und dann hab ich, ähm, mit Stephanie zusammen bei einem bei einer Jahrestagung hier in Hamburg einen Vortrag von Dirk Ehlert gehört zum Thema Mimik, Resonanz, nonverbale Körpersprache und habe zu ihr gesagt Willi, das ist ihr Spitzname von Williams. Willi, sage ich immer zu ihr Sag Willi, das müssen wir auch können. Mimik, Resonanz, Körpersprache ist es meine. Das muss ich auch können. Das müssen wir machen. Und dann sind wir nach Berlin gegangen und haben uns zu Resonanztrainern ausbilden lassen. Und dann kam irgendwie so die Idee Was machen wir daraus? Ja, und dann war das. War das Kind irgendwie geboren? Oh ja. Wir müssen irgendwas gemeinsam machen. Und dann haben wir tatsächlich. Mit dem, was wir so im Gepäck hatten, sind wir ins Business gegangen mit dem Thema Stressprävention. Weil das ja auch mein Steckenpferd war. Und haben da Workshops und Seminare zum Thema Stressprävention gemacht. Und so ergab sich eins zum anderen und wir packten immer mehr drauf. Und 2018, glaube ich, war es, hat uns Dirk Eilert, mit dem wir inzwischen. Ja, ich würde sagen fast befreundet sind, gesagt. Ich würde euch gerne zu Trainern ausbilden. Das heißt, wir dürfen Coaches ausbilden. So, und wir waren total gerührt und sagten Boah, bist du sicher, dass wir das werden sollen? Ja, ja, ich sehe das total in euch. Aber es brauchte für eigene Räumlichkeiten natürlich, um diese Ausbildung zu machen. Genau. Und so kam das dann. Dann haben wir unseren Namen noch mal verändert. Wir hatten tatsächlich vorher den Namen No Stress Training. Der Name ist Programm. Uns fiel damals nichts Besseres ein. Und dann war aber irgendwie klar okay, also das passt ja nun gar nicht. Und dann kam Brainboxx und wir schreiben uns ja mit Doppel-x Und diese xx stehen eben für Stefanie und mich - weiblich. Und dann hatten wir die Räumlichkeiten in Eppendorf. Ja, und da bilden wir jetzt Emotionscoaches aus. Wir geben Trainings zu Mimik, Resonanz, Körpersprache. Wir machen Stressprävention nach wie vor. Ja und das ist echt so unsere Heimat da. Und das lieben wir total. Parallel sind wir immer noch im Business unterwegs. Also wir gehen immer noch Unternehmen und machen das. Aber das ist gewachsen. Jetzt inzwischen über. 2014 über fast zwölf Jahre machen wir das schon zusammen. Und das ist so was ganz, ganz Besonderes. Das ist auch eine ganz, ganz besondere Verbindung. Stefanie und ich. 

 

Also das kann ich auch aus der Beobachterperspektive sagen, weil ich jetzt hier auch schon bei ein paar Seminaren war und dass ihr so ein tolles Team seid. Und das ist wirklich natürlich auch aufregend ist, dahin zu kommen und ich weiß nicht, was passiert. Und dann aber in diesen Raum zu kommen und so eine Sicherheit zu spüren und so das Gefühl zu haben okay, ich darf einfach sein, sofort, wie du bist. Ja, wirklich. Und auch dieses Ja und klar mache ich auch Fehler. Es gehört dazu. Und Also das ist so einfach. Ja, es ist so, es ist so lustig dieser Mix aus aufgeregt und plötzlich zu merken Ich kann mich wirklich fallen lassen und entspannen und und gespannt sein, was da kommt. 

 

Und das ist uns ganz wichtig, dass wir diesen Raum schaffen, dass die Menschen kommen und das Gefühl haben okay, das ist auch so ein Schutzraum. Das ist Vertrauen und das darf alles sein, was da kommt. Die Aufgeregtheit, von der du beschrieben hast, aber auch dieses Ich darf auch Fehler machen. Ganz wichtig. Nur weil, wenn wir Fehler nur wenn wir Fehler machen, lernen wir auch. Denn auch unser Gehirn ist ganz wichtig. Aber auch immer diese diese Gemeinschaft ist ganz wichtig, diese wie nennen wir das so Brain Box Family. Das ist ganz wichtig. Du bist danach auch nicht alleine, wenn du diese Ausbildung gemacht hast oder wenn du die Räume verlässt, sondern wir bleiben immer Ansprechpartner und auch die Kolleginnen und Kollegen, die da sind, sind ansprechbar. Und das ist uns ganz wichtig, weil wir es in der Ausbildung, die Stefanie und ich selbst gemacht haben, ganz häufig erlebt haben, dass wir das Gefühl haben okay, und jetzt sind wir rausgegangen, nach vier Tagen oder nach einer Woche, und dann stehst du da ganz alleine. Und uns war wichtig, dass wir unseren Teilnehmern immer mitgeben Nein. Ihr dürft danach Fragen stellen und wir sind da und wir beantworten das. Und auch die Community ist da. Und das ist ganz, ganz wichtig. Ja, das ist eine ganz besondere Verbindung und wir sind uns. Wir sind sehr unterschiedlich, aber auch sehr ähnlich. Und das macht es aus. Und es macht das auch aus, dass wir sehr neidfrei sind, was das, was uns angeht, jetzt jeder so seine Bühne bekommt und dass jeder das Gespür für den anderen hat. Aber jetzt braucht sie die Bühne und jetzt mag sie auch was sagen. Jetzt nehme ich mich zurück. Also auch wieder so eine Form der Partnerschaft, aber eben anders. Sie ist eben meine Geschäftspartnerin und Freundin gleichzeitig. Wir rufen uns auch, das gehört auch dazu. Wir haben auch mal richtig Stress miteinander. Aber auch da ist dann ganz wichtig, okay, dass wir dann darüber sprechen, wenn der erste Rauch verdampft ist, dann zu sprechen und zu sagen, was war, was war bei mir, was ich so explodiert bin oder dass du explodierst, Was war da und was, was hätte es gebraucht? Und nur deswegen sind wir nach zwölf Jahren immer noch so, wie wir sind. Weil das unbedingt da sein muss. Dieses Vertrauen in den anderen und dieser Raum, den jeder bekommen darf. Und eben dieses Neidfreie. Also wir haben schon so viele Leute gesehen, die gesagt haben Oh, das was ihr macht, möchten wir auch machen. Und die dann grandios gescheitert sind, eben weil es ja es braucht, einfach die Wahrnehmung für den anderen zu sehen, was geht jetzt um, was geht nicht und wo muss ich jetzt nachhaken und wo muss ich mich zurücknehmen und es an anderer Stelle ansprechen? Und das haben wir, glaube ich, ganz gut hingekriegt und kriegen das nach wie vor noch so ganz gut hin. Das ist einfach wichtig, Das braucht es ja auch. Eine Beziehung. Ja, genau. Es ist ja genau. Und es ist einfach immer. Manchmal ist es so, sind wir eben nur Geschäftspartnerin und dann zu trennen. Ich weiß genau, sie ist eigentlich auch meine Freundin. Aber das jetzt erstmal beiseite zu stellen, weil jetzt ist es Business und dann aber wieder um zu sagen so und jetzt ist sie aber Freundin und jetzt fällt mir da übrigens ein, als Freundin muss ich dir sagen, als Geschäftspartnerin ist mir das aufgefallen. Also es ist manchmal schwierig, aber weil wir uns, weil wir eben so eine vertraute Basis haben und das eben so safe ist. Sind wir uns nicht böse, wenn wir die Sachen einfach dann genauso ansprechen, wie sie sind. Und das braucht es. Das braucht es ja. 

 

Toll. Sag mir doch noch einmal, falls jetzt jemand zuhört. Der, der das spannend findet und sich interessiert, dürfen alle zu dir kommen, oder? Also brauchen die irgendeine Grundausbildung, oder? 

 

Ah, du meinst, als für die Ausbildung zum Emotionscoach? Wenn jemand sich dafür interessiert. Anrufen, also sprechen. Genau. Und dann kann man gemeinsam besprechen, wie kann der Weg dahin gehen? Und wir merken eben immer wieder, dass der Bedarf groß ist, das zu machen. Also wir haben im Moment viele, die so aus dem Yoga Kontext kommen, die sagen Oh Mensch, ich habe schon eine Ausbildung als als Yoga Lehrerin Yoga Teacher. Ich merke, dass ich, wenn ich die Klienten habe, wenn ich mit den Gruppen arbeite, dass dann ein Bedarf da ist fürs Coaching. Super Ansatz. Das ist genau das, was es bedingt. Überhaupt so aus dem ganzen Bereich Meditation, Achtsamkeit, dass wir merken, da kommen jetzt viele zu uns. Genau das ist. Aber Sprechen ist immer gut. 

 

Ja, ja, ich bin auch gespannt auf das Mimik. 

 

Das ist ja tatsächlich wirklich mein mein Favorit, weil ich einfach gemerkt habe, das hat noch mal für mich ganz viel Klarheit gebracht in meinem, in meinem, in meinem eigenen Leben. Weil ich bin hochsensibel. Das wusste ich bis zu dem Zeitpunkt auch nicht wirklich. Ich habe immer gedacht Komisch, was spüre ich, was, was nehme ich wahr beim anderen und habe das dann erstmal weggedrückt. Nee, das ist es nicht. Und dann festzustellen, Ach, das ist es ist doch so inzwischen weiß ich, dass es dass ich ein hochsensibler Mensch bin, also wirklich hochsensibel bin. Und da ist so Körpersprache ganz, ganz elementar. Das hat für mich war das der Zeitpunkt, wo ich gesagt okay, das was ich sehe, beim anderen, was ich spüre, beim anderen, das ist auch echt. Also noch mal dieses eigene Ah, was mein Herz mir sagt, dieses Jahr hat das noch mal verstärkt. 

 

Ja und wie ist das, Wenn du in einem normalen Gespräch bist? Ist das dann sehr präsent, dass du siehst Oh, jetzt ist hier irgendwie die Augenbraue hochgegangen. 

 

Als du über Brainboxx gesprochen hast, wenn du in diesen Raum bist, und ich dir gesagt, ich sehe, dass du berührt bist. Also ich spreche das normalerweise so offen nicht an, aber ich weiß jetzt in unserem, in unserer Verbindung, kann ich das. Kann ich das sagen? Nein, Das läuft so automatisch mit. Ich schalte das nicht an oder ab. Es läuft einfach so mit. Und darum geht es auch, das einfach wahrzunehmen. Weil bei Mimikresonanz geht es wirklich darum wahrzunehmen, was ist beim anderen, um im Gespräch zu bleiben. Wenn ich jetzt sehe, unmittelbar da ist berührt sein, dann macht das was mit mir. Ich sehe, wenn sie darüber spricht, dann ist sie berührt. Das ist. Das ist einfach für mich die Bestätigung. Ja, das, was du sagst, ja sagst. Oh, wenn ich in den Raum komme, dann macht das was mit mir und ich sehe das in deinem Gesicht. Dann ist das Konsistenz, dann ist das Ganze. Dann ist das klar. Da ist es echt. Und darum geht es. Und wenn ich eben darum geht es bei Kommunikation zu merken, was ist bei dem anderen und wo kann ich im Gespräch bleiben, wo verliere ich den anderen nicht im Gespräch? 

 

Ja, ja, ganz spannend. Also ich habe jetzt gerade noch mal wieder so an Handys gedacht und Sprachnachrichten und sowieso Texte, wie viele Missverständnisse da geschehen. Ja, weil ja wirklich die Mimik. Alles dazugehört. Wobei es schon so ist, dass man aus der Stimme auch ganz viel wahrnimmt. 

 

Also wenn wir über Körpersprache sprechen, dann sprechen wir ja nicht nur über Mimik, sondern wir sprechen auch über die Stimme, über Gestik, Körperhaltung. Aber die Mimik ist die Bühne unserer Emotionen. Also damit steigen wir tatsächlich ein. Aber auch Stimme sagt ganz viel. Also wenn man mit jemandem telefoniert und dann merkt oder wird die Stimme ganz, ganz hoch und brüchig und schnell und dann merkt man Oh, okay, da ist das Stresslevel gerade sehr hoch. Dann gucke ich eben mal, wie kann ich denjenigen jetzt erstmal mit meiner eigenen Stimme beruhigen? Hier ist alles gut, du kannst mir alles erzählen. Also das macht auch viel aus. 

 

Ich habe noch mal eine ganz andere Frage. Und zwar habe ich das Bild hingehängt,weil ich im Nebensatz mitbekommen habe bei einem Seminar, dass du den Jakobsweg gegangen bist. Wie kam es dazu? 

 

Der Jakobsweg. Der Camino. Da könnte ich sofort heulen. Genau. Ich habe also tatsächlich, wie wahrscheinlich die meisten Deutschen 2001, glaube ich, hat Hape Kerkeling ja das Buch geschrieben. Ich bin dann mal weg. Ich habe es geliebt. Genau. Und ich habe es auch gelesen. Dann war wie bei vielen anderen ja auch, der Wunsch Das will ich auch mal machen. So und ich habe das Buch immer wieder zur Hand genommen. Dann habe ich einen sehr bewegenden Film gesehen. My Way, Der ist ein amerikanischer Film. Mein Weg habe ich gefühlt, ich glaube 25 Mal gesehen. Da beschreibt eben auch jemand, dass er diesen Weg geht. Und ich habe da immer bei meiner Familie, bei meinen Kindern, bei meinem Mann immer wieder drüber gesprochen und 2019 mal wieder. Das würde ich gerne mal machen Und meine Kinder waren so genervt. Da haben sie gesagt Oh Mama, jetzt redet nicht immer davon, jetzt macht das auch mal und ich und ich so ganz perplex. Was meint ihr denn? Ich würde das einfach mal machen. Und Und dann habe ich wirklich ganz spontan gesagt okay, ich mache das und habe dann ein Business mit Stephanie, die Academy. Oh Gott, oh Gott, soll ich es echt machen? So? Ja. Und dann habe ich geguckt, was geht. Und weil ich ja eben selbstständig bin, habe ich gesagt Okay, also so sechs Wochen Camino France, also der Klassiker von hier. Ich glaube, Stephanie wird sagen Ja, so richtig ausgesprochen. Bis nach Santiago braucht man gut fünf, sechs Wochen. Da habe ich gesagt, die Zeit habe ich noch nicht spontan und bin dann den portugiesischen Küstenweg gegangen, von Porto nach Santiago. 325 Kilometer, glaube ich. Und okay, das mache ich. Und ich muss zu meiner Schande gestehen. Obwohl, ich finde es gar keine Schande. Man sagt ja eigentlich, man geht los und sucht sich jeden Tag ein Quartier. Das habe ich tatsächlich nicht gemacht. Aber weil ich so ein bisschen durch meine, durch mein Knie so ein bisschen so bin, dass ich nicht genau wusste, wie schaffe ich das mit zehn Kilo Gepäck und gehen, Wie viel Kilometer schaffe ich? Und da war so ein bisschen Sicherheitsgefühl auch. Und auch von meinem Mann, der sagte Weißt du, ich möchte eigentlich, dass du abends weißt, wo du bist. Und habe mir also im Vorfeld immer ein, zwei Tage vorher tatsächlich schon eine kleine Pension oder eine Herberge gebucht und wusste, wenn ich morgens los gehe, am Abend werde ich da sein. Und mein Mann hat immer zu mir gesagt Wenn du merkst, dein Knie schafft es nicht, du schaffst es nicht, dann setzt du dich in Bus und fährst den letzten Rest. Ja, das hat mir ganz viel Sicherheit gegeben für all das, was da wohl so kommen wird auf dem Jakobsweg? Ich habe es nicht gebraucht, aber es hat mir Sicherheit gegeben und auch meiner Familie Sicherheit gegeben, dass ich wussten, wo ich bin. Genau das war mein 2019, mein erster Jakobsweg. Und es ist tatsächlich so, wenn du da ankommst, du bist geflasht. Du heulst nur und denkst Oh Wahnsinn, ich habe es geschafft. Genau. Ich bin seit 2019 jetzt inzwischen zum vierten Mal, jetzt im September letzten Jahres das vierte Mal gegangen. Dann den klassischen Weg, also den Camino. Genau vorher Lissabon. Santiago. Also ich bin jetzt wieder viermal gelaufen. Und wenn man einmal gelaufen ist, will man immer wieder laufen, weil das ein Gefühl ist, was man nicht beschreiben kann. Also das Ankommen ist sehr speziell, aber es ist eigentlich der Weg, weil der macht was mit dir und ich Die Frage immer wieder kriege ich immer wieder gestellt Bin ich allein gelaufen bis zu einer Gruppe gelaufen? Nein, ich gehe allein. Und das mache ich ganz bewusst, weil ich glaube, dass es das braucht, um zu sich zu finden und sich seinen Themen auch zu stellen. Und die ersten Tage braucht es das, damit der Körper versteht Aha, ich gehe jetzt hier, weil du an den ersten, die ersten 4,5,6 Tage nur mit deinem Körper beschäftigt bist, weil alles weh tut. Es tut alles weh von den Füßen, Füßen, Fußsohlen, über die Schultern, alles tut alles weh. Du brauchst einfach die Zeit. Ich weiß wie. Im letzten Jahr war es so Ich habe die ersten Tage nach den 25, 30 Kilometern es kaum in die Dusche geschafft, weil mein Körper so weh getan hat. So, aber nach ein paar Tagen hat der Körper das begriffen. Ich stehe jetzt also jeden Tag auf und gehe diesen Weg. Und das wird jetzt wohl noch so weitergehen. Und dann beginnt das Denken. Also dann fängt das Gehirn an zu rattern und zu sagen okay, was ist das eigentlich gerade, was ich hier bewege? Und das ist unglaublich, Unglaublich. Es ist ein irres Gefühl und ich habe viele auf dem Jakobsweg kennengelernt, die mir immer diese Frage stellen. Du gehst allein? Oh, interessant. Kannst du das aushalten? Und ich sage Ja, ich kann das gut aushalten. Die mir immer gesagt haben die wir können es nicht aushalten. Die sich dann aber gewundert haben, warum sie an ihre Themen nicht rangekommen sind. Ja, so und so als auch als Coach. Und dann weiß ich natürlich klar, die haben. Sie haben es nie zugelassen und ich zu jedem gesagt habe Geh allein, gehe allein. Und irgendwann geht man auch dann natürlich mit jemandem zusammen, Dann teilt man sich mal in so eine Etappe oder so, das ist auch völlig okay. Aber ich bin bewusst, wie ich die ersten Tage wirklich komplett allein um, um es zuzulassen, um das Denken auch zuzulassen. Das braucht es. Mutig. Ja, es ist wahnsinnig mutig. Tatsächlich? Und das willst du immer wieder erleben. Das ist verrückt, aber du wirst es immer wieder erleben. Genau. Du wirst es immer wieder erleben. Und ja, ich kann das nur jedem sagen, wenn er mutig ist. Es braucht nur vernünftige Schuhe, einen Rucksack und den Mut, einfach loszugehen. 

 

Toll. Und hast du dich irgendwie körperlich vorbereitet oder tatsächlich nicht? 

 

Ich muss dazu sagen, ich war im letzten Jahr extrem übergewichtig, hatte so viele Kilos auf dem auf den Rippen, dass ich wirklich mit eigentlich viel zu viel Gewicht gestartet bin und mein Mann immer gesagt habe Willst du das da im Knie tun? Aber ich musste einfach gehen. Also das war einfach so, als ich fertig war, körperlich und auch mental echt erschöpft war. Okay, ich gehe jetzt einfach los. Und ja, das ist mir auch körperlich mental eben gut getan hat. Ja, ich würde jedem empfehlen, das mal auszuprobieren. Tatsächlich? Wie das ist mit so einem zehn Kilo Rucksack auf dem Rücken. Aber am Ende des Tages. Ich bin auch unvorbereitet losgelaufen. Gut, ich wandere viel mit meinem Mann in den Ferien, aber bin trotz alledem nicht vorbereitet gewesen. Viele sagen ja, geh mal früher immer so eine Etappe von zehn, 15 Kilometern. Aber ehrlich gesagt nein. Ich Aus den vier Caminos, die ich gegangen bin, würde ich sagen nein. Der Körper sagt dir. Schon lange gesprochen. Am Anfang ist es gut, nicht die Etappen nicht zu lang zu machen. Tatsächlich zu sagen, ich gehe mal 15, maximal 20 Kilometer die ersten Tage und dann steigerst du automatisch, weil wenn. Irgendwann läuft es. Dann läufst du locker 30 Kilometer am Tag. Dann geht es ja. Denke jetzt aber einfach. Mut haben. Einfach losgehen. Einfach losgehen, weil das was ist. Wirklich? Also körperlich. Ja, das ist anstrengend. Und wie gesagt, am Anfang die ersten Tage den Körper nicht überfordern. Aber das, was wirklich die große Herausforderung ist, ist das Denken zuzulassen. Ja, die mentale Stärke, das. Das ist das, was die größte Herausforderung ist auf diesem Weg. Und ich sage ganz ehrlich daran scheitern die meisten. Also weil erst dann der Kopf nachlässt und dann der Körper dann auch die körperlichen Schmerzen bewusst werden, Also sagen Oh ja, mir tun die Schienbeine weh oder Achillessehne oder ich habe so viel Blasen verspannt. Also ich kenne das auch, dass auf der einen Seite natürlich Austausch sehr hilfreich sein kann, wie dein Mann, der dir sagt, es ist jetzt hier Schluss. Und ich merke aber auch, dass mein Wachsen total damit zu tun hat, ob ich alleine bin. Also dieses das zuzulassen, alleine zu sein und nur mit mir zu sein. Und dann kommen die Erkenntnisse und ich finde es so, also für mich auf jeden Fall so wichtig. Also ich brauche es wirklich absolut unterschreiben. Es geht mir genauso und dann kann ich auch sprechen darüber. Also dann brauche ich ganz dringend den Austausch mit meinem Mann oder mit einer Freundin. Aber es braucht erstmal auch genau mein Ich. Ich muss erstmal bei mir sein. 

 

Ja und hattest du auch ein Handy dabei, dass du dann irgendwie abends mit dem gesprochen hast? 

 

Ich habe ein Handy dabei und ich versuche mich tatsächlich nur mit meinem Mann auszutauschen. Also mit Stephanie telefoniere ich auch. Ja, die freut sich dann auch, wenn ich tatsächlich anrufe, wenn ich mal eine Stimme habe. Aber ich spreche tatsächlich morgens, bevor ich starte mit meinem Mann. Meist, wenn ich die Herberge verlassen habe, rufe ich ihn an, weil ich dann weiß Aha, jetzt ist die Zeit, wo er dann alleine im Wintergarten sitzt. Und dann tauschen wir uns aus. Oder ich gehe dann in die erste Bar und trinke einen Espresso. Und dann haben wir sozusagen da diese Gemeinsamkeit. Das ist mir ganz wichtig. Und ich weiß, das ist, glaube ich, auch. Ganz wichtig ist, dass er mich dann hört und wenn ich angekommen bin, ja, also er sieht mich ja. Inzwischen sind die Handys ja so, dass man weiß, wo der andere ist. Und ich habe auch die Ortungsfunktion ein, dass meine Familie sieht Aha, aber mir geht noch. Und jetzt ist Mami angekommen. Genau. Aber dann rufe ich ihn an, das ist. Das brauche ich dann auch einfach. Das ist für mich so, ich höre ihn und auch ich weiß, dass er weiß, dass es mir gut geht. Und ich hatte tatsächlich, wenn ich das erzählen darf, auf meinem allerersten Camino Heimweh. Ich hatte wirklich, ungelogen bis zu dem Zeitpunkt noch nie Heimweh in meinem Leben. Ich war immer im Schullandheim, Ich war immer unterwegs, auch mit den Handballmannschaft. Ich hatte nie Heimweh in meinem Leben. Aber gerade was? Das Heimweh. Da hatte ich am achten oder neunten Tag so ein Heimweh, dass ich mittags meinen Mann angerufen habe, mitten im Unterricht, und gesagt Markus, ich, ich, ich fliege jetzt nach Hause. Ich habe so ein Heimweh und habe mich dann beruhigt. Und Christina und Hm, nein, warte mal da und das geht wieder vorbei. Und dann muss ich erzählen, wenn Markus mit seiner Klasse auf Klassenreise fährt. Dann hat er immer Heimweh. Tropfen dabei. Dann macht er so ein kleines Fläschchen aus Wasser. Dann macht er so ein ABC, so ein SOS Ding, klebt dann drauf und sagt dann ein Kind Heimweh habe ich gebe dir mal Heimweh. Tropfen. Und dann sagte ich zu ihm Denn meine Heimweh tropfen. Ich habe gar keine Heimweh. Genau so! Und ich bin dann geblieben. Und dann merkte ich auch das war der Zeitpunkt, wo ich, wo ich mein Thema hatte und mein Thema verstanden hatte. Und dann konnte ich auch weitergehen. Und seit dem zweiten Camino bekomme ich von meinem Mann Heimweh Tropfen mit. Ich habe immer ein Fläschchen Heimwehtropfen dabei, habe sie nicht mehr gebraucht. Ich muss dazu sagen, er hat mir Schnaps eingefüllt. Das weiß ich jetzt, weil ich habe es danach dann auch mal aufgemacht. Ich muss mal gucken, was da so ist, als ich zu Hause war. Genau. Also, ich kriege das Heimweh. Aber das war auch so ein ganz spannender Moment, dachte Boah, wie krass ist das. Und dann eben zu wissen, okay, dieses Heimweh, dieses Ganze, diese ganze, diese ganz besondere Moment und dann zu verstehen. Aber es ist gerade mein Thema. Das ist verrückt. Auf jeden Fall macht es auf jeden Fall Lust auf den Jakobsweg. Definitiv. Kann ich sehr empfehlen. 

 

Ja, wie schön. Bevor wir enden, würde ich dir gerne noch eine Frage stellen. Und zwar Was war der beste Tipp, den du jemals bekommen hast? 

 

Ja, weiß ich sofort. Meine Großmutter Marie, weil ich. Ein ganz besonderes Verhältnis habe ich schnell großgezogen. Sie hat mich großgezogen. Und die hat immer zu mir gesagt: Sissi, bleib bei dir, bleib bei dir. Und ich habe das als Kind ja nie verstanden. Und das wird ja immer erst im Nachgang. Macht das Sinn? Und das ist so ein Satz. Sissi bleibt bei dir. Ja, war bei dir. Und heute würde ich das auch sagen. Ja, ich möchte mir immer noch ins Gesicht schauen können. Genau. Ich möchte auf mein Herz hören können. Aber sie war diejenige, die das mir zum Ersten Mal gesagt hat. Bleib bei dir. Mhm. Schön. Und es ist auch wieder zum Anfang. Du hast auch gesagt, der Jüngere Ich bleib bei dir. Hör auf dein Herz. Ich war ich. Keine Ahnung. Ich war jung, als sie das zu mir sagte. Ja. Hm. 

 

Schön. Aber das ist doch ein tolles Ende. Vielen Dank. Bleib bei dir. Ja, Ja, genau. Ja, genau. Es ist schön. Ja, das schließt den Kreis. Ja, wirklich? J

 

Liebe Christina, ich bedanke mich ganz doll. 

Ja, sehr gern. Das ist wunderbar. Vielen Dank. Es war sehr schön. Ja, mein erster Podcast. Ja. Und dann bei Marie. Ja. Danke schön. 

 

Das war mein Gespräch mit der wundervollen Christina Linke. Alle Infos über sie und über die Brainboxx findest du in den Shownotes unter dieser Folge. Zusätzlich findest du in den Shownotes alle Links zu meinem Profil, Instagram etc. Und wenn dir diese Folge gefallen hat, folge mir gerne. Lass fünf Sterne da, damit noch andere den Podcast entdecken können. Alles Liebe und bis zur nächsten Folge. Ich freue mich über dich.