die weichen stellen. Ein Podcast zum Echtsein.
Und ein Podcast über Mut.
Mut, reinzuspüren und hinzuschauen, Mut, Dinge anders zu machen, Mut, neue Wege zu gehen.
Ich spreche vor allem mit Frauen, die Entscheidungen getroffen und ihr Leben auf eine andere Weise, ihre eigene Weise gestaltet haben.
Sie erzählen von Neuanfängen, Zweifeln, Verletzlichkeit und Momenten, die sie wachsen ließen.
Dieser Podcast ist für alle, die sich inspirieren lassen möchten, weil sie spüren, dass da noch mehr ist.
die weichen stellen. Ein Podcast zum Echtsein.
"Wir reisen dem Licht hinterher." Ein Gespräch mit Josefine Gauck
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In dieser Folge erlebst Du die wunderbare Josefine Gauck – Autorin, Weltreisende und Mutter einer Tochter, die mit einer Sehbehinderung geboren wurde.
Fine erzählt unter anderem von der Entscheidung, als Familie alles hinter sich zu lassen und auf Weltreise zu gehen, und davon, warum gerade die größten Unsicherheiten oft zu den wichtigsten Wendepunkten im Leben werden.
Sie spricht über Abschiede und Neubeginne, über Selbstzweifel, persönliche Entwicklung und die Frage, was passiert, wenn man aufhört, sein Leben nach den Erwartungen anderer auszurichten.
Ein inspirierendes Gespräch über Mut, Veränderung und die Freiheit, das eigene Leben immer wieder neu zu gestalten.
Viel Freude beim Zuhören!
Josefine auf Instagram:
https://www.instagram.com/josefinegauck/
Ihr Buch "Mal gucken" im Piper-Verlag:
https://www.piper.de/buecher/mal-gucken-isbn-978-3-89029-610-4
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Die Weichen stellen. Ein Podcast zum echt sein. Hey, wie schön, dass du da bist. In dieser Folge erlebst du die wunderbare Josefine Gauck - Autorin, Weltreisende und Mutter einer Tochter, die mit einer Sehbehinderung geboren wurde. Josefine erzählt unter anderem von der Entscheidung, als Familie alles hinter sich zu lassen und auf Weltreise zu gehen. Und davon, warum gerade die größten Unsicherheiten oft zu den wichtigsten Wendepunkten im Leben werden. Sie spricht über Abschiede und Neubeginn, über Selbstzweifel, persönliche Entwicklung und die Frage, was passiert, wenn man aufhört, sein Leben nach den Erwartungen anderer auszurichten. Ein inspirierendes Gespräch über Mut, Veränderung und die Freiheit, das eigene Leben immer wieder neu zu gestalten. Ganz viel Freude beim Zuhören. Hallo, liebe Fine. Hallo, liebe Marie! Ich freue mich ganz doll, dass du bei mir bist. Ich mich auch, vielen Dank für die Einladung. Die Frage, die du eben verdeckt gezogen hast, lautet: "Welche drei Sachen nimmst du mit auf eine einsame Insel? Oh Gott - was zum Schreiben auf jeden Fall. Ja, ich habe so was nicht. Was brauche ich denn? Auf was kannst du nicht verzichten? Na ja, also, wenn ich jetzt - Dann würde ich natürlich meine Familie mitnehmen. Aber das sind ja Menschen. Das darf man ja nicht, oder? Du darfst das. Ach so, Dann würde ich wohl meine meine Kinder mitnehmen und dann ja, irgendwas, damit man was Gutes zu essen machen kann. Ein Kühlschrank, der sich immer wieder füllt. Ja, das wäre gut. Okay. Cool. Was würdest du da schreiben? Das, was mir so in den Sinn kommt. Mhm. Ich merke das immer wieder und ich mache das auch oft viel zu wenig oder vernachlässige das, obwohl ich das immer so predige, dass man ja seine Routinen haben muss. Das mit dem Schreiben ja auch so eine Sache ist, die man so gut als Routine einbauen kann und die so ein cooles Tool ist, um irgendwie den Kopf frei zu kriegen. Da ich es jetzt aber beruflich ja auch mache oder gerade deshalb, müsste ich eigentlich viel mehr auch dieses Kopf frei schreiben machen. Irgendwie. Morgens erstmal so nach dem Aufwachen irgendwie fünf Minuten zu schreiben ist einfach immer gut. Ich bin leider auch ganz toll darin, diese Dinge ganz schnell wieder zu vernachlässigen. Aber ich weiß, dass ich, wenn ich nicht kreativ sein kann, dann merke ich das irgendwann meistens zu spät. Okay, ich merke einfach, dass ich unentspannt werde und meine Gelassenheit irgendwie weggeht. Und wenn ich merke, ich kann nicht mich diesen kreativen Zeiten irgendwie hingeben, dann spüre ich das einfach in meinem, in meiner mentalen Gesundheit. So krass. Wenn ich mir dafür keine Zeit nehmen kann und oder mir die Zeit nicht nehme. Und ich merke es leider immer viel zu spät. Also ich ich könnte das mal da auch mal etwas achtsamer werden mit mir. Aber ich finde das, was man also das Schreiben an sich, so ein Buch schreiben, ist ja auch kreativ, aber das hat dann ein Thema und ist dann so ein bisschen vorgegeben. Und wenn man einfach nur so drauflos schreibt, kommen ja manchmal ganz andere Sachen zum Vorschein. Ich würde gerne einmal schauen auf die verschiedenen Stationen, die du gemacht hast mit Ausbildung, Berufen, weil es ja ein paar waren. Vielleicht kannst du die einmal so chronologisch aufzählen und dann auch sagen, was du da für dich so mitgenommen hast jeweils. Ich bin einer dieser Menschen, die ganz viele Dinge begonnen hat und wieder abgebrochen hat. Und ich glaube mittlerweile zu wissen, warum das so ist oder war. Und das hat mich total belastet. Natürlich als junge Frau oder auch überhaupt, dass ich ständig Sachen angefangen habe und dann relativ schnell gemerkt habe so ne, bist du eigentlich nicht richtig. Wenn du sagst, du weißt jetzt den Grund. Ja, ich glaube schon, dass das so mit Neurodivergenz zu tun hat oder irgendwelchen Dingen, die. Also so Richtung ADHS und sowas. Also Menschen mit mit ADHS können ja ganz oft brennen, ja ganz oft und schnell für Dinge und verlieren dann aber ganz schnell auch das Interesse wieder daran. Das ist sowas, was ich bei mir dann rückblickend besser verstehe und jetzt auch gut damit umgehen kann, weil ich es weiß über mich und da milder drüber denken kann und damals mich das aber natürlich irgendwie ich das natürlich für mich als Scheitern jedes Mal sich angefühlt hat, obwohl ich auch viel oder auch erst später auch oft gehört habe. So, das war ja mutig von dir, dass du das abgebrochen hast oder so. Das habe ich dann eigentlich in dem Zeitpunkt nie so empfunden. Das war ja immer ein Scheitern und das war natürlich nicht so schön. Und kam dieses Scheitern, kam das eher so von außen, die Stimme oder schon von mir selbst, also irgendwie auch von außen natürlich hier und da mal, wobei jetzt meine Eltern da gar nicht so waren. Es sind eher andere Menschen gewesen, auch gar nicht groß, aber ich glaube am meisten von mir selbst. Oder wenn man sagen würde, von außen, dann eher so der gesamtgesellschaftliche Druck, der so herrscht. Oder halt, wenn man sich selbst vergleicht und sieht, was die anderen so machen. Und konntest du dieses Bild für dich jetzt ändern? Nicht mehr dieses Ich bin gescheitert. Konntest du das für dich vielleicht auch ein bisschen drehen? Ja, also jetzt auf jeden Fall. Ich habe da aber auch super viel dran gearbeitet, also an meinem Mindset dazu und wie gesagt, so viel über mich gelernt, dass ich damit eben heutzutage viel besser umgehen kann. Weil ich komme auch heute noch an den Punkt. Also ich kann ganz schnell irgendwie fünf Projekte und sagen okay, ja, machen wir, Komm. Los geht's. Ich kann damit jetzt irgendwie besser umgehen, dass das ich Dinge durchhalte oder eben über diesen Punkt hinausgehe ganz bewusst und merke, okay, jetzt komme ich an diesem Punkt, jetzt wird es gerade richtig mühsam und mein altes Ich würde jetzt wahrscheinlich aufhören. Aber ich habe dann mehr oder habe gelernt, das dann eben nicht zu machen, sondern dann eben auch mal durchzuziehen. Aber das ist gar kein Plädoyer dafür, dass man alles durchziehen muss. Gar nicht. Man muss auf jeden Fall die Sache finden, die für einen passt. Also, dass das habe ich schon gemerkt und ich das Problem ist bei mir, ich kann mir so viele Sachen vorstellen, auch jetzt noch. Ich könnte, ich würde am liebsten noch zehn weitere verschiedene Karrieren machen, in den unterschiedlichsten Berufsfeldern, weil ich auch denke, ich wäre in allem irgendwie auch echt gut. Ich kann mir das halt immer so gut vorstellen. Ich kann mich da sehr schnell irgendwie so ich, ich, ich lerne glaube ich auch sehr schnell und verstehe schnell irgendwie so wie was funktioniert, so Systeme oder Jobs oder so? Ich ich kann mich da schnell reinwuseln und dann so und deswegen kann ich mir glaube ich so viel vorstellen. Deswegen habe ich eben viel ausprobiert. Und ich war auf einer Schauspielschule, zum Beispiel nach dem Abitur wollte. Dann habe ich immer Medizin studieren und dann habe ich aber keinen Platz gekriegt und habe ich erst andere sagen, Ich habe ein Jahr Geografie studiert und dann kam aber Statistik, und das konnte ich gar nicht. So, Leute, das ist es nicht. Und dann habe ich auch eine Ausbildung angefangen, weil ich ja Medizin studieren wollte zur OP Schwester, also operationstechnische Assistentin und sowas und auch da irgendwie gemerkt Nee, ist es nicht. Da bin ich ins Ausland gegangen, wollte da studieren und so, dann habe ich mich als Stewardess bei Emirates beworben, habe da schon unterschrieben und wäre beinahe nach Dubai gezogen. Und dann habe ich meinen Studienplatz bekommen und dann bin ich im Medizinstudium gelandet. Und dann habe ich aber relativ früh geheiratet und Kinder gekriegt und habe das dann erstmal wieder unterbrochen, sozusagen. Und habe dann, als meine beiden Jungs zwei und vier waren, wieder angefangen und habe dann mit den Kindern weiter studiert. Und wie konntest du das unter einen Hut bringen? Mehr schlecht als recht. Aber es hat funktioniert. So gut, dass wir Ja gesagt haben. Dann kriegen wir noch ein drittes Kind. Und dann habe ich gemerkt Nee, also das funktioniert jetzt nicht mehr. Unsere Tochter kam ja mit einer degenerativen Erkrankung der Augen zur Welt, wo es einfach sehr lange gedauert hat, bis wir eine Diagnose hatten und es bis dann feststand, dass sie also eben ein Inklusionsplatz in einer Kita braucht. Und wenn ich den Kindergarten nehmen könnte, mir überlegt hat, das war dann alles, wurde dann alles so groß, obwohl es jetzt nicht schlimm war, aber organisatorisch und einfach das, was so an wie sagt man ja so schön an der Mental Load, die hat sich dann eben kam nicht nur ein drittes Kind dazu, sondern eben auch so viel mehr. Das hat einfach war einfach. Dann der Punkt, wo ich gesagt habe, ich muss hier mal den Reality Check machen und schauen, wem werde ich hier eigentlich gerecht? Werde ich dem Studium gerecht? Werde ich der Familie gerecht? Und ich war mit beidem unzufrieden mit meiner Performance und dementsprechend habe ich mich dann dazu entschieden, das eben dann abzubrechen und konnte aber immer sehr schwer aushalten, nichts zu machen. Also ganz schwer. Also ich bin super gerne Mutter und ich glaube, das ist so eine. Ich habe mir auch schon damals gedacht das ist bestimmt was, wenn ich eine alte, runzlige Oma bin, wo ich sage Meine Güte, warum hast du dich so gestresst? Aber ich konnte eben dieses nur Mutter sein. Habe ich gemacht, eine Zeit lang und weiß aber, dass mir immer was gefehlt hat. Und da auch wieder zurück zur Kreativität. Ich glaube, wenn ich da mehr hätte kreativ sein können oder mir das erlaubt hätte oder mir die Zeit genommen hätte, wäre das vielleicht auch eine ausreichende Ausgleich gewesen. Aber so hat es mir nicht gereicht. Und ich habe dann eben Ausbildung zu Yoga und Atemlehrerin gemacht und und dann kam die Pandemie und dann sind wir weggegangen auf Weltreise. Und dann habe ich ein Buch geschrieben. Vergiss bitte den. War das nicht Bestatter? Genau. Ich habe eine. Ja, stimmt. Ich habe eine Berufsberatung für Mütter gemacht. Eine sehr intensive. Das war toll. Und das sage ich so skurril, weil ja am Ende des Tages irgendwie so rauskam. So, wir haben uns jetzt überlegt, was wirklich gut zu Ihnen passen würde, wäre Bestatterin. Ich habe mich noch nie mit dem ganzen Berufsfeld, mit dem Beruf überhaupt, es war keiner gestorben, lange Zeit bei uns irgendwie auseinandergesetzt oder setzen müssen und war erstmal echt geschockt. Und wie kamen sie da drauf? Weil es wirklich, also ein Beruf ist, wo du so viele tolle Sachen vereinen kannst, die ich glaube ich auch ganz gut kann. Also du hast, wo du mit Menschen umgehen musst, wo du irgendwie aber ja auch Hilfe, Hilfe bist für die Menschen, wo du so einen unfassbaren guten Einfluss auf diese Leute in diesen Situationen haben kannst und so gut für die da sein kannst, wenn du das gut machst. Und dadurch bekommst du ja auch wahnsinnig viel zurück von diesen Menschen. Also eigentlich ein total schönes Ja für einen Beruf, ein sehr schönes Geben und Nehmen eigentlich. Und dann aber auch Organisatorisches. Und natürlich auch irgendwie ein bisschen skurril und irgendwie etwas, was nicht alle Menschen machen und sich mit toten Körpern auseinandersetzen und beschäftigen und die zu versorgen. Und so ist ja auch etwas, was jetzt nicht unbedingt jeder machen möchte. Ja, und abgesehen davon einen Beruf und ein Berufsfeld, was wo glaube ich, wahnsinnig viel Potenzial drin ist, weil einfach ganz viele Menschen nicht mehr diese traditionellen. Feiern haben wollen. Bestattungen. Viele treten aus der Kirche aus. Es ist eben gar nicht mehr diese Beerdigung in der Kirche, sondern es braucht irgendwie Trauerredner und Menschen, die das begleiten und nicht alle schwarz angezogen und Trauermiene, sondern eben ja dem Leben entsprechend und etwas anders und alternativer. Und so ein bisschen weg von den von diesen alten ausgetretenen Pfaden. Und ich glaube, da ist ganz viel Potenzial drin. Also auch, dass auch diese Idee ist noch nicht begraben. Also könnte ich auch noch machen. Ja, finde ich wirklich spannend. Toll, dass du es gemacht hast. Der ist natürlich krass. Es ist total krass. Man muss das auf jeden Fall abkönnen Ich habe aber auch eine Ausbildung gemacht, so zur Notfallseelsorger und so, also man muss da schon so ein paar Sachen, glaube ich irgendwie lernen. Aber auf der anderen Seite ist es natürlich auch, wenn du ein Stück weit Lebenserfahrung hast, glaube ich auch. Und ein Mensch bist, der weiß, wie man mit Menschen umgeht, dann geht das schon auch. Aber ja, du hast eben auch täglich mit toten Menschen zu tun und mit ganz viel Traurigkeit und krassen Schicksalen, was aber auch dazu führt, dass du in deinem eigenen Leben natürlich viel, viel dankbarer bist und das viel mehr wertschätzt, weil du irgendwie abends nach Hause kommst zu deiner Familie. Die allen geht's gut und so! Das ist schon was. Was macht glaube ich sehr, sehr viel mit einem dieser Beruf. Ich habe auch gesehen, dass oder auch jetzt in der eigenen Familie, dass es eben auch Menschen gibt, die damit anders umgehen wollen. Und habe ich auch gerade letztens wieder eine Diskussion darüber geführt, auch zum Beispiel wie man die Kinder mit einbezieht in solche Situation, wenn jemand stirbt und dass das oft ferngehalten wurde von denen und so, und dass es da eben auch ganz andere Möglichkeiten gibt, die vielleicht ein bisschen gesünder sind, als wie man es jahrelang gemacht hat, weil auch Abschiednehmen einfach auch. Gefeiert werden kann oder das Leben dabei gefeiert werden kann, ist auch viel damit zu tun hat, dass man irgendwie auch begreift, dass dieser Mensch gestorben ist. Dass man das wirklich vielleicht auch spürt, dass man sich wirklich noch mal wieder diesen toten Körper auch noch mal anguckt und berührt. Da haben ja ganz viele Leute ganz starke Berührungsängste und das ist auch in Ordnung. Aber gerade bei Kindern und das klingt auch total krass. Aber gerade Kindern hilft das ja auch total, das zu begreifen, dass dieser Mensch eben jetzt nicht mehr da ist. Ja, und da gibt es immer dieses Argument Ja, ich will ihn in Erinnerung behalten, wie er war. Verstehe ich auch. Wenn jemand wirklich, nachdem er verstorben ist, ganz schrecklich aussieht, dann ist das bestimmt auch angebracht. Ja, da muss man natürlich irgendwie abwägen. Aber ich glaube, man kann das auch auf sehr natürliche Art und Weise so gestalten, dass man eben das auch begreifen kann und erleben kann, jemanden noch mal so zu verabschieden. Man kann da auch noch mal so viel lernen von den Kindern eigentlich, weil weil die damit eben viel intuitiver umgehen als wir, die da irgendwie Angst haben. Es ist einfach zu viel, zu viel Tabu, zu viel, was man da irgendwie so erlernt hat, erlernte Distanz und sich auch damit nicht beschäftigen zu wollen, das haben wir ja heute noch ganz viel, dass die Leute versterben und sie haben für nichts vorgesorgt. So was wird immer so ausgegrenzt, das gehört dazu. So ist es leider. Und natürlich ist es total tragisch und traurig, wenn es plötzlich und unerwartet passiert. Das ist natürlich klar und was anderes, als wenn jemand verstirbt irgendwie alt ist. Lass uns nun einen Schwenk machen und zu deiner Tochter kommen. Wann hast du das erste Mal erfahren, dass mit ihren Augen was nicht stimmt? Also die ist zur Welt gekommen und hatte dieses neugeborenen Schielen. Dieses Rumwackeln der Augen. Ich hatte ja nun schon zwei Kinder gehabt und bei denen ging es irgendwann weg und bei ihr eben nicht. Und wir stellten dann so fest, dass sie uns irgendwie gar nicht anguckte und immer nur so zum stärksten Reizlichtreiz so die Augen wanderten. Und er eben auf Hörreize reagierte. Und dann war ich, glaube ich als U4 oder so ist es mit drei Monaten, Ich weiß es nicht genau. Da hat die Ärztin ihren Check up gemacht und hat auch nichts gesagt. Und ich habe dann mal so abgewartet und am Ende war sie durch, meinte, ich soll sich noch mal die Augen angucken. Ich habe irgendwie das Gefühl, das ist irgendwie anders als bei den anderen. Daraufhin erst machte sie also ihre ihre Tests und wurde immer leiser und das dauerte immer länger. Also das könnte sie jetzt, da könnte sie jetzt gar nichts zu sagen. Da müsste ich mal direkt nebenan zum Augenarzt gehen. Da waren wir dann auch. Der war wirklich nebenan und der machte seine Tests und sagte Nee, also da müssten wir jetzt mal doch in die Uniklinik gehen. Und ja, dann war klar okay, es ist irgendwas und sie hat eben eins ihrer Symptome. Ist, dass ihre Augen so ganz stark hin und her wackeln sein muss, wie wenn man im Zug sitzt und aus dem Fenster schaut und die immer so hin und her flackern, die Augen. Und das ist eben ein Symptom, was alles mögliche sein kann. Also alles. Wenn du das googelst, dann steht da alles. Und dementsprechend musste eben ausgeschlossen werden, dass sie einen Hirntumor hat und solche ganzen Dinge. Und das stand halt im Raum, dass sowas da ist. Und dann waren wir aber in der Klinik und es wurde ein MRT gemacht und dabei wurden eben in Narkose dann auch die Augen vernünftig untersucht, was ja sonst bei so einem drei Monate alten Baby eben eher schwierig ist. Und es stellte sich dann eben raus und damals hieß es, dass sie eben wirklich blind ist und und daher kommt auch dieser Satz, den ich dann so gesagt habe, mit Erleichterung. Sie ist nur blind. Ein Satz, von dem man irgendwie nicht denkt, man würde den mal mit Erleichterung über eines seiner Kinder sagen, sondern es wäre eher etwas, was einem extremen Schicksalsschlag irgendwie nahe käme. Aber dadurch, dass so schlimme Dinge im Raum standen, war eben die Erleichterung irgendwie da. Darf ich zwischendurch fragen Wie bist du mit dieser Zeit davor, mit diesem Ich würde denken Schwebezustand. Wie bist du damit umgegangen? Mit den ganzen Ängsten und Sorgen? Gedanken? Das war natürlich nicht schön und der hielt dann auch noch länger, weil die richtige Diagnose hatten wir erst, als irgendwie eine Zeit war, aber als erstmal das Schlimmste ausgeschlossen war. Das war schon wirklich eine Erleichterung. Und der Schwebezustand, der ist total fies, also kann man nicht anders sagen. Also da irgendwie Klarheit zu haben ist absolut, ähm. Absolut wichtig finde ich, wenn sowas im Raum steht. Voll, weil du denkst echt okay, was passiert jetzt, wenn sie einen Hirntumor hat und Gott stirbt sie, muss sie operiert werden, keine Ahnung. So, also du malst dir ja alles ganz, ganz schlimm aus. Und dass das dann eben alles nicht war, das war schon gut. Ich muss aber auch sagen, sie ist ja unser drittes Kind und man ist ja auch gut abgelenkt durch die anderen beiden, die man schon hat. Und das ist, glaube ich, auch unser aller Glück gewesen, weil die anderen Kinder fordern ja so extrem, dass es normal weitergeht. Und das war ein Segen für uns, auch für unsere Tochter, weil wir eben sie daraufhin nicht so in Watte gepackt haben, sondern das irgendwie. Dafür war gar keine Kapazität. Ich glaube, wenn man das bei seinem ersten Kind hat, solche Dinge, dann ist man darauf doch wesentlich mehr fokussiert. Und dann kam dieser Satz Sie ist genau bei dir, die Erleichterung. Ja, richtig. Und dann wurde irgendwie festgestellt, dass sie eine Erkrankung der Netzhaut hat, Wobei wir dafür dann auch noch mal woanders hin mussten, nach Tübingen, in die Uniklinik, weil die dafür da die Spezialisten sind. Weil das eine sehr seltene Erkrankung ist. Und dadurch, dass das so selten ist, hat das dann auch relativ lange gedauert, bis sie das also genau gesagt haben. Und dann stellte sich aber heraus, dass sie ein bisschen was sehen kann. Und dieses bisschen was ist dann auch noch ein bisschen mehr geworden. Also jetzt sind wir so bei 7 % Sehkraft ungefähr. Und dabei wird es auch bleiben. Also mehr wird es jetzt nicht. Sondern im Gegenteil, die Ärzte sagen, dass es dann auch wieder weggehen wird. Ob und wann, kann man überhaupt nicht sagen, aber davon gehen die aus. Und was macht dieser Gedanke mit dir? Du? Der lässt sich großartig verdrängen. Also wenn man so dieses Kind erlebt, das im Alltag wirklich unfassbar ist, also die, wenn man die so erlebt, dann würde man das auch erstmal gar nicht so denken. Also die Menschen staunen auch wenn sie hören, die hat nur 7 % Sehkraft und total eingeschränktes Gesichtsfeld. Und das kann die so krass kompensieren. Also so im ganz normalen Alltag fällt es wenig auf. Eher so jetzt im Schulbetrieb natürlich. Das macht eine andere Herausforderung. Aber so grundsätzlich kommt das, findet das nicht so viel statt in meinen Gedanken. Eher so kurz bevor wir eine Untersuchung haben, dann wieder einmal im Jahr, weil das einfach auch ein schleichender Prozess sein würde, wenn das dann auf also weniger wird. Es ist nicht so, wo die morgens aufwacht und plötzlich nichts mehr sieht, sondern es ist dann eben so, dass die das selber meistens gar nicht merken, weil sie eben kompensieren. Und dann kommt es in den Untersuchungen dann raus, so ne, ist weniger geworden deswegen davor eher so, oder wenn sie dann mal total philosophisch unterwegs ist und irgendwelche Ängste äußert, was dann ab und zu mal passiert, aber nicht viel. Also eigentlich ist sie da total pragmatisch. Aber ab und zu kommt es dann eben doch mal durch und dann kriegst du schon Schreck und dann denkst du schon so scheiße. Wenn es soweit ist, weiß ich, das wird richtig hart. Das ist einfach so, das kann man sich glaube ich, auch nicht schönreden. So, und das kommt dann nochmal darauf an und was für ein Alter das passiert. Und wenn das jetzt irgendwie in der Pubertät passiert, dann weiß ich auch nicht. Das heißt, dass du ganz offen mit ihr über das Thema sprichst? Wir haben das eigentlich beide als Eltern gar nicht so zu ihr gesagt. So, hör mal zu. Du kannst jetzt übrigens irgendwann blind werden. So komplett, weil sie weiß ja, sie ist sehbehindert. Das ist gar nicht stattgefunden. Damit kam sie irgendwann selbst auf uns zu. Also ich weiß ja, ich kann ja ganz blind werden. Und ich hatte das jetzt erzählt. Das weiß ich. Natürlich kriegt die sehr viel mit in ihren Untersuchungen. Sie ist ja bei Untersuchungen beim Arzt dabei. Aber wir haben ihr das eben so konkret nicht gesagt, weil es ja auch nichts bringt, vor irgendwas Angst zu machen, von dem man gar nicht weiß, wann und in welcher Form das eintritt. Wenn das jetzt erst in 20 Jahren ist und bis dahin ist irgendwie ein Mittel erfunden worden, ja dann kommt es gar nicht dazu. Also warum einem Kind davor Angst machen? Was schon passieren muss oder was jetzt auch gerade von ganz alleine passiert ist, dass sie natürlich sich ihrem Unterschied bewusst wird zu anderen Kindern. Und das ist eigentlich was, wovor wir sie immer so ein bisschen nicht bewahrt haben, Aber was wir nicht so stark gelebt haben, also wir haben sie alles machen lassen wie alle anderen Kinder auch. Und haben da nicht einen Unterschied gemacht. Und das fällt natürlich jetzt in der Schule dann natürlich schon auf, wenn sie sich vergleicht, oder? Sie braucht dann eben Hilfsmittel und muss die Sachen größer haben oder andere Zettel oder hat so ein Lesegerät und sowas. Und das findet sie dann mitunter auch total nervig und doof. Da fällt es ihr natürlich auf und da ist es ihr bewusst. Aber das darf man ja auch nicht dann einfach sagen Nein, das ist nicht so schlimm, weil das ist nun mal ihr Leben jetzt. Und damit muss sie eben auch lernen umzugehen. Und das ist auf jeden Fall was, was auch ein Prozess ist für Sie, das zu lernen. Zum Beispiel ist sie ja auch nachtblind. Schon, also im Dunkeln und in der Dämmerung sieht sie nichts. Das heißt, in der Winterzeit kann sie eben auch nicht mit dem Fahrrad zur Schule fahren, was sie sonst machen kann, sondern muss bei mir auf dem Fahrrad fahren. Oder wir gehen zu Fuß. Dann muss sie eigentlich einen langen Stock benutzen. Den findet sie natürlich total ätzend. Also diesen blöden Stock schimpft sie da die ganze Zeit drauf rum. Aber es hilft ja nichts weiter. Es wird auf gar keinen Fall besser so, das muss sie eben lernen. Wo du das sagtest. Mit dieser Dunkelheit schwebt mir dieser Satz im Kopf rum. Wir reisen dem Licht hinterher. Mhm. Wie kam es dazu? Was sind da deine Gedanken dazu? Es ging da um die Route unserer Weltreise. Und wie gesagt, wir brauchen jetzt mal ein Jahr lang nur Sommer. Wir sind eine Familie, die hier wirklich immer sehr gelitten hat unter dem Hamburger Winter und der Dunkelheit und dieser Wolkendecke und wir gesagt haben Ne, also wir versuchen das so zu legen, dass wir einfach ein ganzes Jahr lang nur Sommer haben und eben auch Licht. Und das hat schon auch damit zu tun, dass man hier im Winter mit ihr wirklich auch einfach eingeschränkt ist. So, wenn es um vier dunkel ist, dann kann es halt draußen nichts mehr machen. Und morgens und so, das ist schon, das ist schon was, was dann einschränkt. Wenn ich so überlege, in Kopenhagen zum Beispiel gibt es beleuchtete Spielplätze hier nicht. Aber warum eigentlich nicht? Weil, Weil Kinder draußen nicht spielen im Winter oder wie? Also ich verstehe das immer nicht. Da gibt es richtig so Spielplätze, wo du, wo das auch nicht die ganze Zeit ist, sondern du kannst da sogar. Ich glaube, du kannst sogar hier so mit so einem, mit einer Münze dann die einfach irgendwie für eine halbe Stunde Licht anmachen oder so, ja, macht ja auch voll Sinn. Ja, warum kann man ab 4:00 Winter nicht mehr spielen lassen sein? Ja. Okay, Das heißt, ihr habt die Reise nicht nur für eure Tochter gemacht, sondern auch für euch, oder? Was waren die Hauptgründe für eure Reise? Als wir erfahren hatten, dass sie nicht ganz blind ist, sondern eben noch so ein sehr Fest hat, den sie aber möglicherweise irgendwann verlieren wird, haben wir damals so lapidar gesagt Ach Gott, eigentlich müssten wir eine Weltreise machen und ihr das alles noch mal zeigen, bevor es zu spät ist. Und das war aber so dahingesagt. Dann kam aber die Pandemie und wir haben das zum Anlass genommen, unser ganzes Leben irgendwie in Frage zu stellen. Und waren während der Pandemie zweimal für ein paar Wochen auf Teneriffa und haben da Homeschooling und Homeoffice gemacht und sind hier raus. Und das hat uns so unfassbar gut getan, dass wir gesagt haben, dass irgendwie müssen wir da anknüpfen, so irgendwie. Wenn uns das so gut getan hat, dann müssen wir da mal drüber nachdenken, ob das hier alles noch so sein soll, wenn wir unser Leben hier so führen und und was wir unseren Kindern beibringen wollen und wie wir leben wollen und wo wir leben wollen. Ich hatte das Gefühl, es ist noch so viel Potenzial da und wir sind irgendwie so stark in unserem Leben. Und soll es jetzt so zehn Jahre weitergehen? Also irgendwie. Ich war da sehr, hatte da einfach das Gefühl, noch mal raus zu müssen. So, und dann kam eben auch dieser Gedanke wieder, dass sie ja diese Erkrankung hat und dass man das vielleicht doch einfach wirklich machen sollte und das nicht nur so eine Schnapsidee ist, sondern dass ja wirklich eigentlich man vielleicht doch mal ernsthaft überlegen sollte. Und so kam das irgendwie so zusammen. Diese verschiedenen Gedanken und wir haben gesagt ja, gut, dann versuchen wir es halt und machen das einfach und machen aber auch wirklich ein Sabbatjahr. Also das war ja wirklich auch der erste Gedanke, dass wir eben nicht arbeiten, dass wir richtig so auf Pause drücken und nicht einfach nur irgendwie reisen und uns irgendwas angucken, sondern uns wirklich die Orte anschauen, wo wir überlegen könnten wir da wohnen und Land und Leute kennenlernen und das mal ausprobieren. Und das hat ist gut aufgegangen. Also es hat gut funktioniert. Und wie war das im Vorhinein, als sie noch überlegt habt, was hattet ihr da für Emotionen und Gedanken zu so einer großen Reise? Also Tausende auf allen Ebenen. Wir haben genau wie alle Menschen auch, die sagen Och, würde ich gerne, aber hatten wir auch unsere vielen, vielen Gründe, für die wir sagen würden. Deswegen geht das nicht. Deshalb Dafür müssen wir eine Lösung finden. Die gab es bei uns natürlich genauso. Und das haben wir Stück für Stück irgendwie so abgearbeitet. Aber ich muss auch sagen, innerlich, also ich hatte schon. Also wenn ich mir überlege, wie wir da, als wir in der Pandemie nach Teneriffa gegangen sind und es war wirklich eine Grauzone, also man durfte damals reisen, es war halt Home School und Homeoffice. Aber es hat natürlich auch keiner gesagt, wo man dieses Homeschooling Homeoffice machen soll. Viele sind ja so in Ferienhäuser irgendwo gefahren oder so und wir brauchten aber unbedingt diese Sonne und das Licht. Und wir haben das dann gemacht und trotzdem war es also so richtig erlaubt. Ich weiß, es war so eine Grauzone. Ich habe mir so einen Kopf gemacht. Woher? Ja, Wirklich. Unfassbar. Nächtelang wach gelegen und gedacht hat Können wir das machen? Können wir das machen? Die Kinder hatten ja auch Videokurs irgendwie. Und dann haben wir gedacht, wenn die dann den Pool im Hintergrund sehen und so, am Ende war es alles scheißegal. Es war wirklich so egal Und ich ging dann so danach dann als das war so eine so eine Hürde, wo ich gemerkt habe, wo hast du dir einen Kopf gemacht oder was, was hinterher nicht so egal war. Und das war ein totaler Switch bei mir, dass ich gesagt habe Ne, also wenn das, dann kann sie auch noch andere Sachen hinkriegen. Und deshalb war das ein bisschen abgemildert. Das war natürlich eigentlich größer, ein ganzes Jahr wegzugehen und auch das wir haben ja unser Haus gekündigt und so und wirklich die Zelte abgebrochen. Aber trotzdem war da viel mehr so Mut und Abenteuerlust drin. Und ich sage immer, wenn man diesen Schritt erstmal gegangen ist und die Entscheidung getroffen hat, dann ist da plötzlich, dann ist es wie so eine magische Grenze, die man überschreitet, weil plötzlich gehen noch viel mehr Sachen. Also am Anfang denkst du nach okay, gut, wir machen das jetzt so und plötzlich bist du auf der Reise und merkst, du hast diese ganzen Sachen so hinter dir gelassen, diese ganzen Blockaden im Kopf und Schranken und Hemmungen. Und dann fängst du an, so zu spinnen und zu träumen. Und auch hier in Kanada auch. Das können wir doch. Und hier und jenes. Und wieso leben wir nicht so und machen nicht die Jobs? Das ist so cool, weil weil man das ja gar nicht hinkriegt in seinem normalen Leben, unter dieser Glocke, der man so lebt. Ich glaube, da kommt man ganz schwer dazu, so zu träumen. Weil du so stark eingebunden und fest bist in deinen, in deinem Alltag. Und das ist eben auch das, was auf der Reise passiert ist. Sowohl im positiven Sinne, wie ich gerade beschrieben habe. Aber auch im Negativ würde ich nicht sagen, aber im anstrengenden Sinn. Weil du lässt diese ganzen Sachen hinter dir. Wir haben ja ganz bewusst gesagt, wir wollen unseren Alltag dann mal von uns selbst gestalten und nicht von diesen ganzen äußeren Faktoren. Und das musst du dann aber auch machen. Also selber Strukturen schaffen und den Alltag irgendwie regeln, wenn du dann irgendwo bist. Sie haben ja zu Haus und PZ und sowas gemacht und haben gearbeitet, Da hatten wir was zu tun. Aber wenn du dann mal so eine Phase hast, wo du in einem Haus bist und nur den Hund irgendwie dreimal am Tag um den Block führen musst und sonst hast du eigentlich nichts zu tun und da ist auch nicht so viel, was es sich anzugucken gibt oder so, dann hast du plötzlich so viel Zeit und so viel Raum, den du wolltest, weil das war ja das, was du gesagt hast, was du willst, aber der macht dann ganz viel. Platz und Raum frei für Dinge, die so hochkommen, die du sonst eben im Alltag ganz viel weggedrückt hast. Und Pflaster drüber und so betäubt mit irgendwas. Das kennen wir ja alle. Aber plötzlich ist das nicht mehr möglich. Und du kannst dich dagegen nicht mehr wehren. Dass du dich dann doch mit den Themen auseinandersetzen muss, die da so an die Oberfläche kommen. Und das ist natürlich ein Prozess und anstrengend und so, aber am Ende natürlich auch gut. Aber auch das kann passieren, wenn man solche Dinge tut, seine sein gewohntes Leben verlässt. Und wie bist du damit umgegangen, wenn dann so Sachen hochkam? Es war auch mal auf der Reise, wo ich so eine Krise von mir, die ich da hatte und wo ich dann gesagt habe Was bist du hier? Andere Leute und ich bin leiden dafür jetzt hier oder tun das auch mit deinen Kindern irgendwo sonst so auf der Welt unterwegs zu sein und Zeit und Raum zu haben, Dinge zu tun. Und du jammerst hier rum, weil Dinge hochkommen. Das muss man erstmal beobachten und auch benennen können. Das geht ja meistens in der Situation eher schlecht. Wenn man gut ist im Meditieren, dann vielleicht besser. Also ich brauchte da auf jeden Fall Begleitung. Ja, mir ging es wirklich, wirklich so krisenmäßig und so alles in Frage gestellt. Also die Reise auch ein Stück weit. Wobei ich da immer schnell wieder zurückgekommen bin in das eigentliche warum wir das machen, aber auch so Beziehung und eigene Entwicklung und sowas, ne? Dann hat mein Mann gesagt, ich müsste dazu zu Tony Robbins gehen, zum Coaching, wo er Jahre vorher mal so ein Coaching mitgemacht hat. Und wir waren dann gerade in Amerika und er hatte dann zu der Zeit so ein sechsTägiges Ding und ich habe erst gedacht Ach nee, kannst du nicht machen. Der Typ, der ist so krass und das ist überhaupt nicht meins und total drüber und Amimäßig, hat er gesagt: "Komm, du hast nichts zu verlieren. Ich glaube, bis zum dritten Tag kriegst du noch das ganze Geld zurück, wenn es dir nicht gefällt." Das ist wirklich so, ist echt fair. Und dann habe ich gesagt, okay, dann mache ich das jetzt. Und das war für mich mein ganz persönliches Ding auf dieser Reise, wo ich gesagt habe, das war echt ein Gamechanger für mich. So, das war krass. Ich habe schon vorher Therapien gemacht und Coaching und so, aber das war eine so intensive, krasse Sache und hat so viele blöde Limitierende, Glaubenssätze und Einstellungen zu meinem eigenen Leben und Denkweisen und so durchgerüttelt Das war echt goldwert für mich. Ja, jetzt nicht in Bezug auf die Reise, sondern einfach in Bezug auf mein Leben. So, ich hätte ohne. Wenn ich da bei diesem Event nicht gewesen wäre, hätte ich dieses Buch nicht geschrieben. Ja, wenn du dich wirklich mal sechs Tage so intensiv mit dir selbst beschäftigst, ohne Ablenkung, wer macht das denn schon? Wann macht man das dann schon mal? Wirklich ohne Ablenkung? Das ist 16 Stunden am Tag. Also du bist wirklich durchgekocht am Ende. Du schläfst kaum, bist die ganze Zeit in diesem und diesem Veranstaltungsort und gehst diese Prozesse durch, einzeln oder in einer Gruppe mit 1000 Leuten. Oh, krass. Und du denkst echt so, ey. Wie soll das funktionieren? So, du hast aber dann auch Kleingruppen von 20 Leuten und hast jeder auch noch so einen einzelnen Coach. Aber du hast eben auch diesen ganz vielen Input. Und dieser Tony Robbins ich ich weiß, es ist kritisch und ich kann das auch total verstehen, warum Leute da irgendwie misstrauisch sind. Aber wenn man sich auf sowas einlassen kann, dann kann das wirklich unfassbar viel bewirken. Und er macht ja die ganze Zeit auch so Interventionen live mit den Leuten dort. Und das ist krass, weil bei jeder einzelnen Sache, die du da mit hörst und mit erlebst, ziehst du auch irgendwas für dich raus. Auch wenn es fremde Leute mit anderen Themen sind. Irgendwas ist immer dabei und macht auch was mit dir. Du kommst wirklich und das glaube ich auch sehr. Du musst da so durchgekocht, weil ich sage auch immer, das ist Gehirnwäsche. Aber nicht im negativen Sinne, sondern in deinem Gehirn ist super viel Scheiße, die da rausgewaschen werden muss. Das ist einfach so, so viele Dinge, die du dir irgendwie angeeignet hast, aus irgendwelchen Schutzmechanismen oder was weiß ich. Kindheitstraumata. Keine Ahnung, die irgendwie so in die verankert sind und mit denen du täglich durchs Leben gehst. Du dich von 1000 Dingen abhalten und du weißt es gar nicht, weil es so im Unterbewusstsein passiert. Und dann wirst du da durchgekocht und das muss auch so sein, weil am Ende bist du erschöpft und so, aber dann passiert halt das, dann kommt das hoch, was dich da, was dich beeinträchtigt hat. Tony Robbins sagt, glaube ich immer, bevor du zuhörst, kommt die große Verwirrung. Und so ist es auch. Du sitzt da und dann kommt er. So, und jetzt schreibt er das auf zu der Frage. Denkst du so? Okay, alle schreiben und ich nicht. Hä? Ich habe da nichts. Bei mir gibt es da nichts. Keine Ahnung, weiß ich nicht. Kommst du? Kein Stress. Ja. Denkst du was? Und? Und plötzlich So. Ja. Okay. Alles klar. Und schreibst los. Und das ist einfach krass. So. Und das passiert halt nicht, wenn du dich morgens um zehn frisch geduscht mit deinem Kaffee am Schreibtisch setzt und denkst So was muss ich denn jetzt mal ändern in meinem Leben? So läuft es halt einfach nicht. Da kommst du nicht an die Ursuppe, daran, die bei dir rumschwimmt und dich da beeinträchtigt. Erstmal rauszufinden, was es ist und es dann eben neu zu formulieren. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es auch daran liegt, dieses dass du schon diese Vorzeit hattest, wo du da einfach saß und wirklich keine Ablenkung hattest und schon in eine Art Loch gefallen bist. Also das schon hier natürlich Im Alltag hast du die ganzen Ablenkungen und deine To dos und sowas und du bist ja schon ganz anders dahin gegangen. Und das ist wahrscheinlich auch, könnte ich mir vorstellen, ein großer Grund. Das glaube ich auch. Ja, also das war schon der richtige Zeitpunkt dafür. Der, der für mich kam. Und inwiefern hat es dich verändert? Wie ich ja vorhin erzählt habe. Diese ganzen Dinge, die ich abgebrochen habe und nicht beendet habe, hat natürlich wahnsinnig viel mit meinem Selbstwert gemacht und mit meinem Glauben, was ich kann und was ich nicht kann. Und ich hatte ganz tief verankert, dass ich Dinge einfach nicht kann, so dass ich nicht fähig dafür zu bin. Irgendwie. Ich habe mich gewundert, wie andere Menschen Dinge können und warum ich das nicht kann. Das war einfach was, was ich so in mir hatte. Ich bin teilweise in neue Sachen reingegangen, klar mit Euphorie und so, aber trotzdem oft mit dem Gedanken so Ja, also zu Ende machen wirst du es eh nicht. Schon von vornherein. Einfach nicht, weil ich nicht will, sondern weil ich nicht kann. Das war einer der stärksten Gedanken, die ich so hatte, die mich so davon abgehalten haben. Und was ich auch total spannend fand, war, dass einen immer so eine Frage begleitet, die man, die man sich so selber so stellt, oft im Leben. So eine primäre Frage, die so über allem schwebt. Das war auch so ein Moment, wo ich dachte, also sowas habe ich nicht. So eine Frage kenne ich nicht. Und irgendwann kommst du darauf und denkst Krass, stimmt so was. Sowas ist das. Und das kann ich ja erzählen. Das war bei mir zu dem Zeitpunkt. Die Frage Warum ist immer alles so anstrengend? Und wenn du das rausgefunden hast, dass das eine Frage ist, die dich eigentlich täglich begleitet Warum ist eigentlich immer alles so anstrengend? Ja, wie soll es denn dann leicht werden? Weißt du, wenn das. Wenn das so denn deine Grundeinstellung dazu ist. Und wenn du das dann überschreibst mit einer neuen Frage, die du dir stellst. Einer, der eben an der du irgendwie wachsen kannst und an der du das so ein bisschen drehen kannst ins Positive. Dann kann das echt Wunder bewirken. Und was ist denn eine neue Frage? Also das ist ja ein Lebensabschnitt gewesen. Das kann sich ja immer auch ändern. Also solche Prozesse sollte man ja sowieso alles regelmäßig machen, klar. Und damals war es dann ja so sinngemäß sowas wie Wie kann ich noch mehr wachsen? Mhm. Und da ging es so ein bisschen darum zu erkennen, was ich alles eben kann und dass ich mich da nicht so klein zu machen. Ja, was ich kann, das zu erkennen. Bewusst darüber zu werden. Und wie hat sich das angefühlt für dich? Ja. Krass. Wenn man sein Leben lang sich gesagt hat Ich kann das nicht. Und du plötzlich dir Gedanken darüber machst, was du eigentlich alles kannst und dir das mal bewusst machst. Oder andere Leute, die das auch sagen, das hilft ja auch. Sich mal mit dir hinsetzen und sagen Ach ja, du kannst gar nichts. Bist du sicher? Und du das so verinnerlichst? Das ist natürlich schmerzhaft, auch weil du merkst, was ich alles verpasst dadurch. Was habe ich mir alles nicht zugetraut? Was hätte alles möglich sein können? Wo könnte ich jetzt schon sein, wenn ich diese Gedanken nicht die letzten 20 Jahre gehabt hätte? Das finde ich so krass. Das finde ich, muss man sich auch immer wieder fragen, wenn man jetzt ist, wo bin ich in zehn Jahren, wenn ich so weitermache wie jetzt mit dem Mindset? Wenn ich jetzt das immer weiter so denke, weil ich habe jetzt auch natürlich wieder gerne irgendwelche Dinge, wo ich sage, hält mich von irgendwas ab. Und dann frage ich mich okay, und dann, wenn ich das jetzt weiter abhält oder überleg mal, was ist denn, wenn es dich nicht abhält? Wo könntest du dann in zehn Jahren sein? Damit oder in fünf oder in zwei? Keine Ahnung. Das ist eben immer so die Frage Was verlierst du oder was verpasst du, wenn du so weitermachst, wie du gerade machst? Weil du, wenn du doch eigentlich weißt, dass es nicht gut ist? Dieses Buch zum Beispiel. Also ich habe schon immer irgendwie so geschrieben für mich. Und dann habe ich diesen Blog geschrieben, damals über die Diagnose unserer Tochter. Einfach weil ich gemerkt habe, dass die Menschen so Berührungsängste hatten und nicht sich getraut haben zu fragen und so, und ich hatte das aber gar nicht. Ich habe da kein Problem mit gehabt, darüber zu sprechen und habe dann gedacht Na gut, dann schreibe ich einfach drüber, dann wissen die Leute, was los ist und habe da irgendwie auch immer gutes Feedback bekommen und gemerkt okay, die Leute interessiert das, was ich schreibe. So. So hatte sich das dann entwickelt. Und dass ich dann wirklich ein Buch schreibe und das zu Ende schreibe. Das war natürlich für mich etwas, was ich daneben konnte, weil ich diese blöden, limitierenden Glaubenssätze eben ablegen konnte. Es ist so schön, weil du ja relativ am Anfang gesagt hast Ich möchte noch so viel machen, weil ich kann so viel, weil ja toll. Und ich weiß, ich hatte das als Kind schon so, wenn ich irgendwas Neues machen musste oder irgendein Lehrer keine Ahnung im Sportunterricht gesagt hatte Hier springen wir da hoch. Das, was ich immer gesagt Nee, das kann ich nicht, das kann ich nicht. Oder beim Musikunterricht lernen oder Instrument, das kann ich nicht. Doch, Mach mal! Ja, Nee, kann ich nicht. Ich versuche es doch mal so, Also ich war immer so, ne, kann ich nicht, Kind. Weißt du, woher das kommt? Es ist, glaube ich, eine Mischung aus Prägung. Und ja, wir haben das ja oft, dass man diese Mini-Traumata, die man eigentlich gar nicht als Traumata bezeichnen würde, irgendwie aus der Kindheit, weil es einfach nur irgendein Satz war oder so einer zu einem gesagt hat und du weißt gar nicht. Und das ist dann kann ja sowas sein. Wobei ich aber auch daran glaube, dass man auch durchaus. Also ich bin ja so Energie und so, das gibt es und das ist ein Ding. Und wenn man da vielleicht schon mal vorher irgendwo in einem anderen Leben was erlebt hat, dann kann man das durchaus ins neue Leben mitnehmen. Es gibt ja auch diese vererbten Traumata. Ja, und ich glaube, das haben wir hier. Also das ist ja mittlerweile erforscht, glaube ich, auch diese ganze vererbte Kram. Das haben wir hier, glaube ich, in Deutschland einfach wahnsinnig viel. Die Dinge, die hier so passiert sind, dass jeder Familie eigentlich irgendwas mit sich trägt, das ist eine auflöst. Noch einmal zurück zu deinem Buch. Also, du hast gesagt, du hast schon immer gerne geschrieben und hast dann auch gemerkt, dass die Menschen das auch gerne lesen. Und wie kam es dann zu deinem Buch? Wir haben diese Weltreise gemacht und ich habe währenddessen schon mir Notizen gemacht, Tagebuch geschrieben und während der Weltreise waren wir dann irgendwann auf der Suche nach einem neuen Wohnort für uns, wo wir irgendwie als Familie glauben, dass es uns besser geht und unseren Kindern mit all ihren unterschiedlichen Bedürfnissen, was auch viel mit dem mit dem Schulthemen zu tun hatte und dem Schulsystem, was wir hier in Deutschland eben etwas kritisch sehen. Und wir haben uns dann auf der ganzen Welt Schulen angeschaut und haben am Ende ja dann beschlossen, dass wir Bali eine Chance geben und dort unsere Kinder auf einer internationalen Schule haben, die für uns irgendwie das Nonplusultra war. Eine internationale alternative progressive Schule, die einfach ein bisschen anders denkt und trotzdem aber anerkannt ist. Und hatten uns dazu entschieden. Dann eben dort das zweite Jahr oder zumindest das Ja. Also es war erstmal gesagt, wir bleiben jetzt hier ein Jahr und haben das so ein bisschen für uns als Sabbatjahr 2:00 null betitelt und haben gesagt okay, die Kinder sind in der Schule, aber wir können unseren eigenen Projekten nachgehen. Und das war bei mir eben dann, dass ich gesagt habe Gut, dann schreibe ich das jetzt richtig auf und mache dann ein Buch draus. Und das war mein mein Bali Projekt sozusagen, das ich auf Bali dieses Buch geschrieben habe und mir von dort aus auch eine Literaturagentur hier in Deutschland dann gesucht habe und mit den Verlag gesucht habe und so. Du hattest vorhin ja gesagt, dass es dir früher schwer gefallen ist, immer an einer Sache zu bleiben, dass du dann lieber aufgegeben hast und dass du Punkte hattest, wo du dachtest Oh, jetzt will ich nicht mehr. Und dann aber weitergemacht hast. Wie war es dann für dich also weiterzumachen und dann aber auch am Ende dieses fertige Projekt in den Händen zu halten? Eigentlich müsste ich jetzt ja sagen, war total toll, aber es gab dann wirklich viele Umstände in unserem ganzen Leben, dass die das so ein bisschen beeinträchtigt haben. Ich habe mich auch schnell wieder gerne ablenken lassen, mich gerne ablenken von Sachen. Unsere Kinder hatten dann ihre unterschiedlichen Herausforderungen auch auf Bali, um die ich mich dann auch dann natürlich gekümmert habe. Da bin ich aber dabei geblieben. Und dann habe ich aber habe ich mir eben diese Agentur gesucht. Und als ich die hatte, war es ja ein Auftrag. Und dann war es so, okay, ich muss das jetzt fertig machen, dass jetzt irgendwie ein Verlag leben wollen und so, und da war dann eben noch jemand Offizielles mit im Boot und das hat schon sehr geholfen, Also dass ich da wusste, okay, ich habe jetzt eigentlich irgendwie eine Deadline, das hat sehr was verändert, das war gut. Und das zu Ende fertig haben ist so eine Sache gewesen, weil wir dann schon wieder in Hamburg waren. Wir sind dann ja wirklich nur ein Jahr auf Bali geblieben, Teile von unserer Familie kürzer und ich mit den beiden Kleinen sozusagen. Ja, bis zum Ende des Jahres und dann wieder in Deutschland gewesen. Sich in unsere Familiensituation etwas verändert gehabt. Und es war alles in einem ganz anderen Setting, in dem ich dieses Buch zu Ende schreiben musste, was echt herausfordernd war. Einmal ganz kurz zur Erklärung. Inwieweit hat sich das verändert? Genau. Also mein Mann und ich, wir haben uns dann getrennt und sind dann sozusagen zurück nach Deutschland als getrenntes Paar. Das war natürlich irgendwie. Und dann über diese Reise zu schreiben, die man ja als Familie gemacht hat und da ist auch alles war also irgendwie ausgedacht. Das war ja damals so, das war natürlich herausfordernd und deswegen war dieses Beenden dieses Buches auch noch mal unter so ganz anderen Umständen und trotzdem natürlich. Also es ist immer ein bisschen surreal, also wirklich zu sagen So, jetzt ist es fertig. Man stellt sich das ja immer so romantisch vor. So abschicken, Laptop zuklappen, so, fertig. Aber so ist es ja nicht, weil da kriegst du es noch mal zurück und dann korrigierst du wieder. So. Also es hat ja dann immer noch so ein so einen Rattenschwanz. Es war dann eher so, dass Buch dann wirklich in der Hand zu haben, sondern als es dann fertig gedruckt war. Das ist schon besonders. Es ist auch schön, wenn ich erlebe, dass Leute das lesen. Mir zurückmelden ganz viel. Ich kriege ganz viele Nachrichten, was das mit ihnen gemacht hat oder dass ich sie zu irgendwas inspiriert hätte. Oder ich habe ja Lesungen und da ist es auch immer so ganz toll, weil man die Leute ja persönlich trifft, das total schön ist, dann da in diesen Austausch zu gehen und zu hören, was die Leute dann so denken über das, was man geschrieben hat. Und das ist einfach total toll. Ich meine, das kennst du bestimmt auch, wenn man etwas macht und dabei denkt. Okay, es wäre schön, wenn das bei den Menschen, die das konsumieren, etwas auslöst und dann tut es das. Das ist ein schönes Gefühl. Toll. Und du hast das Buch geschrieben. Du schreibst jetzt ja an einem neuen Buch und bist ja auch auf Social Media und so und bist dadurch. Natürlich können die Leute über dich lesen. Also du bist sehr öffentlich. Wie ist das für dich, dass dir die Leute sozusagen so zugucken und vielleicht auch bewerten? Wie gehst du damit um? Alles, was ich im Buch geschrieben habe, ist ja sehr ehrlich. Und Dinge, die ich von mir persönlich preisgeben will. Trotzdem natürlich auch nicht alles. Es geht eben auch um meinen Mann, mein Exmann und meine Kinder. Da habe ich, natürlich muss ich da auch ein Stück weit die schützen, dass es gerade bei denen jetzt nicht in jede emotionale Krise da wie beschrieben ist, da jede Herausforderung. Ist klar. Was mich persönlich betrifft, merke ich einfach, dass ich damit gar kein Problem habe, das preiszugeben. Ich glaube, habe. Kerkeling hat mal gesagt, dass man, indem man diese Abgründe über sich selber teilt, mit Leuten, man so viel auslösen kann bei diesen Menschen allein dadurch, dass sie merken, es gibt andere, die das haben. Und indem man das teilt, dass das eigentlich nur dazu führt, dass es anderen auch damit besser geht. Und das ist ja was Schönes. Und ich finde, das ist irgendwie so ich. Also wir wissen doch alle, dass wir unsere Probleme haben. Und ich bin gar kein Fan davon, dass immer nur hinter verschlossenen Türen und hinter zugezogenen Vorhängen zu machen, sondern. Sondern eben irgendwie das auch zu teilen. Ich glaube so, also ich bin da einfach sehr authentisch, so glaube ich. Und ich habe nichts davon, wenn ich das verstecke und irgendwas darstelle, was ich nicht bin. Gar nichts. Und ich glaube auch nicht. Also das ist nicht mein Anspruch. Und ich bin jetzt auch niemand, der sagt, ich möchte jetzt alle Leute dazu inspirieren, irgendwas anders zu machen. Aber ich kriege einfach wahnsinnig nette Nachrichten dazu, wenn ich solche Dinge teile, dass ich denke ja dann schon, wenn einer schon sagt okay, hey, das hat was mit mir gemacht. Ja, cool, Danke, das freut mich. Dann ist ja gut, dann hat es sich gelohnt. Und das, was ich auf Social Media teile, ist ja tatsächlich so Die Menschen denken oft, sie wüssten dann alles über mein Leben. Aber es ist eigentlich kann es gerne verraten. Es ist nicht alles. Es ist wirklich sehr ausgewählte, wirklich Mini Schnipsel meines Lebens, die ich da preisgebe. Sehr ausgewählt und bewusst. Und da habe ich, ich kriege da also von fremden Leuten sowieso überhaupt keine. Keine Bewertung, die sie mir mitteilen. Das gar nicht. Also das mögen Sie alle gerne hinter Ihrem da hinter meinem Rücken machen, Das weiß ich aber nicht. Aber das interessiert mich ja nicht. Witzigerweise ja eher dann. Aus dem weiß ich, dass es aus dem Bekanntenkreis dann irgendwelche Leute oder die eigene Familie, das sind ja die größten Kritiker, das ist ja immer die Sache. Und wie gehst du damit um? Lass sie. Das ist ja das Ding. Weißt du wie viele? Das muss man sich ja auch immer fragen, wenn man solche Sachen macht, keine Ahnung, ein Buch schreiben, einen Podcast starten. Wie oft denkt man auch, Was sagen die anderen? Weiß nicht wer. Alle haben irgendeine Meinung dazu. Wie viel schneller und besser würde man werden, wenn man diese Meinung gar nicht wüsste oder sich damit überhaupt nicht auskenne? Wenn das kein Grund wäre, dass man aufgehalten wird. Wenn man wüsste. Es gibt niemanden, der das irgendwie scheiße findet, wären wir doch schon längst dabei. Das ist doch das Problem. Und das muss man doch so loswerden, weil es gibt ja immer jemanden, der es doof findet. Also das wissen wir doch auch mittlerweile. Irgendwen gibt es immer. Und hast du dir das antrainiert oder hattest du schon immer dieses, dass dir das egal war oder dass du es einfach so nicht angenommen hast? Ich glaube, ich habe schon immer so getan. Aber habe es dann doch eben zu Herzen genommen. Aber ich war schon auch eine rebellische Jugendliche. Ich. Ich habe mir die Haare abrasiert und gefärbt und son Kram. Und da haben die Leute auch gesagt mal geht's noch und das war mir egal. So ne, also das habe ich schon ausgelebt mittlerweile. Ich bin da auch nicht komplett frei von überhaupt nicht. Das ist auch etwas, was, was nicht immer einfach so geht. Das muss man auf jeden Fall auch. Da habe ich auch bessere Tage und schlechtere. So. Aber grundsätzlich ist es so mein Gedanke und also gerade in der Familie und so, also. Es ist. Ich meine, das haben mir die Ärzte schon gesagt, dass die Leute nichts anderes haben, nichts zu tun. Wenn sie darüber reden müssen, ist es ja. Muss man ja traurig sein und Mitleid mit haben. Klar will man auch, dass man irgendwie. Natürlich möchte ich, dass mein Buch erfolgreicher ist. Und natürlich möchte ich gemocht werden und so, das haben wir ja alle irgendwo auch. Ja, ich bin auch eitel und mache mich auch hübsch. Also das ist auch so, aber das mache ich auch natürlich für mich, aber klar. So, also da wäre jetzt auch Quatsch zu sagen, ich mag mich nicht irgendwie, ich schminke mich, weil. Weiß ich nicht. Also man will ja gefallen am Ende des Tages oder gefallen. Es geht ja meistens um Dazugehören. Irgendwo. Mhm. Das hat ja immer, glaube ich. Eigentlich steckt das eigentlich dahinter, irgendwo dazuzugehören. Ja. Und ich glaube, dann ist wichtig. Noch mal genau hinzugucken. Wo will ich denn dazugehören? Manchmal sind es so die Sachen, die wir so gewohnt sind. Und dann sich zu fragen Möchte ich da also jetzt wirklich dazugehören? Oder will ich vielleicht ganz woanders hingehören? Und das ist so ein bisschen das. Was wir stark erlebt haben, als wir aus unserer Bubble da rausgegangen sind, in der wir gelebt haben. Als wir auf die Weltreise gegangen sind, habe ich das auch so stark in Frage gestellt, habe dieses Leben und die Werte, die da so wichtig waren. Und dann war es so schön, auf dieser Reise zu sehen, durften wir in so viele andere Leben eintauchen. Ja, also wir haben ja auf Farmen gearbeitet und mit den Familien gelebt und so und es war jedes Mal so, das so richtig in dieses Leben eintauchen konntest und und und so sehr über den Tellerrand geschaut haben, dass sich da wirklich was verändert hat am Blick. So, und dann konntest du eben gucken. Da fand ich auch nicht immer alles toll, aber du konntest schauen Oh, das gucke ich mir ab, Das kann ich liegen lassen mit diesem Wissen und diesen Erlebnissen. Das ist aber eher unterbewusst passiert und das nicht so währenddessen. Also klar, auch okay. Das bewusst auch. Ja, wenn bestimmte Verhaltensweisen oder Erziehungssachen oder so gefallen haben, habe ich das natürlich mir gemerkt. Aber ganz vieles im Unterbewusst passiert auch auf dem Jahr, in dem Jahr auf Bali auch, weil und am meisten habe ich das gemerkt, als ich zurückgekommen bin. Ich war echt so, Ach ja, stimmt, die waren ja alle nicht weg, die haben das ja alle nicht erlebt. So und und und. Habe dann festgestellt, was ich eben alles, wie sich mein Blick so geweitet hat und verändert hat auf die Welt und auf mein Leben und und und. Wie ich so Dinge sehe und ich bin trotzdem aber happy hier. Also es ist jetzt nicht so, dass ich jetzt denke ach nee, und hier gehöre ich jetzt nicht mehr hin oder so gar nicht, sondern ist eher so wie bei Oh, wie schön ist Panama, das man dann irgendwie zurückkommt und merkt, das geht auch alles hier, Aber dafür muss man eben auch einmal weg sein. Und würdest du mit dem jetzigen Wissen diese Reise noch mal machen? Ja, klar. Und auch empfehlen. Ja, das war ja so ein bisschen bei uns. Das Ding, dass wir irgendwie auf Weltreise gegangen sind. Und wir haben das total euphorisch erzählt. Und viele haben ja ganz skeptisch und kritisch reagiert im Bekanntenkreis und haben gesagt Wieso müsst ihr das jetzt machen, Was fehlt euch denn hier? Und so war wir ja. Dann haben wir gelernt Wir halten den Leuten den Spiegel vor, indem wir sagen Wir verlassen jetzt dieses Leben, weil das passt uns gerade nicht mehr, weil das. Die Leute bleiben ja in diesem Leben und müssen das irgendwie rechtfertigen, dass sie da bleiben und nicht gehen, was aber gar nicht unser Gedanke war oder unser Ansinnen. Das muss ja keiner rechtfertigen, das darf ja jeder für sich entscheiden. Aber das haben wir total unterschätzt, dass die Leute eben daraufhin in so eine Erklärungsnot kommen, warum sie denn nicht irgendwo hingehen. Dann sind wir da los und haben das alles groß gemacht. Und der Reise und dann nach Bali. Und dann sind wir zurückgekommen und waren getrennt. Und da haben wir uns natürlich schon anhören müssen von unseren Freunden und Bekannten irgendwie so, was ist das denn jetzt gewesen? Ich mache jetzt weiter, ein Jahr auf Weltreise, jetzt hat der ein Jahr auf Bali gelebt, jetzt kommt er zurück und sagt Getrennt ist der größte Scheiß überhaupt. Das hat sich ja überhaupt nicht gelohnt. Und dem muss ich widersprechen. Klar hätte es auch andere Outcomes geben können, die irgendwie besser schlechter kann ich wirklich gar nicht bewerten. Also man muss damit rechnen, dass Dinge passieren, mit denen man nicht gerechnet hat. Aber ich für mich kann sagen, dass diese Reise und dieses Jahr auf Bali wie so ein Katalysator funktioniert hat und wirklich an die Oberfläche schneller gebracht hat, was schon drunter war. Wir hätten womöglich in unserem alten Leben noch zehn Jahre so weiter dümpelt und dann wäre es vielleicht dann passiert. So fühlt es sich auf jeden Fall richtig an und gut. Und dementsprechend kann ich dazu keine Empfehlung aussprechen, die irgendwie heißen sollte Nee, nee, mach mal bloß nicht. Ich kann nur sagen, es muss jeder irgendwie für sich herausfinden und man muss sich da total drauf einlassen, dass sich Dinge anders entwickeln, als man sie geplant hat. Auch auf so reisebezogen. Wir hatten am Anfang auch andere Pläne und man muss flexibel bleiben und sich anpassen, gerade wenn Kinder dabei sind. Also die Kinder haben uns. Super krass widergespiegelt. Wie das so ist. Und die waren erst auch total auch total Feuer und Flamme und abenteuerlustig und hat gut funktioniert, gewöhnen sich aber auch wahnsinnig schnell an so einen Zustand des Reisens. Und das ist immer was Neues. Und das ist dann plötzlich Normalität. Also wir sind immer noch so krass, wir sind auf Weltreise und guck mal hier und guck mal da und die sind so okay, Das darf man eben nicht erwarten, dass da die ständige Dankbarkeit einem entgegen strömt. Das und dann haben sie aber auch so nach sieben, acht Monaten eben auch sehr, sehr deutlich gemacht, dass sie reisemüde sind und dass sie eben wieder Struktur wollen und und einen festen Wohnort und so, und das war auch so eine total gute Erkenntnis, die natürlich auch anstrengend war, weil du kannst jetzt nicht von jetzt auf gleich irgendwie alles erschaffen. Aber total wichtig für uns. Ich glaube, wenn wir zum Beispiel nur ein halbes Jahr unterwegs gewesen wären, hätte es vielleicht nicht gereicht, um zu dieser Erkenntnis zu kommen. Weißt du, die wir aber brauchten, so, wir brauchten das. Okay, jetzt. Wir brauchen wieder ein Haus. Wir brauchen wieder also ein Zuhause. Wir brauchen Struktur und Freunde für die Kinder und sowas Total wichtig gewesen. Also wir werden jetzt keine Familie gewesen, die noch fünf Jahre hätte weiterreisen können. Das machen ja auch einige. Das wäre es jetzt nicht. Und auch das ist eine Erkenntnis gewesen. So. Sag noch einmal, worum es in deinem zweiten Buch gehen wird. Um das Jahr auf Bali. Das ist auch lustig, jetzt gerade in Hamburg zu sitzen und sich da wieder rein zu träumen dieses Jahr. Und in diesem unfassbar anderes, anderes Leben. Was man da gefühlt hat, ist wirklich. Das kann man wirklich überhaupt nicht vergleichen. Wirklich? Also es ist einfach. Ja, Welten dazwischen. Und sag doch zu guter Letzt was war der beste Tipp, den du jemals bekommen hast im ganzen Leben? Was kommt dir da als allererstes? Nicht zu viel zu planen. Das kann man eigentlich auf alle Lebensbereiche ganz gut anwenden, glaube ich. Nicht so viel zu planen, weil weil der Raum dann verschwindet für Dinge, die noch mal so auftauchen können. Mögliche Dinge, die man verpassen könnte, sonst, wenn man schon zu sehr geplant hat. Tatsächlich war das ein Tipp, den wir für die Planung der Weltreise bekommen haben. Und ich finde aber, es passt auf alles. Und da ist es für uns total aufgegangen, weil wir haben ein bisschen was geplant, aber wir hatten eben auch Zeit und Raum für Dinge, die dann entstanden sind. Und die sind entstanden. So, und das waren tolle Erlebnisse und Ereignisse und Begegnungen vor allen Dingen, und das war ja dementsprechend ein sehr wertvoller Tipp. Toll! Ich fand es ganz toll mit dir, vielen Dank. Ganz toll mit dir. Danke dir. Das war mein Gespräch mit der wunderbaren Josefine Gauck. Alle Infos zu ihr und ihrem Buch findest du in den Shownotes. Und wenn du mehr über mein Coaching und meine Kunst erfahren möchtest, schau ebenfalls dort vorbei. Ich habe dir alle Links zusammengestellt. Und wenn dir diese Folge gefallen hat, folge mir gerne und lass fünf Sterne da, damit noch andere den Podcast entdecken können. Alles Gute und bis zur nächsten Folge. Ich freue mich über dich.