Plot & Purr - Zwischen Papier und Pfoten

Hauptsache es knallt - Spice, Schock, Spannung!

Mae Season 1 Episode 8

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 25:34

Send us Fan Mail

Spice auf jeder zweiten Seite, ein Plot-Twist jagt den nächsten - und den Buch-Katzen stellen sich die Ohren auf. Aber ist das eigentlich richtige Spannung oder nur ziemlich viel literarisches Gefauche um Nichts?

In dieser Folge fahren wir die Krallen aus und fragen, was beim Lesen wirklich an die Seiten fesselt. Wir sprechen über Spice als Verkaufsargument, Plot-Twists mit dem Holzhammer, den Unterschied zwischen Schockmoment und echter Spannung - und natürlich auch darüber, warum manchmal ein einziger Blick mehr knistert als fünf Chilischoten.

Wie viel Knall braucht ein gutes Buch am Ende wirklich? Wann ist ein Plot-Twist zum Mäusemelken? Und wann wäre ein bisschen weniger vielleicht sogar mehr?

Die Katzen haben ihr Urteil längst gefällt. Ob sie vor Begeisterung schnurren oder die Krallen wetzen? Findet es heraus ...

SPEAKER_00

Fürchen still und Ohren auf bei Plot ⁇ Pearl, deinem Podcast mit Schnurrfaktor. Da sind wir wieder mit einer neuen Folge. Es ist immer noch Sommer, es ist immer noch abartig heiß und hitzig ist auch unser heutiges Thema. Denn in unserer heutigen Folge geht es um gottlosen Spice, sich überschlagende Plottoists oder vielleicht auch einen Tick. Echte Spannung. Und ohne hier zu weit vorausgreifen zu wollen, kann ich jetzt schon sagen, in unserem Fall macht es einfach die Dosierung aus. Wenn es nur noch als reines Marketing-Tool dient, ist, egal was eigentlich, ein bisschen zu viel des Guten und bringt eventuell der Story gar nicht. Ein Buch kann fünf Chili-Schoten, drei Leichen und sieben Plot-Twists haben und trotzdem so spannend sein wie die Rückseite einer Müsliebhackung oder eine plattgetretene Plastiktüte im Straßengraben. Und wie ihr vielleicht schon raushören könnt, ist aktuell für unsere Hothakes eindeutig Drama Queen Mila zuständig, die hier jetzt auch schon die Pfoten hebt und freudig vor sich hin triffelt, denn es gibt ein Diskussionsthema und die liebt sie ganz besonders. Aber wenn wir die provokanten Catchphrases mal beiseite lassen, worum geht's denn heute eigentlich? Heute geht es um den gottlosen Zweiß und Romance und auch den Fall Romantasy. Ist Sex Zelfs mittlerweile tatsächlich das einzige Kaufargument oder auch Verkaufargument? Ist es wie in den 80ern, wo genau dieser Part eigentlich seine Hochzeit hatte? Oder haben wir uns vielleicht auch irgendwo anders hin entwickelt? Ich meine, das ist gut 40 Jahre her. Dazu kommen dann reißerische Plotwists, die sich dermaßen überschlagen, dass die teilweise einfach keinen Sinn mehr ergeben? Bei Thrillern Krimis und Co. Und gibt es eigentlich noch Fantasy ohne Romance-Anteil und ohne ausgedehnte Bettszenen, die je seltsamer und provokativer, desto besser sind? Wo ist denn eigentlich das Abenteuer selbst geblieben? Ist die klassische Heldenreise gestorben und echte Spannung irgendwo auf der Strecke liegen geblieben? Geht es wirklich nur noch um sexuelle Tension und dass jemand seine Körperteile auspackt? Verlieren wir uns hier vielleicht mehr und mehr im Konsum? Oder sind das einfach vollkommen gerechtfertigte Vorlieben, die momentan einfach sehr stark repräsentiert werden auf dem Buchmarkt? Zum Einstieg hierzu habe ich für euch eine kleine Anekdote von meinem Österreich-Urlaub, wo ich mit meiner besten Freundin sage und schreibe, drei Buchläden, ich glaube drei, vielleicht waren es sogar vier, abgegrast habe, wirklich intensiv durchsucht habe. Wir hatten ja Urlaub und dementsprechend Zeit. Und wir verzweifelt versucht haben, sowohl für meine beste Freundin als auch für Ilvi Bücher zu finden im Bereich Fantasy, in denen es nicht um Smut und Zweiß geht. Wir sind ziemlich erfolglos daraus gegangen, beziehungsweise Ilvi ist ja dann doch durchaus aufgeschlossen, auch mal Romance drin zu haben, wenn der Anteil nicht vorherrschend ist. Ich bin gespannt, wie sie ihre Bücher findet. Ich befürchte, dass es ihr zu Romance-Lastig sein wird. Mila beschwert sich gerade im Hintergrund, dass zu Romance-Lastic überhaupt nicht möglich ist, ja. Und dass die Vorlieben mancher Leute einfach ein bisschen seltsam sind. Ich muss aber tatsächlich sagen, es gibt eben Menschen, die weder Zweiß noch Smart noch irgendeine Form von Fokus auf Romance lesen wollen. Und dürfen die dann auch keine Fantasy mehr lesen, einfach weil das ausgestorben ist, beziehungsweise dürfen die dann nur noch 50 Jahre alte Fantasy lesen, wo dann eben das Ganze noch nicht so vorkommt, weil man damals noch ein bisschen verklemmter war. Ich frage bekanntlich für eine sehr enge Freundin, was bedeutet das jetzt eigentlich für meine Lesekatzen? Bedeutet das dann, dass Crossover-Lesen viel einfacher für sie geworden ist? Oder ist es vielleicht Hersey ausgeschlossen, weil dieser Genremix ihnen gar keinen Spaß macht? Damit sind wir dann auch schon mittendrin in unserer aktuellen Folge und starten natürlich mit dem Genre Romance. Vor allem stellt sich uns hier die Frage, wann ist problematisches Verhalten, vor allem von männlichen Bruters, so unfassbar sexy geworden? Wann hat sich Morally Grey verschoben zu Morally ziemlich black? Und seit wann geht es eigentlich mehr um Matratzensport und Anziehung als um die tatsächliche romantische Geschichte zwischen zwei Personen? Oder war das eigentlich schon immer nur, äh, eigentlich schon immer so und das ist jetzt einfach mehr in den Fokus gerückt, weil man aufgrund von Social Media viel mehr darüber hört? Oder kommen diese Themen einfach nur in TikToks und auf Instagram besonders reißerisch und cool rüber und werden deswegen breitgetreten. Beziehungsweise weil auch auf Social Media tatsächlich Chili-Schoten eine wichtige Bewertung abgeben, einen Kaufgrund sind. Und ja, wenn es nicht mindestens drei bis fünf von fünf Chili-Schoten erfüllt, ist ein Buch eigentlich schon in der Romance ein bisschen verloren oder im Abseits gelandet. Zumindest wirkt es bei Book Talk oft so. Außerdem werden auch immer mehr Stimmen laut, die sagen, dass Warnungen vor sensiblen Inhalten eigentlich mehr zur Shoppingliste mutiert sind. Denn wenn es genau, wenn es genau diese beliebten kassen Inhalte bedient, ist es eindeutig lesenswert. Wenn nicht, naja, muss man mal schauen. Genauso auch bei Tropes. Die Leute sind immer noch sehr gegen Spoiler. Witzigerweise sehen sie Tropes nicht als solche oder zumindest im Großen und Ganzen nehme ich das nicht so wahr. Milena zum Beispiel hasst es vorher, die Tropes zu erfahren, weil sie sich von der Geschichte ein bisschen überraschen lassen möchte. Sie möchte sich mitnehmen lassen. Sie möchte selbst entdecken, ob es ein Love Triangle ist, ob es Enemies to Lovers ist, ob es eine Only One Bad Scene gibt und so weiter und so fort. Im Gegensatz zu anderen, die quasi eigentlich nur noch bestimmte Tropes lesen oder bestimmte Tropes zumindest ausschließen. Und verwässert das nicht einfach irgendwie die Vielfalt, zeigt das nicht irgendwie, wie wenig entdeckungsfreudig man heutzutage noch ist? Ich meine, manchmal kann einen ja auch was, was man erstmal vielleicht ausgeschlossen hätte, positiv überraschen. Und nachdem Milena zwar sehr auf Wertgymnastik steht, ich aber tatsächlich nicht so, gibt es bei uns auch den immerwährenden Kampf bzw. Streit auf Sexszenen mittlerweile nicht ein bisschen Pflichtprogramm für manche AutorInnen auch geworden sind. Und ja, diese auch am besten möglichst einfallsreich, möglichst ungewöhnlich, möglichst abwechslungsreich sein sollen, wobei man da auch wieder darüber streiten kann, wie ungewöhnlich und abwechslungsreich genau sie dann tatsächlich sind. Oft sind sie da einfach nicht tief genug in der Materie drin, um zum Beispiel BDSM tatsächlich spannend zu gestalten und nicht für jemanden, der sich da schon ein bisschen bewanderter fühlt oder sich da vielleicht auch schon ein bisschen schlauer gemacht hat, vielleicht das selbst auch einfach auslebt. Ja, für den ist das dann wahrscheinlich so ein bisschen die klassische Form von Blümchenssex. Wie gesagt, Milena ist da auf der anderen Seite. Sie sagt, die weiß hier, dass du more fun. Ich persönlich sage, naja, aber ist das dann noch plottreibend? Und kann ich da wirklich ein Zeichen von Nähe zwischen den Protast sehen, die sich da langsam aufhaut oder auch schneller, von der sie vielleicht sogar ein bisschen überrumpelt werden. Und ja, hier stellt sich halt immer die Frage, steht man halt mehr so auf Tension, also sexuelle Spannung zwischen den ProtagonistInnen oder mag man es halt, wenn Körperteile ausgepackt werden und es einfach zur Sache geht. Mir persönlich, und da stimmen mir Ilvi und Juna wahrscheinlich zu, die ja jetzt auch nicht so draufstehen, ist es tatsächlich etwas zu vorherrschend geworden. Also es gibt einfach kaum noch ein Buch, wo es um tatsächliche Tension geht, wo es eben nicht schon in Kapitel 3 irgendwie mal kurz ein bisschen in dem Pool ins Bett oder an sonstige Orte geht, wo man sich schon so ein bisschen austesten kann und schon mal so ein bisschen Vorgeschmack bekommt. Sondern ja, wo es einfach noch tatsächlich noch ganz klassisch ums näher kennenlernen geht, um dieses Spiel mit, oh, ich fühle mich hingezogen, aber es dauert noch ein bisschen, man muss sich ja erstmal ein bisschen näher kommen und vielleicht gibt es ja auch Dinge, die dagegen sprechen und oft wird das mittlerweile aus meiner Sicht ein bisschen schneller gefahren und zu Milias Freude dann eben relativ schnell in spicy Szenen verwandelt, wo die Brot hast sich so richtig austoben können. Wie immer möchte ich hier wirklich oft betonen und ausführlich betonen, dass wir nichts verurteilen, was jemand liest. Ganz im Gegenteil, wir lesen ja auch unterschiedliche Dinge und haben unterschiedliche Vorlieben. Es geht tatsächlich in erster Linie darum, ja, zu zeigen, ist der Markt wirklich noch divers, bietet der noch eine spannende Abwechslung oder hat sich da einfach eine Sache ziemlich an die Spitze gesetzt und es ist schwer, noch was anderes zu finden. Denn ich bin der Meinung, der Buchmarkt wie auch ein Film- und Serienmarkt sollte unterschiedliche Geschmäcker bedienen können und nicht nur die beliebtesten Dinge ausspielen, sondern ja auch ein bisschen was für die Underdogs, für die Leute, die eben nicht ganz so auf Mainstream stehen, die mal was anderes wollen. Oder einfach andere Dinge im Fokus sehen. Im Gegensatz zu Juna und Ilvi bin ich tatsächlich auch keineswegs verklemmt, sondern ich muss zugeben, der Smutt und das Weiß in Büchern langweilt mich einfach extrem. Also ich habe da bisher selten was gefunden, was mich abgeholt hat und dementsprechend sind das einfach verlorene Seiten für mich, weil ich sie zwar trotzdem lese, aber ja, es könnte auch eine Landschaftsbeschreibung von Tolkien sein. Also ist nicht meine Stärke, langweilt mich einfach extrem schnell und möchte ich in diesem Ausmaß einfach nicht lesen müssen. Und Juna hat mir jetzt schon einmal ordentlich in den Oberschenkel gekrallt, um ein bisschen auf sich aufmerksam zu machen, denn die kann es jetzt auch nicht mehr erwarten. Es ist schließlich schon spät. Und sie sagt, jetzt ist es Zeit für Thriller. Auch hier stellt sich die Frage, seit wann geht es dann eigentlich mehr um möglichst viele überraschende und teils leider völlig an den Haaren herbeigezogenen Plotwists, als um die tatsächliche Story selbst. Denn auch eine vorhersehbare oder vermeintlich vorhersehbare Geschichte kann spannend erzählt sein, kann einen in schaurige Abgründe blicken lassen und einen einfach in eine andere Welt entführen. Vielleicht sogar ein bisschen mehr als eine, die einen ständig durch die Gegend schleudert wie ein Karussell auf dem Jahr mag, wo man nicht mehr weiß, wo oben und unten ist und sich einfach irgendwie gar nicht mehr auskennt und eigentlich ist einem nur noch schwindelig und schlecht. Da wären wir jetzt beim Unterschied zwischen echtem Plot-Twist und reinem Shock-Twist. Ergeben sich aus diesem Twist tatsächlich relevante Veränderungen für die gesamte Storyline oder geht es nur um diesen Moment, wo die Leute mit heruntergelassener Kinnlade stöhnen und keine Ahnung haben, wie ihnen geschieht? Das sind übrigens meistens wie in billigen Splatter-Movies die Momente, die halt einfach auch ein bisschen surreal sind, die nicht zwingend logisch erklärbar sind im Buch, die manchmal auch einfach auf nichts fußen und ja, rein wegen dem Schockmoment einfach mal reingeworfen werden. Tatsächliche Plot-Twists wissen wir sehr zu schätzen, wenn die gut gemacht sind, wenn die gut vorbereitet sind und wenn sie dem Ganzen tatsächlich einen anderen Twist geben, wenn das Momentum sich ändert, dann gefällt uns das. Und wo sind eigentlich die Bücher geblieben, bei denen man zwar weiß, was passieren könnte, aber einfach dranbleibt, weil man lesen muss, ob es tatsächlich so passiert, weil man es wissen muss, weil man dieses Gefühl im Bauch hat und darauf zusteuert und ja, oftmals ist es auch einfach schockierender und mitreißender, sehenden Auges auf die Kreissäge oder den Abgrund zuzurennen, anstatt 500 Mal auf eine weiße Wand zuzulaufen und nicht zu wissen, was hinter der nächsten Kurve liegt. Denn erfahrungsgemäß, psychologisch, stumpft man da dann einfach ein bisschen ab und man hat diese große Angst nicht mehr, man hat diesen Adrenalinschub nicht mehr. Das ist so ein bisschen wie in einem Film, wenn es zu viele Jumpscares gibt. Irgendwann mal funktionieren die nicht mehr, irgendwann mal hat keiner mehr Bock drauf. Und hier macht den entscheidenden Unterschied bei Büchern in unseren Augen, machen die Erwartungen die Konsequenzen und vor allem, und das ist wirklich das Wichtigste, die emotionale Fallhöhe. Das macht den eindeutigen Unterschied. Bei Schockmomenten zum Beispiel ist meist dann, wenn es tiefgehende Schockmomente sind, nicht der Moment selbst oder die Tatsache selbst, das, was einen so aus der Bahn wirft, sondern es sind die Konsequenzen, die sich für den Rest der Story daraus ergeben. Dazu kommt dann oft zum Beispiel auch das Spielen mit dem wissenden Zuschauer. Das heißt, man weiß als Leser schon, dass die weibliche Brota zum Beispiel sich gerade auf den Täter einlässt. Dann hat man zum Beispiel auch besagte emotionale Fallhöhe und kann richtig mitfiebern. Innerlich schreit man Nein, während man die Szene liest. Und genau das ist das, was uns abholt als Lesende. Und ja, Juna, sie wedelt schon mit dem Schwanz, denn ich habe ihre Lieblingsautorin noch nicht erwähnt. Die Leidenschaft für diese Frau teile ich. Tatsächlich haben wir eine Autorin, die sehr, sehr oft eigentlich aus unserer Sicht extrem vorhersehbar erzählt. Aber wir trotzdem jedes Buch von ihr in irgendeiner Form konsumieren, egal ob als Hörbuch oder als Buch, egal ob E-Book oder Print, es ist völlig leicht. Wir wollen einfach alles von dieser Frau konsumieren und das ist Frida McFadden. Überrascht hat die uns selten, aber wir lieben die Art, wie sie Geschichten erzählt. Und das ist einfach auch beim Psychothriller zum Beispiel oft der spannendere Moment als der Plot Twist am Ende oder die krasse Begebenheit, was passiert ist. Evie hat die Ölchen schon aufgestellt, denn sie weiß genau, jetzt ist ihr Genre dran. Und es geht um das Thema Fantasy. Seit wann geht es bei Fantasy mehr um den dunklen Lord und sein Sixpack, als darum, wie die Welt aufgebaut ist, um magische Systeme, um den eigentlichen Kampf zwischen Gut und Böse, um das eigentliche Abenteuer. Seit wann geht es einfach darum, wie der dunkle Lord die Heldinnen ins Web bekommt und ja, wie toll er gebaut ist? Bei Fantasy geht es doch eigentlich in erster Linie genau um diese anderen Schichten. Es geht darum, in ein völlig neues Universum einzutauchen oder bei der Urban Fantasy um in eine Art Parallelwelt abzutauchen, die uns überrascht, die wir noch nicht kennen, die wir entdecken und lieben lernen und auf deren Begebenheiten und Eigenheiten wir uns einlassen. Stück für Stück können wir dann gemeinsam mit dem Brotas eine ganz neue Welt erkunden, neue Bräuche kennenlernen, neue Wesen, neue Magiearten, neue Kampftechniken. Genau das, was einfach jeden Fantasy-Menschen ja irgendwo im tiefsten Herzen bewegt. Braucht es da wirklich immer, und ich meine in dem Fall wirklich, braucht es da wirklich immer ein Paar im Vordergrund, das aktuell optimalerweise dann ein in irgendeiner Form verbotenes Paar ist oder möglichst konträr funktioniert. Am liebsten Enemies to Lovers ist, weil das aktuell einfach besonders stark vertreten ist auf dem Markt. Am liebsten noch ein bisschen dark. Wo ist denn diese klassische Heldenreise hin? Seit wann geht es im Vordergrund nicht mehr um ein höheres Ziel, sondern eigentlich vielmehr darum, wie knapp genau die Rüstung der Frau geschnitten ist und was für ein Muskelberg an Mann ihr unterwegs begegnet und wie düster und grummlich der ist und wie sie ihn dann trotzdem erobert. Seit wann geht es nicht mehr darum, den Muskelberg zu bezwingen, sondern ihn zu verführen und für sich zu gewinnen? Wo sind die Geschichten hin, in denen ein paar unterschiedlich zusammengewürfelte Gefährden, völlige Freaks zusammen in ein Abenteuer aufbrechen, sich da reinstürzen, nicht wissen, ob sie es überleben oder nicht und ihre verqueren Eigenheiten unterwegs entdecken, ihre Stärken herausloden, ihre Stärken ausloden und ja, als Team etwas Unmögliches erreichen können. Seit wann geht es in Fantasy nicht mehr um die Magie der Freundschaft und den Weltenbau, sondern ja, vielmehr um auch hier Sex und knappe Oberteile. Und auch hier versteht uns nicht falsch. Wir verurteilen niemanden, der Romantasy mag, sondern wir haben einfach festgestellt, dass es auf dem Buchmarkt momentan extrem wenig tatsächliche Fantasy ohne Fokus auf den Romance-Anteil gibt. Also ihr wisst schon, Freaks und Orks oder mein kleines Pony oder whatever. Also momentan sind Fantasy-Bücher haben mehr Fantas haben Fantasy-Bücher einfach mehr Romance-Anteil, als Fantasy daran steckt. Und wie gesagt, auch hier macht wieder A die Dosis natürlich den Unterschied und B, habe ich die Auswahl. Kann ich einfach ein anderes Buch aus dem Regal nehmen und bekomme da dann einfach meinen Fantasy, epischen Kampf, keine Ahnung, was geliefert? Oder ziehe ich 800 Bücher aus dem Bücherregal und gefühlt steht auf jedem U4-Text das gleiche, nur mit anderen Namen. Tja, das war jetzt bewusst überschwitzt und dramatisch formuliert. Natürlich ist es nicht genau so, aber so fühlt es sich manchmal ein bisschen an. Zum Abschluss gibt es auch tatsächlich noch ein paar Kontraste in den Meinungen, die wir einfach nicht so ganz nachvollziehen können, wie zum Beispiel bei Romance geht ja momentan der Trend nach wie vor sehr stark zum dunklen Anteil. Das geht sehr stark in die Dark Romance. Und auch hier, je krasser, je härter, desto besser. Die Leute wollen einfach mal abgeholt werden, wollen einfach mal entführt werden in eine völlig andere Welt, die mit ihrem eigenen, mit ihrem eigenen Leben überhaupt nichts zu tun hat. Die wollen den krassen CEO, der auf WDSM steht, oder den Mafioso oder den Stalker oder was es nicht alles gibt, ja, Kannibalen, glaube ich, gibt es mittlerweile auch schon. Milena verbietet diesen Bereich. Die darf nur von mir vorher gelesene Dark Romans lesen und nachdem ich relativ wenig Dark Romans lese, ergibt sich das dann von selbst, dass sie da auch nicht viel abbekommt. Obwohl sie, glaube ich, schon ein kleines dunkles Herz dafür hätte. Ich muss sagen, bei Dark Romans unterscheide ich zwischen zwei Arten des Genres. Einmal, dass je krasser, je schneller, je härter, desto besser. Da bin ich einfach kein Fan von. Das ist mir ehrlich gesagt oft auch einfach von der Storyline her, was ich dann so gesehen habe, ein bisschen zu flach. Das holt mich einfach nicht ab. Weil man eben das Gefühl hat, da hat jemand einfach eine Checkliste erfüllt und nicht wirklich von Herzen geschrieben. Im Kontrast dazu gibt es aber extrem dunkle Settings, die ich schon ziemlich interessant finde, die ich schon sehr spannend finde auch. Aber auch da bin ich persönlich mehr auf der Seite. Also ich kann das vielleicht wegen meiner traumatischen Vorgeschichte, aber ich kann das einfach besser nachvollziehen, wenn zum Beispiel dann auch der, meistens ist er der männliche Bruder, der ein bisschen krasser unterwegs ist, wenn der einfach auch so ein bisschen Opfer seiner Lage ist. Also wenn der sich jetzt nicht ausgesucht hat, für die Mafia zu arbeiten und da Leute abzukillen, weil er da halt einfach extrem effektiv drin ist. Sondern ja, wenn er halt vielleicht irgendwie da reingeraten ist. Das kann ich besser nachvollziehen, dann verstehe ich auch, dass er dann eventuell einen nicht so dunklen Kern hat und das halt einfach gut versteckt. Und das finde ich auch spannend zu entdecken. Ich mag ja an sich so psychologische Hintergründe total gerne. Also auch wenn da irgendwie was in der Richtung ist oder jemand wurde da halt reingeboren, hat aber einfach auch andere Dinge gesehen und würde anders für sich entscheiden, dann kann ich das einfach besser nachvollziehen. Ist für manche wahrscheinlich eher langweilig. Ich bin da einfach noch ein bisschen altmodisch. Und ja, ich habe einfach selber Traumata erlebt und dementsprechend kann ich bestimmte Sachen für mich auch nicht komplett ausschalten. Aber um zum Kontrast zurückzukehren, es gibt dann einige Leute, die zwar einen stalkenden Kannibalen als Love Interest völlig fein finden, aber dann zum Beispiel mit meinen Büchern, wo es dann im Broken zum Beispiel geht es um eine toxische Beziehung und dem Weg daraus, sagen, sie können diese Thematik nicht lesen, weil die einfach zu krass für sie ist. Das geht in meinem Hin nicht über eins. Ich bin da zu schwarz und weiß, glaube ich, gestaltet im Denken. Das kann ich nicht nachvollziehen. Und vielleicht könnt ihr in den Kommentaren da auch ein bisschen Licht ins Dunkel bringen. Vielleicht könnt ihr mir das ein bisschen anders erklären, sodass ich das dann auch für mich irgendwie besser einordnen kann. Denn aktuell tue ich mir damit wirklich schwer. Genauso geht es mir teilweise beim Thriller. Da will jeder von am besten 48 Plot-Wists innerhalb von 100 Seiten überrascht werden. Aber ist das wirklich so wichtig, wenn es für die Story überhaupt nicht relevant ist oder wenn man eben gut aufpasst, am Ende einfach keinen Sinn ergibt, am Ende sich das Ganze einfach nicht auflösen lässt, sondern irgendwie sich zu so einem gordischen Knoten zusammenzieht und der arme Autor, die arme Autorin da dann ihren Kopf nicht mehr aus der Schlinge bekommt. Das ist übrigens nebenbei bemerkt eine meiner größten Ängste, wenn ich daran denke, selbst einen Thriller zu schreiben. Also ich persönlich liebe das Genre ja und bin ja versucht, da mal den Stift anzusetzen und zu gucken, was rauskommt. Aber ich habe Angst, mich da in meinem eigenen Netz einzufangen und einzuwickeln und keine Schere dabei zu haben. Oder fast noch schlimmer, was ist, wenn ich dieses Buch schreibe und Juna nach drei Seiten gern einschläft, weil es ihr einfach zu langweilig ist. Oder dann eben das nächste Problem, was ist mit der Fantasy passiert? Warum wollen manche Leute im Endeffekt ein Smutty-Buch lesen, wo es hauptsächlich um Körperlichkeiten geht, aber ja, der Typ halt ein Fay ist oder ein Dämon oder ein Gestaltwandler oder früher waren es Vampire und Werwölfe, nicht? Was ist daran, also früher war das übrigens auch noch Romance. Da war das kein Fantasy in dem Sinne. Da war schon klar, dass das Smart ist. Heutzutage habe ich das Gefühl, kannst du eben kein Fantasy-Buch mehr. ohne lesen. Und dann frage ich mich, was ist denn mit den Menschen, die tatsächlich, ja, die einfach nur eine Fantasy lesen wollen. Ohne das andere. Einfach nur so zum Spaß, um eine neue Welt kennenzulernen, um ein anderes Universum abzutauchen. Und ja, vielleicht sind sie ja ROAs und haben einfach keinen Bock, sich mit Bettgymnastik auseinanderzusetzen. Oder verstehen diese Tension auch einfach nicht und können die nicht nachempfinden. Warum gibt es denn da tatsächlich kein einziges Buch im Regal, wenn es nicht sci-fi ist? Ach, und apropos, also wenn ihr Empfehlungen habt für Fantasy oder Urban-Fantasy-Bücher, ohne es weiß, wo es tatsächlich einfach nur um das Abenteuer an sich geht, um die Welt an sich geht, schreibt es mir in die Kommentare, haut's mir um die Ohren. Ich will das Zeug sehen, ich will das Zeug lesen, ich will es irgend auf ihren Tisch legen und vor allem meiner besten Freundin schenken. Und drei gernde Katzen liegen neben mir und ja, die Augen werden immer schwerer. Also werde ich jetzt langsam zum Schluss kommen. Und um nochmal zusammenzufassen, natürlich haben auch Genremixe und SCICI-Bücher oder spannende Plotwists einen festen Platz in der Buchwelt verdient. Ich will niemandem verbieten, diese Bücher zu lesen oder zu schreiben. Ganz im Gegenteil, auch ich freue mich über das eine oder andere Buch in der Richtung. Uns fehlt hier lediglich die Diversität und die Auswahl und die Möglichkeit, auch mal ein anderes Buch zu lesen. Eines, in dem das eben nicht vorkommt. Eines, das uns auf andere Weise fesseln kann. Und nicht jeder Fantasy-Fan zum Beispiel ist automatisch auf eine romantische Story aus. Und eben, es gibt ein eigenes Genre oder Mix-Genre dafür, nämlich die Romantasy. Nicht jeder Romance-Begeisterte Lesende steht auf Svice und Smart, sondern auch die möchten, wie oft lese ich, dass da mittlerweile Markierungen im Buch angebracht werden, damit die Leute die Smuddy und Svicy-Scenes überspringen können. Dann ist halt auch die Frage, wie wichtig können diese, wie essentiell können diese Szenen tatsächlich sein für den Verlauf der Story, wenn man ja anbietet, sie zu überspringen. Wenn man es auch noch proaktiv markiert und sagt, hey, hier kannst du drüber lesen. Da bin ich mir dann auch nicht sicher, inwiefern das dann wirklich relevant ist. Und dann ist die Frage, braucht das Buch diese Szene überhaupt? Oder wäre das vielleicht auch eine Option, das als Bonus-Szene irgendwo hochzuladen? Genauso wie eben nicht jeder Thriller oder Krimi-Freak steht automatisch total und mit voller Begeisterung auf viele reißerische Blood-Twists, auf ganz viele U-Turns im Buch, ja, sondern vielleicht möchte der auch einfach mal einen Blick in die Psychologie von so einem Mörder-, Serienkiller, Psychopathen, was auch immer werfen und will sich da ein bisschen abholen lassen. Und ja, da kommst du halt einfach tiefer rein, wenn du nicht durch So-Show-Elemente abgelenkt wirst. So, und zum Abschluss gebt uns gerne in den Kommentaren oder über Social Media Bescheid, wie eure Meinung zu dem Thema aussieht, was ihr so denkt, was euch bewegt. Und ja, wir wünschen uns hier schließlich einen regen Austausch, wollen viele Meinungen, wollen viele Facetten von Themen kennenlernen und beleuchten. Und ja, vor allem wollen wir hier keine Nachrichten ins Universum schicken, dann könnte ich auch einen Kettenbrief per Flaschenpost verschicken. In zwei Wochen hören wir uns dann auch wieder bei Plot ⁇ Pearl zwischen Papier und Poden. Und habt eine schöne Zeit. Bis dahin schmelzt es nicht weg. Bis bald!