Der FOTOPRAXIS Podcast

#2: Wie geht beeindruckende Landschaftsfotografie?

Christian Haasz Episode 2

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0:00 | 28:48

Podcast-Folge: Warum wirken Landschaftsfotos oft flach – und wie macht man es besser?

In dieser spannenden Folge des FOTOPRAXIS Podcasts spricht Christian Haasz mit Landschaftsfotograf Toby Horn über eine der größten Herausforderungen in der Fotografie: Warum sehen beeindruckende Landschaften auf Fotos oft unspektakulär aus?

Gemeinsam gehen sie der Frage auf den Grund, worauf es wirklich ankommt – von Bildaufbau über Licht und Perspektive bis hin zur richtigen Brennweite. Toby teilt praxisnahe Tipps, wie du mit Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund mehr Tiefe erzeugst und warum Geduld und bewusste Gestaltung entscheidend sind.

Außerdem erfährst du, welches Zubehör wirklich sinnvoll ist, wann sich der Einsatz von ND- und Polfiltern lohnt und warum auch Teleobjektive in der Landschaftsfotografie überraschend starke Ergebnisse liefern können.

Freu dich auf fundiertes Wissen, anschauliche Beispiele und viele Aha-Momente, die dir helfen, deine Landschaftsfotografie auf das nächste Level zu bringen.

Perfekt für Einsteiger, Hobbyfotografen und alle, die Landschaften nicht nur festhalten, sondern gezielt gestalten möchten!

SPEAKER_01

Also du sagtest, mit einem ND-Filter könnte man mit den Wolken spielen.

SPEAKER_02

Ja. Bedeutet. Oben, unten, rechts, links, vorne, hinten in alle Richtungen bewegen.

SPEAKER_01

Im Zusammenhang mit dieser Art von Bildgestaltung, Führungslinien, Linien fällt ja auch immer dieser Begriff goldener Schnitt.

SPEAKER_02

Aber bewusst zu sagen, okay, ich fotografiere jetzt mit 16 mm und schneide das dann zusammen auf einen Bildausschnitt von 50 mm, weil mir das besser gefällt, bringt halt nichts.

SPEAKER_00

Der Fotopraxis Podcast mit Unterstützung der Zeitschrift Photo Praxis.

SPEAKER_01

Hallo und herzlich willkommen zu unserer zweiten Podcast-Folge Photo Praxis Podcast. Heute habe ich als Gast wieder Tobi Horn dabei, den the meisten von euch ja schon von unserem YouTube Channel Photopraxis TV kennen. Heute haben wir uns als Thema ausgedacht: Landschaftsphotographie, da ja Landschaftsphotographie etwas, was praktisch jeder, der eine Kamera or ein Handy zu photographieren in der Hand hat, immer mal wieder vor der Nase hat anders denkt, oh yeah, Landschaft, die fotografiere ich jetzt. And leider is es ja auch oft so, man kommt nach Hause, schaut seine Bilder dann am Rechner an oder auch auf dem Handy und denkt sich, irgendwie habe ich die Landschaft anders in Erinnerung gehabt. Und deswegen reden wir heute über das Thema Landschaftsfotografie, dass ihr eine bessere Erfahrung mit der Landschaftsfotografie vielleicht macht.

SPEAKER_02

Ganz genau.

SPEAKER_01

Hallo Tobi. Hallo. Also, du bist passionierter Landschaftsfotograf. Kann man so sagen?

SPEAKER_02

Bin reingerutscht wie jeder andere auch. Wenn man die Kamera hat, versucht man es, weil die Landschaft ist relativ einfach zu fotografieren, stellt relativ wenig Anforderungen an die Technik, die man in der Kamera hat. Man braucht keinen super schnellen Autofokus, man braucht keine tollen Seriengeschwindigkeiten oder sowas. Das verzeih einem die Landschaft alles. Und damit versucht man sich da einfach mal so ein bisschen reinzufuchsen und das hat sich tatsächlich auch gehalten. Und jetzt heute ist es einfach so ein bisschen meditativer Ausgleich zur normalen anderen Fotografie, wo ich dann doch eher in den schnelleren Bereichen unterwegs bin und genieße es immer noch.

SPEAKER_01

Stichwort Technik. Wir haben in unserem ersten Podcast sehr ausführlich über das Thema Fotoequipment und Technik geredet, deswegen werden wir das heute an dieser Stelle etwas kürzer halten. Nichtsdestotrotz ist die Technik gerade in der Landschaftsfotografie natürlich wichtig. Also für alle, die sich wirklich tiefergehend mit dem Thema auseinandersetzen möchten, empfehle ich unsere erste Podcast-Folge zum Thema Equipment. Jetzt aber an dieser Stelle, was würdest du sagen, Technik, was brauche ich denn, wenn ich in die Landschaftsfotografie ein bisschen ernsthafter als einfach nur mal knipsen einsteigen möchte?

SPEAKER_02

Kameraobjektiv versteht sich von alleine. Auf das Thema Objektiv kommen wir dann nachher noch zum Sprechen. Die Kamera als solche ist es relativ egal. Schöner Dynamikumfang wäre super, aber alternativ kann man auch mit HDR-Aufnahmen oder ähnlichem arbeiten und da viel rausholen aus einer auch schlechteren Kamera raus. Abseits davon wäre ein gutes Stativ auf jeden Fall hilfreich, weil Landschaftsfotografie sieht in aller Regel am besten aus zu den Tagesrandzeiten, so ein Aufgang, so ein Untergang. Und das kriegt man in aller Regel mit den meisten Kameras nicht aus der Hand gehalten, die Verschlusszeiten, die da dann sinnvoll einsetzbar sind, damit man den ISO-Wert so ein bisschen unten halten kann. Und als zweites wäre dann Filter sicherlich eine sinnvolle Investition, dass man dann sagt, okay, man kann die Verschlusszeit bewusst noch ein bisschen verlängern, um mit den Wolken ein bisschen zu spielen, um mit Wasser vielleicht ein bisschen zu spielen, vielleicht auch mit Lichtspuren oder ähnlichem. Aber auch Verlaufsfilter, beispielsweise, wenn wir jetzt an ein Rechteckfiltersystem denken, können sinnvoll sein. Wenn man jetzt eine Landschaft hat, die relativ gerade ist am Horizont, dass man dann sagt, man kann den Himmel ein bisschen abdunkeln, ganz bewusst, wenn die Landschaft schon dunkler ist. Polfilter kann auf jeden Fall auch sinnvoll einsetzbar sein, gerade wenn die Sonne noch ein bisschen stärker am Himmel ist oder wenn man Wasser im Bild mit hat, um da einfach das Bild noch ein bisschen schöner zu machen.

SPEAKER_01

Lass uns kurz zwei, drei Begriffe, die jetzt gefallen sind, noch klären. Dynamikumfang bedeutet?

SPEAKER_02

Der Unterschied zwischen der hellsten und der dunkelsten Stelle im Bild. Je weiter das auseinander ist, desto schwieriger wird es für die Kamera, das alles ordentlich irgendwie in ein Bild reinzukriegen, ohne dass die hellen Stellen rein ausgebrannt sind und oder die dunklen Stellen halt rein schwarz sind. Man möchte halt im Idealfall beides im Bild haben. Je weiter unten die Sonne ist, desto leichter wird es. Spätestens wenn sie hinterm Horizont ist, wird es tendenziell nochmal einen Tick leichter, weil die hellen Stellen dann weg sind. Dafür sind die dunklen Stellen halt noch dunkler. Wenn die Sonne nach oben ist, ist die natürlich sehr kräftig, der Himmel sehr hell. Das kann aber trotzdem je nach Motiv sein, dass das eigentlich Motiv die Landschaft schon dunkel ist, weil es irgendwie im Schatten von einem Berg liegt oder sowas. Macht es halt in Summe sehr schwierig, this ordentlich in einen Bild einzufangen.

SPEAKER_01

Alles klar, also the contrast in a build is entertained. Da kleiner tip from me, and sicherly of you. Landschaftsphotography in RAW is immer a safe, gerade when the dynamicumfang, also the contrast in the build extreme is, then besser with RAW arbeiten, weil man aus einem RAW-Bild, when man sich hinterher eben die Bildbearbeitung gönnt, tatsächlich noch einiges mehr rausholen kann als aus JPEG-Bildern. Dazu haben wir in unserem YouTube-Channel Photopraxis TV einige Videos, falls ihr euch da tiefergehend informieren möchtet. Dann noch eine Sache, du sagtest, mit einem ND-Filter könnte man mit den Wolken spielen.

SPEAKER_02

Ja, bedeutet. Der ND-Filter ist ja unterm Strich nichts anderes als eine Sonnenbrille, die man vor die Kamera packt. Die ermöglicht einem, dass wir längere Verschlusszeiten erreichen können. Und wenn wir jetzt an so einen Himmel denken mit so einem schönen, dramatischen Wolkenbild da oben drin, dann könnte man natürlich sagen, man macht einfach ein Bild und fängt die Wolken so ein, wie sie jetzt gerade sind. Oder man sagt halt, man verlängert die Verschlusszeit, damit man eben keine scharfen Wolken mehr hat, sondern die Wolken verschwimmen so ein bisschen. Und wenn die trotzdem eine starke Zeichnung drin haben, kann das dann sehr, sehr interessant werden. Da hat man dann keine ebenmäßige Fläche am Himmel, sondern halt so eine strukturierte Fläche, die trotzdem, je nachdem, wie lange man die Verschlusszeit wählt, ein bisschen Kontur noch drin hat. Das kann super, super interessant aussehen. Und wenn halt die Sonne noch zu weit oben ist, kriegt man das mit den normalen Einstellungen nicht hin. Natürlich könnte ich die Blende auf F32 oder sowas schließen, hat er dann aber meistens negative Effekte auf die Schärfe und da hilft dann der ND-Filter, dass ich trotzdem weiter mit meiner Blende 8, Blende 11 oder was auch immer fotografieren kann und trotzdem die Verschlusszeit entsprechend lang genug habe, dass ich diese Effekte in den Wolken oder halt auch im Wasser habe, dass da das Ganze ein bisschen verschwimmt und nicht mehr alles sogleich, ähm nicht so krass scharf kann, ich sage jetzt mal aussieht.

SPEAKER_01

Nur für all diejenigen, die sowas noch nie gemacht haben, von welchen Verschlusszeiten reden wir her?

SPEAKER_02

Kommt drauf an. Je schneller sich das Ganze bewegt, wenn man jetzt einen Himmel hat, der wirklich rasant sich bewegt, dann kann schon eine halbe Sekunde oder sowas ausreichen, dass man da die ersten Bewegungseffekte drin hat, die erste Bewegungsunschärfe. Wenn man jetzt einen normalen Himmel hat, ich sage mal so ab zwei, drei, vier Sekunden sieht man da schöne Effekte. Man kann es natürlich dann auf die Spitze treiben und mit entsprechenden ND-Filtern dann auch mal 30 Sekunden oder sowas belichten. Das kann dann aber zum Teil dazu führen, dass die Bilder dann eher einen, ich sage jetzt mal, abstrakten Ansatz haben als das normale. Muss man immer schauen, was einem gefällt, was auch zu der Situation passt, zu dem Motiv passt, dass es dann am Ende auch wirklich noch was aussieht.

SPEAKER_01

Also zur Erklärung nochmal, ND-Filter gibt es in verschiedenen Stärken. Fängt an mit ND1, ND2, ND4 und so weiter. Je höher der Wert, desto mehr oder desto weniger Licht lässt der Filter durch und desto länger müssen natürlich die Verschlusszeiten sein. Was haben wir sonst noch?

SPEAKER_02

Polfilter ist halt auf jeden Fall auch noch was, was man sinnvoll einsetzen kann, wenn man irgendwelche Wasserflächen oder sowas hat oder generell nicht metallische Flächen, die halt spiegelnd sind, um da die Spiegelungen rauszunehmen, die Farbkontraste so ein bisschen zu erhöhen, funktioniert auch im Himmel sehr gut. Muss man immer ein bisschen aufpassen, bei richtig weitwinkligen Objektiven kann es dann im Himmel zu unschönen Effekten kommen, wenn das dann kein gleichmäßiger Effekt ist, sondern so Teile des Himmels, den Polarisationseffekt haben, Teile nicht.

SPEAKER_01

Jetzt wollte ich gerade sagen, kenne ich aus eigener Erfahrung, genau, wenn der Polfilter, also wenn man sehr weit wirklich fotografiert, kann es seltsam aussehen. Okay. Weg von der Technik hin zu dem, was die Landschaftsfotografie ausmacht und was wahrscheinlich die meisten Menschen nicht ganz so im Kopf haben, wenn sie sagen: Oh, tolle Landschaft, da fotografiere ich jetzt. Und dann, naja, sieht es vielleicht auch nicht so toll aus, wie man es eigentlich in der Wahrnehmung hatte. Was kann man dagegen tun? Was kann man machen? Worauf sollte man achten, um eine Landschaft auch wirklich so darzustellen, auf einem zweidimensionalen Foto, wie man es denn vor der Nase hat?

SPEAKER_02

Ist auf jeden Fall immer wieder eine Herausforderung, aber es ist mit sehr einfachen Mitteln möglich. Auch wenn man jetzt mal wirklich nur mit dem Handy fotografiert oder sowas, ist da auch schon viel möglich, wenn man einfach nicht aus der Hüfte fotografiert, sondern sich bewusst Gedanken darüber macht, wie gehe ich an das Bild ran. Eine richtige Kamera macht es einem dann in Summe trotzdem aber leichter, weil man halt variable Brennweiten hat und ähnliches. Das erste, was ich da immer sehr, sehr gerne rannehme, ist der dreistufige Bildaufbau, dass man halt sagt, okay, man hat einen Vordergrund, einen Mittelgrund und einen Hintergrund. Und durch das Einsetzen von allen dreien in der richtigen Art und Weise kriegt man halt ein Bild hin, was den Zuschauer bzw. den Betrachter so ein bisschen in das Bild reinzieht, im Bild ein bisschen räumliche Tiefe gibt und das in Summe damit einfach wesentlich besser aussieht. Heißt ganz einfach, Mittelgrund ist vorgegeben, das ist das eigentliche Motiv, der Berg, das Haus, was auch immer man eigentlich fotografieren möchte. Der Hintergrund ist der Himmel oder was auch immer dann hinter dem eigentlichen Motiv ist. Auf die beiden Sachen hat man halt keinen Einfluss. Man kann den Himmel vielleicht noch dahin gehen, beeinflussen, zu welcher Tageszeit man rausgeht oder bei welchem Wetter man rausgeht, aber in Summe hat man darauf keinen Einfluss. Was man aber beeinflussen kann, ist der Vordergrund. Und der ist tatsächlich auch das, finde ich, was den Unterschied macht zwischen einem einfachen Snapshot und einem richtigen Foto. Weil ohne einen Vordergrund sieht es halt in aller Regel aus wie ein einfacher Snapshot und sobald du einen Vordergrund dabei hast, wirkt das Bild gleich wesentlich räumlicher und bewusster eingesetzt. Und das finde ich ist halt so der zentrale Aspekt, worauf man achten sollte, wenn man da sich an die Komposition heranwagt. Und beim Vordergrund, das kann halt alles sein. Das kann ein Blatt sein, was man vielleicht auch bewusst hinlegt im Herbst, wenn man da so ein schönes großes Ahornblatt oder sowas hat. Das kann aber auch ein Ast sein, der sich irgendwie ins Bild reinschlängelt, noch an irgendeiner Stelle. Das kann aber auch ein schärfer Verlauf sein, beispielsweise ein Zaun, der in das Bild reinführt oder sowas. Gehen wir dann auch in Richtung führende Linien, die man da noch mit reinpacken kann, um aber erstmal beim Vordergrund bzw. beim dreistufigen Bildaufbau zu bleiben. Ziel ist es halt nicht, dass das Bild zwingend von vorne bis hinten scharf ist, sondern gerade durch diesen Schärfeverlauf von vorne nach hinten kann man halt das Bild räumlicher machen und den Betrachter bewusster in das Bild reinziehen. Und das, finde ich, ist eine sehr einfache Technik, die halt mit allem funktioniert. Also es ist egal, ob man richtige Kamera, iPhone oder irgendwas anderes, spielt keine Rolle.

SPEAKER_01

Also grundsätzlich kann ich durchaus schauen, hier liegt ein Astrom, den halte ich mir jetzt irgendwie zusätzlich ins Bild und habe dann gleich meine dritte Dimension zusätzlich zu meinem Hauptmotiv und dem Hintergrund.

SPEAKER_02

Genau.

SPEAKER_01

Ganz simpel.

SPEAKER_02

Ja. Und das kann halt auch, was ich irgendwie an einem Strand angespültes Treibholz sein, das kann ein Blatt sein, das kann irgendwas ganz anderes sein, das kann ein umgestürzter Baum sein. Von Biss. Es kommt halt immer darauf an, dass man sich so ein bisschen umschaut, was könnte ich jetzt hier bewusst sinnvoll einsetzen. Und wenn es halt mal keinen gibt, könnte man sich dann auch bewusst was machen, indem man sich selber reinstellt, beispielsweise. Das klappt auch ab und zu mal relativ gut. Und es muss auch nicht zwingend immer was Kleines nah dran sein. Ich hatte es beispielsweise auf Island mal mit einem Foto gehabt. Das sind drei markante Felsen im Meer und die sind relativ weit draußen gewesen von der Position aus, wo ich es fotografiert habe. Einen richtigen Vordergrund hatte ich nicht. Es war der klassische schwarze Strand, so wie auf Island jeder Strand schwarz ist. Und du hattest aber Wellen drin, die sehr schön drin gebrochen sind im Bild. Dann habe ich halt einfach die Wellen genommen als Vordergrund. Weil die Wellen sind nah genug an mir dran und weit genug weg von den Felsen, sodass trotzdem so ein bisschen Schärfeverlauf drin ist und die Wellen dem Ganzen trotzdem einen schönen Vordergrund geben und bewusst hier wieder das Ganze einsetzen. Andere Gelegenheit auf Irland war es gewesen, da habe ich mal ohne einen Vordergrund tatsächlich fotografiert, einfach von einem Boot aus eine Insel. Auch das kann funktionieren. Es heißt nicht, dass man in einem Bild immer einen dreistufigen Bildaufbau braucht. Es ist aber einfach hier und da sinnvoll, weil es bei vielen Motiven das einfach instant verbessert. Und da spielt es auch nicht nur bei der Landschaftsfotografie eine Rolle, auch bei der Reisefotografie, Porträts und allem, da kann man überall damit spielen. Und in aller Regel wird es draußen die Bilder besser machen, wenn man einen dreistufigen Bildaufbau hat.

SPEAKER_01

Alles klar. Das ist auch ein grundsätzlicher Tipp, wie du schon gesagt hast, trifft nicht nur die Landschaftsphotographie, sondern betrifft eben auch, ich kann es mir gerade bei der Portraitphotographie vorstellen, that is a Sache, oder jetzt auch zum Beispiel Hochzeitsfotografie, Familienfotographie. Wenn man einfach diese Dreidimensionalität versucht rüberzubringen, immerhin bewegen wir uns in einem zweidimensionalen Medium. Ein Foto ist nun mal zweidimensional. Also wenn man es schafft, da tiefe reinzubringen durch einen dreistufigen Bildaufbau ist immer eine gute Sache. Wir wollten zwar nicht mehr groß über Technik reden, aber ich habe gesehen, du hast Objektive mit dabei und das sind definitiv jetzt nicht unbedingt die Klassiker, an die man denkt, wenn man an Landschaftsfotografie denkt. Wenn man an Landschaftsfotografie denkt, sagen die meisten Weitwinkel, alles drauf, möglichst breit. Also gerade dieses weiße Objektiv, das du hier liegen hast, ist ja definitiv keine Weitwinkelbrennweite. Was hat es damit auf sich? Was macht man damit in der Landschaftsfotografie?

SPEAKER_02

Also grundsätzlich die zwei Objektive, die ich hier mit habe, das eine ist ein 16 bis 35, das ist so eins der Standardobjektive in der Landschaftsfotografie, wenn man jetzt daran denkt. Einige werden sagen, okay, das ist nicht weitwinklig genug, da braucht man ein 10 bis 20 oder sowas. In Summe ist das aber schon ein sehr, sehr variables Objektiv an Vollformat, womit man eine Landschaftsfotografie eigentlich alles machen kann. Das andere ist ein 70 bis 200 ist jetzt nicht die typische Brennweite, wo man gerade als Einsteiger an die Fotografie dran denkt, wenn man jetzt an Landschaftsfotografie denkt. Nichtsdestotrotz kann auch das so ein bisschen helfen. Weil mit dem Objektiv hat man halt auch immer einen Einfluss auf die Bildgestaltung als solches. Versteht sich von alleine irgendwo, aber tatsächlich in der Landschaftsfotografie gleich in mehrererlei Hinsicht. Wenn man jetzt mal bei den Weitwinkelobjektiven bleibt, je nachdem, wie ich den Horizont positioniere im Bild, kann ich den Vordergrund dominanter machen oder den Himmel dominanter machen. Ist dann halt ein Unterschied dahingehend, wenn ich sage, okay, ich habe einen richtig klasse Sonnenuntergang und eher so ein mittelmäßiges eigentliches Motiv, natürlich positioniere ich dann den Horizont so, dass der Himmel im Vordergrund steht und das Motiv eher so ein bisschen untergeht im Bild. Wenn aber das Motiv das eigentliche ist und der Himmel vielleicht nicht ganz so ist, kann ich es genau umgedreht machen, dass das Motiv so ein bisschen dominanter im Bild ist, ist so ein bisschen Spielerei mit dem Weitwinkelobjektiv. Auf der anderen Seite, wenn man jetzt sagt, okay, ich hatte es beispielsweise gehabt in Österreich, hatte ich ein Bergpanorama gehabt und ich wusste durch die Vorhersage von der App, der Sonnenuntergang wird eher so mittelmäßig bis eigentlich nicht vorhanden. Es wird aber an einer Stelle höchstwahrscheinlich so ein bisschen Mountainglow geben. Das heißt, dass das Sonnenlicht sich so ein bisschen nochmal im Berggipfel drin spiegelt und nochmal so ein bisschen einen Farbpunkt reingibt quasi. Und ich hatte mich dann so positioniert, dass ich genau diesen Aspekt auch wirklich einfangen konnte. Und an der Stelle hätte es mir halt relativ wenig gebracht, wenn ich da mit einem 16 bis 35 angefangen hätte, weil der Himmel hat einfach nichts hergegeben. Rechts und links von dem eigentlichen Motiv war auch nicht wirklich was Schönes dabei. Das heißt, da wäre Weitwinkel einfach nur verschenkt und man hätte das eigentliche Motiv gesucht. Deswegen habe ich dann angefangen mit einem 28 bis 75 und ich weiß nicht, ob ich dann auch auf das 70-200 gewechselt bin oder bei den 75 geblieben bin. Aber ich habe dann halt bewusst mit einer längeren Brennweite fotografiert, damit ich dann gezielt die Kirche, die ich vor dem Berg hatte im Bild habe, den Berg im Bild habe und das bisschen Mountainklow, was dann tatsächlich kam. Und dadurch, dass ich eine längere Brennweite genommen habe, kam eine Kompression zum Tragen. Alles rutscht scheinbar ein bisschen mehr zusammen, sieht alles ein bisschen größer aus in Relation. Und das hat halt hier gereicht, weil das waren die drei Sachen, die relevant waren. So ein bisschen der Himmel, das Mountainklow in dem eigentlichen Berg und die Kirche davor. Und das reicht für ein schönes Bild aus an der Stelle und dann brauchte es halt den Weitwinkel nicht, sondern tatsächlich hat hier das Tele sogar geholfen, wegen der Kompression. Weil es das alles so ein bisschen zusammengestampft hat. Das ist halt einfach hier so ein Anzeichen, oder was heißt ein Anzeichen dafür, das zeigt, wie sehr die Objektivwahl das Bild beeinflusst und wie flexibel man da im Kopf auch so ein bisschen sein muss als Landschaftsfotograf.

SPEAKER_01

Was sollte ich jetzt mitnehmen als Landschaftsfotograf oder als jemand, der Lust hat, einfach ein bisschen wandern zu gehen, Fotokamera dabei haben, soll ich mir eine Festbrennweite mitnehmen oder lieber ein moderates Zoom oder wirklich gleich die volle Ausrüstung?

SPEAKER_02

Wenn man es sich leisten kann, also ich habe immer alles dreist dabei, 16, 35, 24, 70, 70, 200. Damit bin ich für 99% der Situationen bestens gerüstet. Kann nicht jeder tragen, möchte nicht jeder tragen. In Summe ist man mit einem Zoom sehr gut aufgehalten, sehr gut aufgestellt. Der Vorteil der Landschaftsfotografie ist halt auch, dass die Anforderungen an die Technik einfach so gering sind. Also beim Objektiv, ich bin eh bei Blende 8 oder sowas, es muss kein F2.8-Objektiv sein, es kann das Kit-Objektiv sein, womit man schon gut aufgestellt ist und gute Bilder machen kann. Festbrennweiten gehen auf jeden Fall, haben halt in aller Regel den Vorteil, dass sie ein bisschen schärfer sind. Sie schränken auch ein. Das kann gut sein, das kann schlecht sein, je nachdem, wie man es sieht. Auf der einen Seite ist es natürlich schlecht, weil wenn ich nur eine Brennweite habe, dann habe ich nur diese eine Brennweite. Und wenn das Motiv mit der Brennweite nicht funktioniert, funktioniert es nicht. Auf der anderen Seite ist es dann aber auch wieder eine Herausforderung an sich selber, dass man sagt, okay, ich habe jetzt nur diese eine Brennweite. Wie bekomme ich das hin, das Motiv sinnvoll einzufangen? Dass ich halt sage, okay, wie kriege ich es jetzt beispielsweise hin, dass der Müllkorb, der da irgendwie im Bild steht, dass der halt eben nicht drauf ist, sondern dass der entsprechend raus ist. Und da muss man sich bewusst Gedanken drüber machen. Und damit kann es auch mal sehr, sehr interessant sein, bewusst mit nur einer eingeschränkten Festbrennweite rauszugehen. Ich selber hatte damals angefangen mit einem 12 mm von Samyang. Das ist halt sehr weitwinklig an APSC und ich hatte nur das für die Landschaftsfotografie, abgesehen vom KIT-Objektiv. Da muss man sich halt darum rumarbeiten, sozusagen.

SPEAKER_01

Das rumarbeitende Stichwort, man muss sich halt auch wirklich bewegen und muss auch bereit sein, mal die Perspektive zu wechseln. Manche Leute denken ja immer, mit einem Zoom-Objektiv brauche ich mich nicht mehr bewegen, da stehe ich da und zoom ran, zoom weg. Aber letztendlich verändere ich ja natürlich nicht die Perspektive. Und der Mülleimer, der da ist, den kann ich vielleicht rauszoomen. Aber wenn ich ein paar Meter nach rechts oder links gehe, wäre es ja auch schon eine Möglichkeit und ich entwickle plötzlich eine andere Perspektive, die ja vielleicht was bringen kann. Vielleicht ist das auch so ein Tipp jetzt aus meiner Sicht, dass man sagt, mit der Landschaftsfotografie, es kommt tatsächlich auch auf den Standort an, nicht nur auf die Brennweite, sondern die Kombination, wenn man im Bewusstsein hat, welche Brennweite nutze ich und wo stehe ich überhaupt.

SPEAKER_02

Und das Ganze halt auch hier wieder im dreidimensionalen Raum. Oben, unten, rechts, links, vorne, hinten in alle Richtungen bewegen. Und ein großer Fehler, den viele gerade am Anfang machen, ist halt, sie nehmen ein Stativ und packen die Kamera drauf und suchen sich dann die Komposition. Werden aber in der Höhe nicht mehr variieren, weil die Kamera ist ja schon auf dem aufgebauten Stativ. Damit ist man sehr eingeschränkt. Wenn man zum nächsten Motiv wechselt, lässt man das Stativ im blödesten Fall so und fotografiert wieder aus derselben Höhe. Und da ist es halt sinnvoller, erst bewusst fußläufig zu schauen, ohne Stativ, welche Komposition funktioniert am besten und dann das Stativ an die Komposition anzupassen und nicht die Komposition ans Stativ. Das ist halt einfach so kleine Stellschrauben, die einem hier schnell helfen können zu besseren Bildern.

SPEAKER_01

Okay.

SPEAKER_02

Was fällt dir noch ein? Bessere Bilder. Was kann man noch tun? Man könnte halt den Zuschauer so ein bisschen an die Hand nehmen. Das funktioniert nicht bei jedem Motiv, aber bei gewissen Motiven funktioniert das sehr gut, indem man halt führende Linien einsetzt, dass man halt den Betrachter so ein bisschen im wahrsten Sinne des Wortes an die Hand nimmt und durch Sachen wie eine Straße, wie einen Zaun, irgendwas, was sich durch das Bild bewegt, einfach an den neuralgischen Punkten durchführt. Weil das Auge wird automatisch einer Linie folgen, wenn sie sinnvoll durch das Bild durchgeht. Deswegen sollte man es auch bewusst setzen, wenn man jetzt eine Straße hat, die in der Mitte unten anfängt und dann gleich unten rechts wieder aus dem Bild rausgeht, ist das schlecht für das Bild, weil dann wird das Gehirn vom Betrachter sich die Straße anschauen und mit der Straße das Bild wieder verlassen. Was oben links in der Ecke ist, hat man dann im Zweifelsfall gar nicht gesehen. Wenn man aber so eine schöne Straße hat, die sich irgendwie schlängelt durch die Landschaft und dann in der Landschaft verliert, dann wird das Auge ganz natürlich dieser Straße folgen, sich das ganze Bild angucken und dann am Ende im Horizont enden in dem eigentlichen Motiv. Und das ist dann so etwas, was man ganz bewusst einsetzen kann hier, um noch mehr aus dem Bild rauszuholen und den Betrachter so ein bisschen an die Hand zu nehmen.

SPEAKER_01

Im Zusammenhang mit dieser Art von Bildgestaltung, Führungslinien, Linien, fällt ja auch immer dieser Begriff goldener Schnitt. Muss ich jetzt immer irgendeine Schablone dabei haben, die ich in die Landschaft halte? Oder anders gefragt, wird ein Landschaftsbild nur dann toll, wenn es im goldenen Schnitt gestaltet ist?

SPEAKER_02

Ich selber fotografiere nicht nach dem goldenen Schnitt. Aber was ich nehme tatsächlich als Hilfsmittel, ist die Drittelregel. Und die Drittelregel ist ja unterm Strich eine Annäherung an den goldenen Schnitt. Wenn man das mal miteinander vergleicht, ist das sehr, sehr nah beieinander. Und da ist der Vorteil, dass man sich diese Gitterlinien für die Drittelregel tatsächlich auf dem Kameradisplay meistens einblenden lassen kann, anzeigen lassen kann. Und dann kann man danach sein Bild, die Bildkomposition auswählen. Du hast quasi dann zwei horizontale und zwei vertikale Linien und anhand dieser schaust du, wie du das Motiv positionierst. Der Horizont sollte auf einer der horizontalen Linien liegen und alles, was neuralgische, wichtige Punkte im Bild sind, sollten auf den Knotenpunkten der Linien liegen. Wenn man sich danach richtet, kommt man meistens automatisch zu einem relativ guten Bild, wenn nicht halt alles einfach in der Mitte ist und fertig. Das kann auch gut aussehen. Das ist halt immer so, diese Regeln sind ein Ausgangspunkt und sie bewusst zu brechen, ist dann auch wieder der andere Punkt, der auch wieder zu guten Bildern führen kann. Aber trotzdem, gerade für den Anfang ist das eine. Gute Orientierung, wie man das machen kann. Und dann gerade bei dem Horizont, wenn ich den auf der unteren Linie positioniere, habe ich den Himmel sehr dominant. Wenn ich den Horizont auf der oberen Linie positioniere, habe ich den Vordergrund dominanter im Bild, wenn ich ein Weitwinkelobjektiv nehme.

SPEAKER_01

Wie sinnvoll ist es aus deiner Sicht, möglichst viel aufs Bild zu bringen und dann hinterher in der Bildbearbeitung nochmal die Bildgestaltung, jetzt zum Beispiel im Sinne der Drittelregel zu machen, also quasi was wegzuschneiden?

SPEAKER_02

Gar nicht sinnvoll. Also natürlich kann man sich ein bisschen Platz lassen, wenn man jetzt das Stativ nicht perfekt gerade hatte oder sowas, das es in der Kamera nicht gesehen hat, dass man sagt, okay, man hat am Rand einen kleinen Millimeterchen Platz noch, den man einfach wegschneiden kann. Aber bewusst zu sagen, okay, ich fotografiere jetzt mit 16 Millimeter und schneide das dann zusammen auf einen Bildausschnitt von 50 Millimeter, weil mir das besser gefällt, bringt halt nichts. Weil dann büßt man einfach nur Qualität ein, die man in der Kamera theoretisch zur Verfügung hätte und schmeißt das Bild einfach weg. Das finde ich ist relativ blöd. Natürlich kann es hier und da mal vorkommen, dass man dann im Nachgang am Computer sieht, okay, die Komposition wäre jetzt besser gewesen. Ist mir am Ort nicht aufgefallen, warum auch immer, habe ich nicht dran gedacht, ist mir nicht aufgefallen, keine Ahnung, wieso, weshalb, warum. Dass man dann sagt, okay, ich schneide jetzt trotzdem bewusst mal noch das Ganze ein, andere Nummer. Aber bewusst schon draußen zu sagen, okay, ich fotografiere jetzt weitwinklig, die Komposition mache ich dann im Nachgang, ist Quatsch.

SPEAKER_01

In der Landschaftsfotografie ist es ja oft so, dass man vielleicht im Urlaub ist oder am Wochenende einfach mal rausgeht und sagt, okay, jetzt bin ich den Tag unterwegs. Wenn man den ganzen Tag wirklich Zeit hat, sollte man sich um ein Motiv kümmern oder wie sinnvoll ist es, länger als mal zehn Minuten oder eine Viertelstunde vor einem Motiv zu stehen und zu sagen, okay, jetzt ist schön, halte ich drauf mit Komposition und rum und dran. Gehst du da anders vor?

SPEAKER_02

Kommt so ein bisschen darauf an, wie viel Zeit man hat. Wenn man halt wirklich, wie du sagst, den ganzen Tag Zeit hat, macht es durchaus Sinn, sich das Motiv auch mal bewusst anzuschauen. Und grundsätzlich in der Landschaftsfotografie ist es ja so, man möchte zu den Tagesrandzeiten unterwegs sein. Wenn ich jetzt aber erst so losgehe, dass ich quasi schon mit Sonnenuntergang am Motiv ankomme, wird es relativ schwer, noch eine schöne Komposition zu finden. Dann werde ich in aller Regel die offensichtliche Komposition nehmen, die jeder vielleicht sogar schon mal gesehen hat von dem Motiv und werde nicht die Zeit haben, nach rechts und links noch so ein bisschen zu gucken. Wenn man jetzt aber sagt, okay, ich war in der Location noch nicht, ich kenne die noch nicht, ich gehe einfach tagsüber mal hin, schaue mir die Location mal an. Dann kann man auf der einen Seite schon mal ein paar Bilder machen, einfach zu einer untypischen Tageszeit. Weil auch bei strahlendem Sonnenschein kann vielleicht das ein oder anderen Motiv tatsächlich mal trotzdem schön aus sein. Schön aussehen, muss nicht zwingend sein, aber man kann zumindest erstmal schauen, welche Komposition funktioniert, welche Brennweite funktioniert, welcher Standort funktioniert, wo kann ich vielleicht sinnvoll Filter einsetzen oder ähnliches. Kann sich das dann vielleicht in einer App irgendwie speichern oder sowas, die einzelnen Punkte, wenn die doch ein bisschen weiter auseinander sind. Oder man merkt sich halt einfach, wo man gestanden hat, wenn das Ganze ein bisschen enger zusammen ist. Und dann vielleicht auch mal fußläufig ein bisschen einen größeren Bogen laufen, das Ganze vielleicht mit einer schönen Wanderung oder sowas verbinden. Und dann entdeckt man vielleicht auch Motive, die man so gar nicht im Blick hatte. Also ich habe als Paradebeispiel für mich persönlich den Kirkjevell auf Island. Das ist halt in der Konstellation Kirchjefell mit dem Wasserfall davor wahrscheinlich eines der zentralen Motive, die jeder Fotograf schon mal gesehen hat. Und jeder, der auf Island war, hat auch dieses Bild, würde ich jetzt mal ganz spontan behaupten. Aber der Berg bietet halt wesentlich mehr Möglichkeiten, den Berg zu fotografieren. Man hat einen relativ langen See, sage ich mal, der da ein Stückchen weiter weg ist, wenn man einfach nur 500 Meter, 600 Meter weiter geht, Richtung Grundafjordo, was da in der Ecke ist. Dort hatte ich ja meinen Campingplatz, hatte mein Camper dort stehen und bin vom Camper aus, ich glaube, das waren drei Kilometer oder sowas, zu dem eigentlichen Hauptmotiv hingelaufen. Und auf dem Weg dorthin hast du halt schon zwei, drei Motive, die du ganz entspannt einfangen kannst und die nicht das typische Motiv sind. Und wenn du dann zu unterschiedlichen Tageszeiten, zu unterschiedlichen Wetterzeiten hingehst, kannst du halt aus einem Motiv sieben, acht, neun, zehn Bilder machen, die alle völlig unterschiedlich aussehen, völlig unterschiedliche Aussagen haben und die aber alle für sich genommen sehr schön aussehen. Und deswegen lohnt es sich halt auch einfach, mit einem Motiv mal viel Zeit zu investieren und man entdeckt immer wieder neue Möglichkeiten, dieses Motiv einzufangen. Natürlich gibt es auch Motive, da geht das nicht. Wenn ich jetzt an irgendeiner Bergklippe stehe, da gibt es einen Wanderweg, der da hochführt, dann habe ich da ein Plateau von fünf Meter mal fünf Meter, in das ich dann reinfotografieren kann, dann kann ich halt nur von da fotografieren, dann kann ich nicht sagen, okay, ich gehe jetzt zehn Meter rüber, da ist dann Luft, das funktioniert nicht. Aber bei den meisten Motiven wird es halt so sein, dass man ein bisschen Spielraum hat, was man dann tatsächlich fotografiert und da lohnt sich die Zeit wirklich zu investieren, um einfach hier noch mehr rauszuholen.

SPEAKER_01

Ich wollte gerade sagen, der Lerneffekt, ich denke, der ist nicht zu unterschätzen, wenn man sagt, okay, jetzt man lässt sich tatsächlich an einem Tag oder an einem Nachmittag mal ganz bewusst auf ein Motiv ein und probiert alles, was man im Repertoire hat, sprich Perspektive, Brennweiten, Lichtstimmung, all das, woraus ein Foto bestehen kann, beziehungsweise worauf ich Einfluss habe. Auf den Berg im Hintergrund habe ich keinen Einfluss, aber ich habe auf meinen Standort Einfluss, ich habe Tageszeit Einfluss. Vielleicht ist das ja wirklich so der Punkt, den man, den wir euch heute mitgeben können, dass man sagt, nehmt euch mal die Zeit, macht euch mal einen halben Tag lang einen schönen Fototag und konzentriert euch auf ein Motiv und versucht das aus allen Perspektiven zu erwischen.

SPEAKER_02

Und was halt dann auch mit reinspielt, wenn das Licht perfekt ist, weiß ich genau, wo muss ich hingehen und dann ist es einfach nur noch ein fixes Abarbeiten von den eigentlichen Motiven. Weil ich weiß ja, was ich fotografieren will, ich weiß, was funktioniert. Und wenn ich halt erst hingehe, wenn das Licht schön ist, dann versuche ich nur schnell irgendwie was hinzuschustern und am Ende kommen fünf halbherzige Bilder raus, die alle nicht gut aussehen, dann lieber vorher ein bisschen Zeit investiert und gehe dann mit 10, 20 Bildern nach Hause, die alle richtig gut aussehen.

SPEAKER_01

Und letztendlich geht es darum, in der Fotografie Bilder zu machen, die einem was bedeuten, die möglicherweise auch anderen Leuten was bedeuten, die was Besonderes zeigen, für ein persönlich was Besonderes oder eine Situation, die man schon tausendmal gesehen hat, einfach aus einer neuen Perspektive. Das soll es für heute gewesen sein in unserem Photopraxis Podcast. Vielen Dank, Topi, dass du da warst und uns deinen Einblick gewährt hast in deine persönliche Art der Landschaftsfotografie. Ich freue mich aufs nächste Mal. Wir sehen uns.

SPEAKER_00

Ciao.