Der FOTOPRAXIS Podcast
Fotografie ist mehr als nur Technik – sie ist Leidenschaft, Kreativität und ein ständiger Lernprozess. In unserem Podcast sprechen wir genau darüber: ehrlich, inspirierend und immer mit dem Ziel, dich fotografisch weiterzubringen.
Wir laden regelmäßig spannende Gäste ein – von erfahrenen Profis über kreative Köpfe bis hin zu ambitionierten Hobbyfotografen. Dabei zählt für uns nicht der Titel, sondern die Perspektive: Jeder, der etwas Wertvolles zur Fotografie beitragen kann, bekommt bei uns eine Stimme.
Gemeinsam tauchen wir in unterschiedlichste Themen ein – von Technik und Equipment über Bildgestaltung und Licht bis hin zu Mindset, Workflow und persönlichen Erfahrungen aus der Praxis. Unsere Gespräche sind authentisch, praxisnah und oft gespickt mit hilfreichen Tipps, die du direkt für deine eigene Fotografie nutzen kannst.
Egal, ob du gerade erst anfängst oder schon lange fotografierst: Dieser Podcast soll dich inspirieren, motivieren und dir neue Blickwinkel eröffnen.
Für alle, die ihre fotografischen Kenntnisse erweitern und ihre Leidenschaft auf das nächste Level bringen möchten.
Der FOTOPRAXIS Podcast
#3: Sind Fremdobjektive wirklich die bessere Wahl?
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Podcast-Folge: Sind Fremdobjektive wirklich die bessere Wahl?
In dieser Folge des FOTOPRAXIS Podcasts sprechen Christian Haasz und Toby Horn über ein Thema, das Fotografen seit Jahren beschäftigt: Sind Fremdobjektive von Sigma, Tamron, Samyang, Viltrox & Co. heute eine echte Alternative zu den Originalobjektiven der Kamerahersteller?
Anhand eigener Erfahrungen aus der Praxis diskutieren die beiden die Stärken und Schwächen moderner Drittanbieter-Objektive. Toby berichtet von seinen Erfahrungen mit Sony Vollformat- und APS-C-Kameras sowie mit unterschiedlichsten Objektiven – von günstigen manuellen Festbrennweiten bis hin zu leistungsstarken Autofokus-Modellen.
Dabei geht es unter anderem um Bildqualität, optische Fehler, Autofokus-Leistung, Serienstreuung bei günstigen Objektiven und die Frage, ob die teuren Originalobjektive ihren Aufpreis tatsächlich wert sind. Außerdem sprechen Christian und Toby über den Gebrauchtmarkt, Vintage-Objektive, adaptiertes Altglas und warum ältere Objektive an modernen Kameras oft besser funktionieren als viele Fotografen vermuten.
Christian gibt zudem spannende Einblicke in seine Arbeit mit adaptierten Objektiven an der Fujifilm GFX und erklärt, weshalb manche Klassiker selbst an 100-Megapixel-Kameras erstaunlich gute Ergebnisse liefern.
Freu dich auf einen praxisnahen Austausch über Technik, Preis-Leistung und die Frage, wie viel Objektiv man wirklich braucht – für bessere Fotos und mehr Freude am Fotografieren.
Perfekt für alle, die vor dem nächsten Objektivkauf stehen oder das Maximum aus ihrem vorhandenen Equipment herausholen möchten.
Ich würde sagen, es sind über die Jahre jetzt ungefähr 60 oder 70 Objektive.
SPEAKER_02Ich kann mir nicht vorstellen, dass es unbedingt das 3000 oder 5000 Euro Objektiv sein muss. Das ist so scharf. Da bluten einem die Augen.
SPEAKER_01Also wirklich. Und möchte jetzt einfach mal sehen, okay, wie sieht denn so ein Porträt aus mit so einem richtig unscharfen Hintergrund. Ich möchte mal so ein 50 F18 probieren, aber man kann so trotzdem erstmal das Laufen lernen überhaupt damit. Und das ist auch eine große Chance hier, die die Dritthersteller bieten.
SPEAKER_00Der Fotopraxis Podcast mit Unterstützung der Zeitschrift Fotopraxis.
SPEAKER_02Hallo zu unserer neuesten Folge aus unserem Fotopraxis Podcast. Heute habe ich wieder einen Gast bei mir, nämlich Tobi Humann. Den kennt ihr schon von unserem YouTube-Channel Photopraxis TV. Hallo Tobi. Hallo. Heute geht es um das Thema Fremdobjektive. Das ist so eine Glaubenssache, möchte man meinen. Manchmal in den Foren oder auf YouTube. Da wird rumdiskutiert, Fremdobjektive ja oder nein. Und wir werden heute mal von Tobi erfahren, wie er die Sache sieht. Ich werde auch mal einen Kommentar dazu abgeben, aber werde mich da ein bisschen zurückhalten. Ich habe gleich als erstes die Frage, arbeitest du selber mit Fremdobjektiven und vor allem auch an welchem System?
SPEAKER_01Ich habe jahrelang mit Fremdstellerobjektiven gearbeitet, auch in meinen Sony-Vollformat-Kameras. Da hatte ich über Jahre das Tamron 28 bis 75 DG1-Variante damals. Und die würde ich wahrscheinlich auch heute noch aktiv nutzen, wenn ich nicht zwischenzeitlich auf die Sony A9 Mark III umgestiegen bin. Und im APSC-Bereich nutze ich tatsächlich sehr viel Dritterstellerobjektive. Auch da vor allem Tamron, aber auch andere Hersteller wie Mikey oder Samyang oder ähnliche.
SPEAKER_02Aha. Mikey, Samyang, das sind ja asiatische Hersteller, soweit ich weiß, die ja durchaus den Ruf haben, sehr, sehr günstig zu sein. Wo sind die Einschränkungen? Weil sehr günstig würde man ja dann gleich sagen, ja, Vignetierung, chromatische Operationen, Objektiv oder optische Fehler. Was ist da deine Erfahrung?
SPEAKER_01Es lässt sich pauschal nicht so sagen. Also auf der einen Seite die Hersteller, wenn wir jetzt mal an die namhaften denken, Mikey, Samyang und sowas, das sind die Hersteller, die geholfen haben, beispielsweise das Sony E-Mount groß zu machen. Weil Sony hat von Anfang an gesagt, okay, wir geben alle Mount-Daten raus, die Hersteller können dafür produzieren, was sie wollen, in einem gewissen Rahmen. Telekonverter dürfen nicht sein und maximal 15 Bilder pro Sekunde werden unterstützt, wenn es als Objektiv einen Autofokus hat. Das sind zwei Limitierungen, mit denen kann ich absolut fein leben. Und bis vor, ich sage mal, einem halben Jahr war das auch gar kein Problem, weil mit der Sony A75 sind wir jetzt erst über die 11 Bilder überhaupt hinausgekommen. Das heißt, bis dato war es sowieso nur ein Problem bei den High-End-Kameras, wo dann wiederum selten Drittherstellerobjektive genutzt werden. Damit war das gar kein Problem. Und die Dritthersteller haben in den letzten Jahren einen extremen Wandel hingelegt, wenn wir jetzt mal bei diesen wirklich günstigen Bleiben. Wenn man sich jetzt vor 10, 12 Jahren die Objektive anguckt, super billig. Zum Teil für 50 oder 60 Euro hast du ein neues Objektiv gekriegt. Rein manuell, kein Autofokus. Das wäre schon mal der erste Nachteil, hilft aber gerade beim Lannen auch so ein bisschen, weil es entschleunigt, du musst bewusst darüber nachdenken, welche Blende stelle ich ein, wie ist der Fokus und sowas. Und wenn man sich einmal an den manuellen Fokus gewöhnt hat, wird man damit auch immer schneller. Und dann hat man aber halt auch den Punkt mit den optischen Fehlern, was du gerade schon sagtest, die chromatischen Apparationen sind häufiger und stärker im Bild. Die Vignette ist in aller Regel ein bisschen stärker zu sehen, die Schärfe ist vielleicht nicht ganz perfekt. Und was aber der große Punkt ist, das hat man vor allem beim Samyang 12 mm sehr schön gesehen gehabt damals, die Serienstreuung. Bei Sony ist es halt so, da wird, ich weiß nicht, wie es tatsächlich läuft, aber ich sage es mal sinngemäß, wird jedes Objektiv getestet, ob es scharf ist und ob es passt. Kann man sich halt bei einem Preis von einem Objektiv von 3000, 3500 Euro, kann man sich das ganz entspannt leisten, die fünf Minuten da mal rein zu investieren. Wenn man jetzt aber schon nur quasi den Materialwert als Verkaufswert hat, dann kann man diese Zeit halt nicht investieren. Dann sind die Maschinen, die die Produktion machen, nicht ganz so genau. Dann wird der Zusammenbau nicht ganz so genau und dann sind die Toleranzen wesentlich größer. Und das kann halt dazu führen, dass die Seriensteuerung dann wiederum sehr groß ist. Das heißt, bei dem Sammler 12 mm gab es einige Exemplare, die waren richtig, richtig gut für eine Schärfe. Und dann gab es aber auch Exemplare, die waren einfach nur Müll, weil die waren völlig unscharf. Und das ist halt so der Punkt, den man bei den billigen Herstellern hat, dass es halt mehr Bildfehler gibt und die Seriensteuerung größer ist.
SPEAKER_02Wenn ich jetzt so ein Objektiv im Fachhandel kaufe, habe ich aber doch grundsätzlich die Möglichkeit zu sagen, okay, jetzt teste ich es mal übers Wochenende und sehe, oje, da habe ich jetzt ein Montagsobjektiv erwischt, tausche ich mir um.
SPEAKER_01Ja, also gerade beim Sambiang gab es das regelmäßig, dass die Leute dann drei, vier Mal umgetauscht haben, bis dann tatsächlich mal ein Objektiv funktioniert hat. Und zum Teil ist es ja auch so, die Kameras selber haben ja auch eine gewisse Serienstreuung. Auch das ist in den günstigeren Modellen häufiger als in den teuren. Fällt meistens nicht auf, aber bei sowas kann es dann halt manchmal sein, dass ein Objektiv bei der einen Kamera nicht passt, bei der anderen Kamera aber funktioniert. Und deswegen haben es dann einige wirklich gemacht, dass sie drei, viermal umgetauscht haben, hin und her getauscht haben und bis es dann irgendwann mal funktioniert hat.
SPEAKER_02Aber das klappt natürlich dann nur, wenn ich meine Objektive auch wirklich im Fachhandel kaufe. Also in dem Fall muss ich wohl wirklich eine Lanze für den Fachhandel brechen und sagen, okay, geht zum Fotohändler oder geht irgendwo hin, wo man eine Rechnung kriegt und das Objektiv dann auch rumtauschen kann. Im Privatbereich keine Chance, dann habe ich so ein Ding.
SPEAKER_01Im Privatbereich auf keinen Fall. Online-Handel weiß ich nicht. Jetzt mal unabhängig von den Objektiven, bin ich ein großer Freund vom Fachhandel bei Kameras als solches, weil du da die Teile halt auch einfach mitnehmen kannst und dann zum Teil bieten die auch sowas an, dass du es dann übers Wochenende mal probieren kannst und danach am Wochenende feststellst, okay, das ist was für mich, wird der Leihpreis einfach vom Kaufpreis abgezogen und du zahlst einfach nur den ganz normalen Kaufpreis der Kamera. Wenn du halt feststellst, okay, das ist nichts für mich, zahlst du halt den Leihpreis für das Wochenende, aber das ist dann ja auch irgendwo nur fair, weißt dann aber im Gegenzug, die Kamera ist was für dich oder halt eben nicht.
SPEAKER_02Die Objektive, die hier auf dem Tisch stehen, was gibt es dazu zu sagen? Das scheinen ja jetzt keine Fremdhersteller.
SPEAKER_01Das ist einfach nur mal so als Anschauungsbeispiel quasi gedacht, zumindest die drei, die ich da hingestellt habe. Das ist halt das, was man so als Standard-Objektivauswahl quasi immer sagt, was der Fotograf da haben sollte. 1635 F28, 2470 F28, 70,200 F28 kosten zwischen 3000, 3500 Euro das Stück. Und das ist halt verdammt viel Geld. Und das kann und will sich nicht jeder leisten und das muss sich zum Glück auch tatsächlich nie jeder leisten, weil wir sind heutzutage in einer sehr luxuriösen Position, dass wir nicht mehr nur diese billigen Dritthersteller haben wie Mikey und Co., sondern wir haben halt auch Sigmar, wir haben Tamron. Mittlerweile ist Wildrocks ein richtig guter Objektivhersteller geworden. Die waren vor ein paar Jahren angefangen mit Objektiven, da konntest du beim Fokussieren zugucken. Also das war so langsam und stockend und jetzt haben sie richtig gute Sachen auf dem Markt. Mikey hat sich extrem gebessert. Also die ganzen Dritthersteller werden immer besser und besser und besser. Mittlerweile sind vor allem Sigma, aber auch Tambraun auf dem Niveau eigentlich vom Ersthersteller quasi, wie beim Kameraherstellerien von Schärfe und Allem. Und das, was früher Sigmar und Tambraun waren vor zehn Jahren, ist jetzt Mikey und Co., die halt auch sehr gute Objektive herstellen. Nicht mehr für 60 Euro, aber für 100, 200 Euro kriegt man dann immer noch richtig, richtig gute Objektive. Und das zeigt halt einfach, es muss nicht dieses teure Glas sein, sondern es kann halt auch ein bisschen günstigere Glas sein, womit man trotzdem fast die gleichen Bilder machen kann. Leichte Einschränkungen, der Autofokus ist vielleicht ein bisschen langsamer immer, noch wenn ich jetzt ein Tamron gegen einen Sony vergleiche, ist das Sony im Autofokus schneller. Aber in einem Bereich, der in der normalen Fotografie nicht auffällt. Wenn ich jetzt Sportfotografie betreibe, dann kann es natürlich sein, dass das Tamron, ich hatte jetzt zum Beispiel zuletzt das 35 bis 100, das neue da. Das hat es halt nicht geschafft, wenn die Handballerin auf mich zugelaufen ist, dass ich jedes Bild knack scharf war. Hat das Objektiv nicht geschafft. Mit dem Sony wäre es kein Problem gewesen. Ist jetzt aber auch keine Situation, die normal jemand fotografiert mit so einem Dritthersteller Objektiv, sondern er sagt dann halt, okay, dann mache ich es halt in der nächsten Runde nochmal und wenn von den zehn Bildern eins scharf ist, reicht mir das am Ende des Tages auch. Und das ist hier halt der große Vorteil. Man spart sich halt die Hälfte, wenigstens, wenn ich sogar noch mehr vom Geld und kann das dann in weiteres Zusatz-Equipment oder sowas reinstecken oder kriegt halt einfach zwei, drei Objektive zum Preis von einem.
SPEAKER_02Du hast die Geschwindigkeit angesprochen. Ist das der einzige Faktor, der jetzt beim Kauf eines Herstellerobjektivs, also jetzt wenn ich eine Sony-Kamera habe, Sony-Objektiv, ist das der einzige Faktor oder der wichtigste Faktor, die Geschwindigkeit?
SPEAKER_01Du hast noch die ganzen Zusatzfeatures. Meistens bieten die Herstellerobjektive mehr Features im Objektiv. Also um jetzt mal bei Sony zu bleiben, einfach, die haben beispielsweise noch einen Blendenring, da kann man noch einstellen mit Klicks, ohne Klicks. Bei den 24 bis 70 kann man noch einstellen, wie hart der Zoom sein soll, ob das eher weich sein soll oder ob das eher mit ein bisschen Widerstand sein soll. Und solche Feinheiten, solche Spielereien, die hat man halt ganz einfach nicht. Dann hast du, was ich schon sagte, die Limitierungen beispielsweise halt bei Sony mit den 15 Bildern pro Sekunde. Du kannst keine Telekonverter nehmen und sowas. Das ist dann aber halt irgendwo der Preis dafür, dass man halt weniger bezahlt. Und das sind auch keine Limitierungen, die das Fotografieren unmöglich machen. Das macht es einfach nur einen Tick schwerer in den krassen Randbereichen.
SPEAKER_02In den krassen Randbereichen, eben, da geht es ja in die professionelle Fotografie. Ich denke, im Bundesligastadion wird man relativ wenig Fremdherstellerobjektive an den Kameras sehen, ob das jetzt Canon oder Sony oder Nikon ist. Aber im Alltag, also in der Hobbyfotografie, selbst wenn ich als Reportagefotograf mal ein örtliches Fußballspiel oder so mache, kann ich mir nicht vorstellen, dass es unbedingt das 3.000 oder 5000 Euro Objektiv sein muss.
SPEAKER_01Muss es auch nicht. Also muss es definitiv nicht. Für alles, was im normalen Hobby-Amateurbereich ist, für die generelle Photographie gesprochen, muss es definitiv nicht das Herstellerobjektiv sein. Da gibt es die günstigeren Varianten. Dann kann man beispielsweise auch sagen, okay, man geht halt mal zu einem Objektiv, was 70, 80 Euro kostet, weil man einfach die Brennweite in Verbindung mit der Offenblende mal probieren will, weil man gerade in die Fotografie eingestiegen ist. Man möchte mal, man hat bisher nur mit einem Kind fotografiert, also mit dem 16 bis 50 oder was auch immer es dann in der jeweiligen Kamera ist und möchte jetzt einfach mal sehen, okay, wie sieht denn so ein Porträt aus mit so einem richtig unscharfen Hintergrund, ich möchte mal so ein 50 F18 probieren oder sowas oder F12 oder keine Ahnung was. Und ich möchte jetzt aber nicht 800 Euro dafür investieren, dann nimmt man halt was Günstiges von einem ganz günstigen Dritthersteller und kann damit mal experimentieren, kann es damit lernen. Wenn man feststellt, okay, das ist was für mich, dann kann man später immer noch das Geld in die Hand nehmen, weil mit einem manuellen Fokusobjektiv bei F12, F14 ein Porträt machen, ist halt auch schwierig, sage ich jetzt mal, dass das wirklich exakt trifft. Ist möglich, aber ist definitiv nicht leicht. Aber man kann so trotzdem erstmal das Laufen lernen überhaupt damit. Und das ist auch eine große Chance hier, die die Dritthersteller bieten. Einfach die Option, dass man mit der Technik mal spielen kann, mal experimentieren kann, sich weiterentwickeln kann, ohne dass man hier halt die sprichwörtliche Bank ausrauben muss und gleich das ganze große Geschütz auffahren kann. Und am Ende des Tages merkt man dann vielleicht auch, okay, ja, das gefällt mir nicht der Fotografie, das Bild gefällt mir nicht, das ist was, was mir keinen Spaß macht. Ja, dann hat man im Zweifelsfall da 80 Euro ins Hand gesetzt anstelle von 800, weil selbst wenn ich dann direkt wieder verkaufe, ist es halt trotzdem irgendwie dann nur noch 500 Euro vielleicht wert.
SPEAKER_02Stichwort verkaufen, weil ich denke, wenn man so ein Objektiv mal ausprobiert hat und nicht zurückgeben kann über den Fachhandel, über Kleinanzeigen.de oder so, lässt sich sowas normalerweise ja dann auch relativ leicht wieder verkaufen, oder? Wie viele Objektive stehen bei dir rum, die du eigentlich verkaufen könntest, aber.
SPEAKER_01Ich habe aufgehört zu zählen. Ich würde sagen, es sind über die Jahre jetzt ungefähr 60 oder 70 Objektive, die ich zu Hause stehen habe. Aktiv nutzen für die Fotografie, sind es so fünf, sechs Objektive tatsächlich, die ich am Hauptsystem, also Sony Vollformat, nehme. Dann habe ich so drei, vier Objektive, die ich entweder an Sony APSC oder MFT nehme. Und der ganze Rest sind Objektive, die ich entweder früher mal genutzt habe und einfach nicht verkauft habe oder die ich über irgendwelche Reviews oder sowas zugeschickt bekommen habe. Ich habe, keine Ahnung, beispielsweise 6, 7, 35 mm Objektive, alle rein manuell. Man bewahrt sie halt auch, weil man sich denkt, okay, vielleicht machst du irgendwann mal noch ein Video dazu. Am Ende des Tages steht der Größteil, seitdem ich es habe, dann einfach nur nach Abschluss des Reviews im Regal und staubt dort fröhlich vor sich hin.
SPEAKER_02Ich wollte nur sagen, kurz zur Einordnung, also wenn jemand 60 Objektive zu Hause hat, ist es normalerweise. Entweder ein Sammler, der seit sehr langer Zeit sammelt, oder eben jemand wie der Tobi, der einen YouTube-Channel betreibt und der eben auch mal Testgeräte zugeschickt kriegt. Also ihr müsst euch nicht senken, also keine 60 Objektive sammeln und dann sagen, okay, jetzt bin ich ein Fotograf, darum geht's nicht.
SPEAKER_01Nein, absolut nicht. Also auch die Zahl als solches ist definitiv zu viel. Da braucht man auch nicht drüber reden. Und wie gesagt, ich könnte halt 90 Prozent davon ganz easy einfach weggeben, verschenken, verlosen, verkaufen, was auch immer. Man behält es halt mit dem Hintergedanken, okay, vielleicht brauche ich es mal noch. Also ich habe beispielsweise, früher hatte ich auch nicht die teure Dreifaltigkeit der Objektive quasi gehabt. Ich hatte das SIS 16 bis 35, von Tamon das 2875 und von Sony das 70200 F4 in der ersten Variante. Das war mein Einstieg ins Vollformat quasi mit den drei Objektiven. Die habe ich jetzt auch noch da, weil ich eigentlich mal ein Video beispielsweise machen wollte, wo ich das billige Equipment, billige, mit dem teuren neuen Equipment vergleichen wollte, bin halt einfach noch nicht dazu gekommen. Aber sie stehen halt noch da, dazu kommt noch ein bisschen sentimentaler Wert, weil das waren halt die ersten Objektive, man hat damit kennt es.
SPEAKER_02Ist ja quasi in jedem Hobby so, dass man sich von Dingen, die mal ans Herz gewachsen sind, der schlecht trennen kann. Okay.
SPEAKER_01Aber steht da noch ein Objektiv von dir da? Was hat es damit aufgeschrieben?
SPEAKER_02Ja, ihr wisst ja vielleicht, ich bin Werbefotograf und arbeite in der Produktfotografie mit einer GFX, also mit einer Fuji GFX, mit einer 100-Megapixel-Kamera. Und ich habe da ein Cambo-System, das ist ein Fachkamerasystem, wo man eben Festbrennweiten verwendet, die sehr hochwertig sind, aber manuelle Objektive. Und ich habe in der Produktfotografie oft mal das Problem, dass ich wirklich sehr viel Schärfe brauche, auch mit sehr kleinen Blendenarbeiter, also F16, auch mal F22. Und da bin ich mal über einen Tipp von einem Kollegen dazugekommen, ich soll mir doch mal die ganz alten Objektive anschauen. Und das hier ist ein Rodenstock-Objektiv, ein 55mm F4,5 mm. Also die Blende ist jetzt nicht extrem, aber in der Produktfotografie ist es tatsächlich nicht notwendig, so weit offen Blenden zu haben. Und dieses Objektiv, muss ich sagen, ich weiß gar nicht von wann das ist, das habe ich irgendwo mal für ein paar hundert Euro gekriegt. Also in vergleich zu ähnlichen Objektiven, die man auch für Großformatkameras can, is this an absolute schnell and passed out on the GFX of Fuji. That's a Fuji Anschluss. And this camera is in the product photographic is in the product photography my absolute Lieblings Objective. That is so sharp, that blew the eyes. Shout out to what it is on other objectives, in the full format. There are objective that an unclean roof have adapted out to modern camera systems. The AutoFocus existed, nothing. But it's let's not, it's tatsuki to accounted with a billion objective for 100 Euro or the 80 years, we gross the build quality, or how the build quality was. But when I DSLR oder ein Airz-N Voll Format oder auch eine APSC-Kamera mit 25, selbst mit 40 Megapixel Auflösung habe, da kann man tatsächlich Objektive finden, die auch für diese Auflösung noch gut geeignet sind. Nicht bei jedem Objektiv, aber das ist auf jeden Fall eine Möglichkeit, mal über den Tellerrand zu schauen.
SPEAKER_01Mit der Art der Fotografie habe ich mich tatsächlich noch gar nicht befasst. Da gibt es ja auch sehr viele sehr, sehr interessante Sachen. Und generell Vintage-Objektive habe ich tatsächlich auch gar keine zu Hause.
SPEAKER_02Nee, muss ich auch sagen, also Vintage-Objektive war für mich jetzt nur in dem Bereich tatsächlich ein Thema, aber ich arbeite normalerweise mit einer Fuji XH2 und da ist die Auswahl an Vintage-Objektiven, die mich wirklich interessieren würden, jetzt nicht so wahnsinnig groß. Aber es gibt eine Szene, das auch als Tipp, schaut euch mal rum, im Internet, in diversen Fotoforen, es gibt tatsächlich eine Szene, die sich da austauschen, welche Vintage-Objektive für welche Kamerasysteme geeignet sind. Teilweise werden ja sogar irgendwelche Projektorobjektive umgebaut und adaptiert an Kameras, weil die halt dann so eine interessante Anmutung haben, was die Schärfe angeht, was die Farbgebung angeht. Aber das ist natürlich schon ein sehr spezielles Feld.
SPEAKER_01Was ist deine Erfahrung mit gebrauchten Objektiven? Kaufst du gebraucht oder kaufst du neu?
SPEAKER_02Ich habe tatsächlich für meine Großformatkamera bzw. die GFX, das sind die Originalobjektive. Ich habe da mal Fremdobjektive versucht, auch gebraucht. Also grundsätzlich habe ich überhaupt kein Problem damit, gebraucht Objektive auszuprobieren. Allerdings in dem Bereich muss man wirklich vorsichtig sein, weil, wie du auch vorhin erzählt hast, es gibt eine gewisse Serienstreuung. Und wenn ich jetzt irgendein Gebrauchobjektiv über einen Privatkauf kriege und das funktioniert nicht, dann wird es halt einfach schwierig zu sagen, hey, pass auf, bei mir funktioniert es nicht so, obwohl der Verkäufer vielleicht absolut davon überzeugt war. Wenn es über den Fachhandel geht, habe ich überhaupt kein Problem damit. Also da probiere ich auch gebrauchte Objektive und auch Fremdobjektive aus. Das ist überhaupt kein Ding.
SPEAKER_01Ich finde es tatsächlich ein bisschen schade. Das 70,200 habe ich mir auch Gebrauch gekauft. Funktioniert problemlos. Ich habe dabei nur nicht betrachtet, dass ich ja als Gewerbe kaufe und damit auf das Gebrauchte keine Mehrwertsteuer runtergeht. Und damit wäre es für mich unterm Strich günstiger gewesen. Ich hätte es neu gekauft, als es Gebrauch zu kaufen, aber aus Fehlern lernt man. Ich würde aber als Privatperson heutzutage tatsächlich kaum noch Objektive neu kaufen. Weil durch die großen Online-Händler oder auch den Fachhandel, Carlo Met macht es ja beispielsweise auch mit dem Gebrauchte Objektive verkaufen. Die sind ja, also gerade das Objektiv von mir, das war wie neu. Und das hat irgendwie 400 Euro weniger gekostet, als es neu gekostet hätte. Und man hat es dem Objektiv nicht angesehen. Also es war wahrscheinlich von jemandem, der es sich gekauft hat, zweimal genutzt hat, festgestellt hat, okay, brauche ich nicht mehr und wieder weg. Und da kann man halt echt Glück haben. Man kann auch Pech haben, deswegen halt dann nicht einfach bei Ebay kaufen, gerade wenn es hochpreisige Objektive sind. Aber ansonsten würde ich als Privatperson heutzutage nicht mehr neu kaufen, das lohnt sich. Das sollen lieber die Profis machen, die das übers Gewerbe abrechnen können und das dann irgendwann wieder verkaufen und dann freuen sich die ganzen normalen Kunden.
SPEAKER_02Trifft aber auch auf Kameras zu, oder nicht nur Objektive. Also auch Kameras. Ich habe eine sehr lange Zeit mit Canon, Vollformatkameras digital gearbeitet und muss wirklich sagen, eine 5D Mark IV oder sowas, die würde ich bedenkenlos gebraucht kaufen, weil das einfach eine tolle Kamera war, ein tolles Kamerasystem, wenn man eben das EF-Objektivsystem noch hat, vielleicht noch ein paar ältere Objektive rumliegen hat. Also kein Thema. Alles klar. Ich hoffe, ihr konntet einen kleinen Einblick gewinnen, welche Vorteile und welche Nachteile der Einsatz von Fremdobjektiven und von älteren Objektiven an eurer Kamera hat. Würde mich freuen, wenn ihr auch beim nächsten Podcast, bei unserem Fotopraxis-Podcast wieder dabei wärt. Tobi, vielen Dank, dass du dabei warst.
SPEAKER_00Na klar.
SPEAKER_02Und wir sehen und hören uns beim nächsten Mal. Bis dann. Ciao.
SPEAKER_00Der Fotopraxis Podcast mit Unterstützung der Zeitschrift Photopraxis.