Der FOTOPRAXIS Podcast
Fotografie ist mehr als nur Technik – sie ist Leidenschaft, Kreativität und ein ständiger Lernprozess. In unserem Podcast sprechen wir genau darüber: ehrlich, inspirierend und immer mit dem Ziel, dich fotografisch weiterzubringen.
Wir laden regelmäßig spannende Gäste ein – von erfahrenen Profis über kreative Köpfe bis hin zu ambitionierten Hobbyfotografen. Dabei zählt für uns nicht der Titel, sondern die Perspektive: Jeder, der etwas Wertvolles zur Fotografie beitragen kann, bekommt bei uns eine Stimme.
Gemeinsam tauchen wir in unterschiedlichste Themen ein – von Technik und Equipment über Bildgestaltung und Licht bis hin zu Mindset, Workflow und persönlichen Erfahrungen aus der Praxis. Unsere Gespräche sind authentisch, praxisnah und oft gespickt mit hilfreichen Tipps, die du direkt für deine eigene Fotografie nutzen kannst.
Egal, ob du gerade erst anfängst oder schon lange fotografierst: Dieser Podcast soll dich inspirieren, motivieren und dir neue Blickwinkel eröffnen.
Für alle, die ihre fotografischen Kenntnisse erweitern und ihre Leidenschaft auf das nächste Level bringen möchten.
Der FOTOPRAXIS Podcast
#4: Langzeitbelichtung – wie viel Zeit braucht ein gutes Foto?
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Podcast-Folge: Langzeitbelichtung – Ruhe, Bewegung und Zeit im Bild
In dieser Folge des FOTOPRAXIS Podcasts spricht Christian Haasz mit seinem Gast Ronny Behnert, einem ausgewiesenen Experten für Langzeitbelichtung, über eines der faszinierendsten Themen der Fotografie.
Ronny erzählt, wie er über Zeichnung, analoge Fotografie, Architektur und seine Zeit an der Küste zur Langzeitbelichtung gefunden hat – und warum ihn besonders die Verbindung aus Bewegung, Ruhe, Wasser, Wolken und minimalistischer Bildgestaltung bis heute begeistert.
Im Gespräch geht es um die technischen Grundlagen ebenso wie um die kreative Seite der Langzeitfotografie: Welches Stativ braucht man wirklich? Welche Rolle spielen Vollformat, APS-C oder kleinere Sensoren? Welche Brennweiten eignen sich für Langzeitbelichtungen – und warum können längere Brennweiten schnell zur Herausforderung werden?
Christian und Ronny sprechen außerdem über ND-Filter, Polfilter, Belichtungszeiten, Fernauslöser, Verwacklungen, Wind, Wasser, ziehende Wolken und die Frage, wie man vor Ort die richtige Zeit für ein Bild findet. Dabei wird klar: Langzeitbelichtung ist nicht nur Technik, sondern vor allem Erfahrung, Geduld und ein Gespür für Motiv, Licht und Bewegung.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bildgestaltung. Ronny erklärt, warum er oft sehr minimalistisch arbeitet, weshalb Vordergründe in seinen Bildern nur selten eine Rolle spielen und wie er mit Komposition, Helligkeit, Verläufen und Bildbearbeitung Tiefe und Ruhe erzeugt.
Auch Lightroom, Photoshop und KI-Werkzeuge kommen zur Sprache – nicht als Ersatz für Fotografie, sondern als Hilfsmittel, um störende Elemente zu entfernen, Motive stärker herauszuarbeiten und die Bildwirkung zu verfeinern.
Freu dich auf ein praxisnahes Gespräch über Stative, Filter, Bildaufbau, kreative Entscheidungen und die besondere Magie der Langzeitbelichtung.
Link zum Buch "Langzeitbelichtung" von Ronny Behnert: Langzeitbelichtung
Je länger ich belichte, desto weniger sich bewegende Elemente sind quasi sichtbar. Und jetzt nicht zeigenswert. Ich habe sie leider auch gar nicht mehr, muss ich sagen.
SPEAKER_00Du hast vorhin von Stress geredet und wenn ich jetzt Langzeitbelichtung höre, hast du ja auch schon angedeutet, dann kommt man nicht unbedingt auf den Begriff Stress.
SPEAKER_04Ich weiß noch genau, als ich mich stärker auf die Bildbearbeitung konzentriert habe, da habe ich an einem Bild tatsächlich mal, ich glaube, so 45, 46 Stunden gesetzt.
SPEAKER_03Der Fotopraxis Podcast mit Unterstützung der Zeitschrift Photopraxis.
SPEAKER_00Hallo zusammen zu einer neuen Folge unseres Photopraxis Podcast. Ich freue mich, dass wir heute einen Gast da haben, Ronny Behnert. Heute geht es um ein ganz spezielles und ganz, ganz hochinteressantes Thema, aus meiner Sicht auch als Fotograf. Es geht um Langzeitbelichtungen. Das ist so ein Thema, das man ja normalerweise nicht so als erstes auf dem Schirm hat, wenn man an die Fotografie denkt. Aber wenn man das dann mal auf dem Schirm hatte, dann ist es ein unglaublich faszinierendes Thema. Und deswegen habe ich mir heute Ronny Weder eingeladen, der ein ausgewiesener Experte dazu ist, auch bei uns im Bildner Verlag ein Buch dazu veröffentlicht hat. Und den fragen wir jetzt einfach mal, wo er herkommt, was er macht und was er uns für Tipps geben kann zum Thema Langzeitbelichtung. Hallo Ronny, freut mich, dass du da bist. Hallo Christian, ich freue mich auch. Vielen Dank, dass ich da sein darf. Das ist ja ganz selbstverständlich. Wir sind alle neugierig und wollen aus deinem Fundus an Erfahrungen schöpfen. Also insofern fangen wir gleich mal an. Was persönlich ist, wie kommst du zur Langzeitbelichtung? Ich meine, oder fangen wir noch früher an, wie kommst du zur Fotografie?
SPEAKER_04Ja, gute Frage. Also, sagen wir mal, als ich, ich habe mich schon immer so ein bisschen für optische Sachen interessiert und habe als Kind wahnsinnig viel gezeichnet. Also, meine Mutter hat teilweise auch Modezeichnungen angefertigt und hat mir so ein bisschen das Zeichnen nähergebracht. Das heißt, ich habe immer irgendwie versucht, irgendwas darzustellen. Und wollte dann irgendwann mal Comiczeichner werden und hatte mich auch teilweise so ein bisschen in die Richtung engagiert, wurde dann aber nichts und habe das dann irgendwann aufgegeben oder beziehungsweise habe dann irgendwie so eine Art Schaffenspause bekommen und dachte, okay, was mache ich jetzt? Und ich konnte es aber nicht sein lassen und habe dann einfach nach anderen Medien gesucht und habe dann angefangen zu fotografieren. Das heißt, ich habe mir auch erstmal keine eigene Kamera gekauft, sondern ein Freund hatte damals noch so eine kleine Kompaktkamera. Das war, ich glaube, 2006 oder 2007, die nicht so super viel konnte, aber für mich war das einfach spannend, weil es erstmal auch ein digitales Medium war. Das heißt, ich konnte schnell fotografieren, habe sofort gesehen, was mache ich eigentlich. Und ja, das waren so ein bisschen die Anfänge. Also ich bin dann quasi damit losgegangen in die Stadt, habe erstmal Details fotografiert, bin in den Park reingegangen und habe alles fotografiert, was mich irgendwie interessiert hat. Noch weniger Menschen, keine Langzeitbelichtungen, sondern eher ganz einfache klassische Dinge. Und dann irgendwann, ja, ich habe dann schon relativ schnell Gefallen gefunden, bin dann irgendwie auch auf Friedhöfen rumgekrochen und habe irgendwelche Statuen fotografiert und habe immer schon so ein bisschen Ruhe gesucht und ein bisschen Stille. Und also es waren nie aufregende Fotografieren, wo jetzt unfassbar viel los war. Und habe auch nie wirklich mit Licht gespielt, sondern versucht eher, ja, das, was ich gerade sehe, einfach darzustellen. Und habe mich dann so ein bisschen weiterentwickelt, hab dann, oder sagen wir mal, eigentlich eher zurückentwickelt. Ich bin in die analoge Fotografie dann gegangen und habe mir dann quasi erstmal eine analoge Kamera gekauft, weil ich dachte, okay, ich will wissen, wie funktioniert das ganze Spielchen eigentlich oder wie hat das vielleicht auch angefangen. Und wollte alles so ein bisschen selber machen und bin dann auch in die Dunkelkammer gegangen, habe noch einen Freund gehabt, der mir so ein bisschen geholfen hat, mir das erklärt hat und mit dem ich das auch oft zusammen gemacht habe. Und das hat mir auch Spaß gemacht. Ich habe viele Nächte irgendwie in der Dunkelkammer verbracht, irgendwie, und das war auch alles toll, aber es war mir immer zu langsam und leider auch viel zu teuer.
SPEAKER_00Kann ich gut nachvollziehen, eigener Frage. Ja, verstehe ich hundertprozentig.
SPEAKER_04Also der Prozess ist natürlich unfassbar spannend. Keine Frage, und ich finde, jeder sollte das mal durchgemacht haben, aber es ist halt leider für die schnelle Sache, die wir jetzt gerade so ein bisschen oder in der Zeit, in der wir auch leben, ist das einfach nicht mehr richtig zeitgemäß. Und von daher habe ich gedacht, okay, gehst du wieder zurück, kaufst dir jetzt deine erste eigene Digitalkamera. Ich kann gar nicht mehr genau sagen, welche das war, aber die ersten Objektive quasi auch noch, das erste Stativ bei Saturn auch irgendwie gekauft für 30 Euro irgendwie. Also ganz einfache Nummern auch und habe dann einfach erstmal losgelegt und bin dann wieder durch die Stadt, habe mich so ein bisschen mit Architektur beschäftigt. Und ja, habe immer schon so ein Faible auch für Architektur gehabt, für Gebäude vor allem und gerade auch so moderne Geschichten. Berlin war auch gerade in der Zeit so ein bisschen, ja, es hat viel passiert. Irgendwie Regierungsfülle wurde aufgebaut, das heißt auch viel neue Architektur, die vielleicht nicht unbedingt gleich schön erschien, aber zumindest sehr spannend war. Ja, und dann habe ich mich da so ein bisschen abgearbeitet, bin immer noch auf Friedhöfen rumgekrochen und habe mich dann auch so lang seiner Bildbearbeitung gewidmet. Ja, und so bin ich da irgendwie in das Thema so ein bisschen oder Thema Fotografie vor allem erstmal reingerutscht. Genau.
SPEAKER_00Und der Schritt zur Langzeit, ich meine, das, was du erzählst, ist ja mehr oder weniger ein relativ klassischer Werdegang. Man versucht sich auszudrücken, versucht zu gestalten, eigene Bilder, die man im Kopf hat, irgendwo in die Kamera zu packen, in ein Foto zu bringen und sich da weiterzuentwickeln. Aber gerade dieses Thema Langzeitbelichtung, ich meine, du hast jetzt als Thema schon gesagt, Architektur, Friedhöfe. Friedhöfe kann ich mir vorstellen, da ist nicht viel los. Da kann man die Kamera auch mal aufstellen, den kann man da stehen lassen, da passiert nicht viel. Also da ist jetzt das Thema Langzeitbelichtung vielleicht nicht ganz weit weg. Bei der Architektur ist das auch ein klassisches Langzeitbelichtungsthema oder bist du über die Architektur dann in dieses Thema gekommen oder über andere Motivwelten, über andere Genres?
SPEAKER_04Also mal ganz kurz zum Thema Friedhof nochmal. Nur eine ganz kurze Nummer. Das ist tatsächlich gar nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Das heißt, man geht jetzt nicht auf dem Friedhof, stellt ein Stativ auf und fotografiert, sondern man hat immer so ein bisschen diesen Respekt natürlich auch im Hinterkopf und denkt sich, ja, eigentlich kann ich das jetzt gerade gar nicht machen, hier ein Stativ aufzustellen. Und es ist eigentlich kein entspanntes Fotografieren, wenn man denkt, oh, jetzt fühlt sich gleich jemand belästigt oder der sieht, was du hier machst irgendwie und so weiter. Also dieser Respekt, die wissen vielleicht gar nicht, was ich genau ausdrücken möchte. Nur mal kurz dazu. Und das Thema Langzeitbelichtung kam eigentlich erst, als ich an die Küste gezogen bin. Das heißt 2009 oder 2007 oder ich kann es gar nicht mehr genau sagen, bin ich nach Sylt gezogen und ja, war natürlich nah am Meer, habe viel Wasser um mich rum gehabt und zum gleichen Zeitpunkt war ich noch, bin ich auch immer noch, aber in der Foto-Community angemeldet und habe da meine ersten Langzeitbelichtungen erstmal gesehen und wusste aber nicht, dass es Langzeitbelichtungen waren. Das heißt, Gebäude mit ziehenden Wolken. Das war halt so der Klassiker. Also einfach Lookup nach oben, etwas dunklere Aufnahmen und ziehst, von denen ich mir erst mal dachte, okay, das sind Wolken. Fand ich sofort super, weil erstens Bewegung dargestellt wurde und zweitens halt ein sehr weicher Look dargestellt wurde. Also es war immer weiches Licht, wenig, ja, kann man gar nicht, also wenig Schatten vielleicht auch, so sehr gleichmäßiges Licht. Das hat mich sofort angesprochen. Die Bilder hatten jetzt vielleicht keine Geschichte, die sie irgendwie erzählt haben, aber ich fand sie extrem spannend, vielleicht auch nochmal in Kombination mit der Architektur auch. Stillstand, Bewegung, das war alles so auch Zeitdarstellen, das hat mich extrem angesprochen. Ja, und dann habe ich mich auch relativ schnell informiert, was erstmal, was ist das überhaupt? Aha, Langzeitbelichtung, wie macht man das? Was brauche ich dafür? Und habe mich quasi so informiert und meinen ersten Grau-Filter auch gekauft. Das war noch so ein runder Schraubfilter von der Firma BW, die auch noch so einen schönen Rotstich hatten. Also die waren quasi auch in der Beschichtung noch, naja, sagen wir mal, genau.
SPEAKER_00Kurzer Zwischentipp für alle, die sich da wirklich dafür interessieren. Investiert in vernünftige Filter, sonst ärgert ihr euch hinterher. Unbedingt. Aber zum Thema Hardware nachher dann noch.
SPEAKER_04Sehr gern, genau. Genau, Schraubfilter, das heißt, es war erstmal mein einziger, das heißt ein Big Stopper ND3.0, zehn Stops und ja, hab tatsächlich einfach angefangen. Also ich habe das Ding quasi davor geschraubt, habe mich an den Strand gestellt, habe eigentlich alles falsch gemacht, was man so falsch machen konnte. Also Gegenlicht, natürlich auch bei extrem hartem Licht, Mittagssonne, Digischt, der Wind kam von vorn, hab mir die ganzen Filter verklebt, es war alles so schön verschmiert und so weiter. Und trotz allem, sagen wir mal, ich habe dann so angefangen mit so 10 Sekunden zu belichten. Ungefähr. Ich habe immer erstmal geguckt, was gibt mir die Kamera eigentlich gerade raus für eine Zeit, wenn ich diesen Filter davor babbe. Und das waren dann so 10, 20 Sekunden immer. Also Wellenbewegung schön festgehalten und so. Und ich fand das extrem spannend. Qualitativ kann man wirklich sagen, die Bilder sind jetzt nicht zeigenswert. Ich habe sie leider auch gar nicht mehr, muss ich sagen. Und ja, also qualitativ waren sie wirklich schlecht. Also, wie gesagt, es war extrem milchig dann irgendwann, weil die ganze Gischt auf diesem Filter drauf klebt. Ich habe es nicht sauber gemacht, weil ich es nicht wusste. Ich habe nicht keine Ahnung von Licht gehabt. Schärfe war jetzt auch nicht so optimal, es hat teilweise gewackelt. Aber ich bereue es tatsächlich so ein bisschen, dass ich die Bilder wirklich nicht mehr habe. Also ich lüge tatsächlich nicht, weil ich glaube, dass die eine schöne Geschichte erzählen könnten. Irgendwie, wie hat man angefangen? Das wäre nochmal eine tolle Story irgendwie. Ja, und hab dann auch angefangen, so ein bisschen zu bearbeiten, hab daraus immer Schwarz-Weiß-Felder gemacht, Bilder gemacht, aufgrund des Rotstichs, der dann quasi durch diese harte Mittagssonne nochmal so ein bisschen reinkam. Also es waren relativ warme Bilder, würde ich mal sagen. Und habe deswegen immer so Schwarz-Weiß-Bilder draus gemacht. Mich schön noch ein bisschen auf die Bearbeitung konzentriert, die Strukturen nochmal so ein bisschen betont und so weiter am Strand. Ja. Und habe mich dann immer so ein bisschen so rangearbeitet, würde ich sagen. So die nächsten zwei Jahre, die ich auf der Insel gelebt habe, alle Spots abgeklappert, die irgendwas mit Wasser zu tun haben. Wasser war eigentlich immer mein Thema. Noch nicht mal die Wolken, sondern wirklich Wasser, weil einfach mehr davon da war. Und man das auch im Sommer zum Beispiel machen könnte. Und habe mich dann immer weiter vertieft in das ganze Ding. Meine Motive wurden, ich würde sagen, immer minimalistischer, habe mir einzelne Bühnen im Wasser rausgesucht, teilweise Seezeichen, Leuchttürme, habe versucht, immer oder gerade so auf die Bildkomposition auch einzugehen. Also nicht nur mehr die Technik, weil irgendwann habe ich mich da schon rangetastet. Bin aber immer noch nicht mutig genug gewesen, um über 30 Sekunden rauszugehen, sondern das war immer so meine Grenze. Bible, glaube ich, kannte ich noch gar nicht irgendwie. War für mich dann immer noch so ein bisschen unbekanntes Terrain. Und ja, habe mich dann auf Bildkomposition vor allem fokussiert und hab mir dann dazu auch, ich glaube, mein einziges Fotobuch, das ich mir gekauft habe, war, jetzt muss ich kurz überlegen, das war der fotografische Blick. Das war tatsächlich ein Buch, das mir extrem weitergeholfen hat, was Bildkomposition angeht. Also gerade Grundregeln, aber auch Regeln brechen, Ideenfindungen, ja, wie platziere ich Motiv, um es so wirkungsvoll wie möglich dem Betrachter zugänglich zu machen, zum Beispiel. Alles so Geschichten. Das heißt, das war mir fast noch wichtiger als die eigentliche Technik an sich. Ja, und das war so meine Zeit auf Sylt. Also es war quasi wirklich ein guter Einstieg, weil ich eigentlich alle Voraussetzungen hatte, um mich auf Langzeitbelichtung konzentrieren zu können. So, genau.
SPEAKER_00Okay, lass uns für diejenigen, die noch nicht so viel Erfahrung haben, mal kurz ein paar technische Grundlagen abklopfen. Nur so, was brauche ich? Ich meine, du hast vorhin gesagt, du hättest deine erste Kamera wäre eine Kompaktkamera gewesen, dann analog und dann digital. Welche Kamera, Objektive, Brennweiten, Stativ? Gibt es da so ein paar Basics, wo man sagt, okay, damit kann ich dann schon mal loslegen?
SPEAKER_04Ja, also ganz wichtig ist erstmal ein Stativ. Das ist so das allererste, was ich auf alle Fälle empfehlen würde.
SPEAKER_00Entschuldigung, ich muss kurz unterbrechen, du hast vorhin gesagt, dein erstes war so ein 30-Euro-Stativ aus dem Saturn. Ja. Nicht so? Nicht so.
SPEAKER_04Also ich kann mich noch gut dran erinnern. Es hat mir natürlich auch teilweise für ein paar, ich würde sagen, Wochen gute Dienste geleistet. Irgendwann ist es mir aber einfach vom Reichstag zusammengebrochen. Also abends blau, Stundenaufnahme, ich stand da ganz allein, wollte irgendwas aufbauen, es hat nicht ganz geklappt und dann habe ich irgendwas abgebrochen und das Ding ist mir einfach zusammengebrochen. Klar, Preis-Leistung völlig logisch. Man kann da jetzt nicht besonders viel erwarten, mir hat einfach die Erfahrung gefehlt. Und von daher würde ich da auf alle Fälle schauen, dass ich mir erstens ein stabiles Stativ besorge. Das heißt, dass auch meine Kamera gut trägt, mit einem guten Kugelkopf oder irgendeinem Stativkopf auf alle Fälle, mit dem man gut arbeiten kann. Ich würde jetzt nicht sagen, gleich unfassbar viel Geld ausgeben, aber ich würde trotz allem da auch schauen, dass man so ein gutes Mittelmaß hat. Also kein wirklich günstiges Stativ für 30 Euro würde ich jetzt nicht unbedingt empfehlen, sondern schon eher auf die Hersteller, sagen wir mal, die gängigen Hersteller zurückgreifen. Das ist das allererste. Eigentlich auch immer so ein bisschen gucken, dass man, dass es vielleicht nicht zu klein ist, zum Beispiel, sondern dass man auch, sagen wir mal, ungefähr auf Augenhöhe gut arbeiten kann. Falls nötig, dass man sich auch, sagen wir mal, jetzt nicht immer verbiegen muss, dass es gut für den Rücken ist, dass man einigermaßen komfortabel steht, wenn möglich natürlich. Kommt jetzt auch so ein bisschen auf die Perspektive drauf an. Genau. Aber dass man einfach, sagen wir mal, nicht durch das Equipment, das man hat, eingeschränkt wird, sondern man soll sich ja wirklich auf das Fotografieren an sich, auf das Endprodukt so ein bisschen auch konzentrieren, dass das Bild eine gute Komposition hat, dass die Technik stimmt, dass die Schärfe stimmt, dass man intuitiv arbeiten kann und dahinter vielleicht eine Geschichte erzielen kann, ohne dass man sich auf Problematiken im Equipment quasi noch beschränken muss. Das war mir immer besonders wichtig.
SPEAKER_00Kamera, Auflösung, weil ich meine, jetzt einen Hersteller muss man, denke ich, nicht empfehlen, weil alle großen Hersteller vernünftige Kameras bauen mittlerweile. Aber was jetzt die Auflösung angeht, ich meine, es ist klar, dass ich keine Canon 1D, was auch immer, eine Sportlerkamera brauche ich nicht. Gibt es irgendwas, wo du sagst, okay, das ist jetzt die Untergrenze oder je.
SPEAKER_04Ich würde mal sagen, ich beschränke das vielleicht mal so auf die Sensoren zum Beispiel. Also, ich persönlich bin, arbeite eigentlich nur mit einem Vollformatsensor, einfach aus dem Grund, dass ich damit die Bildqualität auch bei längeren Belichtungszeiten erhalten kann. Ich sehe das immer wieder zum Beispiel auch bei Teilnehmern meiner Workshops zum Beispiel, die haben oder es gibt immer mal wieder welche, die haben zum Beispiel einen MFT-Sensor noch, also einen relativ kleinen Sensor, mit dem man natürlich auch lange belichten kann, gar keine Frage. Aber es kann durchaus sein, wenn man jetzt, sagen wir mal, zwei, drei, vier, fünf Minuten belichtet, dass der Sensor so heiß läuft, dass Hotpixel entstehen, dass vielleicht ein gängiges Bildrauschen entsteht und die Bildqualität ganz einfach leidet, weil das Bild etwas matschiger werden könnte oder die Details auch nicht mehr wirklich dargestellt werden. Das ist so eine Möglichkeit, wo ich dann eher sagen würde, okay, auf einen größeren Sensor zurückgreifen. Also APSC oder von mir aus auf Vollformat. Wie du schon gesagt hast, das Kameramodell ist dann jetzt eher sekundär, würde ich sagen, aber ich würde zumindest so ein bisschen auf den Sensor darauf achten. Was ich empfehlen kann, ist eigentlich immer ein Vollformat-Sensor oder Mittelformat natürlich, aber Vollformat an sich einfach schon aufgrund dessen, dass man die Bildqualität am besten erhalten kann und die Details auch eigentlich am besten darstellen kann.
SPEAKER_00Objektive, ich meine, jetzt was die Gestaltung angeht, ist man ja, denke ich, bei der Langzeitbelichtung, jetzt wenn man als erstes mal so drüber nachdenkt im Bereich Weitwinkel, spielen längere Brennweiten überhaupt eine Rolle bei Langzeitbelichtungen, jetzt von den Motiven her?
SPEAKER_04Du hast völlig recht. Also Weitwinkel, ich habe immer einen 16-35er drauf, eigentlich fast immer. Aber es gibt natürlich auch Motive, die sind vielleicht, wenn man am Meer steht, ein bisschen weiter draußen. Ein kleiner Leuchtturm, Fischerhütten, Felsen, was weiß ich. Da bräuchte man natürlich auch eine längere Brennweite. 100 oder 200 Millimeter, sehr gerne. Es kommt so ein bisschen auf die Gegebenheiten an, die man dann vorfindet. Das heißt, Wind zum Beispiel ist ein großer Faktor. Je näher man ranzoomt, desto anfälliger ist das Stativ oder die Kamera für Verwackelungen zum Beispiel. Wenn da nur so ein kleiner Windtauch kommt oder das Kameraband zum Beispiel, das dann immer noch dran ist an der Kamera, das müsste man vielleicht auch abnehmen und das dann vielleicht gegen das Stativ klappert oder so weiter. Das erzeugt alles Vibration, das heißt, die Bilder werden unscharf. Deswegen muss man da relativ sauber arbeiten, auch am besten nicht bewegen, vielleicht sogar Luft anhalten oder aber zurückgehen, sobald man ausgelöst hat, dass quasi auch, wenn das Stativ zum Beispiel im Sand steht und man vielleicht auch nur einen halben Meter entfernt ist, aber sich irgendwie so einen Schritt in diesen Sand bewegt, dass dann trotz allem keine Vibrationen auch das Stativ übertragen werden. Oder Bretter zum Beispiel, wenn man irgendwo steht und die sind vielleicht nicht ganz fest, kann auch sein. Irgendwelche Planken, die nicht festgeschraubt sind und dann bewegt man sich und schon wackelt es rum. Gerade bei längeren Belichtungszeiten kann das problematisch werden. Es ist möglich auf alle Fälle, aber es wird deutlich schwieriger dann.
SPEAKER_00Also man muss schon sagen, je länger die Brennweite, desto stabiler muss das Ganze sein, egal wie auch immer man es stabil kriegt, oder?
SPEAKER_04Absolut, so sieht es aus, genau. Also gerade Untergrund muss stimmen, ganz wichtig, Wind, am besten gar kein Wind. Genau. Kein Atmen.
SPEAKER_00Kann ich berühren? Ich meine, arbeitest du mit einem Fernauslöser oder per App oder was mache ich?
SPEAKER_04Ich habe einen Fernauslöser, genau. Ich habe einen ganz normalen Fernauslöser in Inferot. Also meine Kamera hat auch eine Infarot-Schnittstelle. Ist jetzt auch nicht mehr so gängig, aber damit arbeite ich immer noch. Und mittlerweile kann man ja die Belichtungszeit auch schon an der Kamera einstellen und dann nur einmal mit Verzögerungen draufdrücken und dann läuft das Ding auch schon wunderbar. Mit Handy empfehle ich eher immer nicht so. Ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass sich das Handy öfter mal nicht mit der Kamera verbindet, zum Beispiel. Also es ist immer irgendein Thema, dann steht man da eine Minute und irgendwie rennt einem das Licht davon und man versucht irgendwie die Kamera mit dem Handy zu verbinden. Oder die Verbindung bricht dann auf einmal wieder ab. Oder ja, das Handy ist alle, der Akku, was weiß ich. Also von daher würde ich da eher nicht drauf zurückgreifen, sondern wirklich eher auf Kabelauslöser zum Beispiel. Das sind so tatsächlich meine Erfahrungen, die ich gemacht habe. Dass Kabelauslöser, die ja, das einfachste Gerät, die einfachste Gerätschaft sind, die man nutzen kann, wenn man einen Fernauslöser nutzen muss. Gar nicht so viel Technik, kein Timer oder so weiter, weil ich immer die Erfahrung gemacht habe, nach drei, vier Monaten gehen die Dinger kaputt. Da muss man einen neuen kaufen. Von daher, Kabelauslöser, da ist jetzt nicht viel Technik drin, das funktioniert immer wunderbar.
SPEAKER_00Wenn die Kamera es zulässt, oder? Weil viele Kameras kriegen ja sowas nicht mehr. Genau, genau. Zum Thema Kabelauslösung, damit ich es nicht vergesse, hältst du den Verschluss während der Verschlusszeit oder Belichtungszeit offen, manuell, oder stellst du so eine Kamera ein? Weil es gibt ja auch nicht oder nicht alle Kameras haben einen Bulb-Modus. Oder? Also so, so, weil ich meine, es gibt ältere Kameras, die ich noch so rumliegen habe, ältere Cannons, die haben eine maximale Verschlusszeit von zwei Sekunden. Mehr geht halt einfach.
unknownnicht.
SPEAKER_00Aber eine Kamera mit einem mit einem Modus, heißt ja Balb-Modus, oder? B. Genau. Und da kann ich ja normalerweise entweder definieren, 30 Sekunden offen lassen oder per Hand offen halten.
SPEAKER_04Ah, das meinst du, okay, genau. Ja, ich arbeite generell immer am Balb-Modus und versuche es wirklich, die Belichtungszeit so lang zu wählen, wie ich sie wirklich brauche. Also ich sagen wir mal, es gibt natürlich immer noch Motive, bei denen eignen sich jetzt Belichtungszeiten unter 30 Sekunden. Da kann man dann natürlich durchaus schon sagen, okay, ich bleibe jetzt quasi in den Zeiten, die die Kamera mir außerhalb des Bulbodes vorgibt, was ja in der Regel bis 30 Sekunden ist. Und das ist aber relativ selten. Also es passiert jetzt in den Fällen eigentlich nur, wenn ich Verkehrsaufnahmen machen möchte. Also mal Beispiel, ich möchte irgendeinen Bus aufnehmen und diese Ziehspur des Busses, wenn der an mir vorbeifährt, möchte ich festhalten. Das sind meistens so circa zwei Sekunden Belichtungszeit. Die stelle ich dann direkt in der Kamera ein und gucke dann quasi auf die Belichtungsmessung, auf die Belichtungsmessung, passe zu Belichtungsmessung, passe die Blende an und dann kann ich quasi einfach nur noch einmal raufdrücken, ohne dass ich darauf achten muss, wie viel Zeit ist jetzt vergangen im Balk-Modus. Aber in der Regel, wenn ich Langzeitbelichtung gestalte und mich jetzt irgendwie am Meer befinde und Ruhe reinbringen will in das ganze Ding, dann bewege ich mich eh immer bei Zeiten von vier Minuten, fünf Minuten, sechs Minuten oder länger. Und dann ist der Balkmodus Pflicht.
SPEAKER_00Wie schätzt du das ein? Zwischen zwei Minuten und fünf Minuten ist ja ein Riesenunterschied. In der Belichtung hast du irgendein Tool, wo du dann sagst, okay, jetzt habe ich hier Blende so und so, Belichtungszeit so und so, ND-Filter so und so, oder ist das eine Erfahrungssache, dass du irgendwo ein Gefühl dafür entwickelst, okay, jetzt für dieses Motiv, für dieses Licht brauche ich fünf Minuten?
SPEAKER_04Erfahrungssache, tatsächlich. Genau, also da gibt es, da kann man auch nicht so einen richtigen Richtwert jetzt geben. Bei welchem Motiv kann ich jetzt welche Belichtungszeit wählen, sondern es kommt wirklich so ein bisschen auf die Wetterkonditionen an, auf die Tageszeit auch. Wie fällt das Licht gerade, wo kommt die Sonne her? Sind Wolken da, sind keine Wolken da zum Beispiel? Wie ist die Spiegelung? Wie sieht die Wasserstruktur aus? Das sind alles so Faktoren, wo ich sage, okay, ich habe natürlich immer so ein fertiges Bild im Kopf, so soll es ungefähr aussehen, wenn ich anfange und versuche mich dann dadurch quasi so ein bisschen an, durch die Wahl der Belichtungszeit oder die Wahl meines Filters, mich an dieses Bild ranzutasten. Also mal als Beispiel, ich stehe morgens an der Spray in Berlin und habe eine wunderschöne Spiegelung. Fast eins zu eins, kein Boot ist durchgefahren, kein Wind liegt drauf. Ich habe ein paar Wolken und keine großartigen Strukturen in den Wolken, sondern eher so ein grauer Mattschilme, den eigentlich immer keiner haben will, aber den ich persönlich für meine Bilder ziemlich super finde. Und dann weiß ich so rein intuitiv allein schon, okay, für die Spiegelung brauche ich jetzt keine zwei oder drei Minuten belichten, weil das quasi der gleiche Effekt wäre. Also belichte ich zehn Sekunden zum Beispiel. Das reicht völlig aus, das wäre der gleiche Effekt, wie als wenn ich drei Minuten belichten würde, weil die Spielung ist eins zu eins genau das gleiche. Wenn ich aber sehe, okay, es ist viel Bewegung auf dem Wasser, viele Wellen, vielleicht fahren sogar Boote durch, die ich eigentlich gar nicht im Bild mit drin haben möchte, oder Menschen laufen die ganze Zeit durch. Dann weiß ich zumindest schon mal, ich muss länger belichten, um Bewegungen zu entfernen, zum Beispiel, oder auch Elemente zu entfernen, die sich durch das Bild bewegen, sagen wir es mal so. Je länger ich belichte, desto weniger sich bewegende Elemente sind quasi sichtbar. Und auch die Strukturen verschwinden. Also in den Wolken oder auch im Wasser. Und dadurch wird das Wasser schön gleichmäßig. Ja, und man kann natürlich damit keine Spiegelung wiederherstellen, das ist klar, weil die Kamera sieht auch nur das, was das Auge sieht. Aber man kann zumindest, ja, sagen wir mal, so eine Reflexion andeuten, sagen wir mal so, weil die Strukturen des Wassers verschwinden und dadurch nur noch dieser Schatten des Motives quasi sichtbar bleibt. Genau. Ja, das ist wirklich so ein bisschen Erfahrungssache. Genauso wenn ich jetzt sehe, ich habe zum Beispiel Wolken, möchte mich auch eher auf Wolken konzentrieren und habe so einen schönen klassischen Himmel, weiße Wolken, blauer Hintergrund. Perfekt. Wir haben also immer so ein paar Strukturen mit drin und die Wolken ziehen auch schön und man kann richtig schon am Himmel sehen, wie die Wolken sich so langsam am Himmel langziehen. Da kommt es dann auch wieder so ein bisschen drauf an, je schneller sich die Wolken bewegen, desto kürzer brauche ich eigentlich nur belichten, weil dann quasi schon Bewegung vorhanden ist, auch wenn ich nur zehn Sekunden belichte. Wenn ich aber auf den Himmel gucke und sehe, okay, es passiert überhaupt gar nichts, dann weiß ich schon, okay, ich muss vielleicht fünf, sechs Minuten belichten, um überhaupt irgendwie eine Bewegung in diese Wolken reinzubekommen. Was auch manchmal ganz spannend sein kann, weil gerade wenn man so lange belichtet, dann sieht man richtig, wie Wolken sich auch bewegen. Also die bewegen sich mal in eine Richtung, auf einmal wieder in die andere Richtung. Das heißt nicht, dass sie immer gleichmäßig ziehen, sondern die können auch, haben ihre eigenen Wege so ein bisschen. Und das kann man dadurch auch wunderbar sichtbar machen.
SPEAKER_00Also grundsätzlich, du orientierst dich, was die Belichtungszeit angeht, ans Motiv, das habe ich soweit verstanden. Und dann kommen ja diese ND-Filter ins Spiel. Hast du da verschiedene Stärken, wo du dann sagst, okay, jetzt weiß ich, ND-10, dafür, den kann ich für zwei Minuten verwenden, ungefähr bei den Lichtverhältnissen. Das ist ja sicherlich auch eine Frage der Erfahrung, oder? Und kombinierst du die Filter dann oder hast du wirklich verschiedene Stärken, die du da dann drauf machst?
SPEAKER_04Das ist ein bisschen Erfahrungssache auf alle Fälle. Also ich habe jetzt mehrere Stärken, ich arbeite eigentlich mit vier Stärken, habe einmal einen Dreistopp-Filter, einen Sechsstopp-Filter, einen Zehn-Stopp-Filter und einen 15-Stopp-Filter. Und sagen wir mal, ich weiß schon so ungefähr, zu welcher Tageszeit oder zu welcher oder in welcher Lichtsituation muss ich welchen Filter verwenden. Also, wenn ich morgens zum Beispiel anfange zu fotografieren, die Sonne ist vielleicht noch nicht aufgegangen, dann weiß ich zumindest schon mal, 10 Stops sind viel zu viel, die Belichtungszeit wäre viel zu lang. Da würde ich wahrscheinlich auf 20 Minuten kommen zum Beispiel. Es sei denn, ich möchte 20 Minuten belichten, aber in der Regel ist der Effekt, ob ich jetzt 6 Minuten oder 20 Minuten belichte, eigentlich auch nicht mehr wirklich gegeben. Von daher würde ich mir die Zeit wahrscheinlich eher nehmen und sagen, ich gehe nicht auf den 10-Stopp-Filter, sondern auf den 6-Stopp-Filter. Also einfach etwas einen schwächeren Filter wählen. Ja, und ansonsten, wenn ich jetzt, sagen wir mal, am Tage fotografiere und da ist jetzt auch so ein bisschen die Frage mal, welche Belichtungszeit möchte man natürlich haben, und ich sage, ich möchte jetzt zum Beispiel nur 30 Sekunden belichten, dann weiß ich zum Beispiel auch genau, okay, 30 Sekunden, da reicht für mich auch wieder ein Zehn-Stopp-Filter aus. Möchte ich aber zum Beispiel schon drei Minuten belichten, weil das Wasser viel zu unruhig ist, dann muss ich wieder einen stärkeren Filter nehmen, zum Beispiel 15-Stopp. Die Filter kann man natürlich auch kombinieren, völlig klar. In der Regel ist es immer der Big Stopper mit einem 6-Stop-Filter oder einem Dreistop-Filter, je nach Lichtsituation, das ist durchaus möglich. Ich persönlich habe mir das aber abgewöhnt, sondern habe mir dann einfach den 15-Stop-Filter irgendwann dazugekauft, weil ich einen starken Filter brauche, ohne dass ich kombinieren möchte. In der Regel war es nämlich so, wenn man zwei Filterscheiben, also ich habe so ein Schiebefiltersystem, wenn man diese beiden Filterscheiben übereinander gesetzt hat und ich hatte nie Dichtungen dazwischen, dann war das ab und an mal so, wenn die Sonne ganz ungünstig stand und so in so einem ganz dopen Winkel, dann ist quasi immer Licht reingefallen und dadurch gab es so Reflexionen zwischen den Filterscheiben und die Bilder waren quasi verkorkst. Das war nicht mehr nutzbar. Ich habe dann irgendwann angefangen, mir was rumzuwickeln und mir so eigene, ja, so, sagen wir mal, so Equipment so ein bisschen zusammengebaut, zusammengebastelt, dass das vermieden werden kann. Aber auf Dauer war mir das einfach zu nervig. Manchmal muss es einfach auch schnell gehen, dann kommt man irgendwo an, muss das Licht rennt einem davon oder ein Boot kommt gerade oder man hat tatsächlich Stress, obwohl das in den Bildern nie so aussieht. Und dann muss man schnell arbeiten können, ohne dass man jetzt noch viel rumfummeln muss.
SPEAKER_00Und das mir halt gesagt, okay, 15-Stopp ist tatsächlich nochmal so ein Ding, ich muss nicht mehr kombinieren und eine Sache, die du hast gesagt, du hast Schiebefilter, also Rechteckfilter, nehme ich an. In der Landschaftsfotografie allgemein und Langzeitbelichtung ist ja vermutlich auch häufig Landschaft und Architektur. Arbeiten ja viele mit Polfiltern. Ist das für dich auch ein Thema oder kommen die gar nicht zum Einsatz? Kommen tatsächlich bei mir sehr selten zum Einsatz.
SPEAKER_04Ab und an schon, das kommt auch wieder so ein bisschen auf die Situation drauf an. Also in der Regel werden Polfilter ja genutzt, um Reflexionen zu entfernen. Oder auch tatsächlich Farben vielleicht so ein bisschen zu intensivieren, wenn man jetzt bei starkem Sonnenlicht oder Mittagslicht fotografiert, das Licht oder die Farben sind so ein bisschen blass, dann könnte man dadurch noch ein bisschen mehr Farben herstellen. Teilweise auch Strukturen in den Wolken wiederherstellen. Das ist durchaus ein Effekt, den man nutzen kann. Ich nutze ihn tatsächlich nur aus dem Grund, dass ich zum Beispiel, wenn ich Motiv habe, wie es gibt im Trag zum Beispiel, das ist ein gutes Beispiel dafür. Das sind so Kopfsteinpflasterstraßen, die in die Moldau mit reinführen. Und sagen wir mal, ich hätte das zum Beispiel ganz gern, dass die Reflexion auf der Wasseroberfläche verschwinde und dass ich sehe, wie dieses Kopfsteinpflaster quasi auch unter Wasser weitergeführt wird. Dann setze ich zum Beispiel ein Fullfilter auf, um wirklich diese Steine auch unter Wasser sichtbar zu machen und die Reflexion zu entfernen. Man kann sie aber durchaus noch nutzen, das ist jetzt auch der freie Kreativität, würde ich mal sagen, um Spiegelung etwas zu intensivieren. Also gerade wenn man auch wieder am Wasser steht und man hat eine einigermaßen klare Spiegelung, jetzt nicht eins zu eins, aber sagen wir mal einen deutlichen Schatten. Dann könnte man dadurch zum Beispiel versuchen oder durch einen Fullfilter versuchen, die Spiegelung etwas dunkler zu bekommen und quasi etwas klarer zu betonen. Das ist durchaus eine Möglichkeit. Fullfilter intensivieren auch teilweise so ein bisschen die Strukturen der Wolken im Himmel. Das ist auch nochmal eine Möglichkeit. Man kann sie durchaus nutzen. Ich für mich möchte zum Beispiel oder versuche immer, Strukturen in den Wolken, so gut es geht, zu vermeiden. Meistens mache ich das dann schon durch die Bildbearbeitung, dass ich die Strukturen so ein bisschen entferne in den Wolken und deswegen benutze ich auch keine Pullfilter. Genau.
SPEAKER_00Jetzt noch ein technischer Aspekt, weil du vorhin auch mal von der Schärfe gesprochen hast. Ich meine, klar, wenn man Weitwinkel fotografiert und mit offen Blende, dann muss man sich ja jetzt mal ganz generell gesagt nicht allzu viel Sorgen über den Schärfepunkt machen oder über die Schärfentiefe, weil durch Weitwinkel, durch geschlossene Blende sowieso eine maximale Schärfentiefe da ist. Ist es ein Thema, beziehungsweise wie gehst du an dieses Thema Fokussieren dann ran bei einer Langzeitbelichtung?
SPEAKER_04Ich orientiere mich auch immer so ein bisschen an der Komposition. Das heißt, in der Regel arbeite ich ja ohne großartige Vordergründe. Das heißt, eigentlich habe ich nur ein Motiv, vielleicht auch zwei, aber irgendwie nichts, was großartig die Funktion eines Vordergrundes erfüllen könnte, um aufs Motiv raufzuführen. Von daher fokussiere ich in der Regel ganz banal aufs Motiv rum. Aber es kann natürlich auch mal sein, dass man, wenn man jetzt in der Stadt fotografiert, gerade so urbane Fotografie, dass man trotz allem eine durchgängige Schärfe haben möchte oder man hat zum Beispiel eine Brücke, die vom Bildrand sozusagen ins Bild reinführt. Dann braucht man natürlich eine durchgehende Tiefenschärfe. Und ich habe mir das irgendwann einfach angewöhnt, in solchen Situationen aufs untere Drittel zu fokussieren. Das heißt, ich versuche quasi diese hyperfokale Distanz mit einzuberechnen, sagen wir mal so, durch diese Faustregel unteres Drittel, dann hat man sozusagen eine durchgängige Schärfe nach vorn, aber auch nach hinten. Genau, das könnte man natürlich alles physikalisch noch errechnen, aber mein Hirn arbeitet anders, glaube ich. Von daher, und auch hier ist wieder die Schnelligkeit gefragt, das heißt, ich fange jetzt nicht an zu rechnen, wie viele Meter bin ich vom Motiv entfernt, wo muss der Fokuspunkt liegen, sondern ich sage einfach unters Drittel und basta. Und natürlich ist die Kontrolle wichtig. Nach jeder Langzeitbelichtung immer wieder kontrollieren, passt die Schärfe von vorne bis nach hinten und sitzt sie da, wo sie sitzen soll. Das kann ja immer mal sein, dass ein Wind zukommt oder eine Welle ballert irgendwie ans Stativ ran. Man ist selber aus Versehen rangekommen, wer weiß. Und deswegen immer die Kontrolle, ob die Schärfe passt.
SPEAKER_00Die Kontrolle machst du über das Display von der Kamera oder hast du ein Notebook dabei?
SPEAKER_04Ich mache es immer nur über das Display der Kamera. Das kann man relativ gut beurteilen. Ich zoome mich einfach auf 100 oder 200 Prozent ran und gucke dann wirklich, ist die Schärfe gleichmäßig.
SPEAKER_00Genau, das wollte ich vorhin noch fragen. Du hast vorhin von Stress geredet und wenn ich jetzt Langzeitbelichtung höre, hast du ja auch schon angedeutet, dann kommt man nicht unbedingt auf den Begriff Stress. Wie passt das zusammen? Du kommst an den Motiv und siehst du, ah, jetzt geht mir irgendwie das Licht flöten, die Wolken, das Motiv, keine Ahnung, oder dadurch entsteht der Stress oder wie kann ich mir das vorstellen?
SPEAKER_04Auch unterschiedliche Situationen. Mal ist man, ich würde sagen, manchmal ist man so ein bisschen zu gierig auch. Man hat jetzt, wenn man auf Reisen ist zum Beispiel, hat man ja immer so einen ungefähren groben Plan, den man sich vielleicht am Vortrag schon gemacht hat und das und das und das will man schaffen. Und ja, ist natürlich auch immer viel mit Fahrerei verbunden. Und dann hat man, ja, sagen wir mal, abends vielleicht so zwei, drei Spots noch auf dem Plan, die möchte man gerne noch vor Sonnenuntergang schaffen. Und dann wird es einfach eine totale Stresssituation, weil man sagt, okay, man stellt sich jetzt hin, man macht das Foto, man will diesen Spot unbedingt haben, aber auch den anderen, weil man den am nächsten Morgen vielleicht nicht mehr machen kann, weil man abreißt oder sonst was. Das heißt, man fährt dann sofort zum zweiten Spot, Hetzerei schon mal schafft man noch, aber man muss noch zum dritten Spot und dann muss man vielleicht nochmal 200 Meter laufen oder so weiter. Also dann kommt man auch wieder an, völlig durchgeschwitzt, und kann diesen Ort eigentlich nicht wirklich einfangen, weil man gerade dieses Motiv haben möchte, zum Beispiel. Das kann durchaus mal vorkommen. Nicht meine präferierte Aufnahmesituation auf gar keinen Fall. Also ich bevorzuge das auch eher ruhiger, aber es kann durchaus sein, dass eines Licht davon rennt.
SPEAKER_00Oder weil du sagst, Urlaub und Spots, die man abfotografieren möchte. Spots sind ja normalerweise bekannt und da ist man ja normalerweise auch nicht der Einzige, der sagt, okay, den will ich jetzt haben. Menschen, ein Problem? Menschen, die vor der Kamera stehen, meinst du nicht?
SPEAKER_04Ja, die durchs Motiv latschen oder wie auch immer. Nee, tatsächlich gar nicht. Also muss ich tatsächlich gestehen, habe ich selten das Problem, wirklich ganz selten. In der Stadt vielleicht mal, aber auch da ist es eher so, ich stehe meistens direkt an der Kante zum Wasser. Da kann sich keiner vor mich hinstellen, zum Beispiel. Das kommt öfter mal vor. Aber in der Regel, es kann natürlich mal vorkommen, dass sich jemand durchs Bild bewegt. Ja, aber es sind dann meist auch nur relativ kleine Personen, die ich auch per Bildbearbeitung entfernen kann. Das heißt, ich reg mich da auch gar nicht mehr auf. Früher war das alles immer ein Thema. Ich dachte, Mensch, jetzt muss der doch nicht gerade da stehen. Ich habe jetzt hier zwei Stunden gewartet und jetzt ist das Licht schön und jetzt stellt sich jemand davor. Kann passieren, aber der Spot ist natürlich nicht für mich alleine da. Das muss man auch akzeptieren, sondern jeder andere möchte da auch hin irgendwie. Von daher bin ich da wirklich sehr, sehr entspannt und habe in der Regel auch keine Probleme damit. Meistens suche ich mir tatsächlich auch eher Spots aus, die fern von irgendwelchen Touristen-Hotspots sind zum Beispiel. Das heißt, ich möchte, wenn möglich, natürlich auch an einen Spot ankommen und da so gut es geht alleine sein. Weil das Fotografieren ist auch ein Erleben irgendwie. Das heißt, der ganze Prozess gehört dazu, man will irgendwie Ruhe haben, man will die Wellen hören, man möchte irgendwie mit seinen Gedanken auch alleine sein und das vielleicht auch so ein bisschen im Bild transportieren. Das ist ja die eigentliche Geschichte, warum man überhaupt fotografiert. Also es liegt mir, glaube ich, fern zu sagen, ich renne jetzt zu einem Touri-Hotspot und weiß genau, da sind jetzt 50 Leute, da habe ich jetzt Ruhe. Das ist nicht der Fall. Und wenn es so ist, das kann durchaus mal vorkommen, ja, dann kommt die Musik in die Ohren und dann versuche ich mich da quasi so ein bisschen drauf zu konzentrieren.
SPEAKER_00Wie viel Zeit brauchst du? Dann gehen wir mal davon aus, du hast jetzt einen Ort, wo du sagst, okay, da möchte ich hin, hast du vorher noch nie gesehen, noch nichts geplant, weißt nicht, wo du dich hinstellst. Wie ist denn dann die Vorgehensweise? Wie entdeckst du dann den Punkt, wo du sagst, okay, da ist jetzt der Punkt, wo ich mich hinstelle, wo die Kamera steht, Bildgestaltung, wie kann man sich das vorstellen?
SPEAKER_04In der Regel ist es so, wenn ich einen Spot noch gar nicht kenne und den zum ersten Mal anfahre, dann ist es tatsächlich meistens so, dass man zumindest schon mal ein Bild von diesem Spot irgendwo gesehen hat. Man will ja ungefähr wissen, was einen erwartet, zumindest vom Motiv her. Und was ich immer mache, ist, ich versuche mich von diesem Bild, das ich gesehen habe, zu entfernen. Das heißt, ich möchte dieses Bild nicht nachfotografieren, sondern ich möchte nur wissen, was fotografiere ich da. Das ist schon mal so das allererste. Man läuft nämlich immer so ein bisschen Gefahr, wenn man ein Bild schon mal im Kopf hat und das gesehen hat, dann möchte man sich auch genau da hinstellen und genau dieses Bild fotografieren. Das will ich eigentlich nicht. Und von daher entferne ich das so ein bisschen aus meinem Kopf und versuche erstmal in Ruhe anzukommen, rumzulaufen, vor allem schauen, welche Perspektiven sind möglich sind, von wo sieht es besser aus, wie steht das Licht vielleicht auch. Ist überhaupt direktes Sonnenlicht vorhanden? Irgendwelche Schlagschatten die stören könnten vielleicht. Genau, also ich arbeite mich so langsam an das Motiv ran und versuche erstmal so ein bisschen eine Position zu finden, die für mich auf alle Fälle gut in das Bild passt. Oder sagen wir mal, oder ich versuche so eine Vision im Kopf zu entwickeln, sagen wir mal so, und das Motiv so bestmöglich darzustellen oder so wirkungsvoll wie möglich. Ab und an kommt es tatsächlich vor, dass es genauso aussieht wie das, was ich quasi schon gesehen habe, irgendwo anders, aber oftmals tatsächlich auch völlig neue Perspektiven. Und das ist immer das Schöne daran irgendwie. Also wichtig ist einfach, die Zeit sich nehmen für das Motiv. Und auch wirklich aus allen Blickwinkeln betrachten, um zu beurteilen, okay, ich kann mich hier hinstellen, ich kann mich da hinstellen. Beide funktionieren wunderbar, was ist das Bessere? Und ich fange natürlich immer mit denen an, wo ich am meisten Potenzial sehe.
SPEAKER_00Genau. Okay. Vorhin ging es noch um das Thema Vordergrund, Bildgestaltung. Also das wundert mich jetzt tatsächlich ein bisschen, weil so klassisches Thema in der Bildgestaltung, in der Landschaftsfotografie ist ja, wenn die Landschaft sehr weitläufig ist, wie auch immer, fang den Blick des Betrachters ein oder versuch den Betrachter auf irgendwas zu lenken, das ihm dann auch Tiefe gibt. Sprich, ein Vordergrundmotiv, wo man dann sagt, okay, da haben wir einen Vordergrund, dann kommt dahinter was und dahinter sind die Berge und du hast einen dreidimensionalen Eindruck. Aber so ganz klassisch ist es in der Langzeitbelichtung nicht, anscheinend.
SPEAKER_04Richtig. Ja, oder auch in der minimalistischen Langzeitfotografie vielleicht, genau. Das ist richtig. Ja, ich versuche mich quasi, mich tatsächlich anders ranzuarbeiten. Also natürlich ist es so, ein Vordergrund ist ja eigentlich dafür da, um den Betrachter durch den Vordergrund aufs Motiv raufzuführen. Der hat ja in der Regel so diese Führungsaufgabe. Das versuche ich so ein bisschen anders zu gestalten. Natürlich möchte ich auch Bildtiefe in meinen Fotos haben, völlig klar. Habe aber zum Beispiel, wenn ich jetzt sehe, da ist eine Fischerhütte im Wasser. Die ist vielleicht auch ein bisschen weiter weg. Das heißt, da gibt es auch gar nichts, was irgendwie raufführen könnte, aber trotz allem will ich sie darstellen. Und auch so minimalistisch wie möglich. Die soll tatsächlich auch nur alleine drauf sein, um vielleicht auch ein bisschen diese Ruhe noch besser zu transportieren, ohne Dynamik anderer Elemente, die vielleicht da nochmal so ein bisschen auf diese Hütte mit rauf führen. Das heißt, ich versuche tatsächlich so wenig Elemente wie möglich im Bild drin zu halten. Wodurch ich allerdings diese Bildtiefe so ein bisschen versuche zu erzeugen, ist. Durch die Bildbearbeitung. Das heißt, ich setze mir dann quasi später einfach verschiedene Verläufe ins Bild rein. Das heißt, ich dunkel den oberen Bereich und den unteren Bereich so ein bisschen ab. Halte meine Bilder in der Regel trotz allem relativ hell, aber diese abgedunkelten Bereiche oben und unten, die bringen quasi extra Tiefe mit ins Bild rein, dass der Betrachter quasi direkt aufs Motiv raufgeführt wird. Das ist so die Herangehensweise. Und diese Verläufe übernehmen eigentlich die Funktion eines Verlaufs oder eines Vordergrundes, ohne zusätzliches Element mit reinzubringen.
SPEAKER_00Da wir gerade beim Thema Bildbearbeitung sind, wie weit geht denn die Bildbearbeitung? Ist das ein massiver Teil in deiner Fotografie oder wie kann man sich das vorstellen?
SPEAKER_04Mal so, mal so. Also ich bin so ein bisschen abgerückt von der Bildbearbeitung mittlerweile, weil ich, ja, mir fehlt so ein bisschen die Geduld, mich da jetzt irgendwie 40, 50 Stunden an einem Bild ranzuhocken, sondern ich versuche sie tatsächlich so pragmatisch wie möglich zu halten. Also damals, oder sagen wir mal, was ich erstmal möchte ich sagen, was ich noch nie gemacht habe, ist zum Beispiel irgendwelche Himmelaustauschen, irgendwelche Sachen, die quasi die eigentliche Szene, die man vorgefunden hat, großartig entfremden, sagen wir es mal so. Wenn der Himmel mir nicht gepasst hat oder das Licht mir nicht gepasst haben oder sonst was, oder da war eine Riesenbaustelle, was weiß ich, dann habe ich das Bild nicht gemacht. Das ist auch so ein Lernprozess, das heißt, man muss auch tatsächlich mal lernen, die Kamera wieder einzupacken. Es geht gerade nicht. Also muss ich nochmal wiederkommen. Was ich aber immer ganz gerne mache, ich arbeite trotz allem immer noch so ein bisschen mit Masken. Das heißt, ich versuche mich auf das Motiv zu konzentrieren und das Motiv, so gut es geht, in den Fokus zu setzen, indem ich mich fast nur auf die Bildbearbeitung im Motiv fokussiere und gar nicht so sehr um die Bereiche, die drumherum sind. Die helle ich in der Regel nur so ein bisschen auf, setze vielleicht etwas Kontrast mit rein, so ein bisschen Klarheit mit rein. Mehr mache ich da fast nicht mehr. Nehme vielleicht die Farbe noch ein bisschen raus, dass ich auch da nochmal durch dieses Entsättigung des Umfeldes nochmal mehr aufs Motiv konzentrieren kann. Und ansonsten bin ich wirklich nur in der Bearbeitung immer mit dem Motiv beschäftigt. Setze dann natürlich teilweise auch nochmal so einzelne Verläufe mit rein, um im Motiv nochmal Tiefe zu erzeugen. Das ist dann schon wieder so ein bisschen tiefere Bildbearbeitung auch, weil man teilweise ein paar Elemente mit freistellen muss, ein bisschen mehr in die Details reingeht. Farben auch nochmal ein bisschen verändert, das mache ich schon noch. Versuche aber in der Regel, ja, sagen wir mal, nicht mehr als zwei, drei Stunden, was eigentlich schon viel ist, mit der Bildbearbeitung zu verbringen. Genau. Wobei ich dazu auch sagen muss, ich bin relativ schnell in der Bildbearbeitung. Wenn das jetzt jemand macht, der komplett neu ist, der würde dann wahrscheinlich da eher fünf, sechs, sieben Stunden dran sitzen wahrscheinlich. Das macht auch wieder die Erfahrung. Das heißt, das ist schon relativ umfangreich, aber ja, ich habe, weiß noch genau, als ich mich stärker auf die Bildbearbeitung konzentriert habe, da habe ich an einem Bild tatsächlich mal, ich glaube, so 45, 46 Stunden gesessen. Ich habe es einfach mal und habe dann irgendwann auch in Photoshop mal mir so die ganzen Ebenen angeschaut, auf denen ich arbeite. Und das waren dann, ich weiß es nicht, ja, 120 Ebenen oder so. Also es war wirklich der Wahnsinn. Genau, und ich glaube, das war auch so der Knackpunkt, wo ich gedacht habe, okay, Bild ist alles tiptop, aber vielleicht mal ein bisschen kürzer treten, das war mir selber zu viel. Okay.
SPEAKER_00Also du hast schon gesagt, du arbeitest in Photoshop, Klassiker. Ich nehme mal an, du fotografierst den RAW und entwickelst die dann Lightroom oder Photoshop direkt.
SPEAKER_04Nee, Lightroom, genau. Ich bin immer erst in Lightroom drin. In der Regel ist ja Camera, RAW und Lightroom schon sehr, sehr ähnlich. Aber ich habe immer, ich habe eigentlich immer mit Lightroom fotografiert, mit Lightroom-Bild bearbeitet. Und das Programm hat sich extrem verbessert in meinen Augen. Das heißt, gerade die Funktion mit den Masken ist mittlerweile unfassbar gut geworden. Das heißt, auch Freistellen von Motiven ist so leicht geworden. Und das hilft mir natürlich auch, sagen wir mal, in meiner Fotografie, mich noch weiterzuentwickeln in dieser ganzen Geschichte. Auch was die qualitativen Hintergründe angeht. Also entrauschen zum Beispiel, über das muss man sich fast keine Sorgen mehr machen. Ja, selbst Bildgröße zum Beispiel. Also Lightroom mittlerweile pustet das Bild auch irgendwie nochmal optimal auf. Also so eine Geschichten helfen mir schon sehr. Genau. Das heißt, ich bin erstmal in Lightroom und gehe dann, oder sagen wir mal, ich bin so ca. 80% in Lightroom und gehe dann quasi später noch in Photoshop rein.
SPEAKER_00Interessant, das ist in der Werbefotografie bei mir das gleiche. Tatsächlich. Es ist tatsächlich so. Also Lightroom ist der Kern. Gut, es kommt immer darauf an, ob die Fotos dann, ob ich die dann final bearbeiten muss oder eine Agentur, aber die Hauptarbeit ist tatsächlich Lightroom und die Erfahrung habe ich jetzt von mehreren schon gehört. Also das ist jetzt bei vielen der Kern der Bildbearbeitung und alles, was danach kommt, ist dann nochmal Feintuning. Aber es mir gerade einfällt, KI, ist KI in irgendeiner Weise bei dir in der Fotografie ein Thema? Wir reden ja alle über KI, deswegen muss ich die Frage stellen. Genau.
SPEAKER_04Also als das Thema wirklich aufkam, das vielleicht jetzt so bei mir so drei, ja sagen wir mal, so drei Jahre her, da habe ich mich tatsächlich viel mit der KI beschäftigt, habe tatsächlich auch so einzelne KI-Serien mal produziert, habe mich irgendwie bei Midjourney angemeldet und habe da wirklich mal die KI machen lassen und meine Fotos immer so ein bisschen als Basis genutzt. Das heißt, die Quelle waren meine Fotos und habe dann immer so ein paar Prompts eingegeben und gesagt, versuch mal das und das draus zu machen. Mega gut, ich war natürlich komplett begeistert und habe mir dann auch noch verschiedene Software runtergeladen, womit man diese relativ kleinen Dateien, die mit Journey ausgespuckt hat, wieder vergrößern konnte, damit sie auch druckfähig werden. Hat gut funktioniert, muss ich sagen, gar nicht so schlecht. Und ja, habe das aber auch nicht weiter verfolgt. Das war so eine Spielerei. Das heißt, KI benutze ich eigentlich nur in dem Sinne, dass ich verschiedene Werkzeuge in Photoshop verwende, die diese KI quasi als Hintergrund nutzen. Entfernen zum Beispiel von gewissen Elementen, die jetzt wirklich störend sind. Also einzelne Personen, Mülleimer, irgendwelche Lampen, vielleicht eine kleine Baustelle, irgendwie sowas. Weil mittlerweile ist die KI, gerade sowas die entfernen, Tools in Photoshop betrifft, extrem gut. Also die basteln auch einzelne Fassaden nach. Wenn da irgendwie an der Fassade eine kleine Baustelle ist, wird das einmal nachgepinselt und weg ist es und es ist wirklich nicht mehr sichtbar. Mega. Auch entrauschen in Lightroom zum Beispiel ist ja auch so KI basiert, das Entrauschen funktioniert tiptop, finde ich. Also qualitativ kann man da jetzt wirklich nicht meckern. Das ist eigentlich so die KI, die ich tatsächlich verwende. Aber um neue Dinge mit einzubauen, nee. Also ich möchte fotografieren und möchte das vielleicht als Hilfsmittel nutzen, um die Qualität zu erhalten, aber nicht um das Bild stark zu entfremden. Das möchte ich nicht.
SPEAKER_00Ich gucke ein bisschen auf die Uhr, weil wir langsam eigentlich zu einem Schluss kommen. Jetzt hätte ich noch eine Frage für alle, die einsteigen wollen in dieses extrem spannende Thema. Also aus meiner Sicht, ich habe es zwei, drei Mal versucht, war total begeistert. Leider fehlt mir die Zeit, die Geduld und die Möglichkeit. Weil wenn man mit der Familie unterwegs ist, dann fotografiert man halt eher schnell als langsam. Aber wer jetzt tatsächlich die Zeit und die Möglichkeit hat, sich mit der Langzeitbelichtung zu beschäftigen, mit dieser ganz charakteristischen Art der Darstellung des Bildes, welche Motive empfiehlt sich? Ich meine, Wasser hatten wir jetzt schon, Architektur. Was gibt es noch? Was sollte man ausprobieren oder was kann man ausprobieren? Was gibt es spannende Motive?
SPEAKER_04Ja, also alles, was sich bewegt, sagen wir mal, wo man auch Bewegung mit darstellen kann. Das heißt, wenn man jetzt vielleicht nicht unbedingt aufgeht, in Anführungszeichen klingt jetzt vielleicht ein bisschen negativ, aber dieses glatt gebügelte Wasser, was man ja auch öfter mal so ein bisschen als Vorurteil heard, vielleicht nicht ganz so draufsteht, dann statt, das heißt, Verkehr, Busse, Straßenbahnen, Züge zum Beispiel, die auch, wenn sie durchfahren, eine tolle Spur erzeugen können. Je länger der Zug, desto länger die Belichtungszeit, aber desto weicher auch der Effekt zum Beispiel. Wie gesagt, Straßenbahnen, Personen zum Beispiel auch, die sich bewegen. Dann braucht man natürlich einen relativ schwachen Graufilter nur noch, je nach Lichtsituation auch wieder, aber die vielleicht nur wie so ein Geist sozusagen durchs Bild sich so ein bisschen durchbewegen, zum Beispiel. Also man kann da total kreativ arbeiten. Oder wer, was ist ein bekanntes Motiv, was sich bewegt? Die Weltzeituhr in Berlin zum Beispiel, am Alexanderplatz. Ich weiß nicht, ob du sie kennst, irgendwie, das ist so eine astronomische Geschichte mit so Metallgestelltes sich quasi immer bewegt. Und sowas zum Beispiel kann man auch gut fotografieren mit dem Fernsehturm im Hintergrund und dann hat man so ein bisschen Bewegung wieder im Bild und gleichzeitig das statische Element des Fernsehturmes. Also, das wäre zum Beispiel so ein Motiv, wenn man sich gerade so an Stadtlandschaften halten möchte. Wasserfälle sind immer ein Thema. In der Regel würde ich da auch sagen, lieber etwas kürzer belichten als zu lang, damit man zumindest noch etwas Struktur immer runter fließenden Wasser sichtbar macht. Nachtlichtspuren. Ja, Klassiker, genau, ist jetzt nicht ganz so mein Thema, mache ich auch ab und an mal, aber eher selten. Das ist aber eher so ein bisschen aus persönlicheres Ding, irgendwie, ich bin einfach kein Nachtmensch. Das ist immer so mein Problem. Das heißt, sobald es dunkel wird, gehe ich schlafen und gut ist.
SPEAKER_00Das heißt, Astro-Fotografie kommt für dich auch nicht in Frage, oder? Leider, nein, ich bin so müde. Das ist klasse klassisches Thema.
SPEAKER_04Ich finde das wunderschön und ich gucke mir das total gerne an. Auf Bildern, aber ich kriege es selber einfach nicht hin, weil sobald es dunkel wird, gehe ich schlafen. Das ist leider, ich bin dann nur müde. Sonst sehr gerne. Also Lichtspuren sind auf alle Fälle immer ein Thema. Auch im Straßenverkehr oder aber auch auf Flüssen zum Beispiel, wenn da irgendwelche Boote lang fahren oder so. Also, das ist immer ein tolles Ding. Klar, Astrofotografie auch. Gerade so Nacht zum Beispiel, Sternenhimmel und so weiter. Das sind auch tolle Langzeitbelichtungen, ganz wichtig. Expertentipp, keine Filter verwenden, keine Graufilter. Die Frage kommt doch öfter mal. Genau. Also von daher ist das durchaus auch ein Thema. Aber sonst so tagsüber, ich versuche mir immer, sagen wir mal, Motive zu suchen, die vielleicht nicht wunderschön sind, die ein sofort ins Auge stechen, sondern die eher irgendwie spannend sind, die vielleicht auch gar nicht dahin gehören, wo sie gerade stehen. Das heißt, Beispiel, in Prag gab es mal so eine kleine Baustelle. Das war wie so eine Terrasse, die inner Moldau aufgebaut wurde und die wurde nur zur Lagerung des Equipments ein bisschen verwendet. Da standen dann irgendwelche Spaten drauf, irgendwie so eine kleine Maschine und so weiter. Und das war wie so ein Bretterhaufen, der in der Moldau quasi nur provisorisch aufgebaut wurde. Fand ich mega spannend mit ein bisschen Nebel, dass das andere Ufer nicht mehr zu sehen war. Mega. Also genau so eine Motive finde ich irgendwie spannend, weil die auch wieder irgendwie eine Geschichte transportieren. Warum steht das da? Was ist das eigentlich? Das sind immer eher so die Sachen, wo ich denke, okay, man kann aus alltäglichen Dingen, an denen man eigentlich vorbeiläuft, auch irgendwas Schönes gestalten. Das ist so mehr so mein Anspruch, den ich eigentlich habe. Okay.
SPEAKER_00Jetzt noch eine spannende Frage, eine kleine Herausforderung für dich. Wir sind ja hier in einem Podcast, das heißt, die meisten Leute, also es gibt auch eine YouTube-Version, da werden auch ein paar Bilder eingeblendet, aber die Leute, die dem Podcast zuhören, die haben natürlich jetzt keine Möglichkeit, deine Bilder zu sehen. Außer sie gucken dann später irgendwie auf deine Website oder in dein Buch rein. Aber jetzt versuch doch mal das Motiv, das dir persönlich am wichtigsten ist oder wo du am stolzesten drauf bist, kurz zu erklären, um ein Bild im Kopf zu erschaffen.
SPEAKER_04Da muss ich jetzt tatsächlich mal kurz überlegen. Ich habe so viele Dinge fotografiert, aber ich glaube, so, also woran ich jetzt spontan denken muss, sind Nori-Farmen in Japan. Das ist, glaube ich, so für mich der Feinart-Klassiker überhaupt, wenn es um diese Art der Fotografie geht. Jetzt weiß wahrscheinlich keiner, was Nori ist. Das ist dieses grüne Seegras, was man immer um Sushi herumwickelt. Und das wird auch in Japan immer in so verschiedenen Buchten angebaut. Und zwar kann man sich das so vorstellen, man braucht quasi so eine relativ ruhige Bucht, in die wenig Wind fällt, aber man braucht Ebble and Flu. That is without Wachstum auch. Und dann haben sich die Japaner da quasi wie so farmen aufgebaut. Das heißt ganz dünne Stöcker, die in Reihen zu tausenden symmetrisch quasi ins Meer reingebaut werden. And unterhalb, ja, sagen wir mal so, im unteren Drittel ungefähr befindet sich dann immer so ein kleiner Korb, and auf diesem Korb wachsen diese Algen quasi. Und ja, das sind dann, es sieht immer aus wie für mich wie so eine Armee von Stöckern, die dann sozusagen ins Meer reinführt. Ein relatives Wirrbar, sehr filigran, weil die Stöcker so dünn sind und meistens haben sie oben immer noch eine farbige Spitze. Rot, weiß, gelb. Das ist immer so, ja. Warum genau diese Farben da vorhanden sind, weiß ich nicht so genau, aber vielleicht markieren sie die Felder so ein bisschen, je nachdem. Und das Spannende ist auch, dass quasi so ein riesiges Feld immer noch unterteilt ist in einzelne Elemente. Das heißt, da gibt es dann immer so ein Zwischenraum und dann fällt quasi der nächste Block wieder an. Mal sind sie symmetrisch von der Mitte aus aufgebaut, mal fehlen irgendwie vorne so vier, fünf, sechs Reihen zum Beispiel. Und dann trotz allem baut sich da immer so eine Symmetrie irgendwie auf. Genau, und das ist für mich, glaube ich, so ein ganz klassisches Feinart-Motiv, an das ich eigentlich immer denken muss, wenn ich an diese Art der Fotografie denke, weil auch immer viel Wasser mit im Spiel ist. Ja, ohne Wasser geht es nicht. Aber sagen wir mal, es ist auch so eine gewisse Herausforderung, so ein Motiv festzuhalten. Also es ist überhaupt nicht einfach. Wir sind schon so oft an so Farmen vorbeigefahren und wir konnten es nicht aufnehmen, weil zum Beispiel die Richtung nicht stimmte. Das heißt, im Hintergrund war eine Riesenfabrik, geht also nicht. Oder es war zu viel Wind. Das heißt, die Stöcker haben sich ständig bewegt, also in einer Langzeitbelichtung auch nicht machbar, weil ja, die Schöpfstöcker sind einfach nicht mehr scharf. Weil die so fein sind, da reicht wirklich ein kleiner Wind aus auch und die wackeln schon. Oder der Wasserstand stimmt nicht zum Beispiel. Kann auch sein. Das heißt, wenn der Wasserstand zu hoch ist, sind die Körbe nicht zu sehen und die Stöcker gucken nur so ein bisschen raus. Wenn der Wasserstand zu niedrig ist, ist gar kein Wasser mehr da. Das sieht dann auch doof aus. Also man muss so genau den richtigen Wasserstand nochmal erwischen, der sich, sagen wir mal, genau unter diesen Körben befindet. Das ist immer ganz wichtig. Also dass die Körbe auch nicht im Wasser sind, sondern tatsächlich noch Zwischenraum ist, weil man diesen Schatten auch braucht, der Körbe auf der Wasseroberfläche. Das ist auch nochmal wichtig, um ja, sagen wir mal, darzustellen, dass das auch Wasser ist, in dem diese Stecken sich quasi befinden. Also das ist schon schwierig. Und man muss viel auf Apps gucken, viel auf den Wasserstand achten, auf das Sonnenlicht, kein Gegenlicht zum Beispiel, auch ganz wichtig. Licht sollte immer von hinten oder von der Seite kommen. Also ist die Tageszeit auch wieder wichtig. Also es ist nicht leicht.
SPEAKER_00Also ich garantiere dir, ich werde nicht der Einzige sein, der jetzt in den nächsten fünf Minuten nach genau diesem Motiv im Internet suchen wird, weil ich will jetzt wissen, wie das aussieht. Lorifarben, genau. Okay. Super, vielen Dank. Also Ronny, ich danke dir ganz herzlich für diesen Einblick in deine Erfahrung, das Teilen deiner Erfahrungen für unsere Zuhörer, Zuschauer. Ich finde nach wie vor, habe ich vorher schon gefunden, dass Langzeitbelichtung ein irrsinnig spannendes Thema ist und ich kann es wirklich nur jedem empfehlen, der sich für die Fotografie interessiert, einfach mal sich diesen halben Tag, den Tag Zeit zu nehmen und auch in seiner eigenen Umgebung irgendwo Motive zu finden, die sich vielleicht für sowas eignen. Ob das jetzt Wolken sind, Wasser, Architektur, Menschen, Bewegung, ganz allgemein. Also probiert es aus. Stellt eure Kamera auf dem Stativ und lasst sie einfach mal machen. Und wenn die ersten Versuche nichts werden, ist egal. Erfahrung ist ein ganz wichtiger Faktor und eben auch für mich ist dieses Thema eins, das mich weiterbringt in der Fotografie, weil ich plötzlich mehr verstehe, was eigentlich in der Fotografie passieren kann, sowohl technisch als auch gestalterisch. Also, Ronny, vielen Dank, dass du uns hast teilhaben lassen. Ich hoffe, war es auch ein bisschen spannend, dass du dich ein bisschen ausbreiten konntest.
SPEAKER_04Ja, vielen, vielen Dank auch für die Möglichkeit. Ich freue mich sehr. Und dann alle nochmal, du hast schon gerade was Richtiges gesagt. Die Praxis ist wichtig, also machen, machen, machen. Üben, üben, üben. Das ist ganz wichtig und immer am Ball bleiben.
SPEAKER_00Alles klar. Also herzlichen Dank und hiermit verabschieden wir uns vom Fotopraxis Podcast. Und ich freue mich drauf, euch hier bei nächster Gelegenheit wieder zu begrüßen. Wir sehen uns, wir hören uns. Bis dann. Ciao.
SPEAKER_03Der Fotopraxis Podcast mit Unterstützung der Zeitschrift Fotopraxis.