Implantalk – der Podcast rund um Implantate als Zahnersatz
Implantalk ist der Podcast der Österreichischen Gesellschaft für Implantologie. Gemeinsam mit führenden Expertinnen und Experten sprechen wir über moderne Zahnmedizin, über Implantate als Zahnersatz und über die Frage, welche Möglichkeiten Patientinnen und Patienten heute wirklich haben.
Wir erklären medizinische Hintergründe verständlich, räumen mit Mythen auf und zeigen, warum gesunde Zähne weit mehr sind als nur eine Frage der Ästhetik – nämlich auch von Lebensqualität und Gesundheit.
Implantalk richtet sich an alle, die sich informieren wollen, bevor sie eine Entscheidung treffen – und an alle, die verstehen möchten, was moderne Implantologie heute leisten kann.
Fachlich. Menschlich. Verständlich.
Mit freundlicher Unterstützung unserer Partner:
Nobel Biocare, CAMLOG, bredent group, Straumann, Zauchner Dentalprodukte, Dentsply Sirona und meridol.
Implantalk – der Podcast rund um Implantate als Zahnersatz
Der Knochen entscheidet! Implantateinheilung, Medikamente und Osteoporose
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Ihr Knochen ist kein Beton. Er lebt, arbeitet, reagiert – auf Belastung, auf Hormone, auf Medikamente. Und genau das entscheidet darüber, wie gut ein Zahnimplantat einheilt.
In dieser Folge von Implantalk sprechen wir über einen Aspekt der Implantologie, der oft unterschätzt wird: Was passiert eigentlich im Körper, bevor, während und nach einer Implantation? Nehmen Sie Medikamente gegen Osteoporose? Stehen Sie kurz vor einer Hüft- oder Knieprothese? Dann sollten Sie diese Folge gehört haben – denn Ihr Zahnarzt spielt dabei eine Rolle, die die meisten Menschen überrascht.
Zu Gast sind Priv.-Doz. DDr. Petra Rugani, Zahnärztin und Implantologin an der Medizinischen Universität Graz, und DDr. Christoph Staudigel, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg. Gemeinsam erklären sie verständlich, warum Knochen mehr ist als Substanz – und was Patientinnen und Patienten selbst tun können, damit eine Implantation gelingt.
Mit freundlicher Unterstützung unserer Partner:
Nobel Biocare, CAMLOG, bredent group, Straumann, Zauchner Dentalprodukte, Dentsply Sirona und meridol.
Implantalk der Podcast rund um Implantate als Zahnersatz. Fachlich, menschlich. Implantate gelten ja heute als eine der modernsten Möglichkeiten, verlorene Zähne zu ersetzen, aber the erfolg von Implantaten hängt nicht nur von der chirurgischen Technik up, sondern ganz wesentlich from Knochen selbst. And darum geht's in der heutigen Folge. Unser Knochen is ja lebendiges Gewebe. Sein Stoffwechsel or Medikamente can beeinflussen, wie so ein Implantat eigentlich genau einhalt. And auch bei ganz anderen Operationen spielt die Zahnmedizin a role. Interessant by the Vorbereitung of Hüft- oder Knieprothesen, when it's the site zahnärztliche Fokussuche geht. Verständlich erklärt für Sie and the Patientinnen und Patienten. Ich freue mich sehr über zwei hochkarätige Gäste in unserem Implant Talk Podcast. Die Zahnärztin, Implantologin and Privatdozentin an der Medizinischen Universität Graz, Dr. Petra Rogani.
SPEAKER_00Danke für die Einladung.
SPEAKER_03Und den Mund Kiefer und Gesichtschirurgen Dr. Dr. Christoph Staudigl. Is it for you and for us? Okay, wenn wir uns dutzen. Gerne. Super, sehr gut. Wir haben es hier sehr gemütlich in unserem Podcast. Willkommen anders. Lass uns doch mal ganz kurz anfangen. Petra, ich frage dich, welche Rolle spielt der Knochen eigentlich genau bei Implantaten? Fangen wir mal ganz groß an.
SPEAKER_00Naja, the Knochen ist das Haus der Implantate, sozusagen. Das Implantat ersetzt ja die verlorengegangene Zahnwurzel und bietet dem Zahnarzt die Möglichkeit, hochwertigen Zahnersatz zu stellen, der direkt im Knochen verankert ist. Die Basis für den darauf dann liegenden oder befestigten Zahnersatz. And das Implantat verwächst mit dem Knochen ja fest, also geht eine feste Verbindung ein. Trotzdem muss man sich wirklich, wie auch eingangs erwähnt, davon verabschieden, von der Vorstellung, dass der Knochen etwas Starres oder Avitales ist. Das ist ein hochdifferenziertes Gewebe, das sich ständig umbaut, an Belastungen anpasst und sehr, sehr, wie gesagt, sehr, sehr aktiv ist. Und da spielen viele Einflüsse eine Rolle, die sich hier auf den Knochen auswirken und die natürlich dann indirekt auch Auswirkungen darauf haben, wie wir mit Implantaten und mit dem Knochen da umgehen müssen. Und jeder Patient hat da andere Voraussetzungen, die auch mitbringt, weil wir natürlich nicht nur den Knochen, den Zahn, den Kiefer behandeln. Es hängt immer auch der ganze Patient dran und die Geschichte, die er ganz individuell hinter sich hat und ihm mitbringt.
SPEAKER_03Christoph, die Petra hat schon erwähnt, der Knochen ist ja kein Beton, sondern er ist natürlich lebendes Gewebe dauernd in Bewegung. Er hat auch einen eigenen Stoffwechsel und das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Heilung des Implantats.
SPEAKER_02Natürlich, der Knochenstoffwechsel ist eigentlich, was man gar nicht glaubt, in der Medizin schon ein lange ein Thema. Es hat vor über 100 Jahren einen deutschen Physiologen gegeben, den Julius Wolff. Und jetzt hat ein Postulat verfasst, wo es darum geht, dass der Knochen sich in Abhängigkeit von der Funktion verändert. Dieses Postulat in diesem hochgestochenen Deutsch fällt mir nie ein, aber man kann das sehr prägnant zusammenfassen, use it or lose it. Das heißt, Knochen passt sich der Belastung an. Das heißt, wenn die Belastung fehlt oder wegfällt, wird der Knochen weniger. Zum Beispiel, wenn ein Zahn draußen ist, baut sich der Kieferknochen ab. Wenn man sich nicht bewegt, baut sich der Rest des Skeletts ab. Also da gibt es parallel im gesamten Organismus, wie ganz einfach der Knochen von uns beeinflusst werden kann. Und Bewegung oder keine Bewegung oder Belastung und keine Belastung, das klingt sehr banal, aber trotzdem hat es einen massiven Effekt auf den Knochen. Wenn man sich jetzt noch überlegt, es gibt Medikamente, Hormone, Ernährung, Suchtmittel, andere Substanzen, die man sich regelmäßig einwirft, dann gibt es da ganz einfach sehr, sehr viele Faktoren, die den Knochen beeinflussen können und damit auch den Erfolg einer im patologischen Behandlung.
SPEAKER_03Über diese Themen wollen wir noch sprechen. Jetzt einmal ganz plakativ. Wenn ich zum Beispiel einen Zahn verliere, dann merkt man schon, wie der Knochen arbeitet. Er bildet sich nämlich zurück. Und das kann ja auch ein Problem sein, dass ich da zum Beispiel dann kein Implantat einsetzen kann. Aber selbst da gibt es dann Möglichkeiten, wie es doch gehen könnte, Petra.
SPEAKER_00Er bildet sich nicht sofort zurück. Prima ist es einfach eine Verletzung am Knochen und der Knochen heilt und diese Heilung kann dann unterschiedlich ausschauen. Es hängt auch davon ein bisschen ab, wie der Deffekt dann ausschaut, der entsteht. Und wie lange man den Knochen dann eben dort nicht belastet oder keine Kraft auf diesen Knochen ausbringt. Und auch wie diese Kräfte auf diesen Knochen eingebracht werden. Prinzipiell, ja, Implantate müssen wir natürlich im Knochen verankern. Trotzdem ist es auch sozusagen unsere oberste Prämisse, das auch so zu machen, dass das funktionell schlussendlich zu einer Zahnfunktion führt. Das heißt, wir orientieren uns mit unseren Implantaten an unserem Endziel und das ist es, dem Patienten wieder eine gute Kauffunktion, Sprachfunktion wiederzugeben. Und wenn wir dann an dieser Stelle, wo wir gerne unser Implantat hätten, wo wir es brauchen, keinen Knochen haben, dann gibt es natürlich Möglichkeiten, dort Knochen aufzubauen. Das sind verschiedene Techniken der Knochenregeneration. Und die gibt es in ganz unterschiedlichem Ausmaß, hängt davon ab, wie viel noch da ist, wie viel noch gebraucht wird. Und da muss man dann ganz individuell für jeden Patienten entscheiden, was derjenige dann braucht. Und das entscheidet natürlich auch ganz immens, wie lange eine Therapie dauert, ob man das alles in einem machen kann, ob man mehrere Sitzungen braucht. Auch wie kompetent der Stoffwechsel des Patienten sein muss, um da mitmachen zu können. Und schlussendlich auch um die Gesamtbehandlungsdauer.
SPEAKER_03Du hast ganz kurz Medikamente angesprochen. Welche Rolle spielen denn Medikamente bei der Knochenheilung? Also wie viel Zeit habe ich, muss ich da ehrlich sagen.
SPEAKER_02Nimm dir, was du brauchst. Also es ist so, dass es sehr, sehr viele Medikamente gibt, in den Stoffwechsel eingreifen. Da gibt es einmal ganz, ganz vorweg, die sozusagen das harte Zeug, die Chemotherapien, die ganze Zeit den kompletten Stoffwechsel herunterfahren und für jede Art der Heilung. Und wie du schon richtig gesagt hast, das Implantat heilt im Knochen ein. Also während einer Chemotherapie zum Beispiel ist, eine Implantation überhaupt nicht nachzudenken. Und da muss man auch ehrlich sagen, die meisten Patienten haben andere Sorgen als die Zahnimplantate in dieser Phase ihres Lebens. Dann gibt es Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen. Das kann zum Beispiel nach einer Organtransplantation der Fall sein, aber es kann auch zum Beispiel bei Rheumern oder anderen Autoimmunerkrankungen so sein. Was hat das für einen Einfluss auf den Knochen? Immun sind immer Bakterien, in dieser Tatsache ist man sich spätestens dann bewusst, wenn man nach einer langen Nacht vergisst, Zähne zu putzen mit der berühmten Berüchtigten Filzpappen aufmacht. Und diese Bakterien können natürlich immer, wenn das Immunsystem nicht auf der Höhe ist, zu Entzündungen führen. Und gerade bei der Implantatsetzung selber wollen wir, dass der Körper ungestörtes Implantat annehmen kann. Wenn da jetzt Bakterien dazukommen oder wenn die Immunantwort weiterhin geschwächt ist, dann kann diese Einheilung nicht funktionieren. Dann geht das Ganze weiter mit verschiedenen anderen Medikamenten. Es gibt auch Medikamente, die die Bildung neuer Blutgefäße hemmen. Auch das ist für die Heilung essentiell. Man muss sich vorstellen, die Blutgefäße sind wie die Autobahnen des Körpers. Wenn man irgendwas braucht, dann kommt es über die Blutgefäße hin. Wenn keine Blutgefäße wachsen können, können keine Baustoffe dazukommen. Das ist ganz einfach formuliert. Also die Liste kann man, glaube ich, noch ewig und drei Tage sofort führen. Das andere Thema, was dann auch noch dazu kommt, ist, dass im Alter natürlich die Fähigkeiten des Körpers zur Regeneration abnehmen. Das kennt jeder, die irgendwann einmal tun die Knie, wie irgendwann tut das Kreuz, wie irgendwann einmal, ich meine, host mich nur mich anschauen, für Leute, die in dem Podcast jetzt mit Videos sind, irgendwann hören auch die Haare aufzuwachsen. Es ist so im Alter, wir werden zwar in mancher Hinsicht besser, aber andere Sachen funktionieren auch schlechter. Und dazu gehört auch das Hormonsystem und Hormone, wie kann man das jetzt formulieren? Wenn ich immer an Hormone denke, denke ich an, das war mal das Leben, wo so kleine Max-Sit durch den Körper tanzen und dafür sorgen, dass die Zellen das machen, was sie sollen. Das ist vielleicht sehr, sehr einfach formuliert, aber diese Hormone sorgen einfach dafür, dass sich Knochen auf- und umbaut. Und wenn die Hormone fehlen, die für Knochenauf und Umbau sorgen, dann wird es mit den Implantaten oder den Knochenaufbauten nicht gut funktionieren.
SPEAKER_03Ich glaube, ein Thema, und da werden wir bei denen, die es war mal das Leben noch kennen, die ganz Jungen kennen es wahrscheinlich nicht mehr, Generation Alpha und Co. Aber die Älteren kennen es und die haben vielleicht auch noch mit folgendem Problemen zu tun, nämlich mit der Osteoporose. Und auch dagegen gibt es natürlich Medikamente und da gibt es auch große Verunsicherung, weil die Menschen natürlich nicht wissen, können sie dann überhaupt, wenn sie solche Medikamente nehmen, überhaupt ein Implantat haben oder nicht. Woher kommt diese Verunsicherung, Petra?
SPEAKER_00Weil es ein häufiges Thema ist. Die Osteoporose ist einfach eine sehr, sehr häufige Erkrankung. Wir sind in Österreich da auch ein Spitzenland der Betroffenen. Man spricht da wirklich, nicht mehr nur von der Knochendichte. Osteoporose heißt ja, weil der Knochen porös wird. Also er wird poröser in all seinen Schichten. Es geht darum, wie hoch ist das Risiko, dass die Menschen, die unter Osteoporose leiden, eine Fraktur allein, ohne eine dementsprechende Verletzung gehabt zu haben, also von solchen Bacatelltraumen. Das heißt, man stolpert und bricht sich die Hüfte. Und das ist ein ernstes medizinisches Problem und das betrifft jede zweite Frau jenseits der 50 Jahre in Österreich und jeden fünften Mann. Und insofern ist es natürlich einfach auch eine große Menge an Menschen, die dieses Problem betrifft. Jetzt haben wir schon gesagt, das Implantat heilt fest im Knochen ein. Wenn der Knochen poröser ist, habe ich weniger Knochenmasse um das Implantat primär mal. Das bedeutet natürlich, dass jetzt eine Primästabilität oder eine Enstabilität als Implantat potenziell herabgesetzt ist. Trotzdem, der Knochen heilt, auch der osteoparotische Knochen heilt, also auch Implantate heilen ein. Und man kann bei osteobarotischen Patienten auch Implantate setzen. Das einmal vorne vorweg. Womit wir eher dann zu kämpfen haben, sind die Therapien, die die Patienten gegen die Osteobarose bekommen, also Patienten, die schon Gefahren haben, Knochenbrüche zu haben, bekommen dann in erster Linie vor allem auch Medikamente, die den Knochenabbau hemmen sollen, um eben nicht weiter Knochenmasse zu verlieren oder nicht weiter Knochenfestigkeit zu verlieren. Und die hemmen den Knochenumbau. Und auch bereits erwähnt, wir brauchen den Knochenumbau, weil der Knochen sich ständig an Belastungen anpassen muss, eben auch an kauffunktionelle Belastungen, die auch über Implantat in den Knochen eingebaut werden. Und es hier immer wieder zu Mikroverletzungen im Knochen kann, einerseits durch Belastungen, andererseits aber auch durch Infektionen, die ganz, ganz leicht auch in den Knochen eintreten können. Und dann ist bei solchen Patienten, die diese Medikamente kommen, die Kapazität des Knochens gegen sich gegen solche Angriffe zu werden, einfach herabgesetzt. Und deswegen bedürfen die einer speziellen Pflege, damit da keine Komplikationen auftreten.
SPEAKER_03Du als Chirurg hast ja sicher dann auch wieder ganz eigene Sichtweise auf das Thema. Wie schaut dir aus?
SPEAKER_02Ja, also als Kiefer-Kirurg hat man dann nicht immer nur die schönen Sachen wie Zahnimplantat, mit denen man sich herumschlägt, sondern man hat teilweise auch Sachen, die einen ein bisschen länger beschäftigen und die auch ganz, ganz schlechtes Bauchgefühl machen, wie die Behandlung von einer Kiefernekrose. Das ist eine schwerwiegende Komplikation, bei diesen Medikamenten gegen Osteoporose auftreten kann. Und wir wissen alle noch nicht zu hundertprozentig genau, wie das Ganze passiert. Diese Kiefern-Nekrosen, aber die können einfach wirklich dazu führen, dass man große Teile eines Kiefers verliert. And we wissen, dass diese Kiefernekrosen bei Patientinnen und Patienten auftreten, die Medikamente gegen Osteoporose, gewisse Medikamente gegen Osteoporose nehmen, muss man eher fairerweise sagen. Und dass anscheinend a entzünding oder the contact to bacteria, the auslöser of demonstration is. Nur weil man diese Medikamente vom Hausarzt, vom Internisten, vom Endogenologen verschrieben bekommt, heißt das nicht, dass Implantate nicht möglich sind. It heisst auch nicht, dass bestehende Implantate dann sofort entfernt werden müssen, weil das Entzündungsrisiko da ist. Also da können wir sie gedrost beruhigen bei dieser ganzen Sache. Aber das, was ganz einfach sein kann, man muss sich einfach der Tatsache bewusst sein. Du hast vorher das Wort Beton erwähnt und ich sage bei der Aufklärung immer meinem Patienten sehr, ein Implantat ist keine Schraube im Knochen. Das heißt, das steht in lebendem Gewebe, wie die Petra schon gesagt hat. Das heißt, auch wenn das einmal vom Knochen angenommen worden ist, das Gewebe lebt, das Gewebe arbeitet, man kann ein Implantat auch bei schlechter Pflege verlieren. Und dementsprechend ist es umso wichtiger, sich mit einem Experten auf dem Gebiet der Implantologie sich auseinanderzusetzen, sich von einem Experten auch dementsprechend beraten zu lassen, weil es ganz einfach extrem wichtig ist für den Langzeiterfolg der Implantatbehandlung und auch natürlich für die Gesundheit des ganzen Organismus an sich, dass man diese Risiken erkennt, minimiert und idealerweise abfängt, damit keine Komplikationen auftreten.
SPEAKER_03Wir fragen das aber in jeder Folge, und ich glaube, das ist wichtig und wir wollen da immer darauf hinweisen, wie schaut denn eine gute Pflege aus bei einem Implantat? Petra, was sagst du? Ist das einfach nur das Zähneputzen?
SPEAKER_00Im Prinzip ist das einfach das Zähneputzen, manchmal unter etwas erschwerten Bedingungen, sage ich einmal so. Ein Implantat ist von Durchmesser prinzipiell schmäler, kleiner, als jetzt zum Beispiel ein Wurzelstock von einem natürlichen Zahn. Wenn ich jetzt zum Beispiel einen Unterkiffer-Seitezahn nehme und der hat 10-11 mm von vorne nach hinten gesehen in der Breite und ich setze da Implantat rein zwischen 4 und 5 mm Durchmesser. Das bedeutet gleichzeitig, dass man, wir nennen das Emergenzprofil, dass man immer sozusagen ein Profil hat, das von schmal auf breit sich erweitert. Und damit habe ich sozusagen eine unter sich gehende Stelle. Und das bedeutet am Implantat, dass man hier potenziell sozusagen, gerade was zum Beispiel die Zwischenraumhygiene betrifft, etwas andere Techniken anwenden muss, um hier dann diese Übergänge zwischen Zahnfleisch und Krone, Zahnfleisch und Implantatversorgung hier auch reinigen zu können. Es ist ja nicht immer nur eine Krone, es können auch andere Aufbauten drauf sein. Zusätzlich haben wir im Implantat eine Situation, wo uns etwas fehlt, das wir beim Zahn haben, nämlich den Zahnhalteapparat. Also der Zahn ist ja nicht wie das Implantat im Knochen fest verankert, sondern er ist aufgehängt am Knochen mit einem Faserapparat. Und der bietet einen zusätzlichen Schutz nach außen gegen das Eindringen von bakteriellen Infektionen zum Beispiel, den hat das Implantat nicht. Also hier haftet, klebt das Zahnfleisch eigentlich sozusagen nur an der Versorgung und hier kann es viel schneller passieren, dass wenn Entzündungen da sind, dass sich dieser Verschluss dann öffnet und Infektionen schneller in die Tiefe treten. Das heißt, man muss hier auch zusätzlich aufmerksamer sein und gründlicher sein. Also es verzeiht weniger. Und kann auch weniger gut solche Infektionen eine Zeit lang abwehren oder sich dagegen stemmen, hat einfach ein nicht derartig ausgestattet, auch derartig ausgestattetes Immunsystem rund um diese Haltestruktur. Und dann liegt es natürlich auch in unserer Aufgabe, das so zu gestalten, dass der Patient das reinigen kann. Je mehr Knochen vorher schon verloren war, je komplizierter Aufbauten waren, desto schwieriger ist es oft wieder, das so herzustellen. Aber man muss dann halt oft Kompromisse eingehen und dann darauf achten, dass man dem Patienten die Situation so gestaltet, dass er auch selbst pflegen kann, weil das muss er schließlich auch jeden Tag zu Hause machen. Er kann ja nicht immer zu uns in die Orientation, an die Klinik oder auch immer, in eine Praxis kommen, dass wir ihm sozusagen mit der Mundhygiene helfen. Noch dazu werden wir immer älter. Man braucht gewisse manuelle Fähigkeiten, vielleicht auch lasst die Sehkraft nach, die Fingerfertigkeit.
SPEAKER_03Du redest jetzt von den Patientinnen und Patienten. Nicht von den Zahlen.
SPEAKER_00Also auch das sind alles Dinge, die wir bedenken müssen, wenn wir Implantatversorgungen machen. Und wenn dann zusätzliche Risikofaktoren dazukommen und die kumulieren dann eben auch natürlich mit zunehmendem Alter. Wir haben schon von der Abnahme der Physiologie und so weiter gesprochen und dann sind es vielleicht noch Medikamente gegen den Knochenabbau, dann ist es vielleicht noch ein Cortisonpräparat dazu. Ist es vielleicht noch eine andere Erkrankung wie Diabetes dazu, Zuckerkrankheit? Dann wird das halt einfach immer diffiziler und dann muss man eigentlich immer sorgfältiger und genauer sein in diesen Fragen, um möglichst diesen bakteriellen Angriff und diesen Reiz, der schließlich Probleme machen zu können, auch im Griff zu halten.
SPEAKER_03Lass uns noch ganz kurz das Thema mit der Osteoporose abschließen. Was ratet ihr Patientinnen und Patienten, die solche Medikamente nehmen und vielleicht einfach sich denken, sie können das gar nicht, sie können sich gar kein Implantat machen lassen. Dem ist nicht so.
SPEAKER_02Dem ist nicht so. Also ganz, ganz wichtig ist, wenn sie Medikamente für den Knochen einnehmen, es gibt viele verschiedene Medikamente, aber nicht alle davon haben ein Problem mit den Zähnen. Das Klassische, was gefühlt jeder einnimmt, das nehme ich auch schon ein, weil es einfach in Österreich einen Mangel gibt, ist das sogenannte Vitamin D. Das ist ein Hormon, das im Körper vorkommt. Dieses Hormon hilft dazu, dass der Knochen sich besser aufbaut. Damit Vitamin D produziert wird, müssen wir an die Sonne gehen. Und es ist ganz einfach so, dass wir alle arbeiten, hoffentlich. Und damit sind wir ganz einfach in unseren Möglichkeiten eingeschränkt, wir können nicht jeden Tag drei Stunden Sonne bauen. Wir würden gern, wir können nicht.
SPEAKER_00Wir würden die Hautärzte, was dagegen haben.
SPEAKER_02Das ist wieder die andere Seite, weil uns geht es halt nicht um die Haut, sonst geht es um den Knochen. Also das schadet in keinem Fall. Im Gegenteil, es gibt sogar neue Daten, dass man diesen Vitamin-D-Spiegel vor jeder Implantatsetzung, vor jedem Knochenaufbau möglichst in ein gutes Niveau bringen soll, damit die Volksaussicht höher ist. Dann gibt es eine andere Medikamentengruppe, die jetzt nicht mehr mehr verschrieben wird. Das ist ein künstliches Nebenschilddrüsenhormon. Ich verschone es sie mit lateinischen Bezeichnungen und anderen Sachen. Auch dieses Medikament, das ist quasi das stärkste, das heißt, es ist ein sehr anaboles Präparat. Anabol heißt nicht, dass man danach zum Schwarzenegger wird. Anabol heißt ganz einfach, es baut etwas auf. Und dieses künstliche Apparathormon baut massiv die Knochensubstanz auf. Auch das ist überhaupt kein Problem bei Implantaten. Und dann gibt es die große Gruppe von Medikamenten, die den Knochenabbau hemmen. Und wie die Petra schon gesagt hat, Knochenabbau. Der Körper baut ja den Knochen nicht nur ablehnen gebraucht werden, sondern es erneuert sich der Körper regelmäßig. Das heißt, auch da wird der Knochen erneuert und eine kaputte Knochensubstanz gegen bessere, gesündere Knochensubstanz ausgetauscht. Wenn dieser Austausch nicht mehr funktioniert, wird der Knochen entzündungsanfälliger und es kann auch das Implantat einheilen gestört sein. Warum ist das so, weil diese Medikamente in den meisten Fällen alle paar Wochen bis Monate verabreicht werden und dann hat man eine besonders hohe Konzentration, einen besonders starken Eingriff in den Knochenstoffwechsel. Und da ist es eben umso wichtiger, dass man sich mit einem Experten oder einer Expertin kurz schließt, wenn man sich zu einer Implantatbehandlung entscheidet, weil man dann die Implantatbehandlungen an die Gabe dieser Medikamente anpassen kann. Es kann sein, dass man die Gabe vielleicht um einen Monat verschieben muss, aber trotzdem ist es in der Regel möglich, wenn man an einer Osteoporose leidet bzw. starke Medikamente dagegen bekommt, trotzdem eine Implantatbehandlung zeitnah und erfolgreich durchzuführen. Es ist, wie die Peter richtig gesagt hat, man muss natürlich entsprechend pflegen und auch entsprechend mehr Unterstützung holen von den Kolleginnen und Kollegen, damit das Ganze gut funktioniert. Auch da muss ich jetzt wieder einer meiner Stessität aus Aufklärungsgesprächen bringen. Und zwar man baut sich eine super schöne Wohnung, superschönes Haus, dann reicht es nicht, wenn einmal ein Jahr der Putzdruck kommt, dass das Ganze Schönes und in Schuss bleibt, sondern da muss man ganz einfach regelmäßig dahinter sein. Genauso ist es bei Implantaten. Wenn man die nicht entsprechend pflegt, und auch da ganz, ganz wichtig, reden Sie mit uns. Also ich hoffe, Sie haben es jetzt schon ein bisschen kennengelernt, wir sind jetzt alle nicht besonders kastig. Man kann mit uns durchaus reden, wenn es Fragen gibt, sprechen Sie uns darauf an. Ich nehme mich davon nicht aus, wir sind leider alle manchmal ein bisschen betriebsblind und für uns ist das eh klar, wie das Ganze funktioniert. Manchmal kommt nicht von Haus aus die Unterstützung, die Sie brauchen aus uns heraus. Fragen sie uns ganz einfach. Ich glaube nicht, dass irgendjemand von uns böse ist, wenn sie besser werden wollen. Im Gegenteil, wir freuen uns, weil wir sehen sie dann als vollwertigen Partner in ihrer Behandlung. Und das ist das Schönste, was einem als Arzt widerfahren kann, wenn man sich wirklich, wenn man mit dem Patienten gemeinsam ein starkes, effektives Team ist und damit coole Sachen machen kann.
SPEAKER_03Aber ich glaube, was ich da jetzt rausgehört habe, ist auch, dass die Behandlung ja nicht nur an euch hängt, sondern das Zusammenspiel von verschiedenen Ärzten, die natürlich eine große Rolle spielt.
SPEAKER_00Ganz unbedingt möchte ich auch noch was zum Thema Osteoporose sagen. Bitte, was wir auf keinen Fall wollen, ist, dass Patienten ihre Osteoborose-Therapie ablehnen, nur weil sie dann sagen, Implantate sind schwieriger oder ich kann kein Implantat mehr kommen. Also das ist eine Sorge, die die Osteologen sehr, sehr plagt. Auch wenn es die Kiefernekrose eine seltene Komplikation ist bei Patienten mit Osteoporose, ist er sogar schon so weit, dass Patienten sozusagen dort in der Sprechstunde anrufen, ja, aber wenn ich das bekomme, dann kann ich ja danach dann kein Implantat mehr bekommen und mein Zahnarzt kann mich nicht mehr behandeln. Und deswegen möchte ich das nicht haben. Und das sind sogar Patienten, die noch gar kein Implantat brauchen, die zum Beispiel noch alle Zähne haben. Also so tief ist diese Angst schon verankert, dass es da hier nachher Probleme gibt. Und das ist etwas, was wir keinesfalls wollen. Wir haben 90.000 Osteopathon. Frakturen im Jahr in Österreich. Das sind sehr zuverlässige Daten, die hier von der Gesellschaft der Knochenstoffwechsel hier gesammelt worden sind. Und das ist eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung und die muss fachgerecht therapiert werden. Und man kann gerade bei Osteoporose-Patienten die Situation eigentlich immer sehr gut lösen, die sind gut behandelbar. Man muss halt einfach etwas sorgfältiger mit ihnen umgehen. Und eben, wie eben erwähnt, gut zusammenarbeiten mit der verschreibenden Disziplin, mit dem Osteologen, mit dem Allgemeinen Mediziner, mit dem Endokrinologen, wem auch immer. Und dann bekommt man das auch in den Griff.
SPEAKER_03Petra, viele Menschen wissen gar nicht, dass Zahnarzt da auch eine Rolle spielen, wenn jemand eine Hüft- oder Knieprothese bekommt. Es war sehr erstaunt, als ich das lese.
SPEAKER_00Yeah, das ist jetzt etwas von der Seite angesprochen. Das Thema, das hier angesprochen wird, ist eigentlich das Dentale Herdgeschehen. Also wir haben es auch schon zu Beginn erwähnt, die Mundhöhle ist kein saubere Bereich. Die Mundhöhle hat eine natürliche Besiedlung, das ist das orale Mikrobiom. Es sind über 700 Keimarten in der Mundhöhle identifiziert worden schon. Das sind Keime, die alle Oberflächen in der Mundhöhle besiedeln und in einem Gleichgewicht zueinander leben, in einem symbiotischen Gleichgewicht. Und wenn wir nicht putzen, regelmäßig, so ist das vorher. Plakativ. Plakativ ausgeführt, ich weiß es jetzt nicht noch einmal wiederholt, aber dann bilden sich Belege. Biofilmen nennen wir das. Und in diesen Belegen, da kommt dann sozusagen kein Sauerstoff mehr dazu und dann verändert sich dieses Gleichgewicht der Keime zueinander. Wir nennen das Dyspiose. Es wachsen dann verschiedene Arten von Keimen mehr, andere Keime werden unterdrückt und es entstehen Krankheiten. Und die Mundhülle ist auch kein isolierter Bereich, den man zusperrt und der hat mit dem Rest vom Körper nichts zu tun, sondern die ist natürlich durchblutet, die ist sozusagen auch über das Verdauungssystem mit dem Körper verbunden. Und diese Keime, die dort entstehen, die können sich natürlich in den Organismus verbreiten. Und wenn wir an anderer Stelle Orte haben, die vorgeschädigt sind oder wo eben gerade starke Umbauvorgänge zum Beispiel vorgehen, starke Stoffwechselaktivitäten vorgehen, weil zum Beispiel dort eine Gelenksendoprogese einheim muss, ein Hüftgelenk oder ein Kniegelenk, dann können sich Keime dort anzielen und sozusagen fernab von ihrer Quelle dort auch zu einer Infektion, einer fortgeleiteten Infektion und damit Entzündung führen und schlussendlich auch dann zu ernsten Komplikationen.
SPEAKER_03Das bedeutet, davor macht man eine Fokussuche, so nennt man das, oder?
SPEAKER_00Genau, also ein Fokus ist einfach ein Krankheitsherd. Und die Herterkrankung heißt, dass dieser Fokus dann an anderer Stelle schließlich zu Problemen führt.
SPEAKER_03Das bedeutet auch, dass ich vor einer Hüftoperation, mein Vater zum Beispiel hatte vor kurzem eine, immer auch zuerst zum Zahnarzt gehen sollte, oder?
SPEAKER_00Ja, das sollte man sowieso. Schon präventiv. Da müssen wir uns auch selbst ein bisschen an der Nase fassen.
SPEAKER_03Du sagst es selbstverständlich, aber weißt du, für manche Leute ist das, die wissen das natürlich nicht.
SPEAKER_00Ja, es ist die Mondhöhle verzeiht ja sehr viel. Wir haben in der Mundhöhle natürlich auch, weil wir dort einen hohen bakteriellen Angriff haben, ständig Verletzungen und so weiter haben, das ist einfach stark belastet. Das ist ein sehr, sehr gutes Abwehrsystem. Es ist sehr gut durchblutet. Wir haben spezielle Immunglobuline, nennt man das, die wir nur dort finden, die uns dort besonders abwehrstark machen. Und deswegen haben wir oft so etwas wie chronische Infektionen, die wir gar nicht bemerken. Nicht am Zahnfleisch natürlich, aber auch im Knochen, Krankheiten, die lange, lange nicht behandelt werden. Und dann kommt es irgendwie eben zu solchen Situationen, dass man zum Beispiel Herzerkrankungen hat oder eben Gelenks-OB hat. Und auf einmal spielt das eine Rolle. Es kann auch ernstere Sachen sein, wie starker Immunmangel zum Beispiel, bei Krebserkrankungen. Und dann soll das auf einmal alles wechseln und dass es keine Infektionsherde mehr gibt. Und dann soll eben diese dentale Herzsanierung gemacht werden, also diese Infektionen dann sehr, sehr rasch entfernt werden. Aber der präventive Gedanke wäre natürlich sozusagen schon im Vorhinein darauf zu achten, einfach gute Mundgesundheit zu haben. Es ist allgemein bekannt, dass wir empfehlen, zweimal im Jahr die zahnärztliche Kontrolle zu machen, da immer wieder drauf zu schauen, dass wir solche Herde einfach wirklich konsekutiv sanieren, nicht anstehen lassen, damit wir dann im Falle des Falles nicht vor dem Riesenproblem stehen, dass wir innerhalb von kürzester Zeit einfach wahnsinnig viele Infektions- und Entzündungshäre sanieren müssen.
SPEAKER_03Aber heißt es, dass wirklich von diesen Entzündungen auch so schwere Krankheiten entstehen können?
SPEAKER_00Schwere Krankheiten inwiefern entstehen, können jetzt also nichts mehr. Es könnten fortgeleitende Infektionen entstehen. Es gibt zum Beispiel eine spezielle Form der Endokarditis, die speziell mit Mundhüllenkeimen eine Entzündung der Herzinnenhaut, hauptsächlich an den Herzklappen auftritt, die speziell jetzt mit einer speziellen Keimspezies aus dem Mund, das nennt man die Viridans-Gruppenschreptokokken, verknüpft ist. Es können natürlich septische Zustände entstehen. Wenn es das Immunsystem sehr weit suprimiert, dass man praktisch keinen Körperabwehr hat, um sich gegen solche bakteriellen Angriffe zu verteidigen, dann können die überall sozusagen im Körper zu Problemen führen. Und ja, es können eben auch Fremdkörper wie Prodesen besielt werden und das dann zum Beispiel zum Nichteinheilen, zur Infektionen, zum Verlust zu einer Prodhese führen, vor allem in der Frühphase.
SPEAKER_02Die Peter hat das schon super erklärt. Also ich kann das auch noch sagen. Also das Ziel muss es ja nicht sein bei diesen Fokusssuchen. Man lässt anstehen, dann geht man zum Zahnarzt, man hat dann den großen und den großen Termindruck, weil der OP-Termin ist vielleicht in zwei Wochen und dann muss man alles beseitigen, dass das schafft, gibt das System, sowohl der eigene Körper als auch die Zahnarztpraxis oder die Universitätsklinik nicht her. Das Ziel muss es ganz einfach sein, dass man eine gute Mundgesundheit hat, sprich, dass man solche Sachen nicht anstellen lässt, dass man sich regelmäßig anstellen lässt, ob Zähne kaputt sind, ob Füllungen gemacht werden müssen, ob irgendwelche anderen Probleme da sind. Man kennt sicher den Spruch, wenn jemand sagt, ich habe mit dem Zahnarzt und hat mir gesagt, der ZahnxYZ steht unter Eiter. Bitte, das ist in den meisten Fällen, jetzt heißt das jetzt nicht, dass der Eiter dabei ist, sondern es heißt ganz einfach, dass irgend so eine super gute Entzündung, also eine Entzündung, die der Körper gut in Schach hat, einfach da ist. Und solange unser Immunsystem gut funktioniert, passt das Ganze. Jetzt ist es, jetzt kommt mal die Matura Zeit auf uns alle zu und da denkt man, die ganzen jungen Leute mit 18, 19 Jahren in ihrem Leben und die sind alle größtenteils sehr, sehr fit, aber die haben den Stress der Matura und plötzlich geht es los, wie mal Fieberblasen, die ganzen Geschichten. Und das Ganze ist unter Anführungszeichen nur die Matura. Das ist keine große Operation, wenn ein neues Gelenk kriegt, das ist keine Operation am offenen Herzen, das ist keine Chemotherapie und trotzdem reicht es aus, um das Immunsystem durcheinander zu bringen. Das muss man sich einfach nur mal vorstellen, wenn man jetzt im Bereich des Mondes oder im Bereich der Kiefer deutlich potentere Entzündungen hat. Und dann kommt dieser massive Stress auch noch dazu, dass das dann natürlich einen Einfluss auf den Gesamtorganismus haben kann. Und das ist eben das Ziel des sogenannten Fokussuchen oder Herzsanierungen, dass man ganz einfach diese potenziellen Risikofaktoren ausschaltet. Idealerweise sollte die Kooperation so funktionieren, sobald überlegt wird, einen der Eingriff vorzunehmen. Dann können wir gute Versorgungen machen, dann müssen wir das Ganze nicht aus der Hüfte schießen. Und deswegen müssen wir da ganz einfach schauen. Also deswegen soll auch unser Ziel von diesem Podcast sein, deswegen sitzen wir auch da, weil wir wollen, dass sie alle, liebe Hörerinnen und Hörer, zu mündigen Patienten und Patientinnen werden. Das heißt, dass sie aktiv mit ihren Behandlern reden können. Das ist uns ein wesentliches Ziel von dieser ganzen Serie, dass we vermitteln wollen, damit sie your gesundheit in the equivalent.
SPEAKER_03Petra, what are the three wichtigsten that you have to work that implantation for you had? Psychic, when so much of me, it's few people who have angst for the Zahnarzt haben.
SPEAKER_00Sich gut aufklären lassen and informieren lassen, was geplant is. Sich im Plan sein, was man gerne am Ende als Behandlungsziel sozusagen haben möchte. Es ist ja, wie gesagt, nicht immer einfach nur ein Einzelzahnersatz. Das auch, wie gesagt, im offenen Gespräch einfach mit dem behandelnden Arzt auch ansprechen oder behandelnden Ärztin. Und ja, aufräumen. Eben schauen, dass es sauber ist. Und den Putzdruck durchschicken vielleicht auch in dem Fall noch einmal, um da Unterstützung einzuholen und dann sich selbst an der Nase nehmen und schauen, dass man es dann auch sauber hält.
SPEAKER_03Aber sich auch durchchecken lassen, Blutuntersuchungen machen, schauen, wie zum Beispiel der Vitamin D-Haushalt momentan ausschaut. Oder das könnt ihr alles auch dazu.
SPEAKER_00Ja, natürlich. Das war jetzt sozusagen mehr zahnmedizinisch bezogen, allgemeinmedizinisch im Fokus gesehen. Gesunder Allgemeinmechanismus gehört irgendwo immer dazu. Blutdruck sollte eingestellt sein. Ganz, ganz wichtig bei Diabetikern, Prädiabetikern. Zuckerwert muss gut eingestellt sein. Das ist für einen Erfolg von der Implantartherapie ganz immens wichtig. Dann gibt es natürlich Noxen wie vor allem das Rauchen, was uns immens oft vor Problemen stellt und Komplikationen bedingt oder mit ein Faktor ist. Vitamin D, Calcium, Nährstoffe, das gehört einfach zum gesunden Organismus dazu. Prinzipiell ist es eben, Selbstverantwortung für seine Gesundheit zu übernehmen. Wenn ein gesunder Patient zu uns kommt, dann wird das in der Regel gut funktionieren. Wenn natürlich ein Patient viele Baustellen hat, der Organismus geschwächt ist, der allgemeine Zustand geschwächt ist, dann ist natürlich auch die zahnärztliche Therapie, die chirurgische Implantattherapie eine schwierigere. Und kann natürlich auch bedingen, dass wir vielleicht unser Vorgehen etwas ändern müssen, zusätzliche Maßnahmen treffen müssen, vielleicht alternative Wege einschlagen, alternative Methoden machen, vielleicht etwas konservativer vorgehen. Das gilt dann aber eben vor allem in diesem Zwiegespräch zwischen Patient und Arzt, ganz genau auszuloten, was damit alles eine Rolle spielt.
SPEAKER_03Es ist ein sehr komplexes Thema, deswegen haben wir keine Angst vor Wiederholungen. Gibt's vielleicht, wollen wir nochmal ganz kurz betonen, wie Patientinnen und Patienten die Knochenheilung, wenn sie denn dieses Implantat bekommen, bestmöglich selber unterstützen können und selber im Griff haben?
SPEAKER_02Gern. Also die Knochenheilung eines Implantats funktioniert in der Regel meistens von alleine. Wichtig ist, das erste, was man jetzt muss ich leider ein bisschen ausholen, es gibt verschiedene Arten, wie man das Implantat einheilen lassen kann. Entweder lässt man das Implantat durch die Mundschleimhaut schauen, dann reden wir von einer offenen Einheilung, oder von einer gedeckten Einheilung, wo das Implantat unter der Mundschleimhaut einhält. Wenn das Implantat durch die Mundschleimhaut einhält, dann muss das entsprechend gepflegt werden. Das heißt, die Pflege des Implantates beginnt dann nicht erst mit dem Zahnaufbau, sondern eigentlich unmittelbar nach der Operation. Die Peter hat es schon angesprochen, jeder weiß, dass Zigaretten, die durch Blutung stören, das ist im Bereich der Mundhöhle doppelt kritisch, wenn man nicht nur die Nikotinwirkung hat, über die Lunge kommt, sondern auch die direkte Nikotinwirkung. Das heißt, idealerweise hört man 24 bis 48 Stunden vor dem Eingriff auf zu rauchen. Ich weiß, alle, die jetzt zu Hause laut anfangen zu lachen, ich verstehe das. Mein Vater und mein Bruder haben geraucht. Es ist viel leichter zu sagen, als Nichtraucher, bitte hören Sie doch einmal für zwei Wochen auf. Aber wenn Sie wirklich diese Implantate wollen, das ist dann ganz einfach, das Rauchen ist da das größte Gift für die Implantate.
SPEAKER_03Aber es ist der Raucher oder ist es das Nikotin?
SPEAKER_02Sowohl als auch. Man muss sich vorstellen, jeder, der mal als Nichtraucher, also heutzutage, das ist jetzt mal die, es war mal das Leben-Generation, die ich da jetzt anspreche.
SPEAKER_01Generation Access da.
SPEAKER_02Wenn man früher, als man noch in Diskus rauchen hat dürfte, wenn man da mal in so eine Disco hineingegangen ist, als eingefleischter Nicht-Raucher, da geht man mal rein, man atmet das erste Mal, die Fein plötzlich bindt man schon an zu husten, es schnürt dann alles zusammen, da merkt man schon allein, wie sehr der Rauch, und das ist sozusagen schon der Second Hand-Rauch, wo die ganzen Orgensachen schon im Mund und in den Lungen der echten Raucher drin geblieben sind, wie sehr das einen reizen kann. Jetzt muss man sich vorstellen, was der Rauch, wenn er sozusagen wirklich frisch in die Mundhülle reinkommt und alles anrichten kann. Da gibt es jede Menge reizende Substanzen, giftige Substanzen. Und dann noch die Nikotinwirkung, die die Gefäße enger macht und damit, was wir vorher schon erwähnt haben, die Blut zuvor zu dem Knochen, der heilen will, der aber die ganzen Sachen aus dem Blut braucht, einfach unterbindet. Der nächste Punkt ist bei der Implantateinheilung gibt es banale Sachen. Sie werden von uns in der Regel eigentlich immer mit so vielen Informationen nach der Implantation versorgt, dass sie sich das alles gar nicht merken können. Die meisten Kolleginnen und Kollegen geben ihnen einen Bogen mit, wo drinnen steht, bitte machen Sie das, lassen Sie das, so können sie die Heilung unterstützen. Da muss man sich, das Implantat ist, wie vorher schon erwähnt, nicht der Schrauben in der Wand, sondern es ist eine Sache, die mit dem Körper im Einklang steht. Das heißt, da muss man ganz einfach dafür sorgen, dass dieses Gleichgewicht bestehen bleibt. Und dann, also das sind mal so zwar die Sachen, die zwar furchtbar einfach klingen, aber sehr, sehr viel Disziplin von einem abverlangen. Und dann gibt es diese ganzen Prozesse, die der Körper alleine macht, dass neue Blutgefäße einsprossen, dass neuer Knochen gebildet wird, dass sich eine bindige Yann-Schätze um das Implantat bildet, um das Ganze bestmöglich abzudichten. Und all diese Prozesse haben eigentlich nur sehr, sehr, sehr wenig Einfluss. Und was man auf jeden Fall auch noch dazu sagen muss, der Körper hat nur einen begrenzten Energiestoffwechsel oder Energie, ein begrenztes Energieangebot pro Tag. Das heißt, es ist zwar ein kleiner Eingriff, ein sehr gut verträglicher Eingriff. Die meisten Patienten sagen uns nach dem Eingriff, so wie man viel schlimmer vorgestellt ist, hat eigentlich kaum weh getan, aber trotzdem das Ganze nicht auf die leichte Schulter nehmen und dem Körper Zeit geben zur Regeneration. Das heißt, nicht glauben nur, dass sie das Ganze gut vertragen haben, dass die Regeneration nicht weiterlauft. Jeder, der schon mal einen Gips gehabt hat, weißer Knochen, braucht ca. acht Wochen zur Heilung. Warum soll das um das Implantat anders sein? Also die Implantate brauchen circa zwei Monate, bis dieser Prozess des Eingliedernens in den Knochen größtenteils abgeschlossen ist. Und ganz abgeschlossen ist die Summe-Prozess nie. Das heißt, man muss auch das ganze restliche, entweder je nachdem, was länger andauert, das eigene Leben oder das Implantatleben, dafür sorgen, dass das Ganze vom Körper gut umsorgt wird und dass das Ganze sauber bleibt.
SPEAKER_00Also ich glaube, es ist ja so bei uns im Sozialversicherungssystem, dass die Implantologie im Großteil eine Privatleistung ist. Und das ist oft eine Situation, wo die Patienten sich schon sehr intensiv darauf vorbereiten, eben weil sie es auch finanziell durchaus auch betreffend belasten kann. Und da ist oft die Chance wirklich gegeben, noch einmal neu Mut zu fassen, noch einmal sich intensiv mit seiner Mundgesundheit auseinanderzusetzen, Prioritäten neu zu ordnen und Dinge in Ordnung zu bringen. Und gerade für Menschen, die das wirklich auch zusammenspannen müssen und für die das eine große Geschichte ist, oder auch die sich nur überwinden müssen, weil es halt der chirurgische Eingriff ist und der Belastung ist, ist es noch einmal mehr Anstoß, dann darauf den Fokus zu legen, das wirklich gesund zu erhalten. Und ich sage immer zu den Patienten auch, das ist, wenn sie sehr teures Auto kaufen, damit kümmern sie sich nachher auch drum und stellen sie in der Nacht in die Garage und fahren regelmäßig zum Service und schauen, dass es sauber ist. Und ähnlich ist es auch mit den Implantaten. Es ist etwas, was einfach Pflege und Nachsorge braucht. Und dafür hat man dann aber auch eine Top-Versorgung mit einer lebensechten Funktionalität, die die Lebensqualität für jeden Tag bringt.
SPEAKER_03Ich danke euch beiden für dieses wirklich interessante Gespräch. Herzlichen Dank. Danke dir für die Einladung.