Sprechstunde Weltschmerz
Drei Deutsche in Chicago. Der Versuch eines Gesprächs. Über Zugehörigkeit, Frausein in einer Männerwelt, Wut, Kulturclash und das Leben im Dazwischen. Zwischen Alltag, Haltung und latentem Crash-out – schließlich leben sie schon rein geographisch mitten im Epizentrum des Weltschmerzes.
Und dann sind da auch noch (tendenziell etwas zu viele) Kinder, die das Stresslevel zuverlässig erhöhen. Wie man dabei nicht komplett durchdreht? Keine Ahnung – ambitioniert wäre schon, es halbwegs würdevoll zu schaffen. Mal klug, mal lustig, meist keins von beidem. Aber stets bemüht, Widersprüche auszuhalten.
Sprechstunde Weltschmerz
„How are you??“ durchgespielt #1
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Amerikaner fragen: „How are you?“
Deutsche antworten ehrlich.
Und genau da beginnt das Problem.
Eigentlich wollten wir diesmal eine leicht verdauliche Folge machen. Ein bisschen Kulturunterschiede, ein wenig Small Talk über Small Talk. Mit dem offensichtlichen Take, dass Deutsche auf die Frage „How are you?“ zuverlässig verbal komplett eskalieren — während Amerikaner eigentlich nur kurz checken wollten, ob man gesellschaftlich noch stabil online ist. Eskalationsstufe „How are you?“ quasi.
Dann fiel uns auf: Es geht gar nicht um Small Talk. Sondern darum, wie unterschiedlich Menschen Nähe, Höflichkeit und Ehrlichkeit verstehen.
„How are you?“ ist weniger Frage als Ritual. Eine Art soziales Schmiermittel. Und vielleicht ist oberflächliche Freundlichkeit eben auch einfach Freundlichkeit — nicht perfekt, aber dennoch angenehmer als Grantlerei im REWE an einem Dienstagmorgen.
Amerikaner: „How are you?“
Deutsche: Trauma Dump Speedrun.
Wir reden über:
– Small Talk als soziales Schmiermittel
– deutsche Direktheit vs. amerikanische Freundlichkeit
– kulturelle Missverständnisse im Alltag
– warum „We should get coffee sometime“ kein rechtsverbindlicher Vertrag ist
– und weshalb „Muss ja…“ vermutlich die deutscheste aller Grundemotionen bleibt.
Außerdem habt ihr euch offenbar kollektiv unsere erste Rubrik gewünscht. Also kommt hier…Trommelwirbel…„Was ist dein Lieblings?“
Und deshalb müssen wir leider schon in Folge 1 dringend über Tiefsee-Evolution sprechen.
Genauer gesagt über den buckligen Anglerfisch (Melanocetus johnsonii). Den Tiefseefisch, bei dem das Zwergmännchen nach dem ersten Date dauerhaft mit dem Weibchen verwächst. Evolution, are you ok?
Aus Versehen haben wir dieses glamouröse Beispiel für Body Positivity im Tierreich direkt als Podcast-Maskottchen adoptiert. Hoppla!
Wie immer: mit Weltschmerz, Humor und drei Deutschen irgendwo zwischen Chicago, kultureller Fehlkommunikation, latentem Crash-out und neuerdings auch deep sea als Ersatz für deep talk.
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Ich weiß tatsächlich nicht, ob wir mit diesen ganzen Vergleichen eher so die amerikanisch-deutsche Freundschaft fördern oder eher so eine amerikanisch-deutsche Feindschaft so latent einleiten. Hey, los geht's. Ready? Set? Go.
SPEAKER_02Also erstmal vielen, vielen Dank. Sag du. Nochmal jemand. Alle zusammen sollten wir vielen Dank sagen, finde ich. Zwei. Und dann sagen wir vielen Dank, was sagen wir? Wir sagen vielen, vielen Dank.
SPEAKER_03Vielen, vielen Dank. Eins, zwei, drei. Vielen, vielen Dank für euer überwältigendes Feedback, für eure Kommentare. Damit hätten wir absolut nicht gerechnet. Dass überhaupt jemand anhört, genau. Und wir kamen uns irgendwie vor wie so ein mittelmäßig vorbereitetes Schulreferat und plötzlich schreibt ihr uns und folgt uns, liked uns, downloadet uns, macht es hören.
SPEAKER_01Auf dem Klo, im Flugzeug.
SPEAKER_03Du sagst es, du sagst es.
SPEAKER_01Müsst ihr uns nicht schreiben. Könnt ihr für euch behalten.
SPEAKER_03Unfollow. Das war es jetzt auch, nein.
SPEAKER_02Ein Feedback war ja, dass wir uns irgendwie nicht genug vorgestellt haben, weil wir das ja nur für uns machen, das Podcast. So, wir haben gedacht, wir holen das auf jeden Fall heute dann nochmal nach. Genau. Wer fängt an? Ich. Okay. Also ich bin Franzi, ich habe zwei kleine Kids. Und ich sage mal, ich bin die Amerikanerin unter uns. Ich bin schon über zehn Jahre in Chicago am meisten von uns dreien oder am längsten von uns dreien. Und habe mittlerweile auch den US-Pass. Also kein Expat mehr, sondern einfach real American.
SPEAKER_01Und immer noch total Ostdeutsch.
SPEAKER_03Ich glaube, das kriegst du aus dem System nicht raus.
SPEAKER_01Hi, diese Stimme hier gehört zu Nancy. Wir sind seit viereinhalb Jahren in Chicago. Eins unserer Kinder ist in Deutschland geboren und das andere in den Staaten hier in Chicago. Zwei kleine. Wir sind auch keine richtigen Expats. Wir wollen noch ein bisschen länger bleiben, sind jetzt auf einem Visa slash Green Card-Status und irgendwo in der Zwischenwelt, zwischen Franzi und Maria, würde ich sagen.
SPEAKER_03Ich bin Maria, ich bin nicht selbst Expert, sondern ich bin quasi das Plus eins eines deutschen Expats. Ich bin Deutsch, ich bin circa 20 Quarters German. Wir sind seit zwei Jahren ziemlich genau da und noch für so eineinhalb Jahre ungefähr. Ich habe drei Kinder, zwei davon sind Münchner innen. Und ein Kind ist hier in Chicago geboren. Und ein Feedback, zack, gegen die Tisch gerannt.
SPEAKER_00Exakt.
SPEAKER_03Das amerikanische Kind. Außerdem haben viele uns wirklich echt viele geschrieben, dass wir erst ein richtiger Podcast sind, wenn wir Rubriken machen. Ja, wir haben jetzt das Podcast-Manual gewälzt. Danke, steht ganz klar drinnen. We get that.
SPEAKER_02Also wir hatten die Idee doch vorher schon.
SPEAKER_03Ja, hatten wir auch. Hatten wir auch, aber das ist wohl trotzdem so das Resümee der meisten Menschen. Alle wollen, dass wir über Tiere reden. Das gibt es einfach schon in wirklich guten Varianten. Pflanzen wären noch frei, haben wir uns gedacht. Also vielleicht Podcast, we plant pod, keine Ahnung. Wir könnten auch irgendwie uns Interviews mit Pflanzen denken, aber was viele gar nicht wissen, das Problem ist, Pflanzen, die meisten Pflanzen können sehr schlecht Englisch. Und die paar, die es können, die sitzen schon in anderen Podcasts auf den Interviewstühlen. Also, anyways, wir werden das auf jeden Fall. Oh Gott, das Kind verletzen.
SPEAKER_02Apropos Stühle. Eins unserer Latent zu vielen Kindern klettert ja gerade auf dem Stuhl.
SPEAKER_03Wird sich verletzen, aber naja, es ist ein drittes Kind, das ist, da ist der Threshold anders, wenn man ins Krankenhaus fährt. Bei Tieren und Pflanzen bin ich selbst als Biologin so ein bisschen raus. Ich habe das sehr früh abgewählt. Wenn ihr das wollt, werden wir das ab und zu machen. Zum Beispiel heute. Wir haben eine Rubrik mitgebracht, das wird auch unsere erste Rubrik. Und die wird heißen: Was ist dein Lieblings? Also quasi mit Kinderstimme müsst ihr euch das vorstellen. Hier, Post-Production, bitte das Intro einfügen. Um etwas ironisch jetzt abzubiegen, haben wir uns für heute das Thema überlegt: Emanzipation im Tierreich, also zum Thema Frau sein in der Tierwelt. Als ich mir das so ein bisschen durchgelesen habe, ist mir aufgefallen, dass das einfach überhaupt nichts mit Emanzipation zu tun hat, dass es einfach die übelste toxische Männlichkeit überhaupt ist. Ich bring's trotzdem, weil ich kann nicht Freestyle zutieren kann. Und zwar geht es um Tiefseefische. Ihr kennt wahrscheinlich alle den Tiefsee-Anglerfisch. Das sind sowieso meine absoluten Lieblingstiere. Ich finde das so krass, wie die so in tausend Metern Tiefe einfach ihre Funzel anschmeißen. Ach, die sind da. Die sind mega geil. Die sind wirklich einfach mega geil.
SPEAKER_01Der bei findet Nemo, der dunkle, gruselige ganz unten.
SPEAKER_03Genau, der. Ja, exakt, der. Und zwar, da gibt es Zwergmännchen. Und da war natürlich bei mir gleich, ah, okay, super. Männer sind geknechtet, aber es ist eigentlich komplett anders. Und zwar, ich lese euch das kurz mal vor. Als Zwergmännchen bezeichnet man ein ausgewachsenes Männchen, das im Vergleich zum Weibchen extrem verkleinert ist. Und zwar ist es wohl so, ich zeige euch nachher noch ein Bild, das kann ich euch nicht verheimlichen. Das Weibchen ist so circa 18 bis 40 Zentimeter lang. Und die Männchen sind nur wenige Zentimeter, so 0,6 bis 1 Zentimeter groß. Das ist ja nicht mal knapp einer. Ja, exakt. Und das Krasseste einfach dazu, die verwachsen. Also die, es ist ja so, das muss man sich vorstellen, das ist saudunkel da unten. Dass die sich überhaupt treffen, ist selten. Das ist so ein bisschen irgendwie wie so ein Weiler in Vorarlberg oder so. Die schmeißen kurz ihr Licht an, dann sehen sie irgendwie, oh Männchen, oh, oh, Weibchen. Und dann zack, ganz schnell muss es dann gehen. Dann dockt er an, lebt da so irgendwie in permanenter Kopulation. Die teilen im Blutkreislauf. Der stöpselt da irgendwie so bei ihr an. Aber er ist wenigstens treu. Also er bleibt irgendwie so das ganze Leben bei diesem Weibchen, verwächst mit ihr, wie gesagt, die teilen im Blutkreislauf. Und ich stelle mir das logistisch irgendwie so schwierig vor, stellt euch das mal vor, so beim Yoga oder so, er hängt einfach so mit dran. Oder auch so bizarres klingelt an der Tür. Es kommen Gäste und sie so, ja, darf ich vorstellen, mein Mann und er so, hallo. Also das macht doch keinen Sinn. Macht einfach keinen Sinn. Und ich bin einfach stark dafür, als ich mir das so durchgeguckt habe, ich bin stark dafür, dass es ein Inn-Tier wird. Also so Body Positivity bei Tieren. Wir sind ja da irgendwie jetzt gerade so beim Axel Lotl und schon voll auf dem richtigen Weg. Stimmt. Ja. Also wir sind irgendwie da jetzt von schönen Tieren wie Einhorn oder Flamingo sind wir da jetzt eh schon so abgebogen. Deswegen finde ich, das sollte irgendwie so unser Wappentier werden oder so unser Podcast-Maskottchen. Einfach so ein Tiefsee-Anglerfisch. Mann. Und also sorry für den vielen Tags und die klare Themaverfehlung. Das ist, also er ist ja voll am Schnoren, gar kein Feminismus. Er lässt sich irgendwie so aushalten, sie macht alles, Wäsche, einkaufen, putzen, er hat die Hände eh nicht frei. Das ist bei mir so ein bisschen wie bei Mario Barth Frauen, ist bei mir Tiefseefisch und zack, das Sprachzentrum feuert einfach. Kann ich gar nichts machen.
SPEAKER_01Wie bei Frauen in den Schuhen. Ja, haha. Ihr löscht.
SPEAKER_03Aber wirklich.
SPEAKER_01Also ganz im Gegensatz zu dem Tiefseefisch sind ja die Bonobos nicht auf einen Partner beschränkt. Wusstet ihr, dass die Bonobos Sexualität nutzen zur Konfliktlösung und zum Stressabbau?
SPEAKER_03Tun wir das nicht alle. Das hast du gesagt. Geil!
SPEAKER_01Und die sind da eben nicht auf bestimmte Partner beschränkt. Das geht rechts wie links. Einfach, ich brauche dich jetzt gerade. Ich würde es gar nicht so als, wir sind nicht monogam definieren, sondern ich brauche dich jetzt. Ich habe jetzt ein Problem und du bist da. Das ist wohl insbesondere zwischen Weibchen der Fall, die sich da aushelfen. Es gibt aber auch eine weibliche Dominanz bei den Bonobos. Weil halt gerade die so sozialen Allianzen schmieden. Also quasi das, was wir hier tun. Ohne das Rubbing, aber you get it. Und im Gegensatz zu. Wir sind da einfach noch.
SPEAKER_02Wir sind ja nur ein Audio-Podcast.
SPEAKER_01Ich brauche noch ein Ehrlicher. Und im Gegensatz zu Schimpansen, die wohl oft sehr gewalttätig werden, sind die Bonobos da total friedliebig und nutzen diese sexuelle Offenheit, um wirklich ein friedliches Sozialleben zu führen. Ist das nicht schön? Das ist ja total schön. Wer ein Ansatz. Seid ein bisschen mehr wie die Bonobos.
SPEAKER_02Mann, jetzt war ich das. Ich habe natürlich als erstes wieder an die Bienen gedacht, weil das ist ja total langweilig. Weißt du, so Königin und she's ruling the hive. I like that. Und Frauen, ja, das ist natürlich. Frauen machen da ja alles. Die brauchen ja die Männer wirklich nur.
SPEAKER_01Aber die können halt auch alles.
SPEAKER_02Die können auch, genau, die können bauen, den Bienenstock bauen, die kennen sich draußen aus, mit Navigieren, die wissen, wo die Blüten sind. Natürlich, ohne Menschen geht es halt dann wahrscheinlich doch nicht mit den, wie heißen eigentlich Bienenbaby? Larven. Ich denke mal schon. Aber ja, also das war wieder mal mein Input, ganz basic, nicht so Tiefsee-Anglerfisch und Bonobos.
SPEAKER_01Aber da denke ich an Königin Alexandra. Nicht Alexandra, Alessandra, wie heißt sie? Cassandra.
SPEAKER_03Königin Cassandra. Cassandra, ja. Das klingelt ganz tief irgendwo. Du dürftest nicht schauen.
SPEAKER_01Geschaut habe ich es auch nicht. Gab doch im Osten gar nicht. Gab's doch gar nicht.
SPEAKER_02Gab's doch gar nicht.
SPEAKER_01Aber ich bin ja gar nicht richtig aus dem Osten.
SPEAKER_03Tiefsee-Anglerfische auf jeden Fall auch nicht. Die kommen aus dem Osten, die wohnen noch im Osten, sind die einzigen, die da geblieben sind. Was ist aus dem Osten geworden? Ja, stimmt. Wir wollten Ostdeutsche anlocken nicht vertreiben. Ja, eben. Schwierig. Ein schmaler Grat.
SPEAKER_01Also ich heiße Nancy. Ich muss mich nicht beweisen. Dich haben wir schon angelockt. Ja. Nee, aber ich locke auch.
SPEAKER_03Namentlich an. Aber wir sind eh schon mit unserem ganzen Gequatsch und Geplapper sind wir eh schon komplett in dem heutigen Thema eigentlich drin. Das ist nämlich so grob gesprochen: Kommunikation und Unterschiede, so ein bisschen, die uns, die jeder, denke ich, kennt, so die Stereotype, die es dazu auch gibt: USA versus Deutschland, wie gesprochen wird. Und gerade auch zum Thema Smalltalk, das wollen wir heute so ein bisschen diskutieren oder berichten. Aufarbeiten. Aufarbeiten ist das richtige Wort. Aufarbeiten.
SPEAKER_01Ohne zu verurteilen, ohne zu bewerten, ganz klar an der Stelle, dass wir nicht übergeneralisieren, generalisieren, jemanden verletzen wollen, sondern das sind persönliche Erfahrungen, Erlebnisse. Nur hat sich halt herausgestellt, dass ziemlich viele Ausländer, mit denen wir uns unterhalten, vor allem natürlich wir in unseren kleinen und auch großen deutschen Kreisen, irgendwie alle schon mal so oder so eine Art von Erfahrung gemacht haben. Und deswegen ist es es wert, dass wir das hier berichten.
SPEAKER_02Ja, Smalltalk ist ja halt was, wo man, wenn man an Amerika denkt, dann sofort, oh, how are you? Aber wehe, du sagst dann, oh, dir geht's mir nicht so gut und bei mir ist das und das passiert, dann kriegst du ganz große Augen und so, das wollte ich jetzt gar nicht wissen. Ich wollte nur, dass du sagst, I'm good, how are you? Und das war's.
SPEAKER_01Ja, jetzt kann ich bei dir gar nicht raushören, ob du das gut oder schlecht findest. Und das sind nämlich genau die zwei Welten, finde ich, die da immer aufeinander prasseln. Ich kenne total viele, die sagen, ja, und die Amis, die sind immer so oberflächlich und dieses How are you? Und eigentlich braucht er gar keine Antwort. Und vielleicht ist es das auch, vielleicht ist es auch oberflächlich, aber ich habe mich immer gefragt, was hält uns denn davon ab, ein oberflächliches Gespräch zu führen? Denn immerhin führt man dann ein Gespräch. Ich werde angeschaut, ich werde angelächelt. Und auch wenn derjenige nicht meine Lebensgeschichte oder meinen Tagesablauf hören möchte, hat er mich immerhin angeschaut und wahrgenommen. Und das ist in Deutschland eben ganz oft nicht der Fall.
SPEAKER_03Nee, da guckt man bewusst weg. Ja, ja. Da gibt es auch so diese ganzen, kennt ja jeder, diese Awkward-Situationen mit Nachbarn irgendwie so rumgetänzelt, oh, wie, wie kann ich meine Tür jetzt leise öffnen, um nicht dem Nachbarn XY über den Weg zu rennen oder wenn, wie komme ich raus. Und ich finde auch noch zu diesem How Are You, bis ich das auch gecheckt habe, das ist ja eigentlich auch nicht, das ist ja eigentlich keine wirkliche Frage. Da geht es nicht darum, es ist so ein Ritual, so ein bisschen. Das ist wie wenn ich jetzt jemandem sage, schönes Wochenende oder Moin oder Moinsen oder Servus, da will ich ja auch irgendwie keine meterlange Antwort. Das möchte auch kein Deutscher eine meterlange Antwort möchte. Ich stelle mir nur immer, ich finde das so bezeichnend, denke ich mir immer. Der Amerikaner sagt irgendwie, How are you? und dann kommt der Deutsche so mit seinem Beschwerdesermon irgendwie so: Stell dich mal vor, jemand sagt Guten Morgen und du sagst, das ist verdammt nochmal überhaupt gar kein guter Morgen. Wir haben verschlafen, ein Kind hat einen Major Meltdown gehabt, der Kakao war erst zu warm, dann zu kalt, dann zu Kakao. Und dann ging bei Kind Nummer drei irgendwie die Windel über und der Teppich stinkt jetzt deswegen. Dann denkt irgendwie die andere Person auch in Deutschland so, yo, alright.
SPEAKER_02Ich wollte nur auch good morgen hören.
SPEAKER_03Yeah, genau. Oder vielleicht noch, ja, ich bin ein bisschen müde, aber gut, wie es bei dir. Also das ist eigentlich so der, das ist eigentlich so das, was man erwartet, denke ich mir.
SPEAKER_01Aber du hast recht, das ist das ein bisschen von dem, was wir letztes Mal angesprochen hatten, was im Textbuch steht. Wir haben gelernt, how are you? heißt, wie geht es dir? Und wir sind deutsch. Ich verstehe das buchstäblich, du willst wissen, wie es mir geht.
SPEAKER_03Und erstmal meckern. Beim Deutschen steht dann Handlungsanweisung, jetzt meckern. Jetzt loslassen, erstmal übers Wetter schimpfen, was ja schon. Heute auch mal wieder.
SPEAKER_01Ich bin schön im Regen. Chicago ist die stark für Deutsche.
SPEAKER_02Man kann immer was Wetter schimpfen. Gestern war es viel zu warm. Wir sind Golstagregnen.
SPEAKER_03Wir sind schon wieder. How to be super all man.
SPEAKER_01Das waren nur Beispiele, die wir geben wollten, wie man sich verhalten könnte. Absolut. Aber ich finde, das zeigt doch ganz gut, was man gelernt hat, einfach um es zu erleben. Vielleicht muss man einfach davon wegkommen, dass how are you? Wie geht es dir heißt? Sondern das ist eine Floskel, die ich verwende, um dich anzuerkennen, um zu sehen, du bist hier, ich begrüße dich. Und ich finde schon, manchmal ist es schon so gemeint. Also ich hatte schon die gegenteilige Situation, dass ich quasi keine Antwort gegeben habe, sondern einfach auch zurückgesagt habe, oh yeah, how are you? Und derjenige hat mir eine Antwort gegeben und ich dachte so, oh, wie unfreundlich von mir. Und irgendwie sind es ja dann doch auch immer wieder so die gleichen Leute, die man beim Abholen in der Schule oder so trifft oder nur den Nachbarn oder so. Und irgendwie will man denen doch dann noch kennenlernen. Und vielleicht gibt es dann auch mal die Situation, in denen ich sage, ja, heute geht es mir wirklich nicht so gut. Und dann merkt man auch, ob derjenige ins Gespräch kommen will oder nicht. Aber diese Gesprächsbereitschaft finde ich jetzt hier vielmehr da. Also diese Offenheit, ich kann eigentlich nirgendwo hingehen, ohne angesprochen zu werden. Und das meine ich nicht im negativen Sinne mit, wer bist du eigentlich? Was willst du, sondern die hören, wir sprechen eine andere Sprache. Ich denke jetzt an Situationen auf dem Spielplatz, wo kommt ihr denn her? Ja, willkommen, wie toll, wie mutig von euch, wo genau seid ihr her? Also auch gleich das Interesse und so. Und ich empfinde das als was ganz Tolles. Aber Franzi, zurück zu dir. Wie findest du es gut oder nicht?
SPEAKER_02Ich finde es auch total gut. Ich muss sagen, wenn du an Veranstaltungen, zum Beispiel wenn ich an irgendeine Weihnachtsfeier von meinem Mann mitgehe, dann kenne ich ja da niemanden. Und es ist aber dann nicht so, dass ich leider alleine in der Ecke stehe oder halt nur an meinem Mann dranhänge, sondern dann ist es so, oh hey, ja, wie geht's? Okay. Und dann nach dem Wie geht's, kurz noch übers Wetter, und dann, man hat ein Gespräch. Es ist Smalltalk, es geht um Sport oder es geht eben ums Wetter oder es geht eben, oh, was macht ihr am Wochenende? Das ist auch so eine Frage, wollen die wirklich wissen, was man am Wochenende gemacht hat, aber halt, es kommt immer ein Gespräch zustande und es ist nicht irgendwie komisch, weil die Amerikaner halt so hype, das hat man ja auch schon mal gesagt, das ist immer so ein bisschen vielleicht übertrieben, aber ich finde das total angenehm, nachdem man halt aus Deutschland und auch aus der Schweiz hatte ich, da hatte ich jetzt halt andere Erfahrungen. Da war ich an Events und dann stehst du halt da an der Ecke, weil die drei Leute, mit denen du dort bist, sich gerade unterhalten und du irgendwie als Vierter bist das fünfte Rad, vierte Rad bist. Und dann, ja.
SPEAKER_01Ich finde auch in dieser Smalltalk gibt dir, ist quasi der Eingang zu der Möglichkeit, du kannst jetzt Anschluss suchen, du kannst jetzt sprechen, du kannst dich damit integrieren lassen oder eben nicht. Manchmal möchte ich es auch nicht, dann ist das auch okay. Dann bin ich irgendwie der mufflige Deutsch in der Ecke. Aber ich finde, diese Möglichkeiten bekommt man in Deutschland ganz selten. Und die gibt es bei so einer Veranstaltung, wie du es erwähnt hast, aber die habe ich auch im Supermarkt. Der, der meine Lebensmittel übers Kassenband zieht, der spricht mit mir. Hey, wie geht's dir heute? Toller Schal. Oh, ist das im Angebot? Wo hast du das gefunden? Wusste ich gar nicht, dass also you name it. Und ja, manchmal will ich mit dem reden und manchmal nicht.
SPEAKER_02Und es geht halt auch nicht um tiefgründige Sachen, wenn man das nicht möchte. Also wenn du halt in Deutschland irgendwo hingehst, dann, und was arbeitest du?
SPEAKER_03Oder wie viel verdienst du denn? Genau.
SPEAKER_02Oder oh, was, ihr habt ein Haus, dort und dort. Wie könnt ihr denn das bezahlen? Welche Partei wählst du? Ja, es ist eben einfach ein bisschen nett, oberflächlich, aber du hast trotzdem eine gute Zeit, weil es ist halt irgendwie, du musst nicht viel nachdenken. Und was sagst du jetzt, damit du gut oder schlau dastehst, sondern es ist einfach und es ist in aller Jürgen.
SPEAKER_03Genau, es ist bewusst oberflächlich, finde ich. Und das finde ich auch, das finde ich auch gar nicht so schlecht, dass es bewusst oberflächlich ist, weil es ja auch wirklich nicht darum geht, jetzt ein tiefgründiges Gespräch zu führen. Und genau, also das zwei Gedanken dazu. Ich finde, du kannst in Deutschland wirklich gut auf einer Party auch in der super extrovertiert bist, eine Stunde allein in der Küche stehen und dir denken, yo, super, coole Sache. Und ich glaube, so dieser Gedanke gibt es ja bei manchen Leuten, oh, ich will nicht mit auf die Party, weil ich kenne ja niemanden. Ich glaube, das hat man hier vielleicht gar nicht so sehr. Also, jedenfalls, ich habe dieses Gefühl hier noch nicht gehabt, weil man kommt eben immer ins Gespräch, wenn man das möchte. Und noch zu dem Menschen, der deine Sachen scannt, der spricht mit dir und zwar nicht irgendwie so: ja, Karte erst auf 25 Euro, haben sie Payback, Tschüss. Sondern halt wirklich freundlich, begrüße dich erstmal, frag, ob du alles gefunden hast. Und das ist mir bewusst geworden, so richtig, als unsere Verwandtschaft da war und mein Neffe, der so um die 20 ist, gesagt hat: Oh, wie nervig, jetzt quatscht der mich da wieder voll und ich will doch nur einkaufen gehen. Da weiß ich auch nicht, ob es noch so eine Generationenfrage ist, ob man das gut oder schlecht findet oder einfach eine individuelle Sache generell, das kann ich nicht so genau sagen. Aber mir hat das früher in Amerika auch nicht so gut gefallen und ich fand das auch sehr oberflächlich. Aber ich muss sagen, jetzt hebt das schon die Laune, wenn man einfach mal auch drauf antwortet oder einfach mal jemand einen fragt, wie es einem geht. Ich finde, das schon kann den Tag schon versüßen.
SPEAKER_02Da stimme ich dir total zu. Als ich damals Opair war, fand ich das anstrengend oder warum machen die das? Und jetzt muss ich da wieder irgendwas sagen. Und mittlerweile bin ich froh, dass es einfach jemanden gibt, der dann auf einen zukommt und irgendwie mit einem redet. Und ich meine, ich finde, also wenn du mich gefragt hättest früher in der Schule, ich war schüchtern. Ich kann an einer Hand erzählen, wie viele Freunde ich da noch von damals habe, weil ich einfach nicht groß outgoing, ich war halt schüchtern. Aber jetzt, Smalltalk, kein Thema. Jetzt sind sie ja Eierlecur. Jetzt habe ich Eierlikör und bin schon lange genug hier. Und beende. Dass ich das vielleicht gelernt habe.
unknownAuf jeden Fall.
SPEAKER_03Alle gleichzeitig.
SPEAKER_02Well. Dass man das kann man, glaube ich, auch lernen. Und dann wiederum in unserer deutschen Blase hier vielleicht. Haben wir uns das ja doch alle dann irgendwie angenommen? Oder was denkst du, Maria, nach zwei Jahren jetzt hier? Du sagst ja, du findest es eigentlich ganz nett. Hast du da sozusagen was davon gelernt oder was du mitnehmen würdest? Absolut gar nichts. Würdest du, wenn du mal wieder bei DM in Deutschland einkaufen gehst, dann einfach die Kassiererin anquatschen und sagt, Hey, wie geht's?
SPEAKER_03Die schnautzt. Ist das nicht der Werbespruch? Hier bin ich Mensch, hier kaufe ich einen. Hier ist keiner Mensch, hier kauft keiner einen.
SPEAKER_01Also Sponsormöglichkeit an dieser Stelle.
SPEAKER_03Hier könnte dein Name stehen. Ich finde, also ich habe das bei unserem ersten Heimaturlaub auch gemacht. Also, wir haben einfach, weil wir da wahrscheinlich amerikanisiert waren oder wie auch immer, waren wir freundlicher zu den Menschen waren, haben die irgendwie so mehr angekumpelt, glaube ich. Und tatsächlich auch mit Deutschen geht das. Also, das war mir gar nicht klar, dass es irgendwie möglich ist, so als Kontaktaufnahme. Und die Leute sind tatsächlich oh Wunder auch freundlicher. Zu dem Punkt, dass man Smalltalk lernen kann, I doubt that, weil ich ehrlich gesagt habe das bisher nicht gelernt und finde das auch wahnsinnig schwierig. Und für mich ist es auch ein bisschen oft anstrengend, mir da irgendwie Themen rauszuleern. Also auch im Deutschen, was man vielleicht jetzt nicht meinen würde, aber finde ich schon sehr schwierig, da irgendwie immer wieder nicht nur aufs Wetter oder auf: Oh, Chicago ist eine schöne Stadt, oh, München ist auch eine schöne Stadt, nur die Leute. Also, ich finde es schwierig, wenn nicht immer die gleichen Themen dann da so abzuklopfen.
SPEAKER_01Das ist ja auch fair zu sagen. Es ist natürlich ein Persönlichkeitsding. Also du kommst nicht hierher und auf einmal bist du irgendwie Pro im Smalltalk, findest das super. Aber es ist halt so eine Einladung, ne? Und ich hatte so viele Gedanken zu dem, was ihr gesagt habt. Ja, du hattest den Supermarkt und dass das einen Unterschied macht. Ich finde, Smalltalk kann ja wirklich einen Unterschied machen. Ich kann nur von mir selbst reden. Wenn ich so eine Begegnung habe, geht es mir gut. Vielleicht nicht den ganzen restlichen Tag und wenn zu Hause wieder Chaos entsteht, dann denke ich nicht an den netten Mann im Supermarkt. Aber wenn der mich anlächelt und ich zurücklächel, gehe ich mit einem Lächeln aus dem Supermarkt. Also mir geht es einfach besser. Und ich finde, oder wenn man jetzt mal an Small Talk and Bus oder so denkt, ich weiß ja auch nicht, welchen Unterschied das vielleicht für den anderen macht. Wie wichtig ist diese Verbindung, die da gerade entsteht für denjenigen? Und das finde ich, dass das hier etwas, was so richtig, was mich trägt und ich kann wirklich sehr schnell so Situationen abrufen, in denen mir mitten auf der Straße gesagt wurde, hey, du hast eine tolle Familie, boah, deine Kinder haben ja wunderschöne Augen, dein Schal passt so gut zu dir. Also, das ist mir hier schon häufig passiert und in Deutschland eben noch nie. Ich finde auch im Heimaturlaub versucht man, das irgendwie mitzuziehen. Und da kann ich ebenso Situationen abrufen, wo ich, jetzt darf ich nicht immer die Post in Deutschland anprangern, aber da gehst du zur Post und da hast du das Gefühl, diese Leute hassen ihren Job. Du störst die während der Arbeitszeit und ob du da lächelst und freundlich bist, das interessiert sie Gunde gar nicht.
SPEAKER_03Das nervt sie eher.
SPEAKER_01Und ich gehe mit schlechtem Gefühl und schlechter Laune und so einem Hals aus diesem Laden raus.
SPEAKER_04Ja.
SPEAKER_01Und auch das zieht sich nicht durch den ganzen Tag, aber das macht halt einen Unterschied. Und deswegen finde ich hier so diese Offenheit, schnell mit Leuten in Kontakt zu kommen, macht einen Unterschied. Ihr habt gesagt, das ist häufig oberflächlich, das stimmt auch, aber ich habe auch schon auf die Erfahrung gemacht, dass man zum Beispiel, wenn man aus dem Gespräch macht, was machst du jetzt am Wochenende? Ach, wir haben das und das vor. Gerade am Anfang hat man gesagt, wir wollen jetzt endlich mal Chicago Hot Dog probieren und dann kriegst du sofort einen Tipp, hey, geht aber da hin, mach das. Und da waren schon einige Geheimtipps dabei. Und ich habe auch aus Spielplatzbekanntschaften quasi Freundschaften gewonnen. Also gesagt, hey, kommt doch mal vorbei, wir wohnen hier um die Ecke, wir zeigen euch gerne mal was oder wir sind öfter hier, komm, lass Handynummern austauschen. Also auch da die Generalisierung, jede Armee ist nur oberflächlich und sagt zwar, ja, ihr müsst vorbeikommen und dann will er das gar nicht, die gibt es auch, sind wir ehrlich. Wir wurden auch schon abgefragt. Aber auch in Deutschland. Gibt es auch in Deutschland. Natürlich. Aber ich finde so, diese, wir hatten ja davon gesprochen, wir wollten Good News aus den USA bringen, dass es absolut hier viel weiter verbreitet und macht einem das Leben und das Ankommen als Ausländer hier so viel einfacher.
SPEAKER_03Ja, absolut. Es ist natürlich bestimmt auch wieder davon abhängig, welche Art in Anführungsstrichen von Ausländern man ist, aber trotzdem gebe ich euch recht. Und zu diesem Das Lachen ist nicht echt, ist mir gerade was gekommen, ja beim Lach-Yoga ist auch das Lachen nicht echt. Trotzdem machen es Leute, damit die Stimmung passt oder schreien ihre Wut raus. Die sind vielleicht auch gerade nicht sauer, treffen sich aber irgendwie am Lake Michigan und plären alle gern Skyline. Hilft auch. Also alles, was hilft, ist gut.
SPEAKER_01Ich finde, neben How are you haben wir ja noch eine ganz wichtige Aussage vergessen, die eine große Rolle spielt und eigentlich absolut keinen Inhalt hat, also jedenfalls in den allermeisten Fallen. Nice to meet you. Kennt ihr das? Ja. Ja, absolut. Geil. Und ich würde behaupten, die meiste Zeit ist das wirklich eine leere Aussage. Das sagt man einfach so, das ist so schön, wie du es gesagt hast, so auswendig gelernt. Ich finde das ja überhaupt nicht schlimm, weil das mit einem, meistens ja mit einem Handschlag, aber auf jeden Fall mit einem Blick in die Augen einhergeht und damit mit Hey, I'm Jack. Nice to meet you.
SPEAKER_02Geil! Aber in dem Moment, wo ich dann sage, nice to meet you too, habe ich schon wieder vergessen, dass er Jack heißt.
SPEAKER_03Das ist auch komplett dick und er.
SPEAKER_01Das stimmt.
SPEAKER_02Wäre mich nie dran erinnern.
SPEAKER_01Ja, im Handy steht er dann trotzdem als Benjamin's Dad oder so. Aber das einfach, das ist doch, also da nehme ich diese leere Aussage hin und habe aber diesen Handschlag und diesen Namen. Ich kann euch sagen, ich war in Deutschland ein ganzes Jahr lang, jeden Tag auf dem gleichen Spielplatz. Davon abgesehen, dass ich wirklich nur selten mit Leuten gesprochen habe, so ein Smalltalk, was wir ja nicht tun. Aber Namen kannst du hacken. Und jetzt stellt euch vor, du bist mit Freundin A unterwegs, triffst Freundin B. Freundin A und B kennen sich nicht. Was machst du als Deutscher? Sprichst mit Freundin B. Stehen und schauen. Genau. Freundin A steht daneben, wird blank einfach nur ignoriert. Ja. Existiert nicht mehr. Und das Gespräch kann eine Minute oder 20 dauern. Völlig egal. Und ich will gar nicht mit dem Finger zeigen. Ich mache das auch. Das ist so blöd. Hier ist es so. Hey, Nancy, this is my friend Benjamin. Do you know him? He's Jack's Mom. He's Jack's Mom. Aber einfach dieses sofort mit eingeschlossen sein, selbst wenn du weißt, dass du diese Person wahrscheinlich nie wieder sehen wirst, dieses Gespräch, diese Verbundenheit, die man gleich hat, gesehen zu werden, nicht das dritte, vierte, fünfte Rad daneben stehen zu sein.
SPEAKER_02Ich liebe es. Und ich finde, es kommt natürlich auch noch dazu, dass you kann halt entweder du oder sie heißen. So dann ist nicht gut auf dem Spielplatz, würde ich jetzt vielleicht eher davon ausgehen, dass ich du zu jemandem sage, auch wenn ich die nicht kenne, aber vielleicht eben auch nicht. Vielleicht denken die, ich möchte, dass du mich mit sie ansprichst, weil wir kennen uns nicht. Das finde ich kommt schon auch irgendwie nochmal dazu oder wahrscheinlich noch extremer, wenn vielleicht eine Oma dort ist mit einem Kind oder so. Das you, das nimmt dir gleich halt da auch quasi die, naja, Angst.
SPEAKER_01Aber ja, da brauchst du nicht drüber nachdenken. Finde ich auch in Deutschland das manchmal so, was denn jetzt? Dann gehst du auf das Formelle und dann ist es irgendwie holpelig und fühlt sich komisch an. Also Bürokratie auf dem Spielplatz.
SPEAKER_03Das ist wieder typisch deutsch. Man muss zehn Runden drehen, bevor man erstmal loslegen kann mit dem Gespräch.
SPEAKER_01Also es ist wirklich typisch deutsch. How to you for Germans. Finde ich auch. Und hier hat man halt die Möglichkeit natürlich Vorname, Nachname. Im Prinzip sind wir ja in, was würdet ihr sagen, 95 Prozent der Fälle auf dem Vornamen. Mit Ärzten halt nicht. In der Schule vielleicht auch nicht. Wobei da ist ja auch, also bei uns jedenfalls in der amerikanischen Vorschule, eher den Vornamen. Aber um das ein bisschen förmlich zu machen, wenn nicht ganz so, geht man ja dann auf, ne? Miss Anna. Und da musste ich Mr. Will in der Stadt.
SPEAKER_00We love you.
SPEAKER_01Ja, musste ich mich erstmal dran gewöhnen. Fand ich total schräg. Oder wenn zu mir jemand sagt, Miss, excuse me, Miss? Ja? Was?
SPEAKER_02Warum eigentlich genau?
SPEAKER_03Ab einem gewissen Alter.
SPEAKER_02Sehe ich so alt aus, genau.
SPEAKER_03Das ist wie das erste Mal gesiezt werden auf Deutsch, das will man auch nicht machen. Uh, aber wann ist dir das passiert? Das war bei mir irgendwie mit 16 von Lehrern. Nein.
SPEAKER_01Boah, bei mir ganz früh und ich fand das ganz schlimm. Ich sah immer sehr früh, sehr alt aus, hatte ich das Gefühl. Ich fand das überhaupt nicht gut.
SPEAKER_02Ich weiß noch, dass das besprochen wurde nach der Jugendweihe. Ja.
SPEAKER_01Oh ja, die Jugendwei sowieso.
SPEAKER_02Es war, glaube ich, so, dass die Lehrerin dann gesagt hat: Ja, ihr hattet ja jetzt Jugendweihe, aber ich duze euch trotzdem.
SPEAKER_01Aber schräg ist doch in Deutschland, ich weiß nicht, wie es bei euch war. Bei uns war es bis zur 10. Klasse warst du du und dann bist du in die Oberstufe gekommen, und ab der 11. Klasse warst du sie bei den gleichen Lehrern. So schräg.
SPEAKER_03Wir haben aber angefangen, die Lehrer dann zu duzen, was natürlich nicht okay war, aber ich meine, irgendwie muss man darauf reagieren, adäquat.
SPEAKER_02Aber ich glaube, die Diskussion gab es, also in der 11. Klasse dann, dass gesagt wurde, da sind wir jetzt du, sie, kurz und zwar dann aber Status quo. Lehrer sind sie, wir sind du.
SPEAKER_03Ja, ja. Aber total spannend finde ich, dass im Englischen, ich glaube, darüber haben wir auch schon mal geredet, im Englischen gab es ja diese Unterscheidung du und sie früher auch. Also da gab es ja irgendwie du, also gibt es auch einen Film, ja. Total spannend, dass das eigentlich gar nicht geblieben ist, dass es irgendwie vielleicht doch charakterlich dann direkter geworden ist, wohingegen im Deutschen würde niemand das abschaffen. Warum auch?
SPEAKER_02Oder andersrum weiß ich noch, als ich meinen ersten Job angefangen habe und die Dame, die dann halt da irgendwie die Chefin meiner Chefin, meiner Chefin war, also das VP, was weiß ich, Vice Präsident, sie ist so, ja, hi, ich bin Charlotte. Und ich so, okay, und jetzt bin ich mit du auf Deutsch. Bin ich mit Du oder sie und wie ist das? Ich stifte dann halt Verunsicherung, weil ich war jung und mein erster Job und das ist ja nicht mal nur meine Chefin, sondern drei drüber und was mache ich dann? Das war aber eigentlich ganz angenehm, dass wir alle per Du waren. Nachdem das mal in meinem Gehirn angekommen war, war das dann gar kein Problem. In der Schweiz war das, nicht hier, wollte ich nur sagen.
SPEAKER_01Und diesen schönen Kontrast hast du natürlich nur in Deutschland. Ich habe genau das gleiche Erlebnis gehabt, habe mich beworben, habe mit dem Ansprechpartner gesprochen, mehrfach, war vor Ort, hatte so ein richtiges, also nicht nur ein Bewerbungsgespräch, sondern habe den ganzen Tag da verbracht, durfte so, wie sagt man jetzt, shadowen, ich durfte mitlaufen.
SPEAKER_03Wollen weiß ich nicht.
SPEAKER_01Ich durfte über im Schatten stehen. Jedenfalls hatte man viel Kontakt und trotzdem war es. Hospitieren. Hospitieren, ja, Dankeschön. In einem Hospital könnte man darauf kommen. Und trotzdem war natürlich klar, dass ich diesen Ansprechpartner, den ich immer wieder im Laufe des Tages gesehen habe, natürlich gesiezt habe. Und dann hat er mich angerufen, hat mir auch als Sie, Frau sowieso erklärt: Herzlichen Glückwunsch, Laliloup. Und am ersten Tag hat der mich getroffen und hat gesagt: So, jetzt mal um das darzustellen. Natürlich ist das mein Boss und hat gesagt, hier, ich möchte ihn jetzt nicht bloß werden, deswegen sagen wir, der Bummelie, ja, hallo, wir duzen uns hier alle, ich bin der und der. Und diesen krassen Kontrast, das hat so einen richtigen, das hat so einen großen Stein von mir genommen. Nicht, dass ich Angst hatte, den jetzt irgendwie mein Leben lang siezen zu müssen, aber das hat sofort die ganze Atmosphäre verändert. Und diesen Kontrast hat sich so.
SPEAKER_03Das ist alles super steif, das finde ich auch. Das ist wirklich so ein Riesending. Wobei das früher total interessant auch kommt, mir gerade aus meiner Kindheit eine Kassette, die ich hatte. Kassette, so alt sind wir. Über Mozart. Und der hat einfach seinen Herrn-Baba einfach gesiezt, was eigentlich auch wieder ein Konzept wäre. Ich fände das auch vollkommen legitim eigentlich. Warum nicht?
SPEAKER_02Ich möchte mich als Distanz schaffen. Schafft es eine große Distanz. Das ist wahrscheinlich für eine andere Folge meint.
SPEAKER_01Genau, das würde ich nämlich auch sagen. Ich lasse das so stehen und wir widmen uns diesem Thema irgendwann anders.
SPEAKER_03Da brauchen wir mehr Zeit. Wenn die Kinder uns siezen. Mir fällt noch was ein generell zu diesem zu diesem, wie unterschiedlich the communication in Deutschland und ich würde fast sagen, Europa and auch in Amerika is. Und die Deutschen da sehr irgendwie zurückhaltend sind, so nach dem Motto Datenschutz, ich habe keine Informationen preis, wenn es mir nichts nutzt. Also die haben eher so komm zum Punkt, Ami, los geht's, was quatscht mich voll. Und ich glaube, dass für Amerikaner, ich stelle mir das umgekehrt immer so schwierig vor, stell dir mal vor, du bist in Chicago aufgewachsen. Du bist gewöhnt, dass du irgendwo in einen Supermarkt oder so gehst, du musst mit deinem Kind auf die Toilette. Ja, dann gehst du halt mit deinem Kind auf die Toilette. Stellt euch mal vor, ein normalfreundlicher Amerikaner fragt die Kassiererin: Ja, mein Kind muss gerade Pippi und wir würden jetzt gerne hier auf die Toilette gehen. Und sie kommt dann oder er kommt dann an und sagt, haben wir ja nicht, das ist eine komische Idee, raus, ja, da gibt es drüben eine. Oder was haben sie überhaupt gekauft? Oder irgendwie so halt einen typischen Deutschen macht. Ich stelle mir das so andersrum wahnsinnig schwierig vor. Und diese Informationen habe ich auch ein bisschen gebraucht, um das zu verstehen, die der Amerikaner preisgibt beim Smalltalk, sind schon vielleicht nicht so persönlich wie sie scheinen auf den ersten Blick. Also da wird nicht irgendwie, weiß ich nicht, die riesen Story irgendwie jetzt preisgegeben, meistens. Genau, ist aber schwierig für den Deutschen, denke ich, da den Unterschied zu sehen. Was mir generell zu dem, was charakterlich dazu beiträgt, denke ich, was ich spannend finde, es ist so das Einzige, was ich aus dem Intercultural Training, was ich eigentlich geschwänzt habe, aber was ich da so mitgenommen habe noch, ist eine Metapher, die ich richtig treffend finde. Und zwar Deutsche sind eher wie eine Kokosnuss, die haben eine harte Schale, sie öffnen sich nicht sofort und nicht so schnell für Fremde, aber wenn du sie einmal geknackt oder angebohrt, wie auch immer hast, dann ist man echt befreundet und dann sind sie auch loyal. Und ich habe häufiger auch schon gehört von Menschen, die auch viel rumgekommen sind. Wenn du einen deutschen Freund hast, dann hast du einen echten Freund fürs Leben. Da würde ich sagen, es sei denn, du verrätst nämlich dein Gehalt, dann kann die Freundschaft schon einmal sehr schnell gekündigt werden. Na dann mal raus mit der Sprache.
SPEAKER_01Unbezahlbar, Mutter von drei Kindern.
SPEAKER_03Exakt, unbezahlbar und zugleich unterbezahlt. Das geht ja in Herhaltsmutter. Exakt. Und Amerikaner sind eher so wie ein Pfirsich, also weiche, Schale, harter Kern. Sie sind freundlich on the outside und verraten halt, geben mehr Preis. Aber um wirklich an sie ranzukommen und sich mit ihnen wirklich anzufreunden, braucht man eben irgendwie so ein bisschen. Ich weiß nicht, wie ihr da so tickt, ob ihr da in eins dieser Schimata irgendwie reinpasst. Ich glaube, ich bin irgendwie eher weiche, schale, weicher Kern oder harte Schale.
SPEAKER_01Explosiver Kern. Ich bin auch total weich.
SPEAKER_02Ich finde das interessant, dass du sagst, dass die nicht wirklich was preisgeben beim Smalltalk. Weil ja, ich glaube, das ist vielleicht so ein bisschen wie so ein Muskel, wenn du immer schön Gewichte stemmst, dann baut er sich auf und so. Und ich meine, ja, die kommen ja auf die Welt und wachsen dann damit auf. Und ich glaube, dann hast du halt da so drei, vier Storys. Die ändern sich vielleicht auch, je nachdem, immer mal wieder. Wenn du dann halt irgendwie am College redest du sicher über was anderes, als wenn du jetzt mit deinem Kind auf deinem Kind wartest, dass er aus der Schule kommt oder so. Aber die wissen ja von Grund auf, wie man Smalltalk macht, weil weiche Schale. Man gibt irgendwie doch irgendwie viel Preis und wenn du die weiche Schale drückst, kommt eine Delle, aber irgendwann kommt dann halt der harte Kern. Aber die Geschichten, die da halt quasi preisgegeben werden, die sind vorgeplant. Aber das glaube ich schon irgendwie, weil wenn du immer Smalltalk machst, ich erwische mich ja auch so ein bisschen damit, dann redest du halt doch irgendwie, bringst das gleiche Thema auf, weil du weißt, ah, die anderen werden schon was zum American Football, was jetzt gerade wieder war, zu sagen haben.
SPEAKER_01Aber es ist leicht. Also ich finde, man hat damit ja im Hinterkopf so einen Einstieg, wie ich in Kontakt reden kann. Ich weiß immer so, das und das können wir jetzt besprechen, ne? Und wenn es halt in Chicago ist, ey, gestern, das hat ja total genervt, wie es wieder war, das Wetter irgendwie vorne am Anfang warm und dann wurde es wieder kalt und dann kam der Regen, jetzt ist wieder warm. Also ich finde, man kann das halt nutzen, ne?
SPEAKER_03Genau. Wir könnten so reich werden, wenn wir einfach so einen Drahtgeber mit 20 Floskeln. Die 20 Floskeln, die du brauchst für was weiß ich.
SPEAKER_01How to small talk for Dummies, aber das gibt es wahrscheinlich.
SPEAKER_03For Germans. Und eine letzte Aussage, ich glaube dann. Dummy durch German ausgetauscht. How to not German. I like that. Ich weiß tatsächlich nicht, ob wir mit diesen ganzen Vergleichen eher so die amerikanisch-deutsche Freundschaft fördern oder eher so eine amerikanisch-deutsche Feindschaft so latent einleiten. Aber egal. Ich würde noch eine Sache, die ich entdeckt habe bei meinem letzten Doom Scroll, teilen, weil die da auch noch passt. Dann würde ich sagen, wir schließen dieses Hauptthema quasi ab. Und zwar ist es ja so, Deutsche sind einfach, die sind einfach verdammt direkt und Amerikaner sind damit, die kriegen da irgendwie Zustände. Das ist einfach zu direkt. Und da habe ich auf Insta eben was gesehen, das ist eine Serie oder ein Buch, das heißt Am I Autistic or Just German? Das ist doch so passlich. Und ich habe da so mal so on point. Ich habe ja kein Insta. Aber Internet. Let me fill you in. Die verläuft auch dumm. Aus dem Westen. Aus der westlichen Alliierten. Na egal. Also, um dich to fill you in aus der Zöhne. Geil, wie du gegenseitig dünn sind. Wir könnten eine Rubrik machen, Nachrichten aus der Zöle. Egal.
SPEAKER_02Dein Sächsisch ist besser als meins.
SPEAKER_03Ich bin ja auch Murdausprachler. Nein, bin ich gar nicht.
SPEAKER_01Und nicht jeder Ostdeutsche kommt übrigens aus Sachsen. Das ist meine Lebensrealität.
SPEAKER_03Das ist eigentlich wirklich. Ja. Ja, sorry, also to fill you in. Es gab da so ein paar Sätze, die finde ich extrem gut. Do I dislike unexpected changes and unannounced visits? Am I autistic in German? Do I get annoyed that my friend is four minutes late? Ja. Oh ja. And noch besser, do I make sure I let him know that they are late? Das ist einfach so. Es ist einfach so wahr. Da kommen wir sicherlich an anderer Stelle aus. Und ein letzter, wirklich eine allerletzte Sache, dann lasse ich es, ein Kommentar drunter von irgendwem, random guy. Everyone is somewhere on the German Spectrum. Das war nicht so genial.
SPEAKER_00Das deutsche Spektrum.
SPEAKER_03Das ist das Spektrum.
SPEAKER_01Das ist ein Spektrum, das ist wohl wahr. Aber es stimmt alles total. Also ich glaube, zusammenfassend können wir sagen, dass die Deutschen eher buchstäblich alles sehr buchstäblich verstehen wollen. Mit wenig Schnickschnackreden. Auf den Punkt kommen, Smalltalk, was soll es? Da würde ich abschließend noch ein fiktives Gespräch von fiktiven Personen in der tiefsten Südpfalz, in der ich aufgewachsen bin, anbringen wollen. Es handelt sich hier. Wir müssen Untertitel einblenden dafür. Also, aufgepasst. Erwin von Engelsmann Stroß und die Hilde aus der Kreuzgast treffen sich beim Metzger Flick, kommen ins Gespräch ganz kurz, bevor die Hilde dann dran ist und ihren Pfälzer Saumare bestellt. Und wie, Erwin? Ajo, Hilde, Muskel, Jo, Babbel Erwin. Nee, wenn ich das sage, mein Kreuzwitter. Jo, Ala, so schlimm. Ajo, ala hopp, Erwin. Ich bin da.
SPEAKER_03Ja, okay, das war ein komplettes Gespräch. Ein komplettes Gespräch, ohne Punkt. Und wie bei Smalltalk, ich habe nichts verstanden. Ich check einfach überhaupt nicht, worum es hier ungefähr geht. Sehr genial. Gut, dann glaube ich, genau, was wir noch versprochen hatten und was wir auch noch machen wollten. Wir sind komplett überwältigt, wie viel ihr kommentiert habt, wie viel ihr uns geschrieben habt und wollten uns das kurz ein bisschen vornehmen. Wir sind da eh verpflichtet, würde ich sagen, so rein aus Qualitätsmanagement-Gründen, dass wir Kommentare vorlesen, falls es ein Audit gibt. Die meisten Kommentare, das fand ich mega schön, weil man ja immer Kommentarspalten sieht und sich denkt, boah, so viel Hass im Internet. Die meisten Kommentare waren mega wertschätzend und wirklich einfach genial. Also das macht wirklich irgendwie Lust auf Menschheit, was da kam. Vielen Dank dafür. Ja, ich kann mal mit einem anfangen, wenn ihr wollt. Ein Punkt, der kam, war, ihr habt voll Chemie. Fand ich total süß. Ja, klar, wir hatten alle Chemie in der Schule. Wir sind auch aus Atomen.
SPEAKER_02Ich habe euch auch abgewählt.
SPEAKER_03Ich habe beides nicht gecheckt und habe Bio studiert. Und wir sind alle aus Atomen und auch zu 45 Prozent mindestens aus Eierliqueur und da muss ich noch einen wichtigen Kommentar aus persönlichen Gründen einen wichtigen Kommentar kommentieren, zurückkommentieren. Apropos Eierliqueur, da hat so mancher Erziehungsberechtigte tadelnd nachgehakt. Dazu zwei Dinge. Das war heilos überzogen dargestellt. Okay, also es ist, wir trinken hier nicht den ganzen Tag Eierliqueur natürlich.
unknownProst!
SPEAKER_03Nur so zwei bis vier Gläser am Tag. Und außerdem Erziehungsberechtigter, Erziehungsberechtigung ist eine Sache, die irgendwann abläuft, okay? Also die hält nicht ewig. Die ist 18 Jahre haltbar und danach einfach. Keiner weiß, mit wem du gerade sprichst. Ich rede mit dem Konzept des Erziehungsberechtigungs. Ich muss jetzt auflegen. Nein, wer würde denn sowas sagen?
SPEAKER_01Übrigens, an dieser Stelle könnte ihr Name stehen. Thermomex.
SPEAKER_03Vorwerk.
SPEAKER_01Also ein weiterer Kommentar war ja, dass es eine tolle Mischung aus Ernsthaftigkeit und Lachen und Lustig ist. Und das machen wir auf jeden Fall weiter so.
SPEAKER_03Das ist genau das Ziel gewesen. Das sehr schön, sehr schön zu hören.
SPEAKER_02Ich nicke nur, ich habe ja kein Insta.
SPEAKER_03Das muss nochmal bewertet. Wie bitte? Nochmal. Nein. Ein Mittelpunkt.
SPEAKER_01Ich bitte der nächste Kommentar. Jetzt muss irgendjemand mal kommentieren, Alter Franzi, schaff dir halt mal Instagram an. Aufs Handy drauf.
SPEAKER_03How hard can it be?
SPEAKER_01Es liegt am Alter. Ja, aber dann kommen deine Kinder irgendwann Instagram. Und dann hast du keine Ahnung.
SPEAKER_03Bis dahin ist es so uncool, dass man hatte ich seit. Habt ihr Bock, dass eure Moms, meine Mom ist zum Glück komplett Technik, also die ist irgendwie auf dem Level von vor Internet, aber dennoch, habt ihr Bock, dass eure Moms euch irgendwie auf irgendwelche Facebook haben.
SPEAKER_01Exakt. Wir haben jetzt noch Facebook und dann kam Insta. Ich bin ja auch nicht bei Snapchat und TipTap und.
SPEAKER_00TipTap ist das, wo du Trinkgeld gibst. Da bin ich auch nicht.
SPEAKER_03Tiptap. Auch wieder wahr. Ein Kommentar, den ich dringend kommentieren muss, weil da hat es jemand von der Freundesliste auf die Bekanntenliste geschafft. Ich liebe das. Promotion. Und zwar. Eine Promotion, eine Demotion. Ich kann ihn kaum vorlesen, weil er so gut ist. Seit wann, der Kommentar ging definitiv an mich, seit wann vertrittst du ausgerechnet, du! Du. CSU, Laubert. Solche, exakt, was ja, nichts läge mir ferner. Solche linksgrün versifften Positionen. Darauf möchte ich antworten, lieber linksgrün versifft als gar nicht versifft. Siff reimt sich ja fast auf Suff. Stimmt. Ja, passt doch wieder. Versoffen muss der Vergangenheit sein.
SPEAKER_01Also lieber versifft als gar keine Eierlecur.
SPEAKER_03Lieber versifft als versoffen. Exakt.
SPEAKER_00Hast du jetzt das Mikrofon angespuckt? Knapp daneben. Schade, knapp daneben. Ich finde, das ist der neue Titel. Lieber versifft als gar kein Eierliger. So, Vorwerk. Again. Call us. Instagram. Wir sind eine Stunde weltweit.
SPEAKER_03Wir sind immer da für euch. Aber das schiebt uns so in so eine ganz, ganz fiese Thermomix-Tanja-Hausfrauenecke, die ich ja gar nicht so gut finde, aber egal. Ich glaube, besser wird es nicht. Wir haben es so langsam. Und wir müssen natürlich noch mit einer negativen Affirmation schließen, die euch schlecht durch die Woche bringt. Ironisch gemeint.
SPEAKER_02So Leute, das war's für heute. Und denkt daran, macht euch nicht so viele Gedanken, was Leute über euch denken. Vermutlich denken sie nämlich gar nicht an euch.
SPEAKER_03Kommt trotzdem gut durch die Woche. Und hört uns weiter. Wir freuen uns sehr auch weiterhin über Kommentare. Tschüss!